Angela Merkel in China : Was auf dem Spiel steht


von Ste­phan Ossen­kopp

Kaum eine deut­sche Tages­zei­tung, die die­ser Tage nicht über­be­tont, dass Frau Mer­kels Chi­na-Besuch in eine Zeit erhöh­ter Zuspit­zung fällt, allem vor­an durch die Lage in Hong­kong. Ange­sichts der offen­sicht­li­chen mora­li­schen wie finan­zi­el­len Unter­stüt­zung für eine gewalt­tä­ti­ge Hong­kon­ger Sepa­ra­tis­ten­be­we­gung durch anglo-ame­ri­ka­ni­sche Sicher­heits- und Diplo­ma­ten­krei­se ver­bit­tet sich die chi­ne­si­sche Regie­rung in Peking erwar­tungs­ge­mäß jeg­li­che Ein­mi­schung in inne­re Ange­le­gen­hei­ten auf dem sou­ve­rä­nen Ter­ri­to­ri­um Chi­nas.

Mit einem ähn­li­chen Skript einer Far­ben-Revo­lu­ti­on war man in der Ukrai­ne und in Geor­gi­en noch durch­ge­kom­men, mit­samt den ent­spre­chend kata­stro­pha­len Fol­gen. Aber der Ver­such, Chi­na wirt­schaft­lich und poli­tisch zu spal­ten und ein­zu­däm­men wird den Prot­ago­nis­ten die­ses Unter­fan­gens nicht gut bekom­men. Das Hong­kong-The­ma ist nur eines im Reper­toire west­li­cher Hard­li­ner, die Chi­nas welt­wei­ten Auf­stieg ein­däm­men wol­len.

Xin­jiang, Hua­wei, Süd­chi­ne­si­sches Meer, Tai­wan, Falun Gong – die Lis­te der Anfein­dun­gen ist lang, Mus­ter und Moti­ve der Angrif­fe sind hin­läng­lich bekannt. War­um soll­te die Kanz­le­rin aus­ge­rech­net die­ser Tage die hohen Erwar­tun­gen sowohl der deut­schen wie auch der chi­ne­si­schen Wirt­schaft und der Poli­tik an die­sen Besuch durch Par­tei­nah­me in einem his­to­ri­schen geo­po­li­ti­schen Kon­flikt ver­spie­len, der unter ande­rem von Trumps Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton fast täg­lich ver­schärft wird ? Die freund­schaft­li­chen deutsch-chi­ne­si­schen Bezie­hun­gen – und allem vor­an die wach­sen­den Han­dels­be­zie­hun­gen – könn­ten einen ziem­li­chen Dämp­fer erfah­ren und Deutsch­land in der sich deut­lich ankün­di­gen­den Wirt­schafts­kri­se iso­lie­ren.

Rezes­si­on oder Fort­schritt ?

Laut Geschäfts­kli­maum­fra­ge der Außen­han­dels­kam­mern in Chi­na lau­fen die Geschäf­te der 5.200 deut­schen Unter­neh­men dort gut bis sehr gut. Man kon­tras­tie­re das zu der Umfra­ge des ifo-Insti­tuts unter 9.000 Fir­men in Deutsch­land, die heu­te einen ähn­lich pes­si­mis­ti­schen Blick auf die Zukunft im Inland haben wie zuletzt im Kri­sen­jahr 2009 ; Ten­denz : fal­lend. Der Zustand der Deut­schen Bank und der Com­merz­bank las­sen eben­falls nichts Gutes ahnen.

Wenn geschick­te PR-Kam­pa­gnen nun auch noch errei­chen, dass die Deut­schen sich für’s Auto­fah­ren, Fleisch­essen oder gar für’s Hei­zen schä­men, dann ist das Ende des Indus­trie­zeit­al­ters hier­zu­lan­de viel­leicht wirk­lich bald unum­kehr­bar, wie es der “Kli­ma­papst” Hans Joa­chim Schelln­hu­ber stän­dig anmahnt.

Mit Chi­na betritt Frau Mer­kel jedoch ein Land, das bis 2050 das moderns­te Indus­trie­land der Welt wer­den will und dafür einen der­ar­tig umfas­sen­den und kon­kre­ten Plan ver­folgt, dass selbst Peter Alt­mai­er als Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter in sei­nem unlängst ver­öf­fent­lich­ten The­sen­pa­per zu Deutsch­lands Indus­trie­stra­te­gie 2030 zuge­ste­hen muss, dass Chi­na ein “indus­trie­po­li­tisch beson­ders erfolg­rei­ches Land” sei, das durch akti­ve Indus­trie­po­li­tik sei­ne “Schlüs­sel­tech­no­lo­gi­en in zehn Sek­to­ren” wie “Infor­ma­ti­ons­tech­nik, Hig­hend Robo­tics, Luft­ und Raum­fahrt, Mari­ti­me Indus­trie, Elek­tro­mo­bi­li­tät, Trans­port und Eisen­bahn, Bio­phar­ma­zeu­ti­ka und Medi­zin­tech­nik” gezielt und erfolg­reich stär­ke.

