US-Außenminister Mike Pompeo hält russische Gasexporte für “böse” (Video)


US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo ver­tritt die Ansicht, dass eini­ge Staa­ten ihre Ener­gie­ex­por­te für “böse Zwe­cke” nut­zen. Es gin­ge ihnen dabei nicht um Wohl­stand, son­dern um die Zer­stö­rung von Wer­ten wie Frei­heit und Rechts­staat­lich­keit. Nord Stream 2 etwa wer­de Euro­pa von rus­si­schem Gas abhän­gig machen. Die USA woll­ten dies nicht.

RT Deutsch


Darf die Schweiz russische oder chinesische Kampfjets kaufen ?


Das Pro­jekt Air2030 läuft bereits auf Hoch­tou­ren. Bis Ende Janu­ar durf­ten die ange­frag­ten Her­stel­ler Lock­heed Mar­tin (F-35), Boe­ing (F/A-18E/F Super Hor­net), Saab (Gri­pen E), Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH (Euro­figh­ter) und Das­s­ault (Rafa­le) ihre ers­ten Ange­bo­te an das Eid­ge­nös­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, das Depar­te­ment für Ver­tei­di­gung, Bevöl­ke­rungs­schutz und Sport (VBS) abge­ben. Ab dem Jahr 2025 sol­len dann die ers­ten neu­en Kampf­jets gelie­fert wer­den, um die seit 40 Jah­ren im Ein­satz ste­hen­den F-5 Tiger und spä­tes­tens ab 2030 die F/A-18 zu erset­zen.

Ins­ge­samt ver­fügt die Schweiz über 30 F/A-18-Mehr­zweck­kampf­flug­zeu­ge und 47 F-5-Abfang­jä­ger, wovon aller­dings 28 ein­ge­la­gert und nicht ein­satz­be­reit sind. Über­haupt wer­den die alten F-5 nur noch tags­über und bei gutem Wet­ter geflo­gen und sol­len bis zur end­gül­ti­gen Aus­mus­te­rung als “Feind­flug­zeu­ge” zu Übungs­zwe­cken benutzt wer­den, wie das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um in Bern mit­teilt. 

Was bei der Beschaf­fung der neu­en Kampf­jets auf­fällt, ist, dass es sich aus­schließ­lich um west­li­che Kampf­sys­te­me han­delt : Lock­heed Mar­tin und Boe­ing aus den USA, Saab aus Schwe­den, Euro­figh­ter Jagd­flug­zeug GmbH aus Deutsch­land und Das­s­ault aus Frank­reich. Wäh­rend Super Hor­net, Euro­figh­ter und Rafa­le bereits etwas älte­re Flug­zeug­ty­pen aus den 1990er Jah­ren sind, sind die F-35 und Gri­pen E die moderns­ten Sys­te­me, die zur Aus­wahl ste­hen. Aber was ist mit rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on, wie die Su-57 von Suchoi oder J-20 von Cheng­du ?

Die­se zwei Her­stel­ler wur­den über­haupt gar nicht in Erwä­gung gezo­gen, geschwei­ge denn für ein Ange­bot ange­fragt. Hier hört offen­sicht­lich die Neu­tra­li­tät der Eid­ge­nos­sen auf, obwohl “der Grund­satz der Neu­tra­li­tät die Beschaf­fung von Kriegs­ma­te­ri­al sowohl aus dem Wes­ten wie aus dem Osten gestat­tet”, wie das Eid­ge­nös­si­sche Mili­tär­de­par­te­ment schon vor über 60 Jah­ren fest­ge­hal­ten hat­te. Damals ging es um die Fra­ge, ob die Sowjet­uni­on bereit wäre, MiG-15 Kampf­flug­zeu­ge an die Schweiz zu lie­fern. Im Som­mer 1956 unter­brei­te­te dann Mos­kau tat­säch­lich ein Ange­bot, was die Schweiz “in Ver­le­gen­heit” brach­te und “nicht weni­gen Leu­ten in Bern die Zor­nes­rö­te ins Gesicht” trieb, wie die Stif­tung Lili­en­berg in ihrem Bericht “Her­aus­for­de­rung neu­es Kampf­flug­zeug für die Schweiz” schreibt.

