Bereits drei Todesfälle : Tierische Krankheitserreger doch für Menschen gefährlich


Als tie­ri­scher Krank­heits­er­re­ger ist es schon lan­ge bekannt — das Bor­na­vi­rus. In Deutsch­land ver­mehrt sich der Erre­ger in Feld­mäu­sen und wird von ihnen aus­ge­schie­den. Gene­rell tritt das Virus sel­ten auf, in abge­grenz­ten Gebie­ten in Ost- und Süd­deutsch­land sowie Tei­len Öster­reichs, Liech­ten­steins und der Schweiz. Benannt ist es nach dem säch­si­schen Ort Bor­na, etwa 30 Kilo­me­ter süd­lich von Leip­zig. Im Fal­le einer Infek­ti­on kön­nen Gehirn­ent­zün­dun­gen auf­tre­ten. Bei Pfer­den sind Erkran­kun­gen mit die­sem Erre­ger seit mehr als 100 Jah­ren bekannt. Infi­zier­te Tie­re zei­gen Bewe­gungs­stö­run­gen sowie Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten und ster­ben häu­fig an den Fol­gen.

Bereits 2015 star­ben drei Men­schen, die sich mit Bor­na­vi­rus bei Bunt­hörn­chen infi­ziert hat­ten

Nun gab es auch in Deutsch­land drei Todes­fäl­le. Die Pati­en­ten hat­ten eine Gehirn­ent­zün­dung, die höchst­wahr­schein­lich durch das klas­si­sche Bor­na­vi­rus aus­ge­löst wor­den sei, sag­te der Lei­ter des Insti­tuts für Virus­dia­gnos­tik am Fried­rich-Loeff­ler-Insti­tut (FLI) in Greifs­wald, Mar­tin Beer. Das Robert Koch-Insti­tut (RKI) in Ber­lin und der Wis­sen­schaft­ler gehen davon aus, dass es sich um die ers­ten gesi­cher­ten Nach­wei­se des Bor­na­vi­rus beim Men­schen über­haupt han­delt.

Zwei der Pati­en­ten haben sich mit hoher Sicher­heit über trans­plan­tier­te Orga­ne des­sel­ben Spen­ders ange­steckt. “Wir gehen bei die­sem Gesche­hen von einem sehr sel­te­nen Ein­zel­fall aus”, sag­te Beer. Der drit­te Todes­fall steht nicht mit der Trans­plan­ta­ti­on in Zusam­men­hang — Details wur­den aber nicht bekannt.

Die Uni­ver­si­täts­kli­ni­ken, an denen die Betrof­fe­nen behan­delt wur­den, konn­ten die Ursa­che für die Gehirn­ent­zün­dun­gen mit der Stan­dard­dia­gnos­tik nicht fin­den. Des­we­gen ent­schie­den sie sich Ende 2016, Mit­ar­bei­ter des FLI — des Bun­des­for­schungs­in­sti­tuts für Tier­ge­sund­heit — hin­zu­zu­zie­hen. Das FLI war bereits 2015 bei der Auf­klä­rung der Ursa­chen drei­er Gehirn­ent­zün­dun­gen betei­ligt : Mona­te­lang lagen drei Bunt­hörn­chen­züch­ter in Sach­sen-Anhalt auf der Inten­siv­sta­ti­on und star­ben am Ende. Die Wis­sen­schaft­ler fan­den her­aus, dass sich die Ver­stor­be­nen bei ihren Tie­ren mit einem bis­lang unbe­kann­ten Bor­na­vi­rus ange­steckt hat­ten — dem Bunt­hörn­chen-Bor­na­vi­rus VSBV-1.

Die drei ver­stor­be­nen Pati­en­ten infi­zier­ten sich mit dem klas­si­schen Bor­na­vi­rus

Bei den nun unter­such­ten Fäl­len ent­deck­ten die For­scher dank spe­zi­el­ler Ana­ly­se­me­tho­den das klas­si­sche, etwa von Pfer­den und Scha­fen bekann­te Bor­na­vi­rus — Bor­na disea­se virus, BoDV-1. “Danach wur­de bei Gehirn­ent­zün­dun­gen bis­her nicht gesucht, weil es kei­ner­lei Hin­wei­se gab, dass es eine Rol­le spie­len könn­te”, sag­te Beer. Eine Fol­ge der neu­en Erkennt­nis­se für die Human­me­di­zin sei, dass bei unge­klär­ten Fäl­len von Gehirn­ent­zün­dun­gen auch auf Bor­na­vi­ren getes­tet wer­den soll­te — neben den ande­ren mög­li­chen Erre­gern.

Ziel sei es nun, neue Nach­weis­me­tho­den zu ent­wi­ckeln, damit Bor­na­vi­rus-Infek­tio­nen bereits in einem frü­hen oder chro­ni­schen Sta­di­um erkannt wer­den kön­nen, sag­te Hart­mut Hen­gel, Viro­lo­ge an der Uni­ver­si­tät Frei­burg und Prä­si­dent der Gesell­schaft für Viro­lo­gie. Eine der­ar­ti­ge Infek­ti­on müss­te im Fall des Organ­spen­ders vor­ge­le­gen haben, sodass die Per­son gesund erschien und Orga­ne trans­plan­tiert wer­den konn­ten. Ein drit­ter Organ­emp­fän­ger des­sel­ben Spen­ders über­leb­te die Infek­ti­on.

Wei­te­re Vor­keh­run­gen zur Absi­che­rung der Organ­spen­de hält Hen­gel gegen­wär­tig aber noch nicht für mög­lich — und ange­sichts der laut Anga­ben offen­sicht­li­chen Sel­ten­heit des Virus auch nicht für nötig. “Noch besit­zen wir kei­ne geeig­ne­ten Werk­zeu­ge, um Organ­spen­der vor­beu­gend zu tes­ten”, sag­te der Pro­fes­sor. Zudem ist unklar, ob in den nun doku­men­tier­ten Fäl­len Vor­er­kran­kun­gen eine Rol­le spie­len.

Man­che Wis­sen­schaft­ler sahen im Bor­na­vi­rus einen Fak­tor beim Ent­ste­hen von Depres­sio­nen und Schi­zo­phre­nie

In der Ver­gan­gen­heit gab es bereits eine wis­sen­schaft­li­che Kon­tro­ver­se um das Virus und sei­ne Gefähr­lich­keit. Am RKI hat­ten Wis­sen­schaft­ler seit Beginn der 90er-Jah­re zu mög­li­chen Bor­na­vi­rus-Infek­tio­nen des Men­schen geforscht — aller­dings wur­de die Arbeit 2005 ein­ge­stellt. Trotz jah­re­lan­ger Bemü­hun­gen habe man kei­nen belast­ba­ren Hin­weis auf eine Gefähr­dung des Men­schen gefun­den, hieß es damals. Ver­meint­li­che Bor­na­vi­rus-Nach­wei­se in mensch­li­chen Pro­ben wur­den spä­ter auf Ver­un­rei­ni­gun­gen im Labor zurück­ge­führt. Viel Beach­tung hat­te das The­ma auch des­halb gefun­den, weil man­che der Wis­sen­schaft­ler das Bor­na­vi­rus als Fak­tor beim Ent­ste­hen von Krank­hei­ten wie Depres­si­on und Schi­zo­phre­nie betrach­te­ten.

Mar­tin Beer vom FLI beton­te jedoch : “Man muss die aktu­el­len Ein­zel­fäl­le ein­deu­tig von den Dis­kus­sio­nen der ver­gan­ge­nen 20 Jah­re und den dama­li­gen Unter­su­chun­gen abtren­nen. Wir sehen jetzt eine ganz kla­re Sym­pto­ma­tik, wir haben Todes­fäl­le, und in den Pro­ben der ver­stor­be­nen Pati­en­ten las­sen sich sehr gro­ße Men­gen an Virus-Geno­men nach­wei­sen.” In einem mit Bun­des­mit­teln geför­der­ten Kon­sor­ti­um namens “Zoo­BoCo” wol­len For­scher meh­re­rer deut­scher Insti­tu­te den offe­nen Fra­gen zum Bor­na­vi­rus nach­ge­hen — etwa, was Risi­ko­ge­bie­te oder das Ein­drin­gen des Virus in den mensch­li­chen Orga­nis­mus betrifft.

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(rt deutsch/dpa)

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Mindestens 13 Menschen bei Hochhaus-Brand in Ho-Chi-Minh-Stadt umgekommen


Das Feu­er brach am Frei­tag mit­ten in der Nacht aus zunächst unge­klär­ter Ursa­che in der Tief­ga­ra­ge der 20-stö­cki­gen Anla­ge aus. Die Behör­den schlos­sen auch Brand­stif­tung nicht aus.

