Trumps „naiver“ Nahost-Friedensplan : „Gespenstische Show ohne Substanz“ – Experte


Bereits seit Amts­an­tritt ver­folgt US-Prä­si­dent Donald Trump nach eige­nen Aus­sa­gen angeb­lich einen Nah­ost-Frie­dens­plan. Seit­dem füh­ren Trump-Bera­ter Geheim­ge­sprä­che mit ara­bi­schen Regie­run­gen. „Das ist eine rei­ne Insze­nie­rung“, sagt Nah­ost-Exper­te Fritz Edlin­ger aus Wien gegen­über Sput­nik. Der Frie­dens­plan kön­ne nie­mals „ernst gemeint“ sein.
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Ohne Boeing 737 MAX, bitte : Flugsuchportal führt neuen Suchfilter ein


Das Rei­se­por­tal erhielt eine gro­ße Anzahl von Anfra­gen sei­tens der beun­ru­hig­ten Kun­den, die ihre Rei­sen umbu­chen woll­ten, um nicht mit einer Boe­ing 737 MAX flie­gen zu müs­sen. Das Unter­neh­men muss­te dann sei­ne Such­ma­schi­ne ent­spre­chend anpas­sen, berich­te­te Reu­ters mit Ver­weis auf die Erklä­rung von Kayak. “Wir ver­ste­hen die Ten­denz der letz­ten Woche und müs­sen unse­ren Kun­den alle Infor­ma­tio­nen lie­fern, die sie für siche­re Rei­sen brau­chen”, hieß es. 

Mehr zum The­ma — Jetzt auch die USA : Trump ord­net Flug­ver­bot für Boe­ing 737 MAX an

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Rückzug aus Afghanistan ohne Absprache mit Nato-Partnern ? Washington gibt Zusicherung


Der amtie­ren­de US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Patrick Sha­nahan hat sich nach dem Tref­fen mit sei­nen Nato-Kol­le­gen im Rah­men des Nord­at­lan­tik­rats (NAC) am Don­ners­tag in Brüs­sel über die US-Mili­tär­prä­senz in Afgha­ni­stan vor der Pres­se geäu­ßert.
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Höchst umstrittenes Gesetz : Journalistin war ohne Anklage in den USA in Haft (Video)


Mar­zieh Hash­e­mi wur­de Anfang Janu­ar von Agen­ten der US-Bun­des­po­li­zei FBI am inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen Lam­bert-St. Lou­is ver­haf­tet und mit einem Pri­vat­flug­zeug nach Washing­ton, D.C. geflo­gen, wo sie unter Beru­fung auf ein obsku­res, wenig genutz­tes Gesetz fest­ge­hal­ten wur­de. Es erlaubt näm­lich den Behör­den, so genann­te wich­ti­ge Zeu­gen fest­zu­neh­men und fest­zu­hal­ten, wenn ein Rich­ter zu der Auf­fas­sung gelangt, dass die betref­fen­de Per­son über Infor­ma­tio­nen ver­fügt, die für ein Straf­ver­fah­ren wich­tig sind, und sie flie­hen könn­te, wenn sie eine Gerichts­vor­la­dung erhält. 

Mehr zum The­ma — Ira­ni­sche PressTV-Jour­na­lis­tin nach 10 Tagen in US-Haft ohne Ankla­ge ent­las­sen

Der Gerichts­hof bestä­tig­te, dass Hash­e­mi als wich­ti­ge Zeu­gin vom FBI befragt wor­den war, jedoch ohne nähe­re Anga­ben dar­über, um wel­chen Fall es sich hier­bei han­delt. Nach­dem sie aus­ge­sagt hat­te, wur­de sie frei­ge­las­sen. Ihre Inhaf­tie­rung sorg­te sowohl in den USA als auch im Iran für Empö­rung.

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Chance vertan — Wirtschaftsgipfel der Arabischen Liga weiterhin ohne Syrien und ohne Ergebnisse


von Karin Leu­ke­feld

Wie hal­ten wir es mit Syri­en ? Die­se Fra­ge sorg­te beim Gip­fel­tref­fen der Ara­bi­schen Liga für Wirt­schaft und sozia­le Ent­wick­lung in Bei­rut am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de für Tur­bu­len­zen. Eine Chan­ce, mit­ein­an­der ins Gespräch zu kom­men und die drin­gen­den Pro­ble­me in der ara­bi­schen Welt zu lösen, wur­de ver­tan.

Eine „his­to­ri­sche Schan­de“ nann­te der liba­ne­si­sche Außen­mi­nis­ter Gibran Bas­sil den Umstand, dass Syri­en zu dem Tref­fen nicht ein­ge­la­den war. Man dür­fe nicht zulas­sen, dass auf aus­län­di­schen Druck hin ein Mit­glied der Ara­bi­schen Liga aus­ge­schlos­sen blei­be. Syri­en sei „der größ­te Abwe­sen­de“, so Bas­sil.

Einen Kon­sens über die Rück­kehr Syri­ens in die Ara­bi­sche Liga gebe es noch nicht, mahn­te der­weil deren Gene­ral­se­kre­tär Ahmed Aboul-Gheit. Sobald man sich einig sei und es „von kei­ner Sei­te“ mehr Ein­wän­de gebe, wer­de die Rück­kehr Syri­ens auf die Tages­ord­nung eines Außen­mi­nis­ter­tref­fens der Ara­bi­schen Liga gesetzt. Sein Stell­ver­tre­ter Hus­s­am Zaki bezeich­ne­te die Rück­kehr Syri­ens der­weil als „unum­gäng­lich“. Die Wie­der­eröff­nung von Bot­schaf­ten ver­schie­de­ner Golf­staa­ten in Damas­kus signa­li­sie­ren, dass es nur noch eine Fra­ge der Zeit ist, bis Syri­en sei­nen Platz in der Ara­bi­schen Liga wie­der ein­neh­men wird. Die Mit­glied­schaft des Lan­des war im Jahr 2011 sus­pen­diert wor­den.

Die The­men des Tref­fens im vor­neh­men Phoe­ni­cia-Hotel an der Cor­ni­che von Bei­rut soll­ten sich auf das „Wohl­erge­hen und die wirt­schaft­li­chen Pro­ble­me der ara­bi­schen Bevöl­ke­rung“ kon­zen­trie­ren, so der sau­di­sche Bot­schaf­ter bei der Ara­bi­schen Liga, Osa­ma bin Ahmad Naq­li, zu Beginn der Ver­samm­lung. Der Liga gehö­ren 22 ara­bi­sche Staa­ten an und sie ver­tritt rund 430 Mil­lio­nen Men­schen (Stand 2015).

Die drei Top-The­men waren der innera­ra­bi­sche Strom­han­del, innera­ra­bi­sche Trans­port­we­ge zu Land, Luft und Was­ser sowie die Nah­rungs­mit­tel­si­cher­heit bis zum Jahr 2030, erklär­te der stell­ver­tre­ten­de Gene­ral­se­kre­tär der Ara­bi­schen Liga, Hus­s­am Zaki, vor Jour­na­lis­ten. Wei­ter wur­de über eine ara­bi­sche Frei­han­dels­zo­ne gespro­chen, die Bil­dung einer Zoll­uni­on, Koope­ra­ti­on im Tou­ris­mus­sek­tor und die Abfall­wirt­schaft. Mehr Rech­te für die ara­bi­schen Frau­en, die Unter­stüt­zung der paläs­ti­nen­si­schen Wirt­schaft und die Koope­ra­ti­on mit dem UN-Hilfs­werk für die paläs­ti­nen­si­schen Flücht­lin­ge (UNWRA) stan­den eben­falls auf der 24 Punk­te umfas­sen­den Tages­ord­nung.

Nicht gespro­chen wur­de über den Wie­der­auf­bau Syri­ens, ein The­ma, das beson­ders vom Liba­non favo­ri­siert wor­den war. Der Zedern­staat sieht sich als wich­tigs­te Basis für den bevor­ste­hen­den Wie­der­auf­bau des kriegs­zer­stör­ten Nach­bar­lan­des. Die bei­den Häfen Bei­rut und Tri­po­li wur­den und wer­den aus­ge­baut, man rech­net mit lukra­ti­ven Geschäf­ten bei der Anlie­fe­rung von Bau­ma­te­ri­al und Waren, die in Syri­en gebraucht wer­den. Eli­as Hank­ach, Mit­glied im Par­la­ments­aus­schuss für Wirt­schaft, Han­del und Indus­trie, erwar­te­te vom Wirt­schafts­gip­fel eine Stär­kung der Rol­le des Liba­non. Aus­län­di­sche Inves­to­ren wür­den zurück­keh­ren und mit dem Wie­der­auf­bau in Syri­en kämen Händ­ler, Unter­neh­mer, Indus­tri­el­le ins Land. Das Ver­trau­en in den Liba­non als Han­dels­part­ner und in den liba­ne­si­schen Ban­ken­sek­tor müs­se gestärkt wer­den.

Nichts als Tin­te auf Papier“

Für die Bevöl­ke­rung war die Ver­an­stal­tung, die kom­plett vom Liba­non finan­ziert wur­de, eine Pro­vo­ka­ti­on. Der Gip­fel kos­te den Liba­non Mil­lio­nen von Dol­lar, schimpf­te gegen­über der New York Times der Sport­trai­ner Moha­med Al Maw­la. „Nichts als Tin­te auf Papier, nichts wird gesche­hen.“

Am Sonn­tag mar­schier­ten rund 20.000 Demons­tran­ten durch Bei­rut, um den poli­ti­schen Ver­ant­wort­li­chen im Zedern­staat und in der Ara­bi­schen Liga die rote Kar­te zu zei­gen. Ange­führt von der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei des Liba­non, Nas­se­ris­ten und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen mar­schier­ten die Demons­tran­ten zum Finanz­mi­nis­te­ri­um, um gegen die stän­dig stei­gen­den Prei­se und gerin­gen Löh­ne zu pro­tes­tie­ren. Der Wohl­stand müs­se ver­teilt, die Rei­chen ent­spre­chend besteu­ert wer­den, so die For­de­rung. Die öffent­li­chen Schu­len müss­ten bes­ser wer­den, die Men­schen bräuch­ten Arbeit.

Die Demons­tra­ti­on sei auch eine „Bot­schaft an die Füh­rer, die sich im Rah­men des Wirt­schafts­gip­fels der Ara­bi­schen Liga tref­fen“, sag­te einer der Orga­ni­sa­to­ren von der KP-Liba­non. In vie­len ara­bi­schen Län­dern sei die sozio­öko­no­mi­sche Lage noch schlech­ter als im Liba­non, „auch dort gehen die Men­schen auf die Stra­ße.“ Seit Mona­ten gibt es Pro­tes­te in Jor­da­ni­en und im Sudan gegen die Erhö­hung von Ben­zin- und Brot­prei­sen.

Die Mit­glieds­staa­ten der Ara­bi­schen Liga gel­ten als Ent­wick­lungs­län­der, auch wenn Katar, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te (VAE) und Kuwait zu den fünf reichs­ten Staa­ten der Welt zäh­len. Jemen, Soma­lia, Dschi­bu­ti gehö­ren zu den ärms­ten Län­dern welt­weit. Hin­zu kommt, dass die rei­chen Golf­staa­ten unter Füh­rung Sau­di Ara­bi­ens Krieg im Jemen füh­ren, der ohne­hin als das „Armen­haus der ara­bi­schen Welt“ gilt. Seit dem Jahr 2011 finan­zie­ren und bewaff­ne­ten die Golf­staa­ten Kämp­fer in Syri­en, um die Regie­rung in Damas­kus zu stür­zen. Syri­en und Jemen sind seit Jah­ren Schau­platz trans­na­tio­na­ler Krie­ge und wirt­schaft­lich weit zurück­ge­wor­fen. Syri­en wird zusätz­lich durch die Wirt­schafts­sank­tio­nen der Euro­päi­schen Uni­on und der USA schwe­rer Scha­den zuge­fügt.

Noch im Jahr 2010 hieß es in einem Bericht der Welt­bank, Syri­en kön­ne bei anhal­ten­dem wirt­schaft­li­chen Auf­schwung auf Platz 5 der ara­bi­schen Staa­ten vor­rü­cken. Durch den Krieg, Flucht, Ver­trei­bung und geziel­te Abwer­bung hat das Land nicht nur die wirt­schaft­li­chen Grund­la­gen son­dern sei­ne gut aus­ge­bil­de­te jun­ge Éli­te an Euro­pa, Kana­da und Aus­tra­li­en ver­lo­ren.

Unei­nig­keit ver­hin­dert drin­gend gebo­te­ne Lösun­gen

Auch wenn es ange­sichts der vie­len wirt­schaft­li­chen Pro­ble­me drin­gend gebo­ten wäre, inten­siv über deren Lösun­gen zu reden, sag­ten die meis­ten der ein­ge­la­de­nen Prä­si­den­ten und Köni­ge ihre Teil­nah­me an dem Wirt­schafts­gip­fel in Bei­rut ab. Von den ursprüng­lich ange­kün­dig­ten sie­ben Staats­chefs nah­men ledig­lich Prä­si­dent Michel Aoun (Liba­non), Prä­si­dent Moha­med Ould Abdel Aziz (Mau­re­ta­ni­en) und der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Tha­ni teil. Letz­te­rer reis­te aller­dings unmit­tel­bar nach dem Eröff­nungs­fo­to wie­der ab. Die ande­ren Staa­ten waren mit den für Wirt­schaft und Sozia­les zustän­di­gen Minis­tern oder Beam­ten ver­tre­ten.

Liba­non hät­te sich gewünscht, “alle Ara­ber zusam­men­zu­brin­gen und kei­nen Stuhl unbe­setzt zu las­sen” bedau­er­te Prä­si­dent Michel Aoun. Lei­der sei­en die „Hin­der­nis­se“ grö­ßer gewe­sen. Tat­säch­lich sind die Ver­wer­fun­gen zwi­schen den Mit­glieds­staa­ten der Ara­bi­schen Liga groß. Liba­non wirft Liby­en vor, das Schick­sal von Musa al-Sadr nicht auf­zu­klä­ren. Der ange­se­he­ne schii­tisch-mus­li­mi­sche Geist­li­che und Phi­lo­soph war in Liby­en im Jahr 1978 mit sei­nen Beglei­tern ver­schwun­den. Sau­di Ara­bi­en und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te iso­lie­ren das Emi­rat Katar, das nicht nur mit dem Iran son­dern auch mit der Tür­kei poli­tisch und wirt­schaft­lich koope­riert.

Die sun­ni­tisch-mus­li­mi­schen Staa­ten strei­ten unter­ein­an­der über die Rol­le der Mus­lim­bru­der­schaft, die Sau­di Ara­bi­en, Ägyp­ten und auch Syri­en bekämp­fen. Die Annä­he­rung man­cher ara­bi­scher Staa­ten an Isra­el, so zuletzt Sau­di Ara­bi­en, wird von ande­ren ara­bi­schen Staa­ten, die Hun­dert­tau­sen­de paläs­ti­nen­si­scher Flücht­lin­ge beher­ber­gen und deren Land noch immer von Isra­el besetzt ist, abge­lehnt. Irak, Jor­da­ni­en und Liba­non suchen nach einer Lösung für Mil­lio­nen syri­scher Flücht­lin­ge, die vor dem Krieg, der von den Golf­staa­ten in Syri­en mit­an­ge­facht wur­de, geflo­hen sind. Und schließ­lich gibt es eine tie­fe Spal­tung zwi­schen den Staa­ten, die wie Syri­en, Irak, Liba­non, Katar und Oman gute Kon­tak­te zum Iran pfle­gen und den­je­ni­gen, die wie Sau­di Ara­bi­en den Iran als größ­te Bedro­hung der Regi­on bekämp­fen wol­len.

Am Ende reis­ten die Teil­neh­mer ab, ohne die drin­gen­den wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Pro­ble­me über­haupt ernst­haft dis­ku­tiert zu haben. Ver­spro­chen wur­de die Ein­rich­tung eines regio­na­len Inves­ti­ti­ons­fonds für Tech­no­lo­gie und, dass man die Jugend im Mitt­le­ren Osten unter­stüt­zen wol­le. Hil­fe für die Rück­kehr der Mil­lio­nen von syri­schen Flücht­lin­gen, Hil­fe beim Wie­der­auf­bau, Schaf­fung von Arbeits­plät­zen, bes­se­re Bil­dung, Hil­fe für die Paläs­ti­nen­ser : Fehl­an­zei­ge.

Die nächs­te Chan­ce, Ant­wor­ten auf die drin­gen­den Fra­gen nach wirt­schaft­li­cher und sozia­ler Ent­wick­lung in der ara­bi­schen Welt, nach Frie­den und Ver­stän­di­gung mit Syri­en zu fin­den, bie­tet das Gip­fel­tref­fen der Ara­bi­schen Liga im März in Tunis.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma —  Syri­en und der ange­kün­dig­te US-Trup­pen­ab­zug : Reak­tio­nen und Kon­flikt­li­ni­en

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Erdoğan warnt Trump : Türkei bereit, ohne Verzögerung in Nordsyriens Manbidsch einzumarschieren


In einem Tele­fo­nat am spä­ten Sonn­tag sag­te Erdoğan zu Trump, dass die tür­ki­schen Streit­kräf­te bereit sei­en, sofort Sicher­heits­funk­tio­nen in Man­bidsch zu über­neh­men. Erdoğan argu­men­tier­te, dass der Ter­ror­an­schlag ver­gan­ge­ne Woche, der das Leben von vier US-Ame­ri­ka­nern, dar­un­ter zwei US-Sol­da­ten, for­der­te, eine bewuss­te Pro­vo­ka­ti­on war, die dar­auf abziel­te, den von Trump im ver­gan­ge­nen Monat ange­kün­dig­ten Abzug der US-Streit­kräf­te aus Syri­en zu ver­zö­gern.

Die US-Ame­ri­ka­ner wur­den ver­gan­ge­ne Woche von einer Bom­be in einem Café in Man­bidsch getö­tet. Zum Anschlag bekann­te sich die Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat”, was Geg­ner des US-Abzu­ges aus Syri­en dazu ver­an­lass­te, die Trump-Ent­schei­dung öffent­lich erneut in Fra­ge zu stel­len. Am Sams­tag flog Trump zum Luft­waf­fen­stütz­punkt Dover in Dela­ware, um an einer Zere­mo­nie teil­zu­neh­men, bei der die Über­res­te der getö­te­ten US-Sol­da­ten und Mit­ar­bei­ter des Ver­tei­dungs­mi­nis­te­ri­ums emp­fan­gen wur­den.

Wäh­rend des Tele­fo­nats sprach Erdoğan Trump sein Bei­leid aus. Er bekräf­tig­te, dass Anka­ra nicht zulas­sen wird, dass die von den USA unter­stütz­te kur­di­sche YPG-Miliz, die sei­ner Ansicht nach eine Erwei­te­rung der PKK ist, die Sicher­heit im Nord­os­ten Syri­ens unter­gräbt.

Die Tür­kei betrach­tet sowohl den “Isla­mi­schen Staat” als auch die YPG, das Rück­grat der soge­nann­ten “Demo­kra­ti­schen Kräf­te Syri­ens” (SDF), als ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, die ver­nich­tet und von den tür­ki­schen Gren­zen abge­drängt wer­den müs­sen.

Erdoğan hat­te Trump zuvor gewarnt, sein Ver­spre­chen, etwa 2.000 US-Streit­kräf­te aus Syri­en abzu­zie­hen, wie­der zurück­zu­neh­men. Er argu­men­tier­te, dass es sonst bedeu­ten wür­de, dass der IS gewon­nen hät­te.

Trump erhielt Druck sowohl von den Demo­kra­ten als auch von sei­ner eige­nen Repu­bli­ka­ni­schen Par­tei für die abrup­te Ankün­di­gung eines Trup­pen­ab­zugs nach einem Tele­fo­nat mit Erdoğan im Dezem­ber. Das Staats­ober­haupt soll die Ent­schei­dung, Syri­en zu ver­las­sen, wäh­rend des Gesprächs getrof­fen haben. Das lös­te Ent­set­zen unter sei­nen Bera­tern und Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen aus, was zu einer Ket­te von Rück­trit­ten führ­te, dar­un­ter die des US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters James Mat­tis. Trumps Ver­spre­chen an Erdoğan ließ die Tür­kei eine geplan­te Ope­ra­ti­on zur Bekämp­fung von YPG-Ein­hei­ten im Gebiet öst­lich des Euphrat­flus­ses ver­zö­gern.

Anka­ra deu­te­te jedoch an, dass sei­ne Geduld nach­lässt, wenn die US-Streit­kräf­te nicht abzie­hen und wei­ter­hin die YPG unter­stüt­zen.

Wenn der Abzug mit lächer­li­chen Aus­re­den wie Tür­ken mas­sa­krie­ren Kur­den, die nicht der Rea­li­tät ent­spre­chen, auf­ge­scho­ben wird, wer­den wir die­se Ent­schei­dung umset­zen”, warn­te der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu Anfang die­ses Monats.

Erst am Wochen­en­de tauch­te in den sozia­len Medi­en ein neu­es Video auf, das bewei­sen soll, dass die US-geführ­te Inter­na­tio­na­le Koali­ti­on neue mili­tä­ri­sche Logis­tik nach Nord­ost­sy­ri­en ver­legt.

Das US-Mili­tär arbei­tet unter­des­sen an Sicher­heits­ver­ein­ba­run­gen mit den tür­ki­schen Streit­kräf­ten, um eine Puf­fer­zo­ne zwi­schen der Tür­kei und den kur­di­schen Kämp­fern zu schaf­fen. Die Kur­den luden unter­des­sen die syri­sche Regie­rung zur Über­nah­me ihrer Gebie­te ein und haben angeb­lich begon­nen, Man­bidsch zu ver­las­sen. Erdoğan leug­ne­te jedoch, dass die kur­di­schen Ein­hei­ten Man­bidsch ver­las­sen hät­ten und nann­te die Ein­la­dung eine “Psy-Ope­ra­ti­on”. Klar ist, dass die rus­si­sche Mili­tär­po­li­zei in den länd­li­chen Gebie­ten der Man­bidsch-Regi­on, vor allem im Süd­wes­ten, eine immer deut­li­che­re Prä­senz zeigt. Zuletzt führ­ten die rus­si­schen Trup­pen in die­sem Gebiet sogar eine gemein­sa­me Patrouil­le mit der YPG durch.

Am Mitt­woch wird der tür­ki­sche Prä­si­dent zu Besuch in Russ­land erwar­tet. Dort ste­hen Kon­sul­ta­tio­nen mit Prä­si­dent Putin an, die sich auf die Lage in Idlib, wo al-Kai­da-nahe Dschi­ha­dis­ten die gesam­te Rebel­len-Regi­on über­nom­men haben, und eine Koor­di­nie­rung der Inter­es­sen in Nord­sy­ri­en mit Fokus auf Man­bidsch fokus­sie­ren wer­den. Russ­land for­dert, dass letzt­lich alle syri­schen Gebie­te wie­der unter die Kon­trol­le der Zen­tral­re­gie­rung in Damas­kus kom­men müs­sen.

Mehr zum The­ma — Isra­el bom­bar­diert “ira­ni­sche” Zie­le in Damas­kus : 4 syri­sche Sol­da­ten getö­tet, 6 wei­te­re ver­letzt

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Boris Johnson zum Brexit : “Es geht auch ohne Abkommen”


Der ehe­ma­li­ge bri­ti­sche Außen­mi­nis­ter Boris John­son hat den Bre­x­it-Kurs von Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May scharf kri­ti­siert. Wie die Sun berich­tet, stell­te John­son in einer Rede am Frei­tag im eng­li­schen Roces­ter Mays Füh­rung in Fra­ge.

John­son ver­lang­te von May, die EU zu einem Ver­zicht auf den umstrit­te­nen “Back­stop” auf­zu­for­dern, also auf die Garan­tie einer offe­nen Gren­ze zwi­schen Nord­ir­land und Irland zu ver­zich­ten. Im Fall einer Ableh­nung die­ser For­de­rung durch Brüs­sel spricht sich John­son für einen Bre­x­it ohne Abkom­men aus.

John­son warf May vor, die EU nicht ein­mal um einen Ver­zicht auf den Back­stop gebe­ten zu haben, und for­der­te sie auf, es “die­ses Mal ernst zu mei­nen”. Er kri­ti­sier­te das Bre­x­it-Abkom­men der Pre­mier­mi­nis­te­rin als “Nach­ge­ben” gegen­über Brüs­sel. Groß­bri­tan­ni­en wür­de sich bei einer Umset­zung des Abkom­mens “am Gän­gel­band” der EU befin­den.

In der Rede, mit der John­son eine neue Füh­rungs­de­bat­te eröff­ne­te und die stel­len­wei­se wie eine Bewer­bungs­re­de wirk­te, erklär­te John­son, er wür­de kei­ne Steu­ern erhö­hen und mehr Geld für Sozia­les bereit­stel­len. Ein Ver­las­sen der EU bie­te die Mög­lich­keit, das Land wie­der zusam­men­zu­füh­ren :

Wenn wir unse­re Nati­on wie­der zusam­men­füh­ren wol­len, bedeu­tet das, mehr für gute öffent­li­che Dienst­leis­tun­gen aus­zu­ge­ben, für siche­re­re Stra­ßen, bes­se­re Kran­ken­häu­ser, bes­se­re Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen und bes­se­res Woh­nen.

John­son erklär­te, ein Bre­x­it ohne Abkom­men wür­de Her­aus­for­de­run­gen mit sich brin­gen, denen die Bri­ten aber mehr als gewach­sen wären. John­son sag­te :

Wir haben es so weit gebracht, wir dür­fen jetzt nicht auf­ge­ben ! (…) Wenn wir die Ner­ven behal­ten, wer­den wir nicht die­sen Schum­mel-Bre­x­it errei­chen, son­dern den Bre­x­it, für den die Bri­ten gestimmt haben.

Das Bre­x­it-Abkom­men The­re­sa Mays war am Diens­tag­abend vom bri­ti­schen Unter­haus mit gro­ßer Mehr­heit abge­lehnt wor­den. Kon­ser­va­ti­ve Bre­x­it-Befür­wor­ter tra­fen sich nach Mays Nie­der­la­ge im Haus des Abge­ord­ne­ten Jacob Rees-Mogg, um die­ses Ergeb­nis mit einer Cham­pa­gner-Par­ty zu fei­ern.

May hat­te nach dem Schei­tern eines Miss­trau­ens­vo­tums gegen sie am Mitt­woch ange­kün­digt, am kom­men­den Mon­tag ihr wei­te­res Vor­ge­hen bekannt­zu­ge­ben. Im Moment schei­nen Neu­wah­len eben­so denk­bar wie ein unge­re­gel­ter Bre­x­it ohne Abkom­men. Auch die Mög­lich­keit eines zwei­ten Refe­ren­dums wird immer wie­der ins Spiel gebracht, von der Pre­mier­mi­nis­te­rin und der Mehr­heit ihrer Par­tei aber abge­lehnt.

Nur Minu­ten vor John­sons Rede hat­te die kon­ser­va­ti­ve Abge­ord­ne­te Pen­ny Morda­unt die Bre­x­it-Geg­ner in ihrer Par­tei kri­ti­siert. Es wäre absto­ßend, das Ergeb­nis des Refe­ren­dums nicht zu akzep­tie­ren, erklär­te sie.

Deut­sche Poli­ti­ker und Pro­mi­nen­te haben sich unter­des­sen in einem offe­nen Brief an die Bri­ten gewandt, um für einen Ver­bleib des Lan­des in der EU zu wer­ben. In dem Brief heißt es, man respek­tie­re die Wahl der Bri­ten, aber :

Wir wür­den Groß­bri­tan­ni­en als Teil der Euro­päi­schen Uni­on ver­mis­sen, beson­ders in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten. Des­halb soll­ten die Bri­ten wis­sen : Aus tiefs­tem Her­zen wol­len wir, dass sie blei­ben.

Unter den Unter­zeich­nern des Briefs befin­den sich die CDU-Vor­sit­zen­de Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, die SPD-Vor­sit­zen­de Andrea Nah­les, der Grü­nen-Chef Robert Habeck, der Fuß­bal­ler Jens Leh­mann und der Sän­ger der Toten Hosen, Cam­pi­no. Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel ist nicht dabei, doch es ist denk­bar, dass der Brief auch so eher den Befür­wor­tern des Bre­x­it nützt als sei­nen Geg­nern.

Mehr zum The­ma — The­re­sa May : Es ist mei­ne Pflicht, Groß­bri­tan­ni­en aus der EU zu füh­ren

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Einseitige Neuausrichtung : Trump-Regierung korrigiert Status der EU nach unten – ohne deren Wissen


Diplo­ma­ti­sche Ver­tre­ter der Euro­päi­schen Uni­on in den USA sol­len fort­an in ihrem Ein­fluss auf US-Poli­ti­ker ein­ge­schränkt wer­den. Die­ser Schritt, der bereits im letz­ten Jahr beschlos­sen und am Diens­tag von offi­zi­el­ler Sei­te aus bestä­tigt wur­de, spie­gelt die offen­bar gene­rell ableh­nen­de Hal­tung der Trump-Regie­rung gegen­über der EU wider, die der US-Prä­si­dent selbst bereits zuvor als Feind bezeich­ne­te. Beson­ders dar­an ist, dass weder die Washing­to­ner Ver­tre­tung noch Brüs­sel über die neu­en Gege­ben­hei­ten infor­miert wur­den.

In einem Inter­view mit der Deut­schen Wel­le erklär­te ein EU-Amts­trä­ger, dass man bei der EU gar nicht genau wis­se, wann die US-Sei­te die Ände­run­gen vor­ge­nom­men hat, weil die­se es – ver­ges­sen – habe, die EU dar­über zu infor­mie­ren. Eine Ant­wort von EU-Sei­te ste­he ihm zufol­ge zwar noch aus, jedoch erklär­te er : “Ich kann bestä­ti­gen, dass dies in Brüs­sel nicht gut auf­ge­nom­men wur­de.”

Auf­ge­fal­len ist der Vor­gang offen­bar, nach­dem sich die EU-Ver­tre­tung dar­über gewun­dert hat­te, dass der EU-Bot­schaf­ter nicht zur Beer­di­gungs­ze­re­mo­nie des Ex-Prä­si­den­ten Geor­ge Bush Seni­or ein­ge­la­den wur­de, und auf Anfra­ge dann erfuhr, dass der diplo­ma­ti­sche Sta­tus nicht mehr der­sel­be sei wie zuvor. Der Bot­schaf­ter war den­noch dort, wur­de jedoch nicht in der übli­chen chro­no­lo­gi­schen Rei­hen­fol­ge nach Dienst­zeit genannt, son­dern zuletzt.

RT Deutsch