Russische Langstreckenbomber absolvieren Flüge im Ostseeraum


Stra­te­gi­sche Über­schall­bom­ber Tu-160 der rus­si­schen Luft- und Welt­raum­kräf­te haben Übungs­flü­ge über neu­tra­len Gewäs­sern der Ost­see durch­ge­führt. Das geht aus einer Pres­se­mit­tei­lung des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums her­vor.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Absoluter Wahnsinn!”, “Hellauf begeistert!”, “Grandios!” – Russische Saisons in Baden-Baden (Video)


Mehr als 3,5 Mil­lio­nen Japa­ner hat­ten sich im Jahr 2017 im Rah­men des rus­si­schen Kul­tur­fes­ti­vals begeis­tern las­sen, und mehr als sechs Mil­lio­nen Ita­lie­ner hat­ten an den Ver­an­stal­tun­gen im Jahr 2018 teil­ge­nom­men.

Die­ses Jahr sind mehr als 400 Ver­an­stal­tun­gen in 80 deut­schen Städ­ten geplant : Aus­stel­lun­gen, Thea­ter­auf­füh­run­gen, Kon­zer­te, Bal­lett­auf­füh­run­gen, Kino­pro­jek­te, Füh­run­gen von Volks­grup­pen, Zir­kus- und Kunst­fes­ti­vals. Mehr als 80 Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen neh­men an den “Rus­si­schen Sai­sons” teil.

RT Deutsch


Lesetipp für Geschichtsnarren : Russische und deutsche Historiker präsentieren gemeinsames Werk


Am 9. Juli haben Mit­glie­der der Gemein­sa­men Kom­mis­si­on für die Erfor­schung der jün­ge­ren Geschich­te der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen im Emp­fangs­haus des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums in Mos­kau den letz­ten Teil ihres gemein­sa­men Buches prä­sen­tiert. Das drei­bän­di­ge Mam­mut­werk “Deutsch­land – Russ­land. Sta­tio­nen gemein­sa­mer Geschich­te, Orte der Erin­ne­rung” war das Ergeb­nis einer sie­ben­jäh­ri­gen Zusam­men­ar­beit, die unter Schirm­herr­schaft der bei­den Regie­run­gen statt­fand. Die ande­ren, dem 20. bezie­hungs­wei­se dem 18. Jahr­hun­dert gewid­me­ten Bän­de waren bereits in den Jah­ren 2015 und 2018 erschie­nen.

Bei der fei­er­li­chen Ver­an­stal­tung wur­den die Gruß­wor­te des rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin, Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und des rus­si­schen Außen­mi­nis­ters Ser­gei Law­row ver­le­sen.

Ich bin mir sicher, dass die­se Publi­ka­ti­on unter Wis­sen­schaft­lern, Lehr­kräf­ten, Stu­die­ren­den sowie Geschichts­freun­den in Russ­land und Deutsch­land ein gro­ßes Inter­es­se wecken und zur Stär­kung des Ver­trau­ens und Ein­ver­neh­mens zwi­schen den Völ­kern unse­rer Län­dern bei­tra­gen wird”, so Wla­di­mir Putin.

Der rus­si­sche Staats­chef bedank­te sich bei den Ver­fas­sern des gemein­sa­men Geschichts­wer­kes und wünsch­te ihnen eine frucht­ba­re Zusam­men­ar­beit für die Zukunft.

Das wech­sel­haf­te Ver­hält­nis zwi­schen Deutsch­land und Russ­land erwies sich häu­fig als Dreh- und Angel­punkt euro­päi­scher Poli­tik. Immer wie­der berei­cher­ten sich bei­de Län­der gegen­sei­tig – wis­sen­schaft­lich und kul­tu­rell –, pfleg­ten wirt­schaft­li­che Koope­ra­tio­nen, waren aber auch all­zu oft erbit­ter­te poli­ti­sche und mili­tä­ri­sche Wider­sa­cher”, so Ange­la Mer­kel.

Die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin dank­te in ihrem Gruß­wort allen an die­sem Pro­jekt betei­lig­ten Wis­sen­schaft­lern und Insti­tu­tio­nen für ihr Enga­ge­ment und brach­te ihre Hoff­nung auf eine zahl­rei­che Leser­schaft zum Aus­druck, die die­se Tri­lo­gie ver­die­ne.

Das Kon­zept der Gemein­sa­men Kom­mis­si­on für die Erfor­schung der jün­ge­ren Geschich­te der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen war auf­grund einer Initia­ti­ve des deut­schen Bun­des­kanz­lers Hel­mut Kohl und des rus­si­schen Prä­si­den­ten Boris Jel­zin in den frü­hen 1990er-Jah­ren ent­stan­den. Bei der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung im Janu­ar 1998 in Bonn wur­den dann die Grund­prin­zi­pi­en, der Cha­rak­ter der Zusam­men­ar­beit im Rah­men der Kom­mis­si­on, ihre Zie­le und Auf­ga­ben prä­zi­siert.

Zu ihrer Unter­stüt­zung rich­te­ten bei­de Regie­run­gen Sekre­ta­ria­te ein, die die Arbeit der Kom­mis­si­on för­dern und orga­ni­sa­to­risch unter­stüt­zen. Die Auf­ga­be der bila­te­ra­len Kom­mis­si­on ist die För­de­rung einer umfas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Erfor­schung der deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen im 20. Jahr­hun­dert im Geis­te der Offen­heit und Objek­ti­vi­tät.

Mehr zum The­ma — Ser­gei Iwa­now zum Deutsch-Sowje­ti­schen Grenz­ver­trag : “Das Wort ‘Freund­schaft’ war falsch” (Video)

RT Deutsch


Wer setzt in Syrien C-Waffen ein?” – Russische Experten veranstalten Briefing in Den Haag


Das Brie­fing mit dem Titel “Wer setzt in Syri­en C-Waf­fen ein?” fin­det am 12. Juli im Hotel Crow­ne Pla­za in Den Haag statt, der Stadt mit dem Sitz der Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen (OPCW). Im Rah­men der Ver­an­stal­tung legen Exper­ten und Ver­tre­ter des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums der Öffent­lich­keit unter ande­rem zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen über den angeb­li­chen Gift­gas-Angriff im syri­schen Duma am 7. April 2018 vor. Die Daten sind von rus­si­schen Fach­leu­ten und Men­schen­recht­lern in Syri­en gesam­melt wor­den. Geplant ist auch eine Dis­kus­si­on über die Situa­ti­on in der OPCW. Dar­an nimmt auch der rus­si­sche Bot­schaf­ter in den Nie­der­lan­den Alex­an­der Schul­gin teil.

