Der Balken im eigenen Auge : Mike Pompeo kritisiert Russland und vertwittert sich


von Andre­as Rich­ter

Russ­land hat zwei stra­te­gi­sche Bom­ber vom Typ Tu-160 nach Vene­zue­la geschickt. Das rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um teil­te mit, dass die­se und zwei wei­te­re Flug­zeu­ge am Mon­tag in Mai­qutía an der vene­zo­la­ni­schen Kari­bik­küs­te zu einem Freund­schafts­be­such gelan­det sei­en. Nach Medi­en­be­rich­ten sol­len sie dort eine Rei­he von Übun­gen abhal­ten.

Mike Pom­peo, US-ame­ri­ka­ni­scher Außen­mi­nis­ter und ehe­ma­li­ger CIA-Chef, hat die­se Ent­sen­dung scharf kri­ti­siert. Auf Twit­ter schrieb er :

Russ­lands Regie­rung hat Bom­ber um die hal­be Welt nach Vene­zue­la geschickt. Das rus­si­sche und das vene­zo­la­ni­sche Volk soll­ten dar­in das erken­nen, was es ist : Zwei kor­rup­te Regie­run­gen ver­schleu­dern öffent­li­che Mit­tel und zer­mal­men die Frei­heit, wäh­rend ihre Völ­ker lei­den.

Das sind star­ke Wor­te, zumal für einen Chef­di­plo­ma­ten, glei­cher­ma­ßen arro­gant, igno­rant und schein­hei­lig. Beim Lesen kom­men einem unwei­ger­lich eine Rei­he von Sprich­wör­tern in den Sinn.

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Eines lau­tet “Quod licet Iovi, non licet bovi”, deutsch : “Was Jupi­ter darf, ist dem Och­sen nicht erlaubt”. Eine freie­re Über­set­zung lau­tet : “Was dem Herrn geziemt, geziemt noch lan­ge nicht dem Knecht”. So scheint Pom­peo zu den­ken. Russ­land sen­det also Bom­ben­flug­zeu­ge um die hal­be Welt. Sowas auch. Was tun die USA ? In weit­aus grö­ße­rem Umfang ? Und zwar nicht nur zu Freund­schafts­be­su­chen und auf Ein­la­dung der betref­fen­den Regie­rung ? Eben.

Ein wei­te­res Sprich­wort ist das bekann­te : “Wer im Glas­haus sitzt, soll nicht mit Stei­nen wer­fen”. Man kann immer über die Sinn­haf­tig­keit von Rüs­tungs­aus­ga­ben und Mili­tär­übun­gen strei­ten. Klar sind aber zwei Punk­te : Ohne funk­tio­nie­ren­des Mili­tär wären sowohl Russ­land als auch Vene­zue­la mit eini­ger Wahr­schein­lich­keit in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Opfer einer wie auch immer gear­te­ten exter­nen Inter­ven­ti­on gewor­den. Und die Mili­tär­haus­hal­te bei­der Län­der neh­men sich neben dem Washing­tons win­zig aus. Übri­gens : Meis­ter aller Klas­sen im Ver­schleu­dern öffent­li­cher Mit­tel ist immer noch das Pen­ta­gon

Eben­so bekannt ist das Zitat aus der Berg­pre­digt : “War­um siehst Du den Split­ter im Auge dei­nes Bru­ders, aber den Bal­ken in dei­nem Auge bemerkst du nicht?” Tat­säch­lich lei­det das vene­zo­la­ni­sche Volk, nur soll­te man dabei nicht den Bei­trag ver­ges­sen, den die USA mit ihrem öko­no­mi­schen Krieg gegen das Land leis­ten. Was bezweckt die­ser Krieg, wenn nicht das “Zer­mal­men der Frei­heit” eines Vol­kes ? Und womit befasst sich die CIA eigent­lich, deren Chef Pom­peo noch vor kur­zem war ?

