Gerichtsbeschluss : Tiere haben im indischen Bundesstaat Uttarakhand die gleichen Rechte wie Menschen


Es geht nicht nur um den Schutz von Wild­tie­ren, ins­be­son­de­re von gefähr­de­ten Arten in den ver­schie­de­nen Natio­nal­parks von Utta­rak­hand, son­dern auch der Ein­satz von Tie­ren in der war Gegen­stand des Beschlus­ses, berich­te­te das Nach­rich­ten­por­tal Kub. So wur­den zum Bei­spiel die Ver­wen­dung von Spikes oder ande­ren schar­fen Werk­zeu­gen ver­bo­ten und ent­schie­den, dass wenn die Tem­pe­ra­tur 37 Grad Cel­si­us über­schrei­tet oder unter 5 Cel­si­us sinkt, nie­mand “ein Tier, das zum Zie­hen von Fahr­zeu­gen ver­wen­det wird, nicht ein­ge­spannt wer­den darf”.

Bereits zuvor, im Jahr 2013, hat Indi­en Del­fi­ne als nicht-mensch­li­che Per­so­nen aner­kannt. Den Anstoß für das Gerichts­ver­fah­ren gab eine öffent­li­chen Kla­ge, in der es um die Beschrän­kun­gen von Pfer­de­fuhr­wer­ken zwi­schen Indi­en und Nepal, die dort das Gebir­ge über­que­ren müs­sen.

Mehr zum The­ma — Tier­schutz : Ita­li­en ver­bie­tet als 41. Land welt­weit die Ver­wen­dung von Zir­kus­tie­ren

RT Deutsch


Päpstlicher Flüchtlingsbeauftragter in Berlin : Wir sollten Menschen einfach begegnen


In der Migra­ti­ons­de­bat­te hat sich der Vati­kan klar auf der Sei­te der Flücht­lin­ge posi­tio­niert. Papst Fran­zis­kus hat einen Flücht­lings­be­auf­trag­ten ernannt, der selbst eine Flucht­ge­schich­te als Kind erleb­te. Pater Micha­el Czer­ny kam ver­gan­ge­ne Woche aus Rom nach Ber­lin und hielt vor Gläu­bi­gen einen Vor­trag. Sput­nik konn­te Czer­ny kurz befra­gen.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Anzahl der schwerbehinderten Menschen in Deutschland steigt weiter an


Der Anteil dürf­te ange­sichts der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung wei­ter zuneh­men, denn Behin­de­run­gen tre­ten vor allem bei älte­ren Men­schen auf : So waren 34 Pro­zent der schwer­be­hin­der­ten Men­schen 75 Jah­re oder älter, wäh­rend 44 Pro­zent im Alter zwi­schen 55 bis 74 Jah­ren waren.

In 88 Pro­zent der Fäl­le ver­ur­sach­te eine Krank­heit die Behin­de­rung. Ins­ge­samt 59 Pro­zent der schwer­be­hin­der­ten Men­schen in Deutsch­land hat­ten kör­per­li­che Behin­de­run­gen. Geis­ti­ge oder see­li­sche Behin­de­run­gen mach­ten 13 Pro­zent der Schwer­be­hin­de­run­gen aus, in 9 Pro­zent der Fäl­le han­del­te es sich um zereb­ra­le Stö­run­gen.

Das Ver­sor­gungs­amt stell­te bei knapp einem Vier­tel der Schwer­be­hin­der­ten — ins­ge­samt 23 Pro­zent — den höchs­ten Grad der Behin­de­rung fest. Ein Drit­tel wies einen Behin­der­ten­grad von 50 Pro­zent auf, hieß es. (dpa)

Mehr zum The­ma — Human Rights Watch kri­ti­siert : Behin­der­ten Kin­dern im Liba­non wird Schul­bil­dung ver­wei­gert

RT Deutsch


Venezuela : Tränengasgranate explodiert in Disco – 17 Menschen sterben bei Massenpanik


Vor dem Streit sol­len dort zahl­rei­che Stu­den­ten und Schü­ler ver­schie­de­ner Bil­dungs­ein­rich­tun­gen ihren Abschluss gefei­ert haben. Unter den Toten waren acht Min­der­jäh­ri­ge. Fünf wei­te­re Men­schen kamen mit Ver­let­zun­gen davon. Acht Ver­däch­ti­ge wur­den nach dem Vor­fall fest­ge­nom­men, dar­un­ter auch die Geschäfts­füh­re­rin des Clubs. Die Dis­ko­thek wur­de vor­läu­fig geschlos­sen.

