Lawrow : Russland begrüßt Freilassung von Maria Butina


Die in den USA zu ein­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teil­te Rus­sin Maria Buti­na ist am Frei­tag aus dem Gefäng­nis ent­las­sen wor­den. Ihr Anwalt Bob Dris­coll hat­te am Don­ners­tag mit­ge­teilt, ICE-Beam­te soll­ten Buti­na zurück nach Russ­land beglei­ten. Buti­na war im Juli 2018 fest­ge­nom­men wor­den und in Unter­su­chungs­haft gekom­men ; spä­ter wur­de sie in Washing­ton ver­ur­teilt.

Russ­land begrüßt die Frei­las­sung der 30-Jäh­ri­gen aus dem US-Gefäng­nis, sag­te der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row am Frei­tag vor Jour­na­lis­ten.

Wir sind froh, dass die US-Jus­tiz end­lich, nach einer lan­gen Zeit des Auf­schubs, die Ent­schei­dung getrof­fen hat, die wir seit lan­gem for­cie­ren”, sag­te er.

Die Regie­rung in Mos­kau hat­te Buti­nas Frei­las­sung gefor­dert und von erfun­de­nen Anschul­di­gun­gen gespro­chen. Der Fall ist zu einem ekla­tan­ten Bei­spiel für anti­rus­si­sche Hys­te­rie gewor­den. Buti­na wur­de von den ame­ri­ka­ni­schen Medi­en schnell als “Spio­nin” bezeich­net und zu Unrecht beschul­digt, Sex gegen poli­ti­sche Gefäl­lig­kei­ten ein­ge­tauscht zu haben.

Mehr zum The­ma — US-Gericht ver­ur­teilt rus­si­sche Akti­vis­tin Maria Buti­na zu 18 Mona­ten Gefäng­nis

Maria kam 2016 mit einem Stu­den­ten­vi­sum in die USA und enga­gier­te sich aktiv in der US-Waf­fen­lob­by Natio­nal Rif­le Asso­cia­ti­on (NRA), der US-Waf­fen­lob­by. Ihr ver­kün­de­tes Ziel war es, die Waf­fen­rech­te in Russ­land aus­zu­wei­ten, wo sie restrik­tiv sind. 

Die US-Bun­des­po­li­zei FBI hielt das Stu­di­um für eine Tar­nung einer Agen­ten­tä­tig­keit. Sie wur­de am 15. Juli 2018 in Washing­ton DC ver­haf­tet, kurz vor dem Hel­sin­ki-Tref­fen des rus­si­schen Prä­si­den­ten Vla­di­mir Putin mit sei­nem US-Amts­kol­le­gen Donald Trump. Das US-Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um sag­te, dass sie ver­däch­tigt wer­de, “als Ver­tre­te­rin Russ­lands in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu han­deln, indem sie Bezie­hun­gen zu US-Per­so­nen auf­baut und Orga­ni­sa­tio­nen infil­triert, die Ein­fluss auf die ame­ri­ka­ni­sche Poli­tik haben, um die Inter­es­sen der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on zu ver­tre­ten”.

Nach ihrer Ver­haf­tung ver­brach­te die rus­si­sche Stu­den­tin neun Mona­te in Haft, zumeist in Ein­zel­haft, bevor sie beschul­digt wur­de, als aus­län­di­scher Agent ohne Regis­trie­rung zu han­deln. Die Waf­fen­ak­ti­vis­tin wur­de­schließ­lich zu 18 Mona­ten Gefäng­nis ver­ur­teilt. Ein Spre­cher des Bun­des­ge­fäng­nis­ses in Tal­la­has­see im US-Bun­des­staat Flo­ri­da bestä­tig­te am Frei­tag, Maria Buti­na sei nach ihrer Frei­las­sung Beam­ten der Poli­zei- und Zoll­be­hör­de ICE über­ge­ben wor­den. 

Das US-Außen­mi­nis­te­ri­um teil­te mit, dass Buti­na von Mia­mi nach Mos­kau flie­gen wird, wo sie am Sams­tag­mor­gen ankom­men wird.

