Angela Merkel lobt Schülerdemos für Klimaschutz


In der Sache warb Ange­la Mer­kel bei den Mar­schie­rern um Ver­ständ­nis für die Dau­er poli­ti­scher Pro­zes­se. “Ich weiß, dass die Schü­le­rin­nen und Schü­ler sich man­ches schnel­ler wün­schen, zum Bei­spiel den Aus­stieg aus der Koh­le”, erklär­te sie. Als Regie­rungs­chefin erin­ne­re sie aber dar­an, dass vie­les zu beden­ken sei. “Wir müs­sen Arbeits­plät­ze und Wirt­schafts­kraft auf der einen Sei­te mit den Zie­len des Kli­ma­schut­zes ver­söh­nen.”

Schü­ler und Stu­den­ten in Deutsch­land und aller Welt demons­trie­ren mitt­ler­wei­le jeden Frei­tag unter dem Mot­to “Fri­days For Future” nach dem Vor­bild der jun­gen schwe­di­schen Akti­vis­tin Gre­ta Thun­berg. Sie nahm die­se Woche an einem Pro­test­marsch mit meh­re­ren tau­send Teil­neh­mern in Ham­burg teil. “Poli­ti­ker und Leu­te an der Macht sind schon zu lan­ge damit durch­ge­kom­men, nichts zu tun, um die Kli­ma­kri­se zu bekämp­fen”, sag­te die Akti­vis­tin dort. “Wir wer­den sicher­stel­len, dass sie damit nicht län­ger durch­kom­men.” Das Enga­ge­ment hat in Deutsch­land eine Debat­te um die Schul­pflicht aus­ge­löst. (dpa)

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Für deut­sche Unter­ti­tel bit­te die Unter­ti­tel­funk­ti­on ein­schal­ten

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Angela Merkel reist zum EU-Gipfel mit Arabischer Liga in Ägypten


Am Mon­tag ist die Teil­nah­me an meh­re­ren Arbeits­sit­zun­gen geplant. Ange­la Mer­kel erwar­tet von dem ers­ten Gip­fel in die­sem For­mat auch eine Stär­kung der euro­päi­schen Posi­ti­on in den Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit den USA, Chi­na und Russ­land in die­ser süd­li­chen Nach­bar­re­gi­on. Als zen­tra­le Gip­fel-The­men gel­ten die Sicher­heits­la­ge in der Regi­on mit den Kri­sen­län­dern Syri­en, Jemen und Liby­en sowie der Nah­ost-Frie­den­pro­zess. Am Ran­de des Gip­fels wird es auch um den Bre­x­it gehen. (dpa)

Mehr zum The­ma — Neu­er Anwär­ter : Ägyp­ten ent­wi­ckelt sich zu einem ech­ten Ener­gie­kno­ten­punkt

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Münchner Sicherheitskonferenz : Schlagabtausch zwischen US-Vize Pence und Kanzlerin Merkel


Auf der Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz sind die gro­ßen Span­nun­gen zwi­schen Deutsch­land und den USA offen zuta­ge getre­ten. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel rüg­te am Sams­tag die Allein­gän­ge von US-Prä­si­dent Donald Trump in der Außen- und Han­dels­po­li­tik scharf. Trumps Vize­prä­si­dent Mike Pence for­der­te die Euro­pä­er auf, dem har­ten Kurs der USA gegen den Iran und Russ­land zu fol­gen. Doch Mer­kel denkt nicht dar­an. Sie setzt auf Struk­tu­ren inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit :

Wir dür­fen sie nicht ein­fach zer­schla­gen”, sag­te sie bei der Tagung vor zahl­rei­chen Staats- und Regie­rungs­chefs in Anspie­lung auf Trump.

Die Kanz­le­rin kri­ti­sier­te, dass die USA offen­sicht­lich pla­nen, Son­der­zöl­le auf deut­sche Autos zu erhe­ben. Wenn deut­sche Autos “plötz­lich eine Bedro­hung der natio­na­len Sicher­heit der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka sind, dann erschreckt uns das”, sag­te sie. Die Kanz­le­rin wider­sprach Trump in einer Rei­he von außen­po­li­ti­schen Fra­gen ener­gisch. Sie hal­te es für einen Feh­ler des Wes­tens, die Kon­tak­te zu Russ­land und dem Iran zu kap­pen.

Pence for­der­te Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran

Dage­gen for­der­te Pence die Ver­bün­de­ten erneut ein­dring­lich zum Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran auf.

Die Zeit für unse­re euro­päi­schen Part­ner ist gekom­men, an unse­rer Sei­te zu ste­hen”, sag­te Pence, der in Mün­chen nach Mer­kel sprach. “Das ira­ni­sche Régime befür­wor­tet einen Holo­caust und ver­sucht, ihn auch zu errei­chen”, sag­te Trumps Stell­ver­tre­ter. “Anti­se­mi­tis­mus ist nicht nur falsch, er ist böse.”

