Taifun “Lekima” wütet in China : Eine Million Menschen muss in Sicherheit gebracht werden


Mit hef­ti­gem Regen, hohen Wel­len und Sturm­bö­en hat der Tai­fun “Leki­ma” das chi­ne­si­sche Fest­land erreicht. Der Wir­bel­sturm, für den die Behör­den die höchs­te Warn­stu­fe “Rot” aus­ge­ge­ben hat­ten, wüte­te am Sams­tag­mor­gen zunächst in der ost­chi­ne­si­schen Stadt Wen­ling und zog dann wei­ter Rich­tung Nor­den. Nach­dem der Sturm etwas an Kraft ver­lo­ren hat­te, senk­te das staat­li­che Wet­ter­amt am Sams­tag die Warn­stu­fe für den Tai­fun auf “Oran­ge”. Die Behör­den warn­ten, dass es wegen der Natur­ge­walt zu Erd­rut­schen kom­men kön­ne. Nach Anga­ben der Nach­rich­ten­agen­tur Xin­hua muss­te mehr als eine Mil­li­on Men­schen in Sicher­heit gebracht wer­den.

In Shang­hai wur­den vie­le Sehens­wür­dig­kei­ten, Muse­en und Parks geschlos­sen. Erst­mals muss­te auch das im Jahr 2016 eröff­ne­te Dis­ney­land wegen des Unwet­ters geschlos­sen blei­ben. Zahl­rei­che Schnell­zug­ver­bin­dun­gen im Osten Chi­nas wur­den ein­ge­stellt. Hun­der­te Flü­ge fie­len aus.

Zuvor hat­te der Tai­fun am Frei­tag in Japan und Tai­wan gewü­tet. Er brach­te viel Regen nach Nord­tai­wan, in der Fol­ge waren nach Behör­den­an­ga­ben mehr als 3.000 Haus­hal­te ohne Strom. Mehr als 500 Flü­ge wur­den gestri­chen. Ein 64-jäh­ri­ger Mann kam beim Baum­fäl­len ums Leben. Min­des­tens vier Men­schen in der Prä­fek­tur Oki­na­wa wur­den ver­letzt. Mehr als 2.500 Men­schen in hoch­was­ser­ge­fähr­de­ten Gebie­ten wur­den in Sicher­heit gebracht.

Leki­ma” ist der neun­te Tai­fun in der Regi­on in die­sem Jahr. Die kräf­ti­gen Wir­bel­stür­me tre­ten immer wie­der in den Som­mer­mo­na­ten auf und beein­träch­ti­gen zahl­rei­che Staa­ten in Süd­ost­asi­en. (dpa)

Mehr zum The­ma — Indi­en : Zug steckt in Mon­sun­flu­ten fest – 700 Rei­sen­de wer­den mit Boo­ten und Hub­schau­bern eva­ku­iert

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Inmitten regionaler Spannungen : Über 2 Millionen Menschen begeben sich auf Pilgerreise nach Mekka


Ein­mal in sei­nem Leben soll sich ein gläu­bi­ger Mus­lim auf die Pil­ger­rei­se nach Mek­ka in Sau­di-Ara­bi­en bege­ben. Ins­ge­samt 2,5 Mil­lio­nen Men­schen wer­den die­ses Jahr erwar­tet, die Mehr­heit davon aus dem Aus­land. Hatim bin Hassan Qadi, sau­di­scher Haddsch-Minis­ter erklär­te dazu : 

Mehr als 1,8 Mil­lio­nen Visa wur­den Online, ohne die Not­wen­dig­keit eines Ver­mitt­lers, ver­ge­ben. 

Sie­ben­mal sol­len die Pil­ger die Kaa­ba umrun­den. Die gro­ße mus­li­mi­sche Pil­ger­fahrt, der Haddsch, fin­det nur ein­mal im Jahr wäh­rend des Pil­ger­mo­nats statt. Es ist die fünf­te Säu­le des Islam. Män­ner klei­den sich in wei­ße Tücher, Frau­en dür­fen sich nicht voll­ver­schlei­ern. Es ist den Pil­gern ver­bo­ten sich die Haa­re zu käm­men, Haa­re und Nägel zu schnei­den. 