RT Deutsch


Wir sind liberal, wir dürfen alles“: Lawrow wirft dem Westen Scheinheiligkeit vor


Dem Wes­ten fällt es laut Russ­lands Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row schwer, das Schwin­den sei­ner jahr­hun­der­te­lan­gen Domi­nanz in der Welt­po­li­tik zu akzep­tie­ren. Des­halb stem­me er sich gegen die Bil­dung einer poly­zen­tri­schen Welt.
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New York : Lawrow fordert gemeinsame Herangehensweisen an Herausforderungen


Die Groß­mäch­te soll­ten sich gemein­sam den Her­aus­for­de­run­gen der Gegen­wart stel­len. Dafür setz­te sich der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row bei einem Tref­fen der fünf stän­di­gen Mit­glie­der des UN-Sicher­heits­rats (Chi­na, Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en, Russ­land und USA) mit UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res ein.
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Kiew lehnt „Steinmeier-Formel“ ab – Maas telefoniert mit Lawrow


Der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row hat bei einem Tele­fo­nat mit sei­nem deut­schen Amts­kol­le­gen Hei­ko Maas am Mitt­woch die Aus­sich­ten für die Rege­lung der Lage in der Ukrai­ne bespro­chen. Dies geht aus einer Mit­tei­lung her­vor, die auf der Web­sei­te des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums ver­öf­fent­licht wur­de.
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Lawrow : Türkische Sicherheitsinteressen in Syrien sind zwar legitim, aber…


Mos­kau erkennt laut Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row die Sicher­heits­in­ter­es­sen der Tür­kei im nord­öst­li­chen Teil Syri­ens, zu deren Wah­rung Anka­ra und Washing­ton eine Sicher­heits­zo­ne geschaf­fen haben, als legi­tim an. Gleich­zei­tig beton­te der rus­si­sche Minis­ter die Not­wen­dig­keit der Ach­tung der syri­schen Sou­ve­rä­ni­tät.
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Maas erläutert seine Haltung zum INF-Vertrag — dann schaltet sich plötzlich Lawrow ein (Video)


Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas ist an die­sem Mitt­woch zu einem zwei­tä­gi­gen Besuch in Mos­kau ein­ge­trof­fen. Am ers­ten Tag sei­ner Stipp­vi­si­te ver­han­del­te der deut­sche Diplo­mat mit sei­nem rus­si­schen Kol­le­gen Ser­gei Law­row. Gesprächs­the­men waren unter ande­rem die Lage in der Ukrai­ne, die Syri­en-Kri­se und die Situa­ti­on um den Iran. Dar­über hin­aus erör­ter­ten Ser­gei Law­row und Hei­ko Maas Pro­ble­me der stra­te­gi­schen Sicher­heit und Sta­bi­li­tät.

Auf der anschlie­ßen­den Pres­se­kon­fe­renz frag­te RT Deutsch den Bun­des­mi­nis­ter des Aus­wär­ti­gen, ob er nach wie vor zu sei­ner Erklä­rung steht, nach der allein Russ­land nicht das Nöti­ge zur Ret­tung des INF-Ver­tra­ges getan habe. RT Deutsch ver­wies dabei in sei­ner Fra­ge auf einen Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten­test, den die USA am Sonn­tag unter­nom­men hat­ten. Die Erläu­te­run­gen von Maas woll­te sein Amts­kol­le­ge Law­row jedoch nicht unkom­men­tiert las­sen.

Am Don­ners­tag, dem zwei­ten Tag sei­ner Stipp­vi­si­te, woll­te sich der deut­sche Diplo­mat mit rus­si­schen Bür­ger­ak­ti­vis­ten und Jugend­li­chen tref­fen. 

Die letz­te Zusam­men­kunft von Ser­gei Law­row und Hei­ko Maas fand Mit­te Juli statt, als die bei­den Außen­mi­nis­ter an einer Kon­fe­renz im Rah­men des “Peters­bur­ger Dia­logs” auf dem Peters­berg bei Bonn teil­ge­nom­men hat­ten.

