Iranischer Professor zu RT : Israel stellt existenzielle Bedrohung für Iran dar — nicht umgekehrt


von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit Hami­d­re­za Azi­zi gespro­chen. Er ist Poli­tik-Ana­lyst und Pro­fes­sor an der Schahid Behesch­ti-Uni­ver­si­tät in Tehe­ran. Azi­zi wird regel­mä­ßig als Iran-Exper­te von der rus­si­schen Denk­fa­brik Val­dai Club ein­ge­la­den. 

Im Wes­ten wird immer wie­der von einer tie­fen ideo­lo­gi­schen Feind­se­lig­keit des Iran gegen­über der Exis­tenz Isra­els gespro­chen. Was bedeu­tet der Kon­flikt mit Isra­el aus ira­ni­scher Sicht ?

Gene­rell ist es seit gerau­mer Zeit Isra­el, das eine exis­ten­zi­el­le Bedro­hung für den Iran dar­stellt, nicht umge­kehrt. Isra­el hat immer gedroht, den Iran zu bom­bar­die­ren, um die Atom- und Rake­ten­pro­gram­me des Lan­des zu zer­stö­ren. Es nimmt auch gezielt Posi­tio­nen der pro-ira­ni­schen Grup­pen in Syri­en ins Visier. Die Feind­se­lig­keit zwi­schen dem Iran und Isra­el hat nichts mit dem Islam und dem Juden­tum zu tun, da die Isla­mi­sche Repu­blik die Rech­te der ira­ni­schen Juden aner­kennt und sie im Par­la­ment ver­tre­ten sind. Die Feind­se­lig­keit war von Anfang an geo­po­li­tisch, denn der Iran war gegen die Expan­si­on Isra­els im Nahen Osten durch Besat­zung und auf Kos­ten der Paläs­ti­nen­ser.

Die Euro­päi­sche Uni­on setzt das so genann­te Blo­cka­de­ge­setz durch, um ihre im Iran täti­gen Unter­neh­men vor dro­hen­den US-Sank­tio­nen gegen das Land zu schüt­zen. Glau­ben Sie, dass die­se Initia­ti­ve dem Druck der USA stand­hal­ten kann ?

Die Euro­päi­sche Uni­on hat in der Tat einen ech­ten poli­ti­schen Wil­len gezeigt, das Atom­ab­kom­men auf­recht­zu­er­hal­ten und den Iran davon zu über­zeu­gen, an dem Abkom­men fest­zu­hal­ten, indem sie ver­sucht, Wege zur Umge­hung der neu­en US-ame­ri­ka­ni­schen Sank­tio­nen gegen den Iran zu fin­den. In der Pra­xis konn­ten die Euro­pä­er jedoch kei­ne kon­kre­ten Maß­nah­men zu die­sem Zweck ergrei­fen. Ein gro­ßer Teil des Pro­blems besteht dar­in, dass die meis­ten der gro­ßen euro­päi­schen Unter­neh­men auf die eine oder ande­re Wei­se ernst­haf­te wirt­schaft­li­che Bezie­hun­gen zu den USA unter­hal­ten und daher nicht bereit sind, poten­zi­el­le Zie­le der US-ame­ri­ka­ni­schen Sank­tio­nen zu wer­den, indem sie sich wei­ter­hin mit dem Iran befas­sen.

Die klei­ne­ren Unter­neh­men wie­der­um arbei­ten eher mit Tehe­ran zusam­men und die euro­päi­schen Regie­run­gen för­dern dies. Jedoch gibt es hier wie­der ein Pro­blem bei der Fra­ge, wel­che kon­kre­te Hebel­wir­kung die­se Regie­run­gen haben, um die­sen Unter­neh­men zu ver­si­chern, dass sie im Iran sicher sind. Obwohl die euro­päi­schen Maß­nah­men hilf­reich sein könn­ten, um die Aus­wir­kun­gen der US-Sank­tio­nen zu “abzu­schwä­chen”, ist es unwahr­schein­lich, dass sie die­se Aus­wir­kun­gen wirk­lich auf­he­ben kön­nen.

Kann das inter­na­tio­na­le Nukle­arab­kom­men ohne die Betei­li­gung Euro­pas über­le­ben ?

Ohne die Betei­li­gung Euro­pas wird es kein “inter­na­tio­na­les” Abkom­men in der Nukle­ar­f­ra­ge geben. Wenn die EU beschließt, in die Fuß­stap­fen der US-Ame­ri­ka­ner zu tre­ten und sich aus dem Geschäft zurück­zu­zie­hen, wür­de der Iran von den Vor­tei­len, die er durch das Geschäft erhal­ten soll­te, völ­lig aus­ge­schlos­sen. Es wäre nicht logisch, dass das Land irgend­ei­ne Art von Beschrän­kun­gen für sein Atom­pro­gramm akzep­tiert. Russ­land und Chi­na hat­ten schon immer eine wohl­wol­len­de­re Hal­tung gegen­über dem Iran. Die Isla­mi­sche Repu­blik hat kei­ne wesent­li­chen Pro­ble­me mit die­sen bei­den Län­dern. Die Haupt­last für die Auf­recht­erhal­tung des Abkom­mens liegt nun also auf den Schul­tern der Euro­päi­schen Uni­on.

Russ­land, Chi­na und die Tür­kei hal­ten am Atom­ab­kom­men fest. Kön­nen die­se Staa­ten Teil eines Plan B für Tehe­ran wer­den ?

Die Tür­kei ist natür­lich kei­ne offi­zi­el­le Par­tei des Atom­ab­kom­mens, aber sie hat das Abkom­men natür­lich immer unter­stützt. Tat­säch­lich ist die­ser so genann­te Plan-B bereits im Pro­zess, da Chi­na erklärt hat, dass es das Niveau sei­ner Ölkäu­fe aus dem Iran nicht redu­zie­ren wird und Russ­land aktiv mit dem Iran in Kon­takt war, um nach der Wie­der­ein­füh­rung der US-Sank­tio­nen Wege für wei­te­re wirt­schaft­li­che Inter­ak­tio­nen zu fin­den. Die Tür­kei hat auch erklärt, dass sie sich nicht zu den ein­sei­ti­gen Sank­tio­nen der USA ver­pflich­tet sieht. Daher sind die­se drei Staa­ten natür­lich Teil des ira­ni­schen Ansat­zes für die lau­fen­de Peri­ode. Aber man soll­te dar­an erin­nern, dass ihr wirk­li­ches Poten­zi­al, die Ver­lus­te des Iran durch die neu­en Sank­tio­nen aus­zu­glei­chen, weit­ge­hend begrenzt ist und sie nicht als dau­er­haf­te Alter­na­ti­ven für die euro­päi­schen Län­der betrach­tet wer­den kön­nen.

