Schluss mit lustig ! Semsrott Auftritte nicht überall im EU-Parlament gefragt


Der EU-Abge­ord­ne­te und Sati­ri­ker Nico Sems­rott ist am Mitt­woch mit dem Ver­such geschei­tert, im Pres­se­be­reich des Euro­pa­par­la­ments einen Vor­trag vor Jour­na­lis­ten zu hal­ten. Sicher­heits­kräf­te haben den geplan­ten Auf­tritt ver­hin­dert.
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Hannover nicht mehr mit SPD-Oberhaupt – Türkischstämmiger Grünen-Politiker wird Oberbürgermeister


Die Stich­wahl fand am Sonn­tag statt. Der 38-jäh­ri­ge Belit Onay setz­te sich mit 52,9 Pro­zent der Stim­men gegen den CDU-Bewer­ber Eck­hard Scholz durch. Der lang­jäh­ri­ge VW-Mana­ger kam auf 47,1 Pro­zent. Im ers­ten Wahl­gang kam es zu einem Kopf-an-Kopf-Ren­nen. Mit jeweils 32,2 Pro­zent der Stim­men waren Scholz und Onay am 27. Okto­ber in die Stich­wahl ein­ge­zo­gen. Der Grü­nen-Poli­ti­ker hat­te gera­de mal 50 Stim­men mehr als der CDU-Kan­di­dat. Der SPD-Kan­di­dat Marc Hans­mann konn­te im ers­ten Wahl­gang ledig­lich 23,5 Pro­zent der Stim­men auf sich ver­ei­nen und lan­de­te damit auf Platz drei.

Für die Sozi­al­de­mo­kra­ten stellt dies eine her­be Nie­der­la­ge dar. Mit dem Grü­nen-Poli­ti­ker als neu­em Ober­bür­ger­meis­ter endet nach 73 Jah­ren nun die SPD-Vor­herr­schaft in der nie­der­säch­si­schen Haupt­stadt. Beson­ders bit­ter : Der Lan­des­vor­sit­zen­de, Minis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil, war bis 2013 selbst Ober­bür­ger­meis­ter von Han­no­ver. Die nie­der­säch­si­sche Haupt­stadt ist nun nach Frei­burg, Darm­stadt und Stutt­gart die vier­te Groß­stadt, die ein Ober­haupt aus den Rei­hen der Son­nen­blu­men-Par­tei bekommt. Im Stadt­rat regiert die SPD mit den Grü­nen und der FDP.

Ich wer­de mit der Ver­wal­tung ein Team bil­den, um Pro­jek­te umzu­set­zen”, kün­dig­te er am Wahl­abend an.

CDU-Kon­tra­hent Scholz gra­tu­lier­te Onay zum Wahl­sieg :

Ich bin davon über­zeugt, er wird ein sehr wür­di­ger Ober­bür­ger­meis­ter”, sag­te Scholz und bedank­te sich bei sei­nem Team für einen sen­sa­tio­nel­len Wahl­kampf.

Rat­haus­af­fä­re führ­te zu vor­zei­ti­ger Ober­bür­ger­meis­ter­wahl 

Aus­lö­ser der vor­zei­ti­gen Wahl war die soge­nann­te Rat­haus­af­fä­re, die den bis­he­ri­gen Ober­bür­ger­meis­ter Ste­fan Schos­tok (SPD) zum Rück­tritt zwang. Die Staats­an­walt­schaft hat­te Ende April gegen ihn sowie sei­nen dama­li­gen Büro­chef und den sus­pen­dier­ten Kul­tur- und frü­he­ren Per­so­nal­de­zer­nen­ten Ankla­ge erho­ben – wegen schwe­rer Untreue. Es geht um unrecht­mä­ßi­ge Gehalts­zu­la­gen für den Büro­chef und den frü­he­ren Feu­er­wehr­chef. Schos­tok soll laut Ankla­ge davon erfah­ren haben, ohne die­se Prak­ti­ken zu been­den. Ob und wann es zu einem Pro­zess kommt, hat das Land­ge­richt noch nicht ent­schie­den.

Den Schwer­punkt der Poli­tik des neu­en Ober­haupts dürf­ten Ver­kehr und Mobi­li­tät dar­stel­len. Dem­nach ist eines der Zie­le des 38-Jäh­ri­gen eine auto­freie Innen­stadt bis 2030. Dafür plant er, das Ein-Euro-Ticket für Bus und Bahn ein­zu­füh­ren, um weni­ger Abga­se, Staus und Lärm in der Stadt zu errei­chen. Zudem will der Grü­nen-Poli­ti­ker mehr Platz für Rad­fah­rer schaf­fen. 