Wir bedau­ern, was in den frü­hen Mor­gen­stun­den des Sams­tags gesche­hen ist”, schrieb Nés­tor Reverol auf Twit­ter. “Im Namen der Regie­rung spre­chen wir den Fami­li­en der Opfer unser Bei­leid aus.”

Ende 2002 waren nach einem Brand in einem Tanz­lo­kal in Cara­cas 50 Men­schen ums Leben gekom­men. Alle Not­aus­gän­ge des mit 400 Gäs­ten über­füll­ten Nacht­clubs waren damals geschlos­sen. (dpa)

Mehr zum The­ma - U-Bahn in Vene­zue­las Haupt­stadt Cara­cas kos­ten­los : Kein Geld für Papier für Fahr­kar­ten

RT Deutsch


Unfall im Vergnügungspark : Achterbahn entgleist, zwei Menschen stürzen zehn Meter tief


Ins­ge­samt wur­den zehn Per­so­nen ver­letzt. Sechs von ihnen muss­ten ins Kran­ken­haus gebracht wer­den. Eine Spre­che­rin der Feu­er­wehr beton­te, dass die Ret­tungs­kräf­te einen gut Job geleis­tet hat­ten und die Pas­sa­gie­re so schnell wie mög­lich befrei­en konn­ten. Wie time.com berich­tet, war die Ach­ter­bahn Sand Blas­ter bereits seit über 40 Jah­ren in Betrieb. Die­se wur­de im Jahr 2013 im Day­to­ne Board­walk auf­ge­stellt, zuvor wur­de sie in einem ande­ren Ver­gnü­gungs­park ein­ge­setzt.

Mehr zum The­ma — Gestran­det in luf­ti­gen Höhen : Fahr­ge­schäft in Japan geht kaputt — 64 Men­schen sit­zen fest

RT Deutsch


Reportage : Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)


von Karin Leu­ke­feld, Damas­kus

Nach dem Krieg wer­den wir bei null wie­der anfan­gen müs­sen. Wir müs­sen uns sel­ber wie­der­auf­bau­en, unse­re Fami­lie, unse­re Häu­ser, unse­re Arbeit – alles, was wir hat­ten, haben wir in die­sem Krieg ver­lo­ren.

Der Sol­dat Moha­med ist 27 Jah­re alt und stammt aus Alep­po. Vor dem Krieg war er Koch, erzählt er. Wäh­rend des Krie­ges habe er an vie­len Fron­ten gekämpft und manch­mal habe er auch gekocht. Nun hält er Wache unter der Brü­cke von Jobar, einem öst­li­chen Vor­ort von Damas­kus. Sein Wach­pos­ten besteht aus einem Sofa, drei alten Büro­ses­seln und einem Plas­tik­stuhl. Auf dem Tisch ste­hen eine Fla­sche Was­ser und ein Wal­kie-Tal­kie, mit dem er Ver­bin­dung zum Haupt­quar­tier und den ande­ren Wach­pos­ten hält. Auf einer Kom­mo­de steht ein Fern­se­her, der über eine Kabel­rol­le an den pro­vi­so­risch ver­leg­ten Strom ange­schlos­sen ist.

Auch einen Ven­ti­la­tor hat der Sol­dat, der ihm küh­le Luft zuweht. Das Gewehr hat Moha­med zur Sei­te gelegt, wäh­rend er bereit­wil­lig über den Krieg, den Kampf und die Fein­de spricht und dar­über, war­um die­ser Kon­flikt in Syri­en tobt. Nie habe er sich vor­stel­len kön­nen, dass “so etwas” in Syri­en gesche­hen könn­te. Aus­län­di­sche Inter­es­sen sei­en im Spiel, die sich den Reich­tum Syri­ens, die stra­te­gi­sche Lage aneig­nen woll­ten.

