Lenín Moreno : “Maduro und Correa stecken hinter diesem Putschversuch”


Der ecua­do­ria­ni­sche Prä­si­dent Lenín More­no hat erklärt, dass sowohl der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent Rafa­el Cor­rea als auch der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent Nicolás Madu­ro für die aktu­el­le Kri­se in Ecua­dor ver­ant­wort­lich sind.

Madu­ros Statt­hal­ter hat zusam­men mit Cor­rea sei­nen Plan zur Desta­bi­li­sie­rung akti­viert”, sag­te der Prä­si­dent im natio­na­len Radio und Fern­se­hen.

More­no beschrieb Madu­ro und Cor­rea als “kor­rupt” und auf der Flucht vor der Jus­tiz.

Sie sind die­je­ni­gen, die hin­ter die­sem ver­such­ten Staats­streich ste­hen”, füg­te er hin­zu und bekräf­tig­te, dass die Men­schen, die zur Gewalt auf­sta­cheln, “bezahlt und orga­ni­siert” wer­den.

Der Prä­si­dent beschul­dig­te auch ande­re Poli­ti­ker, an dem Kom­plott betei­ligt zu sein, dar­un­ter den ehe­ma­li­gen Außen­mi­nis­ter Ricar­do Pati­ño.

Ver­le­gung des Regie­rungs­sit­zes

In sei­ner Erklä­rung kün­dig­te More­no die Ver­le­gung des Regie­rungs­sit­zes von der Haupt­stadt Qui­to in die Küs­ten­me­tro­po­le Gua­ya­quil im Süd­wes­ten des Lan­des an.

Ich bin in die Stadt Gua­ya­quil umge­zo­gen, und ich habe den Regie­rungs­sitz in die­se gelieb­te Stadt ver­legt, ent­spre­chend den mir über­tra­ge­nen ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Befug­nis­sen”, sag­te der Prä­si­dent inmit­ten der hef­ti­gen Pro­tes­te in der Haupt­stadt.

Das Staats­ober­haupt bekräf­tig­te, dass er “den Frie­den und die Ruhe der Ecua­do­ria­ner” vor sein eige­nes Wohl gestellt hat.

Die Plün­de­run­gen, der Van­da­lis­mus und die Gewalt zei­gen, dass es hier eine orga­ni­sier­te poli­ti­sche Absicht gibt, die Regie­rung zu desta­bi­li­sie­ren und die ver­fas­sungs­mä­ßi­ge und demo­kra­ti­sche Ord­nung zu zer­stö­ren”, sag­te er.

Die Dumm­hei­ten haben ein Ende”

More­no dank­te den Streit­kräf­ten und der Poli­zei des Lan­des für den Schutz der “Rech­te und der Ruhe der Bür­ger”.

Wir wer­den immer jeg­li­ches Blut­ver­gie­ßen ver­mei­den”, sag­te der Prä­si­dent.

Zugleich bekräf­tig­te er sei­ne Posi­ti­on gegen­über den aktu­el­len Beein­träch­ti­gun­gen der öffent­li­chen Ord­nung.

Ich wer­de nicht nach­ge­ben, weil das Rich­ti­ge kei­ne Abstu­fun­gen hat”, so More­no.

Das Staats­ober­haupt nann­te die Abschaf­fung der Treib­stoff­sub­ven­tio­nen “eine his­to­ri­sche Ent­schei­dung”, die den Schmugg­lern “Hun­der­te von Mil­lio­nen US-Dol­lar” ein­brach­te.

Ich ver­si­che­re Ihnen, dass wir, so schwer es auch erschei­nen mag, das Rich­ti­ge getan haben”, äußer­te der Prä­si­dent.

More­no erklär­te, dass die­se Ent­schei­dung das Wohl­erge­hen der Wirt­schaft und die Posi­ti­on des US-Dol­lars als natio­na­le Wäh­rung schüt­zen wird. “Die Dumm­hei­ten, die Res­sour­cen des Staa­tes zu ver­schwen­den, haben ein Ende”, füg­te er hin­zu.

Zuneh­men­de Pro­tes­te – nächt­li­che Aus­gangs­sper­re

Am 7. Okto­ber wur­de Ecua­dor lan­des­weit an sei­nem fünf­ten Tag der Pro­tes­te gegen die “Paque­ta­zo” genann­ten Maß­nah­men­pa­ke­te von Prä­si­dent More­no erschüt­tert. Eini­ge der Demons­tran­ten tauf­ten ihren Auf­ruhr als “Revo­lu­ti­on der Dumm­hei­ten” als Anspie­lung auf die Wor­te, mit denen sich der Prä­si­dent selbst auf die “Fau­len und Die­be” bezog und vom Ende der “Dumm­hei­ten” sprach.

Die indi­ge­nen Ecua­do­ria­ner leh­nen More­nos Abschaf­fung der Sub­ven­tio­nen für Treib­stof­fe ab, da sich die­se dadurch deut­lich ver­teu­er­ten. Die Prei­se für eine Gal­lo­ne Ben­zin und Öko­kraft­stoff klet­ter­ten von 1,85 auf 2,39 US-Dol­lar und die für Die­sel von 1,03 auf 2,29 US-Dol­lar, was in der Sum­me einer Stei­ge­rung um 123 Pro­zent ent­spricht.

Tau­sen­de Ecua­do­ria­ner, die sich in den indi­ge­nen Bewe­gun­gen der Gebirgs­re­gi­on des Lan­des zusam­men­ge­schlos­sen hat­ten, ström­ten am spä­ten Mon­tag­nach­mit­tag in die Haupt­stadt. Ein RT-Team berich­te­te vor Ort von einem der Demons­tra­ti­ons­zü­ge und wur­de Opfer des Trä­nen­ga­ses, das Mili­tär und Poli­zei gegen die Men­schen­men­ge ein­ge­setzt hat­te.

Die Pro­tes­te in Qui­to gin­gen bis in die Nacht auf Diens­tag hin­ein wei­ter. Die Mas­se der Demons­tran­ten ver­sam­mel­te sich in der Nähe meh­re­rer Regie­rungs­ge­bäu­de, wobei eine Grup­pe von ihnen für eini­ge Minu­ten in das Par­la­ment ein­drang. Die Ver­ei­ni­gung der indi­ge­nen Natio­nen Ecua­dors (CONAIE) rief für Mitt­woch zu einem Gene­ral­streik mit Schwer­punkt in der Haupt­stadt auf.