Der Iran erwägt eine voll­stän­di­ge wirt­schaft­li­che Inte­gra­ti­on in die Eura­si­sche Wirt­schafts­uni­on Russ­lands. Was erwar­ten Sie davon und was sind Ihrer Mei­nung nach die Her­aus­for­de­run­gen ?

Die Inte­gra­ti­on des Iran in die Eura­si­sche Uni­on könn­te ein posi­ti­ver Schritt sein, um dem Iran die Mög­lich­keit zu geben, die Aus­wir­kun­gen der US-Sank­tio­nen zu ver­rin­gern und zu ver­hin­dern, dass das Land in sei­nen wirt­schaft­li­chen Inter­ak­tio­nen iso­liert wird — wie es Washing­ton wünscht. Gleich­zei­tig hat sich Russ­land mehr­fach bereit erklärt, den Iran als Part­ner für die Eura­si­sche Wirt­schafts­uni­on zu akzep­tie­ren.

In Anbe­tracht der Tat­sa­che, dass Russ­land selbst unter zuneh­men­dem Druck aus dem Wes­ten steht, wird das Pro­jekt der eura­si­schen Inte­gra­ti­on von der rus­si­schen Füh­rung als ein Weg zur Erhal­tung der glo­ba­len Stel­lung Russ­lands ange­se­hen. Ich den­ke jedoch, dass kom­ple­xe büro­kra­ti­sche Struk­tu­ren im Iran sowie die ande­ren Mit­glie­der der Uni­on die vol­le Inte­gra­ti­on des Iran in die Uni­on behin­dern könn­ten, obwohl die eigent­li­che Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Iran und der Eura­si­schen Uni­on bereits seit eini­ger Zeit besteht.

Russ­land, Iran und die Tür­kei ver­ein­bar­ten, sich in Idlib gegen die Al-Kai­da-nahe Orga­ni­sa­ti­on Hayat Tahr­ir al-Scham zu unter­stüt­zen. Wie beur­teilt der Iran die Rol­le der Tür­kei, die als Rebel­len-Schutz­macht in Idlib wahr­ge­nom­men wer­den will ?

Die Bekämp­fung der ver­blei­ben­den ter­ro­ris­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen in Syri­en stand schon immer auf der Tages­ord­nung der Gesprä­che zwi­schen dem Iran, Russ­land und der Tür­kei als die drei Garan­tie­mäch­te des Asta­na-Frie­dens­pro­zes­ses. Auch dies­mal in Sot­schi war es kei­nes­wegs anders. Was jedoch die Rol­le der Tür­kei in den nörd­li­chen Tei­len Syri­ens betrifft, so war der Iran stets besorgt, dass Anka­ra sei­ne tat­säch­li­che Prä­senz in die­sen Gebie­ten als Vor­wand nut­zen könn­te, um sei­nen Ein­fluss im Land auf­recht­zu­er­hal­ten.

Gleich­zei­tig hat der Iran die Tür­kei in die­ser Hin­sicht nie direkt kri­ti­siert, da er die der­zei­ti­ge tri­la­te­ra­le Asta­na-Part­ner­schaft nicht schwä­chen will. Die wich­ti­ge Auf­ga­be, mit der Tür­kei einen Kom­pro­miss zu fin­den, um der syri­schen Regie­rung die Kon­trol­le über Idlib und die umlie­gen­den Gebie­te zurück­zu­ge­ben, scheint jetzt Mos­kau über­tra­gen wor­den zu sein. Der Iran scheint mit der Art und Wei­se zufrie­den zu sein, wie Russ­land aktiv die poli­ti­sche Büh­ne für Assads Regie­rung führt, um nach ganz Syri­en zurück­zu­keh­ren.

Die Tür­kei führt der­zeit mili­tä­ri­sche Ope­ra­tio­nen gegen die PKK im Irak durch, will Tei­le des Nahen Ostens domi­nie­ren und gleich­zei­tig mit Tehe­ran zusam­men­ar­bei­ten. Wel­che Rol­le spielt die Tür­kei unter Erdo­gan in der ira­ni­schen Geo­po­li­tik ?

Der Iran und die Tür­kei sind zwei Nach­bar­län­der mit vie­len gemein­sa­men Inter­es­sen und Unter­schie­den. Der Fall der Bezie­hun­gen zwi­schen dem Iran und der Tür­kei ist ein­zig­ar­tig, da es den bei­den Sei­ten trotz aller Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten stets gelun­gen ist, sich einer offe­nen Kon­fron­ta­ti­on zu ent­zie­hen. Zwar haben bei­de Sei­ten ein gewis­ses Miss­trau­en gegen­ein­an­der, aber die gemein­sa­men Bedro­hun­gen haben sie immer zur Zusam­men­ar­beit gezwun­gen. Für den Iran sind gute Bezie­hun­gen zur Tür­kei ein Muss, unab­hän­gig davon, wer das Sagen hat. Ange­sichts des der­zei­ti­gen Kur­ses der tür­ki­schen Außen­po­li­tik, die sich vom Wes­ten distan­ziert und gleich­zei­tig eine eher eigen­stän­di­ge regio­na­le Rol­le spielt, scheint der Iran die Regie­rung Erdo­gans im Ver­gleich zu sei­nen Kon­kur­ren­ten als die bes­te Opti­on zu betrach­ten.

Irans Revo­lu­ti­ons­gar­de hat Kriegs­ma­nö­ver in der Stra­ße von Hur­mus durch­ge­führt. Wie wahr­schein­lich ist es, dass der Iran den inter­na­tio­na­len Ölhan­del stört ?

Zunächst ein­mal war das jüngs­te Manö­ver der Revo­lu­ti­ons­gar­de im Per­si­schen Golf nichts Neu­es und wur­de jähr­lich durch­ge­führt. Natür­lich haben auch die jüngs­ten Span­nun­gen zwi­schen dem Iran und den USA zu einer gewis­sen Sen­si­bi­li­tät der west­li­chen Län­der gegen­über die­sem The­ma geführt. Es ist eine Tat­sa­che, die akzep­tiert wer­den muss, dass der Iran die Mög­lich­keit hat, die Stra­ße von Hor­muz zu schlie­ßen. Aber wenn wir auf die Geschich­te zurück­bli­cken, selbst in den Zei­ten, in denen die Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen dem Iran und dem Wes­ten schwe­rer war als jetzt, hat Tehe­ran davon abge­se­hen.

Ent­ge­gen der Mei­nung des Wes­tens ist der Iran ein ratio­na­ler Staat, der auf einer kal­ku­lier­ten Basis han­delt. Des­halb glau­be ich nicht, dass der Iran die Meer­enge wirk­lich schlie­ßen wür­de.

