Bundesregierung hat angeblich auch nach einem Monat keine Infos zu UN-Bericht über Folter an Assange


Mehr zum The­ma — Laut UN-Son­der­be­richt­erstat­ter wird Juli­an Assan­ge gefol­tert – Bun­des­re­gie­rung : “Kei­ne Erkennt­nis­se”

Auf einer Pres­se­kon­fe­renz am 15. Okto­ber im Haupt­sitz der Ver­ein­ten Natio­nen in New York berich­te­te der UN-Son­der­be­richt­erstat­ter über Fol­ter, der Schwei­zer Diplo­mat Nils Mel­zer, über sei­nen Besuch – beglei­tet von zwei medi­zi­ni­schen Exper­ten – bei dem Wiki­Leaks-Grün­der Juli­an Assan­ge im Hoch­si­cher­heits­ge­fäng­nis Bel­marsh und erklär­te öffent­lich :

Wir kamen zu dem Ergeb­nis, dass er [Assan­ge] über einen lan­gen Zeit­raum psy­cho­lo­gi­scher Fol­ter aus­ge­setzt war. Das ist ein medi­zi­ni­sches Urteil. Wir haben alle invol­vier­ten Staa­ten gebe­ten, in dem Fall zu ermit­teln und den auf Assan­ge aus­ge­üb­ten Druck zu mil­dern und ins­be­son­de­re sei­ne juris­ti­schen Rech­te zu respek­tie­ren, die aus mei­ner Sicht sys­te­ma­tisch ver­letzt wur­den. Kein betrof­fe­nes Land hat zuge­stimmt, eine Unter­su­chung ein­zu­lei­ten, obwohl sie gemäß der UN-Anti­fol­ter­kon­ven­ti­on dazu ver­pflich­tet wären. 

Mehr zum The­ma — UN-Son­der­be­richt­erstat­ter beklagt Fol­ter von Juli­an Assan­ge – Bun­des­re­gie­rung macht auf drei Affen

RT-Redak­teur Flo­ri­an War­weg hat­te die Bun­des­re­gie­rung bereits am 18. sowie am 22. Okto­ber gefragt, ob die­se die Ein­schät­zung und Kri­tik des UN-Son­der­be­richt­erstat­ters teilt. Die dama­li­gen Ant­wort der Regie­rungs­spre­cher lau­te­te, man hät­te noch kei­ne Erkennt­nis­se über die Aus­sa­gen des UN-Son­der­be­richt­erstat­ters über Fol­ter zur der­zei­ti­gen Lage von Juli­an Assan­ge vor­lie­gen, wür­de aber eine Ein­schät­zung nach­rei­chen. Nach­dem nun ein Monat ver­gan­ge­nen war, frag­te RT am 15. Novem­ber erneut nach. Die Ant­wort spot­tet jeder Beschrei­bung :

RT Deutsch


Keine Entwarnung in Österreich : Hochwasser, Lawinen und abrutschende Hänge


Ein ver­hee­ren­des Unwet­ter macht den Men­schen vor allem im Wes­ten und Süden Öster­reichs zu schaf­fen. Eini­ge Orte waren von der Außen­welt abge­schnit­ten. Meh­re­re Stra­ßen muss­ten gesperrt wer­den. Dies teilt die Deut­sche Pres­se-Agen­tur am Mon­tag mit.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Keine Geschäfte mit Russland ! Aber warum fördert die Bundesregierung dann russische Oppositionelle ?


von Wla­dis­law San­kin

Dirk Wie­se, Koor­di­na­tor für die zwi­schen­ge­sell­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit mit Russ­land, Zen­tral­asi­en und den Län­dern der Öst­li­chen Part­ner­schaft, hat den ver­sam­mel­ten Gäs­ten eini­ges zu sagen. Er redet lan­ge und schnell. Gleich zu Anfang sagt er : 

Deutsch­land und sei­ne EU-Part­ner haben heu­te poli­ti­sche Dif­fe­ren­zen mit Russ­land. Und sie ken­nen zwei­fel­los auch die ent­spre­chen­den Schlag­wor­te, wo es Dif­fe­ren­zen gibt. Russ­land spielt aktu­ell eine nega­ti­ve Rol­le in den unge­lös­ten Kon­flik­ten. 

Die Ver­sam­mel­ten, zu denen Wie­se mit sei­ner Rede spricht, sind Gäs­te und Vor­tra­gen­de, die der Ein­la­dung des Forums der rus­sisch­spra­chi­gen Euro­pä­er e.V. gefolgt sind, um zur zwei­tä­gi­gen Kon­fe­renz “Rus­sisch­spra­chi­ge für Euro­pa” in das “Ber­li­ner Mau­er­mu­se­um” zu kom­men. Die­se Kon­fe­renz wird vom deut­schen Aus­wär­ti­gen Amt finan­ziert. Dies sei Teil des Pro­gramms “Deutsch-Rus­si­sches Jahr der Men­schen­rech­te”, das die Rol­le der Zivil­ge­sell­schaft in den deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen stär­ken soll. 

Die Kon­tak­te der Bür­ger unter­ein­an­der spie­len eine zen­tra­le und ent­schei­den­de Rol­le jen­seits der Kon­tak­te zwi­schen den Regie­run­gen. Je schwie­ri­ger die poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen sind, des­to wich­ti­ger ist der Aus­tausch, der Abbau von Vor­ur­tei­len, um eine Basis für Ver­trau­en zu schaf­fen”, sagt Wie­se. 

Anschlie­ßend lobt er die erfolg­rei­chen deutsch-rus­si­schen Wis­sen­schafts­ko­ope­ra­tio­nen und Städ­te­part­ner­schaf­ten sowie das Kul­tur­pro­jekt “Rus­si­an Sea­sons”. Im Lau­fe der Kon­fe­renz zeigt sich : Für vie­le der Ver­sam­mel­ten klin­gen Wie­ses Wor­te zu mode­rat – und das trotz der anfäng­lich ange­füg­ten Kri­tik zu “Russ­lands nega­ti­ver Rol­le”. Für die­sen Ver­ein, der sich “als Anhän­ger der euro­päi­schen libe­ral-demo­kra­ti­schen Wer­te und Geg­ner der Dik­ta­tur, Aggres­si­on und Pro­pa­gan­da Putins” sieht, kommt der Aus­tausch Ber­lins mit Mos­kau einer Appease­ment-Poli­tik gleich.

Die ers­ten zwei Panels der Kon­fe­renz am zwei­ten Tag – “Die Natur von Putins Régime : ein hybri­der oder ein neu­er Tota­li­ta­ris­mus” und “Hybri­der Krieg : Ein Ver­such, euro­päi­sche Wer­te zu zer­stö­ren” –, die ich als RT-Kor­re­spon­dent besu­chen konn­te, haben am anschau­lichs­ten die Aus­rich­tung der Kon­fe­renz als äußerst ten­den­zi­ös demons­triert.