Pence warn­te die Euro­pä­er zudem davor, sich von rus­si­schem Gas abhän­gig zu machen. “Wir kön­nen die Ver­tei­di­gung des Wes­tens nicht garan­tie­ren, wenn unse­re Bünd­nis­part­ner sich vom Osten abhän­gig machen.” Pence dank­te allen euro­päi­schen Part­nern, die sich ganz klar gegen die deutsch-rus­si­sche Gas­pipe­line Nord Stream 2 durch die Ost­see posi­tio­niert hät­ten.

Wir möch­ten, dass ande­re Län­der sich auch so posi­tio­nie­ren”, so US-Vize.

Mer­kel sieht in Russ­land aber wei­ter einen Part­ner. Wenn man die Kon­tak­te zu Russ­land kap­pe, über­las­se man die Zusam­men­ar­beit mit Mos­kau ganz Chi­na. “Wir wol­len auch ein biss­chen an den Han­dels­be­zie­hun­gen teil­neh­men.” Die Abhän­gig­keit Euro­pas von rus­si­schem Gas hän­ge nicht davon ab, ob die Pipe­line gebaut wer­de oder nicht. Ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül blei­be ein rus­si­sches Gas­mo­le­kül, egal ob es über die Ukrai­ne oder über die Ost­see kom­me.

Wenn wir im Kal­ten Krieg (…) rus­si­sches Gas in hohem Umfang ein­ge­führt haben, dann weiß ich nicht, war­um die Zei­ten heu­te so viel schlech­ter sein sol­len, dass wir nicht sagen, Russ­land bleibt ein Part­ner”, so Mer­kel.

Die CDU-Che­fin sprach sich auch dafür aus, das Abkom­men zur Ver­hin­de­rung einer ira­ni­schen Atom­bom­be bei­zu­be­hal­ten. Die­sen “klei­nen Anker” müs­se man nut­zen, um auf ande­ren Gebie­ten Druck zu machen. Die USA und die Euro­pä­er sind sich zwar einig, dass die Ein­mi­schung des Iran in regio­na­le Kon­flik­te unter­bun­den wer­den muss. Sie set­zen dabei aber auf unter­schied­li­che Mit­tel. Deutsch­land will das Abkom­men, das im Gegen­zug wirt­schaft­li­che Anrei­ze setzt, zusam­men mit Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en ret­ten. Die USA sind aus­ge­stie­gen und wol­len den Iran mit immer här­te­ren Sank­tio­nen unter Druck set­zen.

Schar­fe Kri­tik des US-Vize an der Tür­kei wegen S-400

Kanz­le­rin Mer­kel rief Chi­na dazu auf, sich an Ver­su­chen zur Ret­tung des INF-Abrüs­tungs­ver­tra­ges zu betei­li­gen. Sie wis­se, dass es bei dem The­ma auf chi­ne­si­scher Sei­te vie­le Vor­be­hal­te gebe. Abrüs­tung sei aber ein The­ma, dass alle umtrei­be. Der obers­te Außen­po­li­ti­ker Chi­nas, Yang Jie­chi, sag­te laut offi­zi­el­ler Über­set­zung in Mün­chen, Peking sei gegen die “Mul­ti­la­te­ra­li­sie­rung” des INF-Ver­trags. Die USA hat­ten den INF-Ver­trag Anfang des Monats mit Rücken­de­ckung der NATO-Part­ner zum 2. August gekün­digt.

Pence poch­te erneut auf höhe­re Wehr­etats der NATO-Ver­bün­de­ten. Inzwi­schen habe sich die Zahl der NATO-Staa­ten ver­dop­pelt, die zwei Pro­zent ihres Brut­to­in­lands­pro­duk­tes für Ver­tei­di­gung aus­ge­ben, sag­te Pence. Dies sei das Ergeb­nis der For­de­rung von Trump, der auf wirt­schaft­li­che und mili­tä­ri­sche Stär­ke set­ze.

Ame­ri­ka ist heu­te stär­ker als je zuvor, und Ame­ri­ka führt die Welt ein­mal mehr”, so Pence.

Die Kanz­le­rin stell­te eine wei­te­re Stei­ge­rung der deut­schen Ver­tei­di­gungs­aus­ga­ben in Aus­sicht, wies aber auch auf die Bedeu­tung einer umfas­sen­den Ent­wick­lungs­po­li­tik hin. Trump drängt sei­nen Nato-Part­ner Deutsch­land, den Ver­tei­di­gungs­etat in fünf Jah­ren auf zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes auf­zu­sto­cken. Das wür­de Mehr­aus­ga­ben in zwei­stel­li­ger Mil­li­ar­den­hö­he bedeu­ten. Mer­kel stell­te in Aus­sicht, bis 2025 1,5 Pro­zent zu schaf­fen.

Der US-Vize übte in sei­ner Rede auch Kri­tik an der Tür­kei – ohne das Land beim Namen zu nen­nen.