RT Deutsch


Doch nicht so unsichtbar : Russisches Kriegsschiff spürte Atom-U-Boot des US-Marine auf


Die Fre­gat­te Admi­ral Essen der rus­si­schen Schwarz­meer­flot­te hat es geschafft, eines der U-Boo­te der Ohio-Klas­se auf­zu­spü­ren, die der­zeit bei der US-Mari­ne im Ein­satz sind, wie die Zei­tung Iswesti­ja am Frei­tag unter Beru­fung auf eine Quel­le in der rus­si­schen Mari­ne bekannt gab. Das rus­si­sche Schiff ver­ließ Sewas­to­pol, einen Schwarz­meer­ha­fen auf der Halb­in­sel Krim, am 13. März und kehr­te am 30. Juni zurück. Die Fre­gat­te wur­de die meis­te Zeit im Mit­tel­meer ein­ge­setzt.

Die Ver­fol­gung dau­er­te mehr als zwei Stun­den, in denen das rus­si­sche Schiff die Grund­pa­ra­me­ter des US-ame­ri­ka­ni­schen U-Boo­tes auf­zeich­ne­te, die­se ent­schlüs­sel­te und den akus­ti­schen Eigen­schaf­ten des U-Boo­tes zuord­ne­te. Iswesti­ja berich­te­te wei­ter, dass die rus­si­sche Mari­ne ver­mut­lich die USS Geor­gia, ein Lenk­waf­fen-U-Boot, ver­folgt hat. Das U-Boot ist in der Lage, Inter­kon­ti­nen­tal­ra­ke­ten abzu­feu­ern.

Ein U-Boot im Meer über­haupt aus­fin­dig zu machen, ist ein gro­ßer Erfolg, kom­men­tier­te Wla­di­mir Ambarts­u­myan gegen­über Iswesti­ja, der einst als Kom­man­dant einer Mari­ne­bri­ga­de bei der rus­si­schen Nord­flot­te dien­te. “Atom-U-Boo­te sind noch kom­ple­xe­re Detek­ti­ons­ob­jek­te”, füg­te er hin­zu. Die US Navy kom­men­tier­te den Zwi­schen­fall noch nicht.

Der Vor­fall ereig­ne­te sich im April, dem Monat, in dem die USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich Syri­en wegen eines angeb­li­chen che­mi­schen Angriffs der Assad-Regie­rung in der Stadt Dou­ma bom­bar­dier­ten. Syri­sche Luft­ver­tei­di­gungs­sys­te­me fin­gen die Mehr­zahl der Marsch­flug­kör­per der US-ange­führ­ten Ver­bün­de­ten ab.

Nach Anga­ben des US-Mili­tärs sind U-Boo­te der Ohio-Klas­se mit “tak­ti­schen Rake­ten bewaff­net und mit über­le­ge­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten aus­ge­stat­tet”. Die­se U-Boo­te sei­en in der Lage, einen “bei­spiel­lo­sen Angriff” beson­ders “heim­lich” durch­zu­füh­ren. Sie sei­en auch in der Lage, “Rake­ten­an­grif­fe zu star­ten und Mis­sio­nen von Spe­zi­al­ein­hei­ten zu unter­stüt­zen”, heißt es.

Die Admi­ral Essen, die mit acht ver­ti­kal start­ba­re Silos für soge­nann­te Kalibr-Marsch­flug­kör­per aus­ge­rüs­tet ist, ist eines der moderns­ten Kriegs­schif­fe Russ­lands. Die Fre­gat­te kam wäh­rend der rus­si­schen Ope­ra­ti­on in Syri­en 2017 zum Ein­satz, um Zie­le des “Isla­mi­schen Staa­tes” anzu­grei­fen.

RT Deutsch


Rotes Kreuz warnt vor neuer Hungersnot in Nordkorea — Ende der Sanktionen nicht in Sicht


Bereits wäh­rend der 1990er Jah­re hat­te es inter­na­tio­na­le Sank­tio­nen gegen Nord­ko­rea gege­ben. Die­se tru­gen mög­li­cher­wei­se schon damals zur Ver­schlim­me­rung der Hun­gers­not in dem iso­lier­ten Land bei. Eine Hit­ze­wel­le und feh­len­der Nie­der­schlag könn­ten nun eine erneu­te Hun­gers­not zur Fol­ge haben.

Am Frei­tag warn­te die Inter­na­tio­na­le Ver­ei­ni­gung des Roten Kreu­zes und der Red Cre­scent Socie­tas (IFRC), dass die dadurch beding­te Aus­trock­nung der Reis- und Getrei­de­fel­der in Nord­ko­rea “poten­zi­ell kata­stro­pha­le Fol­gen” haben könn­te. Im Juli hat­te es bei einer Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von 39 Grad kei­nen Nie­der­schlag gege­ben. Die IFRC hat Men­schen im Süden Ham­gyongs und in den Pro­vin­zen süd­lich von Pjöng­jang nun Was­ser­pum­pen zur Bewäs­se­rung der Fel­der gelie­fert. 

Joseph Muy­am­boit, Pro­gramm­ma­na­ger der IFRC in Pjöng­jang : 

[Das Wet­ter] ist noch nicht als Dür­re klas­si­fi­ziert, aber Reis, Mais und ande­re Getrei­de ver­trock­nen auf den Fel­dern mit poten­zi­ell kata­stro­pha­len Fol­gen für die DPRK [“Demo­kra­ti­sche Volks­re­pu­blik Korea”]. Wir kön­nen und dür­fen die­se Situa­ti­on sich nicht in eine voll aus­ge­wach­se­ne Nah­rungs­mit­tel­kri­se ent­wi­ckeln las­sen. Wir wis­sen, dass frü­he­re schwe­re Tro­cken­pe­ri­oden die Nah­rungs­mit­tel­ver­sor­gung bis zu einem Punkt gestört haben, an dem dies im gan­zen Land zu ernst­haf­ten Gesund­heits­pro­ble­men und Unter­ernäh­rung geführt hat. 

Die nord­ko­rea­ni­sche Regie­rung spricht mitt­ler­wei­le selbst von einer “natio­na­len Kata­stro­phe”. Rund 70 Pro­zent der Nord­ko­rea­ner feh­le es an aus­rei­chen­der Nah­rung. Eines unter vier Kin­dern unter 5 Jah­ren ist chro­nisch unter­ernährt. 