Mit­nich­ten saßen im Saal Ver­tre­ter der deut­schen Zivil­ge­sell­schaft – die im Sin­ne des von Dirk Wie­se geprie­se­nen Aus­tau­sches hier eigent­lich anwe­send sein müs­sen. Von den zeit­wei­se bis zu 60 Ver­sam­mel­ten waren annä­hernd die Hälf­te jene – von Panel zu Panel wech­seln­den – Refe­ren­ten selbst. Der Rest waren aus ganz Deutsch­land zuge­reis­te rus­sisch­spra­chi­ge Akti­vis­ten, die sich selbst­iro­nisch als “Ver­rück­te mit Pla­ka­ten” bezeich­nen, sowie Betrof­fe­ne oder Ange­hö­ri­ge der mut­maß­li­chen Opfer von Poli­zei­will­kür im Kau­ka­sus.

Fürch­ter­li­che” Russo­pho­bie 

Gleich im ers­ten Panel haben wohl die dienst­äl­tes­ten Putinkri­ti­ker der Kon­fe­renz für eine intel­lek­tu­ell atem­be­rau­ben­de Ach­ter­bahn durch die Welt von pas­sen­den Begriff­lich­kei­ten gesorgt. Sie haben ver­sucht, die gan­ze Band­brei­te aller Mei­nun­gen über das “wah­re Wesen” des “Putin-Regimes” im Lich­te ver­schie­dens­ter Auto­ri­ta­ris­mus- und Tota­li­ta­ris­mus­theo­ri­en inner­halb Russ­lands und im Aus­land zu erfas­sen.

So schien denn das Urteil für Russ­land unter Putin zeit­wei­se gar nicht son­der­lich hart aus­ge­fal­len zu sein. Der Sozio­lo­ge und Publi­zist Dmi­trij Tra­win nann­te es einen “elek­to­ra­len Auto­ri­ta­ris­mus” und wies dar­auf hin, dass auch in auto­ri­tä­ren Regimes ver­schie­de­ne Inter­es­sen­grup­pen in Kon­kur­renz zuein­an­der ste­hen wür­den. Er hal­te des­halb – nach einem Rück­zug des amtie­ren­den Prä­si­den­ten aus der Poli­tik, ver­steht sich – auch eine demo­kra­ti­sche Ent­wick­lung des Lan­des als mög­li­che Zukunft.

Er beton­te, dass das der­zei­ti­ge Sys­tem sogar gewis­se Frei­hei­ten zulas­se, und sah dabei sich selbst als Autor als ein Bei­spiel : “Ich kann für bis zu zehn Medi­en frei schrei­ben, ohne Zen­sur zu befürch­ten.” Der Jour­na­list Niko­lai Ruden­ski sag­te dazu scher­zend :

Wir beschäf­ti­gen uns hier mit einer furcht­erre­gen­den Russo­pho­bie und kön­nen nach Mos­kau zurück­keh­ren, ohne dass wir gleich am Flug­ha­fen von einem Trupp von Kno­chen­bre­chern ver­prü­gelt wer­den.

Ruden­ski ver­glich den popu­lä­ren Zug der Mil­lio­nen von Teil­neh­mern mit den Por­traits der Kriegs­teil­neh­mer aus der Fami­lie – das “Unsterb­li­che Regi­ment” am Tag des Sie­ges – mit einem in Eth­no­lo­gie-Büchern beschrie­be­nen Ritu­al der Indi­os, die Kno­chen ihrer Vor­fah­ren zu tra­gen. “Das ist nicht ein­mal Ideo­lo­gie in Russ­land, das gleicht eher einer archai­schen Reli­gi­on”. 

Die ande­ren zwei Red­ner des Panels waren in ihrer Ana­ly­se ein­deu­tig weni­ger wit­zig. Für Alex­an­der Sko­bow, selbst ein poli­ti­scher Gefan­ge­ner in der Sowjet­zeit, sei Russ­land heu­te eine mit Staats­or­ga­nen deko­rier­te “Dik­ta­tur der Gangs­ter”. Als Atom­macht habe sie genug Res­sour­cen, um das Sys­tem der inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen zu zer­stö­ren. Schließ­lich sei Putin eine gleich­ar­ti­ge Bedro­hung für die Zivi­li­sa­ti­on, wie es Hit­ler war.

Macron-Initia­ti­ve unter­bin­den

Die in Frank­reich leben­de His­to­ri­ke­rin und Phi­lo­lo­gin Gali­na Akker­mann sah in Russ­land wenig Chan­cen für einen bal­di­gen Macht- und Poli­tik­wech­sel : “Es fin­det die Rück­kehr in den Sowje­tis­mus statt, nur Sowje­tis­mus ohne Kom­mu­nis­mus”.

Bei der anschlie­ßen­den Fra­ge­run­de nahm eine Frau aus dem nord­kau­ka­si­schen Dage­stan das Mikro­fon an sich, ging zum Podi­um und klag­te laut über die Miss­hand­lun­gen an ihrem Sohn, der unter dem Vor­wurf, “ter­ror­ver­däch­tig zu sein”, fest­ge­nom­men wur­de. “Wir haben zwei unse­rer Häu­ser ver­las­sen und bra­chen nach Euro­pa auf.” Sie bat die Anwe­sen­den dar­um, “etwas zu unter­neh­men”, um Men­schen, die sich in der glei­chen Lage wie ihr Sohn befin­den, zu hel­fen. Dar­auf­hin for­mu­lier­te Gali­na Akker­mann die Zie­le der Ver­an­stal­ter :

Unse­re Auf­ga­be besteht dar­in, die­ses Régime dar­an zu hin­dern, Euro­pa zu spal­ten, damit solch dum­me Illu­sio­nen wie zuletzt bei Macron gar nicht mehr mög­lich wür­den.

Emp­fäng­lich­keit für Russ­land

Wie die zwei­te Panel-Dis­kus­si­on zeig­te, konn­ten sich vie­le ande­re Red­ner der Kon­fe­renz mit die­ser Ziel­set­zung iden­ti­fi­zie­ren. Die libe­ra­le Ideo­lo­gie mit ihrem Post­mo­der­nis­mus habe es Putin ermög­licht, den Wahr­heits­be­griff zu ver­wäs­sern und Zwie­spalt und Mehr­deu­tun­gen selbst bei sol­chen Gewiss­hei­ten wie “Demo­kra­tie” oder “Dik­ta­tur” zu säen, sag­te der Welt-Kor­re­spon­dent Richard Her­zin­ger wäh­rend des zwei­ten Panels.