Knapp ein Drit­tel der Bevöl­ke­rung von Han­no­ver hat aus­län­di­sche Wur­zeln

Belit Onay sitzt seit 2013 im Land­tag. Davor war der Jurist Mit­glied der Grü­nen-Rats­frak­ti­on in Han­no­ver. E ist bun­des­weit das ers­te Ober­haupt einer Lan­des­haupt­stadt mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Onay wur­de in Gos­lar als Sohn tür­ki­scher Zuwan­de­rer gebo­ren. In Han­no­ver lebt er seit sei­nem Stu­di­um. Knapp ein Drit­tel der Bevöl­ke­rung der nie­der­säch­si­schen Haupt­stadt hat inzwi­schen aus­län­di­sche Wur­zeln, bei jun­gen Men­schen unter 18 jeder Zwei­te. Sei­ne Her­kunft küm­me­re die wenigs­ten, mein­te Onay. “Ent­schei­dend ist, wo wir hin­wol­len.”

Auch in ande­ren deut­schen Städ­ten gibt es bereits Bür­ger­meis­ter mit Migra­ti­ons­hin­ter­grund oder gar aus­län­di­scher Staats­bür­ger­schaft. So etwa in Bonn den CDU-Poli­ti­ker mit indi­schen Wur­zeln Ashok-Alex­an­der Srid­ha­ran oder den Dänen Claus Ruhe Madsen (par­tei­los) in Ros­tock. 

Mehr zum The­ma — Erneue­rung muss war­ten : SPD sucht die Füh­rung in einem lang­wie­ri­gen Aus­wahl­pro­zess

RT Deutsch


1:0 für die Schwerkraft : Zu dicker Kater darf nicht ins Flugzeug – Herrchen trickst Mitarbeiter aus


Der Pas­sa­gier Michail Galin hat die­se Woche auf Face­book eine wit­zi­ge Geschich­te geteilt, die in Russ­land sofort viral ging. Galin ist mit sei­nem Kater Wik­tor von Riga mit einem Zwi­schen­auf­ent­halt in Mos­kau nach Wla­di­wos­tok geflo­gen. In Riga sei­en mit dem Kater kei­ne Pro­ble­me ent­stan­den. In Mos­kau ange­kom­men sei sein Kater gewo­gen wor­den. Die Flug­ha­fen­mit­ar­bei­ter stell­ten fest, dass er zehn Kilo­gramm schwer ist und laut Beför­de­rungs­re­geln nicht mehr in der Kabi­ne, son­dern nur im Gepäck­raum beför­dert wer­den darf. Galins Erklä­run­gen, sein Kater wür­de die lan­ge Flug­rei­se nach Wla­di­wos­tok im Fracht­raum nicht über­le­ben, blie­ben erfolg­los. Die Flug­ha­fen­an­ge­stell­ten hat­ten anschei­nend kein Mit­leid mit dem Vier­bei­ner. Dar­auf­hin beschloss das Herr­chen, auf den Flug zu ver­zich­ten und ließ sich einen schlau­en Aus­weg ein­fal­len. Auf Face­book erklär­te der Tier­be­sit­zer iro­nisch :

Ich habe die stra­te­gi­sche Ent­schei­dung getrof­fen, einen ähn­li­chen Kater mit weni­ger Mas­se zu fin­den.

Eine Freun­din von Galin erklär­te sich bereit, eine ähn­li­che Kat­ze, die Phoebe heißt und etwas weni­ger wiegt, zum Flug­ha­fen zu brin­gen. Galin begab sich mit der Ersatz­kat­ze zur Tier­kon­trol­le und gab sie für sei­nen Kater Wik­tor aus. Die Mit­ar­bei­ter wogen die fal­sche Kat­ze und erlaub­ten ihr den Mit­flug in der Kabi­ne. Phoebe blieb jedoch bei sei­ner Besit­ze­rin in Mos­kau. Galin ist mit sei­nem Kater Wik­tor nach Wla­di­wos­tok geflo­gen. Die Unter­schie­bung ist nie­man­dem auf­ge­fal­len. 

