UNO : Indien hat 271 Millionen Menschen im Zeitraum zwischen 2006 und 2016 aus der Armut befreit


Ein neu­er Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen zeigt, dass 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen in 101 Län­dern “mul­ti­di­men­sio­nal arm” sind, was bedeu­tet, dass Armut nicht nur durch das Ein­kom­men, son­dern durch eine Rei­he wei­te­rer Indi­ka­to­ren defi­niert wird.

Zu die­sen Indi­ka­to­ren gehö­ren ein schlech­ter Gesund­heits­zu­stand, eine schlech­te Arbeits­qua­li­tät und die Gefahr, Gewalt aus­ge­setzt zu sein.

In dem Bericht wur­den zehn Län­der mit einer Gesamt­be­völ­ke­rung von rund zwei Mil­li­ar­den Men­schen iden­ti­fi­ziert, die sta­tis­tisch signi­fi­kan­te Fort­schrit­te bei der Besei­ti­gung der Armut “in all ihren For­men” gezeigt haben. Die­se zehn Län­der sind Ban­gla­desch, Kam­bo­dscha, Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kon­go, Äthio­pi­en, Hai­ti, Indi­en, Nige­ria, Paki­stan, Peru und Viet­nam.

In Indi­en lit­ten im Jahr 2016 rund 271 Mil­lio­nen weni­ger Men­schen an Armut als im Jahr 2006, so die Stu­die. Das Land ver­zeich­ne­te im Berichts­zeit­raum den stärks­ten Rück­gang der mul­ti­di­men­sio­na­len Armuts­in­dex­wer­te mit gleich­zei­tig star­ken Ver­bes­se­run­gen in Berei­chen wie Ver­mö­gens­wer­te, Brenn­stoff zum Kochen, Hygie­ne und Ernäh­rung.

In den Jah­ren 2005 bis 2006 leb­ten in Indi­en etwa 640 Mil­lio­nen Men­schen (55,1 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung) in mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut. Die­se Zahl wur­de bis in Jahr 2016 auf 369 Mil­lio­nen Men­schen (27,9 Pro­zent) redu­ziert.

Wäh­rend in Indi­en in den Jah­ren 2005 und 2006 noch 44,3 Pro­zent der Men­schen von Nah­rungs­mit­tel­knapp­heit betrof­fen waren, sank die­ser Wert bis ins Jahr 2016 auf 21,2 Pro­zent. Im sel­ben Zeit­raum ging die Kin­der­sterb­lich­keit von 4,5 Pro­zent auf 2,2 Pro­zent am Anteil der Gebur­ten­ra­te zurück. Das süd­asia­ti­sche Land hat auch sei­nen Man­gel an Brenn­stof­fen zur Nah­rungs­zu­be­rei­tung, Sani­tär­an­la­gen und Trink­was­ser deut­lich redu­ziert ; mehr Men­schen erhiel­ten Zugang zu Woh­nun­gen und Elek­tri­zi­tät. Im UN-Bericht heißt es wei­ter :

In allen zehn Län­dern sind die länd­li­chen Gebie­te ärmer als die städ­ti­schen. In Kam­bo­dscha, Hai­ti, Indi­en und Peru über­traf die [erfolg­rei­che] Armuts­be­kämp­fung in länd­li­chen Gebie­ten die in städ­ti­schen Gebie­ten, was eine armuts­ori­en­tier­te Ent­wick­lung zeigt. In Ban­gla­desch und der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go fiel die Armut in länd­li­chen und städ­ti­schen Gebie­ten im glei­chen Aus­maß.