Dass sich die Schweiz in punk­to Rüs­tungs­be­schaf­fung den­noch ent­schie­den hat, ihre Neu­tra­li­tät im engen Rah­men der west­li­chen Geo­po­li­tik zu defi­nie­ren, wer­tet der Luft­fahrt­ex­per­te und Prä­si­dent der Schwei­zer Avia­tik-Jour­na­lis­ten, Hans­jörg Egger, als “eine ver­pass­te Chan­ce”.

Gera­de der Schweiz als neu­tra­les Land wäre es gut ange­stan­den, bei der Eva­lua­ti­on auch einen chi­ne­si­schen oder rus­si­schen Kampf­jet zu berück­sich­ti­gen.

Doch Rena­to Kal­ber­mat­ten, Spre­cher des Ver­tei­di­gungs­de­par­te­ments in Bern, will davon nichts wis­sen. “Es wer­den schon allein aus Grün­den der Kom­pa­ti­bi­li­tät mit den bestehen­de Sys­te­men nur west­li­che Flug­zeu­ge eva­lu­iert”, schreibt er auf Anfra­ge der Aar­gau­er Zei­tung.

Ganz unrecht hat er damit nicht. Russ­land benutzt natür­lich eige­ne Elek­tro­nik- und Waf­fen­sys­te­me, genau­so wie es Chi­na, USA oder Frank­reich auch tun. Indi­en ist aber das bes­te Bei­spiel dafür, dass die Nut­zung von ver­schie­dens­ten Sys­te­men den­noch funk­tio­niert, wenn denn poli­ti­scher Wil­le dafür da ist. Die indi­schen Streit­kräf­te ver­fü­gen über Kampf­jets aus Russ­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en, Heli­ko­pter aus Russ­land und Frank­reich und Trans­port­flug­zeu­ge aus Russ­land, USA, Bra­si­li­en, Deutsch­land und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den indi­schen Waf­fen­sys­te­men sieht es ähn­lich bunt gemischt aus : eige­ne Ent­wick­lun­gen und Pro­duk­tio­nen, rus­si­sche, israe­li­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Sys­te­me bil­den das Rück­grat der indi­schen Ver­tei­di­gung.

Des­halb kann die Erklä­rung von Rena­to Kal­ber­mat­ten nicht wirk­lich über­zeu­gen. Selbst wenn es einer teil­wei­sen Umrüs­tung und Anpas­sung an die gewünsch­ten Sys­te­me bedarf, kann man den­noch davon aus­ge­hen, dass die Ein­spa­rung bei den Anschaf­fungs- und Unter­halts­kos­ten die­se recht­fer­ti­gen wür­de. Hans­jörg Egger sag­te dazu gegen­über RT Deutsch :

Was die Kom­pa­ti­bi­li­tät der Sys­te­me betrifft, so ist das natür­lich schon ein Argu­ment. Natür­lich müss­ten grö­ße­re Anpas­sun­gen vor­ge­nom­men wer­den, was Radar und Kom­mu­ni­ka­ti­on betref­fen. Aber unser Flora­ko ist so oder so erneue­rungs­be­dürf­tig. In die­sem Zug wären die Anpas­sun­gen aus mei­ner Sicht mach­bar und bezahl­bar.

Es geht daher um das glei­che Dilem­ma wie schon im Jahr 1956 : die Schweiz hat Angst, sich vor den ande­ren euro­päi­schen Nach­barn, von denen fast alle NATO-Mit­glie­der sind, recht­fer­ti­gen zu müs­sen. Kal­ber­mat­ten gibt auch unum­wun­den zu, dass ein Kauf von rus­si­schen oder chi­ne­si­schen Kampf­jets “in der ange­spann­ten inter­na­tio­na­len Lage beson­ders erklä­rungs­be­dürf­tig” wäre.