Wir wer­den nicht taten­los zuse­hen, wenn NATO-Mit­glied­staa­ten Waf­fen von unse­ren Fein­den beschaf­fen”, sag­te er.

Der Ankauf eines rus­si­schen Rake­ten­ab­wehr­sys­tems durch die Tür­kei ist einer der größ­ten Streit­punk­te zwi­schen Anka­ra und Washing­ton.

(dpa/rt deutsch)

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Umfrage : Jeder Dritte will, dass Kanzlerin Merkel vor 2021 geht


Mehr als jeder drit­te Bun­des­bür­ger (38 Pro­zent) wünscht sich, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel vor 2021 an der Regie­rungs­spit­ze abge­löst wird. Nach einer reprä­sen­ta­ti­ven Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts You­Gov im Auf­trag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa) mei­nen aber dage­gen 43 Pro­zent, sie soll­te wie geplant bis zur Bun­des­tags­wahl in knapp drei Jah­ren im Amt blei­ben. 18 Pro­zent mach­ten kei­ne Anga­ben.

Mer­kel hat­te den CDU-Vor­sitz zwar Anfang Dezem­ber nach 18 Jah­ren abge­ge­ben. Sie erklär­te aber, die kom­plet­te Legis­la­tur­pe­ri­ode Kanz­le­rin blei­ben zu wol­len. Eine Stab­über­ga­be bei Fort­füh­rung der Gro­ßen Koali­ti­on gilt als nahe­zu aus­ge­schlos­sen, da die SPD kein Inter­es­se an der Wahl eines Nach­fol­gers oder einer Nach­fol­ge­rin hat. Mög­lich wäre eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels bei einem Koali­ti­ons­wech­sel oder bei einer Neu­wahl nach einer ver­lo­re­nen Ver­trau­ens­fra­ge der Kanz­le­rin im Bun­des­tag.

Euro­pa­wahl und Kom­mu­nal­wah­len ent­schei­dend für die Zukunft der Gro­ßen Koali­ti­on

Von den Anhän­gern der CDU/CSU (66 Pro­zent) und der Grü­nen (65 Pro­zent) mei­nen jeweils rund zwei Drit­tel, Mer­kel soll­te bis 2021 wei­ter­ma­chen. Bei SPD (48 Pro­zent), FDP (47 Pro­zent) und Lin­ken (50 Pro­zent) sind es jeweils unge­fähr die Hälf­te. Von den AfD-Anhän­gern wol­len dage­gen 78 Pro­zent eine vor­zei­ti­ge Ablö­sung Mer­kels, nur 10 Pro­zent wol­len sie bis 2021 im Amt sehen.

Ob Ange­la Mer­kel wie ange­kün­digt bis zum regu­lä­ren Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode im Herbst 2021 Kanz­le­rin bleibt oder ob es frü­her zu einer vor­ge­zo­ge­nen Bun­des­tags­wahl kommt, das kann zum Jah­res­wech­sel wirk­lich kei­ner wis­sen. Ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en wer­den im poli­ti­schen Ber­lin gehan­delt, es sind aber vor allem Spe­ku­la­tio­nen in Hin­blick auf die Zukunft.

Als extrem wich­tig wer­den in der wackeln­den Gro­ßen Koali­ti­on und bei den ande­ren Par­tei­en die Euro­pa­wahl und die par­al­lel dazu in zehn Bun­des­län­dern lau­fen­den Kom­mu­nal­wah­len am 26. Mai gewer­tet. Muss die SPD erneut poli­ti­sche Tief­schlä­ge ein­ste­cken, wird nicht aus­ge­schlos­sen, dass sie die Koali­ti­on ver­lässt und ihr Heil in der Oppo­si­ti­on suchen möch­te.

Mehr zum The­ma — Kein Herz für Merz : Mer­kel lehnt Kabi­netts­um­bil­dung ab

(dpa/rt deutsch)

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Patriarch Kirill appelliert an Merkel, Macron, OSZE und UNO : Kirche in der Ukraine wird verfolgt


Der Appell, der am 14. Dezem­ber auf der Web­sei­te des Mos­kau­er Patri­ar­chats ver­öf­fent­licht wur­de, ist — neben den Ober­häup­tern der Welt­kir­chen und Gene­ral­se­kre­tär der UNO Antó­nio Guter­res — auch an die Regie­run­gen­chefs Frank­reichs und Deutsch­lands als Mit­glie­der des soge­nann­ten Nor­man­die-For­mats adres­siert. Grund sei die Ver­let­zung der von der Ver­fas­sung garan­tier­ten Rech­te von Kir­chen­hier­ar­chen und Gläu­bi­gen der kano­ni­schen ukrai­ni­schen Kir­che.

In der letz­ten Zeit hat die Ein­mi­schung des säku­la­ren ukrai­ni­schen Staa­tes in die Ange­le­gen­hei­ten der Kir­che Cha­rak­ter einer gro­ben Druck­aus­übung auf Bischö­fe und Kle­ri­ker der Ukrai­ni­schen Ortho­do­xen Kir­che (kurz UPZ) ange­nom­men. Wir gehen davon aus, dass dies der Anfang einer groß­an­ge­leg­ten Ver­fol­gung sein kann”, heißt es in dem Appell.