Am 7. April 2018 soll es nach Anga­ben eini­ger NGOs, dar­un­ter der “Weiß­hel­me”, im syri­schen Duma zu einem C-Waf­fen-Ein­satz gekom­men sein. Fach­kun­di­ge Mit­ar­bei­ter des rus­si­schen Zen­trums für Ver­söh­nung der Kon­flikt­par­tei­en in Syri­en unter­such­ten die Ort­schaft bereits am 9. April, konn­ten dort aber kei­ne Spu­ren von C-Waf­fen nach­wei­sen. Am 14. April grif­fen die USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich das Nah­ost-Land ohne Geneh­mi­gung des UN-Sicher­heits­ra­tes an. Im Novem­ber beschloss dann die OPCW, eine Arbeits­grup­pe zu schaf­fen, die die Schul­di­gen fest­stel­len soll­te.

Russ­land war damals ent­schie­den dage­gen ein­ge­tre­ten, die Orga­ni­sa­ti­on in ein “bestra­fen­des Organ” zu ver­wan­deln, denn in die­sem Fall wür­de sich die OPCW die exklu­si­ven Befug­nis­se des UN-Sicher­heits­ra­tes aneig­nen. Außer­dem ver­wies Russ­land dar­auf, dass die Che­mie­waf­fen­kon­ven­ti­on eine Ermitt­lung von Schul­di­gen nicht vor­sieht. (TASS)

Mehr zum The­ma — Weiß­hel­me und Ner­ven­gas : Neu­er Call of Duty-Trai­ler ist anti-rus­si­sche Pro­pa­gan­da

RT Deutsch


Freilassung ukrainischer Seeleute : Warum lehnt Kiew das russische Angebot ab ?


von Wla­dis­law San­kin 

Seit Novem­ber for­dern die EU und füh­ren­de west­li­che Staa­ten die Frei­las­sung der 24 ukrai­ni­schen See­leu­te aus rus­si­scher Haft. Letz­tens wur­de als Grund für die Ver­län­ge­rung der anti­rus­si­schen EU-Sank­tio­nen das “Vor­ge­hen Russ­lands gegen ukrai­ni­sche Mari­ne­schif­fe am 25. Novem­ber 2018” genannt. In der jüngs­ten Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Kiew und dem Euro­pa­rat wegen der Rück­kehr der rus­si­schen Dele­ga­ti­on argu­men­tier­te die ukrai­ni­sche Dele­ga­ti­on auch mit dem Ver­bleib der inhaf­tier­ten Sol­da­ten in Russ­land als “Fall der rus­si­schen Aggres­si­on”.

Die Absa­ge eines Tref­fens der Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin und Donald Trump beim letz­ten G20-Gip­fel in Bue­nos Aires am 30. Novem­ber 2018 wur­de von US-ame­ri­ka­ni­scher Sei­te mit dem Vor­fall in der Stra­ße von Kertsch begrün­det. Die Sache mit den Inhaf­tier­ten ist also ein gro­ßes Poli­ti­kum. Die Rück­füh­rung der ukrai­ni­schen Matro­sen hat der neu gewähl­te ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Selens­kij zu einem der wich­tigs­ten außen­po­li­ti­schen Zie­le im neu­en Amt erklärt. 

Am 25. Juni über­reich­te Mos­kau Kiew über diplo­ma­ti­sche Kanä­le eine Note mit dem Ange­bot, das Pro­ze­de­re zur Frei­las­sung der ukrai­ni­schen Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen sofort ein­zu­lei­ten. Ange­fan­gen wer­den soll­te mit der schrift­li­chen Zusi­che­rung der Teil­nah­me jedes Matro­sen am Ver­fah­ren und des Erhalts der Schif­fe als Beweis­stü­cke nach ihrer Rück­ga­be durch Kiew.

Wie die­ser Note zu ent­neh­men war, konn­te die Frei­las­sung der Fest­ge­nom­me­nen vor dem Abschluss der Ermitt­lungs- und Gerichts­ver­fah­ren statt­fin­den, nur soll­te dies nach rus­si­schem Recht gesche­hen. Russ­land stuft die Manö­ver ukrai­ni­scher Schif­fe als vor­sätz­li­che Grenz­ver­let­zung in der Nähe eines stra­te­gisch wich­ti­gen Objekts – der Krim­brü­cke – ein. Neben den ins­ge­samt 22 Besat­zungs­mit­glie­dern befan­den sich auch zwei Mit­ar­bei­ter des ukrai­ni­schen Geheim­diens­tes SBU an Bord.

In einem der Ver­hö­re hat der Kapi­tän des drit­ten Ran­ges Wla­di­mir Loso­woj gestan­den, die Funk­an­fra­gen des rus­si­schen Grenz­schut­zes igno­riert und damit pro­vo­ka­tiv gehan­delt zu haben. Zwei der ukrai­ni­schen Boo­te waren mit Kano­nen bewaff­net. Der rus­si­sche Grenz­schutz hat bei der Fest­nah­me Waf­fen ein­ge­setzt. Ein gericht­li­ches Straf­ver­fah­ren soll nun klä­ren, inwie­weit die rus­si­schen Vor­wür­fe zutref­fen. Kiew stellt sich dage­gen inter­na­tio­nal als Opfer rus­si­scher Gewalt dar und ver­weist auf den Beschluss des UN-See­ge­richts­ho­fes, die See­leu­te frei­zu­las­sen.

Gleich­zei­tig hat das Gericht Russ­land nicht ver­pflich­tet, das Straf­ver­fah­ren gegen das ukrai­ni­sche Mili­tär ein­zu­stel­len, wie von der ukrai­ni­schen Sei­te – dem Antrag­stel­ler – gefor­dert. Russ­land sieht das UN-Gericht als für die­sen Vor­fall nicht zustän­dig an, kam jedoch der Auf­for­de­rung des Gerichts nach, Infor­ma­tio­nen über den Ver­bleib und die Haft­be­din­gun­gen der Inhaf­tier­ten zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Das ukrai­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um lehn­te das rus­si­sche Ange­bot empört ab und ant­wor­te­te eben­falls mit einer Note. Außen­mi­nis­ter Paw­lo Klim­kin bezeich­ne­te es als “Fal­le Mos­kaus” mit dem Zweck, das Straf­ver­fah­ren gegen die See­leu­te sowie die rus­si­schen Ansprü­che auf die Krim und ihre Gewäs­ser zu legi­ti­mie­ren.