Ver­tre­ter der Regie­rung in Pjöng­jang hof­fen nun — weni­ge Wochen nach dem Gip­fel­tref­fen zwi­schen den Staats­ober­häup­tern Nord­ko­reas, Kim Jong-un, und der USA, Donald Trump — auf die Mög­lich­keit zum inter­na­tio­na­len Han­del und die Auf­he­bung der der­zeit noch gel­ten­den Sank­tio­nen. Dafür reis­ten sie zur ASE­AN-Kon­fe­renz nach Sin­ga­pur und zu Gesprä­chen mit Regie­rungs­ver­tre­tern im Iran, in der Volks­re­pu­blik Chi­na und in Russ­land. Nord­ko­rea hat­te gegen­über Donald Trump einer Ent­nu­kle­a­ri­sie­rung zuge­stimmt. Inter­na­tio­na­le Jour­na­lis­ten waren gela­den, um die Zer­stö­rung des Atom­waf­fen­test­ge­län­des live mit­zu­er­le­ben.

Die Regie­rung in Washing­ton aber for­dert wei­ter­hin kon­kre­te Bele­ge dafür, dass die Füh­rung in Pjöng­jang ihre Ankün­di­gun­gen auch ernst meint. Erst dann wür­den die Sank­tio­nen auf­ge­ho­ben wer­den. Die UN-Bot­schaf­te­rin der USA, Nik­ki Haley, warn­te am Don­ners­tag, die USA wür­den nicht zu lan­ge dar­auf war­ten, dass Nord­ko­rea erkenn­ba­re Schrit­te in Rich­tung Ent­nu­kle­a­ri­sie­rung unter­neh­me. 

Mehr zum The­ma — Die Sank­tio­nen gegen Nord­ko­rea und die Geo­stra­te­gie des Hun­gers 

RT Deutsch


Verlass uns nicht. Wir werden sterben”: Krankenschwestern in Zchinwali retteten psychisch Kranke


Eine Kran­ken­schwes­ter aus Süd-Osse­ti­en, die wäh­rend des geor­gi­schen Angriffs 19 Men­schen aus einer bren­nen­den psych­ia­tri­schen Abtei­lung in Zchin­wa­li ret­te­te und tage­lang in einem Kel­ler mit ver­ängs­tig­ten Geis­tes­kran­ken aus­harr­te, hat an die tra­gi­schen Ereig­nis­se vom August 2008 erin­nert.

Iri­na Bibi­lo­wa hat­te am 8. August Nacht­schicht, als die geor­gi­schen Streit­kräf­te einen plötz­li­chen, groß ange­leg­ten Angriff auf die abtrün­ni­ge Repu­blik Süd-Osse­ti­en star­te­ten. Ihre Haupt­stadt Zchin­wa­li wur­de sofort wahl­los beschos­sen, wobei irgend­wie eine ört­li­che psych­ia­tri­sche Abtei­lung eines der Zie­le wur­de.

Als die ers­ten Explo­sio­nen zu hören waren, beschlos­sen Iri­na und ande­re Medi­zi­ner, die Pati­en­ten im ers­ten Stock des Kran­ken­hau­ses zu ver­sam­meln. Aber sie erkann­ten schnell, dass es auch dort nicht sicher war und began­nen, die gan­ze Ein­rich­tung zu eva­ku­ie­ren.

Unter dem Gara­gen­ge­bäu­de (unweit des Kran­ken­hau­ses) gab es einen Gru­be, um die Autos zu repa­rie­ren. Dort ließ man uns rein, und wir blie­ben 24 Stun­den lang in die­sem Loch”, sag­te Iri­na der RT-Video­agen­tur Rupt­ly.

Irgend­wann stell­ten die Schwes­tern fest, dass eine ihrer Pati­en­tin­nen zurück­ge­las­sen wor­den war. Sie tra­fen eine im wahrs­ten Sin­ne hel­den­haf­te Ent­schei­dung, ihren Unter­schlupf zu ver­las­sen, um auch sie noch zu holen. Als sie die Frau fan­den, brann­te das Kran­ken­haus bereits, nach­dem es von der Artil­le­rie getrof­fen wor­den war. Es war kei­ne leich­te Auf­ga­be, nun die psy­chisch kran­ke Per­son noch davon zu über­zeu­gen, mit ihnen zu gehen.

Iri­na erin­ner­te sich, dass sie und ande­re Kran­ken­schwes­ter sogar ver­such­ten, die Flam­men zu löschen. Sie berich­te­ten : “Trotz der Bom­bar­die­rung konn­ten wir dort drei Eimer Was­ser auf­trei­ben, aber natür­lich konn­ten wir damit unser Kran­ken­haus nicht ret­ten.”

Aber Gott sei Dank haben wir es geschafft, die Pati­en­ten zu ret­ten”, erin­nert sich Iri­na, die kaum in der Lage ist, ihre Trä­nen zurück­zu­hal­ten.

Das erzählt sie in den Rui­nen des Kran­ken­hau­ses, das wäh­rend des kur­zen, aber ver­lust­rei­chen Kon­flikts zer­stört wur­de. Ver­schie­de­nen Schät­zun­gen zufol­ge kos­te­te er zwi­schen 400 und 1.600 Men­schen­le­ben, dar­un­ter meh­re­re Dut­zend rus­si­scher Sol­da­ten der Frie­dens­mis­si­on. Die Aggres­si­on konn­te nur durch die Inter­ven­ti­on des rus­si­schen Mili­tärs gebremst wer­den, nach­dem Mos­kau inner­halb weni­ger Tage eine “frie­dens­er­zwin­gen­de” Ope­ra­ti­on gestar­tet hat­te. Die­se erst dräng­te die geor­gi­schen Trup­pen tief in ihr Ter­ri­to­ri­um zurück.

Wäh­rend drau­ßen die Höl­le los­brach, gab es in ihrem pro­vi­so­ri­schen Unter­schlupf auch “kein Essen, kein Was­ser und kei­ne Medi­ka­men­te für die Pati­en­ten”. „Sie waren alle sehr hung­rig”, sag­te Iri­na. Aber noch grö­ßer schien ihre Angst, wenn sie mich jede Sekun­de frag­ten : “Iri­na, du wirst uns doch nicht ver­las­sen ? Ver­lass uns nicht. Wir wer­den ster­ben.“ Ich habe ihnen gesagt : Ich wer­de dich nicht ver­las­sen. Wir wer­den zusam­men sein. Wir wer­den geret­tet und wei­ter­le­ben.’”

Aber sie begrif­fen auch, dass Krieg schreck­lich ist. Das ist auch für die psy­chisch Kran­ken offen­sicht­lich”, erklärt die Kran­ken­schwes­ter.