Übri­gens scheint es auch dem US-ame­ri­ka­ni­schen Volk nicht wirk­lich gut zu gehen. Sonst wür­de die Lebens­er­war­tung wei­ter Tei­le der Bevöl­ke­rung nicht sin­ken, sonst hät­te Pom­pe­os Prä­si­dent sich vor zwei Jah­ren wohl kaum bei der Wahl gegen das fast geschlos­se­ne poli­ti­sche und media­le Estab­lish­ment des Lan­des durch­ge­setzt.

Wel­ches Sprich­wort möch­te man Pom­peo nach sei­ner ver­un­glück­ten Twit­ter-Atta­cke mit auf den Weg geben ? Viel­leicht : “Schus­ter, bleib bei dei­nen Leis­ten?” Donald Trump jeden­falls twit­tert deut­lich prä­gnan­ter und unter­halt­sa­mer als sein Außen­mi­nis­ter. Oder doch eher “Hoch­mut kommt vor dem Fall”? Egal.

Der Spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten hat eine ange­mes­se­ne Ant­wort gefun­den. Pom­pe­os Äuße­run­gen sei­en unan­ge­bracht, vor allem für ein Land, mit des­sen “hal­ben Ver­tei­di­gungs­etat ganz Afri­ka ernährt wer­den könn­te”. Dem ist nichts hin­zu­zu­fü­gen.

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RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Russland übertrifft China in den Top 3 der aufstrebenden Volkswirtschaften


Finanz­ana­lys­ten von Bloom­berg Ratings stuf­ten 20 auf­stre­ben­de Volks­wirt­schaf­ten mit­tels Mess­grö­ßen ein, wel­che von Wachs­tums­aus­sich­ten über den Stand der Leis­tungs­bi­lanz, der Boni­tät der jewei­li­gen Län­der bis hin zur Bewer­tung von Akti­en und Anlei­hen rei­chen. Russ­land erziel­te bei die­sen Kri­te­ri­en 2,36 Punk­te.

Das ein­zi­ge Land, das Russ­land über­bot, war Malay­sia mit 2,55 Punk­ten. Das süd­ost­asia­ti­sche Land hat sich seit der Ver­öf­fent­li­chung der letz­ten Ratings im Juni dank des Leis­tungs­bi­lanz­über­schus­ses und der rela­tiv sta­bi­len Aus­sich­ten für das Wirt­schafts­wachs­tum an der Spit­ze der Lis­te gehal­ten. 

Obwohl Chi­na seit Juni um einen Platz im Ran­king gestie­gen ist, bleibt das Reich der Mit­te um fast einen Punkt hin­ter Russ­land zurück. Die Phil­ip­pi­nen und Kolum­bi­en run­den die ers­ten fünf Plät­ze ab, die Tür­kei fiel vom fünf­ten auf den zwan­zigs­ten Platz. 

Die stär­ke­re Posi­ti­on der rus­si­schen Wirt­schaft wur­de bereits in den jähr­li­chen Umfra­gen der Welt­bank zu Doing Busi­ness fest­ge­stellt, in der 190 Volks­wirt­schaf­ten nach elf Berei­chen der Unter­neh­mens­re­gu­lie­rung ein­ge­stuft wer­den. Hier­nach beleg­te Russ­land den 31. Platz, vier Plät­ze über den Ergeb­nis­sen des Vor­jah­res. 

Auch wenn das erklär­te Ziel des rus­si­schen Prä­si­den­ten nicht erreicht wur­de, zeig­te sich der Minis­ter für wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung, Maxim Oresh­kin, zufrie­den : 

Wenn wir die Situa­ti­on ins­ge­samt ana­ly­sie­ren, haben wir unser Ziel erreicht. Der 31. Platz ist nicht so weit vom 20. Platz ent­fernt, ins­be­son­de­re wenn man bedenkt, dass wir von Platz 124 gestar­tet sind. 