Ein wei­te­rer Aspekt, den der Schwei­zer Luft­fahrt­ex­per­te bei der ver­pass­ten Chan­ce bedau­ert, ist die Fra­ge nach dem Tech­no­lo­gie­trans­fer. Die Schweiz hät­te bei einem Kauf eines moder­nen Kampf­jets der fünf­ten Genera­ti­on aus Russ­land oder Chi­na nicht nur von der Leis­tung pro­fi­tie­ren kön­nen :

Ver­pass­te Chan­ce ? Ja klar, wir hät­ten von einer Eva­lua­ti­on z.B. des Su-57 pro­fi­tie­ren kön­nen. Nicht nur, weil er ver­mut­lich weit weni­ger Kos­ten ver­ur­sa­chen wür­de als sein Gegen­part aus den USA, die F-35. Es hät­te ein inter­es­san­ter Tech­no­lo­gie­trans­fer statt­fin­den kön­nen. Viel­leicht hät­ten wir sogar bei der Wei­ter­ent­wick­lung mit­wir­ken und unse­ren Bei­trag leis­ten kön­nen. Ich den­ke, die Rus­sen wären koope­ra­ti­ver gewe­sen, nicht zuletzt, weil sie Part­ner und Inves­to­ren im Wes­ten suchen und weil die Schwei­zer Luft­waf­fe ja welt­weit einen sehr guten Ruf genießt und bekannt ist, dass in der Schweiz sehr akri­bisch und mus­ter­gül­tig eva­lu­iert wird. Für die Ame­ri­ka­ner sind wir nur ein klei­ner Fisch. Ihr Inter­es­se ist nicht über­aus groß, da ja nur eine rela­tiv klei­ne Stück­zahl beschafft wer­den soll. Und für unse­re Tech­ni­ker ist Vie­les an ame­ri­ka­ni­schen Flug­zeu­gen abso­lut tabu.

Hans­jörg Egger ist sich sicher, dass die Schwei­zer Luft­waf­fe mit eini­gen Su-57 oder J-20 im Bestand nicht von den ande­ren NATO-Part­nern iso­liert wür­de. Ganz im Gegen­teil :

Wür­de die Schwei­zer Luft­waf­fen die Su-57 oder J-20 betrei­ben, wür­de sie zu einem äußerst attrak­ti­ven und gefrag­ten Spar­ring-Part­ner für alle west­li­chen Luft­waf­fen. Wir hät­ten ein Flug­zeug der 5. Genera­ti­on, das in Tei­len dem F-35 sogar über­le­gen sein könn­te. Man hät­te bei einer Eva­lua­ti­on die Mög­lich­keit, die Flug­zeu­ge der 5. Genera­ti­on, näm­lich den F-35 und die bei­den Tarn­kap­pen­flug­zeu­ge aus dem Osten, direkt mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Nun eva­lu­iert die Schweiz vier Flug­zeu­ge der vier­ten Genera­ti­on und der F-35 ist kon­kur­renz­los.

Der Schweiz, die sich ger­ne als Mitt­le­rin bei Kon­flik­ten ver­steht, hät­te die­se Rol­le als Vor­rei­ter in Euro­pa bzw. im Wes­ten gut gestan­den. Bern hät­te die Mög­lich­keit gehabt, sich gera­de in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten zu posi­tio­nie­ren und gera­de in einem so sen­si­blen Bereich wie der Rüs­tung sich als Part­ner zwi­schen West und Ost anzu­bie­ten. Doch indem nicht ein­mal eine Anfra­ge in Betracht gezo­gen wur­de, hat die Schweiz eine gute Mög­lich­keit für eine eige­ne Initia­ti­ve ver­passt. 

Mehr zum The­ma — Rus­si­scher Jäger SU-27 fängt US-Spio­na­ge­flug­zeug über der Ost­see ab (Video)

RT Deutsch


Nicht russische“ Schreibweise : Klimkin freut sich über Duden-Eintrag zu Kiew


Der ukrai­ni­sche Außen­mi­nis­ter Pawel Klim­kin hat die Online-Ver­si­on des Duden besucht und dabei eine inter­es­san­te Ent­de­ckung gemacht : Für den Namen der ukrai­ni­schen Haupt­stadt gibt es dort inzwi­schen zwei Schreib­wei­sen. Dies sah Klim­kin als Anlass für eine Kam­pa­gne in deutsch­spra­chi­gen Län­dern, um „sprach­li­che Unge­rech­tig­kei­ten“ zu besei­ti­gen.
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Verteidigungsexperte schätzt US-Fähigkeiten gegen neue russische Raketen ein