Mehr zum The­ma — Fett­lei­bi­ge Kat­ze macht auf Lauf­band ers­te Schrit­te in Rich­tung Schlank­heit

RT Deutsch


Generalsekretär Stoltenberg : „Die Europäische Union kann Europa nicht verteidigen“


In einer Grund­satz­re­de hat Nato-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg in Ber­lin die Ein­heit von USA und Euro­pa in der Nato beschwo­ren. Die Wie­der­ver­ei­ni­gung Deutsch­lands sei ohne die Sicher­heits­ga­ran­ti­en der Ver­ei­nig­ten Staa­ten nicht mög­lich gewe­sen. Ein selbst­be­wuss­te­res Russ­land hät­te die Welt „unbe­re­chen­ba­rer“ gemacht.
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Ex-US-Außenminister Baker : US-Geheimdienst sah Mauerfall nicht kommen


Der ehe­ma­li­ge US-Außen­mi­nis­ter James Baker hat am Mitt­woch bei einem Auf­tritt in einer Uni­ver­si­tät von George­town über die Ber­li­ner Mau­er gespro­chen. Der US-Geheim­dienst hat­te damals Baker zufol­ge nichts von dem bevor­ste­hen­den Fall der Mau­er geahnt.
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Politische Führung ist nicht gut mit mir umgegangen”: Donald Trump zieht offiziell aus New York weg


Der Umzug von Man­hat­tan, New York City, nach Palm Beach, Flo­ri­da, soll bereits Ende Sep­tem­ber statt­ge­fun­den haben, berich­tet die New York Times unter Beru­fung auf ein Schrei­ben des Bezirks­ge­richts Palm Beach Coun­ty. Das neue Zuhau­se des Prä­si­den­ten und der First Lady ist eine von Trumps drei Resi­den­zen. Sei­ne Lieb­lings­fe­ri­en­ort ist Mar-a-Lago in Flo­ri­da. Seit sei­nem Amts­an­tritt habe er laut Anga­ben des Sen­ders NBC News ins­ge­samt 99 Tage in dem prunk­vol­len Pri­vat­an­we­sen ver­bracht – knapp fünf­mal mehr als im Trump Tower, sei­nem ehe­ma­li­gen Haupt­do­mi­zil.

Auf Twit­ter bestä­tig­te der Staats­chef den Umzug :

1600 Penn­syl­va­nia Ave­nue, das Wei­ße Haus, ist ein Ort, den ich lie­ben gelernt habe und in dem ich hof­fent­lich für die nächs­ten fünf Jah­re blei­ben wer­de, wäh­rend wir Ame­ri­ka wie­der groß­ar­tig machen. Jedoch haben mei­ne Fami­lie und ich beschlos­sen, Palm Beach, Flo­ri­da, zu unse­rem fes­ten Wohn­sitz zu machen. 

Sei­ne Ent­schei­dung führ­te Trump auf ange­spann­te Bezie­hun­gen mit loka­len Spit­zen­po­li­ti­kern in New York zurück :

Lei­der wur­de ich, trotz der Tat­sa­che, jähr­lich Mil­lio­nen von Dol­lar an städ­ti­schen, bun­des­staat­li­chen und loka­len Steu­ern gezahlt zu haben, von den poli­ti­schen Füh­rern sowie der Stadt als auch vom Bun­des­staat sehr schlecht behan­delt. Nur mit Weni­gen wur­de schlim­mer umge­gan­gen.

Zum Schluss bekun­de­te der Prä­si­dent sei­ne inni­ge Ver­bun­den­heit mit New York und sei­nen Ein­woh­nern :

Ich wer­de New York und den groß­ar­ti­gen Men­schen von New York immer zur Sei­te ste­hen. Ihr wer­det immer einen beson­de­ren Platz in mei­nem Her­zen haben.

Der Bun­des­staat Flo­ri­da gilt wegen sei­ner güns­ti­gen Steu­er­po­li­tik in ganz USA als ein attrak­ti­ver Zufluchts­ort für wohl­ha­ben­de Bür­ger, die die höhe­ren Steu­ern im Nord­os­ten des Lan­des umge­hen wol­len. Zum Bei­spiel müs­sen Ein­woh­ner Flo­ri­das kei­ne bun­des­staat­li­che Ein­kom­mens­steu­er und kei­ne Erb­schaft­steu­er zah­len.

Auch eine nicht nament­lich genann­te Per­son aus Trumps Umfeld bestä­tig­te gegen­über der New York Times, dass der Umzug haupt­säch­lich steu­er­li­che Grün­de habe. Trump ist bis­lang der ein­zi­ge Prä­si­dent der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, der sich gewei­gert hat, sei­ne Steu­er­erklä­run­gen publik zu machen.

