Maduro versetzt Militär und Volksmiliz in höchste Alarmbereitschaft wegen drohender US-Intervention


Vene­zue­la zei­ge der Welt, dass es ein Test­ge­biet für neue Kriegs­waf­fen (im “Cyber”-Bereich und Stö­run­gen der elek­tro­ni­schen Infra­struk­tur) und für eine neue Kriegs­stra­te­gie sei, erklär­te der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent Madu­ro.

Die­se Stra­te­gie sei nicht durch direk­te Inva­si­on oder Bom­bar­die­rung durch Rake­ten gekenn­zeich­net, son­dern durch die Zer­stö­rung wich­ti­ger öffent­li­cher Diens­te. Madu­ro räum­te ein, dass die Situa­ti­on im Land infol­ge von Strom­aus­fäl­len nach wie vor “ernst” sei.

Das Ziel die­ser Tak­tik sei Madu­ro zufol­ge, die Situa­ti­on in Vene­zue­la so weit zu desta­bi­li­sie­ren, dass wei­te­re inter­ne Kon­flik­te im Land pro­vo­ziert wer­den. Er warf der Oppo­si­ti­on vor, “kri­mi­nel­le Plä­ne” zu ver­fol­gen, um ein sol­ches Cha­os-Sze­na­rio zu nut­zen, um ihn und Regie­rungs­an­hän­ger zu ermor­den. Madu­ro erklär­te auch, dass es Plä­ne von Dis­si­den­ten gebe, “mili­tä­ri­sche Ein­hei­ten anzu­grei­fen”.

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Um die­sen Gefah­ren zu begeg­nen, habe er die Geheim­diens­te in höchs­te Alarm­be­reit­schaft ver­setzt. Der Prä­si­dent for­der­te auch die Ange­hö­ri­gen der Volks­mi­liz mit etwa 2,1 Mil­lio­nen Frei­wil­li­gen in 51.000 Ein­hei­ten auf, dem Mili­tär zu hel­fen, mit den poten­zi­el­len Bedro­hun­gen umzu­ge­hen.

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Strategisches Schachmatt für die USA : Auch China entsendet Militär nach Venezuela


In zahl­rei­chen Medi­en­be­rich­ten wird erwähnt, dass die Grup­pe chi­ne­si­scher Mili­tär­an­ge­hö­ri­ger der­zeit 120 Mann umfasst und am 28. März auf der Kari­bik­in­sel Mar­ga­ri­ta vor dem vene­zo­la­ni­schen Fest­land ankam. Die chi­ne­si­schen Mili­tärs sol­len huma­ni­tä­re Hil­fe und mili­tä­ri­sche Ver­tei­di­gungs­gü­ter an die Regie­rungs­trup­pen lie­fern. Nach der Ent­la­dung sol­len die chi­ne­si­schen Trup­pen auf eine vene­zo­la­ni­sche Mili­tär­an­la­ge ver­legt wer­den.

Es ist ein für die bis­he­ri­ge Außen­po­li­tik Chi­nas unge­wöhn­li­cher Vor­gang. Peking setz­te auch bei dem Kon­flikt zwi­schen Cara­cas und den USA bis­her vor allem auf einen Aus­gleich und hielt sich mit Ver­ur­tei­lun­gen zurück. Umso erstaun­li­cher ist, dass die­se Ent­sen­dung von chi­ne­si­schen Mili­tär­ein­hei­ten nach Vene­zue­la bis jetzt inter­na­tio­nal nur von weni­gen Medi­en auf­ge­grif­fen wur­de.

Laut dem Stock­holm Inter­na­tio­nal Peace Rese­arch Insti­tu­te impor­tier­te Vene­zue­la allein zwi­schen 2010 und 2014 Waf­fen im Wert von 349 Mil­lio­nen Dol­lar aus Chi­na, dar­un­ter Radar­tech­nik, Flug­zeu­ge zur Aus­bil­dung von Pilo­ten, gepan­zer­te Fahr­zeu­ge und Ersatz­tei­le. Im Jahr 2017 sol­len es dann Pan­zer, Muni­ti­on, Uni­for­men, Infan­te­rie­aus­rüs­tung sowie Ersatz- und Ser­vice­tei­le für rus­si­sche Aus­rüs­tung gewe­sen sein.

Strategisches Schachmatt für die USA: Auch China entsendet Militär nach Venezuela
Chi­ne­si­sche Mili­tärs bei einem Will­kom­mens-Foto mit ihren vene­zo­la­ni­schen Kol­le­gen in der Nähe von Cara­cas

Vor einer Woche bereits hat­te Russ­land 100 Sol­da­ten nach Vene­zue­la ent­sandt, um eine mili­tä­ri­sche Aus­bil­dungs­ein­rich­tung für Hub­schrau­ber­pi­lo­ten zu instal­lie­ren. Da sich Mos­kau und Peking in der Regel außen­po­li­tisch kon­sul­tie­ren, gehen Beob­ach­ter davon aus, dass die Ent­sen­dung von Mili­tärs bei­der Län­der nach Vene­zue­la abge­stimmt erfolg­te.

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Sowohl Russ­land als auch Chi­na haben wirt­schaft­lich in Vene­zue­la erheb­lich inves­tiert, Chi­na dabei noch deut­lich mehr als Russ­land. Laut einem Bericht der Los Ange­les Times soll Chi­na dem süd­ame­ri­ka­ni­schem Land im Zeitrum von 2006 bis 2016 in etwa 62 Mil­li­ar­den Dol­lar gelie­hen haben. Vene­zue­la zahlt vor allem mit Öllie­fe­run­gen zurück. Mos­kau hat Vene­zue­la in den letz­ten Jah­ren 17 Mil­li­ar­den Dol­lar an Kre­di­ten und Inves­ti­tio­nen zur Ver­fü­gung gestellt. Zudem unter­zeich­ne­ten die bei­den Län­der im Dezem­ber 2018 ein neu­es Abkom­men, gemäß dem Russ­land wei­te­re sechs Mil­li­ar­den Dol­lar in Vene­zue­las Sek­tor von Öl und Gold inves­tie­ren wird.