Nach eini­ger Zeit began­nen eini­ge der Pati­en­ten, die ohne ihre übli­chen Medi­ka­men­te blie­ben, “unbe­re­chen­bar zu han­deln”, sag­te Iri­na. “Manch­mal waren wir gezwun­gen, sie mit eige­nen Hän­den und mit Gewalt zu fes­seln. Es gab kei­nen ande­ren Weg, die Betrof­fe­nen zu beru­hi­gen.”

Am 9. August beschlos­sen die Kran­ken­schwes­tern, in eine siche­re­re und grö­ße­re Unter­kunft umzu­zie­hen, was sich aber als sehr gefähr­lich her­aus­stell­te. “Es gab wie­der eine Schie­ße­rei. Wir press­ten uns an die Wän­de, als wir raus­ka­men. Ich sag­te ihnen, sie soll­ten mir fol­gen und mit klei­nen Schrit­ten gin­gen wir wei­ter. Wir waren stän­dig auf der Hut, damit kei­ne Pati­en­ten ver­lo­ren gehen.”

Sie woll­ten in ein nahe­ge­le­ge­nes Haus, weil sie wuß­ten, daß es dort einen gro­ßen Kel­ler gab. Aber der war schon voll mit all den Leu­ten, die in der Gegend leb­ten. Also muss­ten sie sich schnell einen neu­en Unter­schlupf ein­fal­len las­sen. “Wir nah­men unse­re 19 Pati­en­ten und rann­ten weg. Gehen war kei­ne Opti­on, da die Gra­na­ten direkt über unse­re Köp­fe flo­gen. Es gab ein unun­ter­bro­che­nes Getö­se von Explo­sio­nen.”

Sie hat­ten am Ende Glück, einen Bun­ker zu fin­den, in dem sie wei­te­re vier Tage ver­brin­gen konn­ten. Wäh­rend die­ser Zeit ging Iri­na immer wie­der nach drau­ßen und sam­mel­te Pflau­men in den nahe­ge­le­ge­nen Gär­ten.

Ich kann mir gar nicht erklä­ren, wie sie es geschafft hat, Brot auf­zu­trei­ben. Sie brach­te etwa 15 oder 20 Bro­te”, erin­nert sich eine ande­re Kran­ken­schwes­ter, Swet­la­na : “Sie hat uns alle gefüt­tert.”

Das medi­zi­ni­sche Per­so­nal und die Pati­en­ten wur­den schließ­lich aus dem Kriegs­ge­biet eva­ku­iert. Die Pati­en­ten des zer­stör­ten Kran­ken­hau­ses wer­den der­zeit in der rus­si­schen Stadt Wla­di­kawkaz behan­delt. Iri­na hat inzwi­schen eine neue Stel­le ange­nom­men und arbei­tet nun mit Kin­dern im Haupt­kin­der­kran­ken­haus in Zchin­wa­li.

RT Deutsch


Russischer Spitzendiplomat : “US-Nahost-Politik ist einseitig und hilft nicht der Region”


von Ali Özkök

Die USA haben sich seit dem Zusam­men­bruch der Sowjet­uni­on nicht an die gemein­sa­me Ver­ant­wor­tung mit Russ­land im Nahen Osten gehal­ten. Heu­te führt Mos­kau eine alter­na­ti­ve Poli­tik zur US-Poli­tik aus, da Washing­tons Her­an­ge­hens­wei­se als unaus­ge­wo­gen ein­zu­stu­fen sei und nicht die Inter­es­sen der Völ­ker die­ser Regi­on ver­tre­te.

Dies erklär­te Andrej Bak­la­now, der mit RT Deutsch gespro­chen hat. Er ist Lei­ter der Abtei­lung für inter­na­tio­na­le Ange­le­gen­hei­ten des Föde­ra­ti­ons­ra­tes der Rus­si­schen Föde­ral­ver­samm­lung und hat als außer­or­dent­li­cher und bevoll­mäch­tig­ter Bot­schaf­ter gedient. Zuletzt dien­te er als Bot­schaf­ter in Sau­di-Ara­bi­en und ist stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Vor­stands der Ver­ei­ni­gung rus­si­scher Diplo­ma­ten. Im Rah­men der Arbeit des Rus­si­schen Insti­tuts für Ori­en­ta­lis­tik unter­hält Bak­la­now auch zahl­rei­che Kon­tak­te nach Deutsch­land.

Mit dem Luft­krieg in Syri­en ist Russ­land 2015 erst­mals nach Zei­ten der Sowjet­uni­on in den Nahen Osten zurück­ge­kehrt. Glau­ben Sie, dass Mos­kau wie­der als eben­bür­ti­ger Part­ner zu den USA wahr­ge­nom­men wird ? Die USA domi­nie­ren ja seit den 1990er Jah­ren die Regi­on.

Ich wür­de ger­ne unter­strei­chen, dass wir nach 1991 und nach der Abkehr von der kom­mu­nis­ti­schen Ideo­lo­gie in unse­rem Land damit gerech­net hat­ten, dass wir und die Ver­ei­nig­ten Staa­ten im Nahen Osten das For­mat einer gemein­sa­men Ver­ant­wor­tung ein­hal­ten wer­den, das wir bei der Madri­der Kon­fe­renz zum Nahen Osten 1991 ver­ein­bart hat­ten. Wir waren dazu bereit und sind die­sen Weg zwei bis drei Jah­re lang gegan­gen.

Nicht durch unse­re Schuld haben die USA die­ses For­mat jedoch abge­än­dert und sind zu ein­sei­ti­gen Hand­lun­gen über­ge­gan­gen, ohne die­se mit uns zu abzu­spre­chen. Spä­ter wur­de dies durch Kam­pa­gnen im Irak und in Liby­en, die wir als unan­ge­mes­sen und nicht völ­ker­rechts­kon­form betrach­tet haben, wei­ter ver­schlim­mert. In den letz­ten Jahr­zehn­ten wur­den unse­re Poli­tik und die US-Poli­tik wie­der als ent­ge­gen­ge­setz­te, pola­re Her­an­ge­hens­wei­sen an die Nah­ost-Ange­le­gen­hei­ten betrach­tet. Das war nicht unser Wunsch, aber so ist es nun ein­mal. Man kann tat­säch­lich davon spre­chen, dass Mos­kau der­zeit eine alter­na­ti­ve Poli­tik zur US-Poli­tik sucht, da wir jene als unaus­ge­wo­gen ein­stu­fen, denn sie ver­tritt nicht die Inter­es­sen der Völ­ker die­ser Regi­on.

Wäh­rend die USA zahl­rei­che offe­ne Kon­flik­te von Afgha­ni­stan bis nach Syri­en und Liby­en eska­liert haben, ver­sucht Russ­land mit den Asta­na-Gesprä­chen unter­schied­li­che Akteu­re an einen Tisch zu brin­gen und an einer Lösungs­fin­dung zu betei­li­gen. Haben wir es mit einer grund­sätz­lich inklu­si­ve­ren Her­an­ge­hens­wei­se Mos­kaus im Ver­gleich zur Nah­ost-Poli­tik der USA zu tun ?