In den letz­ten Wochen häuf­ten sich Durch­su­chun­gen in den Klös­tern, Ver­hö­re der Pries­ter und Mön­che durch den Sicher­heits­dienst SBU sowie mehr­ma­li­ge Dro­hun­gen von Sei­ten des Prä­si­den­ten der Ukrai­ne an Kle­ri­ker und Gläu­bi­ge. Die­se soll­ten aus der Ukrai­ne ver­schwin­den, wenn sie dem Bestre­ben von Poro­schen­ko nach einer “neu­en ukrai­ni­schen Kir­che” nicht fol­gen woll­ten. Ver­ein­zelt gibt es auch Mord­dro­hun­gen gegen­über Pries­tern sowie Über­grif­fe auf Gläu­bi­ge durch natio­na­lis­ti­sche Mili­zen.

So wur­den 14 Pries­ter und ein Bischof in der west­ukria­ni­schen Riw­ne am 5. Dezem­ber zu einem mehr­stün­di­gen Ver­hör beim ukrai­ni­schen Sicher­heits­dienst SBU vor­ge­la­den. Sie sei­en des Staats­ver­rats beschul­digt wor­den, sag­te ihr Kir­chen­spre­cher nach dem Ver­hör gegen­über den Jour­na­lis­ten.

Am 7. Dezem­ber schrieb die Syn­ode der UPZ in einer Erklä­rung, dass die in der Ukrai­ne ange­streb­te Ver­samm­lung (Sobor) aller geneh­men ukrai­ni­schen Kir­chen, die am 15. Dezem­ber abge­hal­ten wer­den soll, ille­gal sei, denn sie sei nicht ande­res als eine “Ansamm­lung ver­schie­de­ner schis­ma­ti­scher Grup­pie­run­gen”. Ihre Beschlüs­se sei­en daher nicht bin­dend. Die Ein­la­dung des Patri­archs von Kon­stan­ti­no­pel Bar­tho­lo­mä­us, an die­ser Ver­samm­lung teil­zu­neh­men, sei des­halb abzu­leh­nen.

Mehr zum The­ma — “Geht nach Hau­se!” Petro Poro­schen­ko will die “rus­sisch-ortho­do­xe Kir­che” des Lan­des ver­wei­sen

Patriarch Kirill appelliert an Merkel, Macron, OSZE und UNO: Kirche in der Ukraine wird verfolgt
Bitt­got­tes­dienst der Gläu­bi­ger der ukrai­ni­schen Ortho­do­xen Kir­che am 14. Dezem­ber vor dem Gebäu­de des ukrai­ni­schen Par­la­ments Wer­chow­na Rada für die Nicht­ein­mi­schung des Staa­tes in die Ange­le­gen­hei­ten der Kir­che.

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko treibt seit April die­ses Jah­res die Grün­dung einer neu­en autoke­pha­len (also selb­stän­di­gen) ukrai­ni­schen Kir­che aktiv vor­an. Die­se sol­le mit­tels des Kon­stan­ti­no­pe­ler Patri­archs Bar­to­lo­mä­us durch einen spe­zi­el­len Erlass (grie­chisch “Tomos”) erfol­gen, denn er hat sei­ne Bereit­schaft, eine neue allu­krai­ni­sche Kir­che zu instal­lie­ren, bereits mehr­mals signa­li­siert. Die­se soll­te dann aber unter die Obhut des Kon­stan­ti­no­pe­ler Patri­ar­chen kom­men. Nur dann wäre die­se aus der Kon­stan­ti­no­pe­ler Sicht auch recht­mä­ßig. Sowohl Poro­schen­ko als auch Bar­to­lo­mä­us stüt­zen sich dabei jedoch ledig­lich auf die nicht aner­kann­te, erst unlängst selbst abge­trenn­te Kir­che des Kie­wer Patriachats der Rus-Ukrai­ne mit dem selbst­er­nann­ten Patri­ar­chen Phil­aret an der Spit­ze und einer zah­len­mä­ßig klei­nen sog. ukrai­ni­schen autoke­pha­len Kir­che. Nun trach­ten sie danach, dass auch die kano­ni­sche ukrai­ni­sche Kir­che ihren Über­tritt vom Mos­kau­er Patri­ar­chat zur geplan­ten urkai­ni­schen Kir­che erklärt. 