Beson­ders pro­ble­ma­tisch sei für ihn die “Emp­fäng­lich­keit” der Deut­schen für alles, was aus Russ­land kommt. Er sehe sogar die Ten­denz des Abdrif­tens zu Russ­land – auf Kos­ten der trans­at­lan­ti­schen Freund­schaft. Die­se Nei­gung sei tief ver­wur­zelt, als Pro­jek­ti­ons­bild rei­che Russ­land bei den Deut­schen bis ins 19. Jahr­hun­dert. 

Beson­ders emp­fäng­lich für der­lei Sym­pa­thi­en sei­en die Ost­deut­schen, was Her­zin­ger mit dem 30 Jah­re spä­ter zuta­ge getre­te­nen “Stock­holm-Syn­drom” erklärt – Ver­ständ­nis für die ehe­ma­li­gen Besat­zer. Die Nähe zum auto­ri­tä­ren Russ­land sei für libe­ra­le Demo­kra­ti­en auch des­halb gefähr­lich, weil Russ­land kein isla­mi­sches “Dings­bums” (wort­wört­lich) sei, son­dern euro­pä­isch und “uns ähn­lich”. Das macht Euro­pa nach­ah­mungs­fä­hig.

Die His­to­ri­ke­rin Anna Vero­ni­ka Wend­land wies in ihrem Rede­bei­trag dar­auf hin, dass die Abhän­gig­keit Deutsch­lands vom rus­si­schen Gas im End­ef­fekt auf den Ehr­geiz der Deut­schen zurück­zu­füh­ren sei. Sie woll­ten die Num­mer eins bei der Ener­gie­wen­de sein und brauch­ten für die lan­ge Umstiegs­pha­se bil­li­ge­res und umwelt­freund­li­ches rus­si­sches Gas.

Wir müss­ten uns die Fra­ge stel­len, ob wir das wirk­lich brau­chen, Num­mer eins sein zu wol­len”, frag­te sie in die Run­de.

Gro­ße Geschäf­te ? Nichts davon !

Die ande­ren Red­ner des Panels sind auf die viel beschwo­re­ne Unter­stüt­zung Russ­lands der euro­päi­schen Anti-Estab­lish­ment-Par­tei­en aus­führ­lich ein­ge­gan­gen. “Russ­land will, dass wir in der EU unter­ein­an­der strei­ten”, sag­te die fran­zö­si­sche His­to­ri­ke­rin Céci­le Vais­sié. Eine Abschluss­be­mer­kung mach­te die anwe­sen­de Grü­nen-Poli­ti­ke­rin Rebec­ca Harms.

Wir müss­ten es mal unter­strei­chen, dass Russ­land aggres­siv ist und ver­sucht, die Staa­ten in und außer­halb der EU zu desta­bi­li­sie­ren. Allein das soll­te der Grund sein, mit Russ­land kei­ne gro­ßen Geschäf­te zu machen, ob mit Gaz­prom, in der Auto­in­dus­trie oder mit Ros­atom. Nichts davon soll­te statt­fin­den, sag­te Harms.

Statt­des­sen soll­te man in die Demo­kra­tie ande­rer Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on inves­tie­ren, um durch ihren Erfolg Ver­än­de­run­gen in Russ­land zu bewir­ken. Es folg­te Applaus.

Die Kon­fe­renz der rus­sisch­spra­chi­gen Euro­pä­er mit über zwan­zig ein­ge­la­de­nen rus­si­schen Regie­rungs­kri­ti­kern ist nur eine der über 1.100, die das Aus­wär­ti­ge Amt in den letz­ten sechs Jah­ren in den Län­dern der öst­li­chen Part­ner­schaft und Russ­land finan­zier­te. Ins­ge­samt sei­en nach Anga­ben von Dirk Wie­se 77 Mil­lio­nen Euro in die­se Pro­jek­te geflos­sen.

Ob die­ses Geld tat­säch­lich wie pro­pa­giert dem Dia­log, dem gesell­schaft­li­chen Aus­tausch und dem Abbau von Vor­ur­tei­len zugu­te­kommt, ist jedoch zu bezwei­feln. Statt eine Debat­te für einen offe­nen Dis­kurs zu sein, fun­gier­te die gro­ße Kon­fe­renz “Rus­sisch­spra­chi­ge für Euro­pa” in Ber­lin als Kon­so­li­die­rungs­platt­form und Echo­kam­mer für die­je­ni­gen, die für den Abbruch der Koope­ra­ti­on zwi­schen Russ­land und Deutsch­land plä­die­ren.

Die Iso­la­ti­on Russ­lands sowie die damit ver­bun­de­ne Käl­te und der Hass in den Bezie­hun­gen sind für die­se gesell­schaft­li­chen Akteu­re offen­bar der Ide­al­zu­stand. Geht es anders als gewünscht auf die Koope­ra­ti­on zu, sind es ent­we­der das Volk, das “falsch” tickt, oder käuf­li­che Regie­run­gen, die dem im Weg ste­hen – “Schul­di­ge” sind stets aus­zu­ma­chen.

Nach der Logik von Harms, die auf der Kon­fe­renz beju­belt wur­de, sind zudem Fort­schrit­te in der Bekämp­fung von Krebs uner­wünscht, wenn die­se durch die Zusam­men­ar­beit mit Russ­land zustan­de kom­men. Es wäre dann nicht nur Nord Stream 2 zu ver­ur­tei­len, son­dern auch die deutsch-rus­si­sche Koope­ra­ti­on im Bereich der Nukle­ar­me­di­zin – denn dar­an ist das rus­si­sche Staats­un­ter­neh­men Rus­atom betei­ligt. Bei Rus­atom han­delt es sich schließ­lich um das Toch­ter­un­ter­neh­men des rus­si­schen High-Tech-Rie­sen Ros­atom. Poli­ti­sche Obses­si­on ist offen­bar mehr wert als ein Men­schen­le­ben.

Dass das Aus­wär­ti­ge Amt trotz des gro­ßen Koope­ra­ti­ons­an­lie­gens, das in der deut­schen Gesell­schaft vor­han­den ist, die Büh­ne für Koope­ra­ti­ons­geg­ner bie­tet, erklärt sich dadurch, dass das offi­zi­el­le Ber­lin in Sachen Russ­land offen­bar immer noch für Régime-Chan­ge-Fan­ta­si­en emp­fäng­lich ist. Der jüngs­te Skan­dal mit dem regie­rungs­na­hen Aus­lands­sen­der Deut­sche Wel­le bestä­tig­te dies erneut. Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang ist auch die Initia­ti­ve der Bun­des­re­gie­rung, die vis­um­freie Ein­rei­se nur für jun­ge Men­schen aus Russ­land zu erwir­ken, um sie so an Euro­pa und “euro­päi­sche Wer­te” zu bin­den. 