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Laut ver­schie­de­nen Finanz­ex­per­ten sind es vor allem die rus­si­schen und chi­ne­si­schen Inves­ti­tio­nen, die den Zusam­men­bruch die­ses von Sank­tio­nen gebeu­tel­ten Lan­des ver­hin­dert haben. Es bleibt aller­dings abzu­war­ten, wie in Washing­ton, D.C. auf die Prä­senz von chi­ne­si­schem Mili­tär in Vene­zue­la reagiert wer­den wird. Schon die Ver­sen­dung von rus­si­schen Sol­da­ten wur­de in den USA mit schril­len Tönen kri­ti­siert.

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OSZE : Anschuldigungen der Ukraine gegen Russland falsch — kein russisches Militär im Donbass


Der ukrai­ni­sche UN-Ver­tre­ter Jelt­schen­ko trat mit der Behaup­tung auf, dass “die Zahl der rus­si­schen Waf­fen und des Mili­tär­per­so­nals in und um Don­bass nicht den Wunsch Russ­lands nach einer Lösung des Kon­flikts zum Aus­druck” brin­ge.

Dar­auf­hin erfrag­te der Stän­di­ge Ver­tre­ter Russ­lands bei den Ver­ein­ten Natio­nen Was­si­li Nebens­ja die ent­spre­chen­den Daten von der OSZE-Son­der­be­ob­ach­tungs­mis­si­on in der Ukrai­ne : “Ich möch­te die Anwe­sen­heit von Herrn Apa­kan und Herrn Saj­dik [des Son­der­ge­sand­ten der OSZE für die Ukrai­ne] nut­zen, um sie zu fra­gen, ob sie vie­le rus­si­sche Trup­pen in Don­bass gese­hen haben, ob sie die Zah­len ken­nen, die der Stän­di­ge Ver­tre­ter der Ukrai­ne mit­ge­teilt hat, und ob sie sie bestä­ti­gen kön­nen”, zitiert TASS den rus­si­schen Diplo­ma­ten.

Apa­kan wider­leg­te die Wor­te des ukrai­ni­schen Diplo­ma­ten mit Ver­weis auf die ent­spre­chen­den Berich­te sei­ner Orga­ni­sa­ti­on, und beton­te deren Seriö­si­tät : “Um Miss­ver­ständ­nis­se zu ver­mei­den, möch­te ich sagen, dass sich die­se Berich­te nicht auf rus­si­sche Sol­da­ten bezie­hen und kei­ne per­sön­li­chen Urtei­le ent­hal­ten, son­dern nur kon­kre­te Fak­ten, über die wir den Staa­ten berich­tet haben”, sag­te er.

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Duterte an sein Militär : Wenn ihr unzufrieden mit der Regierung seid, dann putscht sie weg


Lasst alle Poli­ti­ker fal­len, auch mich. Ich kann immer zum Schwim­men nach Hau­se, nach Davao gehen”, sag­te Duter­te am Don­ners­tag wäh­rend der Ver­ei­di­gung neu ernann­ter Regie­rungs­be­am­ter in Mala­canang. Er for­der­te das Mili­tär erneut auf, nicht zu zögern, ihn von der Macht zu drän­gen, soll­ten sie an sei­nen Füh­rungs­qua­li­tä­ten zwei­feln.

Das Haupt­pro­blem bei Meu­te­rei­en ist laut Duter­te, dass Mili­tär­put­sche in der Regel nur zur Ernen­nung erfah­re­ner Oppo­si­tio­nel­ler auf den ers­ten Sit­zen füh­ren. Anstatt also Zeit und Mühe zu “ver­schwen­den”, schlug der Prä­si­dent vor, soll­ten die poten­zi­el­len mili­tä­ri­schen Put­schis­ten etwa ein Dut­zend “klu­ge jun­ge Füh­rer” aus­wäh­len und die “Bes­ten” zur Füh­rung der Phil­ip­pi­nen ein­set­zen.

Wenn Du ver­sagst, wer­den wir Dich töten. Wenn Du Dich gut anstellst, wer­den wir Dein Gehalt jähr­lich erhö­hen.

Die jun­gen Nach­wuchs­kräf­te soll­ten ein gutes Gehalt erhal­ten und für ihre Bemü­hun­gen belohnt wer­den, müs­sen sich aber bewusst sein, dass sie nicht lan­ge leben wer­den, wenn sie ihre neu gewon­ne­ne Macht miss­brau­chen. Davon ist Duter­te über­zeugt.

Es war nicht das ers­te Mal, dass der Prä­si­dent es wag­te, die poli­ti­sche Zukunft auf den Phil­ip­pi­nen durch das Mili­tär bestim­men zu las­sen. Ähn­li­che Bemer­kun­gen mach­te er erst im Sep­tem­ber letz­ten Jah­res.

Das süd­ost­asia­ti­sche Land im West­pa­zi­fik erleb­te mehr als ein Dut­zend Putsch­ver­su­che seit dem Sturz von Prä­si­dent Fer­di­nand Mar­cos 1986, der eini­ge Zeit unter Kriegs­recht als Dik­ta­tor regier­te. Die jüngs­ten Macht­er­grei­fungs­ver­su­che wur­den wäh­rend der Prä­si­dent­schaft von Glo­ria Maca­pa­gal Arro­yo vor mehr als einem Jahr­zehnt geplant.