Das gesam­te Vor­ha­ben wird in der Welt der Ortho­do­xen Kir­che nicht unge­teilt unter­stützt. Etwa die Hälf­te der ins­ge­samt 14 Ortho­do­xen Kir­chen welt­weit haben dies als nicht kano­ni­schen, spal­te­ri­schen Akt kri­ti­siert. Ein ande­rer Teil der Kir­chen ruft zur Klä­rung der Fra­ge auf der All-Ortho­do­xen Ver­samm­lung auf und kri­ti­siert damit den Kon­stan­ti­no­pe­ler Patri­ar­chen zumin­dest für des­sen Allein­gang. Den ein­zi­gen unge­teil­ten Anhän­ger fin­det Bar­tho­lo­mä­us bis­lang ein­zig und allein im ver­län­ger­ten Arm der US-Regie­rung. Deren Bevoll­mäch­tig­ter für inter­na­tio­na­le Fra­gen der Reli­gi­ons­frei­heit, Samu­el Braun­beck, besuch­te die Ukrai­ne im Sep­tem­ber und traf sich mit dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten. Eine eige­ne autoke­pha­le Kir­che sei für die Ukrai­ne genau­so wich­tig wie die ter­ri­to­ria­le Sou­ve­rä­ni­tät, sag­te er in der Pres­se­er­klä­rung nach die­sem Tref­fen.

Die ukrai­ni­sche ortho­do­xe Kir­che UPZ gehört seit dem Jahr 1686 zum Mos­kau­er Patri­ar­chat. Seit der ukrai­ni­schen Unab­hän­gig­keit im Jahr 1991 genießt sie weit­rei­chen­de Auto­no­mie und ver­fügt auch eigen­ver­ant­wort­lich über ihre Finan­zen, ist aber nach wie mit Mos­kau kano­nisch und eucha­ris­tisch ver­bun­den. Bis­lang ist sie mit etwa 12.000 Kir­chen­ge­mein­den und 200 Klös­tern zah­len­mä­ßig die größ­te und die ein­zig kano­nisch aner­kann­te ortho­do­xe Kir­che in der Ukrai­ne.

Mehr zum The­ma — Zank um ukrai­ni­sche Schis­ma­ti­ker : Rus­si­sche Ortho­do­xie hat kein Ver­trau­en mehr zu Kon­stan­ti­no­pel

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Merkel will auf EU-Gipfel Sanktionen gegen Russland verlängern


Der deutsch-fran­zö­si­sche Ver­mitt­lungs­ver­such im Kon­flikt um das Asow­sche Meer soll im Janu­ar fort­ge­setzt wer­den. Das teil­te Regie­rungs­spre­cher Stef­fen Sei­bert am Mitt­woch in Ber­lin mit. Tags zuvor hat­ten sich die außen­po­li­ti­schen Bera­ter der Staats- und Regie­rungs­chefs von Deutsch­land, Frank­reich, Russ­land und der Ukrai­ne getrof­fen.

Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel ver­kün­de­te am Mitt­woch bei einer Regie­rungs­be­fra­gung im Bun­des­tag, man wer­de sich auf dem EU-Gip­fel ange­sichts des Kon­flikts im Asow­schen Meer und der Meer­enge von Kertsch für eine Ver­län­ge­rung der euro­päi­schen Sank­tio­nen gegen Mos­kau ein­set­zen.

Dar­über, dass der Kon­flikt in der Gip­fel-Abschluss­erklä­rung am Frei­tag ange­spro­chen wer­de, gebe es kei­ne Dif­fe­ren­zen zwi­schen Groß­bri­tan­ni­en, Spa­ni­en und Deutsch­land, sag­te Mer­kel.

Mehr zum The­ma — Wie der Kon­flikt im Asow­schen Meer begann : Die Fest­set­zung des rus­si­schen Fisch­kut­ters “Nord”

Vor gut zwei Wochen war der Kon­flikt vor der Küs­te der Halb­in­sel Krim eska­liert. Am Anfang des Kon­flikts im Asow­schen Meer steht ein Vor­fall im März, als der ukrai­ni­sche Grenz­schutz zehn rus­si­sche Fischer auf dem Schiff “Nord” fest­nahm. Die­sen bezeich­ne­te die Rus­si­sche Bot­schaft in Ber­lin als “rechts­wid­ri­ge Hand­lung … in Ver­let­zung der gel­ten­den bila­te­ra­len Ver­ein­ba­run­gen”.

Den Kapi­tän des Schif­fes, Wla­di­mir Gor­ben­ko, haben die ukrai­ni­schen Behör­den bis heu­te nicht frei­ge­las­sen. Die rus­si­sche Bot­schaft nann­te wei­ter­hin eine Rei­he von Anschlä­gen und Sabo­ta­ge­ak­te wie Ver­su­che, die Krim durch Spren­gung von Hoch­span­nungs­lei­tun­gen von der Strom­ver­sor­gung abzu­schnei­den, wodurch ver­stärk­te Sicher­heits­maß­nah­men not­wen­dig sei­en.

In hie­si­gen Medi­en beginnt der Kon­flikt jedoch im Novem­ber, als die rus­si­sche Küs­ten­wa­che drei ukrai­ni­schen Schif­fen die Pas­sa­ge durch die Stra­ße von Kertsch ins Asow­sche Meer ver­wei­gert hat.