Dabei zeig­te er sich davon über­zeugt, dass Russ­land in den kom­men­den sechs Jah­ren die Top 20 errei­chen wer­de. Seit dem Jahr 2014 sieht sich Mos­kau mit Sank­ti­ons­maß­nah­men aus dem Wes­ten kon­fron­tiert, sowohl von der EU als auch von den USA. Russ­land wur­de vor­ge­wor­fen, an dem Kon­flikt in der Ost­ukrai­ne betei­ligt gewe­sen zu sein und die Krim annek­tiert zu haben, obwohl das Refe­ren­dum der Regi­on zur Wie­der­ver­ei­ni­gung mit Russ­land durch­ge­führt wur­de. 

Seit kur­zem beschul­digt Washing­ton Russ­land, sich bei den US-Prä­si­dent­schafts­wah­len 2016 ein­ge­mischt zu haben. Die USA haben zwar kei­ne kon­kre­ten Bewei­se vor­ge­legt, aber meh­re­re Sank­tio­nen ver­hängt, dar­un­ter gegen gro­ße rus­si­sche Unter­neh­men und hoch­ran­gi­ge Regie­rungs­ver­tre­ter. 

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Willy Wimmer zu NATO-Tagung in Minsk : Ziel ist Krieg gegen Russland mit Deutschland als Schlachtfeld


von Wil­ly Wim­mer

Nach den Erfah­run­gen des Kal­ten Krie­ges ist es nicht schwer, die Lage zu beschrei­ben, in der wir uns befin­den.

Im Kal­ten Krieg waren wir der Brü­cken­kopf, und gleich­zei­tig hat­te man uns unter Kon­trol­le. Ja, man hat die Sowjets tot­ge­rüs­tet, aber ver­mut­lich weder ange­strebt noch damit gerech­net, dass die Sowjets sich der DDR ent­le­di­gen wür­den. Zu kei­nem Zeit­punkt war die deut­sche Wie­der­ver­ei­ni­gung das Ziel der west­li­chen Poli­tik, noch nicht ein­mal als “Bei­fang”.

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Mit dem Zer­fall der UdSSR rück­te der Traum aus den Zei­ten der alli­ier­ten Inva­si­on im rus­si­schen Bür­ger­krieg in greif­ba­re Nähe, Russ­land zu stran­gu­lie­ren und kir­re zu machen. Die Umstän­de um Yukos spre­chen da Bän­de. Gleich­zei­tig wur­de eine Art “Ost-Limes” zwi­schen Riga und Odes­sa geschaf­fen, um Zusam­men­ar­beit zu ver­hin­dern und das Gebiet west­lich die­ses Limes völ­lig auf US-ame­ri­ka­ni­sche Bedürf­nis­se abzu­rich­ten, auch in der Zusam­men­set­zung von Gesell­schaf­ten.

USA wol­len bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on Russ­lands

Es geht um die bedin­gungs­lo­se Kapi­tu­la­ti­on der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on. Wor­über soll Mos­kau denn ver­han­deln, wenn die Angel­sach­sen nur das kon­se­quent ver­folg­te Ziel haben, Russ­land zu stran­gu­lie­ren und zur Unter­wer­fung zu zwin­gen ? In Deutsch­land kann man das beur­tei­len, auch den Wort­bruch, was die abspra­che­wid­ri­ge Ost­erwei­te­rung der NATO anbe­trifft. Der Waf­fen­still­stand 1918 fuß­te auf den 14 Punk­ten des US-Prä­si­den­ten Wil­son mit der Zusa­ge, kei­ne Grenz­ver­schie­bun­gen zulas­ten auch Deutsch­lands zuzu­las­sen. Ver­spro­chen – gebro­chen, wie etwa das Bei­spiel von Eupen-Mal­me­dy bis heu­te deut­lich machen.

Deutsch­land als zen­tra­les Schlacht­feld in Euro­pa

Um nicht in euro­päi­scher Erstar­rung, Auf­ga­be und Krieg zu enden, muss der ame­ri­ka­nisch-bri­tisch geführ­te Wes­ten sei­ne Poli­tik ändern und Russ­land end­lich einen gleich­be­rech­tig­ten Platz am Tisch der guten euro­päi­schen Nach­bar­schaft ein­neh­men las­sen.

Mehr zum The­ma — Wil­ly Wim­mer : 2018 wird uns wohl als letz­tes Frie­dens­jahr in Euro­pa in Erin­ne­rung blei­ben

Die jet­zi­ge Poli­tik des “Lon­do­ner Drei­ecks” hat nur den Zweck, gegen Indi­en, Chi­na und Russ­land aus­rei­chend eige­nes Brü­cken­kopf-Gelän­de zur Ver­fü­gung zu haben. Krieg ist das Ziel, mit Deutsch­land als dem zen­tra­len Schlacht­feld in Euro­pa.

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Erstmals seit 2013 : Russland schickt strategische Bomber nach Venezuela


Der über 10.000 Kilo­me­ter wei­te Flug ver­lief über der Barents­see, dem Euro­päi­schen Nord­meer, dem Atlan­tik und dem Kari­bi­schen Meer “in strik­ter Ein­hal­tung der inter­na­tio­na­len Luft­fahrt-Rege­lun­gen”, zitiert RIA Nowos­ti das State­ment. An ein­zel­nen Abschnit­ten der Stre­cke wur­den die rus­si­schen Mili­tär­ma­schi­nen von Kampf­flug­zeu­gen des Typs F-16 Figh­t­ing Fal­con der nor­we­gi­sche Luft­streit­kräf­te beglei­tet. Dem fest­li­chen Emp­fang der rus­si­schen Flug­zeu­ge wohn­te der vene­zo­la­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Wla­di­mir Padri­no Lopez sowie Ver­tre­ter der rus­si­schen Bot­schaft in Vene­zue­la bei. Zum letz­ten Mal wur­den rus­si­sche Tu-160-Bom­ber im Jah­re 2013 in die Boli­va­ri­sche Repu­blik gelie­fert.

Mehr zum The­ma — Vene­zue­la und Russ­land unter­zeich­nen Inves­ti­ti­ons-Abkom­men im Wert von fünf Mil­li­ar­den Euro

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Serienmörder aus Russland tötete fast 80 Frauen — Zweimal lebenslange Haft


Sein Mord­mo­tiv sei sein krank­haf­ter Trieb zum Töten gewe­sen, erklär­te der Staats­an­walt Alex­an­der Schkin­jow. Dabei sei der Täter als zurech­nungs­fä­hig befun­den wor­den.

Der ehe­ma­li­ge Poli­zist wur­de 2012 fest­ge­nom­men. Er hat in den Jah­ren von 1994 bis 2000 in der Klein­stadt Angarsk Dut­zen­de Frau­en ermor­det. 2015 wur­de Pop­kow wegen Mor­des an 22 Men­schen zu einer lebens­lan­gen Haft­stra­fe ver­ur­teilt. 2017 wur­de er wegen wei­te­rer 60 Mor­de ange­klagt, die meis­ten gestand er spä­ter. Ins­ge­samt soll er 78 Men­schen getö­tet haben. Im Gefäng­nis habe sich Pop­kow damit gebrüs­tet, dass er mehr Men­schen als der berüch­tigs­te Seri­en­mör­der Russ­lands, And­rei Tschi­ka­ti­lo, umge­bracht haben soll.

Mehr zum The­ma — Kin­der­wa­gen vol­ler mensch­li­cher Kör­per­tei­le : Ehe­paar gesteht zehn­fa­chen Frau­en­mord 

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Roboter aus Russland tritt in Theaterstück als Jeanne d’Arc auf


Das Unter­neh­men mit Sitz in Mos­kau stell­te für das Büh­nen­stück einen 1,60 Meter gro­ßen weib­li­chen Robo­ter her. Eine Ladung müss­te nach Anga­ben des Her­stel­lers für bis zu acht Stun­den Dar­stel­lung rei­chen. Der hebräi­sche Text wur­de noch in Mos­kau mit einer künst­li­chen, weib­lich klin­gen­den Stim­me auf­ge­zeich­net. In Isra­el brach­te man dem Robo­ter bei, wie er mit den ande­ren Schau­spie­lern auf der Büh­ne inter­agie­ren soll­te. Auch die mensch­li­chen Dar­stel­ler muss­ten sich bei den Pro­ben an ihren High-Tech-Kol­le­gen anpas­sen. Dass die Inter­ak­ti­on wie am Schnür­chen läuft, dafür sorgt ein für die Zuschau­er unsicht­ba­rer Ton-Tech­ni­ker. (RIA Nowos­ti) 

Mehr zum The­ma — Rebel­li­on der Maschi­nen ? Robo­ter ver­sprüht Anti-Bären-Spray – 24 Ama­zon-Mit­ar­bei­ter im Kran­ken­haus

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Russland : Weltweit erster organischer Ausdruck eines Miniorgans im Weltraum gestartet


Der rus­si­sche Kos­mo­naut Oleg Kono­nen­ko hat auf der inter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS den ers­ten Druck­pro­zess eines Minior­gans mit Hil­fe eines Bio­dru­ckers ein­ge­lei­tet. Die Ergeb­nis­se dazu wer­den Anfang 2019 ver­öf­fent­licht, teil­te am Mitt­woch der Pres­se­dienst des rus­si­schen Unter­neh­mens Invi­tro mit.
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Was in der Nacht geschah : Russland weist Vorwürfe zurück, Abschiebeflug gelandet


+++ Russ­land weist Nato-Vor­wür­fe zurück +++ US-Sena­to­ren beschul­di­gen sau­di­schen Kron­prin­zen im Fall Khash­og­gi +++ Ankla­ge gegen Deut­sche wegen Pana­ma Papers +++ Abschie­be­flug aus Deutsch­land gelan­det +++ Schwe­res Beben vor Neu­ka­le­do­ni­en – Tsu­na­mi­war­nung +++
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Streit um INF-Vertrag : USA setzen Russland 60-Tage-Frist, Moskau weist Vorwürfe erneut zurück


Die Spre­che­rin des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums Maria Sach­a­ro­wa hat die Anschul­di­gun­gen der USA erneut zurück­ge­wie­sen. Russ­land hal­te sich genau an die Ver­trags­vor­schrif­ten, was die US-ame­ri­ka­ni­sche Sei­te ganz genau wis­se, so Sach­a­ro­wa.

Der INF-Ver­trag über nuklea­re Mit­tel­stre­cken­sys­te­me (Inter­me­dia­te Ran­ge Nuclear Forces) wur­de 1987 zwi­schen den USA und der dama­li­gen Sowjet­uni­on geschlos­sen. Er ver­pflich­tet bei­de Sei­ten zur Abschaf­fung aller land­ge­stütz­ten bal­lis­ti­schen Rake­ten und Marsch­flug­kör­per mit Reich­wei­ten zwi­schen 500 und 5.500 Kilo­me­tern. Zugleich unter­sagt er auch die Pro­duk­ti­on und Tests sol­cher Sys­te­me. (dpa / rt deutsch)

Mehr zum The­ma — Wer pro­fi­tiert von der Kün­di­gung des INF-Ver­tra­ges ?

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Ukraine wird zu einer Bürde” – der deutsche Streit zum Umgang mit der Ukraine und Russland


Von Wla­dis­law San­kin

Erin­nert sich noch jemand an das Jahr 2014 ? Fast täg­li­che Fern­sehrun­den zum The­men “Was will Putin”, Bedro­hungs­sze­na­ri­en, Gesprä­che über Sank­tio­nen — den deut­schen Leser, Zuschau­er, Zuhö­rer wird ein neu­es Voka­bu­lar in Bezug auf Russ­land ein­ge­trich­tert : “Anne­xi­on”, “Aggres­si­on”, “Sepa­ra­tis­ten”, “Desta­bi­li­sie­rung” — und folg­lich — “Sank­tio­nen”. Und die Ukrai­ne, wo vor weni­gen Wochen und Mona­ten ein gewalt­sa­mer Macht­wech­sel her­bei­be­ju­belt wur­de, sei Opfer Russ­lands. Vie­le Medi­en­nut­zer waren empört über sol­che Ein­sei­tig­keit, sie bemüh­ten sich um ande­re Nar­ra­ti­ve – was der Main­stream vor­sorg­lich als “rus­si­sche Pro­pa­gan­da und Des­in­for­ma­ti­on” ver­un­glimpf­te.

Der poli­ti­sche Kon­flikt mit Russ­land wur­de fest­ge­fah­ren, grund­le­gend änder­te sich dabei lan­ge nichts. Mit der Zeit waren die Krim und die Ukrai­ne nicht mehr das Haupt­the­ma. Und lang­sam zeich­ne­te sich Nor­ma­li­tät ab : Der deut­sche Han­del mit Russ­land wuchs, lang­fris­ti­ge Pro­jek­te wie Nord-Stream 2 wur­den beschlos­sen und vor­an­ge­trie­ben – gegen den erheb­li­chen Druck der Russ­land-Geg­ner von bei­den Sei­ten des Atlan­tiks. Der ver­lust­rei­che Krieg in der Ost-Ukrai­ne, der nach Erstür­mung eini­ger Ver­wal­tungs­ge­bäu­de von­sei­ten der Auf­stän­di­schen und dar­auf­fol­gen­dem Ein­satz schwe­rer Waf­fen von­sei­ten der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung in Kiew im Früh­jahr 2014 begann, wur­de ein­ge­fro­ren.

Und dann platz­te die Nach­richt über den Vor­fall in der Stra­ße von Kertsch am 25. Novem­ber, als zwei ukrai­ni­sche Patrouil­len­boo­te und ein Schlep­per von den Schif­fen der FSB gerammt und geken­tert wur­den. Die Besat­zung wur­de nach einer kur­zen Aus­ein­an­der­set­zung auf­grund der Grenz­ver­let­zung fest­ge­nom­men. Bei­de Sei­ten war­fen ein­an­der Pro­vo­ka­ti­on vor. Nach ein­ein­halb Tagen beschloss das ukrai­ni­sche Par­la­ment auf Gesuch des Prä­si­den­ten, das Kriegs­recht in zehn Gebie­ten der Süd-Ost­ukrai­ne. Es begann Krim-Kri­se 2.0.

Mehr zum The­ma — “Schickt Kriegs­schif­fe”: Reak­tio­nen auf ukrai­ni­sche Pro­vo­ka­ti­on im Schwar­zen Meer

Mit den glei­chen Betei­lig­ten – Jour­na­lis­ten, Poli­ti­kern, Diplo­ma­ten – wie auch vor vier Jah­ren hat man in deut­schen Medi­en wie­der über das rus­si­sche “aggres­si­ve Ver­hal­ten” und “Bruch der inter­na­tio­na­len Regeln” dis­ku­tiert. Man hat wie­der über rus­si­sche Ein­mär­sche im Bal­ti­kum oder gar Polen fabu­liert. Der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter Andrij Mel­nick for­der­te in deut­schen Medi­en die Ent­sen­dung deut­scher Kriegs­schif­fe ins Schwar­ze Meer. Auch der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko wur­de in die­sen Tagen oft zitiert – unhin­ter­fragt gab man sei­ne Befürch­tun­gen über einen “groß­an­ge­leg­ten Krieg” mit Russ­land wei­ter. Auch er ver­lang­te mehr NATO-Schif­fe im Schwar­zen Meer. Der ukrai­ni­sche Pre­mier Wla­di­mir Grois­man for­der­te in Ber­lin das Anle­ge­ver­bot für rus­si­sche Schif­fe. Eine neue Kriegs­hys­te­rie war wie­der per­fekt. Eigent­lich. 

Denn die Unter­schie­de zum Jahr 2014 waren nicht zu ver­ken­nen. Nicht nur der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter wur­de befragt. Auch der rus­si­sche Bot­schaf­ter kam mit sei­ner Ver­si­on zu Wort. Diet­mar Bartsch trat mit ver­söhn­li­chen Tönen bei der ARD auf. Die Bun­des­re­gie­rung hielt sich mit schar­fer Rhe­to­rik gegen Russ­land zurück. Sor­ge – ja. Auch Kri­tik – aber wann hat Ber­lin in den letz­ten Jah­ren Mos­kau nicht kri­ti­siert ? In Bue­nos Aires bespra­chen dann Ange­la Mer­kel und Wla­di­mir Putin die Sache in aller Ruhe beim Früh­stück. Der rus­si­sche Prä­si­dent zeich­ne­te Emma­nu­el Macron auf dem Papier den Her­gang des Vor­falls nach. US-Prä­si­dent Donald Trump ging Wla­di­mir Putin beim G20-Gip­fel aus dem Weg — ein sou­ve­rä­nes Ver­hal­ten sieht anders aus.

Mehr zum The­ma — Ukrai­ni­scher Pre­mier in Ber­lin : Stoppt Putin und inves­tiert in die Ukrai­ne

Gabri­el vs. Kramp-Kar­ren­bau­er

Zeit­gleich zum Gip­fel mach­te sich für Ent­span­nung im wie­der­auf­ge­flam­men Kon­flikt der frü­he­re Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el stark. Deutsch­land dür­fe sich “nicht in einen Krieg gegen Russ­land hin­ein­zie­hen las­sen”, sag­te er dem Tages­spie­gel am 1. Dezem­ber. Ähn­lich äußer­te er sich am Tag zuvor in einem Inter­view mit dem Fern­seh­sen­der NTV. Gabri­el kri­ti­sier­te For­de­run­gen der Ukrai­ne nach deut­schen Kriegs­schif­fen gegen Russ­land sowie den Vor­schlag nach einer Schlie­ßung von inter­na­tio­na­len Häfen für rus­si­sche Schif­fe aus der Krim-Regi­on.

Gabri­el nann­te dies “eine Neu­auf­la­ge der Kano­nen­boot-Poli­tik” und spiel­te damit auf die Vor­schlä­ge der CDU-Gene­ral­se­kre­tä­rin und Par­tei­vor­sitz-Kan­di­da­tin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er an. Sie hat­te – ganz im Sin­ne der Ukrai­ne – eine Schlie­ßung von euro­päi­schen und US-Häfen für rus­si­sche Schif­fe aus der Krim-Regi­on ins Spiel gebracht. Die­se soll­ten “so lan­ge nicht mehr in euro­päi­sche oder US-Häfen ein­lau­fen dür­fen, wie die­ser Zustand mit der Ukrai­ne nicht besei­tigt ist”, sag­te sie der Agen­tur Reu­ters.

Wenn es sich bestä­tigt, dass die Aggres­si­on von Russ­land aus­ge­gan­gen ist, dann bin ich der Mei­nung, muss es auch eine kla­re Ant­wort geben”, so Kramp-Kar­ren­bau­er.

Trotz des Vor­be­halts einer “Über­prü­fung”, warf Gabri­el Kramp-Kar­ren­bau­er vor, “mit star­ken Sprü­chen den inner­par­tei­li­chen Wahl­kampf beför­dern” zu wol­len. Deutsch­lands Rol­le sei die Ver­mitt­lung und Dees­ka­la­ti­on und nicht das Anhei­zen des Kon­flikts, sag­te er. Gabri­el schlug vor, den Sitz im UN-Sicher­heits­rat, den Deutsch­land ab Janu­ar für zwei Jah­re inne­hat, zu nut­zen, um ein UN-Blau­helm-Man­dat für die Ost-Ukrai­ne zu beschlie­ßen.