Die­se Ent­schei­dung traf der ukrai­ni­sche Außen­mi­nis­ter, ohne vor­her den Prä­si­den­ten des Lan­des Wla­di­mir Selens­kij zu kon­sul­tie­ren. Die­ser fühl­te sich über­gan­gen und ließ sei­ner Wut auf einer Pres­se­kon­fe­renz am 27. Juni frei­en Lauf :

Ich als Prä­si­dent der Ukrai­ne erhal­te Infor­ma­tio­nen über unse­re außen­po­li­ti­schen Schrit­te aus dem Inter­net”, beklag­te er.

Freilassung ukrainischer Seeleute: Warum lehnt Kiew das russische Angebot ab?
Vier inhaf­tier­te ukrai­ni­sche Matro­sen wäh­rend einer Gerichts­sit­zung in Mos­kau im Febru­ar 2019

Falsch­mel­dun­gen über G20-Gip­fel

Der Skan­dal offen­bar­te aufs Neue : Das von Poro­schen­ko-Kadern durch­setz­te ukrai­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um sabo­tiert öffent­lich den neu­en Prä­si­den­ten und ver­wi­ckelt ihn in einen Zustän­dig­keits­streit.

Die­sen hat Selens­kij jedoch mit­ver­schul­det, als er sich nach des­sen Rück­tritts­er­klä­rung selbst für den Ver­bleib des alten Außen­mi­nis­ters Klim­kin aus­ge­spro­chen hat­te, schreibt der ukrai­ni­sche Por­tal strana.ua in einer Ana­ly­se. Weni­ge Tage zuvor setz­te Klim­kin selbst ein Gerücht in die Welt, als er im Fern­se­hen gesagt hat­te, ein Tref­fen zwi­schen Putin und Selens­kij sei am Ran­de des G20-Gip­fels mög­lich. Das japa­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um muss­te dies mit dem Hin­weis demen­tie­ren, die Ukrai­ne sei als Nicht-G20-Mit­glied gar nicht ein­ge­la­den wor­den. Für Selens­kij war das eine Bla­ma­ge auf dem inter­na­tio­na­len Par­kett.

Das viel­sa­gen­de Schwei­gen der Medi­en

Trotz der enor­men diplo­ma­ti­schen Trag­wei­te der Frei­las­sungs­fra­ge haben die deut­schen Medi­en jeg­li­che Nach­richt über das rus­si­sche Ange­bot unter­las­sen. Selbst eine abend­li­che dpa-Mel­dung, die den Fall anhand der Reak­ti­on des Prä­si­den­ten Selen­kij the­ma­ti­siert, hat außer RT Deutsch im Inter­net nur web.de ver­öf­fent­licht (Stand 15:30 Uhr am 28. Juni).

Das offen­bart nicht nur den Wunsch in den deut­schen Redak­tio­nen, das anti­rus­si­sche Nar­ra­tiv um jeden Preis auf­recht­zu­er­hal­ten, Nach­rich­ten­un­ter­drü­ckung inklu­si­ve. Denn wie kann man Russ­land etwas vor­wer­fen, das das Land nach die­sem Ange­bot gar nicht mehr tut – näm­lich die ver­däch­ti­gen Per­so­nen bedin­gungs­los in sei­ner Gewalt zu hal­ten ? Nach rus­si­schem Recht dro­hen den ukrai­ni­schen See­leu­ten mehr­jäh­ri­ge Haft­stra­fen. 

Das Schwei­gen bestä­tigt damit vor allem die Schluss­fol­ge­rung, die rus­si­sche Außen­po­li­ti­ker aus der ukrai­ni­schen Absa­ge zie­hen : Es geht der Ukrai­ne gar nicht dar­um, die Matro­sen zurück­zu­be­kom­men.

Das Kie­wer Régime braucht die See­leu­te nicht, Kiew braucht den Lärm um sie. Wenn sie in Russ­land blei­ben, kann man sie wei­ter­hin als Instru­ment der Erpres­sung und als Druck­mit­tel gegen Mos­kau nut­zen”, kom­men­tier­te die poli­ti­sche Spre­che­rin des Außen­mi­nis­te­ri­ums Maria Sach­a­ro­wa den Fall gegen­über Jour­na­lis­ten.

Die Ukrai­ne habe nicht nur die­ses Ange­bot abge­lehnt, son­dern sag­te im Prin­zip jeg­li­che Gesprä­che zu die­sem The­ma ab, so Sach­a­ro­wa.

Des­sen unge­ach­tet, wie man die Fest­nah­me von der juris­ti­schen Sei­te betrach­tet, ist Russ­lands Ange­bot in der der­zei­ti­gen poli­ti­schen Atmo­sphä­re ein geschick­ter Schach­zug, der genau wie einst die Frei­las­sung Nadi­ja Sawt­schen­kos den Geg­nern Wind aus den Segeln nimmt. Sawt­schen­ko wur­de als Hub­schrau­ber­kampf­pi­lo­tin Bei­hil­fe zum Mord an zwei rus­si­schen Jour­na­lis­ten im Krieg in der Ost­ukrai­ne vor­ge­wor­fen. Kurz nach dem gefäll­ten Urteil wur­de sie in Mai 2016 vom rus­si­schen Prä­si­den­ten begna­digt und gegen zwei rus­si­sche Mili­tär­an­ge­hö­ri­ge aus­ge­tauscht. 

In Abwe­sen­heit wur­de Sawt­schen­ko ins Par­la­ment gewählt, in die Ukrai­ne kehr­te sie im Prä­si­den­ten­jet als gefei­er­te “Mär­ty­re­rin” zurück. Prä­si­dent Poro­schen­ko ver­lieh ihr höchst­per­sön­lich den Orden der “Hel­din der Ukrai­ne”. Nach knapp zwei Jah­ren kam Sawt­schen­ko in der Ukrai­ne durch eine SBU-Fal­le wie­der ins Gefäng­nis. Erst fünf Tage vor der Stich­wahl am 21. April wur­de sie frei­ge­las­sen, nach einem Jahr Haft. Kei­ner ihrer eins­ti­gen hoch­ran­gi­gen deut­schen Freun­de setz­te sich wäh­rend der ukrai­ni­schen Haft für ihre Frei­las­sung ein.

Mehr zum The­ma — Selens­kij imi­tiert Poro­schen­ko : “Ukrai­ne in der EU ist der Tod des rus­si­schen impe­ria­len Pro­jek­tes”

RT Deutsch


Kosmonauten verweigern Abgabe” – Russische Wissenschaftler suchen dringend Samenspender im Weltall


Die Fra­ge nach der Fähig­keit des Men­schen, im Welt­raum sicher zu navi­gie­ren und län­ge­re Erkun­dungs­mis­sio­nen ohne schwer­wie­gen­de lang­fris­ti­ge gesund­heit­li­che Aus­wir­kun­gen zu über­ste­hen, steht im Mit­tel­punkt der lau­fen­den Welt­raum­for­schung.

