Vertiefte Spaltung : Russische Kirche bricht Beziehungen zu Konstantinopel ab


Der Öku­me­ni­sche Patri­arch Bar­to­lo­mai­os von Kon­stan­ti­no­pel, der rang­höchs­te ortho­do­xe Kir­chen­füh­rer, hat­te ver­gan­ge­ne Woche die Hoheit über die zer­split­ter­te ortho­do­xe Kir­che in der Ukrai­ne über­nom­men. Dies gilt als Zwi­schen­schritt zu einer kirch­li­chen Selbst­stän­dig­keit (Autoke­pha­lie) der Ukrai­ne.

Mehr zum The­ma — Glau­be, Macht, Geld : Geo­po­li­tik ent­zweit ortho­do­xe Kir­che in der Ukrai­ne

Die Rus­sisch-Ortho­do­xe Kir­che ist die größ­te Natio­nal­kir­che und rech­net seit Jahr­hun­der­ten auch die Ukrai­ne zu ihrem Gebiet. Mos­kau wer­de die Ent­schei­dun­gen aus Kon­stan­ti­no­pel nicht aner­ken­nen, sag­te der rus­sisch-ortho­do­xe Metro­po­lit Ila­ri­on vor der Pres­se. Er warf Bar­to­lo­mai­os vor, die Kir­che zu spal­ten. 1996 hat­te das Mos­kau­er Patri­ar­chat im Streit um die Kir­che in Est­land schon ein­mal den Kon­takt zu Kon­stan­ti­no­pel aus­ge­setzt. (dpa)

RT Deutsch


Malaysischer Verkehrsminister : Keine russische Beeinflussung


Der malay­si­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Antho­ny Loke hat Behaup­tun­gen zurück­ge­wie­sen, nach denen Malay­si­as Erklä­rung, dass es kei­ne schlüs­si­gen Bewei­se für eine Ver­ant­wor­tung Russ­lands für den Abschuss von MH17 gebe, auf rus­si­sche Beein­flus­sung zurück­zu­füh­ren sei.

Das soge­nann­te Gemein­sa­me Ermitt­lungs­team (Joint Inves­ti­ga­ti­on Team — JIT) hat­te im Juli erklärt, der Fin­ger­ab­druck des ver­wen­de­ten Buk-Sys­tems sei “so beson­ders”, dass es nur vom rus­si­schen Mili­tär stam­men kön­ne. Loke hat­te dar­auf­hin fest­ge­stellt, dass es für die Schuld Russ­lands “kei­nen schlüs­si­gen Beweis” gebe. Nach­dem in ver­schie­de­nen west­li­chen Berich­ten Vor­wür­fe laut wur­den, nach denen Russ­land die­se Erklä­rung der Malay­si­er beein­flusst habe, wand­te sich Loke mit einer Text­nach­richt an ABC Aus­tra­lia. In der Nach­richt beton­te Loke :

Ich wei­se die wil­den Unter­stel­lun­gen gegen uns kate­go­risch und ent­schie­den zurück. Ich hat­te nie­mals Kon­takt zu den Rus­sen. Mei­ne Erklä­rung stütz­te sich auf die Ein­schät­zun­gen unse­res Außen­mi­nis­te­ri­ums.

Von den am JIT betei­lig­ten Staa­ten hat­ten sich die Nie­der­lan­de, Aus­tra­li­en und die Ukrai­ne von den angeb­li­chen Bewei­sen des Ermitt­lungs­teams und Russ­lands Schuld über­zeugt gezeigt. Bel­gi­en hat­te sich zurück­hal­ten­der geäu­ßert, aber auch erklärt, Ver­trau­en in die Ermitt­lun­gen des JIT zu haben. Russ­land hat­te die Anschul­di­gun­gen des JIT ent­schie­den zurück­ge­wie­sen. 