Man soll­te die Berei­che Kern­ener­gie, Fusi­ons­for­schung und Künst­li­che Intel­li­genz ruhig noch ergän­zend erwäh­nen. Die Berei­che, in denen Deutsch­land bereits heu­te von Chi­na eher ler­nen müss­te, anstatt es zu beleh­ren, wer­den eher mehr als weni­ger.

Asia­ti­scher Spi­rit

Nach ihren Gesprä­chen am 6. Sep­tem­ber mit dem chi­ne­si­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Li Keqiang in Peking, wird die Kanz­le­rin an der Sit­zung des Bera­ten­den Aus­schus­ses der deutsch-chi­ne­si­schen Wirt­schaft teil­neh­men, also einer Art Round-Table von CEOs gewich­ti­ger Unter­neh­men. Dort wird man unter ande­rem Deutsch­lands Teil­nah­me am wich­tigs­ten inter­na­tio­na­len Ent­wick­lungs­pro­jekt, der Belt & Road Initia­ti­ve, auch Neue Sei­den­stra­ße genannt, auf die Tages­ord­nung set­zen. Nach Ein­schät­zung des Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­ta­ges sei dies “eine wich­ti­ge Gele­gen­heit, um sich für den gleich­be­rech­tig­ten, offe­nen Markt­zu­gang für alle Unter­neh­men ein­zu­set­zen – sei es bei Inves­ti­tio­nen und öffent­li­chen Aus­schrei­bun­gen in Chi­na selbst oder bei Par­ti­zi­pa­ti­ons­mög­lich­kei­ten zur Neu­en Sei­den­stra­ße.”

Es wird mit gro­ßem Inter­es­se beob­ach­tet wer­den, ob Frau Mer­kel und die deut­schen Unter­neh­mens­chefs eige­ne Vor­schlä­ge zu die­ser Initia­ti­ve vor­le­gen und über die bis­her domi­nie­ren­de Kri­tik hin­weg­kom­men wer­den. Der Vor­wurf, 90 Pro­zent der Auf­trä­ge, die im Rah­men der Sei­den­stra­ßen-Groß­pro­jek­te der Infra­struk­tur ver­ge­ben wer­den, gin­gen an chi­ne­si­sche Fir­men, steht seit län­ge­rem im Raum. Doch mag die Hal­tung des BASF-Vor­sit­zen­den MARTIN Bru­der­mül­ler cha­rak­te­ris­tisch für eine neue Hal­tung sein, berich­te­te er doch erst kürz­lich, dass sei­ne Geschäfts­part­ner ihm gegen­über erwi­der­ten, man habe doch gar kei­ne Alter­na­ti­ve zu den Chi­ne­sen. “Ihr Euro­pä­er könn­tet das, aber ihr bie­tet gar nichts an.”

Bru­der­mül­ler erwar­tet, dass sich “Poli­tik und Indus­trie in stra­te­gi­sche Dia­lo­ge mit den betref­fen­den Län­dern bege­ben, um sich so auf­zu­stel­len, dass wir etwas anbie­ten kön­nen.” Deut­sche und euro­päi­sche Poli­tik soll­ten die Indus­trie­un­ter­neh­men beglei­ten, so Bru­der­mül­ler, ein­schließ­lich mit Her­mes-Bürg­schaf­ten und wei­te­ren Instru­men­ten zur Finan­zie­rungs­si­cher­heit. “Nicht immer nur über One Belt, One Road [so heißt die Neue Sei­den­stra­ße in Chi­na, Anm. d. Verf.] schimp­fen und behaup­ten, dass die Chi­ne­sen eine neue Kolo­ni­al­po­li­tik machen, son­dern wir brau­chen eige­ne Ange­bo­te.” Bru­der­mül­ler wünscht sich bei der Inno­va­ti­on übri­gens mehr “asia­ti­schen Spi­rit”, anstatt hier­zu­lan­de Din­ge immer erst ein­mal nega­tiv zu bele­gen und “nie­der­zu­tre­ten, bis sie nicht mehr auf­ste­hen”.

Hohe Erwar­tun­gen

Ein Kom­men­tar jüngs­ten Datums in der chi­ne­si­schen Tages­zei­tung Glo­bal Times über die Erwar­tun­gen Chi­nas an den Besuch der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin zeigt, wie deut­lich man sich im “Land der Mit­te” des­sen bewusst ist, dass Deutsch­land und Euro­pa am Schei­de­weg ste­hen.