Acht Jah­re lang habe ich in die­sem Krieg mein Land, mei­ne Fami­lie ver­tei­digt. Viel­leicht wer­den es noch zehn Jah­re wer­den. Wir haben dafür gekämpft, dass es Syri­en bes­ser gehen wird. Dar­auf war­ten und hof­fen wir, damit wir wie­der neu anfan­gen kön­nen.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Der Sol­dat Moha­med war vor dem Krieg Koch. Er hat an vie­len Fron­ten gekämpft und hält Wache in Jobar.

Gefragt, was er über die jun­gen Män­ner den­ke, die das Land ver­las­sen haben, meint der Sol­dat, dass er über sie gar nicht spre­chen wol­le. Vor dem Krieg hät­ten sie alles gehabt und genom­men, was Syri­en ihnen geben konn­te,

und als das Land ihre Hil­fe brauch­te, sind sie davon­ge­lau­fen. Wie kann ich die­sen Leu­ten ver­trau­en ?

Für ihn sei­en die­se Leu­te “wie Fein­de”, nie­mand wer­de sie respek­tie­ren, soll­ten sie zurück­keh­ren.

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Blick aus der öst­li­chen Ghu­ta über das zer­stör­te Jobar auf den Qas­sioun, den Haus­berg von Damas­kus.

Der Vor­ge­setz­te des Sol­da­ten Moha­med, Haupt­mann Hamid, der dem Gespräch schwei­gend zuge­hört hat, mel­det sich zu Wort. Nicht alle jun­gen Män­ner hät­ten Syri­en ver­las­sen, weil sie nicht zum Mili­tär ein­ge­zo­gen wer­den woll­ten, meint er.

Vie­le muss­ten flie­hen, weil die Ter­ro­ris­ten ihre Umge­bung ange­grif­fen haben. Dann gab es für sie kei­ne Mög­lich­keit mehr, dort­hin zu gelan­gen, wo die Regie­rung die Kon­trol­le hat­te. Sie wur­den aus dem Land gedrängt und konn­ten nicht zurück­keh­ren. Vie­le waren auch noch gar nicht im wehr­pflich­ti­gen Alter, als sie Syri­en ver­lie­ßen.” Sie soll­ten zurück­keh­ren, Syri­en brau­che sie.

Jobar – der Dank der Hamas

Jobar gibt es nicht mehr. Die Stadt liegt kom­plett in Trüm­mern. Men­schen woh­nen hier schon lan­ge nicht mehr. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Ein­woh­ner war bereits 2012 geflo­hen, heu­te mel­den sich nur ab und zu noch Leu­te bei der Armee am Kon­troll­punkt, um zu sehen, was von ihren Woh­nun­gen, Häu­sern oder Geschäf­ten in Jobar noch geblie­ben ist. Der Ort war bekannt für die Leder- und Tex­til­in­dus­trie, die ehe­ma­li­gen Fabri­ken sind nur noch Gerip­pe aus Stein und Stahl.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Die Stadt Jobar liegt in Trüm­mern. In der Mit­te des Bil­des ist ein Ein­gang zum weit ver­zweig­ten Tun­nel­sys­tem zu sehen, das von den Auf­stän­di­schen errich­tet wur­de.

Fünf Jah­re lang hat Haupt­mann Hamid in Jobar gekämpft, drei Mal wur­de er ver­wun­det. Nur knapp drei Kilo­me­ter liegt der Ort von der Alt­stadt von Damas­kus ent­fernt. Rake­ten und Mör­ser­gra­na­ten ver­setz­ten die dort leben­de Bevöl­ke­rung in Angst und Schre­cken. Die syri­sche Armee rie­gel­te Jobar mas­siv ab, doch der Kampf sei schwie­rig gewe­sen, sagt der Haupt­mann. Das weit ver­zweig­te Tun­nel­netz habe den Kampf­ver­bän­den viel Spiel­raum gege­ben.