End­lich einen Waf­fen­still­stand errei­chen, den Rück­zug der schwe­ren Waf­fen auf bei­den Sei­ten durch­set­zen und dann danach auch einen ers­ten Schritt zum Abbau von Sank­tio­nen unter­neh­men : das ist der ein­zi­ge Weg her­aus aus die­sem völ­lig ver­fah­re­nen Kon­flikt“, sag­te Gabri­el.

Zuneh­men­de Absto­ßung ?

Schwenkt Deutsch­land auf einen aus­ge­wo­ge­ne­ren Russ­land-Kurs ein ? Geht die Bun­des­re­gie­rung auf Distanz zu Kiew ? Wenn man bedenkt, dass Deutsch­land so etwas wie eine Paten­schaft über die Ukrai­ne nach dem Mai­dan vor fünf Jah­ren über­nom­men hat, ja. Rus­si­sche Exper­ten, mit denen RT sprach, ver­zeich­nen jeden­falls zuneh­men­de Ukrai­ne-Müdig­keit und zwar euro­pa­weit. 

So sag­te der Ana­lyst des Zen­trums für Euro­päi­sche For­schung der Rus­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Wla­di­mir Olent­schen­ko, die Kie­wer Füh­rung sei dar­an inter­es­siert, die “äuße­ren Spie­ler” in ein bestimm­tes “Mili­tär­aben­teu­er” hin­ein­zie­hen zu las­sen. Den­noch, in Deutsch­land und in der EU ins­ge­samt, rie­fen sol­che Hand­lun­gen nur Absto­ßung her­vor.

Es ist erfreu­lich, dass man in Deutsch­land das ver­steht und die­sen Vor­fall klar ein­schätzt, indem man es ablehnt, in sol­chen Aben­teu­ern der Ukrai­ne als Ver­bün­de­te auf­zu­tre­ten,” füg­te Olent­schen­ko hin­zu.

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Kiew rech­ne­te mit einer Reak­ti­on von­sei­ten der Euro­päi­schen Uni­on, sag­te Anton Bre­di­chin, Lei­ter des Zen­trums für eth­ni­sche und inter­na­tio­na­le Stu­di­en, dafür sei auch pro­vo­ziert wor­den. Aber Poro­schen­ko habe nicht bekom­men, womit er gerech­net habe – die Ver­tre­ter der EU hät­ten sich mit der Stan­dard­er­klä­rung von Kri­tik an Mos­kau begnügt. Kiew und die USA woll­ten, dass die Euro­pä­er die Ukrai­ne bei­na­he als voll­wer­ti­ges Mit­glied der EU und NATO anse­hen.

Sie rea­li­sie­ren immer mehr, dass die Ukrai­ne in Wirk­lich­keit eine schwe­re Bür­de ist, die man eigent­lich nicht braucht,” so Bre­di­chin.

Bei allen even­tu­el­len juris­ti­schen Streit­punk­ten zum See­recht, die auch in die­sem Fall eine Rol­le spie­len könn­ten – der pro­vo­ka­ti­ve Cha­rak­ter der unan­ge­mel­de­ten ukrai­ni­schen Fahrt auf die Krim-Brü­cke zu ist offen­sicht­lich. Soll­te Russ­land schär­fer reagie­ren, im schlimms­ten Fall mit Ver­sen­kung der Boo­te und Todes­fäl­len von­sei­ten der ukrai­ni­schen Sol­da­ten, gäbe es nun aller Wahr­schein­lich­keit nach eine neue andau­ern­de schwe­re Kri­se auf der gan­zen Linie des Wes­tens gegen Russ­land – mit unaus­weich­li­chen Sank­tio­nen und gefähr­li­chen Droh­ge­bär­den. Es bleibt zu hof­fen, dass das Kriegs­recht in der Ukrai­ne kei­ne neue Kri­sen ver­ur­sa­chen wird. 

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RT Deutsch