Für die Ent­wick­lung einer Ant­wort auf Russ­lands neue Rake­ten­aus­rüs­tung wer­den die USA mehr als zehn Jah­ren benö­ti­gen. Die­se Mei­nung äußer­te der Chef des Pro­gramms für Nicht­ver­brei­tung von Atom­waf­fen vom Inter­na­tio­nal Insti­tu­te for Stra­te­gic Stu­dies (IISS) Micha­el Elleman gegen­über Sput­nik.
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Russische Spitzendiplomatin : Juan Guaidó von äußeren Kräften eingesetzt, verlautbart über NYT


Statt­des­sen erklin­gen erneut von US-Mas­sen­me­di­en wie der New York Times Auf­ru­fe des jet­zi­gen vene­zo­la­ni­schen Oppo­si­ti­ons­füh­rers zu einem Sturz der legi­ti­men Regie­rung. Unver­blümt sta­chelt er Vene­zue­las Streit­kräf­te zu einem bewaff­ne­ten Putsch auf.” Die Diplo­ma­tin beton­te, die Intri­ge bestün­de gera­de auch dar­in, dass dies ver­mit­tels einer US-ame­ri­ka­ni­schen Zei­tung gesche­he. “Wer jemals einen Autoren­ar­ti­kel in einem US-Blatt ver­öf­fent­li­chen woll­te, weiß sehr gut, dass das sehr schwie­rig ist – für nütz­li­che Leu­te jedoch fin­det sich immer Platz”, zitiert RIA Nowos­ti.

Russische Spitzendiplomatin: Juan Guaidó von äußeren Kräften eingesetzt, verlautbart über NYT
Screen­shot einer Such­an­fra­ge nach dem Namen des vene­zo­la­ni­schen Par­la­ments­vor­sit­zen­den Guai­dó auf der Inter­net­sei­te der New York Times. Zeit­an­ga­ben (li.): “Vor 1 Std.”, “vor 2 Std.”, “vor 2 Std.”, “vor 4 Std.”

Die enor­me media­le Prä­senz Juan Guai­dós im Aus­land beschrieb Sach­a­ro­wa als einen Teil der US-Bemü­hun­gen, in Vene­zue­la einen Macht­wech­sel her­bei­zu­füh­ren und Guai­dó als neu­en Prä­si­den­ten zu instal­lie­ren : “Er ist nicht ’selbst­er­nannt’, son­dern von Kräf­ten außer­halb sei­nes Lan­des ‘ernannt’ wor­den”, unter­strich Sach­a­ro­wa. “Dazu wur­den Mit­tel bereit­ge­stellt, Unter­stüt­zung aller Art zuge­si­chert […] um ihn zum Anfüh­rer [der Oppo­si­ti­on] zu erklä­ren.” Trotz tat­säch­li­cher inne­rer Pro­ble­me in Vene­zue­la gäbe es kei­ner­lei Zwei­fel dar­an, dass dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Land von außen ein Sze­na­rio auf­ge­zwun­gen wer­de, bei dem ein Dia­log zwi­schen den inne­ren Kräf­ten ver­hin­dert wer­den sol­le, resü­mier­te die Diplo­ma­tin.

Mehr zum The­ma – Ber­lin : Pro­test gegen US-Putsch­ver­such in Vene­zue­la

RT Deutsch


Vor der Küste Benins entführte russische Seeleute befreit und in Heimat gebracht


Der Besit­zer des Con­tai­ner­schiffs “Medi­ter­ra­ne­an Ship­ping Com­pa­ny” hat­te Kon­takt zu den Ver­wand­ten der Besat­zungs­mit­glie­der auf­ge­nom­men und ein pro­fes­sio­nel­les Ver­mitt­ler­un­ter­neh­men für die Ver­hand­lungs­füh­rung mit den Pira­ten enga­giert. Die Ver­hand­lun­gen dau­er­ten drei Wochen. Die Pira­ten hat­ten das Schiff am 2. Janu­ar ange­grif­fen, die Besat­zung bestand aus 23 Rus­sen und einem Ukrai­ner. 