In dem ver­hält­nis­mä­ßig moder­nen Kom­plex “Cari­na Pla­za” spiel­ten sich dra­ma­ti­sche Sze­nen ab. Die meis­ten Bewoh­ner wur­den von den Flam­men im Schlaf über­rascht. Meh­re­re Men­schen spran­gen in ihrer Ver­zweif­lung aus obe­ren Stock­wer­ken in die Tie­fe.

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Über­le­ben­de berich­te­ten, dass es kei­ner­lei Feu­er­alarm gege­ben habe. Auch die Lösch­an­la­gen in den Decken hät­ten nicht funk­tio­niert. Ein Bewoh­ner sag­te dem Online-Maga­zin “Tuoi Tre”: “Die Sprink­ler­an­la­ge hat ein­fach ver­sagt. Wir haben das Feu­er erst regis­triert, als der Rauch und die Hit­ze im 14. Stock anka­men.”

In dem Gebäu­de­kom­plex, der 2009 fer­tig­ge­stellt wur­de, woh­nen mehr als 700 Fami­li­en. Meh­re­re staat­li­che Medi­en berich­te­ten unter Beru­fung auf die Poli­zei, dass es in der Tief­ga­ra­ge gegen 1.30 Uhr Orts­zeit (19.30 MEZ) eine Explo­si­on gege­ben habe.

Die Feu­er­wehr brauch­te drei Stun­den, um den Brand unter Kon­trol­le zu brin­gen. Die Behör­den lei­te­ten Ermitt­lun­gen ein, um den Her­gang zu klä­ren. (dpa)

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Wenn Trump schweigt : Paketbomben töten und verletzten mehrere Menschen in Texas


Man soll­te mei­nen, das sei eine gro­ße Sache : Am 2. und 12. März explo­dier­ten ins­ge­samt drei Paket­bom­ben an den Tür­schwel­len von Bewoh­nern der texa­ni­schen Groß­stadt Aus­tin. Die mit Nägeln und wei­te­rem Mate­ri­al gefüll­ten Paket­bom­ben lie­ßen ABC News zufol­ge den Schluss zu, dass es sich bei den Bau­ern um “hoch­qua­li­fi­zier­te” Bom­ben­kon­struk­teu­re han­deln müs­se. Die hand­ge­mach­ten Bom­ben erweck­ten den Ein­druck nor­ma­ler Ver­sand­pa­ke­te, explo­dier­ten aber, sobald der Emp­fän­ger sie in die Hand nahm.

Die Bom­ben wie­sen dem­nach eine Sicher­heits­funk­ti­on auf, die es dem oder den Bom­ben­bau­ern erlaubt habe, die­se ohne Gefähr­dung des eige­nen Lebens zu trans­por­tie­ren.

Zwei Men­schen ver­lo­ren bei den Explo­sio­nen ihr Leben, zwei wei­te­re wur­den schwer ver­letzt. Es dau­ert jedoch zehn Tage, bis die US-Öffent­lich­keit etwa davon erfuhr, dass der 39 Jah­re alte Antho­ny Ste­phan Hou­se durch den explo­si­ven Inhalt des ers­ten, an ihn adres­sier­ten Pakets “zer­fetzt” wur­de :

Sei­ne Klei­dung wur­de eben­so zer­fetzt wie sein Gesicht”, erin­nert sich ein Nach­bar, der aus dem Haus eil­te und den leb­lo­sen Kör­per des Pro­jekt­ma­na­gers vor­fand.

Eine Stun­de spä­ter ver­starb Hou­se im Kran­ken­haus. Die ört­li­che Poli­zei ord­ne­te den Tod zunächst als Mord ein, bevor sie die­se Theo­rie jedoch ver­warf, da sich das Opfer mit der Paket­bom­be auch selbst getö­tet haben könn­te. Der stell­ver­tre­ten­de Poli­zei­chef der Stadt Aus­tin, Joseph Cha­con erklär­te dar­auf­hin, dass die Poli­zei davon aus­ge­he, dass es sich um “einen iso­lier­ten Vor­fall han­de­le und dass es kei­ne fort­lau­fen­de Bedro­hung der Gemein­de gäbe”.

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Dann explo­dier­te am 12. März in der Küche einer texa­ni­schen Fami­lie ein wei­te­res Paket, nach­dem die geplan­te Zün­dung an der Tür­schwel­le fehl­schlug. Bei der Deto­na­ti­on ver­lor ein 17-Jäh­ri­ger sein Leben, wäh­rend sei­ne Mut­ter schwer ver­letzt wur­de. Bei dem getö­te­ten Jugend­li­chen, Sohn eines renom­mier­ten Zahn­arz­tes, han­del­te es sich um den begab­ten Musi­ker und Musik­sti­pen­dia­ten Dray­len Mason.

Die vor­erst letz­te Paket­bom­be explo­dier­te eben­falls am 12. März und ver­wun­de­te eine 75-jäh­ri­ge Frau schwer. Die ört­li­che Poli­zei geht jedoch davon aus, dass das Paket nicht für sie bestimmt war. Nach Anga­ben eines Offi­zi­el­len “war das eigent­li­che Ziel eine ande­re Per­son, die mit den Fami­li­en Hou­se und Mason ver­bun­den sein könn­te”.

US-Prä­si­dent Donald Trump äußer­te sich bis­lang jedoch nicht wie gewohnt mit dras­ti­schen Wor­ten zu den Anschlä­gen auf US-Bür­ger. Nicht einen ein­zi­gen Tweet schrieb Trump, in dem er sei­ne Anteil­nah­me für die Opfer und deren Fami­li­en zum Aus­druck gebracht hät­te.

Der­weil wer­den Par­al­le­len zum soge­nann­ten Unabom­ber Ted Kac­zyn­ski gezo­gen, der zwi­schen 1978 und 1995 eben­falls mit Paket­bom­ben drei Men­schen töte­te und wei­te­re 23 Per­so­nen ver­letz­te. Die jüngs­ten Vor­fäl­le in Texas sind seit­dem die ers­te ver­gleich­ba­re Mord­se­rie.

Der­weil ver­wies ABC News bei den aktu­el­len Fäl­len auf fol­gen­den Umstand :

Die Behör­den bemü­hen sich im Fall bis­lang ver­ge­bens um die Ermitt­lung eines Motivs. Nach Anga­ben der Quel­len wur­den bis­lang kei­ne fami­liä­ren Ver­bin­dun­gen oder ande­re offen­sicht­li­che Ver­bin­dun­gen zwi­schen den Opfern aus­ge­macht.

Der Poli­zei­chef der Stadt Aus­tin, Bri­an Man­ley, erklär­te laut ABC nach der letz­ten Blut­tat :

Es gibt eini­ge kon­kre­te Hin­wei­se, die uns ver­mu­ten las­sen, dass alle drei Pake­te von ein und der­sel­ben Per­son her­ge­stellt wur­den.

Eine Ver­bin­dung gibt es aller­dings zwi­schen den Opfern : Die bei­den Todes­op­fer und eine der Schwer­ver­letz­ten sind alle­samt Afro­ame­ri­ka­ner. Bei der wei­te­ren Schwer­ver­letz­ten han­delt es sich um Espe­r­an­za Her­re­ra, eine Frau mit latein­ame­ri­ka­ni­schen Wur­zeln. Die inves­ti­ga­ti­ve Nach­rich­ten­sei­te The Inter­cept weist auf eine wei­te­re Ver­bin­dung hin. Dem­nach erklär­te Nel­son Lin­der von der Natio­nal Asso­cia­ti­on for the Advan­ce­ment of Colo­red Peop­le (NAACP), dass alle Opfer­fa­mi­li­en die afro­ame­ri­ka­ni­sche Kir­chen­ge­mein­de in Aus­tin besuch­ten.

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Boko Haram greift Militärstützpunkt in Nigeria an – mindestens elf Menschen tot


Die Streit­kräf­te äußer­ten sich bis­her aber noch nicht zu ihren Ver­lus­ten bei dem Angriff. Nige­ria­ni­sche Medi­en spe­ku­lier­ten, dass es vie­le Opfer gege­ben habe. Zum Zeit­punkt des Angriffs befan­den sich nach UN-Anga­ben mehr als 40 huma­ni­tä­re Hel­fer in Rann. Die Hilfs­lie­fe­run­gen in die Gegend wur­den vor­über­ge­hend ein­ge­stellt. UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res ver­ur­teil­te die Atta­cke.