Mehr zum The­ma — Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren gegen Trump : Mili­tär­of­fi­zier will US-Prä­si­den­ten belas­ten

RT Deutsch


Wegen “Unterstützung der Unabhängigkeit Hongkongs” — Aktivist Won nicht zu Wahlen zugelassen


In Ber­lin hieß man den 22 Jah­re alten Anfüh­rer der Demo­kra­tie­be­we­gung Joshua Wong will­kom­men. Dort traf er im Sep­tem­ber auf den deut­schen Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas. Die chi­ne­si­sche Regie­rung in Peking zeig­te sich empört. Inner­halb der Regie­rung Hong­kongs und Chi­nas ist man sich einig, dass Wong nicht bei den Kom­mu­nal­wah­len antre­ten dür­fe.

Mehr zum The­ma — “Ver­herr­li­chung von Ran­da­lie­rern”: Chi­na wirft Frank­reich und EU Heu­che­lei vor

Als Begrün­dung für den Aus­schluss Wongs hieß es er set­ze sich für die Selbst­be­stim­mung Hong­kongs ein. Die “Unter­stüt­zung der Unab­hän­gig­keit Hong­kongs” sei “nicht mit dem ver­fas­sungs­mä­ßi­gen und recht­li­chen Sta­tus der Son­der­ver­wal­tungs­re­gi­on Hong­kongs ver­ein­bar”. 

Die Ent­schei­dung ihn von den Wah­len am 24. Novem­ber aus­zu­schlie­ßen, kri­ti­sier­te Wong und demen­tiert. Er habe nie pro­ak­tiv für die Unab­hän­gig­keit Hong­kongs gekämpft : 

Der ein­zi­ge Grund für mei­ne Dis­qua­li­fi­ka­ti­on ist, dass mein Name Joshua Wong lau­tet. 

Es ist das ers­te Mal, dass ein Kan­di­dat bei den Kom­mu­nal­wah­len in Hong­kong aus­ge­schlos­sen wur­de. Auf die­sen Sach­ver­halt wies Wong auch auf Twit­ter hin : 

Die anhal­ten­den Unru­hen haben Aus­wir­kun­gen auf die Wirt­schaft der Son­der­wirt­schafts­zo­ne. Sin­ga­pur erscheint den aus­län­di­schen Inves­to­ren und Unter­neh­men als weit­aus siche­re­rer Stand­ort. 

RT Deutsch


Bundesregierung : Menschenrechte ja, aber bitte nicht verbindlich


Lei­se ist es gewor­den um das umstrit­te­ne Trans­at­lan­ti­sche Frei­han­dels­ab­kom­men (TTIP), das zahl­rei­che Demons­tran­ten auf die Stra­ße trieb, weil es, wie auch ande­re Frei­han­dels­ab­kom­men, die Geschäfts­in­ter­es­sen gro­ßer Kon­zer­ne vor die Gesund­heit und das Recht bei­spiels­wei­se deut­scher Bür­ger gestellt hät­te. Arbeit­neh­mer­rech­te, Ver­brau­cher­schutz und Daten­schutz wären dadurch beein­träch­tigt wor­den, ganz zu schwei­gen vom Man­gel an Trans­pa­renz und demo­kra­ti­schen Mit­spra­che­mög­lich­kei­ten. 

In vie­len Regio­nen der Welt ist es jedoch All­tag, dass durch wirt­schaft­li­che Akti­vi­tä­ten aus­län­di­scher Unter­neh­men die Lebens­grund­la­gen und die Gesund­heit gan­zer Gemein­den zer­stört, die Umwelt ver­gif­tet oder Zivi­lis­ten getö­tet wer­den, wäh­rend die ver­ant­wort­li­chen Unter­neh­men nicht dafür haf­ten müs­sen.

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Ein bekann­tes Bei­spiel ist Bho­pal, wo sich im Jahr 1984 die schlimms­te Indus­trie­ka­ta­stro­phe der Welt ereig­ne­te, als Gas aus einer Pes­ti­zid­fa­brik des US-ame­ri­ka­ni­schen mul­ti­na­tio­na­len Unter­neh­mens Uni­on Car­bi­de aus­trat. Rund 20.000 Men­schen kos­te­te dies das Leben und meh­re­re Hun­dert­tau­send tru­gen schwers­te Schä­den davon, vie­le Betrof­fe­ne lei­den bis heu­te unter den Fol­gen direk­ter Ver­gif­tun­gen. Vie­le von denen, die dem Gas aus­ge­setzt waren, haben kör­per­lich und geis­tig behin­der­te Kin­der zur Welt gebracht. Uni­on Car­bi­de, das spä­ter vom US-Kon­zern Dow Che­mi­cal über­nom­men wur­de, das wie­der­um seit 2017 in Dow­Du­Pont über­ge­gan­gen ist. Das mit krebs­er­re­gen­den Che­mi­ka­li­en ver­gif­te­te Indus­trie­ge­län­de wur­de nicht dekon­ta­mi­niert, die Inder for­der­ten — ver­geb­lich — die Aus­lie­fe­rung des Vor­sit­zen­den des Che­mie­un­ter­neh­mens.