Die Sicher­heits­kräf­te sei­en auf den Ansturm vor­be­rei­tet, es gäbe zudem 35.0000 kli­ma­ti­sier­te Zel­te. Die Pil­ger wer­den in Grup­pen ihrer Natio­na­li­tät ent­spre­chend unter­teilt und rei­sen in Bus­sen oder zu Fuß in den Stadt­teil Mina. Dort wer­den die Gläu­bi­gen den Berg Ara­fat zum Gebet bestei­gen und den Teu­fel sym­bo­lisch mit Stei­nen bewer­fen. Anschlie­ßend folgt die Umrun­dung der Kaa­ba. 

Unter den Pil­gern sind die­ses Jahr auch 88.550 Ira­ner, berich­tet die Nach­rich­ten­agen­tur Tas­nim. Im Jahr 2015 wur­den 2.300 Gläu­bi­ge wäh­rend einer Mas­sen­pa­nik getö­tet. Unter den Opfern befan­den sich zahl­rei­che Ira­ner und Tehe­ran mach­te Riad für feh­len­de Sicher­heits­maß­nah­men ver­ant­wort­lich.

Der Rats­vor­sit­zen­de der bei­den Hei­li­gen Mosche­en rich­te­te sich an die Pil­ger, die hei­li­ge Rei­se nicht poli­tisch zu instru­men­ta­li­sie­ren. Die Gläu­bi­gen soll­ten mit der Poli­zei und ande­ren Sicher­heits­kräf­ten koope­rie­ren, um ihre Sicher­heit zu garan­tie­ren.

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Kampf gegen Braindrain : Polen schafft Einkommenssteuer für Menschen unter 26 Jahren ab


Mit der Vor­schrift will Polens natio­nal­kon­ser­va­ti­ve Regie­rungs­par­tei Recht und Gerech­tig­keit (PiS) nach eige­nen Anga­ben die Beschäf­ti­gung unter jun­gen Men­schen erhö­hen und Schwarz­ar­beit ver­hin­dern. Neben dem Alter ist ein Brut­to­jah­res­ein­kom­men bis zu etwa umge­rech­net 20.000 Euro Vor­aus­set­zung für die Steu­er­erleich­te­run­gen. Unter­neh­mens­grün­der sind von der Rege­lung aus­ge­schlos­sen.

Nach Anga­ben der pol­ni­schen Regie­rung wer­den von dem Gesetz etwa zwei Mil­lio­nen jun­ge Men­schen in Polen pro­fi­tie­ren. Wirt­schafts­ex­per­ten wer­ten es außer­dem als Anreiz für jun­ge Ukrai­ner. Wegen Fach­kräf­te­man­gels ist Polen auf Arbeits­kräf­te aus dem Aus­land ange­wie­sen. Seit meh­re­ren Jah­ren wan­dern vor allem Ukrai­ner wegen der schlech­ten Wirt­schafts­si­tua­ti­on in ihrem Land ins benach­bar­te Polen aus. Nach Anga­ben des Sta­tis­tik­am­tes stell­te Polen im Jahr 2018 die meis­ten Arbeits­ge­neh­mi­gun­gen für Aus­län­der an Ukrai­ner aus (73 Pro­zent).

Mehr zum The­ma — Wis­sen­schaft­ler pro­gnos­ti­zie­ren : Ost- und Süd­ost­eu­ro­pa vor dra­ma­ti­schem Arbeits­kräf­te­man­gel

Gegen die Steu­er­be­frei­ung für jun­ge Men­schen gibt es aber auch Kri­tik. Sie wür­de gegen das in der Ver­fas­sung ver­an­ker­te Gleich­heits­prin­zip ver­sto­ßen, schreib die Wirt­schafts­kam­mer von Polen in einer Ana­ly­se. Eine Bevöl­ke­rungs­grup­pe wer­de unbe­grün­det bevor­zugt.