Sowohl ange­sichts des wirt­schaft­li­chen Absa­ckens und der inter­nen Flieh­kräf­te und Dis­so­nan­zen in der Euro­päi­schen Uni­on, als auch ange­sichts der geo­po­li­ti­schen Zuspit­zung sei­tens der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka gegen­über Chi­na – mit allen Fol­gen für die Welt­wirt­schaft – fra­gen sich chi­ne­si­sche Kom­men­ta­to­ren, ob sich die EU wirk­lich der “ein­heit­li­chen Front gegen Chi­na” (wie es der US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land aus­drück­te) anschlie­ßen wol­le, oder ob sie die ver­stärk­te Koope­ra­ti­on mit Chi­na suchen wol­le. “Was Chi­na tut ver­schafft den Euro­pä­ern die Zukunft, die sie wol­len. Die von Chi­na vor­ge­schla­ge­ne Belt & Road Inti­tia­ti­ve (BRI) ist kein Ein­bahn­stra­ßen-Pro­jekt.” Die BRI sei eine bidi­rek­tio­na­le Ver­bin­dung zwi­schen Ost und West, die gute Gele­gen­hei­ten für Euro-Asia­ti­sche Koope­ra­tio­nen schaf­fe. “Euro­pa besitzt genü­gend Fähig­kei­ten, die Chan­cen zu nut­zen. Die Fra­ge ist, ob die Euro­pä­er es wol­len.” 

In den größ­ten Pekin­ger Insti­tu­tio­nen für Poli­tik­for­schung schlägt man ähn­li­che Töne an. Pro­fes­sor Zhao Jun­jie vom Insti­tut für Euro­pa­stu­di­en an der Chi­ne­si­schen Aka­de­mie für Sozi­al­wis­sen­schaf­ten (CASS) bezeich­net Mer­kel ange­sichts ihres 12. Besuchs in Chi­na gar als alten Freund des chi­ne­si­schen Vol­kes. Er erwar­te ange­sichts der öko­no­mi­schen und sozia­len Pro­ble­me in Euro­pa eine Ver­tie­fung der Koope­ra­ti­on in wirt­schaft­li­chen und inter­na­tio­na­len Fra­gen.

Als ein mäch­ti­ges Euro­päi­sches Land besitzt Deutsch­land die Ver­ant­wor­tung, Euro­pa so schnell wie mög­lich aus der Zwick­müh­le zu füh­ren,” bemerkt Zhao, und fügt hin­zu, dass eine umfas­sen­de stra­te­gi­sche Zusam­men­ar­beit zum Wirt­schafts­wachs­tum und damit zur Sta­bi­li­tät in Euro­pa bei­tra­gen wer­de. “Chi­na hat hohe Erwar­tun­gen, was die wei­te­re Zusam­men­ar­beit mit Deutsch­land angeht”, sagt Pro­fes­sor Hong Hu, For­schungs­mit­ar­bei­ter beim Chi­ne­si­schen Insti­tut für Inter­na­tio­na­le Stu­di­en – ein zum Außen­mi­nis­te­ri­um gehö­ren­der Think Tank. Vor allem “The­men, die den Mul­ti­la­te­ra­lis­mus und Glo­bal Gover­nan­ce betref­fen, wären von gro­ßem Inter­es­se für bei­de Län­der.”

Den letzt­ge­nann­ten Punkt hat bereits der chi­ne­si­sche Prä­si­dent Xi Jin­ping beim Zusam­men­tref­fen mit Ange­la Mer­kel am 26. März in Paris her­vor­ge­ho­ben. Chi­na und Deutsch­land soll­ten die Belt & Road Initia­ti­ve nut­zen, um eine offe­ne, auf Ent­wick­lungs­ko­ope­ra­ti­on basie­ren­de Welt­wirt­schafts­ord­nung zu begrün­den, so Xi.

Chi­na steigt auf

Wird es Euro­pa also wol­len ? Wird Frau Mer­kel es wol­len – näm­lich jetzt die Chan­ce zu ergrei­fen, einen ent­schei­den­den Schritt auf Chi­na zuzu­ge­hen, des­sen fried­li­cher wirt­schaft­li­cher Auf­stieg und des­sen Inte­gra­ti­on in den Welt­han­del und in die Welt­po­li­tik auf allen Ebe­nen vor­an­schrei­ten wird ? Die Mer­ca­tor-Stif­tung für Chi­na-Stu­di­en (MERICS) in Ber­lin kon­sta­tiert, dass Chi­na mit 6,2 Pro­zent (jähr­lich) nach wie vor ein “immenses Wachs­tum ange­sichts der Grö­ße des Lan­des” vor­zu­wei­sen habe und von einer inne­ren Spal­tung kei­ne Spur sei.