Die Grup­pe mit Russ­land, dem Iran und der Tür­kei, die sich zur Kon­flikt­lö­sung in Syri­en gebil­det hat, ist ein not­wen­di­ger Schritt, der damit zu tun hat, dass sich jene For­ma­te, die in sol­chen Fäl­len eigent­lich funk­tio­nie­ren soll­ten – der Sicher­heits­rat, die UNO all­ge­mein, das gemein­sa­me rus­sisch-ame­ri­ka­ni­sche For­mat, das Nah­ost-Quar­tett mit Russ­land, USA, Euro­pa und der UNO – in den Ange­le­gen­hei­ten Syri­ens lei­der letzt­lich als unwirk­sam erwie­sen hat­ten. Unter die­sen Umstän­den bil­de­ten wir neue, tem­po­rä­re Platt­for­men. Das zeugt davon, dass unse­re Her­an­ge­hens­wei­se tat­säch­lich offe­ner ist. Sie berück­sich­tigt die rea­len Mög­lich­kei­ten. Und wir ver­su­chen, fle­xi­bel auf Situa­tio­nen zu reagie­ren, die im Nahen Osten ent­ste­hen.

Die USA unter­hal­ten meh­re­re Mili­tär­ba­sen auf dem Gebiet der soge­nann­ten Demo­kra­ti­schen Kräf­te Syri­ens. Glau­ben Sie, die USA wer­den per­ma­nent auf dem Gebiet blei­ben ?

Was die Mili­tär­ba­sen angeht, so fin­den wir, dass die­se einen abso­lut ille­ga­len Cha­rak­ter auf­wei­sen. Wir hal­ten die der­zei­ti­ge syri­sche Regie­rung unter Baschar al-Assad für eine legi­ti­me Regie­rung. Er wur­de im Jahr 2014 wie­der­ge­wählt. Wir haben eine Grup­pe mit unse­ren Beob­ach­tern dort­hin geschickt, und ich sprach mit ihr, als sie zurück­kam. Die Beob­ach­ter hat­ten einen ziem­lich guten Ein­druck davon, wie die Wah­len ver­lie­fen. Das Régime von Baschar al-Assad besteht für uns abso­lut recht­mä­ßig. Des­halb ist es geset­zes­wid­rig, Streit­kräf­te in das Gebiet eines unab­hän­gi­gen Staa­tes, eines UN-Mit­glieds zu ent­sen­den, ohne die Zustim­mung der sou­ve­rä­nen Regie­rung ein­ge­holt zu haben. Wir for­dern die US-Ame­ri­ka­ner des­halb auf, ihre unrecht­mä­ßi­gen Stütz­punk­te dort zu räu­men.

Wie wird sich das Ver­hält­nis zwi­schen der kur­di­schen YPG und Damas­kus gestal­ten ?

Wir fin­den, dass die Kur­den einen stra­te­gi­schen Feh­ler began­gen haben, als sie ihre Bin­dung an die US-Ame­ri­ka­ner ver­tief­ten. Gleich­zei­tig fin­den wir, dass sowohl das herr­schen­de Régime als auch die Kur­den vie­le Feh­ler mach­ten und eine gol­de­ne Chan­ce ver­pass­ten, die es vor vier oder vier­ein­halb Jah­ren gege­ben hät­te. Als der Kampf gegen den IS begann, hät­te man sich auf eine gemein­sa­me Zukunft, auf die künf­ti­ge Staats­ord­nung eini­gen kön­nen. Die­se Chan­ce wur­de nicht genutzt. Daher ist die Lage in die­ser Regi­on der­zeit so insta­bil und die Zukunft ist unge­wiss.

Glau­ben Sie, dass das Asta­na-For­mat mit dem Iran und der Tür­kei auch über die Gren­zen von Syri­en hin­aus eine regio­na­le Rol­le spie­len könn­te ?

Die­ses For­mat wur­de genau dafür geschaf­fen, um die Situa­ti­on in Syri­en zu ent­wir­ren. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es für ande­re Regio­nen pas­send ist. Die Län­der unter­schei­den sich sehr. Sie gehö­ren zu ver­schie­de­nen Grup­pen. Soll­te es not­wen­dig sein, könn­te so eine Ver­ei­ni­gung ent­ste­hen. Aber jetzt ist das ein tem­po­rä­res Bünd­nis von Staa­ten, um die drin­gends­ten Pro­ble­me in der poli­tisch-mili­tä­ri­schen Lage Syri­ens zu lösen.

Kri­ti­ker ver­mu­ten, dass die Tür­kei auf Dau­er kei­ne ernst­haf­ten Kon­flik­te mit dem Wes­ten haben wird und daher letzt­lich immer eine Gefahr für Russ­lands Süd­flan­ke blei­ben wür­de. Wie bewer­ten Sie den der­zei­ti­gen Kon­flikt der Tür­kei mit ver­schie­de­nen NATO-Staa­ten ?

Das Ver­hält­nis der Tür­kei mit den NATO-Staa­ten hat sich zeit­wei­se ver­schärft, den­noch ist die Tür­kei noch immer NATO-Mit­glied. Wir hal­ten die NATO für einen mili­tär­po­li­ti­schen Geg­ner und sind daher von der NATO-Mit­glied­schaft der Tür­kei nicht begeis­tert. Wir zie­hen des­halb dar­aus alle ent­spre­chend not­wen­di­gen poli­ti­schen Schluss­fol­ge­run­gen. Ich den­ke, das Ver­hält­nis der Tür­kei zu den [west-]europäischen Län­dern wird wie­der­her­ge­stellt sein, wenn die [west-]europäischen Län­der die For­de­run­gen Anka­ras stär­ker berück­sich­ti­gen. Grund­sätz­lich sind wir nicht dage­gen, denn es ist umso bes­ser für uns, je sta­bi­ler die Lage an unse­ren Gren­zen ist – sowohl ent­lang der süd­li­chen als auch der west­li­chen Gren­ze.

In Russ­land lebt eine gro­ße mus­li­mi­sche Min­der­heit mit rund 25 Mil­lio­nen Men­schen. Inwie­fern trägt die­ser Umstand zu einem beson­de­ren Ver­hält­nis Russ­lands zu den mus­li­mi­schen Staa­ten im Nahen Osten bei ?

