Russlands schwimmendes AKW : “Tschernobyl zu Wasser” – wirklich ? (Video)


Die vor zwölf Jah­ren auf Kiel geleg­te Aka­de­mik Lomo­nos­sow, ein schwim­men­des Atom­kraft­werk vom Pro­jekt 20870 auf der Basis einer Bar­ge, wur­de am 4. Juli an den Auf­trag­ge­ber Ros­ener­goatom über­ge­ben. Nun folgt ein Ein­satz in Tschu­kot­ka, wo die Lomo­nos­sow das Kern­kraft­werk Bilibi­no erset­zen wird, das den Kern des iso­lier­ten Ener­gie­sys­tems Tschaun-Bilibi­no bil­det. Zu die­sem Zweck wur­de die Bar­ge bereits von Schlep­pern in den Hafen von Pewek gebracht.

Eini­ge Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen spre­chen von einem “Tscher­no­byl zu Was­ser” (oder “auf Eis”) – und nur zu gern über­neh­men west­li­che Medi­en die­se For­mu­lie­rung. Ob die­se Skep­sis begrün­det ist, und wel­chen Zweck das schwim­men­de Atom­kraft­werk mit sei­nen 70 Mega­watt elek­tri­scher Leis­tung hat, erör­tert die­ser Video­clip.

Mehr zum The­ma – Atom­kraft vor­aus ? Deutsch­lands Kli­ma­zie­le und ener­gie­po­li­ti­sche Kon­se­quen­zen (Video)

RT Deutsch


Welt”-Artikel über Prochorowka „inakzeptabel und nicht nachvollziehbar“ – Russlands Botschafter


Der in der „Welt” kürz­lich erschie­ne­ne Arti­kel über die Pan­zer­schlacht bei Pro­cho­row­ka ver­zerrt laut dem rus­si­schen Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Ser­gej Net­scha­jew, die his­to­ri­sche Rea­li­tät. Die kri­ti­schen Aus­füh­run­gen des Autors über das Denk­mal für den Sieg der Roten Armee sei­nen schlicht „inak­zep­ta­bel und nicht nach­voll­zieh­bar“.
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Sie waren Helden” – Russlands Behörden und die U-Boot-Tragödie


Die Arbeit des U-Boot-Matro­sen ist womög­lich die gefähr­lichs­te der gan­zen Kriegs­ma­ri­ne. Auch zu Frie­dens­zei­ten gibt es kein Ent­kom­men, wenn an Bord etwas pas­siert. Dem­entspre­chend kommt es immer wie­der zu töd­li­chen Unfäl­len, bei denen Dut­zen­de See­leu­te auf engem Raum gleich­zei­tig ster­ben. Und das nicht nur in Russ­land oder frü­her in der Sowjet­uni­on. In den letz­ten 100 Jah­ren gab es auch Unglücks­fäl­le meh­re­rer US-ame­ri­ka­ni­scher, min­des­tens eines chi­ne­si­schen, eines bri­ti­schen und im Jahr 2017 eines argen­ti­ni­schen U-Boo­tes.

Den­noch, aus­ge­rech­net ein U-Boots-Unglück hat im rus­si­schen Bewusst­sein einen beson­de­ren Platz. Am 12. August 2000 ver­un­glück­ten 118 Matro­sen wegen eines Lecks und dar­auf­fol­gen­den Explo­sio­nen in der Tank­ab­tei­lung des atom­ge­trie­be­nen U-Boots Kursk. Eben­so wie die jüngs­te Tra­gö­die ereig­ne­te die­ses Unglück auch in der Ark­tis in der Barents­see. Und damals wie heu­te hat­te Russ­land den­sel­ben Prä­si­den­ten – Wla­di­mir Putin. Zum Zeit­punkt des Unglücks im Jahr 2000 war er aller­dings erst weni­ge Mona­te im Amt.

