Brandkatastrophe am Moskauer Flughafen Scheremetjewo : Viele Opfer trotz Vorzeigerettung


Laut der aktu­el­len Mel­dung des rus­si­schen Ermitt­lungs­ko­mi­tees wer­den der­zeit ver­schie­de­ne Ver­sio­nen des Gesche­hens berück­sich­tigt, die zur Kata­stro­phe mit bis­lang 41 Todes­op­fern geführt haben könn­ten. Dazu zäh­len Pilo­ten- und/oder Lot­sen­feh­ler, unzu­rei­chen­de Inspek­ti­on, Fehl­funk­tio­nen des Flug­zeugs und ungüns­ti­ge Wet­ter­be­din­gun­gen. Die Aus­wer­tung des Flug­schrei­bers, der am Unfall­ort gefun­den wur­de, kann meh­re­re Tage in Anspruch neh­men. Als eine mög­li­che Ursa­che für die tech­ni­schen Pro­ble­me wird ein Blitz­schlag ver­mu­tet. 

Das Flug­zeug sei von einem Blitz getrof­fen wor­den, soll der Pilot, der die Unglücks­ma­schi­ne gelan­det hat, laut meh­re­ren Medi­en­be­rich­ten bestä­tigt haben.

Durch den Ein­schlag habe man den Funk­kon­takt kurz ver­lo­ren. “Wir haben es aber geschafft, über eine Not­fre­quenz wie­der Kon­takt auf­zu­neh­men, wenn auch nur in unre­gel­mä­ßi­gen Abstän­den”, so der Pilot. Nach der Lan­dung habe zuerst der zwei­te Pilot die Maschi­ne ver­las­sen, dann sei er ihm gefolgt. Um alle Umstän­de des Vor­falls zu klä­ren, wer­den der­zeit von den Ermitt­lern Opfer, Zeu­gen, Mit­ar­bei­ter des Flug­ha­fens und der Flug­ge­sell­schaft sowie ande­re für den Betrieb die­ses Flug­zeugs ver­ant­wort­li­che Per­so­nen befragt.

Laut der Sukhoi Civil Air­craft Com­pa­ny (SCAC) wur­de das Flug­zeug mit der Seri­en­num­mer 95135 im August 2017 her­ge­stellt und die letz­te War­tung Anfang April 2019 durch­ge­führt. Die Maschi­ne wur­de für kür­ze­re Inlands­flü­ge bean­sprucht ; die durch­schnitt­li­che täg­li­che Flug­dau­er betrug sie­ben Stun­den. 

Der rus­si­sche Pre­mier­mi­nis­ter Dmi­tri Med­we­dew ver­füg­te die Ein­rich­tung einer Son­der­kom­mis­si­on unter der Lei­tung des Ver­kehrs­mi­nis­ters Jew­ge­ni Diet­rich, die die Umstän­de des Abstur­zes unter­su­chen soll. Ihm zufol­ge gebe es im Moment kei­nen Grund, den Betrieb des rus­si­schen Flug­zeugs vom Typ Sukhoi Super­Jet 100 aus­zu­set­zen.

Wie es zur Kata­stro­phe kam 

Das Pas­sa­gier­flug­zeug Sukhoi Super­Jet 100 – 95B der Flug­li­nie Aero­flot (Flug SU-1492) mit der Ken­nung RA-89098, das von Mos­kau nach Mur­mansk abflog, star­te­te um 18:02 Uhr Mos­kau­er Zeit vom Flug­ha­fen Sche­re­met­je­wo. Das Flug­zeug lief pro­blem­los ent­lang der Start- und Lan­de­bahn, hob erfolg­reich vom Boden ab und erreich­te gegen 18:07 Uhr eine Höhe von 3.600 Metern. An die­ser Stel­le infor­mier­te der Kom­man­dant der Besat­zung den Flug­lot­sen über die Pro­ble­me und bat um eine Erlaub­nis zur Not­lan­dung. Wegen des Aus­falls des Funk­ver­kehrs hat­te er kei­ne Zeit, sich anders zu äußern. Zu die­sem Zeit­punkt betrug die Geschwin­dig­keit des Flug­zeugs fast 650 km/h.