Natür­lich wer­den wir die Din­ge beim Namen nen­nen. Wir wer­den uns auch für die Ver­län­ge­rung der Sank­tio­nen ein­set­zen”, zeig­te sich Mer­kel ent­schlos­sen. “Das Pro­blem liegt dar­in, dass wir beun­ru­higt sind über das rus­si­sche Ver­hal­ten und dass wir natür­lich eine fak­ti­sche Inan­spruch­nah­me des Asow­schen Meers nicht hin­neh­men kön­nen.

Die Bun­des­re­gie­rung habe ver­sucht, eine Aus­wei­tung der OSZE-Mis­si­on in der Ukrai­ne auf die Stra­ße von Kertsch und das Asow­sche Meer zu erhal­ten. Dies sei von Russ­land abge­lehnt wor­den. Man ver­su­che nun zu errei­chen, dass sich Ver­tre­ter aus Deutsch­land und Frank­reich dort die Schiffs­pas­sa­gen anschau­en kön­nen, sag­te Mer­kel. Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin habe ihr gegen­über erklärt, dort soll ein ver­nünf­ti­ger Schiffs­ver­kehr mög­lich sein.

Der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses der Staats­du­ma, Alek­sej Pusch­kow, warn­te davor, die Absicht des ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Poro­schen­ko zu unter­schät­zen.

Poro­schen­ko braucht so drin­gend einen Krieg”, dass er von nichts ande­rem mehr spre­che, so der Außen­po­li­ti­ker. “Weder in Ber­lin, noch in Paris, noch in Washing­ton betrach­ten sie den Vor­fall von Kertsch als Pro­log des Krie­ges, ledig­lich Poro­schen­ko bekräf­tigt dies. Und das ist nicht unge­fähr­lich – er schafft bewusst eine Vor­kriegs­stim­mung in der Ukrai­ne.

Ver­schie­de­ne Ana­lys­ten war­nen vor den Gefah­ren, die von der der­zei­ti­gen Her­an­ge­hens­wei­se Kiews an die Mili­ta­ri­sie­rung des Lan­des aus­ge­hen. Da ultra­na­tio­na­lis­ti­sche bewaff­ne­te Mili­zen-Grup­pen in die regu­lä­ren Streit­kräf­te auf­ge­nom­men wur­den, wäre deren Ein­satz im Krieg eine Bedro­hung mit unvor­her­seh­ba­rem Aus­gang.

Mehr zum The­ma — Ukrai­ne ver­legt tau­sen­de Sol­da­ten und schwe­res Kriegs­ge­rät an die Kon­takt­li­nie im Don­bass

Auch Mat­thew Schaaf, der Ukrai­ne-Exper­te von Free­dom House, beton­te die Gefahr, wel­che von die­sem Auf­bau der Streit­kräf­te aus­geht. Gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters äußer­te Schaaf : “Es gibt in der Ukrai­ne zahl­rei­che orga­ni­sier­te rechts­ra­di­ka­le Grup­pen, und wäh­rend die Frei­wil­li­gen­ba­tail­lo­ne offi­zi­ell in staat­li­che Struk­tu­ren inte­griert wur­den, haben eini­ge von ihnen inzwi­schen poli­ti­sche und gemein­nüt­zi­ge Struk­tu­ren aus­ge­glie­dert, um ihre eige­ne Visi­on umzu­set­zen”. 

Das ukrai­ni­sche Asow-Batail­lon soll rechts­ex­tre­me US-Grup­pen aus­ge­bil­det haben :

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Wird Merkel Kanzlerin bleiben ? Fraktionschef Brinkhaus warnt vor Gedankenspielen über Neuwahlen


Uni­ons­frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus (CDU) hat sich vor dem CDU-Par­tei­tag ener­gisch gegen Spe­ku­la­tio­nen über eine vor­ge­zo­ge­ne Neu­wahl mit einem Wech­sel im Kanz­ler­amt gewandt.

Die Wäh­ler haben bei der Bun­des­tags­wahl 2017 der Uni­on und Ange­la Mer­kel als Spit­zen­kan­di­da­tin den Regie­rungs­auf­trag für die gesam­te Wahl­pe­ri­ode erteilt”, sag­te Brink­haus der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. “Wir haben die­se Auf­ga­be zu erfül­len. Dar­auf müs­sen wir uns kon­zen­trie­ren.”

Die CDU-Gre­mi­en berei­ten am heu­ti­gen Don­ners­tag in Ham­burg den zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag vor, bei dem am Frei­tag 1.001 Dele­gier­te über den Par­tei­vor­sitz ent­schei­den. Als aus­sichts­reichs­te Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel als CDU-Che­fin gel­ten Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz sowie — wohl etwas abge­schla­gen — Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Es wird mit einem knap­pen Wahl­aus­gang gerech­net.