Die paläs­ti­nen­si­sche Hamas habe den Kämp­fern gezeigt, wie die Tun­nel gebaut wer­den muss­ten, sagt Haupt­mann Hamid. Und wer habe der Hamas den Tun­nel­bau bei­ge­bracht ? “Das waren wir, damals, als Isra­el die Blo­cka­de gegen den Gaza­strei­fen ver­hängt hat­te.” Die Armee habe tie­fe Ver­tei­di­gungs­grä­ben gezo­gen, um die Tun­nel zu unter­bre­chen, von denen man­che so groß gewe­sen sei­en, dass Autos und klei­ne Lie­fer­wa­gen durch sie hin­durch­fah­ren konn­ten. Lebens­mit­tel und Medi­ka­men­te wur­den eben­so durch Tun­nel geschleust wie Men­schen, Waf­fen und Muni­ti­on. Loka­le Geschäfts­leu­te und die Kampf­ver­bän­de pro­fi­tier­ten. Wer die Tun­nel kon­trol­lier­te, wur­de reich.

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Die Tun­nel sind sehr geräu­mig und bie­ten genug Platz für den Trans­port mili­tä­ri­schen Geräts.

Irgend­wo zwi­schen den Trüm­mern von Jobar liegt die ehe­ma­li­ge Syn­ago­ge, die zu den ältes­ten Syn­ago­gen im Mitt­le­ren Osten zählt. Die Juden von Jobar waren im 7. und 8. Jahr­hun­dert nach christ­li­cher Zeit­rech­nung zum sun­ni­ti­schen Islam kon­ver­tiert und gal­ten als beson­ders dog­ma­tisch. Das Gebiet um die Syn­ago­ge sei gesperrt, erklärt Haupt­mann Hamid, der die Auto­rin durch Jobar beglei­tet. Er habe gehört, dass man in der Tür­kei alte jüdi­sche Gebets­bü­cher, Tora-Aus­ga­ben, beschlag­nahmt habe, die von Kämp­fern der Failak al Rah­man bei deren Abzug aus Jobar her­aus­ge­schmug­gelt wor­den sei­en.

Über die Brü­cke, unter der Moha­med, der Sol­dat, Wache hält, ver­läuft der Al Mot­a­ha­lik Al Jano­bi, eine Schnell­stra­ße, die die Auto­bahn Damas­kus-Alep­po mit der Schnell­stra­ße nach Swei­da im Süden des Lan­des ver­bin­det. Unter der Brü­cke hin­durch führt eine unbe­fes­tig­te Stra­ße, die Jobar mit Ain Tar­ma ver­bin­det. Auch Ain Tar­ma liegt in Trüm­mern. Von der Schnell­stra­ße her hat man einen wei­ten Blick über das zer­stör­te Jobar und auf den Qas­siun, den Haus­berg von Damas­kus, der sich in stoi­scher Ruhe im Hin­ter­grund erhebt.

Auf dem Qas­siun und dem umlie­gen­den Hoch­pla­teau sind die syri­schen Trup­pen sta­tio­niert, die seit 2012 Jobar, Ain Tar­ma und die gesam­te öst­li­che Ghu­ta immer wie­der unter Beschuss nah­men, um die Kämp­fer zum Abzug zu bewe­gen. Erst nach einer mas­si­ven Angriffs­wel­le der syri­schen Streit­kräf­te Anfang des Jah­res und nach­dem die Tür­kei, Sau­di-Ara­bi­en und Katar ein Ende ihrer Unter­stüt­zung für die Kampf­ver­bän­de erklärt hat­ten, waren die Kämp­fer zum Abzug bereit. 

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Auto­bahn bei Haras­ta : Das Pan­ora­ma­bild von Hafez al-Assad blieb zwi­schen den Fron­ten von den Kämp­fen ver­schont.

Haras­ta — Ein knap­pes Drit­tel der Bewoh­ner wie­der zurück­ge­kehrt, die Chris­ten aber nicht mehr

Fährt man über den schwer beschä­dig­ten Al Mot­a­ha­lik Rich­tung Nord­os­ten, liegt Haras­ta nur etwa sie­ben Kilo­me­ter von Jobar ent­fernt. Auch Haras­ta ist eine Trüm­mer­land­schaft, durch die der star­ke Wind Staub, Plas­tik­tü­ten und Dreck weht.