Doch nicht nur die schwe­re Tra­gö­die selbst steht für trau­ma­ti­sche Erin­ne­rung der Rus­sen, son­dern und viel­leicht sogar vor allem die äußerst unge­schick­te Kom­mu­ni­ka­ti­on der rus­si­schen Behör­den bei dem Unfall. Vie­le neh­men dem heu­ti­gen Prä­si­den­ten immer noch sein dama­li­ges vier­tä­gi­ges Schwei­gen übel.

Im Jahr 2019 war es anders. Gleich am nächs­ten Tag nach dem Unglück teil­te das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um die ers­ten Infor­ma­tio­nen mit – nicht sofort, aber recht­zei­tig genug. Es war unwahr­schein­lich, dass bei einer gehei­men Mis­si­on irgend­wo in den ark­ti­schen Tie­fen noch am glei­chen Tag ohne Kon­trol­le durch die Behör­den irgend­wel­che Infor­ma­tio­nen an die Öffent­lich­keit sickern könn­ten. So ent­stand von Anfang an kein Raum für Gerüch­te und Spe­ku­la­tio­nen.

Am Tag nach der Bekannt­ga­be der ers­ten spär­li­chen Infor­ma­tio­nen über das Unglück stell­te der Pres­se­spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten Dmi­tri Pes­kow unmiss­ver­ständ­lich klar, dass sowohl die tech­ni­schen Details über das Tief­see­fahr­zeug als auch Ein­zel­hei­ten über die Arbeit am Mee­res­grund strengs­ter Geheim­hal­tung unter­lie­gen. Hüter des Geheim­nis­ses sei das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, und die Bekannt­ga­be wei­te­rer Details lägen in des­sen Ermes­sen.

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ser­gei Schoiu war zu die­sem Zeit­punkt schon unter­wegs zum Ort des Gesche­hens. Nach sei­ner Ankunft in Mur­mansk begann sein Amt, die Ein­zel­hei­ten über das Unglück Stück für Stück preis­zu­ge­ben, bis am 4. Juli die Namen und Fotos der ver­un­glück­ten Offi­zie­re – “aus­ge­wie­se­ne Fach­leu­te” (Putin) – ver­öf­fent­licht wur­den. Zuvor wur­de bereits bekannt gege­ben, dass die “See­leu­te auf­op­fe­rungs­voll mit dem Feu­er gekämpft haben, um die Leben der Zivil­per­so­nen und die Lebens­taug­lich­keit des Boo­tes zu ret­ten”.

Am 5. Juli ver­lieh Prä­si­dent Putin den toten 14 U-Boots­fah­rern post­hum die Ehre. Vier von ihnen wur­de der Rang “Hel­den Russ­lands” zuge­wie­sen : Andrej Wos­kres­sen­ski, Denis Opa­rin, Dmi­tri Solo­wjow, Kon­stan­tin Somow.

Der Tap­fer­keits­or­den wur­de Wla­di­mir Aban­kin, Alex­an­der Awdo­nin, Alex­an­der Wasil­jew, Ser­gej Danilt­schen­ko, Denis Dolon­ski, Michail Dub­kow, Kon­stan­tin Iwa­now, Wik­tor Kus­min, Wla­di­mir Such­i­nit­schew und Niko­lai Filin ver­lie­hen. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­lich­te auch Infor­ma­tio­nen über den Wer­de­gang, die Trup­pen­zu­ge­hö­rig­keit und den Fami­li­en­stand der See­leu­te.

"Sie waren Helden" – Russlands Behörden und die U-Boot-Tragödie

Nach ers­ten Infor­ma­tio­nen haben sie “den Mee­res­grund im Auf­trag der Kriegs­ma­ri­ne an Bord eines Tief­see­fahr­zeugs” erforscht. Trotz der ange­kün­dig­ten Geheim­hal­tung haben die Behör­den die Teil­neh­mer der gehei­men Mis­si­on doch bekannt gege­ben – im Hin­blick auf das zuneh­men­de Wett­ren­nen in der Ark­tis eine Steil­vor­la­ge für Geheim­diens­te inter­es­sier­ter Staa­ten. Im Netz sind leicht Infor­ma­tio­nen dar­über zu fin­den, dass mög­li­cher­wei­se vom glei­chen U-Boot ein Robo­ter an den Nord­pol geschickt wur­de, um dort am Mee­res­grund die rus­si­sche Fah­ne auf­zu­pflan­zen.