Aber auch deut­sche Unter­neh­men hin­ter­las­sen in Regio­nen, in denen meist aus wirt­schaft­li­chen und macht­po­li­ti­schen Grün­den gerin­ge­re Men­schen­rechts­stan­dards vor­herr­schen, unschö­ne Spu­ren.

Zum Bei­spiel in Paki­stan, wo im Jahr 2013 die Tex­til­fa­brik Ali Enter­pri­ses abbrann­te und 300 Men­schen star­ben, weil sie nicht aus der Pro­duk­ti­ons­stät­te kamen – deren Waren zu 70 Pro­zent der deut­sche Tex­til-Dis­coun­ter KiK abnimmt, der Klei­dung, aber auch Haus­halts­be­darfs­wa­ren zu Nied­rigst­prei­sen ver­kauft. Dadurch erwirt­schaf­te­te der Han­dels­kon­zern im Jahr 2017 einen Umsatz von zwei Mil­li­ar­den Euro. Mit dem Tod der Arbei­ter muss­te sich KiK auf­grund des der­zei­ti­gen Rechts­va­ku­ums nicht wei­ter beschäf­ti­gen.

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Loka­le Poli­ti­ker recht­fer­ti­gen die Prä­senz sol­cher Unter­neh­men mit der Not­wen­dig­keit wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung und dem Tot­schlag­ar­gu­ment “Arbeits­plät­ze”, wobei gera­de in Ent­wick­lungs­län­dern häu­fig extrem nied­ri­ge Löh­ne gezahlt wer­den. Aber auch in Deutsch­land gehö­ren aus­ge­rech­net Pro­fi­teu­re sol­cher Geschäfts­mo­del­le, wie der Grün­der von KiK, zu den ener­gischs­ten Ver­fech­tern von Nied­rig­löh­nen

Loka­le Regie­run­gen sind nicht sel­ten finan­zi­ell und poli­tisch weni­ger ein­fluss­reich als die dort täti­gen trans­na­tio­na­len Unter­neh­men, sodass die­se Staa­ten kaum in der Lage sind, die Rech­te ihrer Bür­ger durch­set­zen. Laut dem aktu­ell geplan­ten UN-Abkom­men soll die Ver­ant­wort­lich­keit für Ver­stö­ße nicht allein bei den loka­len Regie­run­gen lie­gen.

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Seit Anbe­ginn der Glo­ba­li­sie­rung gibt es Miss­stän­de und Schief­la­gen, auf die immer wie­der Bür­ger­initia­ti­ven und loka­le, aber auch inter­na­tio­na­le Kir­chen- und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­merk­sam machen. Doch seit dem in den 1990er-Jah­ren am mas­si­ven Lob­by­is­mus geschei­ter­ten Ver­such, auf UN-Ebe­ne (im Cen­ter on Trans­na­tio­nal Cor­po­ra­ti­ons, deutsch : Zen­trum für trans­na­tio­na­le Unter­neh­men) ver­bind­li­che Vor­ga­ben zum Schutz der Öffent­lich­keit vor sol­chen Miss­stän­den durch­zu­set­zen, gibt es haupt­säch­lich frei­wil­li­ge Richt­li­ni­en, nach denen Unter­neh­men sich rich­ten sol­len. Zwar kön­nen auch auf frei­wil­li­gem Wege Stan­dards ein­ge­führt wer­den, die eini­ge Pro­zes­se ver­bes­sern und loka­le Gemein­den schüt­zen, doch beru­hen sie allein auf dem Wohl­wol­len der auf Pro­fit statt das Gemein­wohl ori­en­tier­ten Unter­neh­men. Zudem wer­den sol­che Vor­ga­ben von kei­ner unab­hän­gi­gen Instanz über­prüft und ent­spre­chend unre­gel­mä­ßig durch­ge­setzt. Das pran­gern auch jene Unter­neh­men an, die mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen und moder­ne Tech­no­lo­gi­en und fai­re Pro­zes­se ein­füh­ren, wäh­rend ihre Wett­be­wer­ber dar­an spa­ren, zumal kei­ne Pla­nungs­si­cher­heit durch einen gesetz­li­chen Rah­men gege­ben ist.

Die aktu­el­le his­to­ri­sche Chan­ce, die­se Schief­la­ge zu kor­ri­gie­ren, las­sen sich jedoch aus­ge­rech­net jene Staa­ten ent­ge­hen, die ger­ne und laut­stark ande­re zur Ein­hal­tung von Men­schen­rech­ten ermah­nen.

Im Jahr 2014 wur­de im Men­schen­rechts­rat der Ver­ein­ten Natio­nen eine Reso­lu­ti­on ver­ab­schie­det, wonach eine Arbeits­grup­pe ein inter­na­tio­na­les rechts­ver­bind­li­ches Instru­ment zur Regu­lie­rung trans­na­tio­na­ler Unter­neh­men (TNCs) im Bereich der Men­schen­rech­te ent­wi­ckeln soll­te. Dem Ent­wurf zufol­ge sind die Unter­zeich­ner­staa­ten für Ein­hal­tung und Durch­set­zung der Rech­te ver­ant­wort­lich. Im Okto­ber fand in Genf die fünf­te Ver­hand­lungs­run­de für das “UN-Abkom­men zu Wirt­schaft und Men­schen­rech­ten” statt – laut Men­schen­recht­lern eine enor­me Chan­ce.

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Bereits vor eini­gen Mona­ten wur­de der Ent­wurf zusam­men­ge­stellt, der auf ein “völ­ker­recht­lich ver­bind­li­ches Instru­ment” abzielt und sich teils auf bereits bestehen­de, ver­ein­bar­te Vor­ga­ben und rati­fi­zier­te Abkom­men wie die All­ge­mei­ne Erklä­rung der Men­schen­rech­te, die Erklä­rung des Rechts auf Ent­wick­lung, die Erklä­rung der Ver­ein­ten Natio­nen über die Rech­te der indi­ge­nen Völ­ker und ande­re stützt.

Der aktu­el­le Ent­wurf sieht vor, dass die Rech­te von Men­schen, die von wirt­schaft­li­chen Akti­vi­tä­ten betrof­fen sind, bes­ser geschützt wer­den und ihnen im Fal­le von Ver­stö­ßen Zugang zu Rechts­sys­tem gebo­ten wird, und zwar anhand eines “völ­ker­recht­lich ver­bind­li­chen Instru­ments” zur men­schen­recht­li­chen Regu­lie­rung wirt­schaft­li­cher Akti­vi­tä­ten.

Die Bun­des­re­gie­rung jedoch hat sich offen­bar gar nicht von der Initia­ti­ve tan­giert gese­hen und sich in Genf offen­bar durch eine Prak­ti­kan­tin ver­tre­ten las­sen, heißt es im Frei­tag unter Beru­fung auf Beob­ach­ter. Dabei sind deut­sche Unter­neh­men kei­nes­wegs durch die Bank so sau­ber und frei­wil­lig an den Rech­ten loka­ler Bevöl­ke­run­gen ori­en­tiert, dass ein Kor­rek­tiv nicht not­wen­dig wäre.

Das süd­afri­ka­ni­sche “Mas­sa­ker von Mari­ka­na” und die Gewin­ne deut­scher Unter­neh­men

Am Anfang des Ver­trags­pro­zes­ses im Jahr 2014 stand eine Reso­lu­ti­on, die Süd­afri­ka initi­iert hat­te, ein Land, in dem “Unter­neh­men die Men­schen­rech­te mit Füßen” tre­ten, wie es im Frei­tag heißt – auch deut­sche.

Ein Bei­spiel ist der deut­sche Che­mie­kon­zern BASF, der jähr­lich Pla­tin im Wert von 600 Mil­lio­nen Euro aus den Minen im süd­afri­ka­ni­schen Mari­ka­na bezieht. Dort kam es 2012 nach einem Streik der Minen­ar­bei­ter zu einem Mas­sa­ker an Arbei­tern ; am Ende waren 34 von ihnen tot. An den Arbeits- und Lebens­um­stän­den der Beschäf­tig­ten hat sich indes nicht viel geän­dert, sie leben immer noch ohne Strom und Was­ser in Well­blech­hüt­ten.

Doch bereits in die­sem Sta­di­um zeig­te die Bun­des­re­gie­rung anschei­nend ihre wah­re Wer­te­ori­en­tie­rung und stimm­te gegen die Reso­lu­ti­on, eben­so wie Frank­reich, Japan, Süd­ko­rea und die USA.

Statt­des­sen ver­weist sie auf den “Natio­na­len Akti­ons­plan Wirt­schaft und Men­schen­rech­te”, in des­sen Rah­men die Bun­des­re­gie­rung die Unter­neh­men bit­tet, “ihrer Sorg­falts­pflicht auf dem Gebiet der Men­schen­rech­te nach­zu­kom­men”.

Die­se frei­wil­li­gen Vor­ga­ben haben kari­ta­ti­ve Orga­ni­sa­tio­nen wie Miseror, der Ver­band Ent­wick­lungs­po­li­tik und Huma­ni­tä­re Hil­fe (VENRO) und Ger­man­watch bereits frü­her als inef­fek­tiv und nicht ziel­füh­rend beschrie­ben. Viel­mehr war für sie der Ruf nach dem UN-Abkom­men mit der Hoff­nung ver­bun­den, dass 

sich die Bun­des­re­gie­rung vom geschei­ter­ten Leit­bild der rei­nen Frei­wil­lig­keit ver­ab­schie­det und deut­sche Unter­neh­men gesetz­lich ver­pflich­tet, bei ihren Akti­vi­tä­ten und Geschäfts­be­zie­hun­gen im Aus­land ihre men­schen­recht­li­che Ver­ant­wor­tung wahr­zu­neh­men.

Und daher sei­en ver­bind­li­che Regeln unab­ding­bar, so Doro­thy Guer­re­ro, Lei­te­rin des Refe­rats Poli­tik bei Glo­bal Jus­ti­ce Now, einer Orga­ni­sa­ti­on, die sich mit Ent­wick­lungs­län­dern, Frei­han­del und glo­ba­ler Gerech­tig­keit befasst :

Wir haben bereits gese­hen, wie unwirk­sam die bestehen­den frei­wil­li­gen Mecha­nis­men sind. Letz­ten Endes kön­nen die Kon­zer­ne wei­ter­hin tun, was immer sie wol­len, oder nur das, was sie akzep­tie­ren, und nur sie selbst über­wa­chen ihre eige­nen Akti­vi­tä­ten,” so Guer­re­ro zu RT Deutsch.

Im Gegen­satz dazu wäre der von der UNO der­zeit ver­han­del­te Ver­trag ver­bind­lich und böte die Mög­lich­keit, gro­ße Unter­neh­men für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen in ihren Lie­fer­ket­ten nach inter­na­tio­na­lem Recht zur Rechen­schaft zu zie­hen. Indem sich das Abkom­men auf die Lie­fer­ket­ten trans­na­tio­na­ler Kon­zer­ne erstreckt, könn­ten ihrer Ein­schät­zung nach 450 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mer davon pro­fi­tie­ren.

Mehr zum The­ma — Min­dest­lohn schützt vor Aus­beu­tung nicht — Top-Fir­men und die Null-Lohn-Stra­te­gi­en

RT Deutsch


Ex-MMA-Champion Conor McGregor : “Nach Dagestan würde ich noch nicht mal zum Sch… fahren”


Der ehe­ma­li­ge UFC-Leicht­ge­wichts- und UFC-Feder­ge­wichts-Cham­pi­on gewähr­te auf der Pres­se­kon­fe­renz einen Ein­blick in sei­ne Come­back­plä­ne. RT Deutsch bringt die bes­ten Ant­wor­ten des Iren :

McGre­gor auf die Fra­ge, “wo er bleibt”:

Wo ich blei­be ? Im Ritz Carl­ton. Ich bin im Ritz Carl­ton, wenn jemand mei­nen Stand­ort wis­sen möch­te, direkt in der Mos­kau­er Innen­stadt. Wo ist er gera­de (McGre­gor meint Cha­bib Nurm­a­go­me­dow ; Anm. d. Red.)? Ich glau­be, er ist außer Lan­des. Ich flie­ge rein, er fliegt raus. Typisch für den Mann aus Dage­stan.”

McGre­gor auf die Fra­ge, “ob sich Geschich­te wie­der­holt”:

Am 18. Janu­ar kom­me ich zurück und klet­te­re die Welt­rang­lis­te hin­auf, und ich wer­de es Rücken an Rücken tun, wie ich es schon ein­mal bei mei­nem Auf­stieg getan habe, um mei­nen UFC-Feder­ge­wichts-Welt­meis­ter­ti­tel und mei­nen UFC-Leicht­ge­wichts-Welt­meis­ter­ti­tel zu gewin­nen und der ers­te Cham­pi­on über­haupt zu wer­den. Ich wer­de das wie­der­ho­len und es wie­der tun.”