Gera­de beim Besuch Mer­kels in der chi­ne­si­schen Stahl­me­tro­po­le und Duis­bur­ger Part­ner­stadt Wuhan am Sams­tag stün­de alles “auf der Mat­te”, was in Deutsch­land im Indus­trie­sek­tor Rang und Namen habe. Der nach­fol­gend erteil­te Rat beim Pres­se­ge­spräch jener mil­lio­nen­schwe­ren pri­vat finan­zier­ten Stif­tung ist dann aller­dings, deut­sche Unter­neh­men soll­ten ihr zukünf­ti­ges Enga­ge­ment in Chi­na über­den­ken. Das pes­si­mis­ti­sche Geschäfts­mo­dell von MERICS, Chi­na wer­de auf die ein oder ande­re Wei­se strau­cheln oder sich ver­här­ten und von der Welt­ge­mein­schaft abwen­den, wird durch die Rea­li­tät ein­fach nicht bestä­tigt, im Gegen­teil.

War­um soll eigent­lich jeg­li­cher Gedan­ke dar­an, dass Chi­nas Füh­rung in die­sem Jahr­hun­dert auf bes­se­re, offe­ne­re und klü­ge­re Art regie­ren könn­te als die domi­nie­ren­den Mäch­te der ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­te, unter allen Umstän­den unter­bun­den wer­den ? Die Kanz­le­rin und die deut­sche Indus­trie täten gut dar­an, Rat­schlä­ge sol­cher Art im Ver­lauf des Chi­na-Besuchs aus­zu­blen­den, denn war­um soll­ten deut­sche Unter­neh­men sich stän­dig nega­ti­ven Spe­ku­la­tio­nen hin­ge­ben und sich damit eige­nen Hand­lungs­spiel­raum ver­bau­en ?

Neue Sei­den­stra­ße

Die ver­such­te Brand­mar­kung und Iso­lie­rung Chi­nas ist auch nach Ansicht eines der ein­fluss­reichs­ten deut­schen Indus­trie­len­ker, des ehe­ma­li­gen Sie­mens-Chefs und eins­ti­gen Lei­ters des Asi­en-Pazi­fik­aus­schus­ses der deut­schen Wirt­schaft (APA), Pro­fes­sor Hein­rich von Pie­rer, “nicht erfolg­ver­spre­chend und wird zu kei­nem guten Ende füh­ren.” Von Pie­rers vor rund 20 Jah­ren aus­for­mu­lier­te Ana­ly­se, Chi­nas Schlüs­sel zur Moder­ne wer­de der Aus­bau moder­ner Infra­struk­tur sein, hat sich bis heu­te als voll­kom­men zutref­fend erwie­sen. Auf die Neue Sei­den­stra­ße ange­spro­chen, sagt von Pie­rer : “Ich hal­te es für drin­gend not­wen­dig, eine über­zeu­gen­de deut­sche – oder bes­ser euro­päi­sche – Ant­wort auf die­se Initia­ti­ve zu fin­den”, denn “die Chi­ne­sen wer­den mit Belt & Road vor­an­schrei­ten, ob wir dies wol­len oder nicht”.

Auch Pro­fes­sor Zhao von der CASS bedau­ert, dass “Deutsch­land bis­lang kei­ne Ant­wort auf die Belt & Road Initia­ti­ve gege­ben” habe und “die deut­schen Wirt­schafts­füh­rer besorgt sind, dass der Bau der Neu­en Sei­den­stra­ße eine Bedro­hung für Deutsch­lands Export­märk­te bedeu­tet”. Zhao ist über­zeugt, man wer­de einen Kon­sens in der Ange­le­gen­heit erzie­len. Beim Din­ner mit Staats­prä­si­dent Xi am Frei­tag­abend hat Kanz­le­rin Mer­kel durch­aus die Gele­gen­heit, wei­te­res Ver­trau­en auf­zu­bau­en, auf des­sen Basis die deut­schen Unter­neh­men auch ihre unter­schied­li­chen Ansich­ten zu eini­gen Fra­gen des Markt­zu­gangs und der Stan­dar­di­sie­rung kon­struk­tiv ein­brin­gen könn­ten.

Auch der neue APA-Vor­sit­zen­de und aktu­el­le Sie­mens-Vor­stands­vor­sit­zen­de wird bei Mer­kels Rei­se kon­struk­ti­ve Schrit­te auf Chi­na zuge­hend anbah­nen, ist er doch ein Ver­fech­ter der Neu­en Sei­den­stra­ße und hat dafür bereits ein Gip­fel­tref­fen in Peking ver­an­stal­tet, ja sogar eine Belt & Road Task Force bei Sie­mens ein­ge­rich­tet. Was mag Herr Kae­ser gedacht haben, als jüngst die für die “euro­päi­sche” Ant­wort auf die chi­ne­si­sche BRI ver­ant­wort­li­che Chef­be­am­tin der EU vor Hun­der­ten ver­sam­mel­ter Diplo­ma­ten und Unter­neh­mer zugab, dass man in den letz­ten sechs Jah­ren nur ein Stück Papier aus­ge­ar­bei­tet habe, über kein Bud­get ver­fü­ge und die­se soge­nann­te “EU-Chi­na Kon­nek­ti­vi­täts-Platt­form” eigent­lich über­haupt nie­mand ken­ne.