Mehr zum The­ma — Regie­rungs­spre­cher kön­nen nicht erklä­ren, wie­so Mos­kaus Ange­bot zur Ret­tung von INF abge­lehnt wur­de

RT Deutsch


Noch immer kein Friedensabschluss mit Japan — Lawrow kommentiert Langzeit-Problem


Der Abschluss eines Frie­dens­ver­tra­ges mit Japan wird noch immer durch die Wei­ge­rung Tokios ver­hin­dert, die Ergeb­nis­se des Zwei­ten Welt­krie­ges in Bezug auf die Zuge­hö­rig­keit der Kuri­len anzu­er­ken­nen. Dies sag­te der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row beim gesamt­rus­si­schen Jugend­fo­rum „Ter­ri­to­ri­um der Sin­ne“.
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Russlands Außenminister in Suriname : Lawrow mit Gastfreundlichkeit überschüttet – Video


Russ­lands Chef­di­plo­mat Ser­gej Law­row hat wäh­rend sei­ner Latein­ame­ri­ka­rei­se nach dem Abschluss der Ver­hand­lun­gen mit sei­ner suri­na­mi­schen Amts­kol­le­gin Yldiz Poll­ack-Beigh­le an dem tra­di­tio­nel­len Tanz in Suri­na­me teil­ge­nom­men.
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Ursula von der Leyen, Jens Stoltenberg, Sergei Lawrow : Ein Wochenrückblick auf den medialen Abgrund


von Tho­mas Schwarz

Soll die künst­lich eska­lier­te Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen Russ­land und der EU auf­recht­erhal­ten wer­den ? Oder ist es an der Zeit, dass sich eine ratio­na­le Poli­tik durch­setzt, die mit der Abschaf­fung der anti­rus­si­schen Sank­tio­nen begin­nen müss­te ? Eine Stand­ort­be­stim­mung von Anhän­gern die­ser bei­den Pole war in den ver­gan­ge­nen Tagen fest­zu­stel­len – ohne, dass die expo­nier­tes­ten Ver­tre­ter der jewei­li­gen Poli­tik auf­ein­an­der getrof­fen wären : Die Posi­tio­nie­run­gen fan­den in Inter­views statt. Zum einen hat sich der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gei Law­row im Vor­feld sei­nes Tref­fens mit Amts­kol­le­ge Hei­ko Maas (SPD) mit der Rhei­ni­schen Post unter­hal­ten. Zum ande­ren bezog die künf­ti­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en in einem Inter­view mit der Welt Stel­lung.

Die Gesprä­che und die Inten­tio­nen der inter­view­ten Poli­ti­ker könn­ten unter­schied­li­cher nicht sein. Denn wäh­rend mit Law­row ein­mal mehr ein hoch­ran­gi­ger rus­si­scher Poli­ti­ker posi­ti­ve Signa­le in Rich­tung EU sen­det, wer­den die­se ein­mal mehr von einer hohen EU-Funk­tio­nä­rin abge­schmet­tert.

Freund­li­che Signa­le – feind­li­che Reak­ti­on : “Der Kreml ver­zeiht kei­ne Schwä­che”

Zunächst zu Law­row : Ange­sichts vie­ler unver­än­dert feind­li­cher Posi­tio­nen in der EU gegen­über Russ­land war es erstaun­lich, wie ein­deu­tig der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter begrüß­te, “dass heu­te der enge Dia­log zwi­schen unse­ren Staa­ten allen wohl­be­kann­ten Schwie­rig­kei­ten zum Trotz nicht abreißt”, und anfüg­te :

Das Bewusst­sein, dass der poli­ti­sche und wirt­schaft­li­che Druck auf Russ­land per­spek­tiv­los ist, bricht sich Bahn. Des­halb wird im deutsch-rus­si­schen Ver­hält­nis eine posi­ti­ve Ent­wick­lung beob­ach­tet. Vor allem in den Berei­chen Han­del und Wirt­schaft, Wis­sen­schaft, Bil­dung und Kul­tur, aber auch auf der Ebe­ne der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Koope­ra­ti­on.