Scheich Abdul Rah­man Shaker, der auch Abu Hassan, der Vater von Hassan, genannt wird, erklärt sich bereit, die Auto­rin durch Haras­ta zu beglei­ten. Etwa 10.000 Men­schen leb­ten mitt­ler­wei­le wie­der in Haras­ta, berich­tet er, die Ver­sor­gungs­la­ge sei nicht gut. Scheich Abdul Rah­man pre­digt heu­te wie­der in der Al-Zah­ra-Moschee, der größ­ten Moschee im Ort.

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Hofft auf die Rück­kehr der Chris­ten : Scheich Abu Hassan in der Al Zah­ra Moschee in Haras­ta.

Anfangs unter­stütz­te er die Pro­test­be­we­gung und nahm an einer Dele­ga­ti­on teil, die 2011 den syri­schen Prä­si­den­ten Baschar al-Assad traf, um die­sem ihre Anlie­gen vor­zu­tra­gen. Als die Demons­tran­ten zu den Waf­fen grif­fen, war Abu Hassan dage­gen und ver­such­te im Rah­men des loka­len Ver­söh­nungs­ko­mi­tees von Haras­ta die jun­gen Män­ner vom Ein­satz der Waf­fen abzu­brin­gen. Sie sei­en immer extre­mer gewor­den und alle Ver­mitt­lungs­ver­su­che sei­en geschei­tert.

Ein­mal hät­ten die “Revo­lu­tio­nä­re” ihn gefan­gen genom­men, erin­nert er sich. Er kam wie­der frei und floh, um sich von Damas­kus aus wei­ter für einen fried­li­chen Aus­gang des Gesche­hens ein­set­zen zu kön­nen. Jah­re ver­gin­gen, bis Scheich Abu Hassan im April 2018 zurück­keh­ren konn­te, um den Men­schen beim Neu­an­fang zu hel­fen. Die Al-Zah­ra-Moschee wird reno­viert. In weni­gen Tagen soll in der Moschee ein gro­ßes Fas­ten­bre­chen statt­fin­den und alle sei­en ein­ge­la­den.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Vom Krieg gezeich­net : Die Al Zah­ra-Moschee in Haras­ta soll reno­viert wer­den.

Auch in Haras­ta gibt es ein Tun­nel­netz­werk, das von Gefan­ge­nen und ört­li­chen Arbei­tern gegen Lohn gebaut wur­de. Der Krieg sei “zum Geschäft” gewor­den, meint der Scheich. Ein sol­cher Tun­nel sei in der Grie­chisch-Ortho­do­xen Kir­che des Hei­li­gen Eli­as gebaut wor­den. Abu Hassan bie­tet sich an, die Kir­che zu zei­gen. Neben dem Altar­raum ist der Boden auf­ge­ris­sen, die aus dem Stol­len gegra­be­ne Erde ist im gesam­ten Kir­chen­schiff auf­ge­schüt­tet. Die glä­ser­nen Kron­leuch­ter, die frü­her hoch über den Gläu­bi­gen schweb­ten, hän­gen nun dicht über der Erde. Nichts erin­nert mehr an das Got­tes­haus, kein Kreuz, kein Altar, kein Gestühl, kei­ne Bil­der. Zwei Kir­chen gibt es in Haras­ta. Die Grie­chisch-Ortho­do­xe St. Eli­as-Kir­che ist eben­so zer­stört wie die Grie­chisch-Katho­li­sche Kir­che der Jung­frau des Frie­dens.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Scheich Abu Hassan und ein Sol­dat in der Grie­chisch-Katho­li­sche Kir­che St. Eli­as in Haras­ta.

Gan­ze 500 Fami­li­en, etwa 2.500 Chris­ten, hät­ten frü­her in Haras­ta gelebt, sagt Gabri­el Kahi­la, der Pries­ter der St. Eli­as-Kir­che. Das Leben sei güns­ti­ger und ruhi­ger als in Damas­kus gewe­sen, vie­le jun­ge Men­schen, die hei­ra­ten und eine Fami­lie grün­den woll­ten, hät­ten in Haras­ta eine Woh­nung oder ein Haus gekauft und im 15 Kilo­me­ter ent­fernt lie­gen­den Damas­kus gear­bei­tet. Als die Pro­tes­te 2011 begon­nen hät­ten, sei­en die Men­schen ver­un­si­chert gewe­sen. Als die jun­gen Mus­li­me zu den Waf­fen grif­fen und immer extre­mis­ti­scher wur­den, hät­ten vie­le Chris­ten häu­fi­ger in Damas­kus über­nach­tet. Im Okto­ber 2012 habe es eine gro­ße Explo­si­on im Gebäu­de des staat­li­chen Geheim­diens­tes mit vie­len Toten gege­ben, alle Chris­ten hät­ten dar­auf­hin Haras­ta flucht­ar­tig ver­las­sen.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Die Kir­che wur­de als Hal­de für Erde aus dem Tun­nel­bau zweck­ent­frem­det.

Heu­te lebt der Pries­ter wie auch die meis­ten der 500 christ­li­chen Fami­li­en in Damas­kus. Als die Kämp­fer 2018 end­lich abge­zo­gen waren und Haras­ta wie­der frei war, sei­en die frü­he­ren Bewoh­ner und auch die Chris­ten sei­ner Gemein­de zurück­ge­kehrt, um nach ihren Häu­sern und Woh­nun­gen zu sehen. Die Freu­de über die Rück­kehr wur­de für die frü­he­ren Bewoh­ner zum Schock, als sie die gro­ße Zer­stö­rung sahen, sagt Père Gabri­el :

Sechs Jah­re haben sie gewar­tet und gehofft, in ihre Häu­ser zurück­zu­keh­ren. Doch alles ist zer­stört und ver­wüs­tet, nie­mand aus unse­rer Gemein­de will wie­der in Haras­ta woh­nen. Die meis­ten wol­len Syri­en jetzt ganz ver­las­sen.

Scheich Abu Hassan meint, der wirk­li­che, der mode­ra­te sun­ni­ti­sche Islam habe letzt­lich über die Extre­mis­ten gesiegt, nun müs­se man den Chris­ten, den Dru­sen und Ala­wi­ten, die frü­her “wie ein Gewe­be” in Haras­ta zusam­men­ge­lebt hät­ten, die Hand rei­chen. Der Rama­dan, der mus­li­mi­sche Fas­ten­mo­nat, in dem gehol­fen und ver­ge­ben wer­den soll, sei eine gute Gele­gen­heit zur Ver­söh­nung. Doch der Weg dort­hin ist weit. Chris­ten gibt es in Haras­ta nicht mehr.

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Zufahrts­stra­ße nach Duma.

Duma – wo die Sau­dis Kämp­fer­wit­wen mit Groß­spen­den ver­sorg­ten

Duma liegt öst­lich von Haras­ta, wei­te­re fünf Kilo­me­ter ent­fernt. Die Oli­ven­hai­ne vor den Toren der Stadt sind lan­ge nicht bear­bei­tet wor­den, die alten Bäu­me stre­cken ihre dicht beblät­ter­ten Zwei­ge wild in alle Him­mels­rich­tun­gen. In Duma haben nie Chris­ten gelebt, der Ort ist für einen sehr kon­ser­va­ti­ven sun­ni­ti­schen Islam bekannt.

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Ver­waist und zer­stört : Dumas eins­ti­ges öffent­li­ches Schwimm­bad am Stadt­rand.

Hier gehen die Frau­en tief ver­schlei­ert durch die Stra­ßen und so man­che Frau sehnt sich tat­säch­lich nach den Tagen zurück, als die “Armee des Islam” in Duma groß­zü­gig Spen­den sau­di­scher Geschäfts­leu­te an die Fami­li­en ver­teil­te, deren Män­ner im Kampf gegen die syri­sche Armee getö­tet wor­den waren. Den Fami­li­en der Wai­sen sei es gut gegan­gen, sagt eine Frau, die mit zwei ande­ren unter­wegs ist. Sie hät­ten Geld erhal­ten und auch wenn es nur wenig zu kau­fen gab, hät­ten sie mit Gut­schei­nen güns­tig ein­kau­fen kön­nen. Aller­dings habe es nur wenig zu kau­fen gege­ben. “Heu­te gibt es wie­der alles zu kau­fen, aber nie­mand hat Geld”, bekla­gen die drei schwarz ver­hüll­ten, mage­ren Gestal­ten sich.