Natür­lich war es die Leh­re aus der Kursk-Bla­ma­ge, die die rus­si­schen Behör­den zu die­sem dis­zi­pli­nier­ten und trans­pa­ren­ten Ver­hal­ten getrie­ben hat. Aber es gibt auch einen ande­ren, nicht weni­ger wich­ti­gen Aspekt : Das Land braucht Hel­den. Und zwar aus der heu­ti­gen Zeit. Die Hel­den des Gro­ßen Vater­län­di­schen Krie­ges haben ihre Hel­den­ta­ten vor 75 bis 78 Jah­ren voll­bracht. Die­se Zeit liegt lan­ge zurück. Die heu­ti­gen Genera­tio­nen, auch in den Streit­kräf­ten, brau­chen zeit­ge­nös­si­sche Hel­den. Men­schen von neben­an, die bei ihrer dienst­li­chen Pflicht­er­fül­lung im Aus­nah­me­zu­stand kei­ne Minu­te zögern und auch unter Ein­satz ihres Lebens tun, was getan wer­den muss.

Mehr zum The­ma — Wla­di­mir Putin über ver­un­glück­te See­leu­te : Ein gro­ßer Ver­lust für Russ­land

RT Deutsch


Inlandsgeheimdienst FSB vereitelt IS-Terroranschlag im Südwesten Russlands


Laut Anga­ben der Behör­de han­delt es sich dabei um einen rus­si­schen Staats­bür­ger, teil­te RIA Nowos­ti mit. Er soll Kom­po­nen­ten zur Anfer­ti­gung von selbst­ge­bau­ten Bom­ben erwor­ben sowie in sei­ner Gara­ge ein Labor zur Syn­the­ti­sie­rung von Spreng­stof­fen ein­ge­rich­tet haben. Bei der Durch­su­chung stell­ten die Sicher­heits­kräf­te außer­dem Schuss­waf­fen und Muni­ti­on sicher.

Dem FSB zufol­ge soll sich der Mann zu hoch­ran­gi­gen IS-Kom­man­dan­ten bekannt und ihre Anwei­sun­gen befolgt haben. Wäh­rend der Fest­nah­me leis­te­te er bewaff­ne­ten Wider­stand und wur­de getö­tet. Die Son­der­ein­satz­kräf­te und die Zivil­be­völ­ke­rung kamen dabei nicht zu Scha­den.

Mehr zum The­ma — Drei Mili­tan­te bei Anti-Ter­ror-Ope­ra­ti­on im Dage­stan getö­tet

RT Deutsch


Russlands Luft- und Weltraumkräfte erhalten zwei neueste „Nachtjäger“ Mi-28NM


Die rus­si­schen Luft- und Welt­raum­trup­pen haben zwei neu­es­te Kampf­hub­schrau­ber Mi-28NM „Not­sch­noj Och­ot­nik“ (dt. Nacht­jä­ger) erhal­ten, wie der Chef der Fir­ma „Rus­si­an Heli­cop­ters“ Andrej Bog­in­ski gegen­über dem Sen­der „Swjes­da“ am Sonn­tag mit­teil­te.
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Die Krim, fünf Jahre danach : Reise in die “Neuen Bundesländer” Russlands – Ankunft in Simferopol


von Paul Loewe

Auf die Krim willst du ? Na, pri­ma!” Sta­nis­law, ein alter rus­si­scher Freund von mir, grinst mich an. “Dort fah­re ich seit über zwan­zig Jah­ren hin. Jeden Som­mer. Aber pass auf : Die sind da Jahr­zehn­te zurück ! Kein Wun­der : Da wur­de ja frü­her nie inves­tiert – immer nur raus­ge­holt!” Wir genie­ßen gera­de eine abend­li­che Rund­fahrt auf der Mosk­wa. Lang­sam tuckert das klei­ne Schiff an der Christ-Erlö­ser-Kathe­dra­le vor­über.