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er für Kramp-Kar­ren­bau­er

Im inner­par­tei­li­chen Wett­be­werb waren zuletzt immer mehr Par­tei­grö­ßen aus der Deckung gekom­men. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er stell­te sich nun hin­ter Kramp-Kar­ren­bau­er — und zeig­te sich zugleich irri­tiert dar­über, dass Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le sich zuvor für Merz aus­ge­spro­chen hat­te.

Sei­ne Prä­fe­renz für Gene­ral­se­kre­tä­rin Kramp-Kar­ren­bau­er habe er bis­lang aus Respekt vor den Dele­gier­ten nicht öffent­lich geäu­ßert, sag­te Alt­mai­er der Rhei­ni­schen Post.

Da Wolf­gang Schäub­le nun den Damm gebro­chen hat, kann ich sagen : Ich bin über­zeugt, dass wir mit Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er die bes­te Chan­ce haben, die CDU zu einen und Wah­len zu gewin­nen, so Alt­mai­er.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Minis­ter­prä­si­dent und stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Armin Laschet rief dazu auf, alles zu tun, damit es infol­ge der Abstim­mung nicht zu einer Spal­tung zwi­schen Sie­ger- und Ver­lie­rer­la­gern kommt.

Ent­schei­dend für den Zusam­men­halt der CDU ist die Zeit nach der Vor­sit­zen­den­wahl”, sag­te Laschet dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. “Es wird nur einen Sie­ger oder eine Sie­ge­rin geben. Ich wün­sche mir aber, dass alle drei sicht­bar blei­ben.”

Kramp-Kar­ren­bau­er for­dert Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten

Merz und Spahn woll­ten im Zuge ihrer Bewer­bung vie­le ent­täusch­te Kon­ser­va­ti­ve in der CDU anspre­chen. Kramp-Kar­ren­bau­er gilt als Favo­ri­tin Mer­kels. Die 56-Jäh­ri­ge setz­te kurz vor dem Par­tei­tag noch einen inhalt­li­chen Akzent und for­der­te Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten.

Ich möch­te den Blick auf klei­ne Ren­ten rich­ten und die alte Regel ‘Mehr Net­to vom Brut­to’ anwen­den”, sag­te sie der Zei­tung Die Welt.

Sie will bei den Bei­trä­gen zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung anset­zen : “Bei die­sen Bei­trä­gen soll­ten wir die Men­schen ent­las­ten.” Mit der For­de­rung grenz­te sie sich auch von ihrem Kon­kur­ren­ten Fried­rich Merz ab, der am Wochen­en­de mit dem Vor­schlag Schlag­zei­len gemacht, die pri­va­te ergän­zen­de Alters­vor­sor­ge über Akti­en steu­er­lich zu begüns­ti­gen.

Alle drei Kan­di­da­ten hat­ten erken­nen las­sen, dass sie im Fall ihrer Wahl wei­ter­hin mit Mer­kel als Kanz­le­rin zusam­men­ar­bei­ten woll­ten. Mer­kel will zwar den Par­tei­vor­sitz abge­ben, aber bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode wei­ter Kanz­le­rin blei­ben. Frak­ti­ons­chef Brink­haus warn­te, Gedan­ken­spie­le über eine Neu­wahl wür­den dem ohne­hin ange­grif­fe­nen Ver­trau­en in die Poli­tik wei­te­ren Scha­den zufü­gen. “Ich hal­te nichts davon, die Bür­ger immer wie­der in eine Neu­wahl zu trei­ben, bis den Poli­ti­kern das Ergeb­nis passt.”

SPD pocht auf Koali­ti­ons­ver­trag

Zu dem Par­tei­tag wer­den 1.001 Dele­gier­te, mehr als 1.000 Gäs­te und 1.800 akkre­di­tier­te Jour­na­lis­ten aus aller Welt erwar­tet. Damit die gro­ße Zahl von Anträ­gen ange­sichts der mit Span­nung erwar­te­ten Wahl in Ham­burg nicht unter­geht, schlug der Uni­ons-Mit­tel­stand (MIT) einen zusätz­li­chen Par­tei­tag im Früh­jahr vor, um die­se dann dort zu behan­deln.

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Der Koali­ti­ons­part­ner SPD pocht dar­auf, dass auch mit dem neu­en CDU-Vor­sitz der Koali­ti­ons­ver­trag ein­ge­hal­ten wird : “Die SPD nimmt hin, was kommt. Und wir gehen davon aus, dass alles Bestand hat, was vor­her in der Koali­ti­on ver­ein­bart wor­den ist”, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de Malu Drey­er den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

(dpa/rt deutsch)

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Angela Merkel zur erfolgreichsten Frau des Jahres gekürt


Das Maga­zin beton­te, dass der Ver­zicht auf den CDU-Vor­sitz und das Wahl­ren­nen um das Kanz­ler­amt im Jahr die Frau Mer­kel nicht dar­an hin­dern wür­den, “de fac­to eine weib­li­che Anfüh­re­rin der frei­en Welt” zu sein.