Gegen­wär­tig ist Sena­tor Anto­nio Tril­la­nes, ein ehe­ma­li­ger Offi­zier der Mari­ne, die wich­tigs­te Oppo­si­ti­ons­fi­gur des Lan­des. Duter­tes Regie­rung glaubt, dass er an den geschei­ter­ten Putsch­ver­su­chen wäh­rend der Meu­te­rei von Oak­wood im Jahr 2003 und der Hotel­be­la­ge­rung auf der Halb­in­sel Mani­la von 2007 betei­ligt war. Vom ehe­ma­li­gen Prä­si­den­ten Benigno Aqui­no III. wur­de Tril­la­nes für sein Fehl­ver­hal­ten begna­digt, was Duter­te nun anficht.

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USA fordern Venezuelas Militär erneut zum Überlaufen auf


Nach US-Anga­ben haben bereits eini­ge Mili­tärs die Sei­ten gewech­selt. Bol­ton hat­te am Frei­tag erklärt, die USA wer­den damit begin­nen, huma­ni­tä­re Hil­fe in das Land zu schaf­fen. Dar­un­ter sol­len sich Medi­ka­men­te, Medi­zin­ge­rä­te und Nah­rungs­mit­tel befin­den. (dpa)

Mehr zum The­ma — EU-Par­la­ment : Mit­glieds­staa­ten sol­len Juan Guai­do aner­ken­nen (Video)

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Russisches Militär : Terroristen beschießen Wohnorte von Deeskalationszone in Idlib aus


Von der Dees­ka­la­ti­ons­zo­ne von Idlib aus haben Ter­ro­ris­ten inner­halb von 24 Stun­den auf Saf-Safa in der Pro­vinz Lata­kia, auf Atschan, Tel­ba­san und Tell al-Maqktaa in der Pro­vinz Hama, auf Tell-Mamo und Saha­bi­ja in der Pro­vinz Alep­po sowie auf die Bezir­ke Maka­nis al-Duwai­ri und Bin­ja­min (auf die­sen zwei­mal) in Alep­po-Stadt gefeu­ert”, erklär­te Solo­ma­tin.

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Der Ausbau von Chinas Militär zur Interventionsmacht beunruhigt die USA


von Luis Gon­za­lo Segu­ra

Es war der Auf­stieg Athens und die Angst, die dies Spar­ta ein­flöß­te, die den Krieg unver­meid­lich mach­te. (Thuky­di­des)

Die USA und Chi­na befin­den sich im Krieg – kom­mer­zi­ell (und mit der Ver­haf­tung von Meng Wanz­hou). Und nie­mand kann leug­nen, dass dies eine Pha­se vor einer gro­ßen Kon­fron­ta­ti­on sein könn­te. Vor allem, wenn wir uns die bekann­te “Thuky­di­des-Fal­le” anse­hen, in der sich eine auf­stre­ben­de und eine kon­so­li­dier­te Macht gegen­über ste­hen. Eine Fal­le, die seit ihrer Beschrei­bung im Pelo­pon­ne­si­schen Krieg (5. Jahr­hun­dert v. Chr.) mit fast erstaun­li­cher Prä­zi­si­on bestä­tigt wur­de.

Chi­na ist heu­te eine auf­stre­ben­de Welt­macht. Und die­se Tat­sa­che steht am Anfang der Ent­wick­lung ers­ter Schar­müt­zel mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die sich in der mili­tä­ri­schen Welt und in geo­po­li­ti­schen Inter­es­sen wider­spie­geln : Chi­na hat eine immer mäch­ti­ge­re Armee und immer kla­re­re Zie­le.

In den letz­ten Jahr­zehn­ten stieg der Anteil Chi­nas an der Welt­wirt­schaft von zwei Pro­zent im Jahr 1980 auf 18 Pro­zent im Jahr 2016, wohin­ge­gen der Anteil der USA von 50 Pro­zent nach dem Zwei­ten Welt­krieg auf 22 Pro­zent im Jahr 1980 und 16 Pro­zent heu­te fiel. Die­ser dras­ti­sche wirt­schaft­li­che Wan­del wur­de auch von der mili­tä­ri­schen Moder­ni­sie­rung und Umstruk­tu­rie­rung Chi­nas beglei­tet. Und auch Russ­land hat sei­ne Streit­kräf­te moder­ni­siert und umstruk­tu­riert. Bei­de eura­si­schen Mäch­te haben ihre Arme­en mehr als deut­lich aktua­li­siert, was sie der Stär­ke der US-ame­ri­ka­ni­schen Mili­tär­macht näher gebracht hat – und sie her­aus­for­dert.

Mehr zum The­ma — USA : Chi­na wirt­schaft­lich schwä­chen, mili­tä­risch bedro­hen

Chi­nas wach­sen­de Mili­tär­macht

Die­se Moder­ni­sie­rung der chi­ne­si­schen Streit­kräf­te hat bei ver­schie­de­nen Ana­lys­ten auf­grund der mili­tä­ri­schen und wirt­schaft­li­chen Macht Chi­nas Alarm aus­ge­löst. So erklär­te bei­spiels­wei­se Har­ry Har­ris, Chef des U.S. Paci­fic Com­mand (PACOM), dass Chi­na bald in der Lage sein wird, die Ver­ei­nig­ten Staa­ten auf allen Schlacht­fel­dern her­aus­zu­for­dern. Das Time Maga­zi­ne dis­ku­tiert, wie man Krieg ver­mei­det, und die BBC ana­ly­siert die mili­tä­ri­schen Fort­schrit­te, die zu Beden­ken auf­sei­ten der USA geführt haben. Heu­te gibt es kaum Zwei­fel dar­an, dass Chi­na bereits ein Riva­le ist, mit dem man rech­nen muss.

Über die Prä­sen­ta­tio­nen mili­tä­ri­scher Stär­ke hin­aus gibt es eini­ge objek­ti­ve Daten. Ers­tens ist Chi­nas Mili­tär­haus­halt viel näher an dem der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, als es den Anschein hat. Denn obwohl er nur ein Drit­tel des ent­spre­chen­den Haus­halts der Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­macht (zwi­schen 140 und 200 Mil­li­ar­den US-Dol­lar gegen­über 600 Mil­li­ar­den), ist der Anteil der Lohn­kos­ten dort erheb­lich nied­ri­ger. Zudem ist er in den letz­ten Jah­ren (von 2007 bis 2016) um fast 120 Pro­zent gestie­gen, wäh­rend er in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten um fünf Pro­zent zurück­ge­gan­gen ist.

Zwei­tens hat Chi­na sei­ne mili­tä­ri­sche Stär­ke mit der Ent­wick­lung von fort­schritt­li­chem Kriegs­ma­te­ri­al bewie­sen, das mit dem der Ver­ei­nig­ten Staa­ten kon­kur­rie­ren könn­te. Von einem Jäger der fünf­ten Genera­ti­on wie der J-20 mit neu­en Luft-Luft-Rake­ten bis hin zum gewal­ti­gen Lenk­waf­fen­zer­stö­rer Typ-55, der chi­ne­si­schen Droh­ne CH-5 (und der CH-7) oder dem Kampf­pan­zer ZTZ-99. Als ob das noch nicht genug wäre, arbei­tet Chi­na bereits am Bau eines drit­ten Flug­zeug­trä­gers (die Ver­ei­nig­ten Staa­ten haben zehn), ver­fügt über eine erst­klas­si­ge U-Boot-Flot­te und eine Flot­te, die bis 2030 mög­li­cher­wei­se die der Ver­ei­nig­ten Staa­ten über­tref­fen könn­te. Es hat den alten Pan­zer ZTZ-59 robo­ti­siert und Übun­gen mit Luft- und Was­ser­droh­nen durch­ge­führt.

Mehr zum The­ma — Chi­na : Wirt­schaft­li­che und fried­li­che Glo­ba­li­sie­rung – Teil 1

Drit­tens macht sich Chi­na auf den Weg in den Rüs­tungs­markt. Jeden Tag ver­kauft es mehr Waf­fen (Chi­na hat sei­nen Umsatz um 38 Pro­zent gegen­über dem Zeit­raum von 2008 bis 2012 gestei­gert) in mehr Län­der (48 zwi­schen 2013 und 2017). Damit ist Chi­na der fünft­größ­te Waf­fen­ex­por­teur der Welt, obwohl es nur einen Anteil von 5,9 Pro­zent am welt­wei­ten Gesamt­wert hat (die Ver­ei­nig­ten Staa­ten haben 34 Pro­zent und Russ­land 22 Pro­zent). Die­se Ver­käu­fe gene­rie­ren Umsät­ze und erhö­hen vor allem den Ein­fluss Chi­nas in der Welt (Paki­stan, Ban­gla­desch und Alge­ri­en waren die Haupt­kun­den). Die Grund­la­ge für den Anstieg der chi­ne­si­schen Waf­fen­ver­käu­fe liegt in der Fähig­keit, Waf­fen tech­no­lo­gisch sehr nahe an den USA, aber zu erschwing­li­che­ren Prei­sen zu ver­kau­fen – oft­mals zum hal­ben Preis.

Vier­tens, und wie im Fal­le Russ­lands, hat Chi­na in den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten eine tief­grei­fen­de Umstruk­tu­rie­rung sei­ner Streit­kräf­te vor­ge­nom­men und eine gigan­ti­sche, aber ver­al­te­te Mili­tär­struk­tur in eine moder­ne Armee ver­wan­delt, die in Bezug auf Mate­ri­al, Aus­rüs­tung, Ver­fah­ren, Tak­ti­ken und Tech­ni­ken immer aktu­el­ler wird. Zu die­sem Zweck hat­te die Volks­be­frei­ungs­ar­mee 300.000 Mili­tär­an­ge­hö­ri­ge ent­las­sen und 13.000 Offi­zie­re wegen Kor­rup­ti­on bestraft. Dies ermög­lich­te der Volks­re­pu­blik, ihre Streit­kräf­te zu ver­klei­nern und deren Struk­tu­ren zu erneu­ern. Auch die Bedeu­tung der Mari­ne-, Luft­waf­fen- und Cyber­ein­hei­ten hat gegen­über den Land­streit­kräf­ten zuge­nom­men : Chi­nas Streit­kräf­te haben sich von einer Bin­nen­ar­mee zu einer Inter­ven­ti­ons­ar­mee ent­wi­ckelt.

Fünf­tens hat Chi­na die Eröff­nung sei­ner ers­ten Mili­tär­ba­sis außer­halb sei­ner Gren­zen (in Dschi­bu­ti) ange­kün­digt und mit der Stär­kung und Befes­ti­gung sei­ner Prä­senz im Süd­chi­ne­si­schen Meer begon­nen. Die Mari­ne­ba­sis von Dschi­bu­ti, deren erklär­tes mili­tä­ri­sches Ziel die Bekämp­fung der Pira­te­rie ist, wird den chi­ne­si­schen Streit­kräf­ten eine mili­tä­ri­sche Erfah­rung bie­ten, die sie bis­her ledig­lich im Rah­men von Dut­zen­den von Übun­gen und inter­na­tio­na­len Mis­sio­nen sam­meln konn­ten (der letz­te von Chi­na geführ­te Krieg fand 1979 in Viet­nam statt). Dar­über hin­aus wird die Reich­wei­ten­ka­pa­zi­tät erheb­lich zuneh­men, zumal die Basis von Dschi­bu­ti nicht die ein­zi­ge, son­dern die ers­te Mili­tär­ba­sis einer mili­tä­ri­schen Aus­rich­tung sein wird, die auf einen glo­ba­len Ein­fluss abzielt.

Die Befes­ti­gung des Süd­chi­ne­si­schen Mee­res ist ein Zei­chen von beträcht­li­cher Stär­ke. Dabei han­delt es sich um sie­ben künst­lich befes­tig­te Inseln, die im umkämpf­ten Süd­chi­ne­si­schen Meer gebaut wur­den (kurz vor der Fer­tig­stel­lung). Aber dar­über hin­aus hat Chi­na auch finan­zi­el­le Stär­ke bewie­sen. Denn obwohl der inter­na­tio­na­le Gerichts­hof in Den Haag den Phil­ip­pi­nen Recht gege­ben hat, ist es Chi­na mit Inves­ti­tio­nen und Dar­le­hen im Wert von min­des­tens sechs Mil­li­ar­den US-Dol­lar als Kom­pen­sa­ti­on gelun­gen, dass die Phil­ip­pi­nen nicht inter­na­tio­nal gegen die Befes­ti­gung der sie­ben Inseln pro­tes­tie­ren.

All dies führt zu einer Ver­bes­se­rung der chi­ne­si­schen A2/AD-Fähig­keit (Anti-Access and Deni­al of Zone), die es einem Land zum ers­ten Mal seit Jahr­zehn­ten ermög­licht hat, die freie mili­tä­ri­sche Bewe­gung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Pazi­fik zu unter­bin­den oder zu behin­dern. Dar­über hin­aus wird mit zuneh­men­dem Ein­fluss Chi­nas die weit­ge­hend risi­ko­lo­se mili­tä­ri­sche Bewe­gungs­frei­heit der US-Ame­ri­ka­ner sin­ken (vor­aus­sicht­lich auch in Asi­en). Dies wird zu einem grö­ße­ren mili­tä­ri­schen Gleich­ge­wicht auf glo­ba­ler Ebe­ne füh­ren. Gleich­wohl ist eine offe­ne Kon­fron­ta­ti­on kaum zu erwar­ten. Vor allem, weil es die letz­te sein könn­te.

Mehr zum The­ma — Chi­na : Wirt­schaft­li­che und fried­li­che Glo­ba­li­sie­rung – Teil 2

Ande­rer­seits scheint es an Kon­flik­ten ohne­hin nicht zu man­geln. In letz­ter Zeit haben wir eine Zunah­me der Span­nun­gen als Fol­ge des Kaufs rus­si­scher Waf­fen durch Chi­na (Su-35-Kampf­jets und S-400-Flug­ab­wehr­sys­te­me) beob­ach­tet, wobei das durch den ukrai­ni­schen Kon­flikt ver­häng­te US-Embar­go umgan­gen wur­de. Auf die­se Akti­on haben die USA mit dem Ver­kauf von Waf­fen an Tai­wan im Wert von 330 Mil­lio­nen US-Dol­lar reagiert, zusätz­lich zu den 1,4 Mil­li­ar­den an Mili­tär­aus­rüs­tung, die Donald Trump zuvor an die­ses Land ver­kauft hat. Wäh­rend Barack Oba­ma sein Bes­tes tat, um die Span­nun­gen mit Chi­na durch Zurück­hal­tung beim Waf­fen­ver­kauf an Tai­wan zu redu­zie­ren, hat sich Trump für das genaue Gegen­teil ent­schie­den.

Auf jeden Fall sag­te James Sta­v­ri­dis, ein ehe­ma­li­ges Mit­glied des mili­tä­ri­schen Ober­kom­man­dos der USA und der NATO, er den­ke nicht an eine mili­tä­ri­sche Kon­fron­ta­ti­on mit Chi­na, weil “unse­re Inter­es­sen viel wahr­schein­li­cher kon­ver­gie­ren (Nord­ko­rea, Kli­ma­wan­del) als diver­gie­ren und unse­re Wirt­schaf­ten eng mit­ein­an­der ver­floch­ten sind” (Chi­na ist der größ­te Han­dels­part­ner der USA). Laut die­sem Ex-Mili­tär und Ana­ly­ti­ker wer­den sich Chi­na und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten ver­mut­lich nicht direkt gegen­über­ste­hen, son­dern “hart” kon­kur­rie­ren. Die­se Situa­ti­on, so der Ana­lyst, stellt Chi­na (und Russ­land) als eines der Haupt­ri­si­ko­ele­men­te für die Welt­macht der Ver­ei­nig­ten Staa­ten dar und recht­fer­tigt den Aus­schluss der Chi­ne­sen von den US-geführ­ten Mili­tär­übun­gen im Pazi­fik (RIMPAC) in die­sem Jahr.

Die mili­tä­ri­schen Inter­es­sen Chi­nas

Ins­ge­samt scheint es so, als ob Chi­nas Zie­le der­zeit nicht auf offe­ne bewaff­ne­te Kon­flik­te aus­ge­rich­tet sind, son­dern auf mili­tä­ri­sche Expan­si­on. Wes­halb Chi­nas Haupt­prio­ri­tä­ten die Fol­gen­den sein wer­den :

  1. Kon­so­li­die­rung der Macht im Pazi­fik, um den Schutz und die Reich­wei­te zu ver­bes­sern.
  2. Ver­stär­kung des Ein­flus­ses in Asi­en, um eine pri­vi­le­gier­te Rol­le im Nahen Osten und Süd­ost­asi­en ein­zu­neh­men.

Ent­ge­gen den Erwar­tun­gen hat Donald Trump einen enor­men Bei­trag zu bei­den Zie­len geleis­tet. Trumps Außen­po­li­tik beruht auf manch­mal sehr schwer ver­ständ­li­chen und gerecht­fer­tig­ten Ent­schei­dun­gen, wie die Auf­ga­be von Alli­an­zen im Pazi­fik­raum oder der kürz­lich ange­kün­dig­te Trup­pen­ab­zug aus Afgha­ni­stan und Syri­en.

Da Chi­na expan­diert und Donald Trump auf eine sehr eigen­tüm­li­che Wei­se agiert, bleibt mit Blick auf Thuky­di­des abzu­war­ten, ob die domi­nan­te Macht zum ers­ten Mal in der Geschich­te in der Lage ist, Kon­fron­ta­tio­nen durch die Annah­me von Ver­än­de­run­gen zu ver­mei­den.

Luis Gon­za­lo Segu­ra ist Ex-Leut­nant des spa­ni­schen Hee­res. Er hat­te Kor­rup­ti­on, Amts­miss­brauch und ana­chro­nis­ti­sche Pri­vi­le­gi­en in den Rei­hen der Streit­kräf­te ange­zeigt, was zu sei­ner Ent­las­sung aus dem Mili­tär­dienst führ­te. Er ist Autor des Essays “El libro negro del Ejérci­to español” (2017) sowie der Erzäh­lun­gen “Un paso al fren­te” (2014) und “Códi­go rojo” (2015).

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Spanien : Die Verbindungen zwischen der extremen Rechten, dem Militär und der Kirche


Von Luis Gon­za­lo Segu­ra

Der Ein­bruch der Par­tei Vox in die poli­ti­sche Land­schaft Spa­ni­ens hat vie­le auf die­se Par­tei auf­merk­sam gemacht, deren Pro­gramm eine stren­ge Kon­trol­le der Ein­wan­de­rung und der Gren­zen, die Aus­set­zung der regio­na­len Auto­no­mie, die Abschaf­fung fast aller Steu­ern mit Aus­nah­me eines maxi­ma­len Ein­kom­mens­steu­er­sat­zes von 21 Pro­zent oder Maß­nah­men gegen den isla­mi­schen Fun­da­men­ta­lis­mus beinhal­tet. Ein Wahl­pro­gramm, das im Mili­tär und der Katho­li­schen Kir­che Unter­stüt­zung fin­det, um in der gesam­ten spa­ni­schen Gesell­schaft fun­da­men­ta­le Wer­te zu ver­brei­ten, die mehr an das dunk­le 20. Jahr­hun­dert erin­nern als an das 21. Jahr­hun­dert.

Das spa­ni­sche Mili­tär

Die Ver­bin­dun­gen zwi­schen Vox und dem Mili­tär sind exzel­lent, so wie es auch für ande­re Län­der welt­weit cha­rak­te­ris­tisch ist, in denen die extre­me Rech­te regiert oder einen wesent­li­chen Platz im Macht­ge­fü­ge ein­ge­nom­men hat (Ver­ei­nig­te Staa­ten, Bra­si­li­en, Grie­chen­land, Ita­li­en, Polen oder Ungarn). Wir kön­nen mit Sicher­heit davon aus­ge­hen, dass die Par­tei der extre­men Rech­ten Spa­ni­ens mit wei­tem Abstand die bes­ten Ver­bin­dun­gen zu den Ange­hö­ri­gen der Streit­kräf­te hat, und dies – was beson­ders schwie­rig ist – auf allen Ebe­nen. Ihr ist eine außer­ge­wöhn­li­che Akzep­tanz und Über­ein­stim­mung gelun­gen, sowohl unter den ideo­lo­gisch homo­ge­nen kon­ser­va­ti­ven Füh­rungs­rän­gen als auch unter der dies­be­züg­lich weit hete­ro­ge­ne­ren Trup­pe.

Als ers­tes ist her­vor­zu­he­ben, dass kei­ne ande­re par­la­men­ta­risch ver­tre­te­ne Par­tei so weit­ge­hend und so aus­drück­lich die größ­ten Wün­sche der spa­ni­schen Mili­tärs for­mu­liert hat. Dies konn­te man ein­drück­lich erle­ben wäh­rend des sich Anfang Okto­ber erst­ma­lig sicht­bar abzeich­nen­den Auf­stiegs von Vox, als die Par­tei auf ihrer Ver­an­stal­tung in Madrid die Stier­kampf­are­na mit mehr als 10.000 Men­schen füll­te und Tei­le ihres Pro­gramms für das Mili­tär vor­stell­te :

  1. Anhe­bung des Mili­tär­haus­hal­tes bis auf die von der NATO und den USA gefor­der­ten 2 Pro­zent des Gesamt­haus­hal­tes
  2. Mili­tä­ri­sches Vor­ge­hen gegen die dschi­ha­dis­ti­sche Bedro­hung
  3. Moder­ni­sie­rung der Streit­kräf­te
  4. Been­den der pre­kä­ren Arbeits­si­tua­ti­on der Sol­da­ten der ein­fa­chen Trup­pe (aktu­ell schei­den sie im Alter von 45 Jah­ren aus dem Dienst aus)
  5. Ein­for­dern der mar­ro­ka­ni­schen Aner­ken­nung der Zuge­hö­rig­keit der Enkla­ven Ceu­ta und Melil­la zu Spa­ni­en sowie der Aus­deh­nung des Schutz­be­reichs der NATO auf bei­de Städ­te
  6. Poli­ti­sche Rück­erobe­rung Gibral­tars

Doch die Ver­bin­dun­gen der ultra­rech­ten For­ma­ti­on mit dem Mili­tär gehen über ein Wahl­pro­gramm ganz nach dem Geschmack der Trup­pe weit hin­aus, denn es gibt mitt­ler­wei­le Aktio­nen auf sehr ver­schie­de­nen Ebe­nen. So ist Vox mit sei­ner Unter­stüt­zung der Ange­hö­ri­gen der Streit­kräf­te, die über 45 Jah­re alt sind und sich gegen ihr vor­ge­schrie­be­nes Aus­schei­den aus dem Dienst wen­den, so weit gegan­gen, dass gegen den akti­ven Unter­of­fi­zier und Prä­si­den­ten des Ver­ban­des “ ‘45sindespidos” [“45ohneAusscheiden”], Jen­ner López, ein mili­tä­ri­sches Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wur­de, da er an einer offi­zi­el­len Par­tei­ver­an­stal­tung in Madrid an der Sei­te des Par­tei­vor­sit­zen­den San­tia­go Abas­cal und sei­nes Gene­ral­se­kre­tärs Javier Orte­ga teil­nahm. Kei­ne der ande­ren Par­tei­en, weder die Rech­ten der Volks­par­tei (PP) und “Bür­ger” (Ciudadanos/Cs) noch die Lin­ken der Sozi­al­de­mo­kra­ten (PSOE) und Pode­mos, hat­te jemals der­art ent­schie­den und pom­pös die­se Ver­ei­ni­gung unter­stützt.

Außer­dem hat Vox Mili­tär­ein­rich­tun­gen für ver­schie­de­ne Pro­mo­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen genutzt, wie bei­spiels­wei­se für das Wer­be­vi­deo von Javier Orte­ga, das den Gene­ral­se­kre­tär der Par­tei vor den Ein­rich­tun­gen einer Spe­zi­al­ein­heit der Mari­ne und einer Mili­tär­aka­de­mie (bei­de in der anda­lu­si­schen Pro­vinz Cádiz) zeigt. Das Video wur­de am 29. Novem­ber ver­brei­tet, nur drei Tage vor den Regio­nal­wah­len in Anda­lu­si­en.

Die Ver­bin­dung von Vox mit der Welt der Streit­kräf­te geht so weit, dass zwei ihrer zwölf Abge­ord­ne­ten im neu gewähl­ten anda­lu­si­schen Par­la­ment ehe­ma­li­ge Mili­tärs sind (Luz Belin­da Rodríguez war bei der Luft­waf­fe und Beni­to Moril­lo Ale­jo bei der Mili­tär­po­li­zei Guar­dia Civil). Und selbst der bereits erwähn­te Gene­ral­se­kre­tär, Javier Orte­ga, war vier Jah­re lang Mili­tär­an­ge­hö­ri­ger in Son­der­ein­satz­grup­pen.

Ver­stärkt wer­den die­se Ver­bin­dun­gen durch die Ankün­di­gung des ehe­ma­li­gen Gene­rals Ful­gen­cio Coll, Gene­ral­stabs­chef des Hee­res im Jahr 2008, als ers­ter der Kan­di­da­ten­lis­te von Vox für das Amt des Bür­ger­meis­ters von Pal­ma de Mal­lor­ca zu kan­di­die­ren. Vor allem, wenn man des­sen fami­liä­re Ver­bin­dun­gen zur Fran­co-Dik­ta­tur und zu ande­ren his­to­ri­schen Ereig­nis­sen bedenkt. So berich­tet Ful­gen­cio selbst davon, dass “sein Vater der letz­te Regio­nal­prä­si­dent der Insel vor dem Über­gang zur Demo­kra­tie 1978 war, und sein Groß­va­ter, Juan Coll Fus­ter, Bür­ger­meis­ter von Pal­ma zwi­schen 1945 und 1952, eben­so wie des­sen Groß­va­ter, Juan Coll Crespí, 1856 und Graf San Simón 1846”.

Zudem kann die ultra­rech­te Par­tei auf höchs­ter Ebe­ne auf Rafa­el Bar­da­jí zäh­len. Sein Lebens­lauf ist in die­ser Hin­sicht makel­los : 1987 Grün­der des Think Tanks Gru­po de Estu­di­os Est­ra­té­gicos (GEES) und des­sen Direk­tor bis 1996, Bera­ter der ehe­ma­li­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Edu­ar­do Ser­ra (1996−2000) und Feder­i­co Tril­lo (2000−2002), Vize-Direk­tor des Think Tanks Real Insti­tu­to Elca­no von 2002 bis 2004, Direk­tor für inter­na­tio­na­le Poli­tik des Think Tanks Fund­a­ción FAES des frü­he­ren Minis­ter­prä­si­den­ten José María Aznar von der PP und erklär­ter Zio­nist (Unter­stüt­zer der 2010 gegrün­de­ten Initia­ti­ve der Freun­de Isra­els).

Es ist daher kein Zufall, dass Vox die ein­zi­ge rele­van­te poli­ti­sche For­ma­ti­on war, die in die­sem Som­mer die Posi­ti­on von mehr als 1.000 Mili­tärs im Ruhe­stand und in der Reser­ve, von denen vie­le in den letz­ten 20 Jah­ren bedeu­tends­te Pos­ten und Füh­rungs­funk­tio­nen inne­hat­ten, unein­ge­schränkt mit einer Erklä­rung auf ihrer eige­nen Web­sei­te unter­stüt­ze, als sich die­se Anhän­ger Fran­cos öffent­lich gegen die Ent­schei­dung der spa­ni­schen Regie­rung stell­ten, die sterb­li­chen Über­res­te des Dik­ta­tors zu exhu­mie­ren. Eine sol­che Unter­stüt­zung kam weder vom Par­ti­do Popu­lar noch von Ciu­da­da­nos.

Auch auf der Ebe­ne der Poli­zei­kräf­te sind die Ver­bin­dun­gen von Vox außer­ge­wöhn­lich. Laut Medi­en­be­rich­ten kann die ultra­rech­te Par­tei in den ver­schie­de­nen Wah­len des Jah­res 2019 auf ehe­ma­li­ge Mili­tärs und Poli­zei­be­am­te in diver­sen Städ­ten zäh­len (genannt wer­den ent­spre­chen­de Kon­tak­te in Cór­do­ba, Gijón, Madrid und Cádiz). Beson­ders außer­ge­wöhn­lich ist die Ver­bin­dung von Vox mit der Ver­ei­ni­gung Jus­a­pol, die sie auf öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen in Madrid und Bar­ce­lo­na unter­stützt hat und mit der es eine spe­zi­el­le per­sön­li­che Ver­bun­den­heit gibt. Denn Car­los Mora­les, ehe­ma­li­ges Mit­glied von Jus­a­pol und Teil­neh­mer an poli­ti­schen Ver­an­stal­tun­gen der extre­men Rech­ten, war in den 1990er Jah­ren per­sön­li­cher Leib­wäch­ter des Vaters von San­tia­go Abas­cal. So ist es also nicht ver­wun­der­lich, dass Vox an mehr als 60 Demons­tra­tio­nen von Jus­a­pol teil­ge­nom­men hat.

Die Katho­li­sche Kir­che

Eine wei­te­re Säu­le der Unter­stüt­zung für die gesell­schaft­li­che Ver­brei­tung des poli­ti­schen Pro­jekts von Vox ist zwei­fels­oh­ne die Katho­li­sche Kir­che und der mit die­ser engs­tens ver­bun­de­ne Ver­ein “Haz­teOír” [“Ver­schaf­fe Dir Gehör”]. Ein hal­bes Dut­zend Bischö­fe hat auf die eine oder ande­re Wei­se die ultra­rech­te For­ma­ti­on unter­stützt, ins­be­son­de­re bei der Ver­brei­tung ihrer Vor­stel­lun­gen zur tra­di­tio­nel­len Fami­lie, zur Ableh­nung der Abtrei­bung, zur Ster­be­hil­fe oder zur gesell­schaft­li­chen Gleich­stel­lung der Frau.

Obwohl mit dem Bischof von Cór­do­ba, Deme­trio Fernán­dez, nur ein ein­zi­ger der obers­ten geist­li­chen Wür­den­trä­ger aus­drück­lich die Par­tei unter­stützt hat, kann die ultra­rech­te For­ma­ti­on auf die Sym­pa­thie eini­ger der radi­kals­ten Bischö­fe zäh­len : Juan Anto­nio Reig Pla (Bischof von Alcalá de Hen­a­res), José Igna­cio Munil­la (Bischof von San Sebas­tián), Jesús Sanz (Bischof von Ovie­do) und Fidel Her­ráez (Bischof von Bur­gos). Sie sind nicht die ein­zi­gen. Denn Mit­glie­der von Opus Dei und vom Neo­ka­techu­me­nat haben eben­falls die genann­ten For­de­run­gen der Par­tei unter­stützt und somit eine Situa­ti­on pro­vo­ziert, die selbst bei der Bischofs­kon­fe­renz zu Besorg­nis führt.

Eldiario.es zitiert Erklä­run­gen des mexi­ka­ni­schen Ermitt­lers Álva­ro Del­ga­do im bas­ki­schen Fern­se­hen, wonach die Unter­stüt­zung des Ver­eins “Haz­teOír” womög­lich beför­dert wird durch eine klan­des­ti­ne ultra­ka­tho­li­sche Grup­pe namens El Yun­que, die sowohl in Mexi­ko als auch in Spa­ni­en über Ein­fluss ver­fügt.

All dies deu­tet dar­auf­hin, dass, obwohl in den Insti­tu­tio­nen des Mili­tärs und der Katho­li­schen Kir­che die offi­zi­el­len Stim­men zur Unter­stüt­zung von Vox nur mini­mal oder nicht vor­han­den waren, sich durch­aus mit einer gewis­sen Klar­heit abzeich­net, dass bei­de Insti­tu­tio­nen Wer­te, Prin­zi­pi­en und Zie­le mit der ultra­rech­ten Par­tei tei­len.

Luis Gon­za­lo Segu­ra ist Ex-Leut­nant des Hee­res. Er hat­te Kor­rup­ti­on, Amts­miss­brauch und ana­chro­nis­ti­sche Pri­vi­le­gi­en in den Rei­hen der Streit­kräf­te ange­zeigt, was zu sei­ner Ent­las­sung aus dem Mili­tär­dienst führ­te. Er ist Autor des Essays “El libro negro del Ejérci­to español” (2017) sowie der Erzäh­lun­gen “Un paso al fren­te” (2014) und “Códi­go rojo” (2015).

Sehens­wert zu den Ver­bin­dun­gen zwi­schen der Poli­tik und dem Sicher­heits­ap­pa­rat in Spa­ni­en ist die (spa­nisch­spra­chi­ge) Doku­men­ta­ti­on von 2017 : Las cloa­cas de Inte­rior.

Mehr zum The­ma — 40-jäh­ri­ges Ver­fas­sungs­ju­bi­lä­um in Spa­ni­en : Ein Grund zum Fei­ern ?

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