Die Anma­ßung, ein NGO-Pro­jekt mit dem amt­lich klin­gen­den Namen “Deutsch-Rus­si­sches Jahr der Men­schen­rech­te” zu för­dern – vor­bei an der rus­si­schen Regie­rung und dem Men­schen­rechts­rat –, ist ein wei­te­res Zei­chen dafür.

Ich frag­te bei der rus­si­schen Bot­schaft, wie die­se undi­plo­ma­ti­schen Schrit­te der deut­schen Kol­le­gen dort auf­ge­nom­men wer­den. Denn eben­sol­che Akti­vi­tä­ten, soll­ten sie von rus­si­scher Sei­te ansatz­wei­se ver­sucht wer­den, wer­den von den glei­chen Hütern der Demo­kra­tie, wie auf der Kon­fe­renz, sofort als Desta­bi­li­sie­rungs­ver­such ange­pran­gert.

Eine poli­ti­sche Ein­schät­zung dazu kön­ne nur der Bot­schaf­ter Net­scha­jew geben, war die Ant­wort. Aus den Gesprä­chen mit Ser­gei Jur­je­witsch Net­scha­jew wuss­te ich : Eine wei­te­re Anfra­ge lohnt sich nicht. Er ist für eine posi­ti­ve Agen­da inter­es­siert. Im wei­te­ren Gespräch hat mich ein Res­sort­lei­ter der Bot­schaft über das bevor­ste­hen­de Jahr Deutsch­lands in Russ­land infor­miert. Es soll von August 2020 bis Juni 2021 statt­fin­den, was die deut­sche Bot­schaft erst am Tag zuvor bekannt gege­ben hat. Dies ist das ers­te Deutsch­land­jahr in Russ­land seit acht Jah­ren.

RT Deutsch


Serbien kauft keine S‑400 – aber russische Flugabwehrsysteme “Panzir‑S” stehen kurz vor Lieferung


Russ­land wird in den kom­men­den Mona­ten das Flug­ab­wehr­ra­ke­ten- und Kano­nen­sys­tem Panzir‑S ver­trags­ge­mäß nach Ser­bi­en lie­fern. Dies kün­dig­te der Gene­ral­di­rek­tor des rus­si­schen Rüs­tungs­ex­port­un­ter­neh­mens Ros­obo­ron­ex­port Alex­an­der Miche­jew an. Die­se Nach­richt ist für die ser­bi­sche Ver­tei­di­gung umso erfreu­li­cher, als für Ser­bi­en ein Kauf des Lang­stre­cken-Flug­ab­wehr­sys­tems S‑400 im Moment nicht in Fra­ge kommt.

Die Pro­duk­ti­on [der Sys­te­me] und die Aus­bil­dung [ser­bi­scher Spe­zia­lis­ten] gehen wei­ter, alles ver­läuft plan­mä­ßig, es gibt kei­ne Stö­run­gen. In naher Zukunft wird die Aus­bil­dung been­det sein, und die rus­si­sche Sei­te wird mit den Lie­fe­run­gen begin­nen. In den kom­men­den Mona­ten wird der Auf­trag abge­schlos­sen sein”, erklär­te Miche­jew am Mitt­woch gegen­über Jour­na­lis­ten der Nach­rich­ten­agen­tur TASS.

Der Prä­si­dent Ser­bi­ens Alek­san­dar Vučić gab am 24. Okto­ber bekannt, dass Bel­grad das Kurz­stre­cken-Flug­ab­wehr­sys­tem Panzir‑S bestellt hat. Zwei Tage spä­ter erklär­te auch der ser­bi­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Alek­san­dar Vulin, dass Panzir‑S vom ser­bi­schen Mili­tär in Dienst gestellt wer­de.

Das Flug­ab­wehr­sys­tem 96K6 “Panzir‑S” ist für die Kurz­stre­cken-Luft­ver­tei­di­gung zivi­ler und mili­tä­ri­scher Objek­te bei Tag und Nacht, jedem Wet­ter, in jedem Kli­ma und in auch bei inten­si­vem Ein­satz von Mit­teln der elek­tro­ni­schen Kampf­füh­rung durch den Angrei­fer kon­zi­piert. Die Ziel­zu­wei­sung erfolgt über die Such- und Ziel­erfas­sungs­ra­da­re an Bord.

Die Bewaff­nung von Pan­zir besteht aus zwölf start­be­rei­ten Boden-Luft-Rake­ten und zwei Maschi­nen­ka­no­nen. Die Rake­ten haben eine maxi­ma­le Reich­wei­te von 20 bezie­hungs­wei­se 30 Kilo­me­tern und sind mit 20 Kilo­gramm schwe­ren Spreng­köp­fen aus­ge­stat­tet. Die 30-Mil­li­me­ter-Maschi­nen­ka­no­nen haben eine Reich­wei­te von bis zu 4.000 Metern und eine maxi­ma­le Ziel­hö­he von 3.000 Metern. Dem­entspre­chend decken die Rake­ten die Fern­zie­le ab, wäh­rend die Kano­nen gegen nahe Zie­le – auch Droh­nen – ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Außer­dem ermög­li­chen es die Kano­nen, das ver­tei­dig­te Objekt auch vor Angrif­fen zu Lan­de oder zu Was­ser zu schüt­zen.

Mehr zum The­ma – Rus­si­sche Über­ho­ri­zont-Rada­re kön­nen Ste­alth-Flug­zeu­ge erken­nen – Flug­ab­wehr wird wei­ter aus­ge­baut

RT Deutsch


Bodo Ramelow in der Bundespressekonferenz : AfD ist keine demokratische Partei


Mehr zum The­ma — Nun doch ein NEIN : Thü­rin­gens CDU schließt Koali­ti­on mit Links­par­tei aus

Wer mit wem und wie, war die alles beherr­schen­de Fra­ge bei der Pres­se­kon­fe­renz der Lin­ken am Mon­tag. Die bei­den Par­tei­vor­sit­zen­den Bernd Riex­in­ger und Kat­ja Kip­ping, Lan­des­chefin Susan­ne Hen­nig-Well­sow und Thü­rin­gens Minis­ter­prä­si­dent Bodo Rame­low stell­ten sich den Fra­gen der Haupt­stadt­jour­na­lis­ten. Man wol­le sich der Ver­ant­wor­tung und dem Auf­trag der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler stel­len, beton­te Spit­zen­kan­di­dat Rame­low.

Dafür wer­de man mit “allen demo­kra­ti­schen Par­tei­en” spre­chen, ver­si­cher­te der Vor­stand der Par­tei. RT Deutsch woll­te wis­sen, was das kon­kret bedeu­tet.

RT Deutsch


Thüringer CDU-Vorsitzender Mohring und “Keine Zusammenarbeit mit der Linken”: Geschwätz von gestern


Was inter­es­siert mich mein Geschwätz von ges­tern.” Längst ist das berühm­te Ade­nau­er-Zitat zum Sinn­bild der Wahl­kampf­retho­rik in der reprä­sen­ta­ti­ven Demo­kra­tie gewor­den. Und längst ist dem Wahl­volk bewusst, dass die eine oder ande­re “kla­re Kan­te” und unum­stöß­li­che Posi­ti­on der bun­des­deut­schen Polit­grö­ßen nach der Wahl nicht mehr ist als ein akut ein­sturz­ge­fähr­de­tes Kar­ten­haus. Ein neu­es Para­de­bei­spiel für das Phä­no­men der wahl­tak­tisch moti­vier­ten Ver­spre­chun­gen stel­len die Land­tags­wah­len in Thü­rin­gen dar.

RT Deutsch hat sich nach der Wahl in Erfurt umge­hört : Wel­che Koali­tio­nen wün­schen sich die Wäh­ler ?

Vor der Wahl und sogar noch kurz danach hät­ten die Wor­te des CDU-Spit­zen­kan­di­da­ten Mike Mohring ein­deu­ti­ger nicht sein kön­nen. Weder mit der AfD noch mit der Par­tei Die Lin­ke wer­de es eine Koali­ti­on geben.

Wir wol­len Die Lin­ke ablö­sen und nicht anschlie­ßend mit ihr zusam­men­ar­bei­ten, und das ist auch ganz klar. (…) Wer etwas ver­än­dern will, muss CDU wäh­len, und das schließt eine Zusam­men­ar­beit mit der Lin­ken aus”, hat­te Mohring noch kurz vor der Land­tags­wahl erklärt.

Mohring hat­te zudem AfD und Lin­ke in einem Inter­view gleich­ge­stellt :

Bei­de Par­tei­en ste­hen, wenn auch durch einen ande­ren Weg, jeweils für ein gemein­sa­mes Ziel, näm­lich die Ver­än­de­rung die­ser Gesell­schaft. Die wol­len einen ande­ren Staat mit einer ande­ren Ziel­rich­tung jeweils.

Auch CDU-Gene­ral­se­kre­tär Paul Zie­mi­ak schloss eine Zusam­men­ar­beit der CDU mit Links­par­tei oder AfD in Thü­rin­gen aus. Dem­nach wer­de es “kei­ne Koali­ti­on mit den Lin­ken oder der AfD geben”, hat­te Zie­mi­ak in Ber­lin erklärt. Eine “Koali­ti­on und jede ähn­li­che Form” der Zusam­men­ar­beit mit Rot-Rot-Grün kom­me daher nicht in Fra­ge. Punkt.

Und eigent­lich doch eher ein Kom­ma, denn was man sich von der “kla­ren Ansa­ge” erhoff­te, gelang der CDU nicht : in der Gunst der Thü­rin­ger Wäh­ler zu punk­ten. Die Par­tei von Spit­zen­kan­di­dat Mohring stürz­te bei den Wah­len von 33,5 Pro­zent 2014 auf nun­mehr gut 22 Pro­zent der Stim­men ab. Das ent­spricht einem sat­ten Minus von gut elf Pro­zent. Doch selbst in den Rei­hen der CDU herr­schen Zwei­fel an Mohrings Anti-Lin­ken-Kurs. So sind laut einer Umfra­ge von Infra­test dimap unter CDU-Wäh­lern 68 Pro­zent der Ansicht, dass die Par­tei in der Fra­ge einer mög­li­chen Zusam­men­ar­beit mit der Lin­ken neu ent­schei­den soll­te. Nur 28 Pro­zent befür­wor­ten den Koali­ti­ons­aus­schluss.

Und so erweist sich die Wahl­kampf­retho­rik nach der Wahl erneut als Gru­be, die man sich selbst gegra­ben hat. Dies auch, weil es für die rot-rot-grü­ne Regie­rung von Bodo Rame­low dies­mal nicht mehr für eine Mehr­heit rei­chen wird. Nur mit der FDP, die es gera­de so in den Land­tag schaff­te, gäbe es eine Mehr­heit. Doch die Libe­ra­len leh­nen eine Koali­ti­on mit der Lin­ken kate­go­risch ab.

Für die FDP ist eine Zusam­men­ar­beit mit Lin­ker und AfD aus­ge­schlos­sen, weil bei­de Par­tei­en die Wirt­schafts- und Gesell­schafts­ord­nung in Deutsch­land ver­än­dern wol­len”, erklär­te FDP-Chef Chris­ti­an Lind­ner am Sonn­tag­abend.

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Arti­kel 75 Absatz 3 der Thü­rin­ger Lan­des­ver­fas­sung ermög­licht es dem Minis­ter­prä­si­den­ten und der gesam­ten Lan­des­re­gie­rung aller­dings, “die Geschäf­te bis zum Amts­an­tritt ihrer Nach­fol­ger fort­zu­füh­ren”. In die­sem Fall müss­te Rame­low im Par­la­ment bei CDU und FDP regel­mä­ßig um Mehr­hei­ten wer­ben.

Für eine Regie­rung von CDU, SPD, Bünd­nis 90/Die Grü­nen und FDP – die soge­nann­te Sim­bab­we-Koali­ti­on – reicht es in kei­nem Fall. Neben einer Min­der­heits­re­gie­rung unter Bodo Rame­low käme aber noch ein denk­bar undenk­ba­res Bünd­nis von Lin­ken und AfD oder eines von Lin­ken und CDU in Fra­ge – abso­lu­tes Neu­land auf Bun­des­ebe­ne. Mög­li­che Koali­tio­nen könn­ten also nur unter Ein­be­zie­hung der Lin­ken oder der AfD auf eine eige­ne Mehr­heit kom­men.

Und so kam es, wie es kom­men muss­te – Mohring rudert als CDU-Spit­zen­kan­di­dat jetzt kräf­tig zurück und zeigt er sich plötz­lich doch offen für Gesprä­che mit der Lin­ken über eine mög­li­che Regie­rung in Thü­rin­gen :

Mir sind sta­bi­le Ver­hält­nis­se wich­ti­ger für das Land, als dass es nur um par­tei­po­li­ti­sche Inter­es­sen geht.

Natür­lich ist es die “Ver­ant­wor­tung”, die jetzt das Auf­wei­chen der eige­nen Posi­ti­on ver­langt. Im ZDF-Mor­gen­ma­ga­zin erklär­te Mohring daher nun, dass die CDU bereit sei, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Dem­nach sei es eine neue Situa­ti­on, “dass in der Mit­te der Gesell­schaft kei­ne Mehr­heit mehr da ist”.

Das bedeu­tet aber nicht, dass wir uns in die Ecke stel­len kön­nen, son­dern wir müs­sen Ver­ant­wor­tung über­neh­men, damit das Land auch wei­ter vor­an­kom­men kann”, erklär­te Mohring viel­deu­tig.

Dies sei zudem mit einer geschäfts­füh­ren­den Regie­rung, die abge­wählt wor­den sei, nicht mög­lich.

Umge­hend wur­de der Vor­stoß Mohrings, mit den Lin­ken spre­chen zu wol­len, von Thü­rin­gens CDU-Vize­vor­sit­zen­dem Mario Voigt kri­ti­siert.

Ich bin höchst irri­tiert über die in den Medi­en ver­brei­te­ten Gesprächs­an­ge­bo­te”, sag­te Voigt am Mon­tag.

Es habe gute Grün­de gege­ben, vor der Wahl eine Koali­ti­on mit der Lin­ken aus­zu­schlie­ßen.

Das ist eine Par­tei, die den Sozia­lis­mus wie­der­ein­füh­ren will”, sag­te Voigt.

Die Lin­ke selbst zeigt sich der­weil gesprächs­be­reit. So hält etwa Lin­ken-Frak­ti­ons­chef Bodo Rame­low eine Koali­ti­on aus Links­par­tei und CDU für mög­lich. Er selbst sei zwar der Ansicht, “dass es auf­grund schwer­wie­gen­der Dif­fe­ren­zen mit der CDU kei­ne Zusam­men­ar­beit geben kann, aber es ist nun mal so : Auf der Lan­des­ebe­ne ent­schei­den die­je­ni­gen, die einen Wahl­er­folg erreicht haben und eine Koali­ti­on bil­den kön­nen”.

RT Deutsch


Verheerende Waldbrände wüten in Kalifornien – Wetterexperten geben keine Entwarnung


Die seit Tagen in Kali­for­ni­en wüten­den Wald­brän­de haben am Wochen­en­de Dut­zen­de Häu­ser zer­stört und Zehn­tau­sen­de wei­te­re Men­schen in die Flucht getrie­ben. Ein Brand­herd bedroht nun die Stadt San­ta Cla­ra mit rund 165.000 Ein­woh­nern. Ein Ende ist vor­erst nicht in Sicht : Star­ke Wind­bö­en und eine nied­ri­ge Luft­feuch­tig­keit sol­len den Flam­men bis ein­schließ­lich Mon­tag idea­le Bedin­gun­gen bie­ten.

Nach­dem sich das soge­nann­te “Kincaid”-Feuer aus­ge­brei­tet hat­te, ord­ne­ten die Behör­den die Eva­ku­ie­rung eines gro­ßen Teils des Bezirks Sono­ma an. Mehr als 80.000 Men­schen muss­ten ihre Häu­ser ver­las­sen. Die Anord­nung betraf zunächst 14 Ort­schaf­ten. In der Nacht zum Sonn­tag wur­de die­se dann auf Sebas­to­pol und Val­ley Ford aus­ge­wei­tet.

Für die nahe gele­ge­ne Stadt San­ta Cla­ra gaben die Behör­den eine War­nung aus : Die rund 165.000 Ein­woh­ner soll­ten sich jeder­zeit für eine Eva­ku­ie­rung bereit hal­ten.

In der Wein­bau­re­gi­on rund 120 Kilo­me­ter nörd­lich von San Fran­cis­co brei­te­ten sich die Flam­men auf eine Flä­che von mehr als 100 Qua­drat­ki­lo­me­tern aus. Nach Anga­ben der Behör­den fie­len 77 Gebäu­de den Flam­men zum Opfer, wei­te­re 23.500 waren bedroht. Mehr als 2800 Hel­fer bekämp­fen das “Kincaid”-Feuer.

Wegen des soge­nann­ten “Tick”-Feuers nahe der Stadt San­ta Cla­ri­ta in Süd­ka­li­for­ni­en muss­ten zwi­schen­zeit­lich 40.000 Men­schen ihre Häu­ser ver­las­sen. Am Sams­tag konn­ten vie­le Betrof­fe­ne wie­der zurück­keh­ren. Bei dem Brand rund 50 Kilo­me­ter nörd­lich von Los Ange­les wur­den bis­lang 16 Gebäu­de zer­stört und 18 wei­te­re beschä­digt. Eine Flä­che von über 18 Qua­drat­ki­lo­me­tern wur­de ver­kohlt. Mehr als 900 Hel­fer waren Sonn­tag­abend zur Bekämp­fung die­ses Feu­ers im Ein­satz. Weder beim “Kin­caid”- noch beim “Tick”-Feuer wur­den bis Sonn­tag­früh Tote oder Ver­letz­te gemel­det.

Wegen der hohen Wald­brand­ge­fahr begann der Ener­gie­ver­sor­ger Paci­fic Gas & Elec­tric (PG&E) am Sams­tag­abend, fast einer Mil­li­on Kun­den in Nord- und Zen­tral­ka­li­for­ni­en den Strom abzu­stel­len. 940.000 Kun­den müss­ten nach Anga­ben von PG&E bis Mon­tag ohne Elek­tri­zi­tät aus­kom­men. Bei star­ken Win­den droht die Gefahr, dass Strom­mas­ten umstür­zen oder Äste Lei­tun­gen abrei­ßen und somit Feu­er aus­lö­sen.

Gou­ver­neur Gavin New­som warf dem pri­va­ten Ver­sor­ger PG&E vor, die Black­outs sei­en das Ergeb­nis von “jah­re­lan­ger Gier, jah­re­lan­gem Miss­ma­nage­ment”. PG&E habe es ver­säumt, sei­ne Anla­gen zu moder­ni­sie­ren und siche­rer zu machen, etwa durch Inves­ti­tio­nen in unter­ir­di­sche Kabel.

Der Natio­na­le Wet­ter­dienst warn­te vor gefähr­lich star­ken Win­den bei gleich­zei­tig nied­ri­ger Luft­feuch­tig­keit bis Mon­tag. Die­se ange­sichts der Stär­ke und Dau­er der Win­de poten­zi­ell “his­to­ri­sche” Kom­bi­na­ti­on wer­de zur schnel­len Aus­wei­tung mög­li­cher Brän­de füh­ren.