Aber es soll doch dort so wun­der­schön sein ! Die ita­lie­ni­sche Land­schaft : die Ber­ge, das Meer, die Schlös­ser, Vil­len und Sana­to­ri­en, der Wein … Sehn­suchts­ort der Dich­ter. Das ist doch das sowje­ti­sche, äh : rus­si­sche Arka­di­en ! Ich schaue etwas ver­dutzt. “Ist es auch. Aber schlech­ter Ser­vice. Kei­ne Kun­den­freund­lich­keit ; nicht so wie bei uns in Mos­kau ! Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis stimmt nicht. Unter uns : Ist in Anta­lya bes­ser ! Und eine ganz ande­re Men­ta­li­tät. Weni­ger pünkt­lich und zuver­läs­sig, die Leu­te. Alles halt zurück­ge­blie­ben!”

Russ­lands “Neue Bun­des­län­der” 

Klin­gelt es bei Ihnen ? Kommt Ihnen da etwas bekannt vor ? – Bin­go ! Genau so spra­chen die West­deut­schen nach dem Mau­er­fall über die Ver­hält­nis­se in der DDR ! Dass der Bei­tritt der Krim zur Rus­si­schen Föde­ra­ti­on vor fünf Jah­ren – im Wes­ten nach wie vor uni­so­no als völ­ker­rechts­wid­ri­ge Anne­xi­on bezeich­net – in Russ­land aus­ge­rech­net “Wie­der­ver­ei­ni­gung” genannt wird, lenkt die Asso­zia­tio­nen in die­sel­be Rich­tung. Soll­te es etwa ana­lo­ge Pro­ble­me in Russ­lands “Neu­em Oblast” plus der Stadt mit dem Son­der­sta­tus, Sevas­to­pol, geben wie bei uns nach dem 3. Okto­ber 1990 ? Immer­hin dürf­te auch der “Auf­bau Süd” einer Regi­on von fast der Grö­ße Bel­gi­ens den rus­si­schen Steu­er­zah­ler eini­ges kos­ten ! Gibt es nun in Russ­land womög­lich auch Pola­ri­sie­run­gen zwi­schen “Nor­disund “Süd­is”? “Bes­sern­or­dis” aus Mos­kau, die den zurück­ge­blie­be­nen “Süd­is” in Sim­fero­pol, Feo­dos­si­ja und Kertsch gedul­dig erklä­ren, wo es jetzt lang­geht ? Folg­te der Anfangs­eu­pho­rie etwa auch hier auf allen Sei­ten ein Kat­zen­jam­mer, als es an die berühm­ten “Mühen der Ebe­ne” ging ? 

Mehr zum The­ma — Ukrai­ne for­dert inter­na­tio­na­len Sta­tus für die Stra­ße von Kertsch

Je mehr ich dar­über nach­den­ke, des­to mehr “Musik” scheint mir in die­sem Ver­gleich drin­zu­ste­cken ! War­um sich die heu­ti­ge Krim nicht mal durch die Bril­le der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung anse­hen ? Noch ein Grund mehr also, hin­zu­fah­ren !

Genau­er : hin­zu­flie­gen. Denn der Land­weg durch die Ukrai­ne wäre reich­lich kom­pli­ziert … (By the way : Schon wie­der eine Ana­lo­gie zu den deut­schen Ver­hält­nis­sen ! Wer als DDR-Oppo­si­tio­nel­ler zu Zei­ten der deut­schen Tei­lung nach West­deutsch­land frei­ge­kauft wur­de und anschlie­ßend mal West­ber­lin besu­chen woll­te, weiß, wovon ich rede.) Vom Mos­kau­er Flug­ha­fen Domo­de­do­wo ist man dage­gen völ­lig pro­blem­los in zwei­ein­halb Stun­den in Sim­fero­pol, der Haupt­stadt der Krim – han­delt es sich doch aus rus­si­scher Per­spek­ti­ve um einen Inlands­flug. Die ukrai­ni­sche Sicht ist aller­dings etwas anders : Wer auf die­se Wei­se Arka­di­en bereist, macht sich für Kiew des ille­ga­len Grenz­über­tritts” schul­dig und kann Schwie­rig­kei­ten – vom Ein­rei­se­ver­bot bis zur Straf­ver­fol­gung – bekom­men, wenn er das nächs­te Mal in die Ukrai­ne ein­rei­sen will. Wer also spä­ter ein­mal Lem­berg, Czer­no­witz, Kiew oder Odes­sa besu­chen möch­te, soll­te etwas auf­pas­sen !