Mehr zum The­ma — Der mys­te­riö­se Tod des ers­ten Men­schen im All : Wie starb Juri Gaga­rin ?

Die Aus­wir­kun­gen der Raum­fahrt auf eine Schlüs­sel­kom­po­nen­te der Ent­ste­hung mensch­li­chen Lebens dürf­ten vor­erst ein Rät­sel blei­ben, da rus­si­sche Kos­mo­nau­ten sich wei­gern, wäh­rend ihrer Raum­fahrt­mis­sio­nen Samen­pro­ben zu ent­neh­men.

Iri­na Ogne­va, Lei­te­rin des Labors für Zell­bio­phy­sik am Insti­tut für Bio­me­di­zi­ni­sche Pro­ble­me der Rus­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten, sag­te gegen­über der Nach­rich­ten­agen­tur RIA Novos­ti, dass ihr Team die Sper­ma­to­ge­ne­se bei Kos­mo­nau­ten vor, wäh­rend und nach deren Raum­flü­gen unter­su­chen möch­te – und es ist der Aspekt “wäh­rend der Rei­se”, der uner­war­tet Pro­ble­me stellt.

Die Aus­sicht, die Pro­ben unter Welt­raum­mis­si­ons­be­din­gun­gen zu erhal­ten, “lässt alle Kos­mo­nau­ten grin­sen und dann ableh­nen”, erklär­te Ogne­va und füg­te hin­zu :

Wir fin­den ein­fach kei­ne Kos­mo­nau­ten, die bereit sind, dies wäh­rend eines Welt­raum­auf­ent­hal­tes zu machen.

RT Deutsch


Die vermeintliche “russische Spur” bei EU-Wahlen wird kälter und kälter


von Anna Bel­ki­na

Jah­re­lang hat das euro­päi­sche Estab­lish­ment Alarm über eine schein­bar stän­dig dro­hen­de rus­si­sche Kam­pa­gne zur Ein­mi­schung in die euro­päi­sche Poli­tik geschla­gen. Im Mit­tel­punkt stan­den oft rus­si­sche Medi­en, ins­be­son­de­re RT. Jetzt, Hun­der­te von Kon­fe­ren­zen, Arti­kel und Reden spä­ter und nur eini­ge Tage vor den Wah­len zum EU-Par­la­ment, heißt es : Schock ! Schre­cken ! Nichts zeugt von einer Ein­mi­schung ! Sogar die anschlie­ßen­den Mühen, im Vor­aus einen Sün­den­bock für jedes unbe­frie­di­gen­de Ergeb­nis zu fin­den, haben nichts gebracht. Doch die Ver­su­che, die­ses Nar­ra­tiv wei­ter vor­an­zu­trei­ben, haben damit kein Ende gefun­den.

Der ernst­haf­tes­te Ver­such stammt von der fran­zö­si­schen Online-Platt­form Media­part, die eine aus­führ­li­che Recher­che mit dem Titel “Fran­zö­si­sche Regie­rung besorgt über rus­si­sche Ein­mi­schung in Euro­pa­wah­len” ver­öf­fent­licht hat. Die Ver­fas­ser des Arti­kels geben zu, dass der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron “beses­sen von der Idee einer mög­li­chen rus­si­schen Ein­mi­schung” sei.

Das kommt nicht über­ra­schend. Die Wahl­kam­pa­gne von Emma­nu­el Macron von 2017 sah zeit­wei­se so aus, als wäre sie nicht gegen des­sen poli­ti­sche Geg­ner, son­dern gegen RT gerich­tet. Gegen den rus­si­schen Medi­en­kon­zern wur­den wie­der­holt Ankla­gen erho­ben, dass er “Fake News” ver­brei­te, obwohl bis jetzt kein ein­zi­ges Bei­spiel hier­für vor­ge­legt wer­den konn­te.

Heu­te sieht die fran­zö­si­sche Regie­rung als pro­ble­ma­tisch an, dass wir über die Pro­tes­te der Gelb­wes­ten berich­ten, die in ganz Frank­reich mehr als ein hal­bes Jahr lang andau­ern. Es scheint, als wären Pro­tes­te nur dann einer Erwäh­nung in den Nach­rich­ten wert, wenn sie in Russ­land statt­fin­den – dann berich­ten die Main­stream-Medi­en wie beses­sen dar­über.

Die Redak­teu­re von Media­part betrach­ten auch jeg­li­che Per­so­nen oder Orga­ni­sa­tio­nen als Pro­blem, die “pro­rus­si­sche Mei­nun­gen ver­brei­ten”. Es wird nicht erläu­tert, was das Äußern oder Hören sol­cher Mei­nun­gen zu einem sub­ver­si­ven Akt macht, der die EU unter­gräbt, es sei denn, die gan­ze euro­päi­sche Demo­kra­tie beru­he auf einem uner­bitt­li­chen kol­lek­ti­ven Hass gegen Russ­land. Zwei­fel­los eine soli­de Grund­la­ge.

Das unsanf­te Auf­wa­chen der BBC

Doch das end­gül­ti­ge Aus für das Nar­ra­tiv der “rus­si­schen Ein­mi­schung” kam dank der BBC und ihrem Arti­kel mit dem Titel : “Ver­sucht Russ­land, die Euro­pa­wahl umzu­schwen­ken?” Ich gebe jetzt gleich einen Spoi­ler dazu, denn die unmiss­ver­ständ­li­che Ant­wort auf die im Titel erho­be­ne Fra­ge ist an einer unauf­fäl­li­gen Stel­le inmit­ten der Repor­ta­ge ver­steckt :

Amts­per­so­nen geben zu, dass es gegen­wär­tig wenig Bewei­se für mas­si­ve Ver­su­che gibt, fal­sche Infor­ma­tio­nen zu ver­brei­ten, die direkt mit der Abstim­mung in die­ser Woche ver­bun­den wären.

Na ja, da haben wir’s. Den­noch lohnt es sich, sich die­sen Arti­kel genau­er anzu­se­hen, da er – wahr­schein­lich ohne Absicht – eine umfas­sen­de Samm­lung aller falsch ange­leg­ten Rede­fi­gu­ren und Bemü­hun­gen des Nar­ra­tivs der “rus­si­schen Ein­mi­schung” ent­hält. Zum Bei­spiel :

Die Brüs­se­ler Behör­den haben min­des­tens seit der Grün­dung der East StratCom Task Force 2015 Maß­nah­men gegen wahr­ge­nom­me­ne Fehl­in­for­ma­tio­nen aus Russ­land ergrif­fen.