Die Oppo­si­ti­on bemän­gelt außer­dem, die War­schau­er Regie­rung wür­de weni­ge Mona­te vor der Wahl im Herbst mit einem üppi­gen Sozi­al­pro­gramm auf Stim­men­fang gehen. Die PiS führ­te neben den Steu­er­erleich­te­run­gen unter ande­rem eine Erhö­hung des Kin­der­gelds und eine zusätz­li­che Ren­te für Senio­ren ein. (dpa)

Mehr zum The­ma — Von der Ley­ens nächs­tes Fett­näpf­chen in Kroa­ti­en

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Umweltschutzexperte : Brasiliens Pestizide gefährden Menschen in aller Welt durch Agrarexporte


Seit Jah­res­be­ginn wur­den in Bra­si­li­en 262 Arten von Pes­ti­zi­den zuge­las­sen sowie Vor­schrif­ten für zahl­rei­che als “extrem toxisch” betrach­te­te Che­mi­ka­li­en gelo­ckert. Die Gefah­ren, die die Pflan­zen­schutz­mit­tel für die Gesund­heit der Men­schen und Tie­re dar­stel­len, gehen jedoch weit über die Gren­zen des ein­zel­nen Staa­tes hin­aus, mei­nen Exper­ten.

Die in der EU ver­bo­te­nen Pes­ti­zi­de wer­den in der EU pro­du­ziert und keh­ren dann zu EU-Bür­gern in den Lebens­mit­teln zurück, die wir essen”,

erklär­te der Umwelt­jour­na­list und Mit­be­grün­der der Denk­fa­brik Green Eco­no­mic Insti­tu­te, Oli­ver Tickell, gegen­über RT. Ihm zufol­ge stellt Bra­si­li­en als einer der größ­ten Soja-Expor­teu­re der Welt einen wich­ti­gen Absatz­markt für Nutz­tier­fut­ter dar. So kön­nen sich zum Bei­spiel euro­päi­sche Kon­su­men­ten nie sicher sein, ob es sich bei einem appe­tit­li­chen Steak auf ihrem Tel­ler nicht doch um ein Rind han­delt, das mit von Pes­ti­zi­den ver­seuch­ter Soja gefüt­tert wor­den war.

In Bezug auf die Reich­wei­te des Pro­blems warn­te Tickell fer­ner :

Das Pro­blem beläuft sich nicht nur auf Bra­si­li­en, bra­si­lia­ni­sche Bür­ger, Ein­woh­ner der Pro­vinz, die den Pes­ti­zi­den aus­ge­setzt sind, Kon­su­men­ten und Land­wir­te. Das betrifft in der Tat Men­schen aus aller Welt durch Bra­si­li­ens Agrar­ex­por­te.

Die Ent­schei­dung der bra­si­lia­ni­schen Natio­na­len Behör­de für Gesund­heits­über­wa­chung (Anvi­sa), bestehen­de Bestim­mun­gen für den Ver­trieb und Ein­satz von Pes­ti­zi­den zu lockern, stieß auf star­ke Gegen­re­ak­tio­nen von Umwelt­schutz­grup­pen und Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen. Laut den neu­en Vor­schrif­ten wer­den nur poten­zi­ell lebens­ge­fähr­li­che Che­mi­ka­li­en als “extrem toxisch” ein­ge­stuft. Mit den Ände­run­gen erfüllt Prä­si­dent Bol­so­na­ro sei­ne weit­läu­fig umstrit­te­nen Wahl­ver­spre­chen, bra­si­lia­ni­sche Umwelt­schutz­be­stim­mun­gen auf­zu­he­ben und geschütz­te Regen­wald­flä­chen für Berg- und Acker­bau frei­zu­ge­ben.

Auch vor Bol­so­na­ros Amts­an­tritt waren bereits meh­re­re Dut­zend Pes­ti­zid­ar­ten, dar­un­ter Par­aquat und Chlor­py­rif­os, in Bra­si­li­en erlaubt, deren Nut­zung in der EU streng regu­liert oder gar strikt ver­bo­ten ist. Laut Anga­ben von Human Rights Watch setzt Bra­si­li­en jähr­lich cir­ca 400.000 Ton­nen Pes­ti­zi­de ein. Wäh­rend offi­zi­el­le Sta­tis­ti­ken Bra­si­li­en als größ­ten Pes­ti­zid­kon­su­men­ten der Welt aus­wei­sen, wies die bra­si­lia­ni­sche Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Tere­za Cris­ti­na die Anschul­di­gun­gen zurück und warf Kri­ti­kern selbst “Daten­ma­ni­pu­la­ti­on” und “Ter­ro­ris­mus” vor.

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Wohnungslosenhilfe : 650.000 Menschen ohne eigene Wohnung


In Deutsch­land haben Schät­zun­gen zufol­ge etwa 650.000 Men­schen kei­ne eige­ne Woh­nung. Die meis­ten von ihnen leben in Not­quar­tie­ren. Von Obdach­lo­sig­keit betrof­fen sei­en etwa 48.000 Men­schen. Das berich­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Medi­en­grup­pe unter Beru­fung auf Schät­zun­gen der Bun­des­ar­beits­ge­mein­schaft Woh­nungs­lo­sen­hil­fe (BAGW) für 2017.

Unter den Woh­nungs­lo­sen sind dem­nach auch 375.000 aner­kann­te Asyl­su­chen­de und Flücht­lin­ge in Flücht­lings­un­ter­künf­ten und Erst­auf­nah­me­ein­rich­tun­gen der Bun­des­län­der. Nimmt man die
Geflüch­te­ten aus der Zäh­lung, waren im Jahr 2017 dem Bericht zufol­ge rund 275.000 Men­schen ohne Woh­nung in Deutsch­land.

Die Arbeits­ge­mein­schaft schätzt die Zahl der Kin­der und Jugend­li­chen unter die­sen Woh­nungs­lo­sen auf acht Pro­zent ; im Jahr 2017 waren in ganz Deutsch­land 22.000 jun­ge Men­schen ohne Woh­nung. Die meis­ten Betrof­fe­nen sei­en Män­ner, ein Vier­tel Frau­en. Die Stu­die soll an die­sem Diens­tag in Ber­lin vor­ge­stellt wer­den.

Unter den rund 48.000 Obdach­lo­sen, die nicht in einer Wohn­un­ter­kunft des Staa­tes leben, son­dern auf der Stra­ße schla­fen, sind vie­le Men­schen aus ande­ren EU-Staa­ten, vor allem aus Ost­eu­ro­pa. Die “Stra­ßen­ob­dach­lo­sig­keit” sei stark durch die Zuwan­de­rung aus EU-Län­dern nach Deutsch­land geprägt, schreibt die BAGW in ihrer Ana­ly­se der aktu­el­len Zah­len.

Im Kampf gegen Woh­nungs- und Obdach­lo­sig­keit müs­se ein bestimm­ter Anteil sozi­al gebun­de­ner Woh­nun­gen aus­drück­lich für Woh­nungs­lo­se bereit­ge­stellt wer­de, for­dert Were­na Rosen­ke, Geschäfts­füh­re­rin der BAGW. “Benö­tigt wer­den pro Jahr 80.000 bis 100.000 neue Sozi­al­woh­nun­gen und wei­te­re 100.000 bezahl­ba­re Woh­nun­gen”, schreibt der Ver­ein in einer Bewer­tung der aktu­el­len Zah­len.

Nach Anga­ben des Insti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW) wur­den im Jahr 2018 bun­des­weit 287.000 Woh­nun­gen fer­tig­ge­stellt. Aller­dings gebe es in gro­ßen Städ­ten einen gra­vie­ren­den Woh­nungs­man­gel, in klei­ne­ren Städ­ten und auf dem Land dage­gen Leer­stän­de und ein Über­an­ge­bot.

Der Bun­des­ver­band deut­scher Woh­nungs- und Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men GdW wies kürz­lich dar­auf hin, dass bei preis­wer­ten Miet­woh­nun­gen nur die Hälf­te des Neu­bau­be­darfs bun­des­weit gedeckt wer­den konn­te und bei Sozi­al­woh­nun­gen noch weni­ger.

Mehr zum The­ma — Ber­lin : Poli­zei­ein­satz gegen Obdach­lo­se sorgt für Empö­rung

(rt deutsch/dpa)

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Trump : Könnte Afghanistan-Krieg in einer Woche gewinnen, aber will nicht 10 Millionen Menschen töten


Wäh­rend eines Tref­fens mit dem paki­sta­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Imran Khan im Wei­ßen Haus am Mon­tag erklär­te US-Prä­si­dent Donald Trump :

Ich könn­te die­sen Krieg in einer Woche gewin­nen. (…) Afgha­ni­stan wür­de vom Erd­bo­den ver­schluckt wer­den (…) buch­stäb­lich in 10 Tagen.” Aber, wohl zur Beru­hi­gung der Afgha­nen, füg­te er hin­zu : “Ich will die­sen Weg nicht gehen. (…) Ich will kei­ne 10 Mil­lio­nen Men­schen töten.”

Statt­des­sen, so Trump, wer­de Paki­stan hel­fen, die USA aus dem lan­gen Krieg in Afgha­ni­stan zu “befrei­en”, in den sich die frü­he­ren US-Regie­run­gen ver­wi­ckelt hat­ten.

Wir sind dort seit 19 Jah­ren, und wir haben als Poli­zis­ten gehan­delt, nicht als Sol­da­ten”, sag­te Trump.

Der US-Prä­si­dent füg­te hin­zu, dass er bereits eini­ge US-Trup­pen aus Afgha­ni­stan abge­zo­gen habe.

Paki­stans Minis­ter­prä­si­dent Khan erklär­te, dass man der­zeit so nah an einem Frie­dens­ab­kom­men für Afgha­ni­stan sei wie noch nie, und drück­te sei­ne Hoff­nung aus, dass die afgha­ni­sche Regie­rung in den kom­men­den Wochen zustim­men wür­de, Gesprä­che mit den Tali­ban zu füh­ren.

Der US-Son­der­ge­sand­te für Aus­söh­nung, Sal­maj Cha­lilsad, führt seit Mona­ten Gesprä­che mit den Tali­ban und hat im Janu­ar eine “Grund­satz­ver­ein­ba­rung” über den Abzug aus­län­di­scher Trup­pen aus Afgha­ni­stan erreicht, aber vie­le Fra­gen sind noch offen.

Es ist klar, dass alle Sei­ten den Krieg been­den wol­len”, hat­te Cha­lilsad damals erklärt.

(Für deut­sche Unter­ti­tel bit­te die Unter­ti­tel­funk­ti­on auf You­Tube akti­vie­ren.)

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UNO : Indien hat 271 Millionen Menschen im Zeitraum zwischen 2006 und 2016 aus der Armut befreit


Ein neu­er Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen zeigt, dass 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen in 101 Län­dern “mul­ti­di­men­sio­nal arm” sind, was bedeu­tet, dass Armut nicht nur durch das Ein­kom­men, son­dern durch eine Rei­he wei­te­rer Indi­ka­to­ren defi­niert wird.

Zu die­sen Indi­ka­to­ren gehö­ren ein schlech­ter Gesund­heits­zu­stand, eine schlech­te Arbeits­qua­li­tät und die Gefahr, Gewalt aus­ge­setzt zu sein.

In dem Bericht wur­den zehn Län­der mit einer Gesamt­be­völ­ke­rung von rund zwei Mil­li­ar­den Men­schen iden­ti­fi­ziert, die sta­tis­tisch signi­fi­kan­te Fort­schrit­te bei der Besei­ti­gung der Armut “in all ihren For­men” gezeigt haben. Die­se zehn Län­der sind Ban­gla­desch, Kam­bo­dscha, Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kon­go, Äthio­pi­en, Hai­ti, Indi­en, Nige­ria, Paki­stan, Peru und Viet­nam.