Auch im mexi­ka­ni­schen Bun­des­staat Baja Cali­for­nia – meh­re­re hun­dert Kilo­me­ter wei­ter im Süden – wüte­ten Wald­brän­de. Am stärks­ten betrof­fen war die Gemein­de Ensena­da an der Pazi­fik­küs­te. Am Frei­tag waren bei Brän­den in der Regi­on drei Men­schen ums Leben gekom­men, vier wur­den ver­letzt. Hun­der­te Sol­da­ten waren zur Brand­be­kämp­fung im Ein­satz. (dpa)

Mehr zum The­ma — Kali­for­ni­en ver­bie­tet Rau­chen an Strän­den und in Natur­parks

RT Deutsch


Die Türkei erlaubt keine Belehrungen” – Heiko Maas auf schwieriger Mission in Ankara


Der deut­sche Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas for­dert ein Ende der tür­ki­schen Offen­si­ve “Frie­dens­quel­le” und bezeich­net die­ses als “nicht völ­ker­recht­lich legi­tim”. In der ZDF-Sen­dung May­brit Ill­ner for­der­te er den Rück­zug des tür­ki­schen Mili­tärs. Sei­ne Rei­se nach Anka­ra hat zum Ziel, die Tür­kei zu einer dau­er­haf­ten Waf­fen­ru­he zu bewe­gen.

Der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu kri­ti­sier­te die Äuße­run­gen von Maas :

Lie­ber Hei­ko Maas, ich freue mich auf Dei­nen Besuch in der Tür­kei. Du bist uns immer will­kom­men. Aber nicht mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger. Wer die Tür­kei belehrt, muss mit einer ent­spre­chen­den Ant­wort rech­nen. 

Nach dem Ber­li­ner Ent­schluss, den Waf­fen­han­del mit der Tür­kei ein­zu­schrän­ken, hat­te der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan den deut­schen Außen­mi­nis­ter kri­ti­siert und ihm sei­ne poli­ti­schen Fähig­kei­ten abge­spro­chen : 

Wenn Sie etwas von Poli­tik ver­stün­den, wür­den Sie nicht so spre­chen. 

Die tür­ki­sche Offen­si­ve lässt die Zah­len der Flücht­lin­ge stei­gen. In Nord­sy­ri­en soll nach dem Wunsch der Tür­kei durch die Offen­si­ve eine Sicher­heits­zo­ne frei von kur­di­schen Kämp­fern ent­ste­hen. In die­ser könn­ten dann auch Flücht­lin­ge ange­sie­delt wer­den. 

Die Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen Human Rights Watch und Amnes­ty Inter­na­tio­nal kri­ti­sie­ren zudem den Umgang der Tür­kei mit den Flücht­lin­gen. Die Tür­kei habe in Städ­ten wie Istan­bul und Antakya “will­kür­lich Dut­zen­de und mög­li­cher­wei­se viel mehr Syrer fest­ge­nom­men und zwi­schen Janu­ar und Sep­tem­ber 2019 trotz fort­dau­ern­der Kampf­hand­lun­gen dort nach Nord­sy­ri­en abge­scho­ben”. Es soll sich um Hun­der­te Abge­scho­be­ne han­deln. 

Die Syri­en-Offen­si­ve könn­te eine neue Flücht­lings­wel­le her­bei­füh­ren. Erdoğan droh­te, bei Kri­tik an sei­ner Ope­ra­ti­on Mil­lio­nen der Schutz­su­chen­den, die sich in der Tür­kei auf­hal­ten, Rich­tung EU zu schi­cken. Rund 3,6 Mil­lio­nen Syrer hal­ten sich in der Tür­kei auf. 2016 schloss die EU ein Flücht­lings­ab­kom­men mit der Tür­kei, das Grie­chen­land die Rück­sen­dung von Flücht­lin­gen in die Tür­kei ermög­licht. 

RT Deutsch


Wir wollen keine Zaungäste sein”: Kramp-Karrenbauer will europäische Sicherheitszone in Syrien


Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er will Bünd­nis­part­ner in der NATO und Kon­flikt­par­tei­en in Nord­sy­ri­en für eine inter­na­tio­nal kon­trol­lier­te Sicher­heits­zo­ne gewin­nen. Einen ent­spre­chen­den Vor­schlag habe sie am Mon­tag mit Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel abge­stimmt und west­li­chen Ver­bün­de­ten unter­brei­tet, sag­te die CDU-Vor­sit­zen­de der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. Sie wer­de ihren Vor­stoß am Ran­de des Tref­fens der NATO-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter in Brüs­sel am Don­ners­tag und Frei­tag mit Amts­kol­le­gen bespre­chen.

Über eine mög­li­che Betei­li­gung der Bun­des­wehr müs­se der Bun­des­tag ent­schei­den. Dies wer­de das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um dann mit der Bun­des­wehr auch umset­zen, sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er in dem Inter­view anläss­lich ihrer ers­ten 100 Tage im Amt. Heu­te schon sei man im Ein­satz gegen die Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS) in der Aus­bil­dung wie in der Luft­raum­über­wa­chung aktiv.

Wenn die Fra­ge ist, wie wir den Kampf gegen den IS auch wei­ter fort­set­zen, wird das Gegen­stand sol­cher Bera­tun­gen sein, sag­te sie.

Über die stär­ke der Mili­tär­prä­senz gibt in den Regie­rungs­krei­sen unter­schied­li­che Mei­nun­gen. Der CDU-Außen­po­li­ti­ker Rode­rich Kie­se­wet­ter hat­te sich im Info­ra­dio des RBB für den Auf­bau einer huma­ni­tä­ren Schutz­zo­ne aus­ge­spro­chen, die von 30.000 bis 40.000 Sol­da­ten aus EU-Län­dern abge­si­chert wer­den könn­te. Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) sag­te aber, es sei zu früh für sol­che Über­le­gun­gen. Kramp-Kar­ren­bau­er sag­te, sie habe Maas per SMS über ihren Vor­stoß infor­miert.

Ange­sichts der deut­schen und euro­päi­schen Sicher­heits­in­ter­es­sen “ist ein Impuls und eine poli­ti­sche Initia­ti­ve von Deutsch­land aus­ge­hend für einen euro­päi­schen Vor­stoß in der NATO sinn­voll”, sag­te die Minis­te­rin. Bis­her hät­ten sich Deutsch­land und die Euro­pä­er zu pas­siv ver­hal­ten, “wie Zaun­gäs­te”, ergänz­te Kramp-Kar­ren­bau­er.

Des­we­gen müs­sen wir auf Dau­er Struk­tu­ren schaf­fen, die zum Bei­spiel eine frei­wil­li­ge Rück­kehr von Geflüch­te­ten in die­se Regi­on auch mög­lich machen. Dann brau­chen wir in die­ser Regi­on über die aktu­el­le Situa­ti­on hin­aus eine Lösung, die für Sta­bi­li­tät und Sicher­heit steht. 

