Nach IDF-Angriff im November : Hamas verhaftet 45 israelische “Spione und Kollaborateure” in Gaza


Die Sicher­heits­diens­te konn­ten 45 Agen­ten nach dem Sicher­heits­vor­fall öst­lich von Khan Yunis im ver­gan­ge­nen Novem­ber fest­neh­men, und sie wer­den unter­sucht”, sag­te der Hamas-Pres­sepre­cher des Innen­mi­nis­te­ri­ums, Iyad al-Bozum, in einer Erklä­rung, ohne anzu­ge­ben, ob die Inhaf­tier­ten eine direk­te Rol­le beim israe­li­schen Angriff im süd­li­chen Gaza­strei­fen am 11. Novem­ber 2018 gespielt haben.

Die ver­haf­te­ten mut­maß­li­chen israe­li­schen Agen­ten sei­en angeb­lich von Isra­el über Tele­fon und sozia­le Medi­en rekru­tiert wor­den, oft durch Erpres­sung. Auch wenn es der Hamas im Lau­fe der Jah­re gelun­gen sei, “vie­le Spio­ne” zu ver­haf­ten, rekru­tie­ren die Israe­lis wei­ter­hin paläs­ti­nen­si­sche Agen­ten, um “ihnen zu hel­fen, Ver­bre­chen gegen unser Volk zu bege­hen”, sag­te der Spre­cher der Hamas und appel­lier­te an die­je­ni­gen, die von den IDF (Israe­li­sche Ver­tei­di­gungs­streit­kräf­te) zur Koope­ra­ti­on gezwun­gen wer­den, sich zu stel­len.

Die sei­ner­zeit ver­ei­tel­te IDF-Mis­si­on in Khan Yunis, bei der ein hoch­ran­gi­ger Hamas-Kom­man­dant und ein israe­li­scher Oberst­leut­nant getö­tet wur­den, führ­te zunächst zu einer Schie­ße­rei zwi­schen den israe­li­schen Sol­da­ten und den Kämp­fern der Hamas, eska­lier­te aber schnell zu grenz­über­schrei­ten­den Zusam­men­stö­ßen, die als die inten­sivs­ten seit 2014 bezeich­net wur­den.

Bei einer soge­nann­ten “Ver­gel­tungs­re­ak­ti­on” schos­sen die Hamas und die Isla­mi­sche Dschi­had-Bewe­gung in Paläs­ti­na über 400 Rake­ten und Geschos­se in den Süden Isra­els, was die IDF ver­an­lass­te, mit Angrif­fen auf über 150 Zie­le in der paläs­ti­nen­si­schen Enkla­ve zu reagie­ren. Die ange­spann­te zwei­tä­gi­ge Patt­si­tua­ti­on führ­te damals zum Rück­tritt von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Avigdor Lie­ber­man, der sich wei­ger­te, das in Ägyp­ten ver­mit­tel­te Waf­fen­still­stands­ab­kom­men zu akzep­tie­ren.

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RT Deutsch


Historischer 9. November : “Aufstehen” fordert auf Kundgebung in Berlin “neue soziale Demokratie”


Der 9. Novem­ber ist in Deutsch­land mit vie­len his­to­ri­schen Ereig­nis­sen ver­bun­den. Sei es die Revo­lu­ti­on von 1918, die in die Wei­ma­rer Repu­blik mün­de­te, die Ver­bre­chen der “Reichs­po­grom­nacht” oder der Fall der Mau­er ; das schick­sal­haf­te Datum mar­kier­te stets einen Wen­de­punkt in der jün­ge­ren deut­schen Zeit­ge­schich­te.

An die­sem sym­bol­träch­ti­gen Tag ver­sam­mel­ten sich Sym­pa­thi­san­ten der Samm­lungs­be­we­gung “Auf­ste­hen” zu einer Kund­ge­bung, um ein Zei­chen gegen durch die Aus­wüch­se des Neo­li­be­ra­lis­mus beding­te sozia­le Ver­wer­fun­gen, Krieg, Aus­beu­tung sowie das gene­rel­le Pri­mat der Wirt­schaft über Poli­tik und Gesell­schaft zu set­zen.