Am Diens­tag ver­häng­te More­no eine nächt­li­che Aus­gangs­sper­re für die Umge­bung der Regie­rungs­ge­bäu­de. Die­se soll­te ursprüng­lich für die Zeit des in der ver­gan­ge­nen Woche aus­ge­ru­fe­nen 60-tägi­gen Aus­nah­me­zu­stands gel­ten. Doch der Ver­fas­sungs­ge­richts­hof beschränk­te die Dau­er der Aus­gangs­sper­re auf 30 Tage.

Das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um kün­dig­te mitt­ler­wei­le an, dass der Lehr­be­trieb an allen öffent­li­chen und pri­va­ten Schu­len des Lan­des “bis auf wei­te­res” aus­ge­setzt bleibt.

Sie selbst sind die Put­schis­ten”

Der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent des Lan­des Rafa­el Cor­rea äußer­te sich am Diens­tag in einem Inter­view mit RT zur Situa­ti­on in Ecua­dor und zu den Vor­wür­fen sei­nes Amts­nach­fol­gers gegen ihn und den vene­zo­la­ni­schen Prä­si­den­ten Madu­ro.

Cor­rea sag­te, dass die Erklä­run­gen des ecua­do­ria­ni­schen Prä­si­den­ten “ein Zei­chen der Ent­frem­dung sind, die More­no in sei­ner gesam­ten Regie­rung aus­zeich­nen”. Dem jet­zi­gen Staats­ober­haupt warf er vor, ihn stän­dig für “die schlech­te Wirt­schafts­leis­tung, das Anwach­sen der Unsi­cher­heit und das Schei­tern all sei­ner poli­ti­schen Vor­ha­ben” ver­ant­wort­lich zu machen.

More­nos Aus­sa­gen “kann nie­mand mehr glau­ben”, denn sei­ne Hal­tung “ist wirk­lich Wahn­sinn”, erklär­te der Ex-Prä­si­dent.

Sie sagen, dass wir Put­schis­ten sind und dass wir die Regie­rung desta­bi­li­sie­ren wol­len”, so Cor­rea wei­ter und füg­te hin­zu, dass “sie selbst die Put­schis­ten sind, die die Ver­fas­sung oft und nach Belie­ben gebro­chen haben”.

Sie sind nicht an Demo­kra­tie inter­es­siert. Sie sind dar­an inter­es­siert, wei­ter die Macht und das ecua­do­ria­ni­sche Volk zu kon­trol­lie­ren”, um eine Poli­tik durch­zu­set­zen, “die der gro­ßen Mehr­heit scha­det, aber ihren Geschäf­ten zugu­te kommt (…) Sie sind die­je­ni­gen, die die Demo­kra­tie gestoh­len haben”, sag­te More­nos Amts­vor­gän­ger.

Cor­rea ver­wies auf eine “ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Lösung” für die gegen­wär­ti­ge Situa­ti­on, die ihm zufol­ge dar­in besteht, die “Wah­len vor­zu­zie­hen und das Volk abstim­men zu las­sen”.

So wer­den Kon­flik­te in einer Demo­kra­tie gelöst : an der Wahl­ur­ne”, beton­te der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent.

Das frü­he­re Staats­ober­haupt bezeich­ne­te die Art und Wei­se, wie die Leit­me­di­en sei­nes Lan­des über die dor­ti­gen Ereig­nis­se berich­ten, als “beschä­mend”:

Es ist obszön, wie sie die Unter­drü­ckung ver­ber­gen. Das Land wird von einer gewal­ti­gen Kri­se erschüt­tert, und sie sen­den wei­ter­hin Sei­fen­opern und Zei­chen­trick­fil­me.

Mehr zum The­ma — Pro­tes­te gegen Preis­er­hö­hun­gen bei Treib­stof­fen : Ecua­dor ver­hängt Aus­nah­me­zu­stand (Video)

Der Pakt mit dem IWF – “Rei­nes Mär­chen”

Cor­rea warf der Regie­rung sei­nes Amts­nach­fol­gers und ehe­ma­li­gen Vize­prä­si­den­ten zudem vor, über die Höhe der Staats­schul­den zu lügen, um einen Pakt mit dem IWF zu recht­fer­ti­gen, zu dem die umstrit­te­nen Maß­nah­men gehö­ren, die sie der Bevöl­ke­rung auf­zu­zwin­gen ver­su­chen.

Das ist ein rei­nes Mär­chen”, sag­te Cor­rea und warf sei­nen poli­ti­schen Geg­nern vor, “von Anfang an das Wirt­schafts­pro­gramm ver­ra­ten zu haben”, um zu ver­su­chen, “den Neo­li­be­ra­lis­mus durch­zu­set­zen” und damit die Macht­grup­pen zufrie­den zu stel­len, die More­no unter­stüt­zen.

Die­se Grup­pen wol­len den Neo­li­be­ra­lis­mus, das ‘Jeder ist sich selbst der Nächs­te’ und die Mini­mie­rung des Staa­tes”, so der Ex-Prä­si­dent.

Das frü­he­re Staats­ober­haupt beklag­te, dass sein Land “seit 14 Jah­ren” nicht sol­chen har­ten Wirt­schafts­maß­nah­men aus­ge­setzt war.

Mehr zum The­ma — Über 350 Fest­nah­men bei Trans­port­streik in Ecua­dor

RT Deutsch


Washingtons verquere Logik : Warum der Putschversuch in Venezuela keiner war (Video)


Mehr zum The­ma — Vene­zue­la : Fake News, um Putsch­ver­such zu ver­klä­ren

Laut US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton han­del­te es sich bei dem ver­such­ten Putsch einer klei­nen Grup­pe abtrün­ni­ger Mili­tärs nicht um einen Putsch, da die Ver­ei­nig­ten Staa­ten Juan Guai­dó als legi­ti­men Prä­si­den­ten Vene­zue­las aner­ken­nen. Zwar hat nicht ein ein­zi­ger Vene­zo­la­ner für Washing­tons Zög­ling als Prä­si­den­ten gestimmt. Doch sol­che tri­via­len Neben­säch­lich­kei­ten waren für die welt­weit füh­ren­de Demo­kra­tie noch nie ein argu­men­ta­ti­ves Hin­der­nis.

RT Deutsch


Venezuela : Fake News, um Putschversuch zu verklären


Als die Lage ins­be­son­de­re in der vene­zo­la­ni­schen Haupt­stadt Cara­cas am Diens­tag unüber­sicht­lich und chao­tisch wur­de, mel­de­te sich Pom­peo bei CNN zu Wort und behaup­te­te, dass Madu­ro “ein Flug­zeug auf dem Roll­feld” habe. Vene­zue­las Prä­si­dent wol­le vor dem Auf­ruf Guai­dós an das Mili­tär zum Auf­stand nach Kuba flie­hen, so der US-Außen­mi­nis­ter, doch die “Rus­sen haben ange­deu­tet, er soll­te blei­ben.”

Am Abend mel­de­te sich Nicolás Madu­ro zu Wort und ver­kün­de­te die “Nie­der­la­ge” des Putsch­ver­suchs, dabei griff er auch die Behaup­tung von Pom­peo auf :

Mike Pom­peo sag­te, dass ich, Madu­ro, ein Flug­zeug bereit hat­te, um nach Kuba zu gehen, zu flie­hen, und dass die Rus­sen ihn von Bord geholt und ihm ver­bo­ten haben, das Land zu ver­las­sen. Mr. Pom­peo, bit­te, welch ein Defi­zit an Serio­si­tät !

Sowohl das rus­si­sche als auch das vene­zo­la­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um pran­ger­ten den US-Außen­mi­nis­ter wegen der “Fake News” an, wie sie es bezeich­ne­ten.

Fake News zu pro­du­zie­ren ist ein sehr trau­ri­ger Weg ein­zu­ge­ste­hen, dass der Putsch den Sie unter­stützt haben, schon wie­der geschei­tert ist. Diplo­ma­tie soll­te in der US-Regie­rung wie­der­her­ge­stellt wer­den”, sag­te etwa der vene­zo­la­ni­sche Außen­mi­nis­ter Jor­ge Arrea­za auf Twit­ter.

Auch Maria Sach­a­ro­wa, Spre­che­rin des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, äußer­te sich dazu gegen­über CNN :

Washing­ton ver­sucht alles, um die vene­zo­la­ni­sche Armee zu demo­ra­li­sie­ren und benutz­te jetzt Fake News als Teil eines Infor­ma­ti­ons­krie­ges.

Unter­des­sen fand der aus sei­nem Haus­ar­rest am Diens­tag­mor­gen befrei­te Oppo­si­ti­ons­füh­rer Leo­poldo López Zuflucht in der spa­ni­schen Bot­schaft in Cara­cas. Er galt als Rädels­füh­rer der Pro­tes­te von 2014 und wur­de des­we­gen zu knapp 14 Jah­ren Gefäng­nis ver­ur­teilt. Am Mor­gen zeig­te er sich noch zusam­men mit sei­nem poli­ti­schen Zög­ling Juan Guai­dó auf der Stra­ße. Als es offen­sicht­lich wur­de, dass sich der Putsch nicht wie gewünscht ent­wi­ckelt, flüch­te­te er zunächst in die chi­le­ni­sche Bot­schaft, bevor ihn der spa­ni­sche Bot­schaf­ter Jesús Sil­va Fernán­dez als “Gast” emp­fing. In der chi­le­ni­schen Bot­schaft hät­ten sich bereits ande­re “Gäs­te” befun­den, wie Chi­les Außen­mi­nis­ter Rober­to Ampuero mit­teil­te.

US-Prä­si­dent Donald Trump warn­te hin­ge­gen Kuba, dass die USA die “höchs­ten Sank­tio­nen” gegen den Kari­bik­staat ver­hän­gen wer­den, wenn sich nicht “umge­hend” kuba­ni­sche “Mili­tärs und Mili­zen” aus Vene­zue­la zurück­zie­hen.

Der kuba­ni­sche Außen­mi­nis­ter Bru­no Rodríguez wand­te sich dar­auf­hin an die Öffent­lich­keit und bezeich­ne­te Trumps natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton als “patho­lo­gi­schen Lüg­ner”, der den US-Prä­si­den­ten falsch infor­miert. Kuba habe kei­ner­lei Trup­pen in Vene­zue­la, son­dern ledig­lich “medi­zi­ni­sches Per­so­nal in huma­ni­tä­rer Mis­si­on.”

An die Spit­ze trieb es der­weil Mario Diaz-Bal­art, ein repu­bli­ka­ni­sches Mit­glied im US-Reprä­sen­tan­ten­haus in Washing­ton, der in einer Sen­dung von Fox News am Diens­tag­abend behaup­te­te, dass Russ­land wie vor 57 Jah­ren wäh­rend der Kuba­kri­se, Rake­ten mit nuklea­ren Gefechts­köp­fen in Vene­zue­la sta­tio­niert habe. Aller­dings konn­te er kei­ner­lei Bewei­se für sei­ne The­se in der Sen­dung auf­brin­gen. 

Mehr zum The­ma — Black­wa­ter-Grün­der will Söld­ner­ar­mee für Guai­dó in Vene­zue­la auf­bau­en

RT Deutsch


Venezuela : Widersprüchliche Aussagen zum Putschversuch durch Teile des Militärs (Video)


Mehr zum The­ma — Von USA unter­stütz­ter “Inte­rims­prä­si­dent” Guai­dó ruft zum mili­tä­ri­schen Auf­stand in Vene­zue­la auf

Tei­le des vene­zo­la­ni­schen Mili­tärs haben sich even­tu­ell hin­ter den selbst­er­nann­ten “Inte­rims­prä­si­den­ten” Juan Guai­dó gestellt. Auf einer Stra­ße in Cara­cas zeig­te sich Guai­do von Sol­da­ten umringt. In einem Video erklär­te er, nun auch die Unter­stüt­zung des Mili­tärs zu haben. US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton und US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo mel­de­ten sich auf Twit­ter zu Wort und erklär­ten aber­mals ihre Unter­stüt­zung für Guai­do.

Die vene­zo­la­ni­sche Regie­rung erklär­te, einen klei­nen Putsch nie­der­zu­schla­gen, für den sich Ver­rä­ter in der Armee mit rech­ten oppo­si­tio­nel­len Kräf­ten zusam­men­ge­schlos­sen hät­ten. Cara­cas beschul­dig­te außer­dem Kolum­bi­en, am Putsch gegen die vene­zo­la­ni­sche Regie­rung betei­ligt zu sein.

RT Deutsch


Dr. Gniffkes Macht um Acht : ARD als Komplize beim Putschversuch in Venezuela


von Fried­helm Klink­ham­mer und Vol­ker Bräu­ti­gam

Der Zulauf zur viel­ge­stal­ti­gen Bür­ger­be­we­gung, die sich “Hän­de weg von Vene­zue­la!” auf die Fah­nen geschrie­ben hat, hält unver­min­dert an. Empö­rung herrscht dar­über, dass sich US-Prä­si­dent Trump mit sei­nem “Raus aus Vene­zue­la!” ein wei­te­res Mal über das Völ­ker­recht hin­weg­setzt – auch die Andro­hung von Gewalt ist gemäß UN-Char­ta unzu­läs­sig – und dass die Bun­des­re­gie­rung fort­ge­setzt dabei assis­tiert. Dass die Redak­ti­on ARD-aktu­ell als Schwes­ter im rechts­ver­leug­nen­den Geis­te jeg­li­che kri­ti­sche Bericht­erstat­tung über das kriegs­ge­fähr­li­che Trei­ben ver­wei­gert, geht einer wach­sen­den Zuschau­er­zahl auf die Ner­ven.

Soweit Tages­schau & Co. über­haupt aktu­ell über “Vene­zue­la” berich­ten, ent­le­di­gen sie sich die­ser Pflicht in einer unauf­fäl­li­gen Nische ihres Inter­net-Ange­bots. In ihren Fern­seh-Haupt­aus­ga­ben fin­det die The­ma­tik hin­ge­gen nicht statt. Zwar sind die Desta­bi­li­sie­rungs­ver­su­che der CIA und gene­rell die poli­ti­sche Aggres­si­on der USA gegen Vene­zue­la nicht neu. Aber soweit die deut­sche Bevöl­ke­rung Genaue­res dar­über weiß, erfuhr sie es nicht aus den kor­po­rier­ten Mas­sen­me­di­en. Schon gar nicht von Chef­re­dak­teur Dr. Gniff­kes Qua­li­täts­jour­na­lis­ten-Gar­de in der Tages­schau-Redak­ti­on.

Bereits im Juli 2017 hat­te der dama­li­ge CIA-Direk­tor und heu­ti­ge US-Außen­mi­nis­ter Micha­el Pom­peo sinn­ge­mäß erklärt : Die USA haben gro­ßes Inter­es­se dar­an, sicher­zu­stel­len, dass ein “wirt­schaft­lich so fähi­ges Land wie Vene­zue­la sta­bil” sei. Mit ande­ren Wor­ten : nicht von Sozia­lis­ten regiert. Pom­peo : “Wir arbei­ten des­halb hart dar­an.” Im Klar­text : am Sturz der Regie­rung Vene­zue­las.

Die­ser Hohn auf das Völ­ker­recht, die dreis­te Ein­mi­schung in Ange­le­gen­hei­ten eines sou­ve­rä­nen Staa­tes, aus­ge­spro­chen vom Chef der CIA, fand in der Tages­schau kei­ne Erwäh­nung. Bemer­kens­wert. Auf die poli­ti­sche Ein­sei­tig­keit, deren sich Deutsch­lands wich­tigs­te Nach­rich­ten­re­dak­ti­on trotz ihrer Ver­pflich­tung zu voll­stän­di­ger und umfas­sen­der Infor­ma­ti­on beflei­ßigt, ist Ver­lass. Kri­ti­sche Berich­te über die “Freun­de” unter­blei­ben.

Im vene­zo­la­ni­schen Kon­flikt­fall dege­ne­rier­te die ARD-aktu­ell zur media­len Büh­ne, auf der sich die rechts­ra­di­ka­le CIA-Mario­net­te Guai­dó selbst zum Über­gangs­prä­si­den­ten auf­bla­sen und inau­gu­rie­ren las­sen durf­te. Gniff­ke und sei­ne gleich­ge­sinn­ten / gleich­ge­schal­te­ten Kol­le­gen in den deut­schen Medi­en­häu­sern gaben den kri­mi­nel­len Affen­zir­kus als nach­voll­zieh­ba­ren, qua­si legi­ti­men poli­ti­schen “Macht­kampf” gegen den gewähl­ten Prä­si­den­ten Madu­ro aus.

Kein Wort ließ die Tages­schau über die Moti­ve der seit zwei Jahr­zehn­ten anhal­ten­den US-Aggres­si­on gegen Vene­zue­la ver­lau­ten. Nichts dar­über, dass in Vene­zue­la kein Kampf “Demo­kra­tie vs. Dik­ta­tur” aus­ge­foch­ten wird, son­dern dass sich auch hier alles um öko­no­mi­sche Inter­es­sen dreht :

Es geht hier viel­mehr dar­um, dass die wohl­ha­ben­de Klas­se in Vene­zue­la die Refor­men von Chá­vez zuguns­ten der Armen nie akzep­tiert hat. Es geht also um Ver­tei­lungs­fra­gen, um die sozi­al­po­li­ti­sche Ver­fü­gung über die Ein­nah­men aus den rei­chen Ölvor­kom­men, um den bei erneu­ter Pri­va­ti­sie­rung zu befürch­ten­den Rück­fall in die jahr­hun­der­te­al­te Mar­gi­na­li­sie­rung der Unter­schich­ten. Es geht um die Befürch­tung, die rech­te Olig­ar­chie kön­ne die Über­bleib­sel der Chá­vez-Revo­lu­ti­on zer­stö­ren. Doch der­ar­ti­ge Hin­ter­grün­de sind in der Bericht­erstat­tung der Gniff­ke-Qua­li­täts­jour­na­lis­ten nicht vor­ge­se­hen.”

In der Tat. Dort wird mit frag­wür­di­gem Bild­ma­te­ri­al, Falsch­mel­dun­gen, Halb­wahr­hei­ten und mie­ser Mei­nungs­ma­che ein Büh­nen­bild gezim­mert, in dem die von den USA erpress­te und bru­tal sank­tio­nier­te Regie­rung Vene­zue­las und ihr Prä­si­dent Madu­ro als schur­ki­sche Füh­rer eines her­un­ter­ge­wirt­schaf­te­ten Lan­des figu­rie­ren sol­len. Mit kei­ner Sil­be wird hin­ge­gen über die mor­den­den Pro­vo­ka­teu­re der Ober­schicht berich­tet, nichts wird über deren ille­gi­ti­mes Hor­ten von wich­ti­gen Gebrauchs­gü­tern und ihren kri­mi­nel­len Bruch der Ver­sor­gungs­ket­ten mit­ge­teilt ; auch wird nicht dar­auf ein­ge­gan­gen und geklärt, war­um das Mili­tär nach wie vor ver­fas­sungs­treu den Bestand des Staa­tes und der Regie­rung Madu­ro garan­tiert – unbe­irrt, trotz der wie­der­hol­ten gesetz­wid­ri­gen Auf­for­de­rung Guai­dós, zu meu­tern oder zu deser­tie­ren.

Die Halb­infor­ma­tio­nen der Tages­schau & Co. lie­fern kei­ne ratio­na­le Erklä­rung dafür, war­um die gro­ße Mehr­heit der ärme­ren Bevöl­ke­rung Vene­zue­las wei­ter­hin loy­al zu den Chávis­ten und zu Prä­si­dent Madu­ro steht, trotz der dras­ti­schen Ver­schlech­te­rung ihrer Lebens­ver­hält­nis­se. ARD-aktu­ell unter­stellt indi­rekt und fälsch­lich, bei Madu­ros Wie­der­wahl im vori­gen Jahr sei es nicht mit rech­ten Din­gen zuge­gan­gen. Die Redak­ti­on geriert sich damit wie gewohnt als wil­li­ges Agi­ta­ti­ons-Werk­zeug der Mer­kel/­M­aas-Funk­ti­ons­eli­te, dient ihr als Trö­te ; die jour­na­lis­ti­sche Unter­stüt­zung der Bun­des­re­gie­rung bedeu­tet in der Kon­se­quenz auch Bil­li­gung und indi­rek­te Unter­stüt­zung der ver­bre­che­ri­schen US-Außen­po­li­tik.

Auf fal­sche bezie­hungs­wei­se unter­las­se­ne Infor­ma­tio­nen ange­spro­chen, flüch­tet sich die Chef­re­dak­ti­on in niveau­los fau­le Aus­re­den. Als wir zum Bei­spiel in einer for­mel­len Pro­gramm­be­schwer­de am 24. Mai 2017 bemän­gel­ten, dass zwar über Pro­tes­te der groß­bür­ger­li­chen Oppo­si­ti­on in Vene­zue­la berich­tet, im Gegen­satz dazu aber Infor­ma­tio­nen über eine zeit­glei­che Mas­sen­de­mons­tra­ti­on zuguns­ten der Regie­rung unter­drückt wur­den, gab er zur Ant­wort :

Auch ande­re nam­haf­te deut­sche Medi­en gin­gen nicht dar­auf ein … In einer kur­zen Mel­dung wie die­ser ist es uns nicht mög­lich, aus­führ­lich alle Aspek­te eines The­mas zu beleuch­ten … 

Dass hal­be Wahr­hei­ten gan­ze Lügen sind, küm­mert Dr. Gniff­kes Qua­li­täts­jour­na­lis­ten nicht die Spur. Sie set­zen absicht­lich auf Des­in­for­ma­ti­on, in voll­kom­me­nem Wider­spruch zu den gesetz­li­chen Pflich­ten der ARD-aktu­ell, ent­ge­gen Vor­ga­ben wie die­ser :

Ziel aller Infor­ma­ti­ons­sen­dun­gen ist es, sach­lich und umfas­send zu unter­rich­ten und damit zur selbst­stän­di­gen Urteils­bil­dung der Bür­ger und Bür­ge­rin­nen bei­zu­tra­gen.”

Ein gra­vie­ren­des Bei­spiel für Pflicht­ver­let­zung stellt die Tages­schau-Bericht­erstat­tung über die Lan­dung zwei­er rus­si­scher Mili­tär­trans­port­flug­zeu­ge auf einem Flug­ha­fen bei Cara­cas dar. Auf tagesschau.de  heißt es dar­über :

In Vene­zue­la sind rus­si­sche Mili­tär­ma­schi­nen mit 99 Sol­da­ten und Dut­zen­den Ton­nen Aus­rüs­tung gelan­det. Die Oppo­si­ti­on kri­ti­siert das scharf. Die Regie­rung Madu­ro spricht dage­gen von einer nor­ma­len Mili­tär­ko­ope­ra­ti­on.”

Im Text fin­det sich zwar die for­mal rich­ti­ge Wie­der­ga­be des Gesche­hens­ab­lau­fes. Was jedoch fehl­te, waren kon­kre­te Anga­ben über die objek­tiv gege­be­ne Rechts­grund­la­ge des Mili­tär­trans­ports, einen bereits 2001 geschlos­se­nen Ver­trag zwi­schen Russ­land und Vene­zue­la. Ersatz­wei­se erwähnt tagesschau.de die Hin­wei­se eines “Spre­chers der rus­si­schen Bot­schaft”, was den Vor­gang jedoch unzu­läs­sig sub­jek­ti­viert und die Rechts­gül­tig­keit der Ver­trags­grund­la­ge frag­wür­dig erschei­nen lässt. So funk­tio­niert eben sub­ti­le Fäl­schung…

Wich­ti­ge­res Ver­säum­nis in die­sem Fall ist aller­dings, dass kein Wort über den poli­ti­schen Kon­text der rus­si­schen Mili­tär­trans­por­te nach Vene­zue­la gesagt wird. Sie erfol­gen als Unter­stüt­zung gegen die poli­ti­sche Aggres­si­on der USA, ein rund um den Glo­bus spür­ba­res Phä­no­men : Die USA unter­hal­ten in 70 Pro­zent der Staa­ten die­ser Welt Mili­tär­ba­sen. “Ame­ri­ca first!” Ame­ri­ka über alles ! Auch über das Völ­ker­recht : Donald Trump spricht nur unver­blümt den kolo­ni­al­herr­schaft­li­chen Anspruch der mili­tä­ri­schen Super­macht USA aus. 

An die­sem Punkt wird das voll­stän­di­ge Ver­sa­gen der Tages­schau sicht­bar. Wäh­rend sie sonst, auch aus nich­ti­gen Anläs­sen, mit Kri­tik an Trump nicht spart, beweist sie zuver­läs­sig ver­schwie­ge­nes Ver­ständ­nis, sobald es um die Kriegs­trei­be­rei der USA geht.

Die Tages­schau ver­schweigt Moti­ve und aggres­si­ve Metho­den der Draht­zie­her der Desta­bi­li­sie­rung Vene­zue­las : Nichts davon, dass US-Außen­mi­nis­ter Pom­peo trotz der völ­ker­recht­lich ein­wand­frei­en, 18 Jah­re alten rus­sisch-vene­zo­la­ni­schen Mili­tär­ko­ope­ra­ti­on sei­nen Außen­mi­nis­ter­kol­le­gen Ser­gej Law­row ange­ru­fen und gedroht hat­te, dass

die USA und Län­der der Regi­on nicht taten­los zuse­hen wer­den, wie Russ­land die Span­nun­gen in Vene­zue­la ver­schärft.”

Dreist. Selbst­ver­ständ­lich unter­lie­ßen es Dr. Gniff­kes Qua­li­täts­jour­na­lis­ten auch, über die cou­ra­gier­te und bün­di­ge Ant­wort zu berich­ten, die der vene­zo­la­ni­sche Außen­mi­nis­ter Jor­ge Arrea­za auf Pom­pe­os Unver­schämt­heit hin gab : Es sei blan­ker

Zynis­mus, dass ein Land wie die USA mit mehr als 800 Mili­tär­ba­sen in der Welt, einem beacht­li­chen Teil davon in Latein­ame­ri­ka, und einem wach­sen­den Mili­tär­bud­get von mehr als 700 Mil­li­ar­den Dol­lar”

sich in die mili­tär­tech­ni­schen Koope­ra­ti­ons­pro­gram­me zwi­schen Russ­land und Vene­zue­la ein­mi­sche. Für “Span­nun­gen” im Land sor­ge viel­mehr die US-Regie­rung durch ihre

Dro­hun­gen mit Gewalt­an­wen­dung, die kri­mi­nel­le Wirt­schafts­blo­cka­de und die direk­te Füh­rung beim geschei­ter­ten Putsch-Ver­such.” (ebd.)

Das von unse­ren Mas­sen­me­di­en – Gniff­kes abge­ta­kel­tes “Flagg­schiff” Tages­schau inklu­si­ve – ver­brei­te­te Pro­pa­gan­da­sze­na­rio “Dik­ta­tor Madu­ro gegen Demo­krat Guai­dó” und das Ver­nied­li­chen bezie­hungs­wei­se Ver­schwei­gen der US-ame­ri­ka­ni­schen Rol­le in dem Kon­flikt die­nen der Täu­schung des deut­schen Zuschau­ers : Das Lügen­ge­we­be soll bemän­teln, dass die Ein­mi­schung der USA allein das Ziel hat, den Zugriff US-gestütz­ter Kon­zer­ne auf das vene­zo­la­ni­sche Öl zu ermög­li­chen und die Hege­mo­nie der USA in ihrem Hin­ter­hof zu sichern. His­to­ri­sche Ide­en-Grund­la­ge dafür ist die “Mon­roe-Dok­trin” und deren For­de­rung “Ame­ri­ka den (US-)Ame­ri­ka­nern”.

Die agi­ta­to­risch-pro­pa­gan­dis­ti­sche Dar­stel­lung der Tages­schau gibt ledig­lich vor, dass es dem “Wer­te-Wes­ten” um Demo­kra­tie und um das Wohl­erge­hen der vene­zo­la­ni­schen Bevöl­ke­rung gehe. Tat­säch­lich liegt jedoch der US-Poli­tik die glei­che impe­ria­lis­tisch-mili­ta­ris­ti­sche Blau­pau­se zugrun­de wie schon ihren regio­na­len Krie­gen der zurück­lie­gen­den 20 Jah­re : gegen Jugo­sla­wi­en, Irak, Soma­lia, Liby­en, Syri­en und Ukrai­ne. Immer das glei­che Mus­ter : funk­tio­nie­ren­de Staats­we­sen zer­stö­ren und chao­ti­sie­ren, die sich dem US-Impe­ri­um nicht unter­wer­fen wol­len. Nach Erl­kö­nigs Mot­to : 

Ich lie­be dich, mich reizt dei­ne schö­ne Gestalt ; Und bist du nicht wil­lig, so brauch ich Gewalt.

Dass Russ­land – als Ver­bün­de­ter Vene­zue­las – ganz offen­sicht­lich nur ver­sucht, die Reiß­lei­ne zur Ver­hin­de­rung einer völ­ker­rechts­wid­ri­gen Inter­ven­ti­on der US-Regie­rung zu zie­hen, hat für Gniff­ke und Co. in die­sem Pro­pa­gan­da­rah­men kei­nen Gebrauchs­wert. Trotz stei­gen­der Gefahr einer unmit­tel­ba­ren mili­tä­ri­schen Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen den Atom­mäch­ten USA und Russ­land. Mehr jour­na­lis­ti­sche Igno­ranz geht wirk­lich nicht. 

Ein kurz­fris­tig anbe­raum­tes Tref­fen in der ita­lie­ni­schen Haupt­stadt zwi­schen dem “Son­der­be­auf­trag­ten der USA” für vene­zo­la­ni­sche Ange­le­gen­hei­ten, Elli­ot Abrams, und dem stell­ver­tre­ten­den rus­si­schen Außen­mi­nis­ter Ser­gej Rjab­kow dien­te einem unver­blüm­ten Mei­nungs­aus­tausch über die Situa­ti­on in Vene­zue­la. Auch von die­ser Zusam­men­kunft berich­te die Tages­schau nichts.

Abrams ist, wie man inzwi­schen weiß, kein gewöhn­li­cher Diplo­mat. Er ist ein Régime-Chan­ge-Spe­zia­list mit kri­mi­nel­ler Ver­gan­gen­heit, ver­ur­teilt wegen Unter­stüt­zung ter­ro­ris­ti­scher Ope­ra­tio­nen, ins­be­son­de­re wäh­rend der berüch­tig­ten Iran-Con­tra-Affä­re zur Desta­bi­li­sie­rung Nica­ra­gu­as in den 1980er Jah­ren. Ein ver­ur­teil­ter Ver­bre­cher, auf frei­em Fuß nur dank eines prä­si­dia­len Gna­den­ak­tes. Sei­ne Ernen­nung durch Prä­si­dent Trump unter­streicht die kri­mi­nel­le Ener­gie in Washing­tons Vor­ha­ben, den Regime­wech­sel in Cara­cas zu erzwin­gen.

Vie­le Ein­zel­hei­ten des Gesprächs in Rom wur­den nicht bekannt. Als sicher gilt jedoch, dass Rjab­kow sei­nem Gegen­über Abrams unmiss­ver­ständ­lich die Gren­zen auf­zeig­te : Mos­kau dul­de kei­ne US-ame­ri­ka­ni­sche Mili­tär­in­ter­ven­ti­on in Vene­zue­la. Russ­lands rote Linie : Das Völ­ker­recht, die Sou­ve­rä­ni­tät der Natio­nen und inter­na­tio­na­les Ver­trags­recht sind zu ach­ten, wie es Mos­kau bereits in Bezug auf Syri­en vor­ge­führt hat.

Es liegt nahe, dass die Lan­dung rus­si­scher Offi­zie­re in Cara­cas den US-Aben­teu­rern vor Augen füh­ren soll­te, wie ent­schie­den Russ­land sich gegen eine mili­tä­ri­sche US-Inter­ven­ti­on in Vene­zue­la stellt. Jour­na­lis­ti­scher Qua­li­täts­nach­weis : Gniff­ke und sein Pro­pa­gan­da-Insti­tut bemerk­ten das nicht oder woll­ten es nicht bemer­ken, jeden­falls ver­schwie­gen sie die Nach­rich­ten über das Tref­fen in Rom kom­plett.

Der ARD-aktu­ell liegt es eben fern, den beab­sich­tig­ten Beu­te­zug der USA in Vene­zue­la medi­al zu pro­ble­ma­ti­sie­ren. Sie assis­tiert viel­mehr der USA-höri­gen Bun­des­re­gie­rung. Unüber­seh­bar wur­de das an der Art, wie sie dem per­ple­xen Zuschau­er als bare Selbst­ver­ständ­lich­keit ver­kauf­te, dass Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas den selbst­er­nann­ten Gegen­prä­si­den­ten Guai­dó diplo­ma­tisch aner­kannt hat­te. Die Ham­bur­ger Qua­li­täts­jour­na­lis­ten unter­nah­men kei­nen Ver­such, die­se poli­ti­sche Absur­di­tät gründ­lich aus­zu­leuch­ten.

Maas, der größ­te Außen­mi­nis­ter aller Zei­ten, igno­rier­te das Völ­ker­recht. Er miss­ach­te­te den Grund­satz, nur Staa­ten, nicht Per­so­nen diplo­ma­tisch anzu­er­ken­nen. Er setz­te sich dar­über hin­weg, dass Guai­dó sich nicht nur nach vene­zo­la­ni­schen, son­dern inter­na­tio­nal gül­ti­gen und auch nach deut­schen Rechts­nor­men straf­bar gemacht hat­te : Lan­des­ver­rat (Umsturz­pla­nung mit mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung aus­län­di­scher Regie­run­gen, hier der USA und Kolum­bi­ens), Hoch­ver­rat (gewalt­sa­mer Umsturz­ver­such vom Inland aus), Auf­for­de­rung an die Armee zur Meu­te­rei, Auf­for­de­rung an die Trup­pen zur Deser­ti­on, uner­laub­ter Zugriff auf vene­zo­la­ni­sche Gut­ha­ben im Aus­land, uner­laub­ter Grenz­über­tritt, Anstif­tung zur gewalt­sa­men Grenz­ver­let­zung vom Aus­land aus, Amts­an­ma­ßung. Guai­dós wider­recht­li­che und straf­wür­di­ge Akti­vi­tä­ten benen­nen und pro­ble­ma­ti­sie­ren, das wäre seriö­ser Jour­na­lis­mus gewe­sen.

Aber die ARD-aktu­ell-Redak­ti­on bot nichts der­glei­chen. Sie ließ kei­nen Ver­dacht auf­kom­men, dass es sich bei der will­fäh­ri­gen und schänd­li­chen “Aner­ken­nung” um eine deut­sche Tri­but­leis­tung gehan­delt haben könn­te : ein Gegen­ge­schäft für Prä­si­dent Trumps Ver­zicht, Straf­zöl­le auf deut­sche Auto­ex­por­te zu erhe­ben. Sie ver­such­te statt­des­sen, mit Kata­stro­phen­be­rich­ten aus Vene­zue­la auf die Trä­nen­drü­sen des Publi­kums zu drü­cken. Dazu dien­ten Infor­ma­tio­nen über das angeb­lich mas­sen­haf­te Kin­der­leid. Die Stich­wor­te zu den vene­zo­la­ni­schen Hor­ror­sze­na­ri­en stamm­ten aller­dings aus den Kam­pa­gnen des Möch­te-Gern-Prä­si­den­ten Guai­dó :

Seit 24 Stun­den funk­tio­nie­re nichts mehr, schimpft Karo­li­na Vera, eine End­drei­ßi­ge­rin mit Klein­kind an der Hand. ‚Seit ges­tern ist der Strom weg,’”

las­sen unse­re groß­ar­ti­gen ARD-Qua­li­täts­jour­na­lis­ten eine oppor­tu­ne Zeu­gin schimp­fen ; sie geben damit einer emo­tio­na­len Ein­zel­stim­me Raum, anstatt selbst sach­lich zu berich­ten. Der Zweck immer der glei­che : Stim­mungs­ma­che gegen Vene­zue­las Regie­rung.

Seriö­ser Jour­na­lis­mus zeich­net sich durch Unpar­tei­lich­keit, Voll­stän­dig­keit und Kon­ti­nui­tät in der Kri­sen­be­richt­erstat­tung aus. Von der­art zuver­läs­si­gem Nach­rich­ten­an­ge­bot ist die Tages­schau mei­len­weit ent­fernt. Sie unter­schlägt nur all­zu oft Wesent­li­ches. Bei­spiel :

Der vom “Über­gangs­prä­si­den­ten” Guai­dó für Deutsch­land ernann­te “Bot­schaf­ter” Otto Gebau­er wur­de von Außen­mi­nis­ter Maas nur als “Gesprächs­part­ner” emp­fan­gen. Sogar unse­rem Häupt­ling Gro­ße Klap­pe scheint inzwi­schen zu däm­mern, dass die beden­ken­lo­se Aner­ken­nung Guai­dós eine Pein­lich­keit son­der­glei­chen ist. Gebau­er, schon 2002 beim Putsch gegen Hugo Chá­vez ein wich­ti­ger Strip­pen­zie­her, wur­de am 13. März 2019 in Ber­lin nicht als Bot­schaf­ter akkre­di­tiert, son­dern nur “als per­sön­li­cher Ver­tre­ter von Inte­rims­prä­si­dent Guai­dó” bezeich­net. 

Als die Links­par­tei-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Hei­ke Hän­sel wis­sen woll­te, war­um Gebau­er nicht for­mell akkre­di­tiert wer­de, ließ das Außen­mi­nis­te­ri­um ver­lau­ten :

Hier­für sind die poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen aus Sicht der Bun­des­re­gie­rung nicht erfüllt.”

Begrün­dung : Gemäß der vene­zo­la­ni­schen Ver­fas­sung sei die maxi­ma­le Amts­zeit eines Inte­rims­prä­si­den­ten (30 Tage) mitt­ler­wei­le über­schrit­ten ; inner­halb der Frist hät­ten Neu­wah­len aus­ge­ru­fen wer­den müs­sen. War­um Guai­dó trotz des Frist­ab­laufs noch als “Inte­rims­prä­si­dent” titu­liert wird, woll­ten oder konn­ten Maas und sei­ne Leu­te aller­dings nicht erklä­ren.

Na bra­vo. Da soll­te anschei­nend ein von den Ber­li­ner Außen­amts-Juris­ten geöff­ne­tes Scheu­nen­tor als Hin­ter­tür­chen für Maas fun­gie­ren. Aber der, gebückt Rich­tung Washing­ton, wag­te wohl nicht mal jetzt, sich unter dem schön her­aus­ge­ar­bei­te­ten Vor­wand aus der Affä­re zu zie­hen. 

Es gäbe inzwi­schen sogar noch eine wei­te­re förm­li­che Begrün­dung für ihn, die Bie­ge zu machen. Guai­dó dür­fe in den nächs­ten 15 Jah­ren kein poli­ti­sches Amt aus­üben, teil­te der vene­zo­la­ni­sche Staats­rech­nungs­prü­fer Elvis Amo­ro­so mit. Sei­ne Begrün­dung :

Er hat ihm nicht zuste­hen­de öffent­li­che Auf­ga­ben wahr­ge­nom­men und gemein­sam mit aus­län­di­schen Regie­run­gen Aktio­nen zum Scha­den des vene­zo­la­ni­schen Vol­kes durch­ge­führt.”

Zudem gebe es Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit sei­ner Ein­künf­te.

Es wäre dies ein wei­te­res von meh­re­ren Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen Guai­dó In Vene­zue­la. Aber die deut­sche Qua­li­täts­jour­nail­le fragt ein­fach nicht danach. Sie reicht viel­mehr unbe­irrt den vene­zo­la­ni­schen Laden­schwen­gel und Ham­pel­mann der US-Ame­ri­ka­ner als “Prä­si­dent” ohne Land her­um.

Schon gar nicht zeigt Chef­re­dak­teur und SPD-Mit­glied Dr. Kay Gniff­ke irgend­wel­che Spu­ren pro­fes­sio­nel­ler Hygie­ne. Er lässt sei­ne Leu­te weg­schau­en. Ein mög­li­cher Grund : Er will sei­nen Par­tei­freund Maas nicht als die Witz­fi­gur daste­hen las­sen, zu der sich Hei­ko I. der Gro­ße selbst auf­ge­man­delt hat. Gniff­ke möch­te SWR-Inten­dant wer­den. Dazu braucht er jede Stim­me im Rund­funk­rat, auch die der Intel­li­gen­ten unter sei­nen Sozi-Par­tei­ge­nos­sen.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Das Autoren-Team : 

Fried­helm Klink­ham­mer, Jahr­gang 1944, Jurist. 1975 — 2008 Mit­ar­bei­ter des NDR, zeit­wei­se Vor­sit­zen­der des NDR-Gesamt­per­so­nal­rats und des ver.di-Betriebsverbandes sowie Refe­rent einer Funk­haus­di­rek­to­rin.

Vol­ker Bräu­ti­gam, Jahr­gang 1941, Jour­na­list. 1975 — 1996 Mit­ar­bei­ter des NDR, zunächst in der ARD-Tages­schau, nach 1991 in der NDR-Haupt­ab­tei­lung Kul­tur. Danach Lehr- und For­schungs­auf­trag an der Fu-Jen-Uni­ver­si­tät Tai­peh. 

Anmer­kung der Autoren :

Unse­re Bei­trä­ge ste­hen zur frei­en Ver­fü­gung. Wir schrei­ben nicht für Hono­rar, son­dern gegen die „media­le Mas­sen­ver­blö­dung“ (in memo­ri­am Peter Scholl-Latour). Die Tex­te wer­den auf der Sei­te https://publikumskonferenz.de/blog doku­men­tiert.

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Putschversuch Venezuela : Als hätten die USA das Drehbuch geschrieben (Video)


Tat­säch­lich exis­tie­ren­de Miss­stän­de wer­den nicht nur gezielt aus­ge­nutzt, son­dern ein­zig zu die­sem Zweck in jah­re­lan­ger Vor­ar­beit durch Ein­mi­schung und Sank­tio­nen her­vor­ge­ru­fen. Ein zyni­sches Spiel gewis­sen­lo­ser Strip­pen­zie­her, die im Augen­blick des größ­ten Cha­os’ her­vor­tre­ten und sich vor­geb­lich für Frie­den, Frei­heit und Demo­kra­tie ein­set­zen.

Mehr zum The­ma — Ecua­dors Ex-Prä­si­dent Cor­rea warnt vor US-Mili­tär­ak­ti­on in Vene­zue­la

Der aktu­el­le Putsch in Vene­zue­la trägt alle Anzei­chen einer gut geplan­ten aus­län­di­schen Inter­ven­ti­on.

Mehr zum The­ma — Heu­che­lei par excel­lence : Was für Madu­ro gilt, gilt für Macron noch lan­ge nicht !

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Türkei : Weitere 2.700 Entlassungen im Zusammenhang mit dem Putschversuch


Preview In der Tür­kei sind im Zusam­men­hang mit dem Putsch­ver­such von Mit­te 2016 wei­te­re rund 2.700 Men­schen aus dem Staats­dienst ent­las­sen wor­den. Es han­de­le sich dabei um Per­so­nen mit Ver­bin­dun­gen zu Ter­ror­grup­pen und Ter­ror­struk­tu­ren, die sich gegen die natio­na­le Sicher­heit der Tür­kei rich­te­ten, hieß es in einem Ein­trag im Amts­blatt vom Sonn­tag. Ent­las­sen wor­den sei­en unter ande­rem Sol­da­ten, Leh­rer und Mit­ar­bei­ter von Minis­te­ri­en.
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Nach Putschversuch in der Türkei : 54.400 Menschen in Untersuchungshaft und 5.000 Prozesse eröffnet


Preview Im Zusam­men­hang mit dem Putsch­ver­such vom ver­gan­ge­nen Jahr in der Tür­kei sit­zen nach Anga­ben des Minis­ter­prä­si­den­ten etwa 54.400 Men­schen in Unter­su­chungs­haft. Fast 5.000 Pro­zes­se sei­en eröff­net wor­den, sag­te Bina­li Yil­dirim am Mon­tag in einem Inter­view mit dem Sen­der CNN Türk und ande­ren Fern­seh­sen­dern. Etwa 101.000 Men­schen hät­ten bei der zustän­di­gen Regie­rungs­kom­mis­si­on Beschwer­de gegen ihre Ent­las­sung oder Sus­pen­die­rung ein­ge­legt.
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Nach Putschversuch beantragen hunderte türkische Staatsangehörige Asyl in der Schweiz


Preview Seit dem Putsch­ver­such im Jah­re 2016 haben 408 Bür­ger der Tür­kei in der Schweiz Asyl bean­tragt, ver­lau­te­te aus dem Schwei­zer Bun­des­rat am Mon­tag. Unter ihnen sei­en auch Diplo­ma­ten, vor allem der Vize­bot­schaf­ter in Bern, Vol­kan Kara­göz. Am 7. März hat­te Anka­ra neue Lis­ten von den tür­ki­schen Staats­bür­gern ver­öf­fent­licht, denen in ihrem Hei­mat­land vor­ge­wor­fen wird, dass sie die « Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on » des isla­mis­ti­schen Pre­di­gers Fethul­lah Gülen unter­stüt­zen.
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