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Woll­ten nur in vol­ler Ver­schleie­rung foto­gra­fiert wer­den : Drei Frau­en in Duma.

Kin­der toben umher, ein Knirps sitzt gedan­ken­ver­lo­ren auf dem Geh­weg und leert eine Chips­tü­te. Sei­ne Füße ste­cken in über­gro­ßen Schu­hen, die er halb abge­streift hat. Wei­ter die Stra­ße hin­ab sind Geschäf­te geöff­net, die Obst und Gemü­se, fri­sche Eier, Tee, Kaf­fee und sogar Scho­ko­la­de ver­kau­fen. Leu­te sind mit Fahr­rä­dern, Motor­rä­dern oder zu Fuß unter­wegs. 

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Spie­len­de Kin­der in Duma.

Der 27-jäh­ri­ge Ahmed Jedi­de arbei­tet in einem der klei­nen Läden, an guten Tagen kann er 1.000 Syri­sche Pfund, etwa 2,50 US-Dol­lar, nach Hau­se brin­gen. Er ver­kauft Scho­ko­la­de, obwohl er aus­ge­bil­de­ter Mecha­ni­ker und spe­zia­li­siert auf deut­sche Fahr­zeu­ge wie BMW und Mer­ce­des ist. Zusam­men mit sei­nem Bru­der arbei­te­te er vor dem Krieg in einer der gro­ßen Werk­stät­ten, die sich ent­lang der Auto­bahn Damas­kus-Alep­po um die gro­ßen Auto­kauf­häu­ser her­um ange­sie­delt hat­ten.

Mehr zum The­ma — Duma in Syri­en : Chro­no­lo­gie eines angeb­li­chen Che­mie­waf­fen­ein­sat­zes

Nach­dem die “Armee des Islam” die Kon­trol­le in Duma über­nom­men hät­te, habe er die Werk­statt nicht mehr errei­chen kön­nen. Die syri­sche Armee habe zwar Duma abge­rie­gelt, schlim­mer aber sei die Blo­cka­de gewe­sen, die die Isla­mis­ten der Stadt auf­zwan­gen. Vie­le Male habe er ver­sucht, mit Freun­den, mit sei­nen Brü­dern nach Damas­kus zu flie­hen, immer sei­en sie von den Kämp­fern gefasst und ein­ge­sperrt wor­den. Man habe sie gedrängt, für die “Armee des Islam” zu kämp­fen, erin­nert er sich. Vie­le jun­ge Män­ner hät­ten sich lie­ber beim Tun­nel­bau ver­dingt als zur Waf­fe zu grei­fen. Er habe von sei­nen Erspar­nis­sen gelebt und habe das Haus kaum ver­las­sen, erzählt Ahmed Jedi­de. Spä­ter habe er Ben­zin auf der Stra­ße ver­kauft und klei­ne Hand­lan­ger­ar­bei­ten erle­digt.

Reportage: Damaskus ist frei – doch die Menschen müssen wieder bei null anfangen (Fotos, Videos)
Hat den Krieg in Duma mit­samt Frau und Kin­dern über­lebt : Der Händ­ler Ahmed Jedid (links).

Alles habe er ver­lo­ren, doch er sei gesund und sei­ne Frau und die bei­den Kin­der auch. Sie hät­ten ein Dach über dem Kopf, in all dem Elend, das sie umge­be, schät­ze er sich glück­lich. “Wir müs­sen nun wie­der bei null anfan­gen.”

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


EHEC-Ausbruch in den USA : Erreger aus Römersalat tötet fünf Menschen


Offen­bar stammt der Erre­ger aus einem Typ Römer­sa­lat aus der Regi­on Yuma, die im Bun­des­staat Ari­zo­na an der Gren­ze zu Mexi­ko liegt. Die ers­ten Krank­heits­fäl­le wur­den Mit­te März gemel­det. Die US-Gesund­heits­be­hör­de rief zunächst dazu auf, kei­nen Römer­sa­lat aus der Gegend zu essen. Eini­ge Erkrank­te hat­ten aber offen­bar selbst kei­nen Salat geges­sen, son­dern ledig­lich enge­ren Kon­takt mit Infi­zier­ten.