McGre­gor auf die Fra­ge, “ob er sei­ne Leu­te im Stich gelas­sen hat”:

Ich füh­le, wie ich mei­ne Leu­te ent­täu­sche, ich füh­le, wie ich mei­ne Fans ent­täu­sche. Die Fans und die Men­schen auf der gan­zen Welt ver­die­nen es, dass ich in Form kom­me. Ich hät­te mich nicht mit mei­nem schö­nen Pro­dukt beschäf­ti­gen sol­len. Die Leu­te, die mei­nen Whis­key ken­nen, ver­ste­hen mei­ne Grün­de dafür, weil er so ver­dammt lecker ist. Aber ich hät­te das nicht tun sol­len. Ich hät­te voll kon­zen­triert sein sol­len. Mei­ne Trai­ner, (…) die Men­schen, die an mich glau­ben, ver­die­nen etwas Bes­se­res. Es ist eine Belei­di­gung für die Men­schen, die an mich glau­ben, dass ich nicht voll enga­giert bin, also kom­me ich jetzt zurück und bin voll enga­giert und begie­rig, zurück­zu­kom­men und mei­nen Fans auf der gan­zen Welt das Bes­te von mir zu zei­gen.”

Anmer­kung der Redak­ti­on : Conor McGre­gor ist mitt­ler­wei­le unter die Whis­key-Pro­du­zen­ten gegan­gen. Wie ernst er das anschei­nend meint, zeigt ein Twit­ter-Video von August 2019 aus Dub­lin : McGre­gor schlägt einen Gast, nach­dem die­ser sich wei­gert, sei­nen Whis­key zu pro­bie­ren.

McGre­gor auf die Fra­ge, “ob es einen Rück­kampf geben wird”:

Der Mann (Nur­ma­no­ge­dow) ver­dient sei­nen Lebens­un­ter­halt mit dem Schnüf­feln an Sus­pen­so­ri­en. Er ver­dient sei­nen Lebens­un­ter­halt mit dem Schnüf­feln an Arsch­lö­chern. Wenn Sie wis­sen wol­len, wie mein Arsch riecht, fra­gen Sie ein­fach Cha­bib, denn er hat die gan­ze ers­te Run­de dar­an gero­chen. Und wenn Sie wis­sen wol­len, wie sich mein Knö­chel anfühlt oder schmeckt, frag ein­fach sei­nen Bluts­bru­der (Anmer­kung der Redak­ti­on : Gemeint ist Nur­ma­no­ge­dows Team­kol­le­ge Sub­ai­ra Tuchu­gow). Wis­sen Sie, es ist eine hit­zi­ge, hit­zi­ge Riva­li­tät – wirk­lich hit­zig. Also müs­sen wir das klä­ren. Der Krieg ist noch lan­ge nicht vor­bei. Kann man das regeln ? Viel­leicht, aber das Men­schen in Mos­kau, das Men­schen in Russ­land, sie ver­die­nen die­sen unver­meid­li­chen Rück­kampf. (…) Das ist ein unver­meid­li­cher Rück­kampf. Er kann so lan­ge lau­fen, wie er will. Er kann ver­su­chen, Feder­ge­wich­te, Men­schen, die ich in der Ver­gan­gen­heit geschla­gen habe, vor mich zu wer­fen, aber noch mal, es ist ein unver­meid­li­cher Rück­kampf. Er kann flie­hen, aber er kann sich nicht ver­ste­cken, also ist es eine hit­zi­ge, hit­zi­ge Riva­li­tät, und ich glau­be, wir wer­den es eines nicht all­zu fer­nen Tages lösen.”

McGre­gor auf die Fra­ge, “ob er nach Dage­stan rei­sen wer­de”:

Nach Dage­stan wür­de ich noch nicht mal zum Sch… fah­ren. Und das ist die Wahr­heit.”

Am 6. Okto­ber 2018 war es zu dem lang erwar­te­ten Auf­ein­an­der­tref­fen zwi­schen McGre­gor und Nur­ma­no­ge­dow im Käfig gekom­men. Den Kampf gewann Nur­ma­no­ge­dow durch Auf­ga­be McGre­gors. Der Ire konn­te sich nicht aus einem Wür­ge­griff sei­nes Geg­ners befrei­en.

Nach dem Kampf kam es jedoch zum Eklat, als Nurm­a­go­me­dow nach sei­nem Sieg aus dem Oct­a­gon klet­ter­te und sich eine Schlä­ge­rei mit McGre­gors Team­kol­le­gen Dil­lon Danis lie­fer­te. Dar­auf­hin grif­fen zwei Team­kol­le­gen Nurm­a­go­me­dows den sich immer noch erho­len­den McGre­gor von hin­ten an. Bei­de Par­tei­en muss­ten dar­auf­hin getrennt wer­den. Bei einem mög­li­chen Rück­kampf dürf­te es ver­mut­lich nicht gesit­te­ter zuge­hen.

RT Deutsch