Wie lan­ge will sich die deut­sche Regie­rung und Indus­trie in solch über­ra­gend stra­te­gi­schen Fra­gen wie dem welt­weit größ­ten Infra­struk­tur­auf­bau- und Indus­tria­li­sie­rungs­pro­gramm “Neue Sei­den­stra­ße” noch von einer extrem inef­fi­zi­en­ten und teu­ren EU-Büro­kra­tie aus­brem­sen las­sen ? Kanz­le­rin Mer­kels Rei­se soll­te also kei­nes­wegs als ein “Rou­ti­ne­be­such” ange­se­hen wer­den.

Gera­de weil dem deut­schen Fern­seh­zu­schau­er wei­ter­hin täg­lich das Feind­bild Chi­na vor­ge­gau­kelt wird, weil US-Prä­si­dent Trumps Bera­ter einen ver­hee­ren­den Kon­flikt mit Chi­na wei­ter ver­schär­fen wol­len und weil die trans­at­lan­ti­sche Real- und Finanz­wirt­schaft nicht aus dem Stru­del her­aus­zu­kom­men scheint, erge­ben sich in den kom­men­den Tagen zugleich neue Chan­cen für Deutsch­land, für Euro­pa und für die Welt, ent­schei­den­de Schrit­te auf eine Ver­bes­se­rung und mul­ti­po­la­re Neu­ord­nung der glo­ba­len Archi­tek­tur hin­zu­wir­ken, denn der fun­da­men­ta­le Wunsch aller Men­schen und Staa­ten ist letzt­lich die fried­li­che Koexis­tenz und Zusam­men­ar­beit.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

Mehr zum The­ma — Flo­ri­an Homm spricht Klar­text : Wei­te­re Eska­la­ti­on im Han­dels­streit zwi­schen USA und Chi­na 

RT Deutsch


Brasiliens Präsident Bolsonaro an Merkel : “Nehmen Sie die Knete und forsten Sie Deutschland auf!”


Der Regen­wald hat eine her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung für den glo­ba­len Kli­ma­schutz. Bra­si­li­ens Prä­si­dent Jair Bol­so­na­ro will jedoch vor allem das Ama­zo­nas­ge­biet stär­ker wirt­schaft­lich nut­zen und wei­te­re Rodun­gen zulas­sen. Er will kei­ne wei­te­ren Schutz­ge­bie­te aus­wei­sen. Dafür war die bra­si­lia­ni­sche Regie­rung zuletzt in die Kri­tik gera­ten. Kli­ma­schüt­zer sind alar­miert, den Berich­ten zufol­ge hat die Abhol­zung in die­sem Jahr bereits stark zuge­nom­men. Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze kün­dig­te an, För­der­mit­tel ihres Hau­ses zum Kli­ma­schutz zunächst auf Eis zu legen.

Auf­fors­ten in Deutsch­land statt in Bra­si­li­en

Nach dem Bekannt­wer­den des Stopps deut­scher Pro­jek­te zum Schutz des Regen­wal­des mel­de­te sich der rechts­ge­rich­te­te Prä­si­dent Bra­si­li­ens Jair Bol­so­na­ro zu Wort und emp­fahl der Bun­des­kanz­le­rin, das Geld daheim zu ver­wen­den.

Ich möch­te auch der gelieb­ten Frau Ange­la Mer­kel eine Nach­richt hin­ter­las­sen : Neh­men Sie die­se Kne­te und fors­ten Sie Deutsch­land wie­der auf, ok ? Dort ist es viel nöti­ger als hier”, sag­te Bol­so­na­ro laut Medi­en­be­rich­ten am Mitt­woch vor der Pres­se.

Deutsch­land hat rund 11,4 Mil­lio­nen Hekt­ar Wald, das ent­spricht etwa 32 Pro­zent der Lan­des­flä­che. In den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren hat die Wald­flä­che in Deutsch­land leicht zuge­nom­men. Doch der deut­sche Wald lei­det unter Dür­re, Schäd­lin­gen und Stür­men. Weil es öfter und hef­ti­ger stürmt, weni­ger reg­net und sich immer mehr Schäd­lin­ge aus­brei­ten, ist der Wald nach Aus­sa­gen des Bun­des für Umwelt und Natur­schutz (BUND) gestresst. Mas­si­ve Wald­schä­den von der Ost­see bis zum Boden­see sind die Fol­ge — der BUND spricht nach dem Wald­ster­ben in den 1980er Jah­ren bereits vom “Wald­ster­ben 2.0”. 