Bei dem EHEC-Erre­ger han­delt es sich um eine Son­der­form der Koli­bak­te­ri­en. Die Infek­ti­on kann blu­ti­ge Durch­fäl­le aus­lö­sen und zu Nie­ren­ver­sa­gen füh­ren, es gibt aber auch unschein­ba­re Ver­läu­fe. Der schwe­re Ver­lauf der Erkran­kung endet in etwa zwei Pro­zent der Fäl­le töd­lich. In Deutsch­land tritt die Krank­heit immer wie­der mal auf, jähr­lich wer­den rund 1.000 EHEC-Fäl­le gemel­det. Im Früh­jahr 2011 hat die größ­te deut­sche EHEC-Epi­de­mie 53 Men­schen das Leben gekos­tet. (dpa)

Mehr zum The­ma - Bis­lang unheil­ba­re Hirn­krank­heit mel­det sich in Indi­en : Meh­re­re Tote bei Aus­bruch von Nipah-Virus

RT Deutsch


Pflegenotstand : Pflegeheime lehnen laut Studie zahlreiche hilfsbedürftige Menschen ab


Die gro­ße Koali­ti­on dis­ku­tier­te ein Pro­gramm von einer Mil­li­ar­de Euro, das von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen getra­gen wer­den und die Zahl der Pfle­ge­kräf­te erhö­hen soll. 

Wei­ter hieß es in der Stu­die

Ledig­lich 38% beur­tei­len das Ange­bot der voll­sta­tio­nä­ren Pfle­ge in ihrer Regi­on als (voll)umfänglich gesi­chert. Im Bereich der Kurz­zeit­pfle­ge schät­zen nur 15% die Kapa­zi­tä­ten als (voll)umfänglich gesi­chert ein. 42% schät­zen den Bedarf an Tages­pfle­ge­plät­zen als ten­den­zi­ell nicht oder gar nicht gesi­chert ein. Damit wird deut­lich, dass aktu­ell nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den kann, dass die gesetz­lich ver­an­ker­ten Ansprü­che an Ver­sor­gung regio­nal auch umfas­send gewähr­leis­tet wer­den kön­nen. Damit blei­ben wich­ti­ge Mög­lich­kei­ten der Ent­las­tung von pfle­gen­den Ange­hö­ri­gen wei­ter­hin unzu­rei­chend erreich­bar. Bezo­gen auf die zukünf­ti­ge Ent­wick­lung gehen 58% von einem kon­ti­nu­ier­lich wach­sen­den Bedarf bezo­gen auf ihre Ein­rich­tung aus.”

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RT Deutsch


Nicht nur Menschen : KI-Vorreiter der Spracherkennung uneins über akustische Illusion Yanny/Laurel


Als Bei­spiel nahm die Fir­ma die Audio­auf­nah­me über akus­ti­sche Wahr­neh­mun­gen eines Begriffs, die sich rasant ver­brei­tet hat­te. Es han­delt sich um eine akus­ti­sche Illu­si­on, die die Inter­net-Gemein­de welt­weit spal­te­te. Die Nut­zer sind über das Wort uneins, das im Video aus­ge­spro­chen wird. Man­che hören das Wort “Yan­ny”, die ande­ren “Lau­rel”. Es stell­te sich her­aus, dass auch die KI-Algo­rith­men das akus­ti­sche Rät­sel nicht kna­cken kön­nen. Sowohl Goog­le als auch Sonix bestimm­ten das Wort als “Lau­rel”, wäh­rend Ama­zon die Auf­nah­me als “Year old” aus­wer­te­te – was dem Wort “Yan­ny” ähnelt. Der Sprach­er­ken­nungs­me­cha­nis­mus des IT-Unter­neh­mens IBM inter­pre­tier­te das Wort als “Yeah role” — eine Mischung aus “Lau­rel” und “Yan­ny”.

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RT Deutsch