Eine Lösung “liegt in der Schaf­fung einer inter­na­tio­nal kon­trol­lier­ten Sicher­heits­zo­ne unter Ein­be­zie­hung der Tür­kei und Russ­lands, mit dem Ziel, die Lage dort zu dees­ka­lie­ren”, sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er. Die­se Lösung müs­se deut­lich machen, dass die Tür­kei die Zone in Nord­sy­ri­en nicht dau­er­haft beset­ze, was völ­ker­rechts­wid­rig sei. Zudem müs­se man der bestehen­den UN-Reso­lu­ti­on zu Syri­en gerecht wer­den und das Land als gemein­sa­mes Gebiet erhal­ten. Es sol­le kei­ne auto­no­men Gebie­te in Syri­en geben.

Ihr Vor­schlag habe zudem das Ziel, “den gera­de begon­ne­nen Ver­fas­sungs­pro­zess nach der UN-Reso­lu­ti­on auch wirk­lich fort­set­zen zu kön­nen”.

Zur Vor­be­rei­tung eines geplan­ten Tref­fens der Kanz­le­rin mit ihren Amts­kol­le­gen aus Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en sowie der Tür­kei und Russ­land zur Lage in Syri­en sol­le der deutsch-fran­zö­si­sche Ver­tei­di­gungs- und Sicher­heits­rat zu einem außer­or­dent­li­chen Tref­fen zusam­men­kom­men. Dazu soll­ten der Ver­tei­di­gungs- und Außen­mi­nis­ter Groß­bri­tan­ni­ens ein­ge­la­den wer­den, sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er. “Par­al­lel dazu soll­ten bila­te­ra­le Gesprä­che mit der Tür­kei und Russ­land auf­ge­nom­men wer­den.”

Deutsch­land sol­le sei­ne Posi­ti­on als nicht­stän­di­ges Mit­glied im UN-Sicher­heits­rat nut­zen, um auf der Grund­la­ge der bestehen­den UN-Reso­lu­ti­on die Grund­la­ge für eine inter­na­tio­nal kon­trol­lier­te Sicher­heits­zo­ne zu schaf­fen, erklär­te die Minis­te­rin.

Das Zeit­fens­ter für den Vor­schlag ist jetzt güns­tig, denn in den nächs­ten Tagen und Wochen wird sich auch die Fra­ge ent­schei­den, wie eine dau­er­haf­te Lösung für die­se Regi­on aus­se­hen soll­te. Ich bin der Auf­fas­sung, es ist an uns Euro­pä­ern, hier eine Ant­wort zu geben.

Kramp-Kar­ren­bau­er hat­te am Sams­tag auf dem CSU-Par­tei­tag kri­ti­siert, Deutsch­land und die Uni­on hät­ten sich in der Ver­gan­gen­heit in der Außen­po­li­tik zu sehr zurück­ge­hal­ten.

Wir sind stark, es kommt auf uns an, und wir müs­sen irgend­wann end­lich auch mal eige­ne poli­ti­sche Ant­wor­ten geben – und zwar ins­be­son­de­re als Uni­on”, hat­te sie in Mün­chen gesagt.

Am 21. Okto­ber haben der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin und sein fran­zö­si­scher Amts­kol­le­ge Emma­nu­el Macron in einem Tele­fo­nat die Lage in Syri­en bespro­chen. Nach Infor­ma­tio­nen der rus­si­schen Sei­te haben sich die bei­den Prä­si­den­ten für die Respek­tie­rung der Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­len Inte­gri­tät Syri­en aus­ge­spro­chen. Auch das Vor­an­brin­gen der inner­sy­ri­schen Dia­logs im Rah­men des Ver­fas­sungs­ko­mi­tees sei wich­tig.

Die tür­ki­sche Inva­si­on in den kur­di­schen Gebie­ten Nord­sy­ri­ens hat inner­halb von weni­gen Tagen zu mas­si­ven Kräf­te­ver­schie­bun­gen in der Regi­on geführt. Die USA räum­ten flucht­ar­tig ihre Mili­tär­la­ger, statt­des­sen rück­ten syri­sche Regie­rungs­kräf­te mit rus­si­schen Spe­zi­al­ein­hei­ten in das Gebiet vor, stel­len­wei­se bis zur tür­ki­schen Gren­ze. Ange­sichts der tür­ki­schen Bedro­hung zeich­net sich eine Annä­he­rung der kur­di­schen YPG an die Zen­tral­re­gie­rung ab.

Der Vor­schlag der deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin, über den Kopf der syri­schen Regie­rung hin­weg eine NATO-Mili­tär­prä­senz im Land zu schaf­fen, dürf­te ange­sichts die­ser Ent­wick­lun­gen rea­li­täts­fern sein. 

(rt deutsch/dpa)

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Mogler haben keine Chance : Indische Schüler schreiben Prüfung mit Kartons als Kopfbedeckung


Stu­die­ren­de eines Col­le­ges in Indi­en haben am Mitt­woch eine Che­mie­prü­fung absol­vie­ren müs­sen. Um Täu­schungs­ver­su­che zu ver­hin­dern, muss­ten die­se einen Papp­kar­ton samt Öff­nun­gen für die Augen über den Kopf stül­pen. So hat­ten sie allein ihre Auf­ga­be im Blick­feld.

Nach­dem sich Fotos der Prü­fung im Inter­net wie ein Lauf­feu­er ver­brei­tet hat­ten, schal­te­ten sich die ein­hei­mi­schen Bil­dungs­be­hör­den ein. Sie for­der­ten die Col­le­ge-Lei­tung auf, die­se “inhu­ma­ne” Pra­xis umge­hend ein­zu­stel­len. Der Direk­tor der Bil­dungs­stät­te recht­fer­tig­te das Gesche­hen mit einem Expe­ri­ment.

Wir haben die­se Idee umge­setzt, um Fehl­ver­hal­ten zu ver­hin­dern – und nicht um Stu­die­ren­de zu schi­ka­nie­ren. Das ist nur ein Expe­ri­ment. Wir haben es zuvor mit unse­ren Stu­die­ren­den dis­ku­tiert und ihre Zustim­mung ein­ge­holt”, hieß es im Col­le­ge.

Zuvor hat­te sich ein ähn­li­cher Vor­fall im August in Mexi­ko ereig­net. Damals for­der­ten die Eltern der betrof­fe­nen Schü­ler die Behör­den auf, den Leh­rer zu ent­las­sen. 

Die Schul­lei­tung ent­schul­dig­te sich damit, dass es sich dabei um kei­ne Prü­fung, son­dern um eine spie­le­ri­sche Akti­vi­tät gehan­delt habe. Das Ziel sei gewe­sen, die Schü­ler psy­cho­mo­to­risch zu för­dern.

Mehr zum The­ma — “Deutsch­land ver­dummt” – Psych­ia­ter hält heu­ti­ge Kin­der spä­ter nicht für arbeits­fä­hig

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