Die­ses Pflänz­chen der Annä­he­rung wur­de aller­dings durch von der Ley­en im erwähn­ten Welt-Inter­view umge­hend nie­der­ge­tram­pelt, indem sie sag­te : “Der Kreml ver­zeiht kei­ne Schwä­che. Aus einer Posi­ti­on der Stär­ke her­aus soll­ten wir an den Russ­land-Sank­tio­nen fest­hal­ten.” Die­se Hal­tung begrün­de­te von der Ley­en mit einem bekann­ten Tenor zur rus­si­schen Außen­po­li­tik : “Wir erle­ben schon seit gerau­mer Zeit feind­se­li­ges Ver­hal­ten aus Mos­kau. Es reicht von der Ver­let­zung inter­na­tio­na­ler Regeln wie etwa der rechts­wid­ri­gen Anne­xi­on der Krim bis hin zum Ver­such, Euro­pa so weit wie mög­lich zu spal­ten.” Par­al­lel führ­te von der Ley­en in der Bild-Zei­tung die Agi­ta­ti­on gegen die Pipe­line Nord Stream 2 fort und warn­te vor der “Gefahr einer zu star­ken Abhän­gig­keit von der rus­si­schen Ener­gie”.

Aggres­si­ve russ­land­feind­li­che Min­der­heit”

Mög­li­cher­wei­se mein­te Law­row auch die­se Ver­bin­dung aus künf­ti­ger EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin und dem Axel-Sprin­ger-Ver­lag, wenn er im Inter­view mit der Rhei­ni­schen Post von einer “aggres­si­ven russ­land­feind­li­chen Min­der­heit” sprach, die die Kom­mu­ni­ka­ti­on zu Russ­land etwa im NATO-Russ­land-Rat und im Euro­pa­rat sabo­tiert hät­te. Law­row hat­te noch mehr Kri­tik­punk­te anzu­mel­den, so zum Bei­spiel, dass in der EU die Augen “vor beschä­men­den Kehr­sei­ten der ukrai­ni­schen Rea­li­tät” ver­schlos­sen wür­den, dass die NATO sich wort­brü­chig aus­ge­dehnt habe und dass die Akti­vi­tät der US-geführ­ten Anti-IS-Koali­ti­on in Syri­en im Gegen­satz zur rus­si­schen Prä­senz aus völ­ker­recht­li­cher Sicht ille­gal sei.

Das media­le Fern­du­ell Lawrow/von der Ley­en streif­te auch das unver­meid­li­che Feld der “Pres­se­frei­heit”, auf dem sich Ver­tre­ter west­li­cher Poli­tik und Medi­en mora­lisch stets beson­ders im Vor­teil sehen. Da macht auch von der Ley­en kei­ne Aus­nah­me, wenn sie in einem Absatz die unbe­leg­ten Vor­wür­fe gegen Russ­land bezüg­lich “Fake News” und “Des­in­for­ma­ti­on” mit dem arg ange­kratz­ten Mythos von der west­li­chen frei­en Pres­se kom­bi­niert :

Wir Euro­pä­er wer­den bes­ser dar­in, die Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen aus Russ­land zu ent­tar­nen und mit Fake-News-Kam­pa­gnen in den sozia­len Medi­en umzu­ge­hen”, sag­te sie. “Es ist unser Pri­vi­leg als Demo­kra­tie mit Trans­pa­renz, frei­er Pres­se und einer offe­nen Debat­te zu ant­wor­ten.

Die “Pres­se­frei­heit” und das “toxi­sche Kli­ma” für rus­si­sche Medi­en

Zu dem The­ma hat­te aber auch Ser­gei Law­row eini­ges zu sagen : “Lei­der stel­len wir fest, dass es in Deutsch­land Kräf­te gibt, die ein feind­se­li­ges und toxi­sches Kli­ma rund um die rus­si­schen Medi­en anhei­zen. “So wür­den eini­ge deut­sche Poli­ti­ker ver­su­chen, rus­si­sche “Mas­sen­me­di­en zu boy­kot­tie­ren und auch zu ver­bie­ten, die­se im Kabel-TV aus­zu­strah­len”. Law­row fährt fort :

Die rus­si­schen Medi­en in Deutsch­land üben ihre Tätig­keit streng nach Maß­ga­be der deut­schen Geset­ze und hoher jour­na­lis­ti­scher Stan­dards aus. Wir glau­ben, dass die Men­schen in Deutsch­land berech­tigt sind, die für sie rele­van­ten Infor­ma­tio­nen aus ver­schie­de­nen Quel­len zu erhal­ten.