In Indi­en lit­ten im Jahr 2016 rund 271 Mil­lio­nen weni­ger Men­schen an Armut als im Jahr 2006, so die Stu­die. Das Land ver­zeich­ne­te im Berichts­zeit­raum den stärks­ten Rück­gang der mul­ti­di­men­sio­na­len Armuts­in­dex­wer­te mit gleich­zei­tig star­ken Ver­bes­se­run­gen in Berei­chen wie Ver­mö­gens­wer­te, Brenn­stoff zum Kochen, Hygie­ne und Ernäh­rung.

In den Jah­ren 2005 bis 2006 leb­ten in Indi­en etwa 640 Mil­lio­nen Men­schen (55,1 Pro­zent der Gesamt­be­völ­ke­rung) in mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut. Die­se Zahl wur­de bis in Jahr 2016 auf 369 Mil­lio­nen Men­schen (27,9 Pro­zent) redu­ziert.

Wäh­rend in Indi­en in den Jah­ren 2005 und 2006 noch 44,3 Pro­zent der Men­schen von Nah­rungs­mit­tel­knapp­heit betrof­fen waren, sank die­ser Wert bis ins Jahr 2016 auf 21,2 Pro­zent. Im sel­ben Zeit­raum ging die Kin­der­sterb­lich­keit von 4,5 Pro­zent auf 2,2 Pro­zent am Anteil der Gebur­ten­ra­te zurück. Das süd­asia­ti­sche Land hat auch sei­nen Man­gel an Brenn­stof­fen zur Nah­rungs­zu­be­rei­tung, Sani­tär­an­la­gen und Trink­was­ser deut­lich redu­ziert ; mehr Men­schen erhiel­ten Zugang zu Woh­nun­gen und Elek­tri­zi­tät. Im UN-Bericht heißt es wei­ter :

In allen zehn Län­dern sind die länd­li­chen Gebie­te ärmer als die städ­ti­schen. In Kam­bo­dscha, Hai­ti, Indi­en und Peru über­traf die [erfolg­rei­che] Armuts­be­kämp­fung in länd­li­chen Gebie­ten die in städ­ti­schen Gebie­ten, was eine armuts­ori­en­tier­te Ent­wick­lung zeigt. In Ban­gla­desch und der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go fiel die Armut in länd­li­chen und städ­ti­schen Gebie­ten im glei­chen Aus­maß.

Ins­ge­samt zeigt die Stu­die, dass von den 1,3 Mil­li­ar­den Men­schen, die von mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut betrof­fen sind, welt­weit mehr als 886 Mil­lio­nen Men­schen (rund zwei Drit­tel) in Län­dern mit mitt­le­rem Ein­kom­men leben ; wei­te­re 440 Mil­lio­nen Men­schen leben in Län­dern mit nied­ri­gem Ein­kom­men. Jedes drit­te Kind welt­weit ist mul­ti­di­men­sio­nal arm. Zum Ver­gleich : Bei den Erwach­se­nen ist es jeder sechs­te. Das bedeu­tet, dass fast die Hälf­te der Men­schen, die in mul­ti­di­men­sio­na­ler Armut leben (663 Mil­lio­nen), Kin­der sind.

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Bombenentschärfung in Frankfurt – Mehr als 16.000 Menschen von Evakuierung betroffen


Für eine Bom­ben­ent­schär­fung in Frank­furt müs­sen am kom­men­den Sonn­tag rund 16.500 Men­schen ihre Woh­nun­gen ver­las­sen. Die ame­ri­ka­ni­sche 500-Kilo-Bom­be aus dem Zwei­ten Welt­krieg war vor einer Woche bei Bau­ar­bei­ten nahe der Euro­päi­schen Zen­tral­bank in der Main­me­tro­po­le ent­deckt wor­den.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Studie : Vor allem ältere Menschen sterben durch Hitzewellen


Wie Wis­sen­schaft­ler im Bun­des­ge­sund­heits­blatt berich­ten, star­ben in den Hit­ze-Som­mern zwi­schen 2006 und 2015 in Deutsch­land rund 6.200 Men­schen. Mit­au­tor der Stu­die Mat­thi­as an der Hei­den vom Robert Koch-Insti­tut in Ber­lin sag­te :

Man sieht, dass vor allem in den Alters­grup­pen 75 bis 84 und über 85 Jah­ren ein beson­de­res Risi­ko besteht.

Mit län­ger andau­ern­der Hit­ze wird es zuneh­mend schwie­ri­ger, sich zum Schutz vor der Hit­ze in Gebäu­de zurück­zu­zie­hen, weil die­se sich eben­falls auf­hei­zen. Mat­thi­as an der Hei­den sag­te : “Gera­de Men­schen, die nicht so fle­xi­bel sind, zum Bei­spiel bett­lä­ge­rig – die sind teils noch stär­ker gefähr­det.” Wich­tig sei, dass nicht mehr hand­lungs­fä­hi­ge Men­schen genug Unter­stüt­zung bekä­men : Dass man ihnen Geträn­ke bringt oder für Erfri­schung sorgt, indem man Hän­de oder Füße in küh­les Was­ser legt, so der Wis­sen­schaft­ler. Zu den Emp­feh­lun­gen zähl­ten auch ver­meint­lich nahe­lie­gen­de Din­ge wie aus­rei­chen­des Trin­ken.

Ein­zel­ne hei­ße Tage stel­len den Ana­ly­sen zufol­ge ein weni­ger töd­li­ches Risi­ko dar – gefähr­lich wer­de es ab meh­re­ren Hit­ze­ta­gen in Fol­ge, erläu­ter­te an der Hei­den. Ab Wochen­mit­tel­tem­pe­ra­tu­ren von 20 Grad, Tages- und Nacht­wer­te ein­be­rech­net, wür­den sys­te­ma­tisch mehr Todes­fäl­le beob­ach­tet. Der­art war­me Wochen sei­en in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten deut­lich häu­fi­ger beob­ach­tet wor­den, heißt es in der Stu­die. Der Trend wer­de sich ver­mut­lich im Zuge der Kli­ma­er­wär­mung fort­set­zen “und even­tu­ell noch ver­schär­fen”. 

Wie an der Hei­den erklärt, kön­nen Ärz­te zwar Hit­ze als Todes­ur­sa­che ange­ben, tat­säch­lich gesche­he dies aber nur sehr sel­ten. Die Wis­sen­schaft­ler ana­ly­sie­ren des­halb die Ster­be­zah­len mit Blick auf Tage, an denen deut­lich mehr Men­schen ster­ben als üblich. Mit­tels eines mathe­ma­ti­schen Modells suchen sie sys­te­ma­tisch nach Zusam­men­hän­gen zwi­schen hohen Tem­pe­ra­tu­ren und erhöh­ten Ster­be­zah­len.

Wie es im Bun­des­ge­sund­heits­blatt heißt, tra­ten sechs der elf extrems­ten Hit­ze­wel­len im Zeit­raum von 1950 bis 2015 nach dem Jahr 2000 auf. Eine ein­heit­li­che Defi­ni­ti­on, ab wel­cher Dau­er von einer Hit­ze­wel­le gespro­chen wird, gebe es nicht. Um die Schwe­re zu beur­tei­len, gel­ten hit­ze­be­ding­te Todes­fäl­le als wich­ti­ge Grö­ße.

Außer­dem sei wegen der Juni-Hit­ze mit einer aktu­el­len Zunah­me der Todes­fäl­le in Deutsch­land zu rech­nen.

Mehr zum The­ma — 38,6 Grad ! Juni-Hit­ze­re­kord in Deutsch­land

(rt deutsch / dpa)

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Indien geht das Grundwasser aus : Über 100 Millionen Menschen betroffen


NITI Aayog (Hin­di für “Poli­tik­kom­mis­si­on”) wur­de 2015 in der Absicht gegrün­det, der indi­schen Regie­rung als Bera­tungs­stel­le für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung des Lan­des zur Sei­te zu ste­hen. Nun schlägt NITI Aayog Alarm und warnt vor Aus­wir­kun­gen eines spä­ter ein­set­zen­den und vor allem schwä­che­ren Mon­sun­re­gens, wie es in den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren der Fall war.

Das hat dazu geführt, dass in der Mil­lio­nen­stadt Chen­nai am Golf von Ben­ga­len ein extre­mer Was­ser­man­gel aus­ge­bro­chen ist. Flüs­se, Gewäs­ser und Wäl­der sind aus­ge­trock­net, und die Berech­nun­gen des NITI Aayog legen nahe, dass bis zum nächs­ten Jahr das gesam­te Grund­was­ser der Stadt ver­schwun­den ist. Im süd­li­chen Teil des Bun­destaats Tamil Nadu, in dem Chen­nai – vor­mals Madras – liegt, waren Mil­lio­nen Men­schen auf die Ver­sor­gung durch Was­ser­tank­wa­gen ange­wie­sen, nach­dem es im ver­gan­ge­nen Jahr einen 62-pro­zen­ti­gen Rück­gang an Regen­was­ser gege­ben hat.

Bis 2030 sol­len laut dem Bericht des Think­tanks bis zu 40 Pro­zent der indi­schen Bevöl­ke­rung kei­nen Zugang zu Trink­was­ser haben. Aller­dings liegt das nicht aus­schließ­lich an gerin­ge­rem Nie­der­schlag wäh­rend der Mon­sun­zeit oder län­ge­ren Dür­re­pe­ri­oden.

Ein Teil des Pro­blems ist auch haus­ge­macht. Nach der Volks­zäh­lung von 1951 leb­ten damals 361 Mil­lio­nen Men­schen in Indi­en, 60 Jah­re spä­ter (2011) waren es bereits 1,2 Mil­li­ar­den. Zwar hat sich das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum ver­lang­samt (1,37 Mil­li­ar­den im Jahr 2019), den­noch soll Indi­en bis 2050 mit 1,5 Mil­li­ar­den Men­schen das bevöl­ke­rungs­reichs­te Land der Welt wer­den.

Rund 70 Pro­zent der indi­schen Bevöl­ke­rung leben auch heu­te noch von der Land­wirt­schaft. Für die Bewäs­se­rung ihrer Fel­der benö­ti­gen sie natür­lich extrem viel Was­ser, das zu 60 Pro­zent vom süd­west­li­chen Mon­sun­re­gen bezo­gen wird, der wie­der­um für 75 Pro­zent des jähr­li­chen Regen­was­sers ver­ant­wort­lich ist. Fällt die­ser Regen gerin­ger aus, fehlt das Was­ser natür­lich über­all. Um den­noch ihre Fel­der bewäs­sern zu kön­nen, zap­fen die Bau­ern das Grund­was­ser an und ent­zie­hen damit den Men­schen den natür­li­chen Was­ser­spei­cher. Zusam­men mit der bereits gro­ßen und wei­ter­hin stei­gen­den Bevöl­ke­rungs­zahl ver­schärft die Land­wirt­schaft das Pro­blem des Was­ser­man­gels.

Der ehe­ma­li­ge Direk­tor der Natio­na­len Was­ser­aka­de­mie, Pro­fes­sor Mano­har Khus­ha­la­ni, plä­diert nebst den von der Regie­rung ver­folg­ten Pro­jek­ten von kost­spie­li­gen Ent­sal­zungs­an­la­gen an den Küs­ten für eine bes­se­re Spei­che­rung des Regen­was­sers.

Es ist eine kol­lek­ti­ve Ver­ant­wor­tung der Regie­rung und der Men­schen des Lan­des, Was­ser zu spa­ren und zur Stei­ge­rung des Grund­was­ser­pe­gels bei­zu­tra­gen.

Außer­dem rät Pro­fes­sor Khus­ha­la­ni dazu, ins­be­son­de­re in den von Dür­re betrof­fe­nen Gebie­ten auf den Anbau von Zucker­rohr zu ver­zich­ten, da bis zur Ern­te sehr viel Was­ser ver­braucht wird. Indi­en ist der viert­größ­te Zucker­ex­por­teur der Welt.

RT Deutsch