Die­ser Umstand trägt eine Men­ge dazu bei, da Mus­li­me ein his­to­ri­scher Teil unse­res kul­tu­rel­len Erbes sind, wie Prä­si­dent Putin es schon sag­te. Sie sind ein unent­behr­li­cher Teil unse­rer Gesell­schaft. Wir ver­ste­hen die isla­mi­sche Welt sehr gut. Seit 2005 sind wir Beob­ach­ter in der Orga­ni­sa­ti­on für Isla­mi­sche Zusam­men­ar­beit. Ich nahm als Bot­schaf­ter in Sau­di-Ara­bi­en an den Debat­ten teil, die zu die­sem Bei­tritt führ­ten. Im Jahr 2005 orga­ni­sier­te Sau­di-Ara­bi­en in Dschid­da eine spe­zi­el­le Bespre­chung, bei der ich auf­ge­tre­ten bin und unse­ren Stand­punkt ver­tre­ten habe. Das Argu­ment der über 25 Mil­lio­nen Anhän­ger des Islam wur­de dort sehr posi­tiv auf­ge­nom­men und spiel­te eine wesent­li­che Rol­le bei der Ent­schei­dung über unse­ren Bei­tritt in die Orga­ni­sa­ti­on für Isla­mi­sche Zusam­men­ar­beit. Das ist also ein sehr wich­ti­ger Fak­tor.

2015 hat eine von Sau­di-Ara­bi­en geführ­te Koali­ti­on im Jemen eine Offen­si­ve gestar­tet. Die Huthi-Rebel­len schei­nen aber immer noch hand­lungs­fä­hig. Haben sich die Sau­dis im Jemen ver­rannt ?

Es geht nicht allein um Huthi-Rebel­len, son­dern dar­um, dass in Jemen im Lau­fe von vie­len Jahr­zehn­ten der inter­ne Kampf wie auch die Kon­flik­te zwi­schen dem Nor­den und Süden sowie zwi­schen ande­ren eth­ni­schen Grup­pen nie wirk­lich erlo­schen sind. Nach 2015 kamen neue Umstän­de hin­zu.

Was Sau­di-Ara­bi­en betrifft, so haben sein erhöh­tes Enga­ge­ment und sei­ne Ner­vo­si­tät damit zu tun, dass die Schii­ten die Mehr­heit der Bevöl­ke­rung in sei­ner Ost­pro­vinz aus­ma­chen, wo fast 100 Pro­zent des sau­di­schen Erd­öls gewon­nen wer­den. Sie hat­ten befürch­tet, dass an der Gren­ze zum Jemen – einer sehr lan­gen Gren­ze – von den Huthi-Rebel­len bestimm­te Ele­men­te Ein­fluss gewin­nen könn­ten, die das Leben in der Ost­pro­vinz insta­bil machen. Daher haben sie nicht nur poli­ti­sche, son­dern auch mili­tä­ri­sche Maß­nah­men ergrif­fen.

Wir fin­den, dass es ein stra­te­gi­scher Feh­ler war, dass man die­se Situa­ti­on anders hät­te lösen müs­sen. Ich den­ke, die Zukunft liegt in einem Dis­kus­si­ons-For­mat, da die Kämp­fer im Jemen sehr beharr­lich sind und ihre Waf­fen nicht nie­der­le­gen wer­den, bis ein gemein­sa­mer Kom­pro­miss erreicht sein wird.

Zur Zusam­men­ar­beit von Bak­la­now mit deut­schen Aka­de­mi­kern und Diplo­ma­ten :

Die­sen Herbst wer­den wir den 200. Geburts­tag des Insti­tu­tes für Ori­en­ta­lis­tik fei­ern. Im Lau­fe die­ser 200 Jah­re hat­ten wir, was die euro­päi­schen Län­dern betrifft, wohl mit nie­man­dem so gute und enge wis­sen­schaft­li­che Bezie­hun­gen wie mit Deutsch­land. Wir haben eine sehr hohe Mei­nung von der deut­schen Ori­en­ta­lis­tik-Schu­le. In einer Rei­he von Wis­sen­schafts­be­rei­chen, wie die Geschich­te der Kop­ten, steht die deut­sche Ori­en­ta­lis­tik klar an ers­ter Stel­le. Was mei­ne per­sön­li­chen Erfah­run­gen betrifft, so sind sie auch sehr posi­tiv. Da kann ich ein paar Bei­spie­le erwäh­nen :

Im Jahr 1993 gab es in Kai­ro ein gro­ßes Tref­fen unter der Schirm­herr­schaft der Sozi­al­de­mo­kra­ti­sche Par­tei Deutsch­lands, den Vor­sitz hat­te der bekann­te deut­sche Poli­ti­ker Hans-Jür­gen Wisch­new­ski. Genau bei die­sem Tref­fen schlug Wisch­new­ski vor, sich dem US-ame­ri­ka­ni­schen und dem rus­si­schen Spon­so­ring zu öff­nen. Ein paar Jah­re spä­ter ist dar­aus das Nah­ost-Quar­tett ent­stan­den. Ich erin­ne­re mich mit viel Freu­de an die Tref­fen mit Wisch­new­ski und kann sagen, dass sei­ne Auto­ri­tät bei die­sem inter­na­tio­na­len Forum gren­zen­los war. Was die Ebe­ne der Bot­schaf­ten angeht, so will ich den deut­schen Bot­schaf­ter Harald Kin­der­mann in Sau­di-Ara­bi­en erwäh­nen. Er war sehr aktiv, wuss­te sehr viel. Wir haben damals bei der Ter­ror­be­kämp­fung sehr gut zusam­men­ge­ar­bei­tet. Unse­re Tref­fen wur­den sowohl in Ber­lin als auch in Mos­kau sehr gut auf­ge­nom­men.

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Perpetuum Reaktor”: Brennstäbe russischer U-Boote müssen künftig nicht mehr ersetzt werden


Die Neu­be­stü­ckung eines U-Boot-Reak­tors mit Brenn­stä­ben ist eine kom­ple­xe Ope­ra­ti­on, die etwa alle sie­ben Jah­re unter strengs­ten Sicher­heits­vor­keh­run­gen statt­fin­det und min­des­tens einen Monat dau­ert. In der rus­si­schen Flot­te wer­de die Neu­be­stü­ckung des­we­gen auch “Ope­ra­ti­on Num­mer 1” genannt, kom­men­tiert der ehe­ma­li­ge Admi­ral der rus­si­schen Nord­flot­te Wjat­sches­law Popow. In die­ser Zeit feh­le der Flot­te ein Kampf­schiff, erklärt der Mili­tär. Mit den neu­en Reak­to­ren aber erhö­he sich die Kampf­be­reit­schaft der Flot­te deut­lich. Der­sel­be Bericht erwähnt Tests einer opti­mier­ten Aktiv­zo­ne für Reak­to­ren der bestehen­den Atom-U-Boo­te der vier­ten Gene­ra­ti­on – wie “Borej” und “Jasen”. Auch Arbei­ten an zir­kon­ba­sier­ten Aktiv­zo­nen von Reak­to­ren für nukle­ar ange­trie­be­ne Eis­bre­cher des Modells 14 – 10-3М und 14 – 10-3МP gehen vor­an. (RIA Nowos­ti)

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Tschechien : Hitler-Tassen nicht gesetzwidrig, Polizei stellt Ermittlungen ein


Der Ver­lag selbst bezeich­ne­te die Tas­sen mit dem Bild Hit­lers oder des SS-Ober­grup­pen­füh­rers Rein­hard Hey­d­rich als soge­nann­te “Samm­ler­edi­tio­nen”. 