Mehr zum The­ma — Pira­ten for­dern Löse­geld für See­leu­te aus Russ­land, die im Golf von Gui­nea ent­führt wur­den

RT Deutsch


Artikel der „Süddeutschen Zeitung“ zu Leningrad-Blockade empört russische Politiker


Mos­kau miss­braucht das Geden­ken an Lenin­grad“ – so titel­te die „Süd­deut­sche Zei­tung“ am Don­ners­tag. Die Autorin nimmt Anstoß dar­an, dass Russ­land den 75. Jah­res­tag des Endes der Lenin­grad-Blo­cka­de mit einer Para­de fei­ert und wirft Mos­kau vor, den Hun­ger­tod von Mil­lio­nen Men­schen zu ver­harm­lo­sen. Rus­si­sche Poli­ti­ker reagie­ren empört.
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Wie bei Space Shuttle : Neue russische Rakete könnte Feststoff-Booster bekommen


Fest­stoff-Boos­ter wer­den höchst­wahr­schein­lich in der im Ent­wick­lungs­sta­di­um befind­li­chen super­schwe­ren Rake­te „Jenis­sej“ ver­wen­det wer­den. Das teil­te der Gene­ral­di­rek­tor des rus­si­schen Welt­raum­ra­ke­ten-Zen­trums „Pro­gress“, Dmi­tri Bara­now, auf einer Pres­se­kon­fe­renz mit.
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Washington Post : Es gab keine russische Einmischung bei US-Wahlen 2016


Durch geziel­te Wer­bung in soge­nann­ten “Swing Sta­tes” der USA, also Staa­ten, die bei Prä­si­dent­schafts­wah­len das Züng­lein an der Waa­ge spie­len kön­nen, weil sie kein tra­di­tio­nel­les Wahl­ver­hal­ten für eine der bei­den gro­ßen Par­tei­en auf­wei­sen, soll Russ­land die Wah­len am 8. Novem­ber 2016 ent­schei­dend beein­flusst haben. Als Swing Sta­tes der letz­ten paar Wah­len gel­ten Colo­ra­do, Flo­ri­da, Iowa, Michi­gan, Min­ne­so­ta, Ohio, Neva­da, New Hamp­shire, North Caro­li­na, Penn­syl­va­nia, Vir­gi­nia und Wis­con­sin.

Um das her­aus­zu­fin­den, habe der rus­si­sche Mili­tär­ge­heim­dienst GRU die Ser­ver der Demo­kra­ten (genau­er des Demo­kra­ti­schen Natio­nal­kon­vents oder DNC) und der ehe­ma­li­gen Außen­mi­nis­te­rin und Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Hil­la­ry Clin­ton gehackt. Ein wei­te­res Ziel die­ses Hacker­an­griffs sei es gewe­sen, die Nati­on zu spal­ten, indem sen­si­ble Daten an Wiki­Leaks und somit der Öffent­lich­keit über­ge­ben wur­den. Mit dem erwor­be­nen Wis­sen soll das in St. Peters­burg ansäs­si­ge Unter­neh­men Inter­net Rese­arch Agen­cy von Jew­ge­ni Pri­go­schin, einem dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin nahe­ste­hen­den Unter­neh­mer, auf Face­book und Insta­gram geziel­te Wer­bung geschal­tet haben, um Clin­ton gegen­über Trump schlech­ter daste­hen zu las­sen.

Dann ist da noch der Fall von Paul Manaf­ort, dem kurz­zei­ti­gen Wahl­kampf­be­ra­ter von Donald Trump. Manaf­ort wur­de zur Last gelegt, wäh­rend sei­ner Zeit als Trumps Chef­be­ra­ter Daten über Wahl­um­fra­gen mit Oleg Deri­pas­ka geteilt zu haben, einem rus­si­schen Olig­ar­chen mit guten Ver­bin­dun­gen zum Geheim­dienst, wie die New York Times schrieb. Für vie­le in den USA, die nach wie vor dem Nar­ra­tiv der rus­si­schen Ein­mi­schung anhän­gen, war das so etwas wie ein unwi­der­leg­ba­rer Beweis. End­lich war etwas da, womit man expli­zit den Wahl­kampf mit dem rus­si­schen Geheim­dienst halb­wegs in Ver­bin­dung brin­gen konn­te, und die­se Sto­ry brach­te die New York Times natür­lich auf der Titel­sei­te.

Das Pro­blem aber war, dass Manaf­ort die­se Daten gar nicht mit Deri­pas­ka teil­te, son­dern mit zwei ukrai­ni­schen Olig­ar­chen, Ser­gei Lewosch­kin und Rinat Ach­me­tow. Aus die­sem Grund sah sich die ein­fluss­rei­che New York Times gezwun­gen, eine kur­ze Kor­rek­tur am Ende des Arti­kels zu ver­öf­fent­li­chen, was zur Fol­ge hat­te, dass gera­de auch deut­sche Medi­en, die die­se “smo­king gun” vor­schnell über­nom­men haben, eben­falls klein­laut die Kor­rek­tu­ren zu ihren Berich­ten vor­neh­men muss­ten.

Für Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler soll­te Manaf­ort auf­grund sei­ner beruf­li­chen Akti­vi­tä­ten mit dem rus­si­schen Unter­neh­mer Kon­stan­tin Klim­nik, dem eben­falls eine gewis­se Nähe zum Geheim­dienst nach­ge­sagt wird, zum wich­tigs­ten Belas­tungs­zeu­gen wer­den. Doch statt für irgend­ei­ne Ver­schwö­rung zwi­schen Trump und Russ­land konn­te er nur wegen Steu­er- und Ban­ken­be­trugs in acht Fäl­len ver­ur­teilt wer­den. Außer­dem gab er zu, für die Ukrai­ner Lob­by­ar­beit betrie­ben und die dar­aus erziel­ten Ein­nah­men gewa­schen zu haben. Aber von einer wie auch immer gear­te­ten rus­si­schen Ein­mi­schungs­kam­pa­gne gab es kei­ne Spur.

Und was ist mit den Anzei­gen bei Face­book & Co.? Auch da wuss­te CNN zu berich­ten, dass Russ­land gezielt die Bun­des­staa­ten Michi­gan und Wis­con­sin im Visier hat­te, wo Donald Trump am Ende mit hauch­dün­nem Vor­sprung von 10.700 Stim­men (Michi­gan) respek­ti­ve 22.700 Stim­men (Wis­con­sin) die Staa­ten für sich gewin­nen konn­te. Die von Russ­land gekauf­ten 3.000 Wer­be­plät­ze wur­den am Ende laut Face­book von ins­ge­samt zehn Mil­lio­nen Men­schen ange­klickt.

Washing­ton Post rudert nach Aus­wer­tung zurück

Eine völ­li­ge Kehrt­wen­de voll­zog jetzt nie­mand Gerin­ge­res als die Washing­ton Post, die zusam­men mit der New York Times anfäng­lich aggres­siv über eine angeb­li­che rus­si­sche Ein­mi­schung schrieb :

Die­se Vor­stel­lung vom kom­ple­xem Tar­ge­ting Russ­lands wird jedoch nicht durch Bewei­se gestützt, wenn sie nicht sogar kom­plett falsch ist.

Die aus­ge­wer­te­ten Daten der Face­book-Anzei­gen hät­ten erge­ben, dass die “meis­ten der von Russ­land gekauf­ten Anzei­gen nicht auf ein spe­zi­fi­sches geo­gra­fi­sches Ziel abziel­ten”, son­dern statt­des­sen die Ver­ei­nig­ten Staa­ten “als Gan­zes” betra­fen. Und jene Anzei­gen, die tat­säch­lich gezielt in eini­gen Bun­des­staa­ten (wie zum Bei­spiel in Mary­land und Mis­sou­ri) geschal­tet wur­den, waren für den Aus­gang der US-Prä­si­dent­schafts­wahl nicht ent­schei­dend. Zudem wur­den die­se Anzei­gen nicht ein­mal wäh­rend der hei­ßen Pha­se des Wahl­kamp­fes ver­öf­fent­licht, son­dern ent­we­der viel frü­her oder sogar nach­dem die Wah­len bereits been­det waren. Tat­säch­lich wur­den die Face­book- und Insta­gram-Anzei­gen, die einem rus­si­schen Auf­trag­ge­ber zuge­ord­net wer­den kön­nen, im Zeit­raum von Juni 2015 bis Mai 2017 geschal­tet.