Ham­bur­ger Novem­ber­wet­ter in Arka­di­en 

Das ultra­mo­der­ne Flug­ha­fen­ge­bäu­de in Sim­fero­pol, eine Koope­ra­ti­on von rus­si­schen und süd­ko­rea­ni­schen Archi­tek­ten, wur­de vor einem Jahr eröff­net. Man hat­te mir gesagt, ich kön­ne von dort mit dem Trol­ley­bus direkt ins Stadt­zen­trum fah­ren. Ich ver­las­se die Ein­gangs­hal­le – und : schreck­lichs­tes Ham­bur­ger Novem­ber­wet­ter schlägt mir ent­ge­gen ! Sie­ben Grad kühl ist es hier Mit­te April, der Him­mel mit schwar­zen Wol­ken ver­han­gen, dich­ter Dau­er­nie­sel­re­gen, man kann kaum die Hand vor Augen sehen, so dun­kel ist es. Das also ist das viel­be­sun­ge­ne Arka­di­en, Sehn­suchts­ort von Tau­ri­ern, Grie­chen, Sky­then, Römern, Goten, Hun­nen, Tata­ren, Genue­sen und Vene­zia­nern, Osma­nen, Rus­sen und Nazi­deut­schen ! Ver­dreh­te Welt : In Mos­kau war es zwar etwas küh­ler, aber es herrsch­te wol­ken­lo­ser Him­mel und Son­nen­schein – und hier in Arka­di­en …

Der Trol­ley­bus : ein muse­ums­rei­fes Gefährt, ver­mut­lich aus den Sech­zi­gern, die zer­schlis­se­nen Sit­ze mit den aus­ge­lei­er­ten Sprung­fe­dern alle unbe­greif­li­cher­wei­se völ­lig tief gela­gert, die Stoß­dämp­fer könn­te man ruhig auch mal erneu­ern. Immer­hin, für gan­ze 17 Rubel kommt man inner­halb einer Stun­de bis ins Zen­trum ! Bus­fah­rer und Pas­sa­gie­re, alle deut­lich schlech­ter ange­zo­gen als die Men­schen in Mos­kau, hel­fen dem etwas des­ori­en­tier­ten Deut­schen, der sich hier zunächst wie auf einem frem­den Pla­ne­ten fühlt, sehr freund­lich wei­ter. Drau­ßen, soweit ich bei die­sem Wet­ter etwas erken­nen kann, step­pen­ar­ti­ge Land­schaft und fast über­all Stra­ßen­ar­bei­ten. In der Nähe des zen­tra­len Lenin-Plat­zes muss ich aus­stei­gen, und nach eini­gem Nach­fra­gen fin­de ich den Weg zu mei­nem Hotel. 

Dort ange­kom­men gab es die ers­te Über­ra­schung : Man kann auf der Krim offen­sicht­lich doch mit Kre­dit­kar­te bezah­len ! Und ich hat­te in Erin­ne­rung, die­ses Sys­tem wür­de auf­grund des west­li­chen Sank­ti­ons­re­gimes nicht funk­tio­nie­ren. Mein Zim­mer : in der Tat Sowjet­look pur ! Nur das Aller­nö­tigs­te, dunk­les Mobi­li­ar, abge­wetz­ter Tep­pich, lan­ge alt­mo­di­sche Vor­hän­ge am rie­si­gen Fens­ter. Und das Preis-Leis­tungs-Ver­hält­nis stimmt zumin­dest hier tat­säch­lich nicht ! Dafür ist es aller­dings sau­ber.

Du hät­test das mal frü­her sehen sol­len!” 

Gegen 22:00 Uhr streu­ne ich noch etwas durch das fast men­schen­lee­re Zen­trum Sim­fero­pols. Und muss auf­pas­sen, dass ich in der Dun­kel­heit nicht immer wie­der durch die Stra­ßen­lö­cher, die gro­ßen Abstän­de zwi­schen den Beton­plat­ten auf den Bür­ger­stei­gen oder die hohen Trot­toir­kan­ten ins Stol­pern kom­me. Der Kon­trast zu Mos­kau ist deut­lich : Im Zen­trum der rus­si­schen Haupt­stadt sind mitt­ler­wei­le die meis­ten Stra­ßen und Häu­ser reno­viert, vie­les jetzt auch recht fuß­gän­ger­freund­lich gestal­tet. Hier in der Haupt­stadt der Krim sehen auch die Lebens­mit­tel­ge­schäf­te noch aus wie zu Sowjet­zei­ten. Irgend­wie erin­nert mich alles etwas an Kischin­jow in Mol­da­wi­en oder Tiras­pol in Trans­nis­tri­en.

Am nächs­ten Mor­gen besucht mich Anna. Vor weni­ger als zwei Mona­ten hat­te ich die jun­ge in Sim­fero­pol gebo­re­ne und seit fünf Jah­ren in Deutsch­land ver­hei­ra­te­te Rus­sin im Zug durch Süd­deutsch­land ken­nen­ge­lernt. Etwa zwan­zig Minu­ten lang unter­hiel­ten wir uns ange­regt ; sie erzähl­te mir, woher sie kommt, und ich mein­te, auf die Krim wür­de ich auch ger­ne mal fah­ren, mich aber nicht so recht trau­en … Nun wird sie mir die ers­ten Tage den Ein­stieg hier erleich­tern. Für mor­gen hat sie bereits eine Fahrt mit ihren Eltern ans Meer nach Jew­pa­tori­ja geplant, wo man die Spu­ren der mul­ti­eth­ni­schen Geschich­te der Krim auf engs­tem Raum besich­ti­gen kann, und über­mor­gen steht ein Gespräch mit ihrem Bru­der, der in der Stadt­ver­wal­tung arbei­tet, auf dem Pro­gramm. Zwan­zig Minu­ten Zug­be­kannt­schaft – und nun ist sie mein Schutz­en­gel mit­ten auf der annek­tier­ten, will sagen : wie­der­ver­ei­nig­ten Krim. So etwas bringt nur eine rus­si­sche Frau fer­tig !

Mehr zum The­ma — Ukrai­ni­scher Gene­ral­stabs­chef : Ukrai­ne ver­lor Krim lan­ge vor dem Jahr 2014

Die Häu­ser und Stra­ßen hier sind nicht reno­viert ? Du hät­test das mal frü­her sehen sol­len!” Gemeint sind die Zei­ten, als die Krim noch zur Ukrai­ne gehör­te. “Die Ukrai­ne hat doch jahr­zehn­te­lang kein Geld hier inves­tiert!” Ich möch­te wis­sen, wie die Mit­te der Acht­zi­ger­jah­re im Zen­trum der Krim gebo­re­ne Rus­sin das Ende der Sowjet­uni­on, die Zeit der Ukrai­ne und die Ereig­nis­se seit dem Kie­wer Mai­dan erleb­te. “Dass es die Sowjet­uni­on nicht mehr gab”, erzählt Anna, “merk­te ich, als plötz­lich kei­ne Mul­ti­ki’ (sowje­ti­sche Zei­chen­trick­fil­me, die sich all­sei­ti­ger Beliebt­heit erfreu­ten) im Fern­se­hen mehr lie­fen ! Statt­des­sen Matt­schei­be. In unse­rer Schul­klas­se waren wir fast nur Rus­sen, bis auf ein paar Tata­ren. Auch unse­re Leh­rer waren Rus­sen. Wir erfuh­ren aber so gut wie nichts über rus­si­sche Geschich­te oder gar über die Geschich­te der Krim. Auch rus­si­sche Lite­ra­tur wur­de nur rudi­men­tär und spä­ter nur noch als Fremd­li­te­ra­tur gelehrt. So woll­te es der Kie­wer Lehr­plan, der für die gesam­te Ukrai­ne galt. Wir Rus­sen hier, und wir bil­den hier auf der Krim mehr als zwei Drit­tel der Bevöl­ke­rung, fühl­ten uns kul­tu­rell fremd­be­stimmt !