Die Föde­ra­ti­on jüdi­scher Gemein­den in Tsche­chi­en und das Jüdi­sche Muse­um in Prag hat­te den Ver­kauf der Waren als “offe­ne Glo­ri­fi­zie­rung des Nazi-Regimes” scharf ver­ur­teilt. Sie ver­wie­sen in ihrer Kri­tik dar­auf, dass der­sel­be Ver­lag auch das Buch “Der Nürn­ber­ger Pro­zess” des bri­ti­schen Holo­caust-Leug­ners David Irving in tsche­chi­scher Über­set­zung ver­treibt.

In Deutsch­land fällt das soge­nann­te Kopf­bild Adolf Hit­lers unter das Ver­bot von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen. Zur Begrün­dung führ­ten die Gerich­te in ihrer Rechts­spre­chung an, dass es wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus mas­sen­haft als Sym­bol der NSDAP und des NS-Staats ver­wen­det wor­den sei. Das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land war im März 1939 in Prag ein­mar­schiert und hat­te im soge­nann­ten “Pro­tek­to­rat Böh­men und Mäh­ren” ein har­tes Besat­zungs­re­gime errich­tet. (dpa)

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USA : Bürgermeister weist Polizei an, nicht auf Gesuche der Einwanderungspolizei zu reagieren (Video)


Die Demons­tra­tio­nen rich­ten sich gegen die Ein­wan­de­rungs­po­li­tik der Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Mehr­fach haben Beam­te von ICE die Stadt­po­li­zei in Port­land um Hil­fe ersucht. Auf Anwei­sung des Bür­ger­meis­ters jedoch ver­geb­lich.

Der Bür­ger­meis­ter ver­wies dar­auf, dass die Ein­wan­de­rungs­be­hör­de als staat­li­che Behör­de über einen eige­nen Poli­zei­dienst ver­fügt. Port­land gehört zu den soge­nann­ten Sanc­tua­ry Cities. Die­se “Zufluchts­städ­te” wei­gern sich ganz oder zum Teil, mit der US-Ein­wan­de­rungs­be­hör­de zu koope­rie­ren.

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Haben innere Kraft nicht genutzt”: US-Uni-Lektüre gibt Holocaust-Opfern Schuld an ihrem Tod


Das Buch mit dem Titel “Well­ness des 21. Jahr­hun­derts : Die Wis­sen­schaft über das Gesamt­bild des Indi­vi­du­ums” gehö­re zur Pflicht­lek­tü­re von etwa 19.000 Stu­den­ten der Uni­ver­si­tät, die am Lehr­gang “Lebens­lan­ge Fit­ness” teil­neh­men, berich­tet CNN. Außer­dem sol­len 15 ande­re pro­mi­nen­te US-Hoch­schu­len in ihren Lehr­plä­nen dar­auf zugrei­fen. Im Rah­men des Kur­ses, der für alle Stu­die­ren­den obli­ga­to­risch ist, wer­den sie über die Prin­zi­pi­en der gesun­den Lebens­füh­rung und die Auf­recht­erhal­tung kör­per­li­cher Gesund­heit auf­ge­klärt.

Mehr zum The­ma - Rumä­ni­scher Minis­ter ver­gleicht Schwei­ne­schlach­tun­gen mit KZ Ausch­witz — Rück­tritts­for­de­run­gen

Doch in einer Pas­sa­ge stel­len die Ver­fas­ser eine The­se auf, die für Ent­rüs­tung sorgt : “Die Men­schen in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, die nicht die Kraft aus ihrem inne­ren Wert schöpf­ten, erla­gen der Unmensch­lich­keit, der sie aus­ge­setzt waren”, so der Wort­laut des Buches. Dabei beru­fe sich das Nar­ra­tiv auf den öster­rei­chi­schen Psy­cho­the­ra­peu­ten und Holo­caust-Über­le­ben­den Vik­tor Frankl, der auf­grund sei­ner grau­sa­men Erleb­nis­se eine Exis­tenz­ana­ly­se ent­wi­ckel­te, laut der sogar die bru­tals­ten Exis­tenz­for­men ihren Sinn haben. Fer­ner nennt das Buch sol­che Krank­hei­ten wie Krebs und Dia­be­tes “Wahl­krank­hei­ten”.

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Weil die Konkurrenz nicht schläft : Apple kündigt Start des iPhone-Bezahldienstes in Deutschland an


Bei Apple Pay kön­nen ein iPho­ne oder eine Com­pu­ter-Uhr von Apple die EC- oder Kre­dit­kar­te erset­zen. Zum Bezah­len hält man die Gerä­te im Geschäft an das Ter­mi­nal. Die Kas­sen­tech­nik muss dafür kon­takt­lo­ses Bezah­len per NFC-Funk unter­stüt­zen — ein gro­ßer Teil der Ter­mi­nals in Deutsch­land wur­de bereits ent­spre­chend umge­rüs­tet. Außer­dem kann man mit Apple Pay auch bei Online-Käu­fen sowie in Apps bezah­len.

Über einen Start von Apple Pay in Deutsch­land wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bereits mehr­fach spe­ku­liert. In vie­len ande­ren euro­päi­schen Län­dern — zum Bei­spiel Frank­reich, Schweiz, Spa­ni­en oder Öster­reich — hat Apple den Dienst bereits ein­ge­führt.

In Deutsch­land gewin­nen die Ange­bo­te zum Bezah­len per Smart­pho­ne gera­de nach jah­re­lan­gem Nischen­da­sein an Fahrt. Vor eini­gen Wochen brach­te Goog­le sei­nen Kon­kur­renz­dienst nach Deutsch­land, erst die­se Woche gin­gen die Spar­kas­sen mit ihrem eige­nen Ser­vice an den Start. (dpa)

Mehr zum The­ma — Apple ent­schul­digt sich : Neue Mac­Book Pro dros­seln ihre Leis­tung zu stark, wenn sie heiß lau­fen

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