Europa braucht Persönlichkeiten”: Macron wirbt für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin


Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron hat ange­kün­digt, die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel zu unter­stüt­zen, soll­te die­se Prä­si­den­tin der EU-Kom­mis­si­on wer­den wol­len. Dem Schwei­zer Fern­seh­sen­der Radio Télé­vi­si­on Suis­se (RTS) sag­te Macron am Diens­tag :

Wenn sie es machen woll­te, wür­de ich sie unter­stüt­zen. (…) Euro­pa braucht Gesich­ter, star­ke Per­sön­lich­kei­ten, es braucht Leu­te, die eine per­sön­li­che Glaub­wür­dig­keit haben und die Kom­pe­ten­zen, um die Pos­ten aus­zu­fül­len.

Mer­kel selbst hat­te vor vier Wochen demen­tiert, einen Pos­ten in Brüs­sel anzu­stre­ben. Ihre Aus­sa­ge, sie emp­fin­de ein “gestei­ger­tes Gefühl der Ver­ant­wor­tung”, sich um das “Schick­sal die­ses Euro­pas zu küm­mern”, war als Andeu­tung eines bevor­ste­hen­den Wech­sels nach Brüs­sel ver­stan­den wor­den. Mer­kel hat­te dar­auf­hin erklärt, “dass ich für kein wei­te­res poli­ti­sches Amt, egal wo es ist, auch nicht in Euro­pa, zur Ver­fü­gung ste­he”.

https://deutsch.rt.com/inland/88188-merkel-stehe-fur-kein-weiteres/

Trotz die­ses Demen­tis dürf­te Macrons erneut Spe­ku­la­tio­nen über einen Wech­sel Mer­kels nach Brüs­sel beför­dern. Hin­ter­grund ist das wei­ter­hin offe­ne Rin­gen um die Neu­be­set­zung der Kom­mis­si­ons­spit­ze. Die EU-Regie­rungs­chefs hat­ten nach der EU-Wahl ent­schie­den, die­se Per­so­na­lie selbst zu ent­schei­den, konn­ten sich aber bis­her nicht eini­gen. Der Vor­schlag des EU-Rates muss vom Par­la­ment bestä­tigt wer­den. Anders als vor fünf Jah­ren haben EVP und Sozi­al­de­mo­kra­ten dort kei­ne Mehr­heit mehr.

Der von Mer­kel offi­zi­ell immer noch unter­stütz­te EVP-Kan­di­dat Man­fred Weber, der im Wahl­kampf immer wie­der erklärt hat­te, neu­er Kom­mis­si­ons­chef wer­den zu wol­len, stößt weder bei den Regie­rungs­chefs noch im Par­la­ment auf viel Gegen­lie­be. Macron bekräf­tig­te im Gespräch mit RTS noch ein­mal sei­ne Ableh­nung des Bay­ern. Offen­bar auch mit Bezug auf den nie­der­län­di­schen Spit­zen­kan­di­da­ten der Sozi­al­de­mo­kra­ten, Frans Tim­mermans, sag­te er :

Kei­ner kennt die­se Spit­zen­kan­di­da­ten.

Man dür­fe sich nicht scheu­en, eine cha­ris­ma­ti­sche Per­son in einen EU-Spit­zen­pos­ten zu heben, so Macron wei­ter :

Im Leben muss man immer Leu­te rekru­tie­ren, die stär­ker sind als man selbst.

Unter den gegen­wär­tig gehan­del­ten Kan­di­da­ten trifft die­se Beschrei­bung auf die Dänin Mar­gre­the Ves­ta­ger zu. Die frü­he­re EU-Kom­mis­sa­rin gehört den Libe­ra­len an, mit denen Macrons Par­tei koope­riert, und ist auch in ande­ren Par­tei­en ange­se­hen. Die Aus­sa­gen des Fran­zo­sen las­sen sich aber auch auf Mer­kel bezie­hen.

Denn Macrons Wor­te sind auch so zu deu­ten : Wenn sich die Staats- und Regie­rungs­chefs nicht eini­gen und man Mer­kel lang genug “bit­tet”, könn­te die Kanz­le­rin mög­li­cher­wei­se doch nach Brüs­sel wech­seln und Jean-Clau­de Juncker nach­fol­gen.

Mehr zum The­ma — Mer­kel auf dem Sprung nach Brüs­sel ? “Ver­ant­wor­tung, mich um das Schick­sal Euro­pas zu küm­mern”

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Kampf um den Posten des EU-Kommissionspräsidenten : Macron macht Stimmung gegen Weber


Der kon­ser­va­ti­ve Spit­zen­kan­di­dat Man­fred Weber (CSU) bekommt kräf­ti­gen Gegen­wind auf dem Weg zu sei­nem Wunsch­pos­ten des EU-Kom­mis­si­ons­chefs. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel warb zwar bei einem EU-Son­der­gip­fel am Diens­tag in Brüs­sel für Weber, doch stel­len sich Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und etli­che wei­te­re EU-Staats- und Regie­rungs­chefs quer. Auch im EU-Par­la­ment muss Weber erst noch eine Mehr­heit fin­den. Sei­ne Euro­päi­sche Volks­par­tei (EVP) war bei der EU-Wahl trotz schwe­rer Ver­lus­te stärks­te Kraft gewor­den. Mer­kel hofft auf einen Kom­pro­miss bis Anfang Juli.

Nach der Wahl am Sonn­tag beriet der Gip­fel am Diens­tag­abend erst­mals die Ver­ga­be der Spit­zen­pos­ten. Gesucht wird zunächst ein Nach­fol­ger für EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker. Es geht aber auch um die Pos­ten von EU-Rats­chef Donald Tusk, der Außen­be­auf­trag­ten Fede­ri­ca Mog­heri­ni, von EU-Par­la­ments­prä­si­dent Anto­nio Taja­ni und Mario Draghi, dem Prä­si­den­ten der Euro­päi­schen Zen­tral­bank. Sie alle schei­den in den nächs­ten Wochen und Mona­ten aus.

Die Frak­ti­ons­chefs des Euro­pa­par­la­ments leg­ten sich am Diens­tag­mor­gen mehr­heit­lich dar­auf fest, dass sie nur einen der Spit­zen­kan­di­da­ten als Kom­mis­si­ons­chef wäh­len wol­len. Dann kom­men streng genom­men nur Weber und sein sozi­al­de­mo­kra­ti­scher Gegen­spie­ler Frans Tim­mermans in Fra­ge. Uneins sind die Par­la­men­ta­ri­er, ob auch die Libe­ra­le Mar­gre­the Ves­ta­ger zum Kreis der Kan­di­da­ten gehört. Sie war nur in einem grö­ße­ren “Spit­zen­team” und hat­te nicht für das Par­la­ment kan­di­diert. Klar ist, dass das Par­la­ment kei­nen Über­ra­schungs­kan­di­da­ten von außen will.

Genau dar­auf wol­len sich Macron und ande­re libe­ra­le Staats- und Regie­rungs­chefs aber nicht fest­le­gen las­sen. Sie wol­len die Aus­wahl nicht auf die Spit­zen­kan­di­da­ten beschrän­ken, son­dern freie Hand für die Staats- und Regie­rungs­chefs.

Macron sag­te vor dem Gip­fel, zuerst gehe es ohne­hin nicht um Namen, son­dern um ein poli­ti­sches Pro­gramm für die nächs­ten fünf Jah­re. Als zen­tra­le Punk­te nann­te er Kli­ma­schutz, Wachs­tum und sozia­le Min­dest­stan­dards. Der nie­der­län­di­sche Regie­rungs­chef Mark Rut­te sag­te eben­falls :

Zuerst die Inhal­te, dann die Per­so­nen.

Macron beton­te aber, dass sei­ner neu­en libe­ra­len Grup­pe im EU-Par­la­ment bei den Per­so­na­li­en eine wich­ti­ge Rol­le zukom­me. Christ- und Sozi­al­de­mo­kra­ten haben nach star­ken Ver­lus­ten im neu­en Par­la­ment zusam­men erst­mals kei­ne Mehr­heit mehr und brau­chen als Part­ner zum Bei­spiel die Grü­nen oder die Libe­ra­len.

Favo­ri­tin der Libe­ra­len ist Ves­ta­ger, bis­her EU-Wett­be­werbs­kom­mis­sa­rin.

Selbst­ver­ständ­lich haben wir mit Frau Ves­ta­ger eine sehr star­ke Kan­di­da­tin”, sag­te Luxem­burgs libe­ra­ler Pre­mier­mi­nis­ter Xavier Bet­tel.

Der sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Ver­hand­lungs­füh­rer, der spa­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent Pedro Sán­chez, mach­te sich für Tim­mermans stark :

Dies­mal haben wir den bes­ten Kan­di­da­ten.

Tim­mermans habe die nöti­ge Erfah­rung und ste­he für die pro­gres­si­ve Agen­da, für die die Wäh­ler gestimmt hät­ten. Der por­tu­gie­si­sche Minis­ter­prä­si­dent Antó­nio Cos­ta bekun­de­te aber auch Respekt für Ves­ta­ger. Sie habe die nöti­ge Regie­rungs­er­fah­rung.

Auch Macron sag­te, die neu­en EU-Füh­rungs­per­sön­lich­kei­ten müss­ten vor allem Erfah­rung in ihrem Land oder auf euro­päi­scher Ebe­ne haben und glaub­wür­dig die poli­ti­schen Prio­ri­tä­ten ver­tre­ten. Bei­des geht gegen Weber : Der 46-jäh­ri­ge Nie­der­bay­er hat kei­ne Regie­rungs­er­fah­rung und beton­te zum Bei­spiel Kli­ma­schutz im Wahl­kampf weit weni­ger als Sozi­al­de­mo­kra­ten und Grü­ne.

Der slo­wa­ki­sche Minis­ter­prä­si­dent Peter Pel­le­gri­ni sag­te im Namen der Visegrád-Staa­ten, also der Slo­wa­kei, Tsche­chi­ens, Ungarns und Polens :

Wir sehen das Spit­zen­kan­di­da­ten-Sys­tem nicht als Hei­li­ge Bibel. Ich glau­be, der bes­te Kan­di­dat soll­te der neue Prä­si­dent der Kom­mis­si­on wer­den.

Um Kom­mis­si­ons­chef zu wer­den, brau­chen Kan­di­da­ten eine Mehr­heit im Euro­pa­par­la­ment und eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit von min­des­tens 21 der 28 Län­der mit min­des­tens 65 Pro­zent der EU-Bevöl­ke­rung im Rat der Staats- und Regie­rungs­chefs. Webers Chan­cen sind unklar. Im Rat gibt es inzwi­schen neun libe­ra­le Regie­rungs­chefs, aber nur noch acht Kon­ser­va­ti­ve, die ihn klar unter­stüt­zen. Der Ungar Vik­tor Orbán gehört zwar noch zur EVP, ist aber gegen Weber. Der lin­ke grie­chi­sche Regie­rungs­chef Alexis Tsi­pras lehnt ihn eben­falls klar ab. Fünf Regie­rungs­chefs sind Sozi­al­de­mo­kra­ten oder Sozia­lis­ten.

Im Par­la­ment liegt die Mehr­heit bei 376 der 751 Abge­ord­ne­ten. Rech­ne­risch reicht ein Bünd­nis aus EVP, Sozi­al­de­mo­kra­ten und Grü­nen knapp. Soll­te dort eine Mehr­heit ste­hen, könn­ten viel­leicht auch die Staats- und Regie­rungs­chefs über­zeugt wer­den – ver­mut­lich inner­halb eines grö­ße­ren Per­so­nal­pa­kets.

Mer­kel setz­te einen zeit­li­chen Rah­men bis zur ers­ten Sit­zung des neu­en EU-Par­la­ments am 2. Juli, um zu einem Per­so­nal­vor­schlag zu kom­men. Gleich­zei­tig mahn­te die Kanz­le­rin die EU, Hand­lungs­fä­hig­keit zu bewei­sen und “pfleg­lich mit­ein­an­der umzu­ge­hen”.

Der Prä­si­dent der EU-Kom­mis­si­on führt eine Behör­de mit rund 32.000 Mit­ar­bei­tern. Die Funk­ti­on ist grob ver­gleich­bar mit der eines Regie­rungs­chefs, die EU-Kom­mis­sa­re sind wie ein Kabi­nett mit ver­schie­de­nen The­men­ge­bie­ten. Die Kom­mis­si­on legt Geset­zes­vor­schlä­ge vor und über­wacht die Ein­hal­tung von EU-Recht.

(rt deutsch/dpa) 

RT Deutsch


Macron will sich für die “Schlacht der Europäer” einsetzen


Bis­her erteil­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel den fran­zö­si­schen Reform­plä­nen für die Euro­päi­sche Uni­on stets eine Absa­ge. Doch Macron lässt nicht locker und lud neun Jour­na­lis­ten zu einem Inter­view ein, um über sei­ne “Visi­on von Euro­pa” zu spre­chen. “Wenn ich als Staats­ober­haupt zulas­se, dass Euro­pa, das Frie­den geschaf­fen und Wohl­stand gebracht hat, aus dem Gleich­ge­wicht gerät, bin ich gegen­über der Geschich­te ver­ant­wort­lich”, sag­te der Prä­si­dent.

Auf die Fra­ge, ob er sich denn nicht zuerst um die Pro­ble­me im eige­nen Land küm­mern soll­te, wo seit über einem hal­ben Jahr wöchent­li­che in zahl­rei­chen Städ­ten Pro­tes­te gegen sei­ne Regie­rung statt­fin­den, ent­geg­ne­te Macron :

Ich habe nicht den Geist der Nie­der­la­ge, ich habe den Geist der Erobe­rung. Frank­reich wird umso stär­ker sein, je bes­ser das Ergeb­nis wird, das wir erzie­len (wer­den). 

Ohne expli­zit auf die Lis­te der Miss­stän­de der fran­zö­si­schen Bür­ge­rin­nen und Bür­ger ange­spro­chen wor­den zu sein, sag­te Macron, dass die “Arbeits­lo­sig­keit auf dem nied­rigs­ten Stand seit zehn Jah­ren (ist), die Kauf­kraft stär­ker als in den letz­ten zwölf Jah­ren gestie­gen (ist), die pro­duk­ti­ven Inves­ti­tio­nen zurück­ge­kehrt (sind), Indus­trie­ar­beits­plät­ze wie­der­her­ge­stellt (wer­den).”

Dis­ku­tiert wer­den sol­le auch über ange­streb­te Ände­run­gen des EU-Ver­trags, sag­te der 41-Jäh­ri­ge. Er for­der­te eine “euro­päi­sche Grün­dungs­kon­ven­ti­on” nach den Wah­len, wobei Ein­zel­hei­ten offen­blie­ben. Auch das Abkom­men von Schen­gen möch­te er “neu defi­nie­ren, gege­be­nen­falls auch bis zur Ver­trags­än­de­rung”. Es gebe “kei­ne Soli­da­ri­tät mehr”, und des­halb möch­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent den Schen­gen-Raum “voll­stän­dig wie­der auf­bau­en, wenn nötig, mit einem klei­ne­ren Raum”. 

Auf die Fra­ge nach den unter­schied­li­chen Posi­tio­nen Frank­reichs und Deutsch­lands mein­te Macron, dass das “Gleich­ge­wicht wie­der­her­ge­stellt” sei. Paris mache sei­ne Stim­me bei wich­ti­gen The­men “hör­bar”, und Ber­lin habe beim Haus­halt des Euro­raums, Ver­tei­di­gung, Urhe­ber­recht und EU-Inter­es­sen “ech­te Kom­pro­mis­se akzep­tiert”.

Mehr zum The­ma — Der Ver­trag von Aachen : Frank­reich und Deutsch­land for­men mili­tä­ri­sches Frie­dens­bünd­nis

Doch dabei will er es nicht bewen­den las­sen. Um die EU zusam­men mit Deutsch­land wei­ter vor­an­zu­brin­gen, ist es für Macron “von wesent­li­cher Bedeu­tung”, dass Ber­lin auch bei der fran­zö­si­schen Posi­ti­on zu einem Han­dels­ab­kom­men mit den USA Kom­pro­miss­be­reit­schaft zeigt, das Paris strikt ablehnt. 

Macron hat­te bereits im Sep­tem­ber 2017 in sei­ner Sor­bon­ne-Rede weit­rei­chen­de Vor­schlä­ge zur Reform der EU wie bei­spiels­wei­se ein eige­nes Bud­get für die Euro­zo­ne vor­ge­legt. Doch der Spiel­raum gilt wegen der sozia­len Pro­tes­te im Inland als ein­ge­schränkt. Die Lis­te der Regie­rungs­par­tei La Répu­bli­que en Mar­che (LREM) liegt in meh­re­ren Umfra­gen leicht hin­ter der rechts­po­pu­lis­ti­schen Par­tei Ras­sem­ble­ment Natio­nal (RN/früher Front Natio­nal) von Mari­ne Le Pen.

Die Euro­pa­wahl-Spit­zen­kan­di­da­tin der FDP Nico­la Beer for­der­te, die Reform­vor­schlä­ge des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten nicht wie­der ein­fach ver­san­den zu las­sen. “Alle euro­päi­schen Insti­tu­tio­nen müs­sen unmit­tel­bar nach der Wahl zusam­men­kom­men, um eine Ant­wort auf die ele­men­ta­ren Bedro­hun­gen der Gemein­schaft zu geben. Dazu gehö­ren der Kampf gegen inne­re und äuße­re Fein­de, aber auch gegen Reform­un­wil­len.” Eine gemein­sa­me EU-Außen­po­li­tik sei eben­so nötig wie Impul­se für ech­te Inno­va­tio­nen.

(rt deutsch/dpa)

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Kreml : Putin führte Telefongespräche mit Merkel und Macron über Syrien und Ukraine


Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat mit der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron tele­fo­niert, um die Situa­ti­on in Syri­en im Zusam­men­hang mit meh­re­ren Waf­fen­still­stands­ver­let­zun­gen in Idlib zu dis­ku­tie­ren. Das teil­te der Kreml-Pres­se­dienst am Diens­tag mit. In einer Erklä­rung hieß es dazu :

Die Sei­ten tausch­ten umfas­send ihre Mei­nun­gen über die syri­sche Fra­ge aus, auch im Hin­blick auf die mehr­fa­chen Waf­fen­still­stands­ver­let­zun­gen in Idlib durch radi­ka­le bewaff­ne­te Grup­pen. Der rus­si­sche Prä­si­dent infor­mier­te sei­ne Kol­le­gen über die gemein­sa­men Anstren­gun­gen mit der Tür­kei zur Sta­bi­li­sie­rung der Situa­ti­on im Nord­wes­ten Syri­ens, zum Schutz der Zivil­be­völ­ke­rung und zur Neu­tra­li­sie­rung ter­ro­ris­ti­scher Bedro­hun­gen.

Beson­de­res Augen­merk wur­de auf die Aus­sich­ten für die Bil­dung und Ein­set­zung eines Ver­fas­sungs­aus­schus­ses gelegt, wobei die im Okto­ber 2018 auf dem Vier-Par­tei­en-Gip­fel (Russ­land, Tür­kei, Deutsch­land, Frank­reich) in Istan­bul erziel­ten Ver­ein­ba­run­gen berück­sich­tigt wur­den. Die Sei­ten kamen über­ein, die Koor­di­nie­rung der Bemü­hun­gen im Rah­men der poli­ti­schen Bei­le­gung der syri­schen Kri­se auf der Grund­la­ge der Reso­lu­ti­on 2254 des UN-Sicher­heits­ra­tes im Ein­klang mit den Grund­sät­zen der Gewähr­leis­tung der Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­len Inte­gri­tät Syri­ens fort­zu­set­zen.

Am Mon­tag star­te­ten Mili­tan­te aus der Dees­ka­la­ti­ons­zo­ne Idlib zusam­men mit der Ter­ror­grup­pe Hayat Tahr­ir al-Scham (HTS) mit Hil­fe von Pan­zern eine Offen­si­ve gegen die Posi­tio­nen der syri­schen Regie­rungs­trup­pen. Das Rus­si­sche Zen­trum für die Aus­söh­nung der Kon­flikt­par­tei­en in Syri­en teil­te mit, dass die syri­schen Regie­rungs­trup­pen die Angrif­fe abge­wehrt haben.

Außer­dem ver­such­ten Mili­tan­te mehr­mals, die Luft­waf­fen­ba­sis Hmey­mim zu bom­bar­die­ren. Laut dem rus­si­schen Mili­tär dau­ern die Beschie­ßun­gen und Pro­vo­ka­tio­nen der Mili­tan­ten auch nach Inkraft­tre­ten des Waf­fen­still­stands­ab­kom­mens am 18. Mai an.

Situa­ti­on in der Ukrai­ne

In dem Tele­fon­ge­spräch erör­ter­ten die Sei­ten auch Fra­gen, die die Ukrai­ne betref­fen. Der Pres­se­dienst des rus­si­schen Prä­si­den­ten teil­te mit :

Die Situa­ti­on rund um die ukrai­ni­sche Innen­kri­se wur­de unter Berück­sich­ti­gung der geschei­ter­ten Poli­tik der Regie­rung von Petro Poro­schen­ko und des Wech­sels der Staats­füh­rung in Kiew dis­ku­tiert. Es wur­de die all­ge­mei­ne Mei­nung bestä­tigt, dass es kei­ne Alter­na­ti­ve zum Mins­ker Maß­nah­men­pa­ket von 2015 als Grund­la­ge für eine fried­li­che Lösung gibt.

Der Prä­si­dent Russ­lands erin­ner­te erneut an die Prio­ri­tät des Inkraft­tre­tens des Geset­zes über den Son­der­sta­tus bestimm­ter Regio­nen der Regio­nen Donezk und Lug­ansk, sei­nen dau­er­haf­ten Cha­rak­ter, die Amnes­tie, den Rück­zug von Streit­kräf­ten und Kriegs­ge­rät in den zuvor ver­ein­bar­ten Bereich auf der Kon­takt­li­nie der Par­tei­en sowie an die Schrit­te zur Auf­nah­me eines direk­ten Dia­logs zwi­schen Kiew, Donezk und Lug­ansk.

Wla­di­mir Putin wies sei­ne Gesprächs­part­ner auch auf das dis­kri­mi­nie­ren­de Gesetz “Über das Funk­tio­nie­ren des Ukrai­ni­schen als Staats­spra­che” hin, das von dem ukrai­ni­schen Par­la­ment ver­ab­schie­det wur­de. Der Kreml stell­te fest, dass der rus­si­sche Prä­si­dent sich ver­wirrt über die Wei­ge­rung eini­ger Län­der, die­ses Doku­ment, das gegen die ukrai­ni­sche Ver­fas­sung, die Mins­ker Abkom­men und die inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen Kiews zum Schutz natio­na­ler und sprach­li­cher Min­der­hei­ten ver­stößt, im UN-Sicher­heits­rat zu dis­ku­tie­ren zeig­te.

Wla­di­mir Selens­kij wur­de am Mon­tag, den 20. Mai, als ukrai­ni­scher Prä­si­dent ver­ei­digt. Am sel­ben Tag kün­dig­te Pre­mier­mi­nis­ter Wolo­dy­m­yr Hro­js­man sei­nen Rück­tritt an, was bedeu­tet, dass das Minis­ter­ka­bi­nett zurück­tre­ten wird. Am Diens­tag unter­zeich­ne­te Selens­kij ein Dekret zur Auf­lö­sung des Par­la­ments und leg­te die Wahl für den 21. Juli fest.

Mehr zum The­ma — Schwe­rer Abschied : Petro Poro­schen­ko gibt sich bei Twit­ter noch immer als Prä­si­dent aus

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Macron will Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen


Wir wer­den han­deln. Und wir wer­den Erfolg haben.” Bereits am Mon­tag­abend nach Aus­bruch des Feu­ers hat­te Macron ver­spro­chen, das goti­sche Bau­werk wie­der auf­zu­bau­en.

Nach der Brand­ka­ta­stro­phe vom Mon­tag­abend hat­te Macron über Frank­reich hin­aus zu Spen­den auf­ge­ru­fen. Pre­mier­mi­nis­ter Édouard Phil­ip­pe rief am Diens­tag eine Minis­ter­run­de zusam­men, um über den Wie­der­auf­bau des aus­ge­brann­ten Got­tes­hau­ses zu bera­ten. Vie­le Län­der boten Hil­fe an — auch in Form von Exper­ti­se für die Restau­rie­rung des Gebäu­des. 

Ers­te Groß­spen­der ste­hen schon bereit : Die Mil­li­ar­därs­fa­mi­lie Bet­ten­court-Mey­ers und der Kos­me­tik­rie­se L’Oréal wol­len 200 Mil­lio­nen Euro geben, wie der Kos­me­tik­kon­zern am Diens­tag mit­teil­te. Zuvor hat­te die Fami­lie von Unter­neh­mer und Mil­li­ar­där Ber­nard Arnault über des­sen Luxus­gü­ter-Kon­zern LVMH ange­kün­digt, sich eben­falls mit 200 Mil­lio­nen Euro an der Rekon­struk­ti­on betei­li­gen zu wol­len. Die Mil­li­ar­därs­fa­mi­lie Pin­ault hat 100 Mil­lio­nen Euro ver­spro­chen.

Mehr zum The­ma — Wie Not­re-Dame zer­brach : Welt­be­kann­te Kathe­dra­le von Flam­men-Infer­no heim­ge­sucht

(dpa)

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Putin bietet Macron Hilfe beim Wiederaufbau von Notre Dame an


Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron die Hil­fe der bes­ten rus­si­schen Spe­zia­lis­ten für den Wie­der­auf­bau der Kathe­dra­le Not­re-Dame de Paris ange­bo­ten.

Er brach­te sei­nem fran­zö­si­schen Amts­kol­le­gen sei­ne Bestür­zung über den Scha­den am fran­zö­si­schen Natio­nal­sym­bol zum Aus­druck, so der Kreml-Pres­se­dienst am Diens­tag. In einem Tele­gramm an Macron erklär­te Putin :

Not­re-Dame ist das his­to­ri­sche Sym­bol Frank­reichs, ein unschätz­ba­rer Schatz der euro­päi­schen und welt­wei­ten Kul­tur, sowie einer der wich­tigs­ten christ­li­chen Schrei­ne. […] Die Kata­stro­phe, die sich in Paris in der Nacht ereig­ne­te, ver­ur­sach­te Schmer­zen in den Her­zen der Rus­sen.

Der Pres­se­dienst des rus­si­schen Prä­si­den­ten teil­te des Wei­te­ren mit :

Putin hat die Hoff­nung geäu­ßert, dass es mög­lich sein wird, die Kathe­dra­le wie­der auf­zu­bau­en, und ange­bo­ten, die bes­ten rus­si­schen Spe­zia­lis­ten, die über umfang­rei­che Erfah­rung in der Restau­rie­rung von Welt­kul­tur­er­be-Denk­mä­lern ein­schließ­lich der Wer­ke der mit­tel­al­ter­li­chen Archi­tek­tur besit­zen, nach Frank­reich zu schi­cken.

Mehr zum The­ma — Wie Not­re-Dame zer­brach : Welt­be­kann­te Kathe­dra­le von Flam­men-Infer­no heim­ge­sucht

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Das Paar des Jahres : Macron und AKK


von Pierre Lévy, Paris

Weni­ger als eine Woche spä­ter ver­öf­fent­lich­te die Vor­sit­zen­de der deut­schen Christ­de­mo­kra­ten eine Kolum­ne, die ihre eige­ne Visi­on von der Zukunft der EU ent­warf. Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er ist zwar noch nicht Kanz­le­rin, aber sie hat gute Chan­cen, das 2021 – oder sogar schon frü­her – zu wer­den.

Natür­lich tei­len die bei­den Füh­rer die glei­chen Grund­prin­zi­pi­en. Begin­nend mit einer lan­gen Tra­di­ti­on der euro­päi­schen Poli­tik-Flos­keln. Für Emma­nu­el Macron ist die EU “ein bei­spiel­lo­ses Pro­jekt von Frie­den, Wohl­stand und Frei­heit (und) eine bei­spiel­lo­se Erfolgs­ge­schich­te”. Für Frau Kramp-Kar­ren­bau­er ist die­se ein “unver­gleich­li­cher Erfolg”. Und sie hät­te sogar hin­zu­fü­gen kön­nen : ein schö­nes Export­pro­dukt, da wir “unse­re euro­päi­sche Lebens­wei­se (.…) für uns selbst und die gan­ze Welt” ver­tei­di­gen müs­sen ; der fran­zö­si­sche Prä­si­dent sei­ner­seits erklärt arro­gant, dass “Euro­pa eine Avant­gar­de ist (… und…) hat es immer ver­stan­den, die Stan­dards des Fort­schritts zu defi­nie­ren”, in der Welt, ver­steht sich.

Letz­te­rer begann sein Schrei­ben jedoch mit einer War­nung : “Noch nie war Euro­pa so in Gefahr”. Und sei­ne deut­sche Kol­le­gin fing ihren Brief mit einer Zustim­mung an : “Er hat recht, wir müs­sen drin­gend han­deln”. Nach­dem er behaup­tet hat, dass “die euro­päi­sche Zivi­li­sa­ti­on uns ver­eint, uns beschützt und befreit”, unter­brei­tet Emma­nu­el Macron eine Rei­he von Vor­schlä­gen, um den Zer­fall der euro­päi­schen Inte­gra­ti­on ein­zu­däm­men und die Sor­gen der Bevöl­ke­rung zu zer­streu­en. “Wir müs­sen beschüt­zen!” häm­mert er.

Zum Bei­spiel durch die Schaf­fung einer Agen­tur für den Schutz der Demo­kra­tie, die aus­drück­lich gegen die rus­si­sche Bos­heit kon­zi­piert ist… Wir müs­sen auch die Rüs­tungs­aus­ga­ben erhö­hen und einen Euro­päi­schen Sicher­heits­rat (unter Ein­be­zie­hung Groß­bri­tan­ni­ens) schaf­fen, um das mili­tä­ri­sche Euro­pa vor­an­zu­brin­gen. Dar­über hin­aus müs­sen wir “alle Insti­tu­tio­nen” dem Kli­ma-Enga­ge­ment wid­men und Inter­net-Gigan­ten regu­lie­ren. In all die­sen Punk­ten hat die neue CDU-Che­fin grund­sätz­lich nichts dage­gen, auch wenn sie bei der Schaf­fung neu­er Insti­tu­tio­nen zurück­hal­tend bleibt.

Was Schen­gen betrifft – ein hoch­sen­si­bles The­ma, da es Migra­ti­on und Asyl betrifft – so hält sie es für not­wen­dig, das Sys­tem zu “ver­voll­stän­di­gen”, auch wenn es bedeu­tet, dass jeder Mit­glied­staat sei­ne Prio­ri­tät wäh­len kön­ne : Grenz­über­wa­chung, Ent­wick­lungs­hil­fe oder Auf­nah­me von Migran­ten. Ande­rer­seits will der fran­zö­si­sche Staats­chef die Regeln über­den­ken und droht gar damit, die Län­der des EU-Ostens aus­zu­schlie­ßen, wenn sie sich dem letz­ten der Punk­te ver­wei­gern. Der deut­sche Ansatz ist ver­söhn­li­cher mit den Ost-Län­dern.

Tat­säch­lich neh­men die Dif­fe­ren­zen zwi­schen bei­den Ufern des Rheins zu, oder wer­den zumin­dest sicht­ba­rer. Das Ges­ti­ku­lie­ren unse­res ehe­ma­li­gen Roth­schild-Ban­kers über die “sozia­le Grund­si­che­rung” oder den “Min­dest­lohn” wur­de in Ber­lin kühl beob­ach­tet. Und jetzt sto­ßen vie­le macro­ni­sche For­de­run­gen nach stär­ke­rer föde­ra­ler Inte­gra­ti­on auf star­ke Zurück­hal­tung : “Dem Ziel eines hand­lungs­fä­hi­gen Euro­pas wird kein euro­päi­scher Super­staat gerecht (…) eine Neu­grün­dung Euro­pas geht nicht ohne die Natio­nal­staa­ten”, schreibt Frau Kramp-Kar­ren­bau­er. Tra­di­tio­nell ver­tei­dig­te die CDU jedoch ein Euro­pa mit föde­ra­ler Beru­fung, wäh­rend die fran­zö­si­schen Füh­rer dort­hin nur mit schlep­pen­den Schrit­ten vor­an­ka­men.