Sinn­ge­mäß bedeu­tet das also, dass die EU über eine Arbeits­grup­pe zur Beschwich­ti­gung ihres Ver­fol­gungs­wah­nes ver­fügt : wenn es kei­ne Ver­su­che gege­ben hat, womit befasst sich denn die­se Grup­pe ? Neh­men wir noch ein Bei­spiel aus die­sem Arti­kel :

Es wur­den Ver­su­che unter­nom­men, […] bestimm­te Poli­ti­ker zu ver­un­glimp­fen oder bestimm­te poli­ti­sche Ten­den­zen falsch dar­zu­stel­len.

Das ist im Grun­de genom­men ein Ein­ge­ständ­nis, dass eini­ge Poli­ti­ker “Fake News aus Russ­land!” schrei­en, wenn sie die Bericht­erstat­tung über sich selbst oder ihre Hand­lun­gen nicht mögen. Sieht so aus, als wäre das eine Eigen­schaft des zeit­ge­nös­si­schen poli­ti­schen Lebens. Ein letz­tes Bei­spiel :

[…] Wäh­rend der Bun­des­tags­wah­len 2017 […] wur­den rech­te Natio­na­lis­ten ver­mut­lich von Russ­land unter­stützt. Und wäh­rend der Prä­si­dent­schafts­wah­len in Frank­reich im glei­chen Jahr wur­den vom Kreml finan­zier­te Medi­en­ka­nä­le wegen ‘Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen’ ange­klagt.

Die­ser Rücken­wind für die Rech­ten exis­tiert also nur “ver­mut­lich”, doch soll­te das nicht ein­deu­tig bewie­sen sein ? Im End­ef­fekt ist es ein Bei­spiel von papa­gei­en­haf­tem Nach­plap­pern der Macron-Prä­si­dent­schafts­wahl­kam­pa­gne, denn weder wäh­rend der Kam­pa­gne noch im BBC-Arti­kel ist ein ein­zi­ges Bei­spiel für die besag­ten “fal­schen Infor­ma­tio­nen” ange­führt wor­den.

Wenn wir schon bei den Bun­des­tags­wah­len vom Jahr 2017 und der ange­nom­me­nen rus­si­schen Ein­mi­schung sind, so spricht die­ser Titel der Washing­ton Post vom Sep­tem­ber 2017 für sich : “Deutsch­land berei­tet sich auf den Urnen­gang vor, doch eines wird immer rät­sel­haf­ter : Wo sind die Rus­sen?”

Eine Lek­ti­on für die Task­force

Die frü­her erwähn­te Arbeits­grup­pe gegen die Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen ist an und für sich einen Blick wert. Im BBC-Arti­kel wird neben­bei erwähnt : “Obwohl die [East Stratcom] Task Force sich gegen­wär­tig allein auf rus­si­sche Medi­en mit Ver­bin­dun­gen zum Kreml kon­zen­triert, ern­te­te sie 2018 Kri­tik dafür, dass sie Arti­kel aus nie­der­län­di­schen Medi­en als Bei­spie­le von fal­schen Infor­ma­tio­nen anführ­te.”

Die Arbeits­grup­pe und ihr Vor­zei­ge­pro­jekt “EU vs Dis­in­fo” ern­te­te aber nicht ein­fach Kri­tik, sie wur­de durch die besag­ten drei nie­der­län­di­schen Medi­en mit Unter­stüt­zung der nie­der­län­di­schen Regie­rung direkt ver­klagt. Was haben sie denn ver­öf­fent­licht, das ihnen den Stem­pel “Fake News” von der EU-Arbeits­grup­pe ein­ge­bracht hat ? Drei von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, fak­ten­ge­naue Geschich­ten, die die ukrai­ni­sche Poli­tik im nega­ti­ven Lich­te dar­stell­ten.

Gab es danach bei “EU vs Dis­in­fo” ein Damas­kus­er­leb­nis, dank dem sie den Wert sol­cher fak­ten­ge­nau­en Bericht­erstat­tung erkann­ten, selbst wenn sie nicht in ihren vor­aus­be­stimm­ten Nar­ra­tiv passt ? Hät­ten sie die Ein­trä­ge über den “Regel­ver­stoß” gelöscht, wenn sie von einem rus­si­schen Medi­um, bei­spiels­wei­se RT, stam­men wür­den ? Offen­sicht­lich ist die Ant­wort auf bei­de Fra­gen ein ent­schie­de­nes “natür­lich nicht”. Dadurch, dass East Stratcom nach die­sem nie­der­län­di­schen Fias­ko ihre Mis­si­on abge­än­dert hat und sich fort­an nur auf rus­si­sche Medi­en kon­zen­triert, gibt sie de fac­to zu, dass sie, wider den Pro­jekt­ti­tel, nicht fal­sche Infor­ma­tio­nen, son­dern Russ­land bekämpft. Da ste­hen nicht Tat­sa­chen im Vor­der­grund, son­dern Poli­tik.

Die Situa­ti­on schreit nach der Fra­ge : War­um gilt die Bericht­erstat­tung über die glei­chen Tat­sa­chen und Geschich­ten für eini­ge Län­der als Jour­na­lis­mus, wird für ande­re aber als “Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen” abge­stem­pelt ? Die­ser Dop­pel­stan­dard stellt den intel­lek­tu­el­len und ethi­schen Bank­rott des Pro­jekts eben­so bloß wie die selbst­zer­stö­re­ri­sche Ten­denz des euro­päi­schen Estab­lish­ments, jeg­li­che unbe­que­me Bericht­erstat­tung als “rus­si­sche Fake News” abzu­stem­peln. Ver­damm­te Rea­li­tät.

In den anschlie­ßen­den Pas­sa­gen des BBC-Arti­kels wird dies zuge­ge­ben und vor­ge­führt, wie schwach und ver­zwei­felt die Ver­su­che sind, die rus­si­schen Medi­en und RT für jeg­li­chen Miss­mut inner­halb der EU ver­ant­wort­lich zu machen :

Die Wah­len wur­den aus­führ­lich in Kreml-finan­zier­ten Medi­en behan­delt, ein­schließ­lich des Sen­ders RT und der Nach­rich­ten­agen­tur Sput­nik.”

Sieht ja fast so aus, als wären wir eine Agen­tur für inter­na­tio­na­le Nach­rich­ten und berich­te­ten über eine Geschich­te von inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung !

Die BBC schreibt wei­ter : “Auf der Suche nach rus­si­schen Irre­füh­rungs-Kam­pa­gnen haben Exper­ten ähn­li­che Betrugs­ver­su­che aus­fin­dig gemacht, die nicht von Medi­en mit Ver­bin­dung zum Kreml, son­dern von Unter­grund­grup­pen inner­halb der EU stam­men.” Und : “Es kann sein, dass Russ­land sich die­se Art euro­skep­ti­sche Agen­da zunut­ze macht, und das seit sehr lan­ger Zeit.”

Anders gesagt, kommt die­ser Auf­ruf ers­tens aus dem eige­nen Haus, und zwei­tens berich­tet RT ein­fach über Ange­le­gen­hei­ten, die in der EU bereits exis­tie­ren, doch von ande­ren igno­riert wer­den. Das haben wir die gan­ze Zeit lang gesagt und noch ein­mal für die BBC wie­der­holt :

Es ist mehr als naiv zu den­ken, dass ohne RT die Fra­gen, über die wir berich­ten, nicht vor­han­den wären. Es ist eine Belei­di­gung für Mil­lio­nen EU-Bür­ger, sie pau­schal als Rand­grup­pen dar­zu­stel­len und damit ihre Besorg­nis­se abzu­tun. Es ist die Ten­denz, ande­re Mei­nun­gen zu über­hö­ren, die das medi­en­po­li­ti­sche Estab­lish­ment unter­gräbt, nicht RT.” Bemer­kens­wer­ter­wei­se scheint es, dass die BBC end­lich mit Wider­wil­len beginnt, die­se Rea­li­tät wahr­zu­neh­men. Denn der Arti­kel endet klein­laut mit dem Fol­gen­den :

Wenn sich die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on auf [fal­schen Infor­ma­tio­nen aus Russ­land] kon­zen­triert, ver­schiebt sie den Schwer­punkt von den drin­gen­de­ren poli­ti­schen Fra­gen, die dahin­ter ste­hen, und das ist gefähr­lich’, sagt Julia Rone, eine For­sche­rin in der Abtei­lung für Poli­tik und Inter­na­tio­na­les an der Uni­ver­si­tät Cam­bridge. ‘Es gibt Men­schen, die sich zu Recht über wirt­schaft­li­che Ungleich­heit, Jugend­ar­beits­lo­sig­keit und ins­be­son­de­re über Ein­wan­de­rung Sor­gen machen’, sagt sie. ‘Die radi­ka­le Rech­te in ganz Euro­pa hat vie­le mobi­li­siert, und das kann nicht ein­fach aus­län­di­schen Agen­ten zuge­schrie­ben wer­den.’

Kön­nen wir end­lich hof­fen, dass die­se Leh­re sich ein­prägt ?

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Die vermeintliche “russische Spur” bei EU-Wahlen wird kälter und kälter


von Anna Bel­ki­na

Jah­re­lang hat das euro­päi­sche Estab­lish­ment Alarm über eine schein­bar stän­dig dro­hen­de rus­si­sche Kam­pa­gne zur Ein­mi­schung in die euro­päi­sche Poli­tik geschla­gen. Im Mit­tel­punkt stan­den oft rus­si­sche Medi­en, ins­be­son­de­re RT. Jetzt, Hun­der­te von Kon­fe­ren­zen, Arti­kel und Reden spä­ter und nur eini­ge Tage vor den Wah­len zum EU-Par­la­ment, heißt es : Schock ! Schre­cken ! Nichts zeugt von einer Ein­mi­schung ! Sogar die anschlie­ßen­den Mühen, im Vor­aus einen Sün­den­bock für jedes unbe­frie­di­gen­de Ergeb­nis zu fin­den, haben nichts gebracht. Doch die Ver­su­che, die­ses Nar­ra­tiv wei­ter vor­an­zu­trei­ben, haben damit kein Ende gefun­den.

Der ernst­haf­tes­te Ver­such stammt von der fran­zö­si­schen Online-Platt­form Media­part, die eine aus­führ­li­che Recher­che mit dem Titel “Fran­zö­si­sche Regie­rung besorgt über rus­si­sche Ein­mi­schung in Euro­pa­wah­len” ver­öf­fent­licht hat. Die Ver­fas­ser des Arti­kels geben zu, dass der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron “beses­sen von der Idee einer mög­li­chen rus­si­schen Ein­mi­schung” sei.

Das kommt nicht über­ra­schend. Die Wahl­kam­pa­gne von Emma­nu­el Macron von 2017 sah zeit­wei­se so aus, als wäre sie nicht gegen des­sen poli­ti­sche Geg­ner, son­dern gegen RT gerich­tet. Gegen den rus­si­schen Medi­en­kon­zern wur­den wie­der­holt Ankla­gen erho­ben, dass er “Fake News” ver­brei­te, obwohl bis jetzt kein ein­zi­ges Bei­spiel hier­für vor­ge­legt wer­den konn­te.

Heu­te sieht die fran­zö­si­sche Regie­rung als pro­ble­ma­tisch an, dass wir über die Pro­tes­te der Gelb­wes­ten berich­ten, die in ganz Frank­reich mehr als ein hal­bes Jahr lang andau­ern. Es scheint, als wären Pro­tes­te nur dann einer Erwäh­nung in den Nach­rich­ten wert, wenn sie in Russ­land statt­fin­den – dann berich­ten die Main­stream-Medi­en wie beses­sen dar­über.

Die Redak­teu­re von Media­part betrach­ten auch jeg­li­che Per­so­nen oder Orga­ni­sa­tio­nen als Pro­blem, die “pro­rus­si­sche Mei­nun­gen ver­brei­ten”. Es wird nicht erläu­tert, was das Äußern oder Hören sol­cher Mei­nun­gen zu einem sub­ver­si­ven Akt macht, der die EU unter­gräbt, es sei denn, die gan­ze euro­päi­sche Demo­kra­tie beru­he auf einem uner­bitt­li­chen kol­lek­ti­ven Hass gegen Russ­land. Zwei­fel­los eine soli­de Grund­la­ge.

Das unsanf­te Auf­wa­chen der BBC

Doch das end­gül­ti­ge Aus für das Nar­ra­tiv der “rus­si­schen Ein­mi­schung” kam dank der BBC und ihrem Arti­kel mit dem Titel : “Ver­sucht Russ­land, die Euro­pa­wahl umzu­schwen­ken?” Ich gebe jetzt gleich einen Spoi­ler dazu, denn die unmiss­ver­ständ­li­che Ant­wort auf die im Titel erho­be­ne Fra­ge ist an einer unauf­fäl­li­gen Stel­le inmit­ten der Repor­ta­ge ver­steckt :

Amts­per­so­nen geben zu, dass es gegen­wär­tig wenig Bewei­se für mas­si­ve Ver­su­che gibt, fal­sche Infor­ma­tio­nen zu ver­brei­ten, die direkt mit der Abstim­mung in die­ser Woche ver­bun­den wären.