Natür­lich gab es auch Vor­tei­le im Lehr­pro­gramm, die unse­re Alters­ge­nos­sen in Russ­land wahr­schein­lich nicht hat­ten. So beka­men wir in der Ober­stu­fe (2001−2002) einen Eng­lisch­leh­rer direkt aus den USA. Was kann für Jugend­li­che bes­ser sein als ein Nati­ve Speaker ! Sehr bald aber leg­te er uns ganz selt­sa­me Fra­ge­bö­gen vor, mit Fra­gen wie : ‘Haben Sie Respekt vor Ihrem Prä­si­den­ten ? Kön­nen Sie sich einen Krieg zwi­schen Russ­land, Weiß­russ­land und der Ukrai­ne vor­stel­len?’ Es dau­er­te nicht lan­ge, bis wir ihn ‘Spy’ nann­ten. Soweit ich mich erin­ne­re, hat er uns außer den ver­däch­ti­gen Umfra­gen und Auf­sät­zen kei­ne wei­te­ren Auf­ga­ben gestellt.”

Fort­set­zung folgt

Mehr zum The­ma - “Wie 36 Eif­fel­tür­me”: Die Krim-Brü­cke in Zah­len — Clip zum Jah­res­tag der Eröff­nung

RT Deutsch


OMV soll Anteil an größtem Gasfeld Russlands kaufen


Der öster­rei­chi­sche Öl- und Gas­kon­zern OMV und der rus­si­sche Kon­zern Gaz­prom haben eine Zusam­men­ar­beit im Bereich Flüs­sig­gas (LNG) ver­ein­bart. Gaz­prom soll OMV im Jahr 2020 über das LNG-Ter­mi­nal in Rot­ter­dam mit 1,2 Mil­li­ar­den Kubik­me­tern LNG belie­fern.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Russlands Botschafter in der EU zur angeblichen Wahleinmischung : “Lange gesucht und nichts gefunden”


Der Chef-Redak­teur von RT Deutsch, Ivan Rodi­o­nov, frag­te am 7. Juni in Sankt Peters­burg Russ­lands Bot­schaf­ter in der EU, Wla­di­mir Tschi­schow, allem vor­an nach dem Ergeb­nis der Wahl zum Euro­päi­schen Par­la­ment. Das Resul­tat des EU-wei­ten Urnen­gangs erstaun­te den rus­si­schen Diplo­ma­ten nicht. Es habe kei­ne gro­ßen Über­ra­schun­gen gege­ben.

Der Erfolg der Euro­skep­ti­ker war erwar­tet. Vie­le erwar­te­ten dabei, dass er noch gewich­ti­ger aus­fal­len wür­de und dass die Ange­hö­ri­gen im rech­ten Lager des poli­ti­schen Spek­trums ihre Posi­tio­nen stär­ken wür­den. Im Gro­ßen und Gan­zen ver­lief alles genau so, wie es vie­le ange­nom­men hat­ten”, erklär­te Wla­di­mir Tschi­schow.

Nun müss­te das “Tan­dem zwei­er euro­päi­scher Main­stream-Par­tei­en”, der Euro­päi­schen Volks­par­tei und der Pro­gres­si­ven Alli­anz der Sozi­al­de­mo­kra­ten, noch mit jeman­dem koalie­ren, um Beschlüs­se zu tref­fen und Geset­ze zu ver­ab­schie­den. Die Euro­skep­ti­kern kämen da kaum in Fra­ge, so der rus­si­sche Diplo­mat.