Mehr zum The­ma : 

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Trotz Klimaschutzpolitik : Merkel steht zum Ziel der Schwarzen Null – Regierungssprecher


Deutsch­land hat fast zwei Bil­lio­nen Euro Staats­schul­den. Die Bun­des­re­gie­rung will dem mit der Poli­tik der „Schwar­zen Null“ begeg­nen – obwohl dies unter Öko­no­men umstrit­ten ist. Zugleich gestal­tet sich gera­de die Kli­ma­schutz­po­li­tik kost­spie­lig. Laut dem Regie­rungs­spre­cher steht Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel den­noch fest zum Ziel der Schwar­zen Null.
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Geschichtsklitterung : Wie Angela Merkel dem Widerstand des 20. Juli huldigt


von Andre­as Rich­ter

Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel hat in ihrem wöchent­li­chen Pod­cast den Wider­ständ­lern des 20. Juli 1944 um Graf Stauf­fen­berg gehul­digt. Inter­es­sant an ihrem knapp drei­mi­nü­ti­gen Video ist vor allem, wie Mer­kel die his­to­ri­schen Ereig­nis­se dar­stellt, was sie aus­lässt und wel­che Ver­bin­dun­gen zur Gegen­wart gezo­gen wer­den. So viel vor­weg : Mer­kel klit­tert sich die Geschich­te eben­so zurecht wie die Gegen­wart.

Sie beginnt ihre Aus­füh­run­gen mit den Wor­ten :

Am 20. Juli die­ses Jah­res ist der 75. Jah­res­tag des wohl bekann­tes­ten Atten­tats auf Adolf Hit­ler. Die Akteu­re um Claus Schenk Graf von Stauf­fen­berg wur­den noch in der­sel­ben Nacht hin­ge­rich­tet. Die­ser Tag ist uns Erin­ne­rung – nicht nur – an die Akteu­re des 20. Juli, son­dern an alle, die sich der Herr­schaft des Natio­nal­so­zia­lis­mus ent­ge­gen­ge­stellt haben. Und glück­li­cher­wei­se gab es davon vie­le Men­schen.

Die Kanz­le­rin wählt also die Akteu­re des 20. Juli, um an alle zu erin­nern, die sich dem NS-Régime ent­ge­gen­ge­stellt haben. Die Wahl ist, bei allem Respekt, die man den Ver­schwö­rern zol­len muss, kei­ne glück­li­che. Denn die­se began­nen ers­tens mit ihrer Ver­schwö­rung erst, als sich die deut­sche Nie­der­la­ge im Krieg abzeich­ne­te, zum Zeit­punkt des Atten­tats konn­te an des­sen Aus­gang kein Zwei­fel mehr bestehen. Jemand wie Georg Elser, der schon ganz zu Beginn des Krie­ges ver­such­te, den Füh­rer des “Groß­deut­schen Rei­ches” zu besei­ti­gen, wäre als Vor­bild bes­ser geeig­net.

Zwei­tens kam der über­gro­ße Teil der Wider­stands­kämp­fer gegen das NS-Régime aus der Arbei­ter­be­we­gung, die Mehr­zahl von ihnen waren Kom­mu­nis­ten. Inso­fern ver­mit­telt die Wahl der Ver­schwö­rer des 20. Juli, die in ihrer gro­ßen Mehr­heit ade­li­ge Offi­zie­re waren, zu Reprä­sen­tan­ten des Wider­stands an sich ein über­aus schie­fes Bild.

Auch Mer­kels Aus­sa­ge, dass sich “glück­li­cher­wei­se … vie­le Men­schen” dem Régime wider­setzt hät­ten, soll­te nicht unkom­men­tiert blei­ben. In abso­lu­ten Zah­len mag dies stim­men, rela­tiv gese­hen aber wider­setz­te sich aktiv immer nur eine klei­ne Min­der­heit. 

Die im Video nach knapp 30 Sekun­den ein­ge­blen­de­te Fra­ge, war­um es heu­te noch wich­tig sei, an den Wider­stand und das Atten­tat vom 20. Juli zu erin­nern, beant­wor­tet Mer­kel so :

Nur wenn wir unse­re Ver­gan­gen­heit ver­ste­hen, kön­nen wir auch eine gute Zukunft bau­en. Natür­lich leben wir heu­te in einem Rechts­staat, das heißt, Staats­bür­ger und Staats­füh­rung sind dem Recht und der Demo­kra­tie ver­pflich­tet. Aber die­je­ni­gen, die am 20. Juli gehan­delt haben, sind uns Vor­bild. Denn sie haben gezeigt, dass sie ihrem Gewis­sen fol­gen und damit haben sie einen Teil der Geschich­te Deutsch­lands geprägt, der ansons­ten durch die Dun­kel­heit des Natio­nal­so­zia­lis­mus bestimmt war. Uns obliegt es heu­te, die­sen Men­schen zu dan­ken. Denn unser Grund­ge­setz hät­te ohne sol­che Taten viel­leicht nicht so ent­ste­hen kön­nen. Wir kön­nen heu­te auf dem Mut die­ser Men­schen auf­bau­en und froh sein, dass es die­sen Teil unse­rer Geschich­te gibt.