In der ange­grif­fe­nen Klein­stadt Rann leben rund 55.000 Men­schen in einem Lager für Bin­nen­flücht­lin­ge. Rund 3.000 Hel­fer ver­su­chen im Nord­os­ten Nige­ri­as die von Boko Haram aus­ge­lös­te huma­ni­tä­re Kri­se zu bewäl­ti­gen. UN-Anga­ben zufol­ge sind dort etwa fünf Mil­lio­nen Men­schen auf Nah­rungs­mit­tel­hil­fe ange­wie­sen. Rund 2,5 Mil­lio­nen Men­schen sind vor der Gewalt geflo­hen. (dpa)

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Argentinien : 400.000 Menschen demonstrierten in Buenos Aires gegen Macris Kürzungspolitik


von Maria Mül­ler

Das Auf­ge­bot an Men­schen über­traf bei wei­tem die Erwar­tun­gen im Vor­feld der Zusam­men­kunft. Von ver­schie­de­nen Orga­ni­sa­to­ren wer­den Zah­len zwi­schen 350.000 und 400.000 Teil­neh­mer genannt, der Innen­mi­nis­ter sprach von 150.000.

Die Gewerk­schaf­ten pro­tes­tie­ren unter ande­rem gegen ver­zö­ger­te Lohn­ver­hand­lun­gen. Die Löh­ne blie­ben weit hin­ter der Infla­ti­on zurück. Eine neue Wel­le von Mas­sen­ent­las­sun­gen im öffent­li­chen und pri­va­ten Sek­tor ver­tieft die Arbeits­lo­sig­keit. Sozi­al­pro­gram­me der vor­he­ri­gen Regie­rung sind dras­tisch gekürzt wor­den. Selbst die Pen­sio­nen für Behin­der­te wer­den weit­ge­hend gestri­chen. Die Ren­ten rei­chen nicht zum Leben. Heu­te wird in armen Tei­len der Bevöl­ke­rung wie­der gehun­gert.

Die Regie­rung Macri will den Gewerk­schaf­ten Tarif­ver­trä­ge mit weni­ger Arbeit­neh­mer­rech­ten und mit Ergeb­nis­sen auf­zwin­gen, die hin­ter den Preis­er­hö­hun­gen zurück­blei­ben”,

rief ein Red­ner von der Tri­bü­ne in die Men­ge. Die Gewerk­schaf­ten pla­nen in den nächs­ten Wochen sogar einen Gene­ral­streik.

Auch die Infla­ti­on ist seit Macris Regie­rungs­an­tritt nicht zu stop­pen. Sie betrug im ver­gan­ge­nen Jahr 24,8 Pro­zent und war nach Vene­zue­la die höchs­te Ame­ri­kas. Laut Regie­rung soll sie 2018 auf 15 Pro­zent sin­ken, doch Macris Wirt­schafts­pro­gno­sen ver­lie­ren immer mehr an Glaub­wür­dig­keit. Die Aus­lands­ver­schul­dung Argen­ti­ni­ens ist eine der höchs­ten in der Geschich­te des Lan­des, da die Regie­rung unge­hemmt Kre­di­te auf­ge­nom­men hat. Im ver­gan­ge­nen Jahr betrug sie 7,6 Mil­li­ar­den Dol­lar.

Mau­ricio Macri stellt sei­ne neo­li­be­ra­len Rezep­te als unver­meid­bar dar, um den ver­schul­de­ten Staats­haus­halt zu sanie­ren. Doch tat­säch­lich ver­an­lass­te er unter ande­rem als “geheim” dekla­rier­te Waf­fen­käu­fe, die die Ver­schul­dung noch wei­ter erhö­hen.

Er ließ den argen­ti­ni­schen Staats­haus­halt für das Jahr 2018 nach­träg­lich um 15,7 Mil­li­ar­den Pesos erhö­hen. Der Pos­ten ist laut Nach­for­schun­gen des Por­tals El Disen­so für den Kauf von vier Kriegs­schif­fen, sechs Kampf­flug­zeu­gen und einer gro­ßen Zahl leich­ter Waf­fen aus Frank­reich bestimmt.

Hofft Macri, mit die­sen Gefäl­lig­kei­ten den fran­zö­si­schen Wider­stand gegen den geplan­ten Frei­han­dels­ver­trag zwi­schen der EU und dem MERCOSUR über­win­den zu kön­nen ?

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Transparency International : Bulgaren und Rumänen erleben mehr Korruption als Menschen in Ruanda


Er sieht Rumä­ni­en der­zeit auf Platz 59. Bul­ga­ri­en auf Rang 71. Ruan­da belegt Platz 48, Sau­di-Ara­bi­en teilt sich den 57. Platz mit EU-Mit­glied Kroa­ti­en. Das Schluss­licht (Platz 180) bil­det, wie schon in den Vor­jah­ren, Soma­lia. Den Spit­zen­platz hält aktu­ell Neu­see­land, gefolgt von Däne­mark und Finn­land. Deutsch­land sank im Ver­gleich zum Vor­jahr um zwei Plät­ze ab auf Rang Zwölf.

Ost­eu­ro­pa und die Staa­ten Zen­tral­asi­ens erreich­ten auf der TI-Ska­la dies­mal nur einen Wert von 34 und schnei­den damit auch ins­ge­samt kaum bes­ser ab als die afri­ka­ni­schen Staa­ten süd­lich der Saha­ra (32). Zum Ver­gleich : den bes­ten Wert erzielt West­eu­ro­pa (66), gefolgt von Nord- und Süd­ame­ri­ka sowie der Asi­en-Pazi­fik-Regi­on (jeweils 44).

Besorgt zeig­te sich die Anti­kor­rup­ti­ons-Orga­ni­sa­ti­on über die Ent­wick­lung in Ungarn. Die Par­tei von Minis­ter­prä­si­dent Vik­tor Orban hat­te mit dem Ver­spre­chen, die Kor­rup­ti­on zu bekämp­fen, zwar Wäh­ler mobi­li­sie­ren kön­nen. Was die von den Exper­ten beklag­te Kor­rup­ti­on angeht, so hat sich die Situa­ti­on in Ungarn in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren jedoch ver­schlech­tert. Wur­de 2012 noch ein Wert von 55 gemes­sen, so lan­det das Land aktu­ell mit einem Wert von 45 auf Platz 66. Damit liegt Ungarn einen Platz über dem Sene­gal, dem Trans­pa­r­en­cy für die ver­gan­ge­nen Jah­re deut­li­che Fort­schrit­te in Sachen Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung beschei­nigt. (dpa)

Mehr lesen — Novar­tis-Skan­dal in Grie­chen­land — Will­kom­me­nes Ablen­kungs­ma­nö­ver für Tsi­pras-Regie­rung ?

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Studie : Mehr als 5.000 Menschen in Paris obdachlos


In der nun ver­öf­fent­lich­ten Zahl ent­hal­ten sind knapp 3.000 Men­schen, die in der betrof­fe­nen Nacht unter frei­em Him­mel und auf Bahn­hö­fen ange­trof­fen wur­den, wie der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter von Paris, Bru­no Jul­li­ard, auf Twit­ter mit­teil­te. Hin­zu kom­men mehr als 2.000 wei­te­re Obdach­lo­se, die im Rah­men von Käl­te- und Win­ter­pro­gram­men der Stadt pro­vi­so­risch unter­ge­bracht waren, etwa in Turn­hal­len.

Es dürf­te jedoch noch mehr Woh­nungs­lo­se im Groß­raum Paris geben. Die Zäh­ler durch­streif­ten nur das eigent­li­che Stadt­ge­biet der fran­zö­si­schen Haupt­stadt, nicht die Vor­or­te. Zudem wur­den Böschun­gen am Ran­de von Schnell­stra­ßen oder Bau­stel­len nicht nach Obdach­lo­sen abge­sucht, wie die Zei­tung Le Mon­de berich­te­te. (dpa)

Mehr zum The­ma — Obdach­lo­sig­keit : Die unbe­kann­te Sei­te des Sili­con Val­ley

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Selbstmordattentäterinnen töten 18 Menschen im Nordosten Nigerias


Die Poli­zei geht davon aus, dass die isla­mis­ti­sche Ter­ror­grup­pe Boko Haram hin­ter dem Anschlag steht. Der Nord­os­ten Nige­ri­as, ins­be­son­de­re der Bun­des­staat Bor­no, ist ein Rück­zugs­ge­biet der Isla­mis­ten und wird häu­fig von Anschlä­gen erschüt­tert. Seit dem Jahr 2009 sind bei Anschlä­gen der Ter­ro­ris­ten Zehn­tau­sen­de Men­schen ums Leben gekom­men, geschätzt rund 2,5 Mil­lio­nen sind aus ihrer Hei­mat geflo­hen. Mit der Gewalt will Boko Haram die Anwen­dung der Scha­ria durch­set­zen. Die Anhän­ger der Miliz leh­nen sich gegen das west­li­che Bil­dungs­mo­dell auf und wol­len in der Regi­on einen soge­nann­ten Got­tes­staat grün­den. (dpa)

Mehr zum The­ma — Min­des­tens 15 Tote nach zwei Selbst­mord­an­schlä­gen in Nige­ria

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