Na ja, da haben wir’s. Den­noch lohnt es sich, sich die­sen Arti­kel genau­er anzu­se­hen, da er – wahr­schein­lich ohne Absicht – eine umfas­sen­de Samm­lung aller falsch ange­leg­ten Rede­fi­gu­ren und Bemü­hun­gen des Nar­ra­tivs der “rus­si­schen Ein­mi­schung” ent­hält. Zum Bei­spiel :

Die Brüs­se­ler Behör­den haben min­des­tens seit der Grün­dung der East StratCom Task Force 2015 Maß­nah­men gegen wahr­ge­nom­me­ne Fehl­in­for­ma­tio­nen aus Russ­land ergrif­fen.

Sinn­ge­mäß bedeu­tet das also, dass die EU über eine Arbeits­grup­pe zur Beschwich­ti­gung ihres Ver­fol­gungs­wah­nes ver­fügt : wenn es kei­ne Ver­su­che gege­ben hat, womit befasst sich denn die­se Grup­pe ? Neh­men wir noch ein Bei­spiel aus die­sem Arti­kel :

Es wur­den Ver­su­che unter­nom­men, […] bestimm­te Poli­ti­ker zu ver­un­glimp­fen oder bestimm­te poli­ti­sche Ten­den­zen falsch dar­zu­stel­len.

Das ist im Grun­de genom­men ein Ein­ge­ständ­nis, dass eini­ge Poli­ti­ker “Fake News aus Russ­land!” schrei­en, wenn sie die Bericht­erstat­tung über sich selbst oder ihre Hand­lun­gen nicht mögen. Sieht so aus, als wäre das eine Eigen­schaft des zeit­ge­nös­si­schen poli­ti­schen Lebens. Ein letz­tes Bei­spiel :

[…] Wäh­rend der Bun­des­tags­wah­len 2017 […] wur­den rech­te Natio­na­lis­ten ver­mut­lich von Russ­land unter­stützt. Und wäh­rend der Prä­si­dent­schafts­wah­len in Frank­reich im glei­chen Jahr wur­den vom Kreml finan­zier­te Medi­en­ka­nä­le wegen ‘Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen’ ange­klagt.

Die­ser Rücken­wind für die Rech­ten exis­tiert also nur “ver­mut­lich”, doch soll­te das nicht ein­deu­tig bewie­sen sein ? Im End­ef­fekt ist es ein Bei­spiel von papa­gei­en­haf­tem Nach­plap­pern der Macron-Prä­si­dent­schafts­wahl­kam­pa­gne, denn weder wäh­rend der Kam­pa­gne noch im BBC-Arti­kel ist ein ein­zi­ges Bei­spiel für die besag­ten “fal­schen Infor­ma­tio­nen” ange­führt wor­den.

Wenn wir schon bei den Bun­des­tags­wah­len vom Jahr 2017 und der ange­nom­me­nen rus­si­schen Ein­mi­schung sind, so spricht die­ser Titel der Washing­ton Post vom Sep­tem­ber 2017 für sich : “Deutsch­land berei­tet sich auf den Urnen­gang vor, doch eines wird immer rät­sel­haf­ter : Wo sind die Rus­sen?”

Eine Lek­ti­on für die Task­force

Die frü­her erwähn­te Arbeits­grup­pe gegen die Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen ist an und für sich einen Blick wert. Im BBC-Arti­kel wird neben­bei erwähnt : “Obwohl die [East Stratcom] Task Force sich gegen­wär­tig allein auf rus­si­sche Medi­en mit Ver­bin­dun­gen zum Kreml kon­zen­triert, ern­te­te sie 2018 Kri­tik dafür, dass sie Arti­kel aus nie­der­län­di­schen Medi­en als Bei­spie­le von fal­schen Infor­ma­tio­nen anführ­te.”

Die Arbeits­grup­pe und ihr Vor­zei­ge­pro­jekt “EU vs Dis­in­fo” ern­te­te aber nicht ein­fach Kri­tik, sie wur­de durch die besag­ten drei nie­der­län­di­schen Medi­en mit Unter­stüt­zung der nie­der­län­di­schen Regie­rung direkt ver­klagt. Was haben sie denn ver­öf­fent­licht, das ihnen den Stem­pel “Fake News” von der EU-Arbeits­grup­pe ein­ge­bracht hat ? Drei von­ein­an­der unab­hän­gi­ge, fak­ten­ge­naue Geschich­ten, die die ukrai­ni­sche Poli­tik im nega­ti­ven Lich­te dar­stell­ten.

Gab es danach bei “EU vs Dis­in­fo” ein Damas­kus­er­leb­nis, dank dem sie den Wert sol­cher fak­ten­ge­nau­en Bericht­erstat­tung erkann­ten, selbst wenn sie nicht in ihren vor­aus­be­stimm­ten Nar­ra­tiv passt ? Hät­ten sie die Ein­trä­ge über den “Regel­ver­stoß” gelöscht, wenn sie von einem rus­si­schen Medi­um, bei­spiels­wei­se RT, stam­men wür­den ? Offen­sicht­lich ist die Ant­wort auf bei­de Fra­gen ein ent­schie­de­nes “natür­lich nicht”. Dadurch, dass East Stratcom nach die­sem nie­der­län­di­schen Fias­ko ihre Mis­si­on abge­än­dert hat und sich fort­an nur auf rus­si­sche Medi­en kon­zen­triert, gibt sie de fac­to zu, dass sie, wider den Pro­jekt­ti­tel, nicht fal­sche Infor­ma­tio­nen, son­dern Russ­land bekämpft. Da ste­hen nicht Tat­sa­chen im Vor­der­grund, son­dern Poli­tik.

Die Situa­ti­on schreit nach der Fra­ge : War­um gilt die Bericht­erstat­tung über die glei­chen Tat­sa­chen und Geschich­ten für eini­ge Län­der als Jour­na­lis­mus, wird für ande­re aber als “Ver­brei­tung fal­scher Infor­ma­tio­nen” abge­stem­pelt ? Die­ser Dop­pel­stan­dard stellt den intel­lek­tu­el­len und ethi­schen Bank­rott des Pro­jekts eben­so bloß wie die selbst­zer­stö­re­ri­sche Ten­denz des euro­päi­schen Estab­lish­ments, jeg­li­che unbe­que­me Bericht­erstat­tung als “rus­si­sche Fake News” abzu­stem­peln. Ver­damm­te Rea­li­tät.

In den anschlie­ßen­den Pas­sa­gen des BBC-Arti­kels wird dies zuge­ge­ben und vor­ge­führt, wie schwach und ver­zwei­felt die Ver­su­che sind, die rus­si­schen Medi­en und RT für jeg­li­chen Miss­mut inner­halb der EU ver­ant­wort­lich zu machen :

Die Wah­len wur­den aus­führ­lich in Kreml-finan­zier­ten Medi­en behan­delt, ein­schließ­lich des Sen­ders RT und der Nach­rich­ten­agen­tur Sput­nik.”

Sieht ja fast so aus, als wären wir eine Agen­tur für inter­na­tio­na­le Nach­rich­ten und berich­te­ten über eine Geschich­te von inter­na­tio­na­ler Bedeu­tung !

Die BBC schreibt wei­ter : “Auf der Suche nach rus­si­schen Irre­füh­rungs-Kam­pa­gnen haben Exper­ten ähn­li­che Betrugs­ver­su­che aus­fin­dig gemacht, die nicht von Medi­en mit Ver­bin­dung zum Kreml, son­dern von Unter­grund­grup­pen inner­halb der EU stam­men.” Und : “Es kann sein, dass Russ­land sich die­se Art euro­skep­ti­sche Agen­da zunut­ze macht, und das seit sehr lan­ger Zeit.”

Anders gesagt, kommt die­ser Auf­ruf ers­tens aus dem eige­nen Haus, und zwei­tens berich­tet RT ein­fach über Ange­le­gen­hei­ten, die in der EU bereits exis­tie­ren, doch von ande­ren igno­riert wer­den. Das haben wir die gan­ze Zeit lang gesagt und noch ein­mal für die BBC wie­der­holt :

Es ist mehr als naiv zu den­ken, dass ohne RT die Fra­gen, über die wir berich­ten, nicht vor­han­den wären. Es ist eine Belei­di­gung für Mil­lio­nen EU-Bür­ger, sie pau­schal als Rand­grup­pen dar­zu­stel­len und damit ihre Besorg­nis­se abzu­tun. Es ist die Ten­denz, ande­re Mei­nun­gen zu über­hö­ren, die das medi­en­po­li­ti­sche Estab­lish­ment unter­gräbt, nicht RT.” Bemer­kens­wer­ter­wei­se scheint es, dass die BBC end­lich mit Wider­wil­len beginnt, die­se Rea­li­tät wahr­zu­neh­men. Denn der Arti­kel endet klein­laut mit dem Fol­gen­den :

Wenn sich die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on auf [fal­schen Infor­ma­tio­nen aus Russ­land] kon­zen­triert, ver­schiebt sie den Schwer­punkt von den drin­gen­de­ren poli­ti­schen Fra­gen, die dahin­ter ste­hen, und das ist gefähr­lich’, sagt Julia Rone, eine For­sche­rin in der Abtei­lung für Poli­tik und Inter­na­tio­na­les an der Uni­ver­si­tät Cam­bridge. ‘Es gibt Men­schen, die sich zu Recht über wirt­schaft­li­che Ungleich­heit, Jugend­ar­beits­lo­sig­keit und ins­be­son­de­re über Ein­wan­de­rung Sor­gen machen’, sagt sie. ‘Die radi­ka­le Rech­te in ganz Euro­pa hat vie­le mobi­li­siert, und das kann nicht ein­fach aus­län­di­schen Agen­ten zuge­schrie­ben wer­den.’

Kön­nen wir end­lich hof­fen, dass die­se Leh­re sich ein­prägt ?

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Russische Musik in Berlin mit Waleri Gergijew : Eindrücke, Stimmen und … Politik (Video)


Seit 31 Jah­ren lei­tet Ger­gi­jew das tra­di­ti­ons­rei­che Mari­in­ski-Thea­ter in Sankt Peters­burg. Neben­bei wird er seit vie­len Jah­ren auch von den bes­ten Häu­sern Euro­pas als Chef­di­ri­gent ver­pflich­tet – von 2005 bis 2013 war er bei den Lon­do­ner, seit 2015 ist er bei den Münch­ner Phil­har­mo­ni­kern tätig. Über sei­ne Per­son wird in Deutsch­land hef­tig gestrit­ten. Ihm wer­den eine “unre­flek­tier­te Hal­tung zu Wla­di­mir Putin” und Nähe zur Macht vor­ge­wor­fen.

Mehr zum The­ma — ‘Ein Gebet für Pal­my­ra’ — Wale­ri Ger­gi­jews Sym­pho­nie­kon­zert für die befrei­te Oasen­stadt — kom­plett

In der Tat : Ger­gi­jew ver­heim­licht sei­ne poli­ti­schen Ansich­ten nicht und macht sich immer wie­der mit sei­nen Äuße­run­gen von sich reden. Doch die Vor­wür­fe haben mit sei­ner Bedeu­tung für Musik und Kul­tur nichts zu tun. Mit sei­nen Inter­pre­ta­tio­nen rus­si­scher Musik besu­chen Ger­gi­jew und sein Mari­in­ski-Orches­ter Ber­lin zum zwei­ten Mal in die­sem Jahr. RT Deutsch war bei sei­nem Auf­tritt in Ber­li­ner Kon­zert­haus, wo er weni­ger bekann­te Stü­cke der rus­si­schen Kom­po­nis­ten Pjotr Tscha­j­kow­ski, Rodi­on Scht­sche­drin und Dmi­tri Schosta­ko­witsch auf­führ­te.

Mehr zum The­ma — Gro­ße Kul­tur­di­plo­ma­tie kommt – Star­di­ri­gent Ger­gi­jew star­tet in Ber­lin “Rus­si­an Sea­sons”

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Russische Unternehmer : Merkel-Besuch bei Putin wäre Signal


Deut­sche Unter­neh­men haben im Wett­lauf um Markt­an­tei­le in Russ­land nach Anga­ben des rus­si­schen Unter­neh­mer­ver­ban­des wie­der bes­se­re Chan­cen. Ver­bands­prä­si­dent Alex­an­der Schoch­in sag­te, dass deut­sche Wirt­schafts­ver­bän­de inzwi­schen oft ihre Poli­ti­ker dar­auf hin­wie­sen, dass die EU-Sank­tio­nen kon­tra­pro­duk­tiv sei­en.
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