Etwa 1.000 Men­schen fan­den sich am Pari­ser Platz im Her­zen Ber­lins ein. Zu den Red­nern an die­sem grau­en Herbst­tag zähl­ten der Sozi­al­de­mo­krat Mar­co Bülow, der bei den Mit­glie­dern und Sym­pa­thi­san­ten der Bewe­gung nicht unum­strit­te­ne und ehe­ma­li­ge Grü­nen-Poli­ti­ker Lud­ger Vol­mer, der Lie­der­ma­cher und poli­ti­sche Lin­ken-Akti­vist Diet­her Dehm, der Lin­ken-Poli­ti­ker, Umwelt- und Frie­dens­ak­ti­vist Uwe Hiksch und die Gali­ons­fi­gur sowohl der Samm­lungs­be­we­gung als auch der Par­tei Die Lin­ke Sah­ra Wagen­knecht.

Bülow gei­ßel­te unter ande­rem den Umstand, dass “zehn Pro­zent” der Bun­des­bür­ger “60 Pro­zent des Ver­mö­gens” besit­zen und die­ses Phä­no­men die sozia­le Spal­tung ver­an­schau­li­che.

Poli­ti­ker müss­ten dafür sor­gen, dass kein Mensch in die­sem Land mehr auf die Tafel ange­wie­sen ist”, zeig­te sich der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te über­zeugt.

Das Mit­glied im Bun­des­vor­stand der Natur­Freun­de Deutsch­lands, Uwe Hiksch, appel­lier­te an die Anwe­sen­den es nicht zuzu­las­sen, “dass die Neo­li­be­ra­len unser Land Stück für Stück zer­stö­ren”. Die deut­sche “Gesell­schaft braucht eine Erneue­rung”, zeig­te sich unter ande­rem Hiksch über­zeugt.

Die Rei­chen und die Herr­schen­den müs­sen wis­sen, wir las­sen sie nicht mehr machen, das was sie die letz­ten fünf­zig Jah­re mit die­sem Land gemacht haben”, rief der kämp­fe­ri­sche Hiksch quer über den Platz.

Der stimm­ge­wal­ti­ge Lin­ken-Poli­ti­ker Diet­her Dehm wuss­te zu berich­ten, dass es schon “immer, in jeder Par­tei” schwer gewe­sen sei, “einen Arsch in der Hose zu haben” und lob­te dabei Sah­ra Wagen­knecht als “bril­lan­te Impe­ria­lis­mus­kri­ti­ke­rin”. Der anschlie­ßen­de Ver­such, gemein­sam mit dem Publi­kum eines sei­ner zahl­rei­chen Frie­dens­lie­der anzu­stim­men, gelang jedoch nur ansatz­wei­se.

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Die Kund­ge­bungs­teil­neh­mer setz­ten sich über­wie­gend aus Men­schen älte­ren Semes­ters zusam­men. Jün­ge­re Men­schen waren nur ver­ein­zelt zu beob­ach­ten, was jedoch mit dem Auf­takt der Ver­an­stal­tung um 13:00 Uhr in Zusam­men­hang ste­hen kann. Die­sen begrün­de­te die Mode­ra­to­rin der Kund­ge­bung mit der Absicht der Initia­to­ren und Red­ner, im Anschluss noch an ande­ren Ver­an­stal­tun­gen rund um den 9. Novem­ber teil­neh­men zu wol­len.

Wir ver­tei­di­gen die­se Repu­blik gegen Rechts­po­pu­lis­ten, gegen die alten und neu­en Nazis!”, knüpf­te Lud­ger Vol­mer mit Ver­weis auf das geschichts­träch­ti­ge Datum an die Vor­red­ner an.

Vol­mer ist bei den Sym­pa­thi­san­ten der Sam­mel­be­we­gung “Auf­ste­hen” alles ande­re als unum­strit­ten. Der Vor­wurf lau­tet, dass durch ihn deren Glaub­wür­dig­keit bereits in die­sem Anfangs­sta­di­um Scha­den neh­men wür­de. Begrün­det wird der Vor­wurf mit der Tat­sa­che, dass Vol­mer, ein selbst­er­klär­ter “poli­ti­scher Pazi­fist”, als ehe­ma­li­ger Staats­mi­nis­ter im Aus­wär­ti­gen Amt unter Josch­ka Fischer den völ­ker­rechts­wid­ri­gen NATO-Krieg gegen Jugo­sla­wi­en eben­so befür­wor­te­te wie den in Afgha­ni­stan. Bei der Pres­se­kon­fe­renz am 4. Sep­tem­ber zur Grün­dung der Samm­lungs­be­we­gung attes­tier­te er Bünd­nis 90/Den Grü­nen, kei­ne pazi­fis­ti­sche Par­tei mehr zu sein.

In sei­nem Buch über die Geschich­te der Grü­nen aus dem Jahr 2009 bilan­zier­te Vol­mer, dass sich das Gewis­sen “eben­so auf stra­te­gi­sche Fra­gen, wie das Über­le­ben der Koali­ti­on als Vor­aus­set­zung etwa für die geplan­ten Sozi­al­re­for­men” erstreck­te. Die­se Beu­gung des eige­nen Gewis­sens für ein höhe­res innen­po­li­ti­sches Ziel mün­de­te in sei­nem Fall dann wie­der­um in der soge­nann­ten Agen­da 2010.

Im Anschluss an die Kund­ge­bung bat RT Deutsch Vol­mer dar­um, auf die Kri­tik an sei­ner Per­son ein­zu­ge­hen, was die­ser jedoch ablehn­te.

Am Schluss des offi­zi­el­len Geden­kens anläss­lich des 9. Novem­ber sei, erin­ner­te sich Sah­ra Wagen­knecht, im Bun­des­tag wie­der “Einig­keit und Recht und Frei­heit” gesun­gen wor­den, doch “wer ein eini­ges Land” wol­le, “der muss die sozia­le Spal­tung über­win­den!”, sag­te die Mit­grün­de­rin der Samm­lungs­be­we­gung.

Wer nicht will, dass rech­te Rat­ten­fän­ger immer stär­ker wer­den, der muss alles dafür tun, dass sich Men­schen auch von der Poli­tik ver­tre­ten füh­len, von dem was Regie­rungs­po­li­tik in die­sem Land ist”, fuhr Wagen­knecht kämp­fe­risch fort.

Banks­ter” wür­den unter ande­rem mit Cum-Ex-Geschäf­ten den Steu­er­zah­ler “um 32 Mil­li­ar­den prel­len, und die Bun­des­re­gie­rung weiß es, und sie guckt zu”.

Schlim­mer noch, sie macht ein neu­es Ban­ken­ge­setz, dass sie sich von den Ban­ken schrei­ben lässt”, empör­te sich Wagen­knecht.

Zum Ende der Kund­ge­bung wur­de eine neben der Büh­ne auf­ge­bau­te Sty­ro­por­mau­er sym­bo­lisch ein­ge­ris­sen, um damit gleich­zei­tig den Auf­takt in eine sozia­le­re Zukunft Deutsch­lands ein­zu­lei­ten.

RT Deutsch


Frankreich : Ausnahmezustand bis November verlängert


Preview Der für den Anti-Ter­ror-Kampf ver­häng­te Aus­nah­me­zu­stand in Frank­reich bleibt bis zum 1. Novem­ber in Kraft. Die Natio­nal­ver­samm­lung stimm­te am Don­ners­tag mit brei­ter Mehr­heit zu, die seit fast 20 Mona­ten gel­ten­den Son­der­rech­te für die Behör­den ein wei­te­res Mal zu ver­län­gern. Prä­si­dent Emma­nu­el Macron hat zuge­sagt, dass der Aus­nah­me­zu­stand danach aus­lau­fen soll — aller­dings will die Regie­rung zunächst ein neu­es Sicher­heits­ge­setz durch­brin­gen.
RT Deutsch