Mehr zum The­ma — Unge­klär­te Fra­gen zum MH17-Absturz : Putins Anruf bei Oba­ma und das NATO-Manö­ver Bree­ze 2014

Nach Anga­ben von ABC Aus­tra­lia befasst sich das soge­nann­te Recher­chenetz­werk Bel­ling­cat mit dem abwei­chen­den Votum der Malay­si­er. Der Bel­ling­cat-Mit­ar­bei­ter Chris­to Gro­zev erklär­te gegen­über dem Sen­der, Bel­ling­cat wer­de die “über­ra­schen­de Ent­schei­dung” der Malay­si­er unter­su­chen. Arbeits­hy­po­the­se der Grup­pe sei, dass rus­si­sche Spio­ne “kom­pro­mit­tie­ren­des Mate­ri­al” über malay­si­sche Offi­zi­el­le gesam­melt und sie damit in der Hand hät­ten.

RT Deutsch


Rund 200 russische Luftlandesoldaten in Ägypten eingetroffen


Etwa 200 rus­si­sche Fall­schirm­jä­ger sind am Sonn­tag nach Ägyp­ten gekom­men, um an der gemein­sa­men Anti-Ter­ror-Übung „Sascht­schit­ni­ki drusch­by 2018“ (deutsch : „Ver­tei­di­ger der Freund­schaft“) teil­zu­neh­men. Das teil­te das rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um mit.
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Türkei : Zwei russische Bürger unter mutmaßlichen IS-Terroristen festgenommen – Medien


Die tür­ki­sche Poli­zei hat sie­ben ver­mut­li­che Mit­glie­der der Ter­ror­grup­pe „Isla­mi­scher Staat“* in der Pro­vinz Kay­se­ri im zen­tra­len Teil des Lan­des fest­ge­nom­men, dar­un­ter zwei Rus­sen. Das mel­det am Don­ners­tag die Nach­rich­ten­agen­tur DHA.
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Russische Hacker”, Tag der Einheit, Nobelpreis : Ein Wochenrückblick auf den medialen Abgrund


von Tho­mas Schwarz

Medi­en­kri­tik am Schei­de­weg ?

Die Miss­stän­de der deut­schen Medi­en­land­schaft sind für inter­es­sier­te Bür­ger inzwi­schen offen­sicht­lich. Medi­en­kri­ti­ker gera­ten dar­um seit eini­gen Mona­ten in die Zwick­müh­le : Die Sin­ne sind mitt­ler­wei­le geschärft, die Skep­sis der Bür­ger gegen­über “ihren” Medi­en wächst rapi­de, die gro­ßen deut­schen Medi­en­häu­ser kön­nen als weit­ge­hend “ent­tarnt” bezeich­net wer­den. Macht eine Ana­ly­se die­ser Zustän­de und der Medi­en­bei­trä­ge also wei­ter­hin Sinn ? Ja. Denn es ver­hält sich mit den gro­ßen deut­schen Medi­en so ähn­lich wie mit dem Finanz­sys­tem oder der katho­li­schen Kir­che : Punk­tu­el­le Ent­hül­lun­gen skan­da­lö­ser Vor­gän­ge lösen kei­ne direk­ten Ver­än­de­run­gen aus. Die indi­vi­du­el­len Ver­feh­lun­gen und die zer­stö­re­ri­schen Struk­tu­ren aller drei Kom­ple­xe sind bekannt und aus­ge­leuch­tet – den­noch kön­nen die­se Struk­tu­ren auch von den größ­ten Skan­da­len kaum erschüt­tert wer­den.

Mög­li­cher­wei­se ist die Medi­en­kri­tik dar­um an einem Schei­de­weg ange­langt : Auf­de­ckung von Pro­pa­gan­da ist nach wie vor wich­tig – noch wich­ti­ger wäre es aber, die­se Auf­de­ckun­gen und die dadurch aus­ge­lös­te Empö­rung in tat­säch­li­che Ver­än­de­run­gen der Pres­se­land­schaft und ihrer Orga­ni­sa­ti­on umzu­set­zen. Klu­ge Köp­fe wären nun also auf­ge­for­dert, die Medi­en­kri­tik in eine Medi­en-Trans­for­ma­ti­on zu über­tra­gen, und kon­kre­te Vor­schlä­ge für prak­ti­sche Ver­än­de­run­gen zu machen, etwa bei Pres­se­recht und -Kodex.

Alles geht” So lau­tet noch immer das media­le Mot­to gegen­über Russ­land

Wer jedoch noch Hoff­nung auf “Selbst­hei­lung” und Selbst­re­fle­xi­on der gro­ßen deut­schen Medi­en­häu­ser gehegt hat, wer gar eine lang­sa­me Rück­kehr zu den seit Jah­ren mit Füßen getre­te­nen jour­na­lis­ti­schen Stan­dards erwar­tet hat­te, der muss sich nach die­ser Woche anti­rus­si­schen media­len Feu­ers erneut als unver­bes­ser­li­cher Opti­mist bezeich­nen las­sen. “Alles geht” – so lau­tet noch immer das Mot­to vie­ler gro­ßer deut­scher Zei­tun­gen, sobald das The­ma Russ­land auf­kommt. Wie auf Kom­man­do wer­den dann in vie­len Redak­tio­nen die Skru­pel und die Stan­dards, die Beweis­füh­rung und die Unschulds­ver­mu­tung über Bord gewor­fen – aktu­ell ein­mal mehr wegen “rus­si­scher Hacker­an­grif­fe”.

Vor­aus­set­zung für die oben im Text gefor­der­te Trans­for­ma­ti­on ist nach wie vor die Über­wa­chung der Pro­pa­gan­da. So pfeift etwa die FAZ wie vie­le ande­re Medi­en auf die Unschulds­ver­mu­tung beim “rus­si­schen Hacking” und ersetzt Bewei­se ein­mal mehr durch “Plau­si­bi­li­tät”: “Wenn die Nie­der­lan­de sagen, sie hät­ten rus­si­sche Hacker erwischt, oder die Bri­ten sagen, der rus­si­sche Mili­tär­ge­heim­dienst füh­re groß­an­ge­leg­te Cyber-Ope­ra­tio­nen in aller Welt, dann lässt sich das nicht nach­prü­fen. Aller­dings erscheint es durch­aus plau­si­bel, denn Zie­le etwa in der Ukrai­ne oder im Welt­sport pas­sen zu rus­si­schen Inter­es­sen. Auch der Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen in Den Haag dürf­te Mos­kau wegen des Falls Skri­pal beson­de­re Auf­merk­sam­keit schen­ken.” Auf jeden Fall müs­se man auf­rüs­ten, auch wenn die Angrif­fe nicht bewie­sen sind : “In ers­ter Linie muss sich der Wes­ten dar­um küm­mern, dass er auch auf die­sem Feld über ange­mes­se­ne Ver­tei­di­gungs­mit­tel ver­fügt.”

Pro­pa­gan­da, halt­lo­se Spe­ku­la­tio­nen und gefähr­li­che Vor­wür­fe

Auch für die Süd­deut­sche Zei­tung sind Spe­ku­la­tio­nen aus­rei­chend, um gefähr­li­che Vor­wür­fe zu ver­brei­ten. Schließ­lich sei es “gut mög­lich”, dass der rus­si­sche Prä­si­dent ste­hen geblie­ben sei in “sei­nem Lern­be­ruf” – immer­hin sei er mal beim KGB gewe­sen. Dann wech­selt die Zei­tung von “gut mög­lich” auf “bewie­sen”: “Russ­land hat mit sei­nem Agen­ten-Akti­vis­mus und der poli­ti­schen Desta­bi­li­sie­rung durch Cyber­werk­zeu­ge das klas­si­sche Spio­na­ge­spiel über­reizt. Der Wes­ten reagiert mit der denk­bar bru­tals­ten Waf­fe : Ent­tar­nung. Die alten Spiel­re­geln gel­ten nicht mehr, jetzt wird öffent­lich vor­ge­führt. Russ­land hat sich mit sei­ner Ein­mi­schung in die US-Wahl deut­lich über­ho­ben.” Man fragt sich besorgt, wie ein Autor sol­cher Zei­len jemals wie­der ernst genom­men wer­den möch­te.

Die Stutt­gar­ter Nach­rich­ten hal­ten sich mit Rela­ti­vie­run­gen erst gar nicht auf – denn sie wis­sen : “Russ­lands Hand­lungs­mus­ter ist inzwi­schen so ein­deu­tig wie erschre­ckend. Es fügt sich ein in die Stra­te­gie, NATO- oder EU-Staa­ten zu schwä­chen, ohne es zum offe­nen Kon­flikt kom­men zu las­sen.” Quel­len ? Bele­ge ? Fehl­an­zei­ge. Die braucht man in Stutt­gart nicht, um Auf­rüs­tung zu for­dern : “Des­halb ist es rich­tig, dass die Bun­des­wehr gegen die­se Form der Bedro­hung eine eige­ne Streit­macht auf­baut – die Fähig­keit zum Gegen­an­griff inklu­si­ve.”

Black­out in der euro­päi­schen Medi­en­land­schaft

Außer­halb aller Pres­se-Stan­dards bewegt sich auch die Bericht­erstat­tung gro­ßer euro­päi­scher Medi­en zu den “Hacker-Angrif­fen”. So gif­tet der nie­der­län­di­sche Stan­dard unter der Über­schrift “Kein Land ist sicher”: “Heu­te ist kein west­li­ches Land vor Putins IT-Exper­ten sicher. Das liegt auch dar­an, dass Cyber­si­cher­heit die Achil­les­fer­se unse­rer ver­netz­ten Gesell­schaft ist – und ein oppor­tu­nis­ti­scher Macht­mensch wie Putin jede Schwä­che sei­ner Geg­ner aus­nützt.” Die Zei­tung ergeht sich in wil­den Ver­schwö­rungs­theo­ri­en, auch um inter­na­tio­na­le Ver­stän­di­gung zu tor­pe­die­ren : “Der Angriff auf die OPCW dien­te offen­bar bloß dazu, die Spu­ren des miss­glück­ten Gift­an­schlags auf den Ex-Spi­on Ser­gej Skri­pal in Salis­bu­ry zu ver­wi­schen. Wozu der Cyber­an­griff auf den Deut­schen Bun­des­tag 2015 gut gewe­sen sein soll, ist noch weni­ger klar. Jeden­falls führt Putins recht­lo­se Hacker­stra­te­gie sein Land in die inter­na­tio­na­le Iso­la­ti­on – und lässt die Dia­log­be­reit­schaft der Regie­rung in Wien immer unpas­sen­der erschei­nen.” 

Neben einer fak­ten­ba­sier­ten Bericht­erstat­tung lässt der eben­falls nie­der­län­di­sche Tele­graf beim The­ma “rus­si­sche Hacks” auch eine sprach­li­che Zurück­hal­tung ver­mis­sen :

Die Ent­lar­vung der rus­si­schen Agen­ten in Den Haag ist ein wich­ti­ger Teil der west­li­chen Reak­ti­on auf das aggres­si­ve, rück­sichts­lo­se und scham­lo­se Vor­ge­hen von Prä­si­dent Putins Spio­nen-Armee. Der Ver­such, die Orga­ni­sa­ti­on gegen Che­mie­waf­fen zu hacken, beweist, dass die Rus­sen den­ken, unge­straft auf dem Gebiet ande­rer Staa­ten zuschla­gen zu kön­nen. Davor war das der Fall bei der Gift­gas­at­ta­cke in Groß­bri­tan­ni­en. (…) Russ­land ver­stößt sys­te­ma­tisch gegen das Gesetz, opfert Men­schen und spielt dann die Unschuld selbst. Es wird Zeit, mit här­te­ren Sank­tio­nen gegen die kri­mi­nel­le Ban­de im Kreml vor­zu­ge­hen.

Die bri­ti­sche Times wie­der­um dreht die Berich­te so , dass die nicht plau­si­blen oder nicht bewie­se­nen Aspek­te der Sto­ry mit rus­si­scher Töl­pel­haf­tig­keit erklärt wer­den. Die Zei­tung stellt sich dabei aber eher sel­ber als der Töl­pel mit den nicht plau­si­blen Theo­ri­en dar :

Die Ereig­nis­se der ver­gan­ge­nen Mona­te haben der Welt, aber auch den Rus­sen vor Augen geführt, dass die Spio­ne des Lan­des ihrem furcht­erre­gen­den Ruf nicht mehr gerecht wer­den. Sie schei­tern auf offen­sicht­li­che und spek­ta­ku­lä­re Wei­se. (…) Die Bloß­stel­lung der Unfä­hig­keit der GRU-Mit­ar­bei­ter ist für Prä­si­dent Wla­di­mir Putin mehr als nur pein­lich. Sie könn­te sei­ne Macht­po­si­ti­on ernst­haft unter­gra­ben. Die rus­si­schen Geheim­diens­te bemü­hen sich ja seit jeher red­lich, den von ihnen selbst geschaf­fe­nen Ein­druck zu bestä­ti­gen, Meis­ter der Tar­nung, unsicht­bar und all­ge­gen­wär­tig zu sein. Tat­säch­lich scheint es eher so, als stün­de der Kai­ser ohne Klei­der da

Das wäre ein schö­nes Schluss­wort – denn wenn sich jemand in die­ser Woche als nack­ter Kai­ser prä­sen­tiert hat, dann die gro­ßen euro­päi­schen Medi­en­häu­ser.

An ech­ter und pro­duk­ti­ver Ana­ly­se kein Inter­es­se 

Angeb­li­che Hacker­an­grif­fe waren nicht die ein­zi­ge Flan­ke, an der euro­päi­sche Medi­en Russ­land in die­ser Woche atta­ckie­ren woll­ten. Sie ver­such­ten es auch bei den The­men Sprach­un­ter­drü­ckung in der Ukrai­ne, “pro­rus­si­chen” Ten­den­zen vor der Wahl in Lett­land und anläss­lich der jün­ge­ren Äuße­run­gen des rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin zum Fall Skri­pal.

So wur­den in west­li­chen Zei­tun­gen in die­ser Woche auf den ers­ten Blick vie­le “rus­si­sche” The­men ver­han­delt. Dass die gro­ßen Medi­en aber an einer ech­ten, gründ­li­chen und pro­duk­ti­ven Ana­ly­se der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen kei­ner­lei Inter­es­se haben, das haben die gro­ßen deut­schen Medi­en in die­ser Woche erneut bewie­sen – indem sie ein klu­ges Inter­view mit der rus­si­schen Poli­ti­ke­rin und RT-Bera­te­rin Vero­ni­ka Kra­schen­in­ni­ko­wa igno­riert haben. Kra­schen­in­ni­ko­wa ana­ly­siert in dem Gespräch die angeb­li­chen Ver­bin­dun­gen Russ­lands zu euro­päi­schen Rechts­po­li­ti­kern und die Grün­de für die­se even­tu­el­len Kon­tak­te.

Euro­päi­sche Bür­ger, Poli­ti­ker und Jour­na­lis­ten hät­ten aus einer Ana­ly­se des Gesprächs mit Kra­schen­in­ni­ko­wa viel ler­nen kön­nen, allen vor­an die SPD, die sich als natür­li­cher Dia­log­part­ner Russ­lands vor­über­ge­hend dis­qua­li­fi­ziert hat – und damit der AfD und ihrer russ­land­freund­li­chen Hal­tung erst Platz gemacht hat. Aber Erkennt­nis­ge­winn bezüg­lich Russ­lands ist bekannt­lich nicht das Ziel vie­ler deut­scher Jour­na­lis­ten. Inter­es­sier­te Leser wer­den wegen die­ser Ver­wei­ge­rungs­hal­tung auf den geplan­ten RT-Arti­kel zum The­ma Kra­schen­in­ni­ko­wa war­ten müs­sen. Neben­bei : Der Axel-Sprin­ger-Ver­lag steht stets in der ers­ten Rei­he, wenn Russ­land PR für die AfD vor­ge­wor­fen wird. Wie der Ver­lag die Rech­ten aber sel­ber pro­pa­gan­dis­tisch päp­pelt, kann man hier nach­le­sen.

Tag der Ein­heit : Geschichts­klit­te­rung und Ver­ne­be­lung 

Die Bericht­erstat­tung zum Tag der Deut­schen Ein­heit kann man mit einem Wort zusam­men­fas­sen : Geschichts­klit­te­rung. Die Nach­Denk­Sei­ten beschrei­ben eine Linie in der Bericht­erstat­tung, die offen­sicht­lich gewor­den sei : 

Das Bemü­hen, die ‘Wen­de’ von 1989 und ihre fata­len Fol­gen für vie­le Ost­deut­sche zu ent­po­li­ti­sie­ren und zu einer indi­vi­du­ell-emo­tio­na­len Erfah­rung umzu­deu­ten. Der aktiv her­bei­ge­führ­te Zusam­men­bruch einer Volks­wirt­schaft und die fol­gen­de, mit mora­lisch-poli­ti­scher Über­heb­lich­keit flan­kier­te Mas­sen­ar­beits­lo­sig­keit sol­len einem ‘Gefühl’ wei­chen, das die ‘schein­bar Abge­häng­ten’ (ohne ersicht­li­chen Grund) befällt. Der Rechts­ruck soll von sei­nen offen­sicht­li­chen Ursprün­gen getrennt wer­den. Die media­len und poli­ti­schen Ver­ant­wort­li­chen für die­se Ursprün­ge wol­len die­se Ver­ant­wort­lich­kei­ten ver­ne­beln.

Als Kron­zeu­gin hat­ten sich für eine geschichts­ver­ges­se­ne Dar­stel­lung der “Wen­de” von 1989 das ZDF und der Deutsch­land­funk jeweils die Zeit-Jour­na­lis­tin Vale­rie Schö­ni­an ein­ge­la­den. Sie war für die Sen­der die per­fek­te Patin für die Ent­kop­pe­lung von radi­ka­ler DDR-Abwick­lung und pau­scha­ler Ernied­ri­gung einer­seits und dem aktu­el­len Auf­ruhr unter vie­len Ost­deut­schen ande­rer­seits. Die Nach­Denk­Sei­ten fah­ren fort :

In die­sem Wil­len, die aktu­el­len gesell­schaft­li­chen Spal­tun­gen von ihren in den Wen­de­jah­ren lie­gen­den Ursa­chen zu sepa­rie­ren, trifft sich Schö­ni­an mit der gro­ßen Poli­tik und den gro­ßen Medi­en. Sie wird zur per­fek­ten Kron­zeu­gin für jene Ver­ant­wort­li­chen im Wes­ten, die mit der wirt­schaft­lich-mora­li­schen Schock­the­ra­pie der 90er Jah­re gro­ße Ver­wer­fun­gen in der Mas­sen­psy­cho­lo­gie ange­rich­tet haben, und die sich nun still aus der Affä­re zie­hen wol­len – in dem Moment, in dem sich jene Ver­wer­fun­gen ein bedenk­li­ches rech­tes Ven­til suchen.

Nobel­preis : Soll die “Waf­fe der Armen” die “Waf­fe der Rei­chen” kaschie­ren ?

Wenn in deut­schen Medi­en ein­hel­li­ger Jubel zu einem bestimm­ten The­ma erklingt, dann ist Skep­sis ange­sagt. Dies war in die­ser Woche der Fall ange­sichts der Ver­lei­hung der Frie­dens­no­bel­prei­se an zwei Akti­vis­ten gegen sexu­el­le Gewalt. Man möch­te den Preis­trä­gern nicht zu nahe tre­ten, denn sie kön­nen nichts dafür, dass sie nun Spiel­ball der west­li­chen Pro­pa­gan­da wur­den. Sexu­el­le Gewalt ist selbst­ver­ständ­lich zu äch­ten. Aber dass die­se Gewalt “eines der fins­ters­ten Kapi­tel in der Geschich­te von Krie­gen” sei, wie die Badi­sche Zei­tung schreibt, stimmt nicht : Das Schlimms­te an Krie­gen ist immer noch der mas­sen­haf­te Mord. Die Ver­mu­tung ist nicht abwe­gig, dass mit der Über­be­to­nung des als “Waf­fe der Armen” bekann­ten Sexu­al-Ter­rors der Mas­sen­mord durch die “Waf­fen der Rei­chen” in den Hin­ter­grund tre­ten soll.

Indi­rekt gesteht das Darm­städ­ter Echo das auch ein, indem es die Ver­lei­hung als “unpo­li­tisch” bezeich­net : “Es gibt sie noch, die guten Nach­rich­ten : Zum Bei­spiel die, dass das Nobel­preis­ko­mi­tee dies­mal der Ver­su­chung und der Hybris wider­stand, Poli­tik machen zu wol­len.” Man kann die Ver­lei­hung zudem als bil­li­ges Fei­gen­blatt des Nobel­preis-Komi­tees sehen – schließ­lich wur­de die Abtei­lung Lite­ra­tur kürz­lich von Vor­wür­fen der sexu­el­len Beläs­ti­gung erschüt­tert.

Es war nicht alles schlecht :

Rai­ner Maus­feld zählt spä­tes­tens seit sei­nem legen­dä­ren Vor­trag “War­um schwei­gen die Läm­mer?” zu den pro­mi­nen­tes­ten deut­schen Medi­en­kri­ti­kern. Nun hat er eini­ge sei­ner Theo­ri­en end­lich in Buch­form ver­öf­fent­licht. Dazu führt Tele­po­lis ein klu­ges Inter­view . In die­sem Lese­tipp der Woche kom­men auch die zu erwar­ten­den Dif­fa­mie­run­gen Maus­felds durch “Journalisten”-Kollegen zur Spra­che :

Tele­po­lis : Das heißt, Vor­wür­fe wie ‘geschlos­se­nes Welt­bild’ oder ‘Ver­schwö­rungs­theo­rie’ kom­men für Sie nicht gera­de uner­war­tet ?

Rai­ner Maus­feld : Da mei­ne Vor­trä­ge dar­auf zie­len, Denk­me­tho­den auf­zu­zei­gen, mit denen sich die Dis­kre­panz zwi­schen Ideo­lo­gie und Rea­li­tät bes­ser sicht­bar machen lässt, und da die Macht­aus­üben­den gera­de dar­auf ange­wie­sen sind, poli­ti­schen Dis­sens in Bah­nen zu hal­ten, die für sie risi­ko­frei sind, über­rascht es mich nicht, zum Ziel von Dif­fa­mie­rungs­be­mü­hun­gen zu wer­den. Da sich ihre Urhe­ber in den von Ihnen genann­ten Fäl­len nicht ein­mal die Mühe machen, etwas anzu­füh­ren, das sie als Argu­men­te oder Bele­ge anse­hen, haben die­se Anwür­fe mit mir und den Inhal­ten, die ich zu ver­mit­teln suche, nichts zu tun. Das ist eigent­lich für jeden, der sich ernst­haft mit mei­nen Bei­trä­gen beschäf­tigt, klar erkenn­bar. Wer nun den­noch meint, eine ernst­haf­te Aus­ein­an­der­set­zung durch ein paar hin­ge­wor­fe­ne Schmäh­wör­ter erset­zen zu kön­nen, wird mit einer sol­chen intel­lek­tu­el­len Selbst­aus­kunft leben müs­sen.”

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Niederlande wiesen vier russische Staatsbürger wegen angeblichen Hackerangriffs auf OPCW aus


Die Rus­sen sei­en am 13. April aus Hol­land aus­ge­wie­sen wor­den sein. Dabei sol­len die Ver­däch­ti­gen über die diplo­ma­ti­schen Päs­se ver­fügt haben, so Aij­le­veld. Der bri­ti­sche Bot­schaf­ter in den Nie­der­lan­den, der eben­falls auf der Pres­se­kon­fe­renz war, füg­te hin­zu, die Rus­sen hät­ten auch Hacker­an­grif­fe auf das bri­ti­sche Außen­mi­nis­te­ri­um sowie auf das Che­mie­waf­fen­la­bor Por­ton Down ver­sucht. 

Der nie­der­län­di­sche mili­tä­ri­sche Geheim­dienst mach­te nun auch die Fotos und Namen der vier Män­ner bekannt. Ermitt­lun­gen sol­len dar­auf hin­ge­wie­sen haben, dass die rus­si­schen Hacker auch Angrif­fe in der Schweiz und auf die Unter­su­chun­gen zum Abschuss des Pas­sa­gier­flu­ges MH17 geplant hät­ten. (dpa / rt deutsch)

Mehr zum The­ma — Mord­sa­che Skri­pal : Die frag­li­chen Beweis­mit­tel von Scot­land Yard — Wo sind die Skri­pals ? (Teil 3)

RT Deutsch


Israelische F-16 benutzten russische Il-20 in Syrien als Deckung – Verteidigungsamt


Israe­li­sche Pilo­ten der Kampf­jets F-16 haben die rus­si­sche Il-20 als Deckung von syri­schen Rake­ten benutzt. Das erklär­te der Spre­cher des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums Igor Kona­schen­kow bei einem Brie­fing am Sonn­tag.
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