Zu DDR-Zeiten hätte sich Angela Merkel schon längst ihren Rentnertraum erfüllt


Was wohl wäre, wenn die Mau­er nicht gefal­len wäre und die Deut­sche Demo­kra­ti­sche Repu­blik wei­ter­hin exis­tie­ren wür­de – Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel, die zum Zeit­punkt des Mau­er­falls an der Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten der DDR arbei­te­te, hat Ant­wor­ten zu ihrer per­sön­li­chen Sicht in einem Spie­gel-Inter­view gege­ben.

Da Frau­en in der DDR im Alter von 60 Jah­ren “in Ren­te” gin­gen, hät­te sich die heu­te 65-Jäh­ri­ge bereits vor fünf Jah­ren einen ent­spre­chen­den Pass besorgt und wäre in die USA gereist, schließ­lich genos­sen Rent­ner im soge­nann­ten Real­so­zia­lis­mus der DDR nicht nur ein fai­res Ren­ten­al­ter (Män­ner ab 65) son­dern auch die ersehn­te Rei­se­frei­heit :

Ich hät­te immer­hin schon mei­nen Traum ver­wirk­li­chen kön­nen : In der DDR gin­gen die Frau­en mit 60 in Ren­te, ich hät­te mir also schon vor fünf Jah­ren mei­nen Rei­se­pass abge­holt und wäre nach Ame­ri­ka gereist. Rent­ner hat­ten ja Rei­se­frei­heit in der DDR – wer als sozia­lis­ti­scher Erwerbs­tä­ti­ger nicht mehr gebraucht wur­de, durf­te raus.

Auch die Bun­des­re­pu­blik hät­te sie sich dann rich­tig ange­schaut, sag­te die Kanz­le­rin, doch ihre ers­te Fern­rei­se woll­te Mer­kel in die USA machen.

Wegen der Grö­ße, der Viel­falt, der Kul­tur. Die Rocky Moun­tains sehen, mit dem Auto her­um­fah­ren und Bruce Springste­en hören — das war mein Traum.

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Das Ren­ten­sys­tem in der Bun­des­re­pu­blik und die Soli­da­ri­tät

In der Rea­li­tät ist sie heu­te Kanz­le­rin der Bun­des­re­pu­blik, deren Bür­ger sich nicht ohne Grund mehr­heit­lich vor Alters­ar­mut fürch­ten. Vor dem Hin­ter­grund immer unsi­che­rer Arbeits­be­din­gun­gen und eines aus­ufern­den Nied­rig­lohn­sek­tors ist hier­zu­lan­de eine gute Absi­che­rung für das Ren­ten­al­ter kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich und auch finan­zi­ell gar nicht jedem erschwing­lich. Im ver­gan­ge­nen Jahr betru­gen 51,4 Pro­zent der Alters­ren­ten weni­ger als 900 Euro. Betrof­fen waren 9,4 Mil­lio­nen Men­schen. 58,6 Pro­zent der Ren­ten lagen unter 1.000 und 70,8 Pro­zent unter 1.200 Euro. Die­se Zah­len, die sich auf Net­to­be­trä­ge – nach Abzug von Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trag – bezie­hen, gehen aus der Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung (19÷11950, S. 71 – 73) auf eine schrift­li­che Anfra­ge der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Sabi­ne Zim­mer­mann (Die Lin­ke) her­vor, über die auch RT schon Ende Juli hier berich­tet hat­te.

Jüngst for­der­te die Bun­des­bank, das Ren­ten­ein­tritts­al­ter auf 69,4 Jah­re zu erhö­hen und argu­men­tier­te, es gebe auf­grund der gerin­ge­ren Gebur­ten­ra­ten und der stei­gen­den Lebens­er­war­tung ansons­ten eine Finan­zie­rungs­lü­cke im der­zei­ti­gen Ren­ten­sys­tem.

Links­par­tei-Chef Bernd Riex­in­ger wer­te­te die­sen Vor­stoß viel­mehr als eine wei­te­re Ren­ten­kür­zung und ver­weist dar­auf, dass die Finan­zie­rung mit einem soli­da­ri­schen Ren­ten­sys­tem, bei dem alle ein­zahl­ten, “für alle pro­blem­los auch lang­fris­tig” durch­aus gesi­chert sei. Dazu gehör­ten eine Min­dest­ren­te ober­halb des Armuts­ni­veaus und die gene­rel­le Anhe­bung des Ren­ten­ni­veaus auf 53 Pro­zent, sag­te der Lin­ken-Chef der “Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung” (NOZ). Auch die der­zeit hart umstrit­te­ne Grund­ren­te wür­de nichts an der bis­he­ri­gen Situa­ti­on ändern, dass ver­hei­ra­te­te Beam­te bei­spiels­wei­se min­des­tens 1.856 Euro Pen­si­on pro Monat und damit etwa dop­pelt so viel wie die Grund­ren­te erhal­ten.

Geläch­ter – wäh­rend die Gro­Ko über Grund­ren­te strei­tet

Doch dies anzu­fech­ten liegt der Bun­des­re­gie­rung fern, viel­mehr strei­ten sich Uni­on und SPD bis zur Zer­reiss­gren­ze ihrer Gro­ßen Koali­ti­on um die Aus­ge­stal­tung einer Grund­ren­te. Wäh­rend die Sozi­al­de­mo­kra­ten for­dern, dass die Grund­ren­te eine tat­säch­li­che Ver­bes­se­rung für zahl­rei­che Men­schen brin­gen müs­se, pocht die Uni­on dar­auf, dass die Grund­ren­te nur gerecht sei, wenn sie bei denen, und nur bei denen ankom­men wer­de, die tat­säch­lich bedürf­tig sei­en. Und auch mit Blick auf die Arbeits­jah­re dür­fe es “kei­ne Abbruch­kan­ten” geben, so CDU/C­SU-Frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus.

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Dabei igno­riert die Uni­on unter ande­rem das gene­rel­le Pro­blem, dass heut­zu­ta­ge naht­los durch­ge­hen­de Beschäf­ti­gung den Erwerbs­tä­ti­gen weit­aus sel­te­ner ange­bo­ten wer­den und statt­des­sen Befris­tun­gen immer häu­fi­ger zu unge­woll­ten Brü­chen im Arbeits­le­ben füh­ren. Außer­dem müs­sen vie­le jun­ge Men­schen immer häu­fi­ger ihre Berufs­ein­tritts­chan­cen auch mit unter­be­zahl­ten Stel­len sowie Prak­ti­ka und Volon­ta­ria­ten – oft genug gänz­lich unbe­zahlt – mit ent­spre­chend gerin­gen Sozi­al­ver­si­che­rungs­leis­tun­gen in Erwä­gung zie­hen.

Kanz­le­rin Mer­kel wirbt der­zeit für einen Kom­pro­miss zur Grund­ren­te und muss selbst ein­räu­men, dass vie­le Men­schen vie­le Jah­re nur für sehr nied­ri­ge Ein­kom­men hät­ten arbei­ten kön­nen. Sie kön­ne die Uni­on nur bit­ten, wenn sie Volks­par­tei blei­ben wol­le, dass sie nicht unent­wegt nur über die Bei­spie­le von Vil­len­be­sit­zern erzäh­le. Viel­mehr soll­ten sich die Uni­ons­mit­glie­der mal umgu­cken, wie es beim Bäcker sei oder bei der Rei­ni­gungs­kraft oder in den Logis­tik­un­ter­neh­men. Auch das soll­ten wie­der die Wäh­ler der Uni­on sein, so wie Mit­tel­ständ­ler und Unter­neh­mer, sag­te sie unter gro­ßem Applaus der Abge­ord­ne­ten, wie es hieß.

Die Kanz­le­rin wies dar­auf hin, dass die Ren­ten­ver­si­che­rung nach eige­nen Anga­ben 5.000 neue Mit­ar­bei­ter ein­stel­len müs­se, wenn sie zusätz­lich für die Grund­ren­te zustän­dig wer­den sol­le. Es müss­ten qua­si völ­lig neue Ämter für die Grund­si­che­rung auf­ge­baut wer­den. Das habe man nicht bedacht, als man den Koali­ti­ons­ver­trag ver­han­delt habe. Man habe sich in der Tat vom Wort­laut des Koali­ti­ons­ver­trags ent­fernt – aber nicht, weil die SPD das so gewollt habe, son­dern viel­mehr auch des­we­gen, weil die Uni­on kei­ne Ant­wort dar­auf gehabt habe, wie eine Grund­ren­te admi­nis­triert wer­den könn­te.

SPD-Frak­ti­ons­chef Rolf Müt­zenich unter­strich vor einer Sit­zung sei­ner Frak­ti­on die Bedeu­tung die­ses Pro­jekts für sei­ne Par­tei. “Die Grund­ren­te ist für uns Sozi­al­de­mo­kra­ten ein wich­ti­ger Bestand­teil für unse­re Arbeit in der Koali­ti­on.” Dazu, ob eine Fort­set­zung der Koali­ti­on mit der Uni­on ohne die Grund­ren­te mög­lich sei, äußer­te sich Müt­zenich nicht.

Zugleich zeig­te der SPD-Frak­ti­ons­chef Unver­ständ­nis über den abge­sag­ten Koali­ti­ons­aus­schuss am Mon­tag. Die Arbeits­grup­pe habe sehr gute Arbeit geleis­tet und eine Mög­lich­keit gefun­den, dass die Men­schen nicht mehr als Bitt­stel­ler zum Amt gehen müss­ten, aber den­noch die Grund­ren­te durch eine Ein­kom­mens­prü­fung gerecht zuge­teilt wer­den kön­ne. Er for­der­te die Uni­on auf, die Grund­ren­te “nicht in den inner­par­tei­li­chen Wett­streit der CDU zu neh­men”, und beton­te : “Das haben die Men­schen nicht ver­dient”.

Der FDP-Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner for­der­te die Gro­ße Koali­ti­on auf, sich ein­zu­ge­ste­hen, dass sie den Streit nicht mehr lösen kön­ne. Bei­de Part­ner hät­ten sich “inein­an­der ver­keilt”, sag­te er. “Des­halb schla­gen wir vor, dass es Gesprä­che über einen frak­ti­ons­über­grei­fen­den Ren­ten­pakt gibt.”

Dabei war es gera­de die FDP, die nach der letz­ten Bun­des­tags­wahl eine ihr ange­bo­te­ne Regie­rungs­mit­ver­ant­wor­tung nicht ange­nom­men hat­te, so dass seit­her zwei Par­tei­en mit­ein­an­der regie­ren, die in die­se Gro­ße Koali­ti­on eigent­lich gar nicht mehr woll­ten.

Mehr zum The­ma — Gro­ße Koali­ti­on will wei­ter­ma­chen – Eigen­lob zur Halb­zeit steht viel­sei­ti­ge Kri­tik gegen­über

RT Deutsch


Macron bezeichnet NATO als “hirntot” — Merkel distanziert sich


Als Bei­spiel führ­te der Staats­chef die tür­ki­sche Mili­tär­of­fen­si­ve in Nord­sy­ri­en an. Ihm zufol­ge wür­den die USA ihren NATO-Part­nern “den Rücken zukeh­ren”, indem sie ihre Trup­pen ohne Abstim­mung aus der Regi­on zurück­ge­zo­gen haben, in der EU-Inter­es­sen “auf dem Spiel ste­hen”.

Was wir der­zeit erle­ben ist der Gehirn­tod der NATO”, sag­te Macron gegen­über dem bri­ti­schen Wirt­schafts­ma­ga­zin The Eco­no­mist und führ­te fer­ner aus, dass es bei stra­te­gi­schen Ent­schei­dun­gen kei­ne Koor­di­nie­rung zwi­schen den NATO-Län­dern und den USA gebe.

Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent warn­te Euro­pa, “am Ran­de eines Abgrunds” zu ste­hen und Gefahr zu lau­fen, nicht mehr selbst über sein Schick­sal bestim­men zu kön­nen. Er rief die Uni­on nach­drück­lich auf, “auf­zu­wa­chen” und sich selbst mehr um sei­ne eige­ne Ver­tei­di­gung zu küm­mern.

Dar­über hin­aus zwei­fel­te er unter den aktu­el­len Umstän­den die Gül­tig­keit des Arti­kels 5 des Nord­at­lan­tik­pak­tes an, laut dem ein Angriff auf ein NATO-Mit­glied als Angriff auf alle betrach­tet wird.

Mer­kel geht auf Distanz zu Macron 

Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel hat Macrons Vor­wurf mit deut­li­chen Wor­ten zurück­ge­wie­sen. Sie sag­te am Don­ners­tag in Ber­lin am Ran­de eines Besuchs von NATO-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg : “Die­se Sicht­wei­se ent­spricht nicht mei­ner.”

Macron habe “dras­ti­sche Wor­te” gewählt. “Ein sol­cher Rund­um­schlag ist nicht nötig”, auch wenn sich die NATO-Part­ner zusam­men­rau­fen müss­ten. Euro­pa müs­se sein Schick­sal etwas mehr in die eige­nen Hän­de neh­men, aber das trans­at­lan­ti­sche Bünd­nis sei unab­ding­bar.

Stol­ten­berg sag­te dazu, die NATO sei stark. Sie habe ihre kol­lek­ti­ve Sicher­heit vor­an­ge­trie­ben. Aber jeder Ver­such, Euro­pa von Ame­ri­ka zu ent­fer­nen, gefähr­de auch die EU. Man müs­se zusam­men­ar­bei­ten und die NATO wei­ter stär­ken.

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RT Deutsch


Hüterin der Zivilisation” – Merkel erhält Preis des Jüdischen Weltkongresses


Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel hat am Mon­tag bei einer Ver­an­stal­tung eine bemer­kens­wer­te Rede gehal­ten. In Mün­chen erhielt die Kanz­le­rin den Theo­dor-Herzl-Preis des Jüdi­schen Welt­kon­gres­ses. Die­se Aus­zeich­nung wird Per­sön­lich­kei­ten, die sich für eine “siche­re und tole­ran­te Welt für das jüdi­sche Volk” ein­set­zen, ver­lie­hen.

Dabei pries der Prä­si­dent des Jüdi­schen Welt­kon­gres­ses, Ronald Lau­der, Mer­kel als “Hüte­rin der Zivi­li­sa­ti­on”. Gleich­zei­tig beklag­te er, dass 75 Jah­re nach Ausch­witz der alte Hass auf Juden wie­der sein Haupt erhe­be. Lau­der sag­te :

Das Pro­blem ist kein jüdi­sches, son­dern ein deut­sches. Wir müs­sen zusam­men­ste­hen gegen Anti­se­mi­tis­mus, Ras­sis­mus, Isla­mo­pho­bie, Frem­den­feind­lich­keit und Homo­pho­bie.

Mer­kel bedank­te sich artig :

Es erfüllt mich des­halb mit Demut, dass ich heu­te als deut­sche Bun­des­kanz­le­rin – also gleich­sam stell­ver­tre­tend für unser Land – den Theo­dor-Herzl-Preis ent­ge­gen­neh­men darf. Ich ver­ste­he die Preis­ver­lei­hung daher auch als Zei­chen des Ver­trau­ens, das jüdi­sche Gemein­den welt­weit und der World Jewish Con­gress in Deutsch­land set­zen. Für die­ses Ver­trau­en kann ich gar nicht dank­bar genug sein.

In ihrer Dan­kes­re­de beklag­te sie dann den Anti­se­mi­tis­mus, der in Deutsch­land wei­ter sein Unwe­sen trei­be. Auf den Bei­trag ihrer Migra­ti­ons­po­li­tik zur Ver­schär­fung die­ses Pro­blems ging sie nicht ein. Sie erwähn­te dafür gleich zwei­mal den Anschlag in Hal­le : 

Das wis­sen wir nicht erst seit dem Anschlag auf die Syn­ago­ge in Hal­le am 9. Okto­ber – an Jom Kip­pur –, der unse­re gesam­te Gesell­schaft ins Herz getrof­fen hat. Die­ses abscheu­li­che Ver­bre­chen beschämt uns zutiefst.

Der Anti­se­mi­tis­mus treibt in Deutsch­land wei­ter sein Unwe­sen. Gera­de auch jüngs­te Ent­wick­lun­gen – und zwar nicht nur der Angriff in Hal­le – müs­sen uns alle mit gro­ßer Sor­ge erfül­len.

Die Kanz­le­rin rief zum Schutz jüdi­schen Lebens auf. Der Rechts­staat dür­fe nicht hin­neh­men, “dass Men­schen ange­pö­belt, bedroht, ange­grif­fen wer­den, wenn sie sich als Juden zu erken­nen geben”. Mer­kel kün­dig­te auch ein Maß­nah­men­pa­ket der Regie­rung “zur Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus und der Hass­kri­mi­na­li­tät” an, das unter ande­rem eine staat­li­che Regu­lie­rung des Inter­nets vor­sieht :

Wir wer­den eine Mel­de­pflicht für Pro­vi­der ein­füh­ren. Die Diens­te­an­bie­ter sol­len dazu ver­pflich­tet wer­den, den Sicher­heits­be­hör­den Hass­kri­mi­na­li­tät im Inter­net zu mel­den. Beim Bun­des­kri­mi­nal­amt wer­den wir hier­für eine neue Zen­tral­stel­le ein­rich­ten. Auch här­te­re Stra­fen gegen Het­ze und aggres­si­ve Belei­di­gung sind geplant. Beson­ders wich­tig ist, dass der Aus­tausch der Sicher­heits­be­hör­den im Kampf gegen Rechts­ex­tre­mis­mus gestärkt wer­den soll, eben­so die Prä­ven­ti­ons­ar­beit im Kampf gegen Rechts­ex­tre­mis­mus, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus.

Damit könn­te im Zuge des soge­nann­ten “Kamp­fes gegen rechts” die staat­li­che Kon­trol­le der sozia­len Netz­wer­ke aus­ge­wei­tet und so die Mei­nungs­frei­heit fak­tisch ein­ge­schränkt wer­den. 

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­de die Roth­schild-Fami­lie mit dem Theo­dor-Herzl-Preis aus­ge­zeich­net. Zu den frü­he­ren Preis­trä­gern zäh­len der ehe­ma­li­ge US-ame­ri­ka­ni­sche Vize­prä­si­dent Joe Biden, der ehe­ma­li­ge US-Außen­mi­nis­ter Colin Powell, sowie – post­hum – der frü­he­re US-Prä­si­dent Ronald Rea­gan und der deut­sche Ver­le­ger Axel Sprin­ger.

Mehr zum The­ma — Deutsch­land 2019 – Demo­kra­tisch in der Form, auto­ri­tär im Inhalt

RT Deutsch


Angela Merkel im Visier : Handyaufnahmen von Anis Amri zeigen Attentäter vor Merkels Haus


Am 19. Dezem­ber 2016 töte­te Anis Amri auf dem Ber­li­ner Weih­nachts­markt am Breit­scheid­platz mit einem gestoh­le­nen Sat­tel­zug zwölf Men­schen. Dar­über hin­aus ver­letz­te er 55 wei­te­re, teils schwer. In einem Video bekann­te er sich zum IS, er hat­te Kon­tak­te zur Isla­mis­ten­sze­ne in den Bun­des­län­dern Nord­rhein-West­fa­len und Nie­der­sach­sen. Nicht geklärt ist, ob Amri allein gehan­delt hat.

Die jetzt öffent­lich gewor­de­nen Han­dy­auf­nah­men von Anis Amris Mobil­te­le­fon stam­men vom 23. Okto­ber 2016, rund sie­ben Wochen vor dem Anschlag.

Auf den Bil­dern ist zu sehen, wie der Atten­tä­ter vom Breit­scheid­platz vor dem Haus der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und vor dem Ber­li­ner Dom steht. Dar­über hin­aus ist er auf der Ober­baum­brü­cke zwi­schen Kreuz­berg und Fried­richs­hain und an Orten in der Nähe der Brü­cke zu sehen, die bei Club­be­su­chern beliebt sind. 

Auf den Bil­dern posiert Amri mit dem geho­be­nen Zei­ge­fin­ger, dem soge­nann­ten “Tau­hīd-Gruß”. Die­sen Gruß gläu­bi­ger Mus­li­me beim Gebet hat der IS für sei­ne Ideo­lo­gie ver­ein­nahmt. Das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) geht davon aus, dass die Han­dy­auf­nah­men zur Aus­kund­schaf­tung von Anschlags­or­ten dien­ten. 

Kri­tik an den Akten­auf­zeich­nun­gen des BKAs kommt vom Grü­nen-Innen­ex­per­ten Kon­stan­tin von Notz. Gegen­über Kon­tras­te sag­te er : 

Dass hier nicht mal die Opti­on, dass hier auch das Haus der Kanz­le­rin betrof­fen sein könn­te, in den Akten ver­merkt ist, hat uns sehr irri­tiert. Dar­über wer­den die Sicher­heits­be­hör­den Aus­kunft geben müs­sen. Das ist ein rele­van­ter Sicher­heits­as­pekt für unser Land. 

Amri wur­de 1992 in Tune­si­en gebo­ren. Sei­ne Schwes­ter sag­te spä­ter aus, dass ihr Bru­der in Tune­si­en nie reli­gi­ös gewe­sen sei. Er sei ein ganz nor­ma­ler Jun­ge gewe­sen. Mit 15 Jah­ren aller­dings geriet Amri auf die schie­fe Bahn. Er brach die Schu­le ab, wur­de kri­mi­nell. 2011 floh er ins ita­lie­ni­sche Lam­pe­du­sa. Amri gab sich als min­der­jäh­ri­ger unbe­glei­te­ter Flücht­ling aus. Mit 19 Jah­ren wur­de er wegen Kör­per­ver­let­zung und Brand­stif­tung im ita­lie­ni­schen Cata­nia zu vier Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Wäh­rend sei­ner Haft­zeit soll er sich radi­ka­li­siert haben. Die Abschie­bung nach Tune­si­en schei­ter­te nach sei­ner Haft­ent­las­sung. Der ita­lie­ni­sche Inlands­ge­heim­dienst ver­lor Amri aus den Augen. Er ging in die Schweiz und anschlie­ßend nach Deutsch­land. 

Nach dem Atten­tat in Ber­lin gelang Amri zunächst die Flucht. Euro­pa­weit wur­de nach ihm gefahn­det. Am 23. Dezem­ber 2016 wur­de er nahe Mai­land von ita­lie­ni­schen Poli­zis­ten erschos­sen. 

Mehr zum The­ma — Offe­ner Brief von Ange­hö­ri­gen der Opfer des Anschlags auf dem Breit­scheid­platz an den Bun­des­tag

RT Deutsch


Merkel fordert von Erdoğan “umgehende Beendigung” der Syrien-Offensive


In einem Tele­fo­nat am Sonn­tag for­der­te Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vom Prä­si­den­ten der Tür­kei Recep Tayy­ip Erdoğan eine “umge­hen­de Been­di­gung der Mili­tär­ope­ra­ti­on” gegen kur­di­sche Mili­zen in Nord­sy­ri­en. Dies gab eine Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung bekannt. Tür­ki­sche Kampf­flug­zeu­ge grif­fen Zie­le in den nord­öst­li­chen Grenz­ge­bie­ten Syri­ens mit kur­di­scher Bevöl­ke­rungs­mehr­heit an, die aktu­ell von den kur­disch domi­nier­ten SDF (Syri­an Demo­cra­tic Forces, deutsch : Syri­sche Demo­kra­ti­sche Kräf­te) kon­trol­liert wer­den.

Dabei grif­fen tür­ki­sche Boden­trup­pen kur­di­sche Mili­zen an, die die Tür­kei als Ter­ro­ris­ten betrach­tet – sie wer­den dabei von syri­schen Mili­zen unter­stützt, die gegen die dor­ti­ge Regie­rung kämp­fen. Auch Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron mach­te ein Ende der Ope­ra­ti­on zum Anlie­gen sei­nes Tele­fo­nats mit Erdoğan am Sonn­tag : “Wir haben den gemein­sa­men Wunsch, dass die­se Offen­si­ve endet”, ging Macron mit Mer­kel d’ac­cord. “Die­se Offen­si­ve birgt die Gefahr einer unhalt­ba­ren huma­ni­tä­ren Situa­ti­on”, so Macron.

Mer­kel warn­te Erdoğan unge­ach­tet berech­tig­ter tür­ki­scher Sicher­heits­in­ter­es­sen, dass infol­ge der Mili­tär­ope­ra­ti­on grö­ße­re Tei­le der in den Grenz­ge­bie­ten ansäs­si­gen Bevöl­ke­rung ver­trie­ben wer­den könn­ten. Zudem dro­hen eine Desta­bi­li­sie­rung der Regi­on und nicht zuletzt die Rück­kehr der Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” (IS). So sol­len Berich­ten zufol­ge rund 780 IS-Ter­ro­ris­ten nach Beschuss des Lagers Ain Issa durch mit der tür­ki­schen Armee ver­bun­de­nen Mili­zen aus der Haft aus­ge­bro­chen sein. Anwoh­ner mel­de­ten, dass sich eini­ge der Ter­ro­ris­ten auf den Weg nach Raqqa gemacht haben – die frü­he­re Hoch­burg des IS.

Erdoğan wies die Berich­te über den Aus­bruch als “Des­in­for­ma­ti­on” zurück. Der­weil ver­schärft sich die huma­ni­tä­re Lage im von der tür­ki­schen Offen­si­ve betrof­fe­nen Gebiet zuse­hends : Laut UN-Anga­ben wur­den seit Beginn der Offen­si­ve am Mitt­woch bereits 130.000 Men­schen von ihrem Wohn­sitz ver­trie­ben. In Hasa­ka, wohin die meis­ten Ver­trie­be­nen flüch­te­ten, hat sich die Was­ser­ver­sor­gung dra­ma­tisch ver­schlech­tert – etwa 400.000 Men­schen sind davon betrof­fen. Im rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um spricht man bereits jetzt von einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe.

EU-Außen­mi­nis­ter beschlie­ßen Stopp von Waf­fen­lie­fe­run­gen 

Mer­kels Ermah­nung erfolg­te zu einem wich­ti­gen Zeit­punkt : Die EU-Staats- und Regie­rungs­chefs waren dabei, sich auf den Außen­mi­nis­ter­gip­fel in Luxem­burg vor­zu­be­rei­ten, bei dem eine gemein­sa­me Reak­ti­on auf Erdoğans ein­ge­lei­te­te “Ope­ra­ti­on Frie­dens­quel­le” bespro­chen wer­den soll­te.

Deutsch­land, Frank­reich, Nor­we­gen und die Nie­der­lan­de dis­ku­tier­ten sofort nach Beginn des tür­ki­schen Über­falls auf Syri­en, die Lie­fe­run­gen von Rüs­tungs­gü­tern an Anka­ra einst­wei­lig aus­zu­set­zen, was sie in Eigen­re­gie auch taten ; Schwe­den sprach sich für ein Waf­fen­em­bar­go, per­so­nen­be­zo­ge­ne und wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen gegen die Tür­kei aus – und auch jen­seits des Atlan­tiks droh­te US-Prä­si­dent Donald Trump damit, die tür­ki­sche Wirt­schaft mit “mäch­ti­gen Sank­tio­nen” zu schä­di­gen.

Als Ergeb­nis des Gip­fels wur­de nun ein EU-wei­tes Waf­fen­em­bar­go gegen die Tür­kei ver­hängt. Die Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Sevim Dağ­de­len (Die Lin­ke) kri­ti­sier­te, dass das Embar­go nur neue, noch nicht geneh­mig­te Lie­fe­run­gen betref­fe. Bereits geneh­mig­te Waf­fen­lie­fe­run­gen sei­en davon unbe­rührt.

Erdoğans Droh­ku­lis­se : Ich schick euch die Flücht­lin­ge

Die von den Kur­den kon­trol­lier­ten Grenz­ge­bie­te, die sich von der tür­ki­schen Gren­ze aus 30 Kilo­me­ter auf syri­sches Ter­ri­to­ri­um erstre­cken, sind von Erdoğan für die Umsied­lung eini­ger der 3,6 Mil­lio­nen syri­schen Flücht­lin­ge in der Tür­kei vor­ge­se­hen. Die Alter­na­ti­ve, droh­te er, bestehe dar­in, die­se Flücht­lin­ge nach Euro­pa wei­ter­zu­lei­ten.

Erdoğan ist sich wohl bewusst, wel­ches Damo­kles­schwert er über die Köp­fe der Ober­häup­ter des ange­schla­ge­nen euro­päi­schen Estab­lish­ments hält :

Hey EU, auf­wa­chen ! Ich sage es noch ein­mal : Wenn ihr ver­sucht, unse­re Ope­ra­ti­on dort als Inva­si­on dar­zu­stel­len, wird unse­re Auf­ga­be [deut­lich] einfach[er]: Wir wer­den die [Grenz-]Tore öff­nen und 3,6 Mil­lio­nen Migran­ten zu euch schi­cken”, sag­te er in einer Rede vor sei­ner Par­tei AKP am Don­ners­tag.

Erdoğan hat­te sich wie­der­holt dar­über beschwert, dass sein Land nur einen Bruch­teil der zwi­schen 2016 und 2019 ver­spro­che­nen sechs Mil­li­ar­den Euro von der EU erhal­ten habe. Eine Grup­pe von EU-Polit­kern flog Anfang die­ses Monats nach Anka­ra, um sei­ne Regie­rung davon zu über­zeu­gen, die Grenz­über­gän­ge geschlos­sen zu hal­ten. Dabei mach­ten sie dem tür­ki­schen Staats­ober­haupt Ver­spre­chun­gen über mehr Hilfs­gel­der.

Erdoğan stell­te Mer­kel außer­dem vor eine wei­te­re Wahl :

Sind wir [nun] Ver­bün­de­te in der NATO, oder haben Sie ohne unser Wis­sen eine ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on in die NATO auf­ge­nom­men?”, frag­te er am Sonn­tag in einer Sen­dung des tür­ki­schen Fern­seh­sen­ders NTV.

Eine sehr selt­sa­me Her­an­ge­hens­wei­se. Seid ihr nun mit uns oder mit den Ter­ro­ris­ten?” Erdoğan bezog sich damit auf die in Nord­ost­sy­ri­en akti­ve Kur­den­mi­liz YPG, die in der Tür­kei als mili­tä­ri­scher Arm der kur­di­schen Arbei­ter­par­tei PKK und damit als Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on gilt.

Der­weil hal­ten die Feind­se­lig­kei­ten im Nord­os­ten Syri­ens an : Tür­ki­sche Boden­trup­pen sind 30 bis 35 Kilo­me­ter ins Lan­des­in­ne­re vor­ge­sto­ßen und haben die Kon­trol­le über die durch Nord­ost­sy­ri­en füh­ren­de Schnell­stra­ße M‑4 an sich geris­sen, behaup­tet das tür­ki­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um. Tall Abyad sei eben­falls unter tür­ki­scher Kon­trol­le – neben dem regu­lä­ren Mili­tär sei­en ver­bün­de­te Mili­zen an der Ein­nah­me der Stadt betei­ligt gewe­sen.

Am Sonn­tag setz­te sich die syri­sche Armee zum Grenz­ge­biet mit der Tür­kei in Bewe­gung. Zuvor hat­ten sich die syri­sche Regie­rung und die SDF dar­auf geei­nigt, dass die syri­sche Armee in das von der SDF kon­trol­lier­te Gebiet ein­zie­hen kann, um die tür­ki­sche Offen­si­ve zu stop­pen.

Mehr zum The­ma – Staats­me­di­en : Syri­sche Armee rückt gegen tür­ki­sche Besat­zungs­kräf­te vor

RT Deutsch


Nach Telefonat zwischen Johnson und Merkel : London glaubt nicht mehr an Brexit-Gespräche


Mehr zum The­ma — Zu arm zum Hei­zen : Tau­sen­de Bri­ten star­ben an Fol­gen zu kal­ter Woh­nun­gen

Die Mit­tei­lung nimmt Bezug auf ein Tele­fo­nat von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) mit Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son am Mor­gen. In der Mit­tei­lung heißt es, die EU habe eine neue Posi­ti­on bezo­gen. Mer­kel habe deut­lich gemacht, dass ein Abkom­men unwahr­schein­lich sei und dass Groß­bri­tan­ni­en die Staa­ten­ge­mein­schaft nur ver­las­sen kön­ne, wenn Nord­ir­land dau­er­haft in der Euro­päi­schen Zoll­uni­on und dem Bin­nen­markt ver­blei­be.

Wenn das eine neue, eta­blier­te Posi­ti­on ist, dann bedeu­tet das, dass ein Abkom­men prin­zi­pi­ell unmög­lich ist, nicht nur jetzt, son­dern grund­sätz­lich”, hieß es in der Mit­tei­lung.

Der Spre­cher der Bun­des­re­gie­rung Stef­fen Sei­bert bestä­tig­te ledig­lich, dass das Tele­fo­nat statt­ge­fun­den hat. Zu den Inhal­ten äußer­te er sich aber nicht. “Wie üblich berich­ten wir aus sol­chen ver­trau­li­chen Gesprä­chen nicht”, teil­te er gegen­über der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) mit. Das könn­te die geplan­te Rei­se des EU-Par­la­ments­prä­si­dent David Sas­so­li “über­flüs­sig” machen.

Auf der Suche nach einer Lösung im Bre­x­it-Streit soll Sas­so­li am heu­ti­gen Diens­tag zuerst zu Mer­kel nach Ber­lin und dann nach Lon­don zu John­son rei­sen. Mer­kel trifft den Ita­lie­ner bereits am Vor­mit­tag und bespricht sich danach mit EU-Rats­prä­si­dent Donald Tusk. Sas­so­li erör­tert am frü­hen Abend mit John­son den für Ende Okto­ber geplan­ten bri­ti­schen EU-Aus­tritt. In Lon­don tagt zudem das bri­ti­sche Unter­haus zum letz­ten Mal, bevor es eini­ge Tage in Zwangs­pau­se geht.

Mehr zum The­ma — Frank­reich : Fir­ma setzt bri­ti­schen Arbeit­neh­mern Frist für Auf­ent­halts­er­laub­nis nach Bre­x­it

John­son hat­te vori­ge Woche neue Vor­schlä­ge für ein geän­der­tes Aus­tritts­ab­kom­men gemacht, die aber in der EU auf Wider­stand tref­fen. Es geht um die Fra­ge, wie die Gren­ze zwi­schen dem EU-Mit­glied Irland und dem bri­ti­schen Nord­ir­land auch nach dem Bre­x­it offen blei­ben kann. Im 2018 aus­ge­han­del­ten Bre­x­it-Ver­trag gibt es die Über­gangs­lö­sung mit einer Zoll­uni­on, den soge­nann­ten Back­stop. Den lehnt John­son aber ab.

Über sei­ne Alter­na­tiv­vor­schlä­ge soll am Diens­tag in Brüs­sel erneut ver­han­delt wer­den. Gesprä­che am Mon­tag hat­ten kei­ne erkenn­ba­ren Fort­schrit­te gebracht. Ein EU-Ver­tre­ter erklär­te nur, man habe eini­ge Klar­stel­lun­gen von bri­ti­scher Sei­te bekom­men. Bei­de Sei­ten ste­hen unter Druck, noch vor dem EU-Gip­fel am 17. und 18. Okto­ber einen Kom­pro­miss anzu­bah­nen. Wie eine all­seits akzep­ta­ble Lösung aus­se­hen könn­te, ist aber offen. Gelingt nicht recht­zei­tig ein Durch­bruch, dürf­te die Debat­te über einen wei­te­ren Auf­schub des Bre­x­it Fahrt gewin­nen.

Das bri­ti­sche Par­la­ment hat­te gegen John­sons Wil­len ein Gesetz ver­ab­schie­det, das die Regie­rung in die­sem Fall ab dem 19. Okto­ber zu einem Antrag auf Ver­län­ge­rung der Bre­x­it-Frist zwingt. Der Pre­mier­mi­nis­ter betont aller­dings trotz­dem, dass er sein Land ohne wei­te­re Ver­zö­ge­rung zum 31. Okto­ber aus der EU her­aus­führt – auch ohne Aus­tritts­ver­trag.

Mit Ver­trag wür­de zunächst bis Ende 2020 eine Über­gangs­pha­se gel­ten, in der sich prak­tisch nichts ändert. Ohne Abkom­men ent­fie­len die­se Schon­frist sowie alle Ver­ein­ba­run­gen zur iri­schen Gren­ze, zum Schutz der Rech­te von EU-Bür­gern im Ver­ei­nig­ten König­reich und zu wei­te­ren finan­zi­el­len Leis­tun­gen Lon­dons an die EU.

Von heu­te auf mor­gen müss­ten Zöl­le und Kon­trol­len an den Gren­zen zu Groß­bri­tan­ni­en ein­ge­führt wer­den, Lie­fer­ket­ten wür­den unter­bro­chen und Mil­lio­nen Bür­ger in Unsi­cher­heit gestürzt. Die Wirt­schaft befürch­tet schlim­me Fol­gen für die Kon­junk­tur.

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(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Brief an Seehofer und Merkel : Deutschland soll Griechenland Flüchtlingskinder abnehmen


In einem am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Schrei­ben an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und Horst See­ho­fer, unter­zeich­net von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Pro Asyl, Terre des Hom­mes, dem Deut­schen Kin­der­hilfs­werk und der Dia­ko­nie, heißt es : 

Wir bit­ten Sie drin­gend dar­um, zu han­deln, und für den Schutz der Kin­der und Jugend­li­chen zu sor­gen. Bevor es Win­ter wird, muss gehan­delt wer­den.

See­ho­fer reist an die­sem Don­ners­tag mit sei­nem fran­zö­si­schen Kol­le­gen Chris­to­phe Cas­ta­ner und EU-Innen­kom­mis­sar Dimi­tris Avra­mo­pou­los erst in die Tür­kei, am Frei­tag geht es wei­ter nach Grie­chen­land. In Athen will See­ho­fer mit der Regie­rung über die Lage in den Flücht­lings­la­gern der Ägä­is-Inseln bera­ten.

Dort herr­schen kata­stro­pha­le Zustän­de. Seit Mona­ten set­zen wie­der ver­mehrt Migran­ten von der tür­ki­schen Küs­te zu den Inseln über. Laut EU-Tür­kei-Ver­ein­ba­rung kann Grie­chen­land abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber eigent­lich wie­der zurück in die Tür­kei schi­cken. Aller­dings geschieht das nur sel­ten.

Die Situa­ti­on auf den grie­chi­schen Inseln sei “eine erheb­li­che Gefahr für Kin­der und Jugend­li­che”, heißt es in dem Schrei­ben an Mer­kel und See­ho­fer. Ins­ge­samt leb­ten 4.100 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge in Grie­chen­land – obwohl es nur rund 1.000 geeig­ne­te Unter­brin­gungs­plät­ze gebe :

Durch die unhalt­ba­ren Zustän­de in den Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land müs­sen unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge sowie Fami­li­en als hoch gefähr­det ange­se­hen wer­den.

Zugleich schei­ter­ten immer öfter Zusam­men­füh­run­gen mit Fami­li­en in Deutsch­land : 

Wir bit­ten Sie daher, unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men und zusätz­lich die bestehen­den recht­li­chen Spiel­räu­me für die Zusam­men­füh­rung von Schutz­su­chen­den mit Ange­hö­ri­gen in Deutsch­land zu nut­zen.

(rt deutsch/dpa) 

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Tag der Deutschen Einheit : Putin gratuliert Merkel und Steinmeier


Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er in einem Tele­gramm zum Tag der Deut­schen Ein­heit gra­tu­liert. Ein ent­spre­chen­des Schrei­ben wur­de auf der Web­sei­te des Kremls ver­öf­fent­licht.
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Telefonat mit Selenskij legt Trumps Vorbehalte gegen Merkel bloß


In Washing­ton strei­tet man dar­über, wie die Wor­te des US-Prä­si­den­ten Donald Trump in dem Tele­fon­ge­spräch mit Wla­di­mir Selens­kij zu bewer­ten sind. US-Demo­kra­ten wer­fen ihm vor, dass er sich des Ver­fas­sungs­bruchs und Amts­miss­brauchs schul­dig gemacht hat, und wol­len ein Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren ein­lei­ten. Dies jedoch ist kom­pli­ziert und lang­wie­rig und droht an der letz­ten Hür­de, einer Abstim­mung im mehr­heit­lich repu­bli­ka­ni­schen Senat, zu schei­tern. 

Aus den Wor­ten Trumps lie­ße sich der Ver­such able­sen, Selens­kij dazu zu brin­gen, Kor­rup­ti­ons­er­mitt­lun­gen gegen den Sohn von Joe Biden ein­zu­lei­ten, um dem Kon­tra­hen­ten Trumps im Wahl­kampf zu scha­den. Der Sohn des ehe­ma­li­gen US-Vize­prä­si­den­ten, Huter Biden, hat­te in der Ukrai­ne Geschäf­te gemacht. 

Aus dem Gespräch geht jedoch auch Kri­tik an Mer­kel her­vor : 

Deutsch­land tut fast nichts für Sie. Alles, was sie tun, ist reden. 

Die UN-Ver­samm­lung nutz­te Trump eben­falls für sei­ne Kri­tik an Deutsch­land. Allein die USA wür­den für die Ukrai­ne zah­len. Selens­kij pflich­te­te dem bei. Die Sank­tio­nen gegen Russ­land gehen ihm nicht weit genug. Die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron unter­näh­men nicht genug : 

Obwohl logi­scher­wei­se die Euro­päi­sche Uni­on unser größ­ter Part­ner sein soll­te, sind die Ver­ei­nig­ten Staa­ten tech­nisch ein viel grö­ße­rer Part­ner als die Euro­päi­sche Uni­on. 

Der FDP-Poli­ti­ker Graf Lambs­dorff spricht von einer US-Kam­pa­gne gegen die Bun­des­kanz­le­rin : 

Der Mit­schnitt zeigt deut­lich, dass Deutsch­lands Ein­fluss in Washing­ton nicht nur geschrumpft ist, offen­sicht­lich gibt es vom Wei­ßen Haus aus sogar eine Kam­pa­gne gegen die Kanz­le­rin. 

Die nega­ti­ven Ein­stel­lun­gen Trumps gegen­über Mer­kel sind seit Beginn von des­sen Amts­zeit bekannt. Am 16. Janu­ar 2017 in einem Inter­view mit der Times sag­te Trump auf die Fra­ge, ob er Mer­kel oder Russ­lands Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin mehr ver­traue : 

Zunächst ein­mal ver­traue ich bei­den – doch schau­en wir mal, wie lan­ge das anhält. Viel­leicht hält es über­haupt nicht lan­ge an.

Als Mer­kel vom Time-Maga­zin zur Per­son des Jah­res gewählt wur­de, sag­te Trump, das Maga­zin habe die­je­ni­ge Per­son gewählt, die Deutsch­land rui­niert. 

Mehr zum The­ma — Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren gegen Trump : Doku­ment des Whist­leb­lo­wers ver­öf­fent­licht

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