Nun muss­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent bereits sei­ne ehr­gei­zi­gen Plä­ne zur Reform der Euro­zo­ne und die meis­ten der in sei­ner Rede an der Sor­bon­ne (Sep­tem­ber 2017) geäu­ßer­ten Träu­me zurück­ste­cken. Dies hin­dert AKK aber nicht dar­an, eine schmerz­haf­te Nachimp­fung vor­zu­neh­men : “Euro­päi­scher Zen­tra­lis­mus, euro­päi­scher Eta­tis­mus, die Ver­ge­mein­schaf­tung von Schul­den, eine Euro­päi­sie­rung der Sozi­al­sys­te­me und des Min­dest­lohns wären der fal­sche Weg”. Eini­ge der Unter­schie­de sind sicher­lich nicht neu, aber Ange­la Mer­kels CDU-Nach­fol­ge­rin hält es für sinn­voll, sie zu wie­der­ho­len, und noch klei­ne Pro­vo­ka­tio­nen hin­zu­zu­fü­gen. Dies ist zum Bei­spiel der Fall bei dem Antrag, den fran­zö­si­schen Sitz im UN-Sicher­heits­rat zu ver­ge­mein­schaf­ten, oder – was schon bei­na­he wie eine Anek­do­te wirkt – bei dem Vor­schlag, den Sitz des EU-Par­la­ments in Straß­burg zu schlie­ßen.

Die bei­den Prot­ago­nis­ten haben jeweils innen­po­li­ti­sche Beden­ken, die nicht unbe­dingt mit­ein­an­der über­ein­kom­men. Der ers­te arbei­tet in Frank­reich an der Schaf­fung einer “euro­päi­schen Par­tei”, die Links und Rechts asso­zi­iert ; die zwei­te will dem ultra­li­be­ra­len und kon­ser­va­tivs­ten Flü­gel der CDU Garan­ti­en geben, weil der nicht mehr unbe­dingt davon über­zeugt ist, dass das deut­sche Inter­es­se (also eigent­lich das Inter­es­se der deut­schen Fir­men) dar­in besteht, alles die­sem euro­päi­schen Auf­bau­werk unter­zu­ord­nen. Natür­lich befürch­ten bei­de den Auf­stieg von “Popu­lis­ten” bei den Euro­pa­wah­len am 26. Mai, aber die kon­kur­rie­ren­den Manö­ver für zukünf­ti­ge Frak­tio­nen in Straß­burg haben bereits begon­nen.

Und das zu einer Zeit, in der die EU – deren obers­tes Ziel es ist und bleibt, die Sou­ve­rä­ni­tät jedes Vol­kes zu besei­ti­gen – zuneh­mend unter Span­nung steht, je mehr die Unzu­frie­den­heit, Wut und Frus­tra­ti­on zuneh­men. Es sei denn : “Die Zustim­mung zur euro­päi­schen Idee ist der­zeit so hoch wie nie”, wie AKK – man beden­ke : ohne zu lachen – schreibt.

Viel Glück !

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Brief an Macron : Führende französische Augenärzte fordern Verzicht auf Hartgummigeschosse


von Timo Kirez

In einem Schrei­ben an den fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten for­dern die Ärz­te ein “Mora­to­ri­um” für die Ver­wen­dung der Waf­fe LBD 40. Bei der Waf­fe han­delt es sich um eine soge­nann­te nicht-töd­li­che Waf­fe mit einem Ziel­fern­rohr, die Hart­gum­mi­ge­schos­se ver­schießt. Die fran­zö­si­sche Poli­zei ver­wen­det Hart­gum­mi­ge­schos­se mit 40 mm Durch­mes­ser. Deut­sche Poli­zis­ten ver­wen­den die Waf­fe eben­so wenig wie die von der fran­zö­si­schen Poli­zei eben­falls ein­ge­setz­ten Trä­nen­gas­hand­gra­na­ten. In Frank­reich sind bei­de Waf­fen zwar zuge­las­sen, doch der Ein­satz auf Kopf­hö­he ist ver­bo­ten.

Den­noch kommt es immer wie­der zu Augen-Ver­let­zun­gen von Demons­tran­ten. Frank­reich erle­be eine “Epi­de­mie” von Augen­ver­let­zun­gen, schrei­ben die Augen­ärz­te in ihrem Brief an Macron. Wäh­rend die Pro­tes­te der Gelb­wes­ten in die 17. Woche gehen, ver­stärkt sich die Debat­te um über­mä­ßi­ge Poli­zei­ge­walt. Am Sams­tag ver­öf­fent­lich­te die fran­zö­si­sche Tages­zei­tung Jour­nal du Diman­che das Schrei­ben der 35 füh­ren­den Augen­ärz­te des Lan­des. Zwar müs­sen Poli­zis­ten, die die Waf­fe ein­set­zen, mitt­ler­wei­le eine Kame­ra am Kör­per tra­gen, doch hat sich nicht viel an der Situa­ti­on geän­dert.

Vie­le Men­schen ris­kier­ten, ihr Augen­licht zu ver­lie­ren, schrei­ben die Ärz­te und wei­sen dar­auf hin, dass die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen kein Zufall sei­en, da die Geschos­se mit gro­ßer Kraft flö­gen und oft unge­nau abge­schos­sen wür­den. Der Brief, der ein “Mora­to­ri­um” für die Ver­wen­dung der Geschos­se for­dert, wur­de schon Anfang Febru­ar an Macron geschickt, aber erst einen Monat spä­ter ver­öf­fent­licht, um sicher­zu­stel­len, dass der Emp­fän­ger die Nach­richt erhält, so das Jour­nal du Diman­che.

Die umstrit­te­ne Waf­fe bringt die fran­zö­si­sche Regie­rung zuneh­mend in Bedräng­nis, da Berich­te über Men­schen, die durch den Ein­satz ihre Augen ver­lie­ren, nicht abrei­ßen. Mehr als 20 Demons­tran­ten ver­lo­ren ein Auge, fünf Hän­de wur­den teil­wei­se oder ganz abge­ris­sen, und eine Per­son hat ihr Gehör durch eine mit TNT gefüll­te GLI-F4-Blend­gra­na­te ver­lo­ren. Der Rechts­sta­tus von Hart­gum­mi­ge­schos­sen wird von Men­schen­rechts­ver­bän­den und Poli­ti­kern in Frank­reich wie auch im Aus­land immer wie­der in Fra­ge gestellt. Anfang Febru­ar wei­ger­te sich das obers­te fran­zö­si­sche Ver­wal­tungs­ge­richt jedoch, der Poli­zei den Ein­satz der Waf­fen zu ver­bie­ten.

Am Mitt­woch for­der­te die UN-Hoch­kom­mis­sa­rin für Men­schen­rech­te, Michel­le Bache­let, eine “voll­stän­di­ge Unter­su­chung” der über­mä­ßi­gen Anwen­dung von Gewalt gegen die Gelb­wes­ten durch Frank­reichs Sicher­heits­be­hör­den, und mahn­te einen “respekt­vol­len Dia­log” an. Laut Regie­rungs­zah­len sind seit dem Aus­bruch der Pro­tes­te im Novem­ber über 2.000 Demons­tran­ten und über 1.000 Poli­zis­ten ver­letzt wor­den.

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Nach Streit zwischen Frankreich und Italien : Macron ruft zur Aussöhnung auf


Im Febru­ar rief die fran­zö­si­sche Regie­rung vor­über­ge­hend ihren Bot­schaf­ter in Rom, Chris­ti­an Mas­set, zurück. Aus­lö­ser war der unan­ge­mel­de­te Besuch des ita­lie­ni­schen Vize­re­gie­rungs­chefs Lui­gi Di Maio bei den Gelb­wes­ten in Frank­reich. Die Rück­be­ru­fung soll­te ein mah­nen­des Zei­chen an Rom sein. 

Am Sonn­tag erklär­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron im ita­lie­ni­schen Fern­se­hen : 

Es gab unan­ge­mes­se­ne Gesprä­che. Es gab ver­schie­de­ne Wen­dun­gen, und ich den­ke, wir sind es unse­ren Bür­gern, unse­rer Geschich­te und Euro­pa schul­dig, dies zu über­win­den. 

Bei dem Tref­fen Di Mai­os mit den Gelb­wes­ten beton­te der ita­lie­ni­sche Poli­ti­ker sei­ner­zeit “die gemein­sa­men Inter­es­sen” zwi­schen der ita­lie­ni­schen Regie­rung und der Bewe­gung. Dabei ging es auch um die anste­hen­de Euro­pa­wahl. 

Die Gelb­wes­ten-Bewe­gung for­mier­te sich Ende Novem­ber in Frank­reich. Zunächst ging es den Demons­tran­ten um die zu hohen Krafstoff­steu­ern. For­de­run­gen nach höhe­rem Min­dest­lohn und einer Min­dest­ren­te kamen hin­zu. Zwar sind die Teil­neh­mer­zah­len an den Gelb­wes­ten-Pro­tes­ten gerin­ger als zu Beginn, aber die Demons­tra­tio­nen gehen den­noch wei­ter. Die Anhän­ger der Bewe­gung for­dern den Rück­tritt des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten, der bei ihnen als “Prä­si­dent der Rei­chen” ver­ru­fen ist. 

Zur erneu­ten Annä­he­rung zwi­schen Frank­reich und Ita­li­en kün­dig­te Macron an, er wer­de sei­nen Amts­kol­le­gen Ser­gio Mattarel­la nach Frank­reich ein­la­den, um mit ihm am 2. Mai das 500-Jäh­ri­ge Jubi­lä­um des Todes von Renais­sance-Künst­ler Leo­nar­do da Vin­ci zu fei­ern.

Bei den Fei­er­lich­kei­ten wer­den Jugend­li­che Frank­reichs und Ita­li­ens anwe­send sein : 

Wir wer­den über die Zukunft und Euro­pa spre­chen. (…) Es gibt so vie­le Fran­zo­sen, die Ita­li­en lie­ben und Ita­lie­ner, die Frank­reich und die Fran­zo­sen lie­ben. Aber plötz­lich haben wir fast ver­ges­sen, dass wir immer wie­der ler­nen müs­sen ein­an­der zu ver­ste­hen. 

Miss­ver­ständ­nis­se, so Macron, gäbe es ab und an in der Poli­tik. 

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