Die Atten­tä­ter um Stauf­fen­berg wer­den von der Kanz­le­rin also als Vor­läu­fer der Bun­des­re­pu­blik und deren Grund­ge­setz dar­ge­stellt. Das ist aben­teu­er­lich, denn die Ver­schwö­rer waren über­zeug­te Anti­de­mo­kra­ten und über­wie­gend Anhän­ger einer auto­ri­tä­ren stän­di­schen Ord­nung ; nicht nur nach heu­ti­gen Maß­stä­ben wür­den sie als stramm rechts gel­ten. Die­se Fest­stel­lung soll nicht als pau­scha­le Kri­tik an ihnen ver­stan­den wer­den ; jede his­to­ri­sche Per­sön­lich­keit muss im Kon­text ihrer Zeit gese­hen wer­den – genau das tut Mer­kel nicht.

Rich­tig absurd wird es im drit­ten Teil des Mer­kel-Vide­os, der mit die­ser Fra­ge ein­ge­lei­tet wird :

Wie wich­tig ist für die Bun­des­re­gie­rung die Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus ?

Als Ant­wort schlägt die Kanz­le­rin einen gewag­ten Bogen von der Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mis­mus, den Mord an Wal­ter Lüb­cke über die Digi­ta­li­sie­rung bis hin zur Jus­tiz und zur Zivil­ge­sell­schaft :

Auch wir sind heu­te ver­pflich­tet, uns allen Ten­den­zen ent­ge­gen­zu­stel­len, die die Demo­kra­tie zer­stö­ren wol­len. Dazu gehört der Rechts­ex­tre­mis­mus. Die Zahl derer, die dem rechts­ex­tre­mis­ti­schen Lager zuge­ord­net wer­den, steigt lei­der. Der schreck­li­che Mord an Wal­ter Lüb­cke – dem Kas­se­ler Regie­rungs­prä­si­den­ten – führt uns vor Augen, wie wich­tig es ist, die­je­ni­gen zu unter­stüt­zen, die auf der loka­len Ebe­ne oder auf ande­ren Ebe­nen poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Egal, ob als Poli­ti­ker oder aber in den Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und in der gesam­ten Gesell­schaft. Hier braucht es ein deut­li­ches Zei­chen aller !

Auf der einen Sei­te müs­sen wir natür­lich unse­re Sicher­heits­or­ga­ne gut aus­stat­ten. Wir zei­gen dies, indem wir die Per­so­nal­aus­stat­tung aller Behör­den ver­grö­ßern. Wir zei­gen dies in dem Pakt für den Rechts­staat, um die Digi­ta­li­sie­rung auch unse­rer Gerich­te und der Staats­an­walt­schaf­ten vor­an­zu­brin­gen. Und wir müs­sen dar­über hin­aus natür­lich die Zivil­ge­sell­schaft stär­ken. Da gibt es eine Prä­ven­ti­ons­stra­te­gie gegen Extre­mis­mus, die die Bun­des­re­gie­rung ver­ab­schie­det hat. Da gibt es wich­ti­ge Pro­gram­me, wie zum Bei­spiel das Pro­gramm “Demo­kra­tie leben!” und jeder ist ein­ge­la­den, sich in unse­rer Gesell­schaft dafür ein­zu­set­zen, dass die Demo­kra­tie stark ist, dass die Zivil­ge­sell­schaft stark ist und dass Rechts­ex­tre­mis­ten kei­ne Chan­ce haben.

Natür­lich blei­ben bei die­sen Aus­füh­run­gen vie­le Fra­gen offen, vie­les bleibt schwam­mig und wirr. Fest­stel­len lässt sich wohl, dass sich Mer­kel selbst als “Kämp­fe­rin gegen den Rechts­ex­tre­mis­mus” sti­li­siert und dabei eine Kon­ti­nui­tät zu den Wider­ständ­lern her­stellt. 

Auf­hor­chen lässt, dass die Kanz­le­rin von der Gesell­schaft pau­schal Unter­stüt­zung für Poli­ti­ker und NGOs for­dert, die “Ver­ant­wor­tung über­neh­men”. Das klingt nicht nur nach “Wer nicht hüpft, ist ein Nazi”, es ist wahr­schein­lich auch so gemeint. Mer­kel redet zwar immer von Demo­kra­tie, aber an kei­ner Stel­le redet sie von einem Wett­streit von Ide­en und Pro­gram­men, alles wirkt sta­tisch und auto­ri­tär. Immer­hin decken sich ihre Wor­te mit ihrem Vor­ge­hen beim Fäl­len von wich­ti­gen poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen. 