Die Medi­en und die “dro­hen­de” deutsch-rus­si­sche Ver­stän­di­gung

Wie wich­tig die­se (zusätz­li­che) Quel­le RT für die Mei­nungs­bil­dung sein kann, zeig­te sich eben­falls in den ver­gan­ge­nen Tagen. Denn ange­sichts des Tref­fens Law­rows mit sei­nem deut­schen Amts­kol­le­gen Hei­ko Maas beim Peters­bur­ger Dia­log und der dadurch “dro­hen­den” deutsch-rus­si­schen Ver­stän­di­gung nutz­ten eini­ge gro­ße Medi­en die bekann­te Tech­nik der Ver­kür­zung, wie die Nach­Denk­Sei­ten beschrei­ben :

Berich­te über die Ukrai­ne set­zen erst mit der Sezes­si­on der Krim ein – der vor­aus­ge­gan­ge­ne, vom Wes­ten unter­stütz­te Umsturz in Kiew und die fol­gen­de ‘Anti-Ter­ror-Akti­on’ gegen den Don­bass, mit der der mili­tä­ri­sche Kon­flikt in der Ost-Ukrai­ne begon­nen wur­de, wer­den weit­ge­hend aus­ge­blen­det. Das Glei­che gilt etwa beim The­ma Syri­en, bei dem die Berich­te meist erst mit dem Moment des rus­si­schen Ein­grei­fens begin­nen – und nicht mit der vor­ge­la­ger­ten west­li­chen Unter­stüt­zung für isla­mis­ti­sche mili­tan­te Grup­pen.

Klein bei­geben wer­den weder der Prä­si­dent noch sein Volk”

Media­ler Wider­stand gegen eine über­fäl­li­ge deutsch-rus­si­sche Annä­he­rung war dem­nach die­ser Tage mehr oder weni­ger ein­deu­tig etwa im Deutsch­land­funk, in der Bild-Zei­tung, im Spie­gel oder in der Tages­schau zu beob­ach­ten. Die FAZ mein­te : “Ohne Mos­kau sind zwar sowohl in der Welt­po­li­tik als auch in Euro­pa in vie­len Fra­gen kei­ne Fort­schrit­te mög­lich – aber es ist nicht Teil der Lösung, son­dern Teil des Pro­blems.”

Tref­fend aller­dings kom­men­tiert im Gegen­satz dazu die Volks­stim­me :

Doch soll­te sich der Wes­ten kei­nen Illu­sio­nen hin­ge­ge­ben. Klein bei­geben wer­den weder der Prä­si­dent noch sein Volk. Wich­ti­ger wäre eine neue Koope­ra­ti­on. Die Lage im Kriegs­ge­biet in der Ost­ukrai­ne schreit zum Him­mel. Das lie­ße sich sofort ändern. Vor­aus­set­zung : Die EU schafft die Russ­land-Sank­tio­nen ab.

Von der Ley­en, Kai Diek­mann und sei­ne “Sto­ry Machi­ne”

Ursu­la von der Ley­en ist in die­ser Woche medi­al nicht nur als anti­rus­si­sche Agi­ta­to­rin auf­ge­fal­len. Sie war zuvor bereits als gewief­te Wahl­kämp­fe­rin in Erschei­nung getre­ten, die sich die rich­ti­gen Medi­en-Ver­bün­de­ten für die Kam­pa­gne in eige­ner Sache gesucht hat­te. Die­se macht­vol­le Ver­bin­dung beschreibt der Spie­gel unter dem Titel : “War­um Ursu­la von der Ley­en den frü­he­ren Bild-Chef enga­giert hat”:

Folg­lich kam die Minis­te­rin auf ein altes Ange­bot zurück, das die Agen­tur ‘Sto­ry Machi­ne’ schon vor Mona­ten bei ihr hin­ter­legt hat­te. Die jun­ge Agen­tur, die Ex-‘Bild’-Chef Kai Diek­mann mit zwei Kom­pa­gnons gegrün­det hat, erfüllt die Inter­net­t­räu­me pro­mi­nen­ter Ent­schei­dungs­trä­ger. Als Minis­te­rin hat­te von der Ley­en die Offer­te noch abge­lehnt, neue Schlag­zei­len über exter­ne Bera­ter konn­te sie nicht brau­chen. Aber als der Ruf aus Brüs­sel kam, zöger­te sie nicht lan­ge. Am Tag nach der Nomi­nie­rung wur­de ‘Sto­ry Machi­ne’ tätig, schuf den Twit­ter­ac­count @vonderleyen und grüß­te sofort drei­spra­chig in die Welt.

Jens Ber­ger kom­men­tiert die­sen Schritt so :

Von der Ley­en stützt sich bei ihrer Kan­di­da­tur also auf die bei­den Säu­len Sel­mayr und Diek­mann, die übri­gens bei­de über­zeug­te Trans­at­lan­ti­ker sind. (…) Über Kai Diek­mann muss man nicht mehr viel sagen. Inter­es­sant wäre hier nur die Fra­ge, wer Diek­manns Bera­ter­diens­te eigent­lich bezahlt ? Ein Bud­get für Bera­ter wird sie als Kan­di­da­tin bei der EU ja wohl nicht haben. Zahlt sie den Ex-Bild-Chef aus eige­ner Tasche ?

Die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin und ihre Unter­stüt­zer

Hat man die Vor­be­richt­erstat­tung zur EU-Abstim­mung über die Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin ver­folgt, so ist fest­zu­stel­len, dass von der Ley­ens Kam­pa­gnen-Part­ner gute Arbeit geleis­tet haben. So wur­de sie etwa in der FAZ als “Die Trä­ge­rin der Hoff­nung” bezeich­net oder im Spie­gel unter dem Titel “Ist es Lie­be?” so cha­rak­te­ri­siert : “soli­de, kom­pro­miss­fä­hig, kor­rup­ti­ons­frei”. Auch aus der zwei­ten Rei­he der deut­schen Medi­en gab es Schüt­zen­hil­fe, etwa in der Stutt­gar­ter Zei­tung :

Das Euro­päi­sche Par­la­ment muss sich im Kla­ren sein, dass es sich mit der Zurück­wei­sung von der Ley­ens einen Bären­dienst erwie­se. Der Scha­den ist schon jetzt groß. Mit der Wahl von der Ley­ens wür­de Euro­pa Kom­pro­miss­fä­hig­keit bewei­sen.

Von der Ley­ens Wahl und die (vor­ge­täusch­te) Nai­vi­tät vie­ler Medi­en

Die (vor­ge­täusch­te) Nai­vi­tät wei­ter Tei­le der deut­schen Medi­en­land­schaft äußer­te nach der Abstim­mung exem­pla­risch die Leip­zi­ger Volks­zei­tung, die die Wahl von der Ley­ens nicht als Ergeb­nis einer Kom­bi­na­ti­on aus Hin­ter­zim­mer-Poker und Medi­en-Kam­pa­gne beschreibt, son­dern sie der Über­zeu­gungs­kraft der Kan­di­da­tin zuschreibt :

Sie hat es wahr­schein­lich nur des­halb geschafft, weil sie mit einer emo­tio­na­len und viel gelob­ten Rede am Mor­gen vie­le Kri­ti­ker auf ihre Sei­te gebracht hat. In Euro­pa enden damit nach der Wahl im Mai acht kom­pli­zier­te Wochen, in denen meh­re­re Per­so­nal­vor­schlä­ge schei­ter­ten.

Die­se Unbe­darft­heit stei­gert noch die Rhein-Neckar-Zei­tung, die zudem aus­ge­rech­net in der Unbe­liebt­heit von der Ley­ens eine beson­de­re Legi­ti­ma­ti­on ent­de­cken möch­te :

Durch das knap­pe Wahl­er­geb­nis star­tet Ursu­la von der Ley­en mit einem gewis­sen Rücken­wind in ihr Amt. Denn die neue Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin hat sich mit dem bis zuletzt offe­nen Wahl­gang und einem enga­gier­ten Kampf um jede Stim­me nun jene demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on erwor­ben, die ihre Geg­ner ihr bis zuletzt abge­spro­chen hat­ten.

INF-Abrüs­tungs­ver­trag : Büh­ne frei für die unge­fil­ter­ten NATO-Posi­tio­nen

Auch jen­seits des kon­kre­ten “Duells” zwi­schen Law­row und von der Ley­en und der Kam­pa­gne gegen die Annä­he­rung zwi­schen dem rus­si­schen und dem deut­schen Außen­mi­nis­ter fan­den sich in der ver­gan­ge­nen Woche zahl­rei­che Bei­spie­le media­ler Ver­zer­run­gen : etwa anläss­lich des dro­hen­den Endes des INF-Abrüs­tungs­ver­trags.

Her­vor­zu­he­ben sind in die­sem Zusam­men­hang zwei infa­me Bei­trä­ge, die unver­blümt zwei­er­lei betrei­ben : Zum einen trom­meln sie mas­siv für eine Auf­rüs­tung inner­halb der NATO. Zum ande­ren betrei­ben sie Mei­nungs­ma­che durch Ver­kür­zung, wenn die Eska­la­ti­on im Zusam­men­hang mit dem INF-Ver­trag beschrie­ben wird. Die erwähn­ten Arti­kel sind fast par­al­lel erschie­nen.

In dem einen Bei­trag berich­tet die Welt am Sonn­tag über eine aktu­el­le “Stu­die”. In dem Text wird behaup­tet, Russ­land berei­te sich “völ­lig unpro­vo­ziert” auf regio­na­le Krie­ge in Euro­pa vor, “die es mit Hil­fe von Kern­waf­fen­dro­hun­gen sieg­reich been­den will”. Russ­lands stra­te­gi­sches Kon­zept habe das Ziel, “Krie­ge an der euro­päi­schen Peri­phe­rie füh­ren und erfolg­reich zu Ende brin­gen zu kön­nen”. Dem müs­se die NATO und spe­zi­ell Deutsch­land etwa durch mas­si­ve Stei­ge­run­gen der Rüs­tungs­aus­ga­ben ent­ge­gen­tre­ten.

Stol­ten­berg und sein “ein­sei­ti­ges Pam­phlet”

In dem ande­ren Arti­kel behaup­tet NATO-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg in der FAZ, Russ­land tra­ge “die allei­ni­ge Ver­ant­wor­tung” für ein etwai­ges Schei­tern des INF-Ver­trags. Stol­ten­berg fährt fort :

Soll­te Russ­land nicht ein­len­ken, bedeu­te dies das Ende für den INF-Ver­trag. (…) Alle Nato-Alli­ier­ten unter­stüt­zen umfas­send die ame­ri­ka­ni­schen Erkennt­nis­se, wonach Russ­land gegen den INF-Ver­trag ver­sto­ße. (…) Der Bruch des Ver­trags durch Russ­land ist auch der Grund dafür, wes­halb die Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Febru­ar ankün­dig­ten, sich inner­halb von sechs Mona­ten aus dem INF-Ver­trag zurück­zu­zie­hen. (…) Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten kom­men ihren Ver­pflich­tun­gen aus dem Ver­trag voll und ganz nach.

Das Urteil, das die Nach­Denk­Sei­ten in einer Ana­ly­se der Kam­pa­gne fäl­len, lässt sich auf bei­de hier erwähn­ten Tex­te bezie­hen :

Der Text kann kei­ne ernst­ge­mein­te Argu­men­ta­ti­on sein – er ist ein Pam­phlet, das an Ein­sei­tig­keit und poten­zi­el­ler Ver­zer­rung sei­nes Glei­chen sucht.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch