25 Jahre nach Abzug der Sowjettruppen : Was ist seitdem schiefgelaufen ?


von Zlat­ko Per­ci­nic

Es war eine gigan­ti­sche Her­aus­for­de­rung für alle Betei­lig­ten, nach­dem im Juli 1990 im Kau­ka­sus der Durch­bruch zwi­schen Bun­des­kanz­ler Hel­mut Kohl und dem sowje­ti­schen Gene­ral­se­kre­tär Michail Gor­bat­schow gelang. Als das “Wun­der vom Kau­ka­sus” soll­te die Eini­gung in die Geschichts­bü­cher ein­ge­hen, wonach Mos­kau von sei­ner Bedin­gung eines neu­tra­len wie­der­ver­ei­nig­ten Deutsch­lands abrück­te und statt­des­sen sein Ein­ver­ständ­nis für den Ver­bleib bzw. die Auf­nah­me des ehe­ma­li­gen DDR-Gebie­tes in das Mili­tär­bünd­nis NATO gab. Das bedeu­te­te aber auch, dass die über 500.000 in Ost­deutsch­land sta­tio­nier­ten sowje­ti­schen Sol­da­ten und deren Fami­li­en abzie­hen müss­ten.

Der Auf­ent­halts- und Abzugs­ver­trag vom Okto­ber 1990 regel­te den Abzug der als West­grup­pe der Trup­pen (WGT) bekann­ten sowje­ti­schen Armee. Dar­in wur­de ver­ein­bart, dass die­ser Pro­zess bis Ende 1994 abge­schlos­sen sein muss (1992 wur­de der Zeit­raum auf den 31.09.1994 ver­kürzt).

Der Fra­ge, was das über­haupt bedeu­tet hat, gin­gen am 10. Sep­tem­ber an einer Kon­fe­renz anläss­lich des 25. Jah­res­ta­ges Zeit­zeu­gen und dar­an unmit­tel­bar Betei­lig­te nach. Gela­den hat­te die Stif­tung West-Öst­li­che Begeg­nun­gen in Koope­ra­ti­on mit dem Deutsch-Rus­si­schen Forum. Unter­stüt­zung kam zudem von den Lan­des­ver­tre­tun­gen von Bran­den­burg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern in Ber­lin. Zen­tra­les The­ma war nicht nur die Erin­ne­rung an die­ses his­to­ri­sche Ereig­nis, son­dern auch ein Blick in die Zeit davor, die die­sen Schritt erst ermög­licht hat. Und mit die­sen Erkennt­nis­sen ver­such­te man auch, einen Blick in die Zukunft zu rich­ten, um “Per­spek­ti­ven der Ver­trau­ens­bil­dung” zwi­schen Deutsch­land und Russ­land zu schaf­fen.

Wenn man aber erst Per­spek­ti­ven der Ver­trau­ens­bil­dung suchen muss, bedeu­tet das ange­sichts der Ver­trau­ens­ba­sis der frü­hen 1990er Jah­re zwi­schen Bonn und Mos­kau, dass seit­dem etwas schief­ge­lau­fen ist. Wie groß das Ver­trau­en und der Respekt vor­ein­an­der damals tat­säch­lich waren, bestä­tig­ten die anwe­sen­den Gäs­te.

Pro­fes­sor Dr. Horst Teltschik, Kanz­ler­be­ra­ter von Hel­mut Kohl und Unter­händ­ler für deut­sche Kre­di­te an die Sowjet­uni­on, berich­te­te über die Geis­tes­hal­tung, die die Basis für das Ver­trau­en schaff­te. In einer Zeit, in der sich die von zwei Super­mäch­ten domi­nier­te bipo­la­re Welt­ord­nung auf­lös­te und der Kal­te Krieg zu Ende ging, ver­such­ten die ver­meint­li­chen Gewin­ner nicht, als sol­che auf­zu­tre­ten. Die US-Regie­rung von Geor­ge H. W. Bush und auch Außen­mi­nis­ter James Baker tra­ten gegen­über den sowje­ti­schen Ver­tre­tern auf Augen­hö­he auf. Man ver­mied es, die Rus­sen als Unter­le­ge­ne zu betrach­ten und sie damit unwei­ger­lich in eine ande­re Rol­le zu drän­gen, die den Absich­ten in und mit Deutsch­land im Wege gestan­den hät­ten.

Mit dem noch heu­te gül­ti­gen soge­nann­ten “Gro­ßen Ver­trag” vom 9. Novem­ber 1990, dem “Ver­trag über gute Nach­bar­schaft, Part­ner­schaft und Zusam­men­ar­beit” zwi­schen Deutsch­land und der Sowjet­uni­on und spä­ter auch Russ­land, wur­de die­se Geis­tes­hal­tung insti­tu­tio­na­li­siert. Außen­mi­nis­ter Hans-Diet­rich Gen­scher fass­te die­se wie folgt zusam­men :

Wir Deut­schen wol­len das Ver­hält­nis zur Sowjet­uni­on in freund­schaft­li­chem Geist mit dem Wil­len zur Zusam­men­ar­beit gestal­ten. Wir ste­hen nicht am Ende, son­dern am Anfang einer neu­en Pha­se in den deutsch-sowje­ti­schen Bezie­hun­gen. Die Bezie­hun­gen zwi­schen unse­ren Län­dern grün­den sich auf gegen­sei­ti­ges Ver­trau­en …

Auch Gene­ral­oberst Anton Ter­ent­jew, der letz­te Ober­be­fehls­ha­ber der WGT-Trup­pen, erin­ner­te dar­an, dass der Abzug sei­ner Sol­da­ten und Fami­li­en “eine Ges­te für eine Hoff­nung einer bes­se­ren Zukunft” war. Lei­der habe sich die­se Hoff­nung nicht erfüllt, genau­so wenig wie der Wunsch nach einem sta­bi­le­ren Euro­pa. Ter­ent­jew hob her­vor, dass Russ­land zwei­mal in sei­ner Geschich­te (1871 und 1990) den Deut­schen die Ein­heit ermög­lich­te, doch dass sich dar­aus nie eine lang­fris­ti­ge Part­ner­schaft ablei­ten ließ.

Stolz und Aner­ken­nung für die Leis­tung des rus­si­schen Gene­ral­stabs und des Ver­bin­dungs­kom­man­dos der Bun­des­wehr, die den Abzug durch­führ­ten und unter­stütz­ten, ist auch 25 Jah­re danach auf bei­den Sei­ten noch all­ge­gen­wär­tig. 338.000 Sol­da­ten und 207.000 Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge ver­lie­ßen ihre Hei­mat auf Zeit, um in eine unge­wis­se Zukunft in ein Land zurück­zu­keh­ren, das nicht mehr das Glei­che war wie zum Zeit­punkt ihrer Abrei­se. 8.208 gepan­zer­te Fahr­zeu­ge, 4.116 Pan­zer, 691 Flug­zeu­ge, 638 Hub­schrau­ber und 2,6 Mil­lio­nen Ton­nen Mate­ri­al ein­schließ­lich 677.000 Ton­nen Muni­ti­on muss­ten ver­la­den und auf dem See­weg nach Russ­land trans­por­tiert wer­den, nach­dem Polen zu viel Geld für den Tran­sit über sein Ter­ri­to­ri­um ver­langt hat­te.

Auch der ehe­ma­li­ge stell­ver­tre­ten­de Lei­ter des Ver­bin­dungs­kom­man­dos und spä­te­re Inspek­teur der Luft­waf­fe sowie Ober­be­fehls­ha­ber des euro­päi­schen NATO-Kom­man­dos in Bruns­sum, Gene­ral a. D. Ger­hard Back, bestä­tig­te die “gene­ral­stabs­mä­ßi­ge” Leis­tung der Rus­sen. Im Ver­bin­dungs­kom­man­do sei man zudem sehr dank­bar über die Unter­stüt­zung gewe­sen, die die Bun­des­wehr von Offi­zie­ren der Natio­na­len Volks­ar­mee der auf­ge­lös­ten DDR erhal­ten hat­te.

25 Jahre nach Abzug der Sowjettruppen: Was ist seitdem schiefgelaufen?
Invol­vier­te Zeit­zeu­gen des Abzugs der rus­sisch-sowje­ti­schen Trup­pen aus Ost­deutsch­land : v.l. Gene­ral a.D. Ger­hard Back ; Gene­ral­oberst Anton Ter­ent­jew ; Dr. Gun­du­la Her­wig ; Bern­hard Mroß ; Staats­se­kre­tär a.D. Dr. Hel­mut Dom­ke ; Bot­schaf­ter a.D. Ulrich Bran­den­burg

Wäh­rend also die Stim­mung bei den Gast­red­nern der ver­gan­ge­nen Tage durch­weg posi­tiv war und bei­de, Deut­sche wie Rus­sen, Hoff­nung auf eine bes­se­re und gemein­sa­me Zukunft heg­ten, schwang bei der zwei­ten Run­de mit Ver­tre­tern aus Poli­tik und Wis­sen­schaft eher ein pes­si­mis­ti­scher Aus­blick mit.

Dr. Ger­not Erler, lang­jäh­ri­ger Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter und von 2005 bis 2009 Staats­mi­nis­ter im Außen­mi­nis­te­ri­um sowie von 2014 bis 2018 Russ­land-Beauf­trag­ter der Bun­des­re­gie­rung, ver­ord­net die Wen­de in den Bezie­hun­gen Anfang der 2000er Jah­re. Die Hilfs­an­ge­bo­te der rus­si­schen Regie­rung nach den Anschlä­gen des 11. Sep­tem­ber 2001 wur­den von den USA aus­ge­schla­gen, genau­so wie der Wunsch Mos­kaus, eine gemein­sa­me Sicher­heits­struk­tur in Euro­pa auf­zu­bau­en. Mit der Auf­kün­di­gung des ABM-Ver­trags durch die US-Regie­rung 2002 habe schließ­lich ein “Ent­frem­dungs­pro­zess” zwi­schen West und Ost begon­nen, der immer bedroh­li­che­re Aus­ma­ße ange­nom­men hat.

Mit die­ser Ein­schät­zung stand Erler nicht allein da. Peter Schul­ze, Pro­fes­sor für inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen und rus­si­sche Stu­di­en an der Uni­ver­si­tät von Göt­tin­gen, beklagt eben­falls das Des­in­ter­es­se des Wes­tens und tra­gi­scher­wei­se auch Deutsch­lands, die Bezie­hun­gen zu Russ­land zu ver­bes­sern. Schon lan­ge vor der Ent­wick­lung in der Ukrai­ne sei man auf Distanz gegen­über Mos­kau gegan­gen und habe sämt­li­che Vor­schlä­ge, sowohl von Wla­di­mir Putin als auch von Dmi­tri Med­we­dew, in den Wind geschla­gen. Noch im Juni 2008 schlug Med­we­dew vor, die “Unteil­bar­keit” der euro­päi­schen Sicher­heit “recht­lich ver­bind­lich” zu regeln.

Ledig­lich den dama­li­gen Außen­mi­nis­ter Frank-Wal­ter Stein­mei­er schien die­se Idee zu inter­es­sie­ren, als er bei sei­ner Rede vor dem OSZE-Minis­ter­rat im Dezem­ber 2008 in Hel­sin­ki dar­auf ein­ging. Eine “trag­fä­hi­ge Sicher­heits­ar­chi­tek­tur” in Euro­pa bezeich­ne­te er als “unver­zicht­bar”. Aber das Kanz­ler­amt schien die­se Ansicht nicht zu tei­len, und die Idee wur­de begra­ben.

Ein Aus­weg aus der ver­fah­re­nen Situa­ti­on kann nur über die Ukrai­ne lau­fen, dar­in sind sich Schul­ze und Erler einig. Doch für Dr. Wasi­li Fedort­sew vom Bal­ti­schen Regio­na­len Infor­ma­ti­ons- und Ana­ly­se­zen­trum in Kali­nin­grad ist genau das das Pro­blem. Denn im Gegen­satz zum Kal­ten Krieg gibt es heu­te kei­nen ein­heit­li­chen Wes­ten mehr. Statt­des­sen gibt es die USA und eine höchst unbe­re­chen­ba­re Euro­päi­sche Uni­on, wo die unter­schied­li­chen Inter­es­sen der Mit­glieds­län­der kei­ne kohä­ren­te Außen­po­li­tik erlau­ben.

Gera­de was Russ­land betrifft, beein­flus­sen Staa­ten wie Groß­bri­tan­ni­en, Polen und die klei­nen bal­ti­schen Län­der die Hal­tung der Uni­on über­pro­por­tio­nal. Stein­mei­ers Maxi­me von “so viel Ver­tei­di­gungs­be­reit­schaft wie nötig, so viel Dia­log und Zusam­men­ar­beit wie mög­lich”, wird gera­de im Bal­ti­kum ins Gegen­teil ver­setzt. Des­halb ist Fedort­sew sehr skep­tisch, was den Lösungs­an­satz über die Ukrai­ne betrifft, da es gera­de die­se genann­ten Län­der waren und sind, die zu den Scharf­ma­chern in die­ser Fra­ge gehö­ren.

Mehr zum The­ma — Unter deut­scher Füh­rung : NATO-Mari­ne übt für Ost­see­krieg 

Mit dem von War­schau gewünsch­ten US-Stütz­punkt “Fort Trump” in Polen wür­de es nur einen zusätz­li­chen “desta­bi­li­sie­ren­den Fak­tor” in Ost­eu­ro­pa geben, und das kön­ne eigent­lich nicht im Inter­es­se Deutsch­lands lie­gen, ist sich der Lei­ter der Kali­nin­gra­der Denk­fa­brik sicher. Eine Ver­bes­se­rung der Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und Deutsch­land sei dem­nach nur über Polen und die bal­ti­schen Län­der mög­lich, wes­halb es drin­gend not­wen­dig ist, einen Dia­log mit den Regie­run­gen in Riga, Tal­linn, Vil­ni­us und War­schau zu füh­ren. Staats­mi­nis­ter a. D. Ger­not Erler mein­te dazu, dass man das Wei­ma­rer Drei­eck – ein eher loses, aber kon­struk­ti­ves Gesprächs­fo­rum zwi­schen Deutsch­land, Frank­reich und Polen – viel­leicht hät­te wei­ter­füh­ren sol­len, dann wäre mög­li­cher­wei­se alles nicht so weit gekom­men.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen, dass in der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on des “fast nicht auf­zu­hal­ten­den Pro­zes­ses der glo­ba­len Auf­rüs­tung”, um die Wor­te von Horst Teltschik zu benut­zen, der Blick in die Zukunft eher skep­tisch aus­fällt. Der ehe­ma­li­ge Kanz­ler­be­ra­ter stell­te des­halb zurecht die Gret­chen­fra­ge :

Wur­de wirk­lich alles getan, um den Frie­den zu sichern ?

Da die Poli­tik an die­ser Stel­le ganz offen­sicht­lich ver­sagt und die Ver­trau­ens­ba­sis der frü­hen 1990er Jah­re leicht­fer­tig ver­spielt hat, liegt die Hoff­nung erneut bei der Zivil­ge­sell­schaft. Mit gegen­sei­ti­gem Aus­tausch, Besu­chen und Ver­ständ­nis für Geschich­te und Kul­tur des jeweils ande­ren sol­len die Brü­cken zwi­schen Deutsch­land und Russ­land wie­der­auf­ge­baut wer­den, die wäh­rend der Kanz­ler­schaft von Ange­la Mer­kel ein­ge­ris­sen wur­den. 

Mehr zum The­ma — Ber­lins ver­lo­ge­ne Dia­log­be­reit­schaft mit Russ­land

RT Deutsch


Nach tödlichem SUV-Unfall in Berlin : Petition für Tempo 30 gestartet


Der Unfall am 6. Sep­tem­ber ereig­ne­te sich in der Inva­li­den­stra­ße. Hier­nach wur­de über das Ver­bot von SUVs für das Zen­trum Ber­lins dis­ku­tiert. Die Peti­ti­on wur­de auf der Platt­form Change.org von einem Vater drei­er Kin­der gestar­tet. Zwi­schen Brun­nen- und Tor­stra­ße soll Tem­po 30 gel­ten :

Ich bin Juli­an, Vater von drei Kin­dern und lebe in Ber­lin Mit­te. Seit 5 Jah­ren führt unser täg­li­cher Weg zur Kita und mitt­ler­wei­le auch zur Schu­le ent­lang der Inva­li­den­stra­ße. (…) Der tra­gi­sche Unfall in der ver­gan­ge­nen Woche muss nicht mit der all­ge­mei­nen Ver­kehrs­si­tua­ti­on in der Inva­li­den­stra­ße in Zusam­men­hang ste­hen. Den­noch war er für vie­le Men­schen in mei­nem Umfeld und auch für mich ein Weck­ruf. (Recht­schrei­bung wie im Ori­gi­nal ; Anm. d. Red.)

Zu dem Tem­po­li­mit soll­ten kurz­fris­tig Zebra­strei­fen für Kin­der und Park­ver­bots­zo­nen, mit­tel­fris­tig eine “voll­wer­ti­ge Ampel­an­la­ge” sowie “bau­li­che Maß­nah­men zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung” und lang­fris­tig eine “Über­ar­bei­tung des Ver­kehrs­kon­zep­tes in dem Gebiet” hin­zu­kom­men. Vor zwei Tagen gestar­tet, erhielt die Peti­ti­on bereits 4.000 Unter­schrif­ten. Gegen Auto­fah­rer im All­ge­mei­nen, macht der Initia­tor klar, will er sich nicht rich­ten. Auch nicht gegen Fah­rer gro­ßer Autos. 

RT Deutsch


Seltenheitswert als Lebensretter : Zweifarbiger Hummer darf nach Zurschaustellung in Freiheit zurück


Ein Fischer hat Anfang Sep­tem­ber im US-Bun­des­staat Mai­ne einen sehr sel­te­nen zwei­far­bi­gen Hum­mer gefan­gen. Der Mann spen­de­te die unge­wöhn­li­che Beu­te an ein Zen­trum für Küs­ten­fi­sche­rei. Der halb dun­kel­brau­ne, halb oran­gen­far­be­ne Zehn­fuß­krebs kam dort bei ande­ren sel­te­nen Art­ge­nos­sen unter. Zusam­men mit einem blau­en und zwei bunt­ge­fleck­ten Hum­mern soll der Glie­der­fü­ßer eini­ge Wochen lang in einem Aqua­ri­um mit Salz­was­ser zur all­ge­mei­nen Bewun­de­rung aus­ge­stellt wer­den, um dann wie­der in die freie Wild­bahn ent­las­sen zu wer­den.

Bio­lo­gen zufol­ge ist die unge­wöhn­li­che Fär­bung des Hum­mers auf eine gene­ti­sche Muta­ti­on zurück­zu­füh­ren. Sie tritt nur bei einem Tier unter 50 Mil­lio­nen auf. In eini­gen Fäl­len geht die Dop­pel­far­big­keit mit einer Zwei­ge­schlech­tig­keit ein­her.

Mehr zum The­ma — Bekiff­te Kreb­se : US-Restau­rant betäubt Hum­mer mit Mari­hua­narauch vor dem Kochen

RT Deutsch


Antirussische Propaganda bei der Deutschen Filmakademie ? RT fragt nach


von Wla­dis­law San­kin

Im Jubel­tau­mel auf­grund der Frei­las­sung des ukrai­ni­schen Mai­dan-Akti­vis­ten Oleg Sen­zow, der in Russ­land im August 2015 wegen Ter­ro­ris­mus zu 20 Jah­ren Haft ver­ur­teilt wur­de, gab es auch eine kur­ze Mel­dung der Deut­schen Film­aka­de­mie, die unse­re Auf­merk­sam­keit auf sich zog.

Auf den ers­ten Blick beinhal­tet sie nichts Unge­wöhn­li­ches, zumal die gän­gi­ge Framing-Bezeich­nung, Oleg Sen­zow sei “Fil­me­ma­cher” oder “Regis­seur”, mitt­ler­wei­le längst auch auf rus­si­sche Medi­en über­ge­schwappt ist. Aber die­se “Unauf­fäl­lig­keit” ist eben ein Zei­chen dafür, wie tief die Spra­che der Pro­pa­gan­da sich im deut­schen intel­lek­tu­el­len und künst­le­ri­schen Milieu ein­ge­nis­tet hat – sie wird kaum mehr als sol­che wahr­ge­nom­men.

Wir haben die Deut­sche Film­aka­de­mie in einer Anfra­ge dar­um gebe­ten, frag­li­che Stel­len in ihrer Mel­dung zu kom­men­tie­ren oder zu erklä­ren. Es ist durch­aus mög­lich, dass wir mit unse­rer Ein­schät­zung falschlie­gen oder etwas miss­ver­ste­hen. Jour­na­lis­tisch ist es fair, die bean­stan­de­ten Äuße­run­gen direkt von ihrem Urhe­ber kom­men­tie­ren zu las­sen.

Weil es um einen Fall geht, der seit Jah­ren im Zen­trum der Bericht­erstat­tung deut­scher Medi­en steht, haben wir beschlos­sen, die­se Anfra­ge publik zu machen. Hier der Wort­laut :

Sehr geehr­te Damen und Her­ren,

wir neh­men Bezug auf Ihre Mel­dung “Der ukrai­ni­sche Fil­me­ma­cher Oleg Sent­sov ist frei” sowie auf die frü­he­re Akti­on “Free Oleg Sent­sov” auf ihrer Mit­glie­der­ver­samm­lung im Febru­ar 2017.

Fol­gen­der Text ist seit dem 9. Sep­tem­ber 2019 auf Ihrer Home­page abruf­bar :

Was für eine Erleich­te­rung : Der ukrai­ni­sche Fil­me­ma­cher Oleg Sent­sov ist frei. 2014 wur­de er im Zuge der rus­si­schen Krim-Anne­xi­on ver­haf­tet und 5 Jah­re in einem Arbeits­la­ger fest­ge­hal­ten. Nun wur­de er bei einem Gefan­ge­nen­aus­tausch zwi­schen Rus­si­schen Föde­ra­ti­on und der Ukrai­ne frei­ge­las­sen. Oleg Sent­sovs Schick­sal steht sym­bol­haft für die Gefah­ren denen Kunst und Kul­tur­schaf­fen­de bei der Macht­er­grei­fung auto­kra­ti­scher Régime gegen­über­ste­hen. Wir bedan­ken uns bei Amnes­ty Inter­na­tio­nal und der Euro­päi­schen Film­aka­de­mie für den gemein­sa­men Ein­satz und den lan­gen Atem und wün­schen Oleg alles erdenk­lich Gute ! (Recht­schrei­bung wie im Ori­gi­nal ; Anm. d. Red.)

Es ist rich­tig, dass Oleg Sen­zow im Jah­re 2014 ver­haf­tet wur­de, und zwar am 10. Mai 2014. Frag­lich dage­gen, dass er “im Zuge der Krim-Anne­xi­on” ver­haf­tet wur­de, weil die Bezeich­nung “Anne­xi­on” sich sehr schwer auf die Ereig­nis­se auf und um die Krim über­tra­gen lässt. Zumin­dest aus der Sicht der Krim-Bewoh­ner und der über­wie­gen­den Mehr­heit der rus­si­schen Bür­ger.

Es gab im Febru­ar 2014 einen gewalt­sa­men Staats­streich in Kiew, am 16. März wur­de in der Auto­no­men Repu­blik Krim ein Refe­ren­dum über den wei­te­ren Ver­bleib der Halb­in­sel im ukrai­ni­schen Staats­ge­biet oder die Auf­nah­me in die rus­si­sche Föde­ra­ti­on abge­hal­ten, und zwei Tage spä­ter erfolg­te der rus­si­sche Beschluss zur Auf­nah­me der Krim ins rus­si­sche Staats­ge­biet. Man kann die­sen Pro­zess je nach Betrach­tung als “Sezes­si­on”, “Wie­der­ver­ei­ni­gung”, “Anschluss” oder ein­fach als “dra­ma­ti­sche Ereig­nis­se” bezeich­nen. 

Der Begriff “Anne­xi­on”, den Sie benut­zen, ist dage­gen stark poli­tisch moti­viert und vor­be­las­tet, obwohl es jeder­mann frei­steht, sich für einen neu­tra­le­ren Begriff zu ent­schei­den. Des­sen Ver­wen­dung zeigt, dass man auf eine Sei­te in einem (geo)politischen Kon­flikt stellt, einem Kon­flikt, in dem jede Par­tei ihre eige­ne “Wahr­heit” hat. Mit die­ser Vor­ein­ge­nom­men­heit zei­gen Sie, dass die Kunst, die die Deut­sche Film­aka­de­mie ver­tritt, nicht über der Poli­tik steht, son­dern als ein poli­ti­sches Instru­ment agiert. Dazu unse­re ers­te Fra­ge :

Was moti­viert Sie dazu, in Mel­dun­gen auf Ihrer Web­site poli­tisch stark vorbelas­te­te Begrif­fe zu ver­wen­den ? Steht Kunst etwa nicht über Poli­tik, bzw. soll­te nicht ver­hin­dert wer­den, dass sie sich für die Sicht­wei­sen der poli­ti­schen Eli­ten ver­ein­nah­men lässt ?

An die­ser Stel­le sei an die dau­er­haf­te Kon­tro­ver­se um den rus­si­schen Star­di­ri­gen­ten Wale­ri Ger­gi­jew erin­nert. Er wird in deut­schen Medi­en stän­dig für sei­ne Posi­ti­on zur Krim-Fra­ge und sei­ne guten Bezie­hun­gen zum rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin kri­ti­siert. Im Umkehr­schluss wür­de das bedeu­ten, dass deut­sche Film­schaf­fen­de in Russ­land einem Medi­en­dau­er­feu­er aus­ge­setzt wer­den müs­sen, weil die Deut­sche Film­aka­de­mie sich aktiv für die unfreund­li­che Poli­tik der Bun­des­re­gie­rung ein­setzt. 

Im glei­chen Satz schrei­ben Sie, dass Herr Sen­zow “nach der Ver­haf­tung” fünf Jah­re in einem Arbeits­la­ger fest­ge­hal­ten wur­de. An die­ser Stel­le unter­schla­gen Sie das Ent­schei­den­de, näm­lich die Ermitt­lun­gen und den Gerichts­pro­zess, die zusam­men fünf­zehn Mona­ten dau­er­ten. Damit war er nicht fünf, son­dern vier Jah­re im Arbeits­la­ger. Offen­bar wol­len Sie mit die­ser Unter­schla­gung sug­ge­rie­ren, dass Oleg Sen­zow sich unrecht­mä­ßig in Haft befand. Dar­aus ergibt sich unse­re zwei­te Fra­ge :

Womit haben die fal­schen Anga­ben zum pro­zes­sua­len Sta­tus des Auf­ent­hal­tes von Herrn Sen­zow in Russ­land zu tun ?

In all Ihren Tex­ten und Appel­len bezeich­nen Sie Herrn Sen­zow als “Regis­seur” oder “Fil­me­ma­cher”. Sei­ne Zuge­hö­rig­keit zu die­sem Beruf stellt offen­bar den Haupt­grund für Ihr Enga­ge­ment dar, denn Sie sind Ver­tre­ter der Film­schaf­fen­den. Doch in die­sem Beruf ist Herr Sen­zow ein Ama­teur und Quer­ein­stei­ger. Es ist gut bekannt, dass der Beruf des Regis­seurs sehr begehrt ist. Dafür spre­chen die strengs­ten Auf­nah­me­kri­te­ri­en deut­scher Film­hoch­schu­len. In der Regel braucht man schon lang­jäh­ri­ge Bran­chen­er­fah­rung und ein beein­dru­cken­des Port­fo­lio, um bei einer Film­hoch­schu­le über­haupt zu einer Eig­nungs­prü­fung zuge­las­sen zu wer­den. Ähn­lich ist es in jedem ande­ren Beruf – nicht jeder, der ger­ne wer­kelt, ist schon Hand­wer­ker. Eben­so ist auch der­je­ni­ge noch kein Schrift­stel­ler, der ein Büch­lein geschrie­ben hat. Aber wir neh­men an, dass Sie Ihre eige­ne, pro­fes­sio­nel­le­re Sicht auf die Eig­nung von Herrn Sen­zow als Regis­seur haben. Daher unse­re fol­gen­den Fra­gen :

Was ver­an­lasst Sie dazu, Herrn Sen­zow als Regis­seur oder Fil­me­ma­cher zu bezeich­nen ? Wel­che Kri­te­ri­en gibt es für die­se Bezeich­nung ? Und kon­kret : Über wel­che Kennt­nis­se und Wer­tun­gen des bis­he­ri­gen künst­le­ri­schen Schaf­fens von Herrn Sen­zow ver­fü­gen der Vor­stand oder die Mit­glie­der der Deut­schen Film­aka­de­mie e.V.?

Wir wür­den Sie daher bit­ten, uns Ihre kur­ze Ein­schät­zung (und Rezen­si­on) sei­nes Wer­kes zukom­men zu las­sen. Soweit uns bekannt, ist sein bis­lang ein­zi­ger gedreh­ter Film im Inter­net frei abruf­bar.

Am 10. August hat Oleg Sen­zow auf der Pres­se­kon­fe­renz vor ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten zuge­ge­ben, u.a. an den Gesprä­chen über “Spren­gun­gen und Brand­stif­tun­gen” im Zuge von Pro­test­ak­tio­nen auf der Halb­in­sel Krim im April 2014 betei­ligt gewe­sen zu sein. An ande­rer Stel­le hat er behaup­tet, fried­li­che Pro­tes­te sei­en auf der Krim “unmög­lich” gewe­sen. Er sag­te auch, sei­ne Rück­kehr auf die Krim sei “nur auf Pan­zern” mög­lich.

Sie legen mit Ihrer Dar­stel­lung nahe, er habe aus­schließ­lich wegen sei­ner Kunst gelit­ten. Die Ankla­ge in Russ­land hat sich aller­dings nicht mit der Kunst von Oleg Sen­zow beschäf­tigt, son­dern mit belas­ten­den Aus­sa­gen eini­ger Zeu­gen, die auf eine enge­re Ver­wick­lung von Herrn Sen­zow in die von ihm am 10. August vor ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten bestä­tig­ten “Gesprä­che über Spren­gun­gen” aus­ge­sagt haben.

Hier ist noch mal Ihr dies­be­züg­li­cher Text :

Oleg Sent­sovs Schick­sal steht sym­bol­haft für die Gefah­ren denen Kunst und Kul­tur­schaf­fen­de bei der Macht­er­grei­fung auto­kra­ti­scher Régime gegen­über­ste­hen.

Daher eine wei­te­re Fra­ge unse­rer­seits :

Wel­che Bele­ge spre­chen aus Ihrer Sicht dafür, dass ein “auto­kra­ti­sches Régime” Sen­zow wegen sei­ner Kunst inhaf­tie­ren ließ ?

Außer­dem bezeich­nen Sie Russ­land in die­sem Satz offen­bar als “auto­kra­ti­sches Régime”. Unse­rem Kennt­nis­stand nach hat Russ­land eine moder­ne Regie­rungs­form mit Gewalt­ein­tei­lung, einem gewähl­ten Par­la­ment und einem Prä­si­den­ten, die in der Ver­fas­sung fest­ge­schrie­ben ist. Wie auch in Deutsch­land, fin­den in Russ­land Wah­len statt, so wur­den aus­ge­rech­net am 8. Sep­tem­ber, am Tag vor Ihrer Mel­dung, die Stadt- und Gebiets­par­la­men­te im gesam­ten Land gewählt. Ist Ihnen das ent­gan­gen ? In den Par­la­men­ten sind ver­schie­de­ne poli­ti­sche Kräf­te ver­tre­ten, es gibt Medi­en­viel­falt mit einer gro­ßen Anzahl an Medi­en mit hei­mi­scher und aus­län­di­scher Finan­zie­rung, die frei und kri­tisch berich­ten kön­nen. Wie in vie­len Staa­ten die­ses Pla­ne­ten, gibt es auch in Russ­land Pro­ble­me mit der Demo­kra­tie. Bei einer seriö­sen Ein­rich­tung wie der Deut­schen Film­aka­de­mie soll­ten die­se fun­diert doku­men­tiert wer­den, um solch weit­rei­chen­de Aus­sa­gen täti­gen zu kön­nen. Des­we­gen fra­gen wir Sie :

Aus wel­chem Grund bezie­hen Sie sich auf Russ­land mit dem stark nega­tiv besetz­ten Begriff “auto­kra­ti­sches Régime”? Wel­che Kri­te­ri­en außer poli­ti­scher Dif­fa­mie­rung lie­gen der­lei undi­plo­ma­ti­schen Bezeich­nun­gen zugrun­de ?

Im glei­chen Satz stel­len Sie die Ver­haf­tung von Herrn Sen­zow in direk­ten Zusam­men­hang mit der “Macht­er­grei­fung auto­kra­ti­scher Régime”, damit wohl Russ­land mei­nend (sie­he oben). Der Ter­mi­nus “Macht­er­grei­fung” steht im deutsch­spra­chi­gen Raum ganz klar für die Ereig­nis­se der Jah­re 1932 – 1933, als Adolf Hit­ler zum Reichs­kanz­ler ernannt und die Macht sei­ner NSDAP kon­so­li­diert wur­de. Das ist Fakt, der Begriff “Macht­er­grei­fung” steht für nichts ande­res. Das kann man bei­spiels­wei­se in der deut­schen Wiki­pe­dia nach­le­sen. Eine wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung die­ser Fra­ge fin­den Sie hier.

Damit haben Sie Russ­land mit einem Feder­strich zum Pen­dant Hit­ler­deutsch­lands gemacht und den Pro­zess gegen Oleg Sen­zow mit dem Kampf der Nazis gegen “ent­ar­te­te Kunst”, der Bücher­ver­bren­nung und der Ver­fol­gung kri­ti­scher Intel­lek­tu­el­ler gleich­ge­setzt. An die­ser Stel­le lässt sich nur fra­gen :

Wür­den Sie Ihren Kol­le­gen in Russ­land, also Regis­seu­ren, Schau­spie­lern, Kame­ra­leu­ten, Film­pro­du­zen­ten, also all den­je­ni­gen, mit denen Sie sich regel­mä­ßig auf Fes­ti­vals und ande­ren Events tref­fen, jemals mit­tei­len, dass Sie ihr Land auf Ihrem offi­zi­el­len Por­tal im Eifer des rhe­to­ri­schen Gefechts fak­tisch als moder­nen Nazi­staat bezeich­nen ? Wie lässt sich die Spra­che der Iso­lie­rung und Aus­gren­zung mit der uni­ver­sel­len Funk­ti­on der Kunst als Brü­cken­bau­er ver­ein­ba­ren ?

Ihre Mel­dung kann ein Witz, ein Feh­ler oder Pro­pa­gan­da sein, oder das alles gleich­zei­tig. Sie könn­ten aber auch ihre Rich­tig­keit bewei­sen, indem die Urhe­ber der bean­stan­de­ten Mel­dung uns eine aus­führ­li­che Stel­lung­nah­me mit ihren Argu­men­ten vor­le­gen. Der Arti­kel auf Ihrer Web­site über die Frei­las­sung des ukrai­ni­schen Akti­vis­ten Oleg Sen­zow lässt sehr viel Raum für Spe­ku­la­tio­nen, die für Sie nicht ange­nehm aus­fal­len kön­nen. Aus den oben ange­führ­ten Grün­den liegt näm­lich der Ver­dacht nahe, dass es sich dabei um ein­sei­ti­ge (geo)politisch moti­vier­te pro­pa­gan­dis­ti­sche Akti­vi­tät unter Ver­wen­dung so vie­ler Euphe­mis­men, Framing-Metho­den, Schmäh­tech­ni­ken und ein­fach Fake News han­delt, wie sich in einem kur­zen Text mit gera­de mal 612 Zei­chen unter­brin­gen las­sen.

In Erwar­tung Ihrer bal­di­gen Ant­wort ver­blei­be ich mit freund­li­chen Grü­ßen,

Wla­dis­law San­kin

Redak­teur Online

RT Deutsch”

Die Anfra­ge wur­de am 12. Sep­tem­ber per Mail an die Deut­sche Film­aka­de­mie ver­schickt. Soll­te RT Deutsch eine Stel­lung­nah­me der Deut­schen Film­aka­de­mie vor­lie­gen, wird die­se eben­so publik gemacht.

RT Deutsch


18 Jahre nach 911 : New Yorker Feuerwehrbeauftragte fordern neue Ermittlung


Der über­stürz­te und schlecht vor­be­rei­te­te Bericht der 9/11-Kom­mis­si­on brach­te kei­ne deut­li­che Auf­klä­rung über die Anschlä­ge her­vor, was Exper­ten auf ver­schie­dens­ten Gebie­ten dazu ver­an­lass­te, die offi­zi­el­le Erklä­rung der Gescheh­nis­se zu hin­ter­fra­gen. Vie­le die­ser Fach­leu­te gehö­ren der Orga­ni­sa­ti­on “Archi­tec­ts and Engi­neers for 911 Truth” (zu Deutsch : Archi­tek­ten und Inge­nieu­re für die Wahr­heit über 911) an, die seit vie­len Jah­ren auf eine neue Unter­su­chung der Angrif­fe drängt.

Im Juli 2019 berich­te­te sie über einen gro­ßen Durch­bruch in ihrem Kampf für eine ord­nungs­ge­mä­ße Unter­su­chung. Laut einer Pres­se­mit­tei­lung, die auf der Web­site der Grup­pe ver­öf­fent­licht wur­de, haben die Brand­schutz­be­auf­trag­ten von New York (New York City Fire Com­mis­sio­ners), die eng in die Ereig­nis­se die­ses Tages ver­wi­ckelt waren, eine neue Unter­su­chung der Anschlä­ge vom 11. Sep­tem­ber gefor­dert.

Am 24. Juli stimm­ten die Distrik­te Fran­k­lin Squa­re und Mun­son Fire ein­stim­mig für eine neue Unter­su­chung. Sie führ­ten “über­wäl­ti­gen­de Bewei­se” dafür an, dass “vor­ab gepflanz­te Spreng­stof­fe (…) die Zer­stö­rung der drei Gebäu­de des World Tra­de Cen­ter ver­ur­sacht haben”.

Der Beschluss wur­de von Kom­mis­sar Chris­to­pher Gio­ia ver­fasst und von Kom­mis­sar Den­nis Lyons ein­stim­mig ange­nom­men.

Kom­mis­sar Gio­ia sag­te, er erwar­te Unter­stüt­zung von ande­ren Distrik­ten in der gan­zen Stadt und hof­fe, dass sie aus Soli­da­ri­tät ähn­li­che Reso­lu­tio­nen ver­ab­schie­den wer­den.

Wir waren die Ers­ten, die die­se Reso­lu­ti­on ver­ab­schie­de­ten. Wir wer­den nicht die Letz­ten sein”, sag­te er.

Die­ses erneu­te Inter­es­se an einer ord­nungs­ge­mä­ßen Unter­su­chung wur­de ver­gan­ge­nes Jahr geweckt, als Geoff­rey S. Ber­man, der Anwalt der Ver­ei­nig­ten Staa­ten für den Süd­be­zirk von New York, eine Peti­ti­on im Namen des “Lawy­ers’ Com­mit­tee for 911 Inqui­ry” für den 11. Sep­tem­ber ein­reich­te.

In der Peti­ti­on wur­den zahl­rei­che Daten über die Angrif­fe auf das World Tra­de Cen­ter her­vor­ge­ho­ben, die schließ­lich einer gro­ßen Jury vor­ge­legt wur­den. Der Erfolg Ber­mans gab vie­len New Yor­ker Feu­er­wehr­leu­ten die Hoff­nung, end­lich zu erfah­ren, was an die­sem Tag gesche­hen ist, und die Gerech­tig­keit, Freun­de und Ange­hö­ri­ge zu fin­den.

Mehr zum The­ma — 18 Jah­re nach 911 : Al-Kai­da droht mit neu­en Atta­cken

RT Deutsch


Mögliche Entspannung im Iran-Konflikt nach Bolton-Abgang : Lockert Trump die Sanktionen ?


Seit­dem sich die USA ein­sei­tig aus dem Iran-Abkom­men zurück­ge­zo­gen haben, ist der Iran schwe­ren Wirt­schafts­sank­tio­nen aus­ge­setzt. Die Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Staa­ten ver­schlech­ter­ten sich. Die USA haben ihre Mili­tär­prä­senz am Per­si­schen Golf mas­siv erwei­tert. Bei­de Sei­ten spre­chen sich gegen­sei­tig regel­mä­ßig Dro­hun­gen aus.

Wäh­rend eines Gesprä­ches mit Jour­na­lis­ten deu­te­te Trump jedoch an, dass er eine Ent­span­nung im Kon­flikt anvi­sie­ren könn­te.

Wir wer­den sehen, was pas­siert”, sag­te er, als er zur Mög­lich­keit befragt wur­de, die Sank­tio­nen gegen den Iran zu lockern.

Obwohl das eine belieb­te Ant­wort des US-Prä­si­den­ten ist, mar­kiert sei­ne Äuße­rung eine Auf­wei­chung sei­ner Rhe­to­rik gegen­über dem Iran und des­sen Füh­rung. Noch vor eini­gen Wochen war sei­ne Rhe­to­rik von Dro­hun­gen mit wei­te­ren Sank­tio­nen und einem offe­nen Krieg geprägt.

Donald Trumps neu­es­te Erklä­rung kommt zwei Tage, nach­dem er gesagt hat­te, dass er “kein Pro­blem mit der Idee” habe, den ira­ni­schen Prä­si­den­ten Hassan Roha­ni am Ran­de der Gene­ral­ver­samm­lung zu tref­fen. Am Diens­tag erklär­te US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo – nor­ma­ler­wei­se ein Hard­li­ner im Iran-Kon­flikt – gegen­über Jour­na­lis­ten, dass Trump bereit sei, sich ohne Vor­aus­set­zun­gen zu tref­fen, aber dass die Sank­tio­nen für die abseh­ba­re Zukunft bestehen blei­ben wür­den.

Bezeich­nen­der­wei­se kom­men die neu­es­ten Schrit­te in Rich­tung Diplo­ma­tie mit Tehe­ran, nach­dem Trump den als Kriegs­fal­ken gel­ten­den Natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton ent­las­sen hat. Trump kün­dig­te den Abgang von Bol­ton, einem lang­jäh­ri­gen Befür­wor­ter eines mili­tä­ri­schen Regime­wech­sels im Iran, in einem Tweet am Diens­tag an.

Trump mach­te kein Geheim­nis aus sei­nen außen­po­li­ti­schen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit Bol­ton und beschwer­te sich angeb­lich bei Ver­trau­ten, dass Bol­ton immer wie­der ver­sucht habe, ihn “in einen Krieg” zu trei­ben. Die Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten über den Iran schei­nen für Trump der letz­te Trop­fen gewe­sen zu sein. Laut Bloom­berg bespra­chen er und Bol­ton die Locke­rung der Sank­tio­nen gegen Tehe­ran in der Nacht vor sei­ner Ent­las­sung, ein Schritt, gegen den sich Bol­ton ener­gisch gewehrt habe.

Mehr zum The­ma - Donald Trump feu­ert Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton

Ohne Bol­ton und ange­sichts Trumps – wenn auch nur mit leich­ter Ton­mil­de­rung – sind die Chan­cen auf eine Ver­hand­lung mit dem Iran wahr­schein­lich höher als je zuvor seit der Amts­über­nah­me von Trump im Jahr 2017. Den­noch mil­der­te der US-Prä­si­dent die Erwar­tun­gen mit sei­ner übli­chen Ambi­va­lenz.

Wir wür­den gern einen Deal mit dem Iran abschlie­ßen”, sag­te er Jour­na­lis­ten. “Aber wenn wir es nicht tun, ist das auch in Ord­nung.”

RT Deutsch


Nach US-Abfuhr bereiten Europäer den Boden für Ausstieg aus Atomabkommen vor


von Zlat­ko Per­ci­nic

Im Kon­text mit ande­ren ver­gleich­bar wich­ti­gen poli­ti­schen Maß­nah­men han­delt es sich bei dem zwi­schen Frank­reich und dem Iran aus­ge­han­del­ten Paket zur Ret­tung des Atom­ab­kom­mens um einen rela­tiv klei­nen Betrag : 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Die Sum­me ent­spricht der Ver­ein­ba­rung zwi­schen Tehe­ran und den ver­blie­be­nen EU-Part­nern des JCPOA-Abkom­mens – aber unter Feder­füh­rung Frank­reichs -, täg­lich min­des­tens 700.000 Bar­rel Roh­öl zu bezie­hen. Im Gegen­zug dafür soll­te der Iran die­sen Kre­dit über 15 Mil­li­ar­den US-Dol­lar erhal­ten und über das Geld frei ver­fü­gen kön­nen.

Es soll­te mehr eine Ges­te des guten Wil­lens sein als ein tat­säch­li­cher wirt­schaft­li­cher Aus­gleich im Sin­ne des JCPOA-Abkom­mens, für den der Iran sein Atom­pro­gramm mas­siv her­un­ter­fuhr und einer stren­gen Auf­sichts­kon­trol­le durch die Inter­na­tio­na­le Atom­ener­gie­be­hör­de IAEA unter­warf.

Nach ira­ni­schen Anga­ben folg­te Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif der Ein­la­dung von Frank­reichs Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron zum G7-Gip­fel nach Biar­ritz, da die Fran­zo­sen ange­deu­tet haben sol­len, dass US-Prä­si­dent Donald Trump bereit wäre, das Sank­ti­ons­re­gime etwas zu lockern. In Biar­ritz hät­te ein Tref­fen zwi­schen Trump und dem ira­ni­schen Prä­si­den­ten Hassan Roha­ni ange­kün­digt wer­den sol­len.

Doch nach­dem Trump die fran­zö­si­sche Initia­ti­ve abge­lehnt hat­te und auch Finanz­mi­nis­ter Bru­no Le Mai­re in Washing­ton eine Abfuhr für sol­che Plä­ne erhielt, hat Washing­ton die euro­päi­schen Bemü­hun­gen end­gül­tig begra­ben. Für alle Betei­lig­ten steht fest, dass die Euro­pä­er nicht in der Lage sind, ihre Ver­pflich­tun­gen des Atom­ab­kom­mens umzu­set­zen, und die­se Erkennt­nis resul­tier­te in einer bereits ange­kün­dig­ten Aus­wei­tung des ira­ni­schen Atom­pro­gramms.

Mehr zum The­ma — Macron drängt auf Kom­pro­miss­lö­sung zur Ret­tung des Atom­deals 

Obwohl rever­si­bel, setzt die­se Dyna­mik alle noch ver­blie­be­nen Ver­trags­part­ner unter Druck. Die Hard­li­ner im Iran sehen sich in ihrer Ein­schät­zung bestä­tigt, dass man den USA nicht trau­en kann und die Euro­pä­er ohne Washing­ton impo­tent sind. Die US-Ame­ri­ka­ner sehen sich eben­so dar­in bestä­tigt, dass ihre Sank­ti­ons­po­li­tik funk­tio­niert und die Euro­pä­er es nicht wagen wer­den, die­ser einen Strich durch die Rech­nung zu machen.

Obwohl es die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka waren, die die­se Dyna­mik mit ihrem Rechts­bruch durch den Rück­zug aus dem Atom­ab­kom­men erst in Gang gebracht haben, kann man die­ser Tage erle­ben, wie auch die Euro­pä­er das Ende des mit so viel Hoff­nun­gen ver­se­he­nen JCPOA-Abkom­mens vor­be­rei­ten. Den erho­be­nen Zei­ge­fin­ger wer­den sie aller­dings nicht nach Washing­ton zei­gen, son­dern nach Tehe­ran.

Als Grund dafür wer­den jetzt “Erkennt­nis­se” auf­ge­wärmt, die schon seit Län­ge­rem bekannt sind. Die Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters zitier­te EU-Diplo­ma­ten, die von Ergeb­nis­sen der IAEA-Labor­un­ter­su­chung der Pro­ben des “gehei­men Atom­la­gers” in Tehe­ran spra­chen. Die Pro­ben hät­ten erge­ben, dass sich auch Spu­ren von nicht hoch ange­rei­cher­tem Uran nach­wei­sen lie­ßen. Damit scheint sich auf den ers­ten Blick die Behaup­tung von Isra­els Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Netan­ja­hu zu bestä­ti­gen, der vor einem Jahr Bil­der des “gehei­men Atom­la­gers” prä­sen­tier­te und mein­te, dass dort 15 Kilo­gramm von nicht näher benann­tem radio­ak­ti­ven Mate­ri­al gela­gert wur­den. Für Dan­ny Danon, israe­li­scher UN-Bot­schaf­ter und ehe­ma­li­ger Vor­sit­zen­der des Sied­ler­ra­tes in den besetz­ten Gebie­ten, steht das außer Fra­ge :

Die­se als explo­si­ve Neu­ig­keit dar­ge­stell­te Nach­richt ist aller­dings min­des­tens zwei Mona­te alt. Der israe­li­sche TV-Sen­der Chan­nel 13 berich­te­te bereits Anfang Juli von die­sen Ergeb­nis­sen, nach­dem IAEA-Spe­zia­lis­ten meh­re­re Male das unschein­ba­re Lager­haus im Tur­quz­abad-Bezirk von Tehe­ran besucht und Pro­ben genom­men haben. Laut dem Sen­der habe der Iran damit gegen den Atom­waf­fen­sperr­ver­trag ver­sto­ßen, der von Tehe­ran unter­zeich­net und 1970 rati­fi­ziert wur­de, und dies sei ein Zei­chen dafür, dass das Land auch nach der Unter­zeich­nung des Atom­ab­kom­mens an einem gehei­men Nukle­ar­waf­fen­pro­gramm arbei­te.

Das alles läuft laut Alex Fish­man, einem ange­se­he­nen israe­li­schen Mili­tär­ana­lys­ten, nach einem aus­ge­klü­gel­ten Plan ab. Zusam­men mit dem nun gefeu­er­ten Natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter der USA, John Bol­ton, und Zeev Snir, dem Vor­sit­zen­den der Israe­li­schen Atom­ener­gie­kom­mis­si­on, hat Netan­ja­hu die gemein­sa­men Posi­tio­nen koor­di­niert, um die angeb­li­chen “ira­ni­schen Ver­let­zun­gen des JCPOA” der IAEA vor­zu­le­gen. Er ver­sprach außer­dem, dass “mehr Bewei­se bald ver­öf­fent­licht wer­den”.

Nur kur­ze Zeit spä­ter erklär­te Mos­sad-Chef Yos­si Cohen bei der Herz­li­ya-Sicher­heits­kon­fe­renz Anfang Juli, dass sein Geheim­dienst auf­grund der erbeu­te­ten Doku­men­te des “Ato­m­ar­chivs” ein akti­ves Nukle­ar­waf­fen­pro­gramm des Irans nach­wei­sen kön­ne. Die Pro­ben der IAEA wür­den die­se Erkennt­nis aus den Doku­men­ten nur bestä­ti­gen, mein­te Cohen wei­ter.

Und wie auf Knopf­druck beschul­di­gen nun Israe­lis und die USA gemein­sam den Iran, eine gehei­me Anla­ge zur Her­stel­lung von Nukle­ar­waf­fen in der Nähe von Aba­deh betrie­ben zu haben. Die­se sei aber zwi­schen Juni und Juli die­ses Jah­res “ver­nich­tet” wor­den, nach­dem Tehe­ran erfah­ren habe, dass Isra­el die Anla­ge ent­deckt habe.

Dan­ny Danon ging sogar einen Schritt wei­ter : Er behaup­te­te, dass Isra­el und die IAEA her­aus­ge­fun­den haben, dass der Iran über das Atom­pro­gramm gelo­gen habe, und for­dert nun von den Euro­pä­ern und ins­be­son­de­re Frank­reich, es den USA gleich­zu­tun :

Und jetzt für die Euro­pä­er, lasst es mich auf Fran­zö­sisch sagen : Der ein­zi­ge Weg, das ira­ni­sche Régime zu stop­pen, besteht dar­in, Sank­tio­nen zu ver­hän­gen. Nicht nach­las­sen, erhöht den Druck !

Davon will die Inter­na­tio­na­le Atom­ener­gie­be­hör­de IAEA aber nichts wis­sen und auch nichts bestä­ti­gen. Danons Behaup­tung ist schlicht falsch, folgt aber auch Netan­ja­hus Plan, den Ein­druck ent­ste­hen zu las­sen, dass der Iran sich nicht an sei­ne inter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen hält und heim­lich an der Atom­bom­be bas­telt. Sein Ziel ist es, auch die Euro­pä­er von die­ser Sicht­wei­se zu über­zeu­gen. Dafür erhält er Unter­stüt­zung aus Washing­ton.

Was die gefun­de­nen Spu­ren von nicht hoch ange­rei­cher­tem Uran betrifft, so kann aber nicht nach­ge­wie­sen wer­den, von wann die­se sind. Radio­ak­ti­ve Rück­stän­de kön­nen noch Jah­re nach deren Ent­fer­nung nach­ge­wie­sen wer­den, wie Mark Fitz­pa­trick, ein ehe­ma­li­ges füh­ren­des Mit­glied des Lon­don Inter­na­tio­nal Insti­tu­te for Stra­te­gic Stu­dies, dar­legt. Laut sei­nem “Ver­ständ­nis” nach, was ein Hin­weis auf eine infor­mel­le Nach­richt der IAEA sein könn­te, stam­men die Spu­ren “ver­mut­lich” vom “Green Salt”-Projekt, das 2005 ent­deckt und im Jahr dar­auf von der IAEA rap­por­tiert wur­de. Die­ses Pro­jekt war in der Tat Bestand­teil des bis 2004 betrie­be­nen gehei­men mili­tä­ri­schen Nukle­ar­pro­gramms.

Fitz­pa­trick geht auch auf die israe­li­sche Anschul­di­gung ein, dass der Iran damit gegen das Atom­ab­kom­men ver­sto­ßen haben soll, und kommt ange­sichts der Wahr­schein­lich­keit, dass es sich um alte Rück­stän­de han­delt, zum Schluss, dass es eben kein Mel­de­ver­stoß dar­stellt. Dass bei der jähr­li­chen Sit­zung des Gou­ver­neurs­ra­tes der Inter­na­tio­na­len Atom­ener­gie­be­hör­de am 9. Sep­tem­ber der geschäfts­füh­ren­de Gene­ral­di­rek­tor Cor­nel Feru­ta nicht auf die israe­li­schen Vor­wür­fe ein­ge­gan­gen ist, scheint die Ein­schät­zung von Mark Fitz­pa­trick zu bestä­ti­gen. Aber das wird weder Isra­el noch die USA davon abhal­ten, den Iran so lan­ge an den Pran­ger zu stel­len, bis auch die Euro­pä­er auf die­sen Zug auf­sprin­gen. Auf­grund der ent­stan­de­nen Dyna­mik und des Unver­mö­gens, ihren Teil des Atom­ab­kom­mens umzu­set­zen, wird es nur eine Fra­ge der Zeit sein, bis es so weit ist. 

Mehr zum The­ma — Donald Trump feu­ert Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

RT Deutsch


18 Jahre nach 911 : Al-Kaida droht mit neuen Attacken


Ame­ri­ka ver­ste­he nur die Spra­che der Gewalt, sag­te der Anfüh­rer des Ter­ror­netz­werks in einer am Mitt­woch ver­brei­te­ten Video­bot­schaft :

Wie sie sich gegen uns ver­schwö­ren und zusam­men­schlie­ßen, müs­sen wir sie über­all jagen (…) zu einer Zeit und an einem Ort unse­rer Wahl.

Die USA ver­such­ten, mit den­je­ni­gen zu ver­han­deln, die ihnen Scha­den zufüg­ten. In dem rund 30-minü­ti­gen Video, das mit eng­li­schen Unter­ti­teln ver­se­hen ist, rühmt al-Sawa­hi­ri die Anschlä­ge vom 11. Sep­tem­ber als “geseg­net”. Zugleich ver­ur­teilt er die Aner­ken­nung Jeru­sa­lems als Haupt­stadt Isra­els durch US-Prä­si­dent Donald Trump.

US-Prä­si­dent wie­der­um droh­te am 18. Jah­res­tag der Anschlä­ge poten­zi­el­len künf­ti­gen Angrei­fern mit ver­hee­ren­der Ver­gel­tung. Mit Andach­ten und Schwei­ge­mi­nu­ten gedach­ten vie­le Men­schen in den USA der fast 3.000 Todes­op­fer vom 11. Sep­tem­ber 2001. Am frü­he­ren World Tra­de Cen­ter in New York, wo damals die Zwil­lings­tür­me ein­stürz­ten und heu­te unter ande­rem eine Gedenk­stät­te steht, wur­den die Namen der Opfer vor­ge­le­sen und Schwei­ge­mi­nu­ten abge­hal­ten.

Mehr zum The­ma — Stu­die : Tali­ban-Grün­der leb­te jah­re­lang neben US-Basis in Afgha­ni­stan

Der Ägyp­ter al-Sawa­hi­ri ist der Nach­fol­ger Osa­ma bin Ladens, den US-Eli­te­trup­pen am 2. Mai 2011 in Paki­stan töte­ten. Wie sein Vor­gän­ger lebt er im Unter­grund. Der Al-Kai­da-Chef soll sich im Grenz­ge­biet zwi­schen Afgha­ni­stan und Paki­stan auf­hal­ten.

Mehr zum The­ma : 

(dpa/ rt deutsch)

RT Deutsch


Nach Empfang von Oppositionsaktivist in Berlin : China bestellt deutschen Botschafter ein


Der deut­sche Bot­schaf­ter in Peking ist nach chi­ne­si­schen Anga­ben for­mal ein­be­stellt wor­den, weil sich der Akti­vist der zum Teil gewalt­tä­ti­gen Pro­test­be­we­gung in Hong­kong, Joshua Wong, mit deut­schen Poli­ti­kern getrof­fen hat­te. Der chi­ne­si­sche Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Wu Ken, sag­te am Mitt­woch in Ber­lin vor Jour­na­lis­ten :

Wir haben unse­re tie­fe Unzu­frie­den­heit zum Aus­druck gebracht.”

Das Zusam­men­tref­fen von Wong mit Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas und ande­ren deut­schen Poli­ti­kern wer­de nega­ti­ve Kon­se­quen­zen für die bila­te­ra­len Bezie­hun­gen haben. Chi­nas Regie­rung habe mehr­fach gedrängt, Wong kei­ne Ein­rei­se zu erlau­ben. Das Aus­wär­ti­ge Amt hat­te am Vor­tag auf Anfra­ge nur erklärt, der deut­sche Bot­schaf­ter sei zu einem Gespräch im chi­ne­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­um gewe­sen.

Wong war am Mon­tag­abend in Ber­lin ange­kom­men und hat­te anschlie­ßend auf einem Fest der Bild-Zei­tung unter ande­rem mit Maas gespro­chen. Der pro­mi­nen­te Akti­vist der pro­west­li­chen Pro­test­be­we­gung in Hong­kong trat am Mitt­woch auch in der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz auf und for­der­te von der Bun­des­re­gie­rung, Poli­zei­ge­walt und Macht­miss­brauch klar zu ver­ur­tei­len, wobei er uner­wähnt lies, dass die Gewalt­es­ka­la­ti­on maß­geb­lich von den Demons­tran­ten selbst aus­geht. Zudem sol­le Deutsch­land den Export von Aus­rüs­tung an die Bereit­schafts­po­li­zei von Hong­kong aus­set­zen, sag­te der 22-Jäh­ri­ge.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch