Russische Stiftung will mit Würdigung sowjetischer KZ-Untergrundkämpfer neue Akzente setzen


von Wla­dis­law San­kin

Ein gro­ßer Schot­ter­platz, ein paar ver­ein­zel­te fla­che Gebäu­de, das gan­ze Gelän­de von einem Gra­ben umran­det und von Sta­chel­draht umzäunt, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den ragen Wach­tür­me empor. Hier und da sind Besu­cher zu sehen, ver­ein­zelt und in klei­nen Grup­pen.

Das Gelän­de ist eine Gedenk­stät­te, auf dem Ter­ri­to­ri­um des Kon­zen­tra­ti­ons­la­gers Dach­au errich­tet. Für die Schre­cken des Natio­nal­so­zia­lis­mus ist der Name sprich­wört­lich, denn Dach­au war das mit einer Zeit­span­ne von März 1933 bis 1945 das am längs­ten betrie­be­ne Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger. Vor allem in der Kriegs­zeit seit 1939 sind in die­sem nörd­li­chen Vor­ort Mün­chens über 41.000 Men­schen qual­voll ums Leben gekom­men.

Es ist son­nig, fast heiß. Es ist kurz vor 17 Uhr, bald schließt das Ein­gangs­tor für Besu­cher. Das Tor mit den Wor­ten “Arbeit macht frei”. Wäh­rend die sport­lich geklei­de­ten Besu­cher mit ihren Rück­sä­cken sich auf den Weg in Rich­tung Aus­gang machen, eilt ihnen über das stau­bi­ge Ter­ri­to­ri­um eine Frau im dezen­ten Hosen­an­zug ent­ge­gen. Ihr Ziel liegt im ent­le­gens­ten Win­kel des KZ-Ter­ri­to­ri­ums – eine klei­ne grü­ne Ecke, die fast wie ein Park aus­sieht.

Russische Stiftung will mit Würdigung sowjetischer KZ-Untergrundkämpfer neue Akzente setzen
Der Gra­ben vor dem KZ-Zaun, hin­ter dem Zaun befin­det sich noch ein Was­ser­ka­nal. An die­ser Stel­le geht es zum Gelän­de des Kre­ma­to­ri­ums.

Doch die Gemüt­lich­keit täuscht. Hier soll­ten sich die schreck­lichs­ten Din­ge ereig­nen : Die zum Tode ver­ur­teil­ten Insas­sen wur­den hier erhängt oder erschos­sen und gleich im Kre­ma­to­ri­um ver­brannt. Auch eine Gas­du­sche wie in den Ver­nich­tungs­la­gern gibt es hier, angeb­lich wur­de sie jedoch sel­ten ein­ge­setzt.

Die Frau ist die stell­ver­tre­ten­de Lei­te­rin der Gedenk­stät­te Andrea Ried­le. Am Kre­ma­to­ri­um trifft sie sich mit einem rus­si­schen und einem israe­li­schen Diplo­ma­ten sowie einem Gast aus Russ­land. Gemein­sam hal­ten die Anspra­chen. Es sind Krän­ze vor­be­rei­tet.

Von ins­ge­samt über 5,7 Mil­lio­nen sowje­ti­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen starb an den kata­stro­pha­len Lebens­be­din­gun­gen in den Lagern der deut­schen Wehr­macht mehr als die Hälf­te. Die NS-Regie­rung erklär­te kur­zer­hand die Gen­fer Kon­ven­ti­on für die­se Per­so­nen für ungül­tig. Wäh­rend des Kal­ten Krie­ges wur­de Erin­ne­rung an das Schick­sal sowje­ti­scher Kriegs­ge­fan­ge­nen weit­ge­hend aus­ge­blen­det. Obwohl sich dies mitt­ler­wei­le geän­dert hat, gibt es immer noch gro­ßen Nach­hol­be­darf.

Die KZ-Gedenk­stät­te Dach­au gehört zu jenen Insti­tu­tio­nen, die sich seit Jah­ren bemü­hen, die­se Erin­ne­rungs­lü­cke zu schlie­ßen. Am ehe­ma­li­gen Schieß­übungs­platz unweit des KZ-Ter­ri­to­ri­ums, wo in den Jah­ren 1941 – 42 über 4.000 sowje­ti­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne ermor­det wor­den sind, wur­de nun eine Gedenk­stel­le errich­tet. Dort wer­den die Namen der hier Erschos­se­nen ein­gra­viert.

Ried­le nennt die offi­zi­el­le Grund­la­ge für die­sen Mas­sen­mord : Es soll­ten “untrag­ba­re Ele­men­te” in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern durch die Gesta­po aus­ge­son­dert und durch Son­der­kom­man­dos ermor­det wer­den. So soll­ten die ideo­lo­gi­sche Beein­flus­sung der deut­schen Bevöl­ke­rung und die Bil­dung von Wider­stands­grup­pen ver­hin­dert wer­den.

Seit der Wen­de im Krieg brauch­te die NS-Füh­rung jedoch auch die “untrag­ba­re Ele­men­te” zuneh­mend als Arbeits­kräf­te. Sie konn­ten dabei in Gefan­gen­schaft weit­ge­hend unter sich blei­ben. In meh­re­ren Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern haben die ehe­ma­li­ge sowje­ti­schen Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen ange­fan­gen, Unter­grund­grup­pen zu bil­den.

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Das Kre­ma­to­ri­um in Dach­au

Mas­sen­flucht aus den Nazi-Lagern oder gar Auf­stän­de gab es aber nur ganz weni­ge, in einem Todes­la­ger gelang das nur ein­mal : bei der Flucht aus Sobi­bór im Okto­ber 1943. Orga­ni­siert wur­de die Flucht von einem sowje­ti­schen Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen Alex­an­der Pet­sch­jor­ski. Er und sei­ne Mit­strei­ter töte­ten elf SS-Wach­män­ner und ver­hal­fen 350 Insas­sen zur Flucht. Nach der Jagd auf Geflüch­te­te blie­ben 53 Men­schen am Leben, dar­un­ter Pet­sch­jor­ski selbst, der hin­ter die Front­li­nie floh.

Sei­nen Namen trägt nun eine rus­si­sche Stif­tung. Der Lei­ter der Stif­tung Ilja Was­sil­jew ist an die­sem Tag eben­falls in Dach­au anwe­send. Sein Ziel ist die Erfor­schung der Tätig­keit sowje­ti­scher Wider­stands­grup­pen in deut­schen Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern und deren Wür­di­gung.

Dach­au soll zu einem der wich­ti­gen Erin­ne­rungs­or­te wer­den, denn an jenem Ort, an dem heu­te die Kranz­nie­der­le­gung in der Nähe des Kre­ma­to­ri­ums statt­fin­det, wur­den am 4. und 5. Sep­tem­ber 1944 ins­ge­samt 92 sowje­ti­sche Kriegs­ge­fan­ge­ne hin­ge­rich­tet. Sie waren Mit­glie­der der Unter­grund­or­ga­ni­sa­ti­on “Bru­der­schaft der Gefan­ge­nen” (rus­sisch BSW), die haupt­säch­lich aus sowje­ti­schen Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen bestand.

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Flucht war prak­tisch unmög­lich. Eine Sze­ne aus dem Film “Sobi­bor” (2018, Regis­seur : Kon­stan­tin Cha­ben­ski)

Da die Lager­in­sas­sen in der zwei­ten Hälf­te des Krie­ges stän­dig von einem Lager in ein ande­res ver­legt wur­den, konn­te die Geheim­or­ga­ni­sa­ti­on Kon­tak­te zu ande­ren Lagern sowie Ost­ar­bei­tern und deut­schen Kom­mu­nis­ten knüp­fen. Gera­de­zu fan­tas­tisch klin­gen aus heu­ti­ger Sicht die Zie­le der BSW – Unter­stüt­zung der Roten Armee, Bewaff­nung der Gefan­ge­nen bis hin zum Aus­bruch aus den Lagern und ein Auf­stand, der zum Sturz des NS-Regimes führt.

Für die Auf­de­ckung der gut getarn­ten Grup­pe hat die Gesta­po eine Son­der­kom­mis­si­on ein­ge­setzt und durch Spit­zel all ihre Mit­glie­der und Sym­pa­thi­san­ten ent­tarnt und “aus­ge­son­dert”. Ab die­sem Moment waren sie alle dem Tode geweiht. Ins­ge­samt wur­den über 300 Inhaf­tier­ten exe­ku­tiert.

Andrea Ried­le von der Gedenk­stät­te erzählt den Ver­sam­mel­ten, wie dies an die­sen Tagen vor 75 Jah­ren im KZ Dach­au geschah : In klei­ne­ren Grup­pen von je 15 Gefan­ge­nen wur­den die Ver­ur­teil­ten ent­klei­det und per Genick­schuss hin­ge­rich­tet, danach hat sie ein Gefan­ge­nen­kom­man­do in das Kre­ma­to­ri­um neben­an gebracht, wo ihre Lei­chen ein­ge­äschert wur­den. Das Gan­ze habe nur eine hal­be Stun­de gedau­ert.

Die Gedenk­stät­te unter­stützt das Vor­ha­ben der Stif­tung. Es soll künf­tig eine spe­zi­el­le Gedenk­ta­fel zur Tätig­keit der “Bru­der­schaft der Gefan­ge­nen” in den Aus­stel­lungs­räu­men geben. “Wir wid­men allen Wider­stands­grup­pen gro­ße Auf­merk­sam­keit”, sagt sie RT.

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Was­sil­jew sieht aber beim bis­he­ri­gen Erin­ne­rungs­kon­zept der Gedenk­stät­ten in Euro­pa Ver­än­de­rungs­be­darf. Solan­ge die Über­le­ben­den am Leben waren, habe man sich auf deren Lei­den kon­zen­triert, und dies sei auch rich­tig gewe­sen.

Die Hel­den des Wider­stan­des in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern, der oft von sowje­ti­schen Sol­da­ten und Offi­zie­ren ange­führt wur­de, und die Hel­den des jüdi­schen Wider­stan­des in Ghet­tos und Ver­nich­tungs­la­gern haben es ver­dient, dass die nächs­ten Genera­tio­nen der Bür­ger Euro­pas Euro­pä­er am Bei­spiel die­ser hel­den­haf­ten Taten erzo­gen wer­den”, sagt er in sei­ner Anspra­che.

Auf dem Rück­weg über das weit­läu­fi­ge KZ-Gelän­de kom­men wir ins Gespräch. Die sowje­ti­schen Kriegs­ge­fan­ge­nen sei­en trotz ihres schreck­li­chen Schick­sals im Kriegs­ge­den­ken sehr lan­ge ver­nach­läs­sigt wor­den, auch in Russ­land. Gleich nach dem Krieg gal­ten sie als Feig­lin­ge, da sie sich lebend erge­ben hät­ten.

Es habe Aus­nah­men bei der Hul­di­gung eini­ger Aus­nah­me­hel­den gege­ben, aber dies sei oft ein­fluss­rei­chen Schirm­her­ren inner­halb der Sowjet­füh­rung zu ver­dan­ken. Zur Zeit der Pere­stroi­ka und in den frü­hen Jah­ren nach der Sowjet­uni­on habe es ein Para­dig­ma der Schwärzung des Kriegs­ge­den­kens gege­ben. “Die Erin­ne­rung wur­de also zwei­mal zer­tram­pelt”, sagt Was­sil­jew. Es sei erst jetzt mög­lich, dass die Kriegs­ge­fan­ge­nen einen ange­mes­se­nen Platz in der Erin­ne­rung fin­den.

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Ilja Was­sil­jew hält sei­ne Anspra­che vor der Kranz­nie­der­le­gung in Dach­au.

Und die­ser Platz habe viel mit deren Kampf zu tun. Mit gehor­sa­mem Still­hal­ten hät­te man im KZ-Sys­tem grö­ße­re Über­le­bens­chan­cen gehabt. Die Wider­ständ­ler setz­ten sich unmög­li­che, fan­tas­ti­sche Zie­le und nah­men dabei den siche­ren Tod in Kauf, betont Was­sil­jew.

Die­se heu­ti­gen Gedenk­stät­ten kul­ti­vie­ren den Tod, wir schla­gen vor, den Wil­len zum Sieg zu kul­ti­vie­ren. Die Sowjets haben über­all den Geist des Sie­ges mit sich getra­gen, auch in Gefan­gen­schaft. Nur so konn­te der Aus­bruch aus Sobi­bór zustan­de kom­men. Die­ser Moment fehlt. Für die Nach­kom­men braucht man etwas, das den Geist heben kann. Das braucht man auch hier, in Euro­pa”, sagt Was­sil­jew uns anschlie­ßend.

Wäh­rend Was­sil­jew spricht, schal­tet sein Beglei­ter – Pro­du­cer einer in Deutsch­land ansäs­si­gen Pro­duk­ti­ons­fir­ma – die Video­funk­ti­on sei­nes Smart­pho­nes ein : “Du redest jetzt schön.” Was­sil­jew wird auch künf­tig noch Mög­lich­kei­ten bekom­men, sei­ne Ide­en zu prä­sen­tie­ren. In Russ­land wird der­zeit ein Doku­men­tar­film gedreht, der von der “Bru­der­schaft der Gefan­ge­nen” erzählt. Die Zusam­men­ar­beit mit den deut­schen Gedenk­stät­ten beginnt auch jetzt erst.

Die Uhr zeigt inzwi­schen kurz vor 19 Uhr an. Am Wach­turm vor­bei, vor dem vor 75 Jah­ren ein Hoch­span­nungs­sta­chel­draht gezo­gen war, ver­las­sen wir die­sen Ort, als Letz­te für heu­te.

RT Deutsch


NI : „Todgefährlich“ — Gegen russische Su-35 haben nur F‑15 und F‑22 gewisse Chancen


Gegen den rus­si­schen Kampf­jet Su-35 (NATO-Code : Flan­ker E+) hät­ten nur US-ame­ri­ka­ni­sche Jets F‑15 und F‑22 gewis­se Chan­cen. Zu die­sem Schluss kam das US-Por­tal The Natio­nal Inte­rest (NI) in einem Ver­gleich der rus­si­schen Maschi­ne der Genera­ti­on 4++ mit vier US-Ana­lo­ga, dar­un­ter auch mit F‑16 und F‑35.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Russische Justiz wirft Nawalny-Stiftung Geldwäsche vor


Rus­si­sche Jus­tiz­be­hör­den haben die Kon­ten der soge­nann­ten Stif­tung zur Bekämp­fung der Kor­rup­ti­on (SBK) des oppo­si­tio­nel­len Poli­ti­kers und Blog­gers Ale­xej Nawal­ny sowie von eini­gen sei­ner Unter­stüt­zer ein­ge­fro­ren. Das teil­te sei­ne Spre­che­rin Kira Jar­misch mit. Seit ver­gan­ge­ner Woche ermit­telt die rus­si­sche Jus­tiz wegen des Vor­wurfs der Geld­wä­sche gegen die nicht-kom­mer­zi­el­le Orga­ni­sa­ti­on (NKO). Die Poli­zei durch­such­te auch Woh­nun­gen von vier Nawal­ny-Ver­trau­ten.

Die rus­si­sche Jus­tiz hat­te am Sams­tag mit­ge­teilt, ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Geld­wä­sche gegen die Stif­tung des Poli­ti­kers ein­ge­lei­tet zu haben. Mit­ar­bei­ter der Stif­tung hät­ten “eine gro­ße Geld­sum­me von Drit­ten bekom­men”, die “auf kri­mi­nel­le Wei­se” beschafft wor­den sei, teil­ten die Ermitt­ler mit. Es gehe um eine Sum­me in Höhe von knapp einer Mil­li­ar­de Rubel (13,8 Mil­lio­nen Euro).

Um Besitz, Ver­wen­dung und Ver­wal­tung der Erlö­se, die auf kri­mi­nel­le Wei­se beschafft wor­den sei­en, zu legi­ti­mie­ren, haben die Kom­pli­zen über Geld­au­to­ma­ten in Mos­kau den glei­chen Geld­be­trag auf die Giro­kon­ten meh­re­rer Ban­ken ein­ge­zahlt, teil­te das Ermitt­lungs­ko­mi­tee auf sei­ner Home­page mit.

Es wird schon seit Lan­gem gemut­maßt, dass wegen der feh­len­den Trans­pa­renz der Nawal­ny-Stif­tung die Mög­lich­keit bestand, ein­ge­nom­me­ne Kryp­towäh­rungs­be­trä­ge ver­un­treut oder Geld aus unbe­kann­ten Quel­len, dar­un­ter Geld­ge­ber im Aus­land, erhal­ten zu haben. Noch im Juni gab es Anfra­gen von­sei­ten des Ermitt­lungs­ko­mi­tees an die Grün­der der SBK, Ale­xej Nawal­ny und Leo­nid Wol­kow, wegen Betrugs­ver­dachts. 

Die rus­si­sche RT-Redak­ti­on ist im Lau­fe eige­ner Unter­su­chun­gen zu dem Schluss gekom­men, dass die Finanz­ge­schäf­te durch Bit­coin-Kon­ten wegen der Anony­mi­tät der Geld­ge­ber tat­säch­lich Raum für Spe­ku­la­tio­nen bie­ten könn­ten – von der Geld­be­schaf­fung aus dem Aus­land bis zur Ver­wen­dung der Mit­tel von­sei­ten der Stif­tung für pri­va­te Zwe­cke. Es geht dabei um Sum­men in zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he (Rubel).

Das bereits ein­ge­lei­te­te Ermitt­lungs­ver­fah­ren bezieht sich unter ande­rem auf Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Finan­zie­rung der Prä­si­dent­schafts­kam­pa­gne von Ale­xej Nawal­ny im Jahr 2018. Die Rede ist von der Finan­zie­rung der Regio­nal­bü­ros über Leo­nid Wol­kows Stif­tung “Fünf­te Jah­res­zeit”, schreibt RT auf sei­nem rus­si­schen Tele­gram-Kanal. 

Wol­kow, der die Wahl­kam­pa­gne von Nawal­ny lei­te­te, nann­te die Vor­wür­fe der Behör­den “völ­li­gen Unsinn”. Er geht davon aus, dass die Ermitt­lungs­maß­nah­men dar­auf abzie­len könn­ten, die Akti­vi­tä­ten der regio­na­len Nawal­ny-Büros ein­zu­schrän­ken.

Ähn­lich sieht es die Juris­tin der SBK, Lju­bow Sobol. Der rus­si­schen Tages­zei­tung Kom­mer­s­ant zufol­ge behaup­tet sie, dass das Ein­frie­ren der Kon­ten der Nawal­ny-Stif­tung orga­ni­siert wur­de, um die Arbeit der SBK ein­zu­schrän­ken und zu ver­hin­dern, dass die Stif­tung für “die­je­ni­gen, die bei den Pro­test­ak­tio­nen ille­gal fest­ge­hal­ten wur­den”, die Geld­bu­ßen zah­len kann. Sobol gehört zu den pro­mi­nen­tes­ten Wort­füh­rern der aktu­el­len Pro­tes­te für freie Wah­len in Mos­kau. Sie wur­de bis­lang wegen Unre­gel­mä­ßig­kei­ten bei der Stim­men­samm­lung für ihre eige­ne Kan­di­da­tur von der Zen­tra­len Wahl­kom­mis­si­on zu Wah­len nicht zuge­las­sen.

Die Zah­lun­gen von Geld­stra­fen für die Orga­ni­sa­ti­on und Teil­nah­me an den von der Stadt­ver­wal­tung nicht geneh­mig­ten Demons­tra­tio­nen gehö­ren zum Streit­ge­gen­stand zwi­schen der Nawal­ny-Stif­tung und sei­nen Anhän­gern und regio­na­len Ver­tre­tern. RT sind Beschwer­den bekannt, dass die Orga­ni­sa­to­ren der nicht auto­ri­sier­ten Mär­sche in zwei rus­si­schen Regio­nen bei Zah­lun­gen der hohen Geld­stra­fen in sechs­stel­li­ger Höhe (in Rubel) von Mos­kau im Stich gelas­sen wur­den.

Die nicht geneh­mig­ten Demons­tra­tio­nen zur Unter­stüt­zung von nicht regis­trier­ten Kan­di­da­ten für die Wahl der Mos­kau­er Stadt­du­ma fan­den in Mos­kau am 14. Juli, 27. Juli und 3. August statt. Es wur­den ins­ge­samt bis zu 2.000 Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer kurz­zei­tig fest­ge­nom­men. Eine auto­ri­sier­te Kund­ge­bung ist für den 10. August am Sach­a­row-Pro­spekt geplant. Das Büro von Ale­xej Nawal­ny unter­stütz­te die Kund­ge­bung, rief aber die Anhän­ger dazu auf, unmit­tel­bar nach dem offi­zi­el­len Ende der Kund­ge­bung einen unko­or­di­nier­ten “Spa­zier­gang zur Unter­stüt­zung der frei­en Wah­len” zu unter­neh­men, des­sen Ver­lauf jedoch noch nicht bekannt gege­ben wur­de.

Ale­xej Nawal­ny sitzt der­zeit in einer admi­nis­tra­ti­ven 30-tägi­gen Haft, da er zu einem nicht geneh­mig­ten öffent­li­chen Pro­test auf­ge­ru­fen hat­te. In auf­wen­dig pro­du­zier­ten Videobei­trä­gen pran­gert Nawal­ny seit Jah­ren die Berei­che­rung unter hohen Beam­ten und Poli­ti­kern an und erreicht damit auf You­tube ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum. Er selbst wur­de wegen Ver­un­treu­ung von Gel­dern zu Bewäh­rungs­stra­fen ver­ur­teilt und darf nicht als Kan­di­dat für hohe poli­ti­sche Ämter antre­ten. Den­noch ist Nawal­ny poli­tisch sehr aktiv und ver­sucht mit regio­na­len Nie­der­las­sun­gen sei­ner Stif­tung, sei­nen eige­nen Ein­fluss im Land aus­zu­bau­en. 

Zum Ver­lauf der Demons­tra­tio­nen am Sach­a­ro­wa-Pro­spekt wird es eine RT-Live­schal­tung geben.

Mehr zum The­ma — Mos­kau­er Poli­zei warnt vor Auf­ru­fen zu unau­to­ri­sier­ten Kund­ge­bun­gen

RT Deutsch


Freunde treffen Freunde” — Russische Sportpiloten dürfen zum ersten Mal nach Deutschland fliegen


Ein Erfah­rungs­be­richt von Hans Rei­nin­ger

Vom 22. bis 26. Juni 2019 waren ganz beson­de­re Gäs­te in Durach im All­gäu. Vier Sport­flug­zeu­ge aus Russ­land mit ins­ge­samt acht rus­si­schen Flie­gern und Flie­ge­rin­nen lan­de­ten auf dem ört­li­chen Flug­ha­fen. Dies war das ers­te Mal, dass rus­si­sche Pilo­ten mit klei­nen Sport­flug­zeu­gen die Geneh­mi­gung erhiel­ten, das rus­si­sche Ter­ri­to­ri­um zu ver­las­sen, um einen inter­na­tio­na­len Flug nach Mit­tel­eu­ro­pa anzu­tre­ten.

Es han­del­te sich um einen Gegen­be­such, nach­dem 20 Sport­flug­zeu­ge aus EU-Län­dern im Jah­re 2016 einen Frie­dens- und Freund­schafts­flug nach Russ­land unter­nom­men hat­ten. Orga­ni­siert wur­de die­ser Flug damals von Hans Rei­nin­ger aus Gra­ben, der auch Mit­glied der Luft­sport­grup­pe Kemp­ten-Durach ist.

Die Umset­zung der Idee, etwas zur Völ­ker­ver­stän­di­gung zu unter­neh­men, nahm andert­halb Jah­re in Anspruch. Dann konn­te die­ser ers­te offi­zi­el­le Frie­dens- und Freund­schafts­flug nach Manu­sh­ki­no bei St. Peters­burg star­ten. Erst nach direk­ter Kon­takt­auf­nah­me mit Prä­si­dent Wla­di­mir Putin war es damals mög­lich, eine Ein­flug­ge­neh­mi­gung zu bekom­men.

Die 20 Flie­ger aus Deutsch­land (drei Flug­zeu­ge aus Durach), Frank­reich, Ita­li­en und Öster­reich wur­den in Pskow, Sered­ka, Weli­ki Now­go­rod und Manu­sh­ki­no über­aus herz­lich emp­fan­gen. Es ent­wi­ckel­ten sich sofort ech­te Freund­schaf­ten. Über­all wur­den die Pilo­ten von Pres­se und Fern­se­hen beglei­tet und muss­ten Inter­views bei sie­ben ver­schie­de­nen Fern­seh­sen­dern geben. Die rus­si­schen Nach­barn waren über­aus inter­es­siert, etwas über das Ver­hält­nis zu Russ­land zu erfah­ren. Gleich­zei­tig wan­del­te sich das Russ­land­bild der Pilo­ten aus der EU von Tag zu Tag mehr zum Posi­ti­ven.

Die rus­si­schen Pilo­ten besuch­ten das All­gäu noch im sel­ben Jahr mit 15 Per­so­nen. Aller­dings per Lini­en­flug. Mit dem eige­nen Flug­zeug zu kom­men, erschien damals vor drei Jah­ren noch undenk­bar.

Doch der ers­te Freund­schafts­flug im Jahr 2016 hat­te tat­säch­lich etwas bewirkt. Die Hür­den für die Sport­flie­ger wur­den von Jahr zu Jahr locke­rer und heu­er war das Unmög­li­che geschafft.

Am 22. Juni 2019 flo­gen Hans Rei­nin­ger und zwei sei­ner Flie­ger­ka­me­ra­den mit ihrer Jodel Capi­tain der rus­si­schen Grup­pe bis Olsztyn in Nord­po­len ent­ge­gen und beglei­te­ten sie anschlie­ßend nach Kemp­ten. Das Wie­der­se­hen war über­aus herz­lich. Die Tage in Durach, am Alpen­rand waren für die rus­si­schen Flie­ger unver­gess­lich.

"Freunde treffen Freunde" - Russische Sportpiloten dürfen zum ersten Mal nach Deutschland fliegen

Zum “Freunde-treffen-Freunde”-Treffen kamen zudem noch ande­re Flie­ger aus Deutsch­land, Tsche­chi­en und der Slo­wa­kei nach Durach. Unse­re ita­lie­ni­schen Freun­de konn­ten wet­ter­be­dingt lei­der nicht anflie­gen.

Zudem war das ers­te Mal eine Grup­pe von Motor­rad­fah­rern dabei, mit denen Hans Rei­nin­ger vor zwei Jah­ren bei einer “Druschba”-Fahrt mit dem Motor­rad nach Tsche­tsche­ni­en gemein­sam unter­wegs war. Die Flie­ger und die Motor­rad­fah­rer ver­stan­den sich dank der gemein­sa­men Vor­stel­lung von Völ­ker­ver­bin­dung pri­ma.

Am Mitt­woch flog dann die rus­si­sche Grup­pe voll­be­la­den mit unver­gess­li­chen Ein­drü­cken über die neu­en Bun­des­län­der, Polen, Litau­en und Lett­land mit 160 Stun­den­ki­lo­me­tern wie­der zurück nach Russ­land. Die Flug­pla­nung haben wir wie­der gemein­sam gemacht.

"Freunde treffen Freunde" - Russische Sportpiloten dürfen zum ersten Mal nach Deutschland fliegen

Ein zuerst geplan­ter gemein­sa­mer Aus­flug nach Ita­li­en wur­de wegen der man­geln­den Alpen­er­fah­rung unse­rer rus­si­schen Freun­de aus Sicher­heits­grün­den dann lei­der doch nicht durch­ge­führt.

Nächs­tes Jahr soll das Tref­fen wie­der in Russ­land statt­fin­den.

Völ­ker­ver­stän­di­gung über alle Gren­zen ist mög­lich ! Man muss es nur inner­lich wol­len, und einen lan­gen Atem haben.

Mehr zum The­ma — Offe­ner Brief eines Fami­li­en­va­ters an von der Ley­en : Mit trans­at­lan­ti­scher Treue in den Wahn­sinn !

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

RT Deutsch


Russischer Diplomat : US-Sanktionen gegen russische Staatsanleihen sind “Schuss ins eigene Knie”


Der stell­ver­tre­ten­de rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Alex­an­der Pan­kin kri­ti­sier­te am Frei­tag am Frei­tag vor Jour­na­lis­ten scharf den Ent­schluss der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, zukünf­tig US-Bür­ger zu bestra­fen, die rus­si­sche Staats­an­lei­hen erwer­ben möch­ten.

Das ist ein biss­chen wie ein Schuss ins Knie, denn vie­le aus­län­di­sche Inves­to­ren sind an Russ­lands Schuld­ver­pflich­tun­gen inter­es­siert, sie wer­den Ein­nah­men haben, die ihnen genom­men wer­den”, sag­te er, wie die rus­si­sche Nach­rich­ten­agen­tur TASS berich­te­te.

Was die mög­li­chen Reak­tio­nen Russ­land betrifft, so zeig­te Pan­kin zwei mög­li­che Wege auf, näm­lich gleich­ar­ti­ge Gegen­maß­nah­men oder eine asym­me­tri­sche Reak­ti­on.

Natür­lich wer­den die­se Aktio­nen nicht unge­straft blei­ben”, ver­sprach der Diplo­mat.

Aller­dings sei die Reak­ti­on Russ­lands auf die US-Sank­tio­nen kein Selbst­zweck. Pan­kin zufol­ge sei­en die neu­en Maß­nah­men zudem nicht dra­ma­tisch.

Jeder die­ser Schrit­te erschwert uns das Leben, aber sie sind nicht töd­lich”, sag­te er.

Am 11. Juli ver­ab­schie­de­te das Reprä­sen­tan­ten­haus der Ver­ei­nig­ten Sta­ten eine Ände­rung für das Haus­halts­jahr 2020, die Sank­tio­nen gegen die Staats­ver­schul­dung Russ­lands vor­sieht. Die US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­ti­ker begrün­de­ten die Sank­tio­nen mit der unbe­wie­se­nen angeb­li­chen Ein­mi­schung Russ­lands in den US-Wahl­kampf.

Die Ände­rung wur­de von zwei Demo­kra­ten ein­ge­bracht. Ein Initia­tor der Sank­tio­nen wies dar­auf hin, dass der Ände­rungs­an­trag ech­te, schwe­re Sank­tio­nen gegen den rus­si­schen Staat vor­se­he. Zukünf­tig dür­fe kein US-Bür­ger rus­si­sche Staats­an­lei­hen erwer­ben. Der Geset­zes­text sieht jedoch auch einen Mecha­nis­mus zur Auf­he­bung die­ser Sank­tio­nen vor, wenn die US-Regie­rung zu dem Schluss gelangt, dass Russ­land sich nicht in die US-ame­ri­ka­ni­schen Wah­len ein­ge­mischt hat, und der Kon­gress zustimmt.

RT Deutsch