Die Aus­wer­tung der durch das House Intel­li­gence Com­mit­tee ermit­tel­ten Daten durch die Washing­ton Post hat außer­dem erge­ben, dass “mehr als die Hälf­te der Klicks auf die Anzei­gen nach den Wah­len statt­fan­den”. In der ent­schei­den­den Pha­se des Wahl­kampfs, also von Okto­ber bis zur ers­ten Novem­ber­wo­che 2016, wur­den in New York und Texas gezielt Anzei­gen geschal­tet. In bei­den Staa­ten gal­ten die Wäh­ler Umfra­gen zufol­ge nicht als unent­schlos­sen, sodass sich die Mei­nung der Men­schen zuguns­ten Trumps oder Clin­tons hät­te beein­flus­sen las­sen kön­nen. In den Staa­ten, in denen der Aus­gang der Wah­len laut den Umfra­gen unge­wiss war (Michi­gan, Penn­syl­va­nia, Wis­con­sin), wur­den nur weni­ge Kam­pa­gnen geschal­tet. Ins­ge­samt sahen in die­sen Staa­ten in den letz­ten fünf Wochen vor dem Wahl­tag weni­ger als ein­tau­send Men­schen die rus­si­schen Anzei­gen.

Wenn man also bei dem Nar­ra­tiv blei­ben möch­te, dass die rus­si­sche Regie­rung durch geziel­tes Tar­ge­ting in sozia­len Netz­wer­ken die Men­schen in für die Wahl kri­ti­schen Bun­des­staa­ten beein­flus­sen woll­te, dann ist die­se Tak­tik ganz offen­sicht­lich spek­ta­ku­lär geschei­tert. Mit weni­ger als ein­tau­send Klicks – fünf Wochen vor dem Wahl­tag wohl­ge­merkt ! – in den drei laut Umfra­gen für den Aus­gang der Wahl ent­schei­den­den Staa­ten lässt sich nichts beein­flus­sen. Oder aber, auch wenn es für vie­le bereits über­zeug­ten US-Ame­ri­ka­ner nur schwer vor­stell­bar sein dürf­te, es gab die­se vom Kreml gesteu­er­te Beein­flus­sungs­kam­pa­gne gar nicht. Was Mos­kau auch stets abge­strit­ten hat­te.

Für die Washing­ton Post steht auf jeden Fall fest, dass es “kei­ne Bewei­se gibt, dass sie (die Russen/Anm.) irgend­ein spe­zi­fi­sches Tar­ge­ting betrie­ben haben”. Um die gan­ze Hys­te­rie um die “rus­si­sche Ein­mi­schung” nicht voll­ends ad absur­dum zu füh­ren, bleibt die Zei­tung zwar dabei, Russ­land habe die Ser­ver des DNC und von John Podes­ta (Wahl­kampf­lei­ter von Hil­la­ry Clin­ton) gehackt. Nur sei das “ein­fach nicht so ver­lo­ckend wie die Vor­stel­lung, ame­ri­ka­ni­sche Soci­al-Media-Nut­zer gegen sich selbst ein­zu­set­zen”.

Mehr zum The­ma — Eine Russ­land-Affä­re als Fal­se-Flag-Ope­ra­ti­on : US-Demo­kra­ten bei Wahl­ma­ni­pu­la­ti­on ertappt

RT Deutsch


Kein Verzicht der USA auf russische Raketentriebwerke mindestens bis 2023


Die Lie­fe­run­gen der rus­si­schen Rake­ten­trieb­wer­ke RD-180, die in den US-ame­ri­ka­ni­schen Atlas-V-Trä­ger­ra­ke­ten ver­wen­det wer­den, lau­fen min­des­tens bis 2023. Das hat der Her­stel­ler der Trieb­wer­ke, das rus­si­sche Rüs­tungs­un­ter­neh­men Ener­go­masch, unter Beru­fung auf den Chef des rus­sisch-US-Gemein­schafts­un­ter­neh­mens RD AMROSS, Micha­el Baker, mit­ge­teilt.
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