Eini­ge Zeit nach dem Start mach­te die Crew der Pas­sa­gier­ma­schi­ne den Flug­lot­sen jedoch dar­auf auf­merk­sam, dass die Funk­kom­mu­ni­ka­ti­on zu ver­lie­ren droht, und beschloss dann, zum Flug­ha­fen zurück­zu­keh­ren. Spä­ter sag­ten SSJ-100-Besat­zungs­mit­glie­der, dass der Ver­lust der Funk­kom­mu­ni­ka­ti­on durch Blitz­ein­schlä­ge hät­te beein­träch­tigt wer­den kön­nen, was auch dazu führ­te, dass die Pilo­ten in den manu­el­len Kon­troll­mo­dus wech­sel­ten. 

Gegen 18:20 Uhr begann das Flug­zeug ein zwei­tes Mal abzu­stei­gen. Die Start- und Lan­de­bahn wur­de bereits für die Not­lan­dung frei­ge­ge­ben. Die Besat­zung muss­te die Maschi­ne unter kri­ti­schen Umstän­den lan­den : bei einer Geschwin­dig­keit von ca. 300 km/h, bei schlech­tem Wet­ter, feh­len­der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Flug­lot­sen und dem maxi­ma­len Lan­de­ge­wicht (bei vol­len Tanks).

Auf den Video­auf­zeich­nun­gen des Not­falls ist zu sehen, wie das Flug­zeug nach zwei Auf­set­zern erneut abhebt (von der Start- und Lan­de­bahn abprallt), offen­bar wegen zu hoher Ver­ti­kal­ge­schwin­dig­keit. Bei der drit­ten Berüh­rung bricht offen­bar das Haupt­fahr­werk, wodurch sich Moto­ren und dann Kraft­stoff ent­zün­de­ten.

Um 18:30 Uhr Mos­kau­er Zeit mach­te die Pas­sa­gier­ma­schi­ne eine har­te Lan­dung auf der Start- und Lan­de­bahn ; danach gab es ein Feu­er”, sag­te der Pres­se­dienst von Sche­re­met­je­wo.

Die Ret­tung

Nach dem Stop­pen auf der Start- und Lan­de­bahn wur­den Not­rut­schen an den vor­de­ren Türen akti­viert und die Pas­sa­gie­re eva­ku­iert. Maxim Fet­i­sow, der Pres­se­se­kre­tär von Aero­flot, sag­te, dass die Eva­ku­ie­rung der Pas­sa­gie­re 55 Sekun­den (bei einer Stan­dard­zeit von 90 Sekun­den) dau­er­te. Die meis­ten von ihnen hat­ten sogar Zeit, ihr Gepäck her­bei­zu­schaf­fen. Feu­er­wehr und Kran­ken­wa­gen kamen rasch am Ein­satz­ort an. Ret­tungs­kräf­te ver­such­ten, in das hin­te­re Ende der Kabi­ne ein­zu­drin­gen, in dem sich die Pas­sa­gie­re ver­schanzt hat­ten. 37 Per­so­nen, dar­un­ter vier Crew­mit­glie­der, konn­ten geret­tet wer­den. 

Der Crew-Lei­ter war der Letz­te, der die bren­nen­de Maschi­ne ver­las­sen hat­te, füg­te Aero­flot hin­zu.

Um 18:32 Uhr Mos­kau­er Zeit kamen ein Not­fall­team und medi­zi­ni­sche Besat­zun­gen sofort an die Unfall­stel­le, um die Pas­sa­gie­re und die Besat­zung zu eva­ku­ie­ren und zu unter­stüt­zen”, sag­te Sche­re­met­jew in einer Pres­se­mit­tei­lung.

Nach Anga­ben des Minis­te­ri­ums für Not­fall­si­tua­tio­nen wur­de das Feu­er um 18:30 Uhr gemel­det. Nach zehn Minu­ten war das Feu­er loka­li­siert, und um 18:48 Uhr began­nen die Feu­er­wehr­leu­te mit dem Löschen des Feu­ers. Hier­für waren 45 Fahr­zeu­ge und 146 Per­so­nen betei­ligt. 

Die Mehr­heit der Pas­sa­gie­re ist an Rauch­ver­gif­tun­gen gestor­ben. Bis zu drei Per­so­nen, die geret­tet wur­den, schwe­ben der­zeit in Lebens­ge­fahr. Zu den ins­ge­samt 41 Todes­op­fern soll laut Medi­en­be­rich­ten auch der US-Ame­ri­ka­ner Jere­my Brooks zäh­len. 26 Opfer sol­len gemäß der Nach­rich­ten­agen­tur TASS aus der rus­si­schen Stadt Mur­mansk – dem ursprüng­li­chen Ziel­ort der Maschi­ne – stam­men, dar­un­ter zwei Kin­der.

Brandkatastrophe am Moskauer Flughafen Scheremetjewo: Viele Opfer trotz Vorzeigerettung
Der aus­ge­brann­te Wrack des Flug­zeugs : Blick aus dem Inne­ren

Das Ver­hal­ten der Crew­mit­glie­der

Die Besat­zung zeig­te sich vor­bild­lich : Unmit­tel­bar nach­dem die Maschi­ne zum Stop­pen gekom­men war, wur­den auf bei­den Sei­ten Not­fall­rut­schen akti­viert. 

Noch bevor das Flug­zeug still­stand, sei­en alle Pas­sa­gie­re von ihren Sit­zen auf­ge­stan­den und hät­ten sich nach vor­ne gedrängt, erzähl­te die Flug­be­glei­te­rin Tat­ja­na Kas­at­ki­na gegen­über Medi­en. Kurz dar­auf habe sofort die Eva­ku­ie­rung der Maschi­ne begon­nen.

Zu die­sem Zeit­punkt sei noch kein Feu­er in der Kabi­ne zu sehen gewe­sen. “Ich kick­te mit mei­nem Bein gegen die Tür und stieß die Pas­sa­gie­re nach drau­ßen”, so die 34-Jäh­ri­ge. Um die Eva­ku­ie­rung zu beschleu­ni­gen, habe sie am Ende jeden ein­zel­nen Flug­zeug­insas­sen gepackt und ihn nach drau­ßen beför­dert.

In den sozia­len Medi­en wird der­zeit spe­ku­liert, ob Pas­sa­gie­re vor dem Ver­las­sen des Flug­zeugs noch ihr Hand­ge­päck mit­neh­men woll­ten. Auf einem Video, das die flie­hen­den Gäs­te zeigt, haben meh­re­re Per­so­nen ihr Hand­ge­päck dabei.

Nicht nur Kas­at­ki­na ret­te­te unzäh­li­ge Leben, son­dern auch Flug­be­glei­ter Mak­sim Moi­se­ew. Er ver­such­te zuerst, eine Tür im bren­nen­den hin­te­ren Teil des Flug­zeugs zu öff­nen. Als ihm dies nicht gelang, blieb er trotz­dem an Bord und half den Pas­sa­gie­ren, das Flug­zeug auf ande­ren Wegen zu ver­las­sen. Er blieb so lan­ge in der bren­nen­den Maschi­ne, bis alle Men­schen in Sicher­heit waren – und starb anschlie­ßend in den Flam­men. Er wur­de nur 22 Jah­re alt ; nach Anga­ben sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen sei Flug­be­glei­ter sein Traum­job gewe­sen. 

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Maxim Mois­seew

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Eugenik : Japan beschließt Zahlung an Opfer staatlicher Zwangssterilisierungen


Vom japa­ni­schen Euge­nik-Gesetz Betrof­fe­ne sol­len ent­schä­digt wer­den. Die Regie­rung ent­schul­dig­te sich bei den zehn­tau­sen­den Opfern für das erlit­te­ne Leid. Das Par­la­ment hat­te zuvor ein­stim­mig für eine Kom­pen­sa­ti­on gestimmt. Doch die Opfer wol­len mehr.
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Zahl der Opfer in Missbrauchsfall Lügde gestiegen


Im Miss­brauchs­fall von Lüg­de ist die Zahl der Opfer auf min­des­tens 34 gestie­gen. Bei 14 wei­te­ren Per­so­nen bestehe der Ver­dacht, dass auch sie Opfer des viel­fa­chen Miss­brauchs auf einem Cam­ping­platz in Nord­rhein-West­fa­len gewor­den sein könn­ten, sag­te Lan­des­in­nen­mi­nis­ter Her­bert Reul (CDU) am Don­ners­tag im Innen­aus­schuss des Land­tags.
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Angehörige der Opfer von Flug MH370 fordern neue Suche nach Flugzeug


Einer der Teil­neh­mer berich­te­te, die Fami­li­en woll­ten, dass erneut nach dem Flug­zeug gesucht wer­de. Auch for­der­ten sie wei­ter­ge­hen­de Ermitt­lun­gen, ob es einen kri­mi­nel­len Hin­ter­grund oder Sicher­heits­pro­ble­me gege­ben habe. Fer­ner wur­de das Außen­mi­nis­te­ri­um auf­ge­for­dert, den Fami­li­en zusam­men mit der malay­si­schen Regie­rung “wirk­li­che und huma­ni­tä­re Unter­stüt­zung” zu geben, womit eine wei­te­re Ent­schä­di­gung gemeint ist. Von den 239 Men­schen an Bord waren 153 chi­ne­si­sche Staats­bür­ger. Flug MH370 war am 8. März 2014 ver­schwun­den. (dpa)

Mehr zum The­ma — Rät­sel von Flug MH370 bleibt : Malay­si­as Regie­rung stellt ent­täu­schen­den Abschluss­be­richt vor

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Messerattacke auf Schwangere in Bad Kreuznach : Täter und Opfer waren ein Paar


Ob die bei­den bei der Tat mit einem Mes­ser noch zusam­men waren oder ob die Bezie­hung bereits been­det war, sei unklar. Die Fra­gen nach Hin­ter­grün­den der Tat sowie nach einem mög­li­chen Motiv blei­ben einst­wei­len unbe­ant­wor­tet. Es habe kei­ner­lei Aggres­si­on oder Gewalt gegen Drit­te gege­ben, sag­te der Spre­cher.

Der Asyl­be­wer­ber aus Afgha­ni­stan habe im hes­si­schen Bib­lis gelebt und die Schwan­ge­re — eine 25 Jah­re alte Polin — am Frei­tag im Kran­ken­haus in der mehr als 70 Kilo­me­ter ent­fern­ten rhein­land-pfäl­zi­schen Stadt besucht, teil­te die Staats­an­walt­schaft mit. Der 25-Jäh­ri­ge habe die sta­tio­när unter­ge­brach­te Schwan­ge­re nach einem Streit in dem Kran­ken­haus­zim­mer mit dem Mes­ser ange­grif­fen.

Mehr zum The­ma — Mann erschießt schwan­ge­re Ex-Gat­tin mit Arm­brust – Pfeil geht knapp an Embryo vor­bei

Das Kind ist infol­ge der Miss­hand­lung zu Tode gekom­men”, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft. Die Frau habe not­ope­riert wer­den müs­sen und daher bis­lang noch nicht befragt wer­den kön­nen. “Es geht ihr aber bes­ser, so dass in abseh­ba­rer mit ihrer Ver­neh­mung gerech­net wer­den kann”, füg­te der Spre­cher hin­zu. In dem Zim­mer war noch eine ande­re Pati­en­tin unter­ge­bracht. Sie hat die Tat mit anse­hen müs­sen und per Pati­en­ten­knopf Hil­fe geru­fen, wie die Staats­an­walt­schaft berich­te­te.

Der mut­maß­li­che Täter war laut Staats­an­walt­schaft im Bad Kreuz­nacher Bereich bis­her nicht poli­zei­lich auf­fäl­lig gewor­den. Sein Asyl­ver­fah­ren sei noch nicht abge­schlos­sen. Er habe das Kran­ken­haus “zunächst ohne nen­nens­wer­te Eile” ver­las­sen und sich am Bahn­hof von Bad Kreuz­nach von sich aus Bun­des­po­li­zis­ten gestellt. Er sitzt in Unter­su­chungs­haft. Ihm wird ver­such­ter Mord, voll­ende­ter Schwan­ger­schafts­ab­bruch und gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen. (dpa)

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Fünftes Opfer nach Straßburger Anschlag gestorben


Bei dem Anschlag in der Innen­stadt der Elsass-Metro­po­le waren am Diens­tag auch zahl­rei­che Men­schen ver­letzt wor­den. Der mut­maß­li­che Atten­tä­ter Ché­rif Che­katt wur­de am Don­ners­tag­abend nach einer zwei­tä­gi­gen Groß­fahn­dung auf der Flucht erschos­sen.

Das Motiv des mut­maß­li­chen Atten­tä­ters ist noch immer nicht ein­deu­tig geklärt. Die Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS) rekla­mier­te den Anschlag nach dem Tod Che­katts für sich und bezeich­ne­te ihn post­hum als einen ihrer “Sol­da­ten”. Frank­reichs Innen­mi­nis­ter Chris­to­phe Cas­ta­ner wer­te­te dies als “oppor­tu­nis­ti­sche” Wort­mel­dung, die nichts ände­re.

Bekannt ist, dass der Angrei­fer Zeu­gen zufol­ge “Alla­hu Akbar” (Allah ist groß) geru­fen hat. Außer­dem sei eine Radi­ka­li­sie­rung Che­katts wäh­rend eines Gefäng­nis­auf­ent­hal­tes auf­ge­fal­len, hieß es von­sei­ten der Behör­den. Che­katt wur­de in zwei Anti­ter­ror­ver­zeich­nis­sen der fran­zö­si­schen Regie­rung geführt und vom Geheim­dienst über­wacht.

Am Sonn­tag gedach­ten in Straß­burg Hun­der­te Men­schen der Opfer. Die Gedenk­ze­re­mo­nie fand vor der rie­si­gen Weih­nachts­tan­ne auf dem Klé­ber-Platz statt und wur­de von meh­re­ren Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen orga­ni­siert. (dpa)

Mehr zum The­ma — Zahl der Todes­op­fer bei Straß­burg-Anschlag steigt auf vier

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3,8 Millionen Euro Entschädigung für Opfer des Berliner Anschlags


In vie­len Fäl­len wur­den nicht nur ein­ma­lig hohe Sum­men zur Ent­schä­di­gung aus­ge­zahlt, son­dern lebens­lan­ge Zah­lun­gen von monat­li­chen Grund­ren­ten bewil­ligt.

Die Gesamt­sum­me der pau­schal gezahl­ten Ein­mal­be­trä­ge für Opfer und Ange­hö­ri­ge liegt bei 3.075.000 Euro (Stand 28.11.2018), wie das Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­um mit­teil­te. Die höchs­te Ein­zel­sum­me davon waren 350.000 Euro für einen sehr schwer ver­letz­ten Men­schen. Die­se soge­nann­ten frei­wil­li­gen Här­te­leis­tun­gen des Bun­des wer­den an Hin­ter­blie­be­ne von ter­ro­ris­ti­schen Taten und extre­mis­ti­schen Angrif­fen gezahlt. Der Bund hat­te die Beträ­ge im Som­mer rück­wir­kend ver­drei­facht.

Mehr zum The­ma — Atten­tä­ter von Stras­bourg durch eine Poli­zei­strei­fe erschos­sen 

Dazu erhal­ten Hin­ter­blie­be­ne wie Witwer/Witwen, Wai­sen und Halb­wai­sen sowie Schwer­ver­letz­te monat­li­che Grund­ren­ten. Die Höhe rich­tet sich nach dem Aus­maß der Schä­di­gung und liegt laut Gesetz zwi­schen 141 und 736 Euro. Auch die Kos­ten für ärzt­li­che Behand­lun­gen und The­ra­pi­en wur­den über­nom­men. 192 Anträ­ge gin­gen ein. Die aller­meis­ten wur­den bewil­ligt.

Bei dem Anschlag am 19. Dezem­ber 2016 hat­te der Tune­si­er Anis Amri zwölf Men­schen getö­tet und mehr als 70 ver­letzt. Wei­te­re Men­schen wur­den trau­ma­ti­siert. (dpa)

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Zahl der Opfer des DDR-Grenzregimes wird künstlich hochgerechnet


Eine Stu­die der Bun­des­re­gie­rung rech­net die Zahl der Opfer des DDR-Grenz­re­gimes künst­lich hoch. Wie Recher­chen des rbb erge­ben, wer­den in der Stu­die auch Todes­fäl­le mit­ge­zählt, die mit dem Grenz­re­gime wenig oder gar nichts zu tun hat­ten.

Die 650.000 Euro teu­re Stu­die wur­de 2012 vom dama­li­gen Kul­tur­staats­se­kre­tär Bernd Neu­mann in Auf­trag gege­ben und 2017 von sei­ner Nach­fol­ge­rin Moni­ka Grüt­ters, gemein­sam mit den Autoren Klaus Schro­eder und Jochen Staadt, vor­ge­stellt. Schro­eder und Staadt vom “For­schungs­ver­bund SED-Staat” der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin waren gemein­sam mit dem frü­he­ren Lei­ter der Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen, Huber­tus Kna­be, über Jah­re hin­weg die bei den Medi­en des Main­stream belieb­tes­ten “Erklä­rer” der DDR.

Gemein­sam sorg­ten sie dafür, dass die Erin­ne­rung an “das Unrecht” des ande­ren deut­schen Staa­tes wach­ge­hal­ten und posi­ti­ve Sicht­wei­sen oder selbst nur eine dif­fe­ren­zier­te Betrach­tung der DDR-Ver­gan­gen­heit in der Öffent­lich­keit kei­nen Platz beka­men.

Der Wunsch, das Bild der DDR so grau­schwarz wie nur mög­lich zu zeich­nen, scheint auch hin­ter den Über­trei­bun­gen die­ser Stu­die zu ste­hen. Die tat­säch­li­che Zahl der bei einem nach DDR-Geset­zen ille­ga­len Grenz­über­tritt dürf­te den Autoren zu nied­rig erschie­nen sein. Nach ihren “Berech­nun­gen” gab es von 1949 bis 1989 327 Opfer des Grenz­re­gimes der DDR an der Gren­ze gen Wes­ten, zur BRD.

Die rbb-Recher­chen zei­gen nun, dass dabei auch höchst zwei­fel­haf­te Fäl­le mit­ge­zählt wur­den : Dazu gehö­ren Selbst­mor­de von Grenz­sol­da­ten. Nach Ansicht der Autoren sei­en die­se “an den Anfor­de­run­gen des Diens­tes zer­bro­chen” und damit Opfer des Grenz­re­gimes. Ange­hö­ri­ge behar­ren dage­gen dar­auf, dass sie sich wegen pri­va­ter Pro­ble­me das Leben genom­men hät­ten.

Mehr zum The­ma — Sta­si-Gedenk­stät­te Hohen­schön­hau­sen : Direk­tor Huber­tus Kna­be nach Sexis­mus-Vor­wür­fen ent­las­sen

Ein ande­rer Fall betrifft einen ehe­ma­li­gen Ange­hö­ri­gen der Waf­fen-SS, der nach 1949 in der DDR-Grenz­po­li­zei dien­te. Er wur­de 1951 ver­haf­tet und 1952 in Mos­kau hin­ge­rich­tet. Nach Ansicht der Autoren sei er wegen einer geplan­ten Flucht ver­haf­tet und ver­ur­teilt wor­den, tat­säch­lich woll­te er flie­hen, ver­mut­lich vor der ihm dro­hen­den Ver­ur­tei­lung wegen mit­be­gan­ge­ner Kriegs­ver­bre­chen.

Die Autoren ver­tei­di­gen ihre Zäh­lung : Sie hät­ten weder ver­harm­lost noch mani­pu­liert. Ange­hö­ri­ge der als Opfer kate­go­ri­sier­ten Grenz­sol­da­ten sind dage­gen ent­setzt, eben­so Opfer­ver­bän­de, die der Stu­die in Tei­len die Wis­sen­schaft­lich­keit abspre­chen. Kul­tur­staats­mi­nis­te­rin Grüt­ters hat ange­kün­digt, die zwei­fel­haf­ten Fäl­le über­prü­fen zu las­sen.

Die DDR ist als Bei­spiel für angeb­lich bös­ar­ti­ges, unge­setz­li­ches oder unmo­ra­li­sches staat­li­ches Han­deln im heu­ti­gen deut­schen Main­stream nach wie vor höchst beliebt. Das gilt nicht nur für das Grenz­re­gime, son­dern natür­lich auch für vie­le ande­re Lebens­be­rei­che. So wur­de Anfang die­ser Woche bei einer Kon­fe­renz der Kon­rad-Ade­nau­er-Stif­tung zum The­ma Über­wa­chungs­staat kaum über neue deut­sche Poli­zei­auf­ga­ben­ge­set­ze, die Schnüf­fe­lei der NSA oder die Soft­ware von Palan­tir Tech­no­lo­gies dis­ku­tiert, son­dern viel­mehr — über die Sta­si.

Die anhal­ten­de Dämo­ni­sie­rung der bald 30 Jah­re zurück­lie­gen­den DDR-Geschich­te dient ver­mut­lich dazu, posi­ti­ven Sicht­wei­sen auf die­se Epo­che deut­scher Geschich­te vor dem Hin­ter­grund der gegen­wär­ti­gen Pro­ble­me in Deutsch­land ent­ge­gen­zu­wir­ken und die gegen­wär­ti­gen Ver­hält­nis­se zu legi­ti­mie­ren.

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Nach Schießerei und elf Toten in Synagoge : Muslimische Vereine sammeln Tausende US-Dollar für Opfer


Die Tra­gö­die hat vie­le erschüt­tert und zum akti­ven Bei­stand ver­an­lasst. Zwei gemein­nüt­zi­ge Orga­ni­sa­tio­nen Cele­bra­te Mer­cy und MPower Chan­ge haben auf der mus­li­mi­schen Web­site Launch­Good eine Crowd­fun­ding-Kam­pa­gne gestar­tet, um Geld für die Opfer des Atten­tats zu sam­meln. Deren Erlös hat alle Erwar­tun­gen bei wei­tem über­trof­fen : Obwohl das ers­te Ziel der Kam­pa­gne mit 25.000 US-Dol­lar ange­ge­ben wur­de, über­stie­gen die Spen­den die­se Sum­mer bereits nach den ers­ten sechs Stun­den. Am Sonn­tag­nach­mit­tag erreich­te die Spen­den­sum­me die Mar­ke von 80.000 US-Dol­lar.

Gleich­zei­tig sam­melt auch die Crowd­fun­ding-Platt­form GoFund­Me Geld für Opfer der töd­li­chen Atta­cke. In zwei Tagen haben mehr als 11.500 Men­schen nun­mehr bereits 675.500 US-Dol­lar gespen­det.

Am Sams­tag hat­te ein 46 Jah­re alter Mann mit sei­nem anti­se­mi­tisch moti­vier­ten Atten­tat auf die « Tree of Life»-Synagoge in Pitts­burgh im US-Bun­des­staat Penn­syl­va­nia elf Men­schen erschos­sen.

Mehr zum The­ma - Anti­se­mi­ti­scher Atten­tä­ter tötet elf Men­schen in Syn­ago­ge

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Haftstrafe für U-Bahn-Fahrer wegen Vergewaltigung — Bahnbetreiber bot Opfer Fahr in Party-Tram an


Laut Video­auf­nah­me ent­deck­te der U-Bahn­fah­rer die Frau bei einem Kon­troll­gang. Die Frau ver­such­te ergeb­nis­los mehr­mals, den Angrei­fer weg­zu­sto­ßen. Die Münch­ner Ver­kehrs­ge­sell­schaft MVG zeig­te sich von dem Zwi­schen­fall scho­ckiert. Trotz­dem mach­te die MVG dem Opfer ein Son­der­an­ge­bot – eine Ein­la­dung zu einer kos­ten­lo­sen Fahrt in einer Par­ty-Tram. Das Unter­neh­men erklär­te die­sen Schritt, es han­de­le sich nicht um eine Wie­der­gut­ma­chung oder Ent­schä­di­gung, son­dern um ein “Zei­chen der ehr­li­chen Anteil­nah­me”. (rt deutsch/dpa)

Mehr zum The­ma — Bis zu vier Jah­re und neun Mona­te Haft für Grup­pen­ver­ge­wal­ti­gung

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