Auf die deut­sche Kanz­le­rin folgt auf dem zwei­ten Platz die bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May. Die Top 3 schließt die Direk­to­rin des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) Chris­ti­ne Lagar­de ab. Die rest­li­chen Plät­ze der For­bes-Rang­lis­te beleg­ten unter ande­ren die US-ame­ri­ka­ni­sche Talk­show-Mode­ra­to­rin Oprah Win­frey (20. Platz), die bri­ti­sche Köni­gin Eli­sa­beth II. (23. Platz) und die Toch­ter des US-Prä­si­den­ten Ivan­ka Trump (24. Platz).

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Nach Airbus-Panne mit Kanzlerin Merkel : Von der Leyen nimmt Flugbereitschaft in Schutz


Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en hat die Flug­be­reit­schaft ihres Hau­ses nach der schwe­ren Pan­ne eines Air­bus mit der Bun­des­kanz­le­rin an Bord in Schutz genom­men.

Mit nur zwei Pro­zent Aus­fall­quo­te bei Regie­rungs­flü­gen in den letz­ten bei­den Jah­ren und einer durch­schnitt­li­chen Ein­satz­be­reit­schaft von 89 Pro­zent ist die Flug­be­reit­schaft sta­tis­tisch sehr zuver­läs­sig”, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin der Bild-Zei­tung.

Sie räum­te aber ein : “Wenn dann aus­ge­rech­net wich­ti­ge Flü­ge wie der der Kanz­le­rin zum G20-Gip­fel aus­fal­len, schmerzt das umso mehr.”

Der Air­bus der Flug­be­reit­schaft des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, der Mer­kel und ihre Dele­ga­ti­on zum G20-Gip­fel nach Bue­nos Aires brin­gen soll­te, muss­te in der Nacht zum Frei­tag über den Nie­der­lan­den umkeh­ren. Ursa­che war ein Aus­fall des Funk­sys­tems. Auch das Sys­tem zum Ablas­sen von Kero­sin war betrof­fen. Die Maschi­ne lan­de­te in Köln/Bonn. Dies war wegen ihres hohen Gewichts — der Air­bus hat­te noch fast das gesam­te Kero­sin in sei­nen Tanks — eine heik­le Ange­le­gen­heit. Bei der Lan­dung über­hitz­ten die Brem­sen.

Mer­kel muss­te in Bonn über­nach­ten und reis­te erst am Frei­tag­mor­gen mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung nach Argen­ti­ni­en — zunächst mit einer Maschi­ne der Flug­be­reit­schaft nach Madrid, dann mit einem Lini­en­flug nach Bue­nos Aires. Ein Sitz­nach­bar aus dem Flie­ger ver­öf­fent­lich­te spä­ter via Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter Fotos von der Begeg­nung mit der Kanz­le­rin und ver­riet gegen­über der Pres­se, was sie über den Wol­ken so gemacht hat : “Sie hat Joghurt geges­sen, ein Buch gele­sen, ein biss­chen geschla­fen.” 

Mer­kel kam schließ­lich mit zwölf Stun­den Ver­spä­tung in Argen­ti­ni­en an und ver­pass­te Tei­le des Pro­gramms am ers­ten Tag des G20-Tref­fens. Der Grü­nen-Wehr­ex­per­te Tobi­as Lind­ner for­der­te eine “voll­stän­di­ge Auf­klä­rung” des Vor­falls.

Es stellt sich die Fra­ge, ob und war­um die Flug­zeu­ge der Flug­be­reit­schaft häu­fi­ger aus­fal­len als im zivi­len Betrieb”, sag­te er der Pas­sau­er Neu­en Pres­se.

Wir sind dabei, uns lächer­lich zu machen”, sag­te der FDP-Haus­halts­po­li­ti­ker Otto Fri­cke der Zei­tung :

Der büro­kra­ti­sche und tech­ni­sche Murks, durch den die Flug­be­reit­schaft immer wie­der auf­fällt, kann so nicht wei­ter­ge­hen.”

Fri­cke brach­te eine Pri­va­ti­sie­rung der Flug­be­reit­schaft ins Spiel : “Pri­va­ti­sie­rung ist eine Mög­lich­keit, die es zu prü­fen gilt. Sie muss aber nicht prin­zi­pi­ell die bes­se­re Lösung sein.”

Es war nicht die ers­te Pan­ne des Regie­rungs­flie­gers : Im Novem­ber erst streik­te in Süd­afri­ka ein Trieb­werk der “Kon­rad Ade­nau­er” über Stun­den, im Okto­ber knab­ber­ten Nage­tie­re Kabel des Flie­gers in Indo­ne­si­en an und leg­ten ihn lahm. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz muss­te per Lini­en­flug­zeug nach Deutsch­land rei­sen.

Mehr zum The­ma — Mer­kel muss Lini­en­flug neh­men : Mit Ibe­ria zum G20-Gip­fel in Bue­nos Aires

(dpa/rt deutsch)

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