Mehr zum The­ma — Ja, wo lau­fen sie denn ? Kei­ne Spur von rus­si­scher Ein­mi­schung bei EU-Wahl

Eine ande­re Fra­ge, die ins Gespräch kam, war die ver­meint­li­che Ein­mi­schung der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on in die EU-Wahl. Wla­di­mir Tschi­schow zitier­te in die­sem Zusam­men­hang ein bekann­tes chi­ne­si­sches Sprich­wort :

Es ist sehr schwer, eine schwar­ze Kat­ze in einem dunk­len Zim­mer zu fin­den, ins­be­son­de­re wenn sie nicht ein­mal da ist.”

Mehr zum The­ma — Räu­ber­pis­to­len aus Brüs­sel : Die ewi­ge rus­si­sche Des­in­for­ma­ti­on

RT Deutsch


Um die Islamische Republik Iran loszuwerden” — USA suchen Unterstützung Russlands


Ein US-Ver­tre­ter teil­te Reu­ters mit, die Regie­rung Washing­tons sei der Ansicht, dass Russ­land zugäng­li­cher als in der Ver­gan­gen­heit für die Sor­gen der USA über den Ein­fluss des Iran sei. Bei einer Kon­fe­renz von Sicher­heits­ver­tre­tern in Isra­el wer­de man ent­spre­chend auf Russ­land zuge­hen. Es hand­le sich um eine “unvor­her­ge­se­he­ne diplo­ma­ti­sche Gele­gen­heit”. Das Ziel der Gesprä­che sei es “zu sehen, wie man zusam­men­ar­bei­ten kann, um den Haupt­ag­gres­sor im Nahen Osten, die Isla­mi­sche Repu­blik Iran, los­zu­wer­den”:

Wir hof­fen, gemein­sam mit den Israe­lis dar­auf hin­wei­sen zu kön­nen, dass wir kei­ne posi­ti­ve Rol­le für die Ira­ner sehen – und das wür­de sich über Syri­en, den Liba­non, den Irak und den Jemen hin­aus erstre­cken – sowie ande­re Orte, in denen sie aktiv sind. Und wenn die Rus­sen das erken­nen, dann den­ke ich, wer­den wir mit dem Ergeb­nis sehr zufrie­den sein.

Vom Wei­ßen Haus hieß es ver­gan­ge­ne Woche, dass US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton sich dies­be­züg­lich mit sei­nen israe­li­schen und rus­si­schen Amts­kol­le­gen tref­fen wer­de. Der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row mach­te ver­gan­ge­nen Monat erneut deut­lich, dass die For­de­rung der Ver­ei­nig­ten Staa­ten nach Ein­däm­mung des ira­ni­schen Ein­flus­ses in Syri­en und im Nahen Osten “unrea­lis­tisch” sei. Zwi­schen der US-Regie­rung Donald Trumps und der israe­li­schen Regie­rung besteht der Kon­sens, dass der Iran der welt­weit füh­ren­de Ter­ror­spon­sor sei und im Jemen einen Stell­ver­tre­ter­krieg füh­re. Außer­dem ver­su­che der Iran, die “Isla­mi­sche Revo­lu­ti­on” zu expor­tie­ren.

Die chi­ne­si­sche Regie­rung zeigt sich ange­sichts der wach­sen­den Span­nun­gen zwi­schen Washing­ton und Tehe­ran besorgt. Der chi­ne­si­sche Prä­si­dent Xi Jin­ping ver­wies auf die Wich­tig­keit, das inter­na­tio­na­le Nukle­arab­kom­men mit dem Iran für den regio­na­len Frie­den und die Sta­bi­li­tät in der Regi­on zu erhal­ten.

Im Mai 2018 hat­ten die USA ihren Aus­tritt aus dem “Joint Com­pre­hen­si­ve Plan of Action” (JCPOA) erklärt. Der “maxi­ma­le Druck” der USA auf den Iran und die Sank­tio­nen haben laut Xi Jin­ping zu den enor­men Span­nun­gen geführt. Chi­na setzt ange­sichts der Sank­tio­nen gegen den Iran und des Han­dels­kriegs zwi­schen Peking und Washing­ton auf eine Ver­tie­fung der Han­dels­be­zie­hun­gen mit Russ­land.

RT Deutsch