Ins­ge­samt zeigt die Stu­die, dass von den 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen, die von mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut betrof­fen sind, welt­weit mehr als 886 Mil­lio­nen Men­schen (rund zwei Drit­tel) in Län­dern mit mitt­le­rem Ein­kom­men leben ; wei­te­re 440 Mil­lio­nen Men­schen leben in Län­dern mit nied­ri­gem Ein­kom­men. Jedes drit­te Kind welt­weit ist mul­ti­di­men­sio­nal arm. Zum Ver­gleich : Bei den Erwach­se­nen ist es jeder sechs­te. Das bedeu­tet, dass fast die Hälf­te der Men­schen, die in mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut leben (663 Mil­lio­nen), Kin­der sind.

RT Deutsch


Bombenentschärfung in Frankfurt – Mehr als 16.000 Menschen von Evakuierung betroffen


Für eine Bom­ben­ent­schär­fung in Frank­furt müs­sen am kom­men­den Sonn­tag rund 16.500 Men­schen ihre Woh­nun­gen ver­las­sen. Die ame­ri­ka­ni­sche 500-Kilo-Bom­be aus dem Zwei­ten Welt­krieg war vor einer Woche bei Bau­ar­bei­ten nahe der Euro­päi­schen Zen­tral­bank in der Main­me­tro­po­le ent­deckt wor­den.
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Studie : Vor allem ältere Menschen sterben durch Hitzewellen


Wie Wis­sen­schaft­ler im Bun­des­ge­sund­heits­blatt berich­ten, star­ben in den Hit­ze-Som­mern zwi­schen 2006 und 2015 in Deutsch­land rund 6.200 Men­schen. Mit­au­tor der Stu­die Mat­thi­as an der Hei­den vom Robert Koch-Insti­tut in Ber­lin sag­te :

Man sieht, dass vor allem in den Alters­grup­pen 75 bis 84 und über 85 Jah­ren ein beson­de­res Risi­ko besteht.

Mit län­ger andau­ern­der Hit­ze wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, sich zum Schutz vor der Hit­ze in Gebäu­de zurück­zu­zie­hen, weil die­se sich eben­falls auf­hei­zen. Mat­thi­as an der Hei­den sag­te : “Gera­de Men­schen, die nicht so fle­xi­bel sind, zum Bei­spiel bett­lä­ge­rig – die sind teils noch stär­ker gefähr­det.” Wich­tig sei, dass nicht mehr hand­lungs­fä­hi­ge Men­schen genug Unter­stüt­zung bekä­men : Dass man ihnen Geträn­ke bringt oder für Erfri­schung sorgt, indem man Hän­de oder Füße in küh­les Was­ser legt, so der Wis­sen­schaft­ler. Zu den Emp­feh­lun­gen zähl­ten auch ver­meint­lich nahe­lie­gen­de Din­ge wie aus­rei­chen­des Trin­ken.

Ein­zel­ne hei­ße Tage stel­len den Ana­ly­sen zufol­ge ein weni­ger töd­li­ches Risi­ko dar – gefähr­lich wer­de es ab meh­re­ren Hit­ze­ta­gen in Fol­ge, erläu­ter­te an der Hei­den. Ab Wochen­mit­tel­tem­pe­ra­tu­ren von 20 Grad, Tages- und Nacht­wer­te ein­be­rech­net, wür­den sys­te­ma­tisch mehr Todes­fäl­le beob­ach­tet. Der­art war­me Wochen sei­en in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten deut­lich häu­fi­ger beob­ach­tet wor­den, heißt es in der Stu­die. Der Trend wer­de sich ver­mut­lich im Zuge der Kli­ma­er­wär­mung fort­set­zen “und even­tu­ell noch ver­schär­fen”. 

Wie an der Hei­den erklärt, kön­nen Ärz­te zwar Hit­ze als Todes­ur­sa­che ange­ben, tat­säch­lich gesche­he dies aber nur sehr sel­ten. Die Wis­sen­schaft­ler ana­ly­sie­ren des­halb die Ster­be­zah­len mit Blick auf Tage, an denen deut­lich mehr Men­schen ster­ben als üblich. Mit­tels eines mathe­ma­ti­schen Modells suchen sie sys­te­ma­tisch nach Zusam­men­hän­gen zwi­schen hohen Tem­pe­ra­tu­ren und erhöh­ten Ster­be­zah­len.

Wie es im Bun­des­ge­sund­heits­blatt heißt, tra­ten sechs der elf extrems­ten Hit­ze­wel­len im Zeit­raum von 1950 bis 2015 nach dem Jahr 2000 auf. Eine ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on, ab wel­cher Dau­er von einer Hit­ze­wel­le gespro­chen wird, gebe es nicht. Um die Schwe­re zu beur­tei­len, gel­ten hit­ze­be­ding­te Todes­fäl­le als wich­ti­ge Grö­ße.

Außer­dem sei wegen der Juni-Hit­ze mit einer aktu­el­len Zunah­me der Todes­fäl­le in Deutsch­land zu rech­nen.

Mehr zum The­ma — 38,6 Grad ! Juni-Hit­ze­re­kord in Deutsch­land

(rt deutsch / dpa)

RT Deutsch


Indien geht das Grundwasser aus : Über 100 Millionen Menschen betroffen


NITI Aayog (Hin­di für “Poli­tik­kom­mis­si­on”) wur­de 2015 in der Absicht gegrün­det, der indi­schen Regie­rung als Bera­tungs­stel­le für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung des Lan­des zur Sei­te zu ste­hen. Nun schlägt NITI Aayog Alarm und warnt vor Aus­wir­kun­gen eines spä­ter ein­set­zen­den und vor allem schwä­che­ren Mon­sun­re­gens, wie es in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Fall war.

Das hat dazu geführt, dass in der Mil­lio­nen­stadt Chen­nai am Golf von Ben­ga­len ein extre­mer Was­ser­man­gel aus­ge­bro­chen ist. Flüs­se, Gewäs­ser und Wäl­der sind aus­ge­trock­net, und die Berech­nun­gen des NITI Aayog legen nahe, dass bis zum nächs­ten Jahr das gesam­te Grund­was­ser der Stadt ver­schwun­den ist. Im süd­li­chen Teil des Bun­destaats Tamil Nadu, in dem Chen­nai – vor­mals Madras – liegt, waren Mil­lio­nen Men­schen auf die Ver­sor­gung durch Was­ser­tank­wa­gen ange­wie­sen, nach­dem es im ver­gan­ge­nen Jahr einen 62-pro­zen­ti­gen Rück­gang an Regen­was­ser gege­ben hat.

Bis 2030 sol­len laut dem Bericht des Think­tanks bis zu 40 Pro­zent der indi­schen Bevöl­ke­rung kei­nen Zugang zu Trink­was­ser haben. Aller­dings liegt das nicht aus­schließ­lich an gerin­ge­rem Nie­der­schlag wäh­rend der Mon­sun­zeit oder län­ge­ren Dür­re­pe­ri­oden.

Ein Teil des Pro­blems ist auch haus­ge­macht. Nach der Volks­zäh­lung von 1951 leb­ten damals 361 Mil­lio­nen Men­schen in Indi­en, 60 Jah­re spä­ter (2011) waren es bereits 1,2 Mil­li­ar­den. Zwar hat sich das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum ver­lang­samt (1,37 Mil­li­ar­den im Jahr 2019), den­noch soll Indi­en bis 2050 mit 1,5 Mil­li­ar­den Men­schen das bevöl­ke­rungs­reichs­te Land der Welt wer­den.

Rund 70 Pro­zent der indi­schen Bevöl­ke­rung leben auch heu­te noch von der Land­wirt­schaft. Für die Bewäs­se­rung ihrer Fel­der benö­ti­gen sie natür­lich extrem viel Was­ser, das zu 60 Pro­zent vom süd­west­li­chen Mon­sun­re­gen bezo­gen wird, der wie­der­um für 75 Pro­zent des jähr­li­chen Regen­was­sers ver­ant­wort­lich ist. Fällt die­ser Regen gerin­ger aus, fehlt das Was­ser natür­lich über­all. Um den­noch ihre Fel­der bewäs­sern zu kön­nen, zap­fen die Bau­ern das Grund­was­ser an und ent­zie­hen damit den Men­schen den natür­li­chen Was­ser­spei­cher. Zusam­men mit der bereits gro­ßen und wei­ter­hin stei­gen­den Bevöl­ke­rungs­zahl ver­schärft die Land­wirt­schaft das Pro­blem des Was­ser­man­gels.

Der ehe­ma­li­ge Direk­tor der Natio­na­len Was­ser­aka­de­mie, Pro­fes­sor Mano­har Khus­ha­la­ni, plä­diert nebst den von der Regie­rung ver­folg­ten Pro­jek­ten von kost­spie­li­gen Ent­sal­zungs­an­la­gen an den Küs­ten für eine bes­se­re Spei­che­rung des Regen­was­sers.

Es ist eine kol­lek­ti­ve Ver­ant­wor­tung der Regie­rung und der Men­schen des Lan­des, Was­ser zu spa­ren und zur Stei­ge­rung des Grund­was­ser­pe­gels bei­zu­tra­gen.

Außer­dem rät Pro­fes­sor Khus­ha­la­ni dazu, ins­be­son­de­re in den von Dür­re betrof­fe­nen Gebie­ten auf den Anbau von Zucker­rohr zu ver­zich­ten, da bis zur Ern­te sehr viel Was­ser ver­braucht wird. Indi­en ist der viert­größ­te Zucker­ex­por­teur der Welt.

RT Deutsch


Schweres Hochwasser in Sibirien : 22.000 Menschen ohne Strom, mehrere Tote, hunderte Verletzte


Mehr als 22.000 Men­schen im süd­ost­si­bi­ri­schen Gebiet Irkutsk lei­den unter Strom­aus­fäl­len, die auf hef­ti­ge Über­schwem­mun­gen zurück­zu­füh­ren sind. Dies teil­te das rus­si­sche Ener­gie­mi­nis­te­ri­um am Sams­tag mit.
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Hochwasser in Sibirien : 800 Menschen evakuiert, zwei Tote


In der Regi­on ste­hen nach tage­lan­gen Regen­fäl­len rund 20 Ort­schaf­ten mit ins­ge­samt rund 2.500 Häu­sern unter Was­ser. Weil meh­re­re Neben­flüs­se des Stroms Anga­ra über die Ufer tra­ten, muss­ten über 800 Men­schen in Sicher­heit gebracht wer­den. Auf einem bei Twit­ter hoch­ge­la­de­nen Video ist zu sehen, wie ein Haus davon­schwimmt : 

Die Behör­den ver­häng­ten in drei Gemein­de­be­zir­ken den Aus­nah­me­zu­stand. Das rus­si­sche Fern­se­hen zeig­te, wie der Zivil­schutz Men­schen mit Hub­schrau­bern ret­te­te und mit Nah­rungs­mit­teln sowie Trink­was­ser ver­sorg­te. Ein­satz­kräf­te eva­ku­ier­ten auch ein über­schwemm­tes Kran­ken­haus in der Stadt Nisch­neudinsk. Das Hoch­was­ser erfass­te meh­re­re Auto­bahn­brü­cken, Kin­der­gär­ten, zwei Schu­len und ein Kran­ken­haus. Tau­sen­de Men­schen waren von der Ver­sor­gung mit Elek­tri­zi­tät abge­trennt. 

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Bus mit Pas­sa­gie­ren durch­quert über­flu­te­ten Fluss zu “Titanic”-Soundtrack (Video)

RT Deutsch


Wegen Smartphones : Jungen Menschen wachsen Hörner im Schädel – Studie


Wis­sen­schaft­ler von der Schu­le für Gesund­heits- und Sport­re­cher­chen der aus­tra­li­schen Uni­ver­si­ty of the Sunshi­ne Coast haben eine mög­li­che Aus­wir­kung der Nut­zung von Smart­pho­nes auf die mensch­li­che Gesund­heit fest­ge­stellt. Die Ergeb­nis­se der Stu­die wur­den in den Fach­zeit­schrif­ten „Jour­nal of Ana­to­my“ und „Natu­re“ ver­öf­fent­licht.
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Kaiser“ Franz Beckenbauer exklusiv : „Fairness gegenüber allen Menschen“


Am Ran­de des Inter­na­tio­na­len Kin­der­so­zi­al­pro­gramms von Gaz­proms „Foot­ball for Fri­endship“ in Madrid hat sich Sput­nik mit der Fuß­ball-Legen­de Franz Becken­bau­er unter­hal­ten, der in die­sem Jahr als Haupt­red­ner und Glo­bal Ambassa­dor des Events auf­trat.
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Tschechien : Über 100.000 Menschen protestieren gegen Regierung – Premier Babiš lehnt Rücktritt ab


Sie rie­fen “Schan­de, Schan­de” oder hiel­ten Spruch­bän­der wie “Babiš ins Gefäng­nis” hoch : Am Diens­tag­abend demons­trier­ten rund 120.000 Men­schen in Prag gegen die tsche­chi­sche Regie­rung und allen vor­an gegen Pre­mier­mi­nis­ter Andrej Babiš. Seit Mit­te April gehen Zehn­tau­sen­de auf die Stra­ße. Sie for­dern den Rück­tritt des Poli­ti­kers, der als zweit­reichs­ter Mann Tsche­chi­ens gilt. Dem Mul­ti­mil­li­ar­där wird vor­ge­wor­fen, jah­re­lang als Unter­neh­mer unrecht­mä­ßig von EU-Sub­ven­tio­nen pro­fi­tiert zu haben.

Kon­zern Agro­fert und mög­li­che Ver­un­treu­ung von EU-För­der­gel­dern 

Es geht hier­bei um sein Kon­zern Agro­fert und um die mög­li­che Ver­un­treu­ung von EU-För­der­gel­dern beim Bau eines luxu­riö­sen Well­ness-Resort namens “Stor­chen­nest”. Der Grün­der der Par­tei ANO 2011 weist die Anschul­di­gun­gen jedoch zurück. Einen Rück­tritt lehnt er ab. Demons­tran­ten auf der Stra­ße irr­ten sich, sag­te der Poli­ti­ker am Mitt­woch im tsche­chi­schen Fern­se­hen.

Wenn die­se Leu­te auf den Plät­zen brül­len, dass ich ein Lüg­ner, Betrü­ger und Ver­bre­cher sei, dann ist das inak­zep­ta­bel”, kri­ti­sier­te der 64-Jäh­ri­ge.

Mit den Regie­rungs­kri­ti­kern will er auch nicht reden. Die Wirt­schafts­zei­tung Hos­po­dářs­ké novi­ny hat­te Ende ver­gan­ge­ner Woche einen 71-sei­ti­gen, noch ver­trau­li­chen vor­läu­fi­gen Unter­su­chungs­be­richt der EU ver­öf­fent­licht. Dar­in wird fest­ge­stellt, dass Tsche­chi­en Sub­ven­tio­nen aus euro­päi­schen Sozi­al-, Kohä­si­ons- und Regio­nal­fonds in Höhe von 17,5 Mil­lio­nen Euro zu Unrecht erhal­ten habe und die zurück­ge­for­dert wer­den könn­ten. Und der Kon­zern Agro­fert steht nun im Ver­dacht, EU-Agrar­sub­ven­tio­nen in Mil­lio­nen­hö­he zu Unrecht erhal­ten zu haben. Denn die För­der­gel­der sei­en eigent­lich für mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men bean­tragt wor­den.

Babiš kün­dig­te nun an, sich am Ran­de des EU-Gip­fels am 20. und 21. Juni in Brüs­sel per­sön­lich bei Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker zu beschwe­ren. Das Ver­hal­ten der Buch­prü­fer sei “skan­da­lös” und “inkom­pe­tent” gewe­sen, sag­te er.

Ver­mö­gen des 64-Jäh­ri­gen : Etwa vier Mil­li­ar­den Euro

Die EU-Kom­mis­si­on aber wies die Kri­tik zurück. Die Prü­fer sei­en pro­fes­sio­nell und objek­tiv, sag­te Kom­mis­si­ons-Vize Val­dis Dom­brovskis am Mitt­woch in Brüs­sel. Sie arbei­te­ten ent­spre­chend inter­na­tio­na­len Stan­dards. “Das Ziel ist, die finan­zi­el­len Inter­es­sen der EU und der Steu­er­zah­ler zu schüt­zen, ein­schließ­lich der tsche­chi­schen Steu­er­zah­ler”, wird Dom­brovskis von der Deut­schen Pres­se-Agen­tur zitiert. Das Papier sei zunächst nur ein Ent­wurf. Man war­te nun auf die Stel­lung­nah­me aus Prag.

Am Don­ners­tag kam dann die Nach­richt, dass der tsche­chi­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Miros­lav Toman ange­kün­digt hat­te, die Aus­zah­lung von Gel­dern aus dem staat­li­chen Inter­ven­ti­ons­fonds an die Agro­fert-Hol­ding vor­läu­fig ein­zu­stel­len. Seit 2017 wur­den rund 2,4 Mil­lio­nen Euro an die Pro­jek­te von Agro­fert ver­ge­ben.

Das Ver­mö­gen des 64-jäh­ri­gen Babiš wird auf etwa vier Mil­li­ar­den Euro geschätzt. Der Unter­neh­mer ist seit Dezem­ber 2017 Minis­ter­prä­si­dent Tsche­chi­ens. Sein Misch­kon­zern Agro­fert wur­de zwar im Febru­ar 2017 in zwei Treu­hand­fonds über­führt, doch Kri­ti­ker sowie Prü­fer aus Brüs­sel ver­wei­sen dar­auf, dass der Poli­ti­ker immer noch ent­schei­den­den Ein­fluss auf die Hol­ding hat. So ist bei­spiels­wei­se ein Mit­glied des Treu­hand-Trusts sei­ne Ehe­frau. Zudem spielt er als Pre­mier­mi­nis­ter eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Ver­ga­be der EU-Sub­ven­tio­nen an die jewei­li­ge Hol­ding. 

Mehr zum The­ma — Ein­kom­mens­plus durch EU-Bin­nen­markt bei Deut­schen am größ­ten

RT Deutsch


Menschen aus dem Wald”: Premierministerin Serbiens empört mit Aussage über Kosovo-Politiker


Die Bezie­hun­gen zwi­schen Ser­bi­en und dem Koso­vo sind seit Mona­ten ange­spannt. Pris­ti­na will die seit meh­re­ren Mona­ten gel­ten­den hun­dert­pro­zen­ti­gen Zöl­le auf Waren aus Ser­bi­en nicht rück­gän­gig machen. Die Ver­hand­lun­gen über eine Nor­ma­li­sie­rung der Ver­hält­nis­se, die auf EU-Ebe­ne geführt wer­den, sind ins Sto­cken gera­ten. Bel­grad wei­gert sich vehe­ment, die selbst aus­ge­ru­fe­ne Unab­hän­gig­keit sei­ner abtrün­ni­gen Pro­vinz anzu­er­ken­nen.

Pris­ti­na wie­der­um lehnt die Bil­dung eines Ver­bun­des der ser­bi­schen Gemein­den im Koso­vo mit weit­ge­hen­den Auto­no­mie­rech­ten in den Berei­chen Gesund­heit, Bil­dung und kom­mu­na­ler Selbst­ver­wal­tung wei­ter­hin ab. Am Diens­tag kam es dann zu einer Poli­zei­ak­ti­on der koso­va­ri­schen Spe­zi­al­kräf­te, die offi­zi­ell gegen orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät durch­ge­führt wur­de, bei der aber auch zahl­rei­che Ser­ben ver­letzt wur­den. 

Die nun getä­tig­te Aus­sa­ge der ser­bi­schen Minis­ter­prä­si­den­tin Ana Brnabić dürf­te die Bezie­hun­gen noch wei­ter ver­schlech­tern. Bei einer gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz mit dem Lei­ter der EU-Dele­ga­ti­on in Ser­bi­en, Sem Fabri­zi, sag­te Brnabić am Mitt­woch : 

Ich glau­be, Ser­bi­en ist ein ratio­na­ler, ernst­haf­ter, ver­ant­wor­tungs­vol­ler Part­ner, und nur des­halb ist der­zeit in Koso­vo und Meto­chi­en Frie­den.

Der Frie­de ste­he für Bel­grad an ers­ter Stel­le, denn er bedeu­te für die ser­bi­sche Bevöl­ke­rung eine höhe­re Lebens­qua­li­tät, Inves­ti­tio­nen, Arbeits­plät­ze und EU-Inte­gra­ti­on. In Pris­ti­na habe es die ser­bi­sche Sei­te mit Popu­lis­ten zu tun.

Das sind Men­schen, die aus dem Wald gekom­men sind. Eini­ge von ihnen sind Ter­ro­ris­ten, die vor dem UN-Tri­bu­nal in den Haag für Ver­bre­chen, für die sie ange­klagt wur­den, nicht ver­ur­teilt wur­den, nur weil alle Zeu­gen umge­bracht wur­den”, so die ser­bi­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin wei­ter. “Wie sol­len wir denn wis­sen, was sie mor­gen machen ? Ihnen ist es egal, ob dort Frie­den oder Krieg herrscht. Und das macht mir Angst.

Aus Pris­ti­na, aber such in ganz Ser­bi­en, hagel­te es Kri­tik für die Aus­sa­ge. Der koso­va­ri­sche Außen­mi­nis­ter Beh­gjet Pacol­li kün­dig­te an, der ser­bi­schen Regie­rungs­chefin zukünf­tig die Ein­rei­se ins Koso­vo zu ver­weh­ren. Er nann­te ihre Aus­sa­ge “wider­lich und voll­kom­men inak­zep­ta­bel”.

Brnabić wie­der­um woll­te sich auch einen Tag spä­ter nicht von ihren Äuße­run­gen distan­zie­ren. Sie sah die Aus­sa­ge aus dem Kon­text geris­sen. Die Pre­mier­mi­nis­te­rin beton­te noch mal, wen sie denn genau gemeint hat­te. 

Sie waren doch in den Uni­for­men im Wald, und aus dem Wald sind sie her­aus­ge­kom­men und wur­den direkt Teil der poli­ti­schen Éli­te in Pris­ti­na. Mir wäre es lie­ber, sie wären aus dem Nicht­re­gie­rungs­sek­tor gekom­men. Aber das sind sie nicht.

Außen­mi­nis­ter Pacol­li sei ja nicht aus dem Wald gekom­men, und “des­we­gen wun­de­re ich mich, war­um er sich ange­spro­chen fühlt”. Sowohl der heu­ti­ge Prä­si­dent als auch der Pre­mier­mi­nis­ter des Koso­vo, Hash­im Tha­çi und Ramush Hara­di­naj, waren in den 90er-Jah­ren Kämp­fer der para­mi­li­tä­ri­schen koso­va­ri­schen Orga­ni­sa­ti­on UÇK

Mehr zum The­ma — Bel­grad in Gefechts­be­reit­schaft : Koso­va­ri­sche Spe­zi­al­ein­heit dringt in ser­bi­sche Gemein­den ein

RT Deutsch