Das Bild, das Mer­kel in ihrem Pod­cast von der Gegen­wart zeich­net, ist also eben­so schief wie das der Ver­gan­gen­heit, bei dem ihre Dar­stel­lung voll­kom­men wirk­lich­keits­fern und unhis­to­risch ist. Viel­leicht weiß sie es nicht bes­ser, wahr­schein­lich aber bedient sie sich nur wie­der ein­mal beden­ken­los im Fun­dus der NS-Geschich­te, um ihre tages­po­li­ti­schen Zie­le zu beför­dern.

War­um die Kanz­le­rin in ihr Video auch noch das The­ma Digi­ta­li­sie­rung ein­bau­te, bleibt rät­sel­haft. Wahr­schein­lich muss der Zuschau­er dank­bar sein, dass sie die Ver­schwö­rer von 1944 nicht auch noch für den soge­nann­ten Kli­ma­schutz und die EU bemüh­te. Nimmt man Mer­kel mit ihrer Aus­sa­ge beim Wort, dass nur eine gute Zukunft bau­en kön­ne, wer die Ver­gan­gen­heit ver­steht, dann kann man sich um die Zukunft des Lan­des unter ihrer Füh­rung durch­aus Sor­gen machen.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

Mehr zum The­ma — Mer­kel zit­tert, Deutsch­land wankt : Ein Zit­tern als Sinn­bild für die Kri­se des Lan­des

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Bundespressekonferenz mit Kanzlerin Merkel : Suggestivfragen und Russland ist “Grund für Besorgnis”


Ein beson­ders ekla­tan­tes Stück an Sug­ges­tiv­fra­ge bot die Deutsch­land-Kor­re­spon­den­tin der ita­lie­ni­schen Tages­zei­tung La Repubbli­ca. Sie woll­te von der Kanz­le­rin unter ande­rem wis­sen, wie besorgt die­se sei, über die “stän­di­gen Ver­su­che Russ­lands, Euro­pa zu zer­stö­ren”. 

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Liebe Angela” — Putin gratuliert Merkel zum 65. und würdigt sie 


Ich wün­sche Dir auf­rich­tig bes­te Gesund­heit, Glück, Wohl­erge­hen und Erfol­ge,” schrieb der 66-jäh­ri­ge Wla­di­mir Putin und beton­te : 

Dei­ne poli­ti­schen Füh­rungs­qua­li­tä­ten, Dei­ne erfolg­rei­che jah­re­lan­ge Tätig­keit auf dem Pos­ten der Bun­des­kanz­le­rin wer­den gebüh­rend geschätzt in Deutsch­land wie in Euro­pa und in der gan­zen Welt. Ich freue mich auf die wei­te­re gemein­sa­me Arbeit und den Dia­log. Ich schät­ze unse­re Bezie­hun­gen, die es uns erlau­ben, jed­we­de und sogar die schwie­rigs­ten Fra­gen zu erör­tern.

(dpa/RT Deutsch)

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Wieder bei einem Politiker-Empfang : Erneuter Zitteranfall von Kanzlerin Merkel


Beim Emp­fang des neu­en sozi­al­de­mo­kra­ti­schen fin­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ant­ti Rin­ne in Ber­lin erlitt Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel erneut einen Zit­ter­an­fall. Rin­ne wur­de mit mili­tä­ri­schen Ehren emp­fan­gen. Beim Abspie­len der Natio­nal­hym­nen begann die Bun­des­kanz­le­rin auf dem Podi­um, län­ge­re Zeit zu zit­tern. Es ist bereits der drit­te Anfall inner­halb von gut drei Wochen. Mer­kel wird in der kom­men­den Woche 65 Jah­re alt.

Mit­te Juni pas­sier­te es eben­falls beim Emp­fang eines Poli­ti­kers in Ber­lin, des neu­en ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Selens­kij. Beim Ste­hen in der strah­len­den Son­ne vor dem Kanz­ler­amt fing sie plötz­lich an, am gan­zen Kör­per zu zit­tern. Bei der spä­te­ren gemein­sa­men Pres­se­kon­fe­renz erklär­te die CDU-Poli­ti­ke­rin, sie habe inzwi­schen drei Glä­ser Was­ser getrun­ken, das ihr offen­bar gefehlt habe.

Nur acht Tage spä­ter erlitt sie bei der Ernen­nung der neu­en Jus­tiz­mi­nis­te­rin Chris­ti­ne Lam­brecht (SPD) durch Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter Stein­mei­er im Schloss Bel­le­vue erneut einen sol­chen Anfall. Mer­kel bekam ein Glas Was­ser ange­bo­ten, das sie zwar annahm, aber gleich wie­der zurück­gab, ohne dar­aus zu trin­ken.

Mehr zum The­ma — Mer­kel erlei­det Zit­ter­an­fall bei Staats­emp­fang von Selens­kij

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