Russlands Verteidigungsminister warnt Deutschland


Der rus­si­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ser­gej Schoi­gu hat sei­ne deut­sche Amts­kol­le­gin Ursu­la von der Ley­en aus­drück­lich davor gewarnt, Russ­land aus einer Posi­ti­on der Stär­ke zu behan­deln. Russ­land wer­de einen sol­chen Umgang nicht dul­den, sag­te Schoi­gu und erin­ner­te dabei an den Aus­gang des Zwei­ten Welt­krie­ges.
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Russlands Sondervertreter für Syrien : “Die Amerikaner haben sich selbst in eine Sackgasse getrieben”


Der rus­si­sche Unter­händ­ler bewer­te­te die Ergeb­nis­se der 10. Gesprächs­run­de als sehr posi­tiv. Dem­nach wur­de das Ziel des Tref­fens erreicht. Alex­an­der Lawrent­jew bemerk­te ein gro­ßes Enga­ge­ment von­sei­ten fast aller Betei­lig­ten, nach einem annehm­ba­ren Sze­na­rio der Kon­flikt­lö­sung zu suchen. Dem Son­der­ver­tre­ter des rus­si­schen Prä­si­den­ten für Syri­en zufol­ge habe sich inzwi­schen die Hal­tung der Oppo­si­ti­on geän­dert. Sie betrach­te jetzt die Sach­la­ge von einem rea­lis­ti­sche­ren Gesichts­punkt aus.

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Der Diplo­mat beton­te, dass der Kampf gegen die rest­li­chen IS-Grup­pie­run­gen in Syri­en sowie die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät des Lan­des nach wie vor obers­te Prio­ri­tät sei­en. 

Wir sind gekom­men, um der syri­schen Regie­rung zu hel­fen, den Ter­ro­ris­mus zu bekämp­fen. Denn die­ses Pro­blem nahm ein unvor­stell­bar bedroh­li­ches Aus­maß an. Der Ter­ro­ris­mus bedroh­te ja nicht nur Syri­en selbst, sei­ne Sou­ve­rä­ni­tät, Unab­hän­gig­keit und ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät, son­dern auch die Nach­barn Syri­ens, die Regi­on und die gan­ze Welt. Hin­ter jenen Atten­ta­ten, die in Deutsch­land und Frank­reich ver­übt wur­den, steck­ten unter ande­rem Men­schen, die aus Syri­en ange­reist waren”, erklär­te Alex­an­der Lawrent­jew.

Der rus­si­sche Unter­händ­ler beton­te gleich­zei­tig die Not­wen­dig­keit, Bedin­gun­gen für die Rück­kehr von Flücht­lin­gen zu schaf­fen. Das kön­ne man aller­dings nur mit ver­ein­ten Kräf­ten tun. Je mehr Zeit ver­lau­fe, des­to schwie­ri­ger sei es, die­ses Pro­blem zu lösen. Huma­ni­tä­re Ein­sät­ze und Hilfs­lie­fe­run­gen soll­ten zuneh­men und eine neue Qua­li­tät errei­chen, um zum Wie­der­auf­bau des Lan­des bei­zu­tra­gen. Denn eben das bräuch­ten Flücht­lin­ge, um in ihren Hei­mat­or­ten nor­mal leben zu kön­nen.

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In Bezug auf die For­de­run­gen Isra­els und der USA, wonach sich der Iran aus Syri­en zurück­zie­hen sol­le, sag­te der Son­der­ver­tre­ter des rus­si­schen Prä­si­den­ten, dass dies nicht zu Russ­lands Kom­pe­ten­zen gehö­re. 

Die ira­ni­schen Mili­tär­be­ra­ter sind nach Syri­en gekom­men, um der legi­ti­men Regie­rung bei der Ter­ror­be­kämp­fung zu hel­fen. Sie befin­den sich dort also abso­lut legi­tim. Wir kön­nen ihnen gar nicht sagen, dass sie sich zurück­zie­hen oder blei­ben sol­len. Die­ses Vor­recht hat aus­schließ­lich der amtie­ren­de legi­ti­me Prä­si­dent Baschar al-Assad. Nur er kann dar­über ent­schei­den, ob er ihre Auf­ga­ben als erfüllt ansieht, ob noch irgend­wel­che Ein­hei­ten im Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus not­wen­dig sind oder ob Syri­ens Armee schon ihr Poten­zi­al wie­der­her­ge­stellt hat und stark genug ist, um ihre Akti­vi­tä­ten ohne Unter­stüt­zung ihrer Ver­bün­de­ten fort­zu­set­zen”, gab Alex­an­der Lawrent­jew bekannt.

RT Deutsch


Das ZDF fragt : “Supermächte — Russlands Rückkehr?” — Dabei ist Russland längst da !


In einer drei­tei­li­gen Serie hat sich das ZDF mit Super­mäch­ten beschäf­tigt. Nach­dem im ers­ten Teil Ängs­te über Chi­na und im zwei­ten Teil die neue US- Paro­le “Ame­ri­ca First” the­ma­ti­siert wur­den, war im drit­ten Teil Russ­land an der Rei­he. “Russ­lands Rück­kehr?” frag­te der Titel. Lei­der erhiel­ten die Zuschau­er als Ant­wor­ten nur alte Feind­bil­der.
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Nazi-Plan Ost“ – Politiker zu Idee lettischer Abgeordneter über Aufteilung Russlands


Die Erklä­rung des Abge­ord­ne­ten des let­ti­schen Par­la­ments Alek­san­drs Kiršteins über die Not­wen­dig­keit, Russ­land auf­zu­tei­len, wie­der­holt im Ein­zel­nen den Nazi-Plan Ost. Das erklär­te der let­ti­sche Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Miros­lavs Mitro­fa­novs gegen­über Sput­nik.
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Russlands Goldreserven nähern sich Rekord aus Stalinzeit und verringern Abhängigkeit vom US-Dollar


Eini­ge Län­der der Welt wol­len so wenig wie nur mög­lich von der US-Poli­tik abhän­gig sein. Sie wer­fen ihre US-Dol­lars in den Han­del und sto­ßen US-ame­ri­ka­ni­sche Ver­mö­gens­wer­te als Reser­ven ab. Russ­lands Gold­käu­fe nah­men wäh­rend des US-Prä­si­dent­schafts­wahl­kamps zu und hör­ten trotz des Wahl­sie­ges von Donald Trump nicht auf zu wach­sen, obwohl er ein bes­se­rer Kan­di­dat für den Kreml zu sein schien”, sag­te Anton Makhnovs­ky, CEO vom Finanz­in­sti­tut ICBF gegen­über RT. Der Ana­lyst glaubt, dass Russ­land sei­ne Reser­ven wei­ter erhö­hen wird.

Der Gold­be­stand von 2.000 Ton­nen nähert sich nun dem sowje­ti­schen Rekord­stand von 2.800 Ton­nen aus dem Jahr 1941. In den letz­ten zehn Jah­ren hat sich der Anteil von Gold in den Reser­ven des Kremls ver­zehn­facht. Russ­land redu­zier­te sei­nen Bestand an US-Bun­des­an­lei­hen in Höhe von 96,1 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im März auf nur noch 14,9 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Mai. Die rus­si­schen Edel­me­tall­re­ser­ven, gela­gert in Mos­kau, wer­den auf 460 Mil­li­ar­den US-Dol­lar geschätzt, wobei die Zen­tral­bank die­se Sum­me mit­tel­fris­tig auf 500 Mil­li­ar­den Dol­lar erhö­hen will.

Der Wirt­schafts­ana­lyst Wla­di­mir Rojan­kow­ski vom Inter­na­tio­na­len Finanz­zen­trum in Mos­kau warn­te ver­gan­ge­ne Woche, dass die rus­si­sche Zen­tral­bank aber nicht zu abhän­gig von Gold wer­den soll­te.

Im Fal­le eines welt­wei­ten Rück­gangs des Inter­es­ses gro­ßer Staats­an­le­ger an US-Staats­an­lei­hen erwar­te ich ein Anstei­gen der Spe­ku­la­tio­nen mit Edel­me­tal­len, um deren Markt­be­wer­tung künst­lich zu sen­ken”, kom­men­tier­te der rus­si­sche Finanz­ex­per­te gegen­über RT.

Schan­na Kula­ko­wa, Finanz­be­ra­te­rin bei Tele­Tra­de, ver­mu­tet, dass die rus­si­sche Zen­tral­bank das Geld aus dem Ver­kauf der US-Anlei­hen in chi­ne­si­sche Anlei­hen und Gold reinves­tie­ren könn­te.

Gold ist ein Sach­wert, der unter kei­nen Umstän­den voll­stän­dig abge­schrie­ben wer­den kann. In Zei­ten glo­ba­ler finan­zi­el­ler oder poli­ti­scher Kri­sen wird Gold viel nütz­li­cher sein als Wert­pa­pie­re oder Bar­geld”,

unter­strich Kula­ko­wa. Mit Bezug auf Rojan­kow­skis Aus­sa­gen merk­te sie an, dass aber selbst­ver­ständ­lich auch Gold für Preis­schwan­kun­gen anfäl­lig sei.

RT Deutsch


Putin : Durch wachsenden Einfluss der Entwicklungsländer steigt Russlands BRICS-Handel um 30 Prozent


Der zehn­te jähr­li­che BRICS-Gip­fel fand vom 25. bis zum 27. Juli im süd­afri­ka­ni­schen Johan­nes­burg statt, wo die Regie­rungs­chefs der fünf Mit­glieds­staa­ten (Bra­si­li­en, Russ­land, Indi­en, Chi­na und Süd­afri­ka) zusam­men­ka­men, um die Zusam­men­ar­beit ihrer Län­der in poli­ti­schen und sozio­öko­no­mi­schen Ange­le­gen­hei­ten zu dis­ku­tie­ren.

Die Stär­kung der Han­dels- und Inves­ti­ti­ons­be­zie­hun­gen mit den BRICS-Part­nern ist eine der wich­tigs­ten Prio­ri­tä­ten für Russ­land. Bis Ende 2017 wuchs unser Han­del mit den ande­ren Mit­glie­dern des Ver­ban­des um fast 30 Pro­zent auf über 102 Mil­li­ar­den US-Dol­lar und wir sind ent­schlos­sen, unser Mög­lichs­tes zu tun, um den Han­del inner­halb der BRICS wei­ter zu stei­gern”, beton­te Putin am Don­ners­tag.

Der rus­si­sche Prä­si­dent füg­te hin­zu, dass die BRICS-New-Deve­lop­ment-Bank­fi­lia­len in allen Mit­glieds­län­dern des Blocks eröff­nen soll­te.

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Ich unter­stüt­ze die Idee, regio­na­le Büros der Bank zu eröff­nen. Dies­be­züg­li­che Gesprä­che wer­den bereits mit Bra­si­li­en geführt. Wir erwar­ten, dass, sobald sie abge­schlos­sen sind, die Gesprä­che über die Eröff­nung eines Büros in Russ­land begin­nen”, sag­te der rus­si­sche Prä­si­dent.

Die BRICS-Län­der grün­de­ten die New-Deve­lop­ment-Bank im Juli 2014. Ziel der Bank mit Sitz in Shang­hai ist es, Infra­struk­tur­pro­jek­te in Schwel­len­län­dern für eine nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung zu finan­zie­ren.

Das Kapi­tal der Bank beträgt bis zu 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar und es heißt, dass alle Mit­glie­der der Ver­ein­ten Natio­nen ihr bei­tre­ten könn­ten. Aller­dings kön­nen die BRICS-Staa­ten nie weni­ger als 55 Pro­zent der Stimm­rech­te der Bank besit­zen.

Russ­land hofft, dass die BRICS-Staa­ten die rus­si­sche Bewer­bung für die Expo 2025 in Jeka­te­r­in­burg unter­stüt­zen wer­den, füg­te Putin hin­zu.

Russ­land bewirbt sich um die Expo 2025 in der rus­si­schen Stadt Jeka­te­r­in­burg, es gibt kei­ne bra­si­lia­ni­schen, indi­schen, chi­ne­si­schen oder süd­afri­ka­ni­schen Städ­te unter unse­ren Kon­kur­ren­ten. Lie­be Freun­de, wir hof­fen wirk­lich auf die Unter­stüt­zung der BRICS-Län­der”, sag­te Putin auf dem Tref­fen der BRICS-Ober­häup­ter.

Zusam­men machen die BRICS-Län­der 26,46 Pro­zent der Welt­land­flä­che und 42,58 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung aus. Nach Schät­zun­gen des IWF erwirt­schaf­te­ten die BRICS-Mit­glied­staa­ten im Jahr 2015 fast ein Vier­tel des Welt-BIP und mach­ten in den letz­ten zehn Jah­ren mehr als die Hälf­te des Welt­wirt­schafts­wachs­tums aus.

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RT Deutsch


NATO-Spionage : Razzien bei Russlands Raumfahrtorganisation “Roskosmos” — Verdacht auf Hochverrat


Am ver­gan­ge­nen Frei­tag, dem 20. Juli, fand im Zen­tra­len For­schungs­in­sti­tut für Maschi­nen­bau (ZNI­I­Masch) eine groß ange­leg­te Durch­su­chung statt. Die Raz­zia erfolg­te im Zusam­men­hang mit Ermitt­lun­gen in einem Spio­na­ge-Fall. Wie die Zei­tung Kom­mer­s­ant berich­te­te, soll der rus­si­sche Inlands­ge­heim­dienst FSB einen Mit­ar­bei­ter des For­schungs­in­sti­tuts bezich­tigt haben, streng­ge­hei­me Infor­ma­tio­nen über moderns­te rus­si­sche Hyper­schall­tech­no­lo­gi­en an ein NATO-Staat über­reicht zu haben.

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Wegen des Hoch­ver­rats wur­de der 74-jäh­ri­ge For­scher Wik­tor Kudrjaw­zew ange­klagt. Nach Anga­ben von Kom­mer­s­ant geht der Fall auf das Jahr 2013 zurück. Der Skan­dal kos­te­te bereits den Direk­tor des For­schungs- und Ana­ly­se­zen­trums der Raum­fahrt­or­ga­ni­sa­ti­on, Dmi­tri Pais­son, sein Amt. Er trat zurück, nach­dem sein Büro durch­sucht wor­den war. Im Straf­ver­fah­ren gegen Wik­tor Kudrjaw­zew muss Dmi­tri Pais­son als Zeu­ge auf­tre­ten.

Seit die­sem Mon­tag läuft im ZNI­I­Masch eine inter­ne Über­prü­fung. Nach Anga­ben von “Roskos­mos” gilt die Inspek­ti­on der Sicher­heit und der Geheim­hal­tung im Betrieb. Ihr Ergeb­nis soll in einer Woche dem Behör­den­chef Dmi­tri Rogosin vor­ge­legt wer­den.

Ein wei­te­rer Skan­dal brach in der For­schungs- und Pro­duk­ti­ons­ver­ei­ni­gung S. A. Lawot­sch­kin aus. Der Gene­ral­di­rek­tor des Unter­neh­mens, Ser­gei Leme­schew­ski, und die Lei­te­rin der Rechts­ab­tei­lung, Jeka­te­ri­na Awer­ja­no­wa, wur­den des Betru­ges ver­däch­tigt und fest­ge­nom­men. Ihre Büros und Woh­nun­gen wur­den durch­sucht. Die rus­si­sche Staats­an­walt­schaft lei­te­te auch eine Ermitt­lung gegen den Lei­ter Igor Tret­ja­kow der Anwalts­kanz­lei “Tret­ja­kow und Part­ner” ein. Da er floh, schrieb ihn die Staats­an­walt­schaft zur russ­land­wei­ten Fahn­dung aus. Die Ver­däch­ti­gen sol­len durch unbe­grün­de­te Prä­mi­en an die Anwalts­kanz­lei 332,5 Mil­lio­nen Rubel oder umge­rech­net 4,5 Mil­lio­nen Euro ver­un­treut haben. Ser­gei Leme­schew­ski legt sein Amt zum 2. August nie­der. Ihm dro­hen bis zu zehn Jah­ren Haft.

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Zuvor hat­te der “Roskosmos”-Chef Dmi­tri Rogosin den Rech­nungs­hof gebe­ten, alle in der Welt­raum­bran­che täti­gen Unter­he­men zu über­prü­fen. Der Poli­ti­ker hat­te das Amt am 24. Mai erneut ange­tre­ten. Kurz danach kün­dig­te er an, ein­zel­ne Lei­ter der Staats­be­trie­be aus­wech­seln zu wol­len. (RIA Nowosti/Kommersant)

RT Deutsch


Russlands „Eisen-Zone“ Lipezk : „Deutsche Wirtschaft sollte investieren“


Die Rating-Agen­tur „Expert RA“ unter­stützt die rus­si­sche Son­der­wirt­schafts­zo­ne Lipezk. Die 400 Kilo­me­ter süd­lich von Mos­kau gele­ge­ne Regi­on ist für Russ­lands Metall­in­dus­trie und Maschi­nen­bau bedeu­tend. „Die Deut­sche Bank arbei­tet mit uns zusam­men“, sagt ein Fir­men­spre­cher gegen­über Sput­nik. Er nennt Grün­de, war­um deut­sche Fir­men inves­tie­ren.
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So viele Drohnen hat Russlands Armee – Generalstab


Gene­ral­ma­jor Alex­an­der Nowi­kow, der beim rus­si­schen Gene­ral­stab die Ver­wal­tung für die Schaf­fung und Ent­wick­lung des Sys­tems für den Ein­satz unbe­mann­ter Flug­ge­rä­te lei­tet, hat gegen­über der Mili­tär­zei­tung „Kras­na­ja Swes­da“ mit­ge­teilt, wie vie­le Droh­nen in der rus­si­schen Armee ein­ge­setzt wer­den.
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Der Spiegel und Chodorkowski spekulieren über Russlands Zukunft “nach Putin”


von Wla­dis­law San­kin

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he “Welt­un­ord­nung” der Kör­ber-Stif­tung in Zusam­men­ar­beit mit dem Spie­gel sieht Podi­ums­dis­kus­sio­nen mit hoch­ka­rä­ti­gen Exper­ten vor einem inter­es­sier­ten Publi­kum vor. Die Sit­zun­gen fin­den im Her­zen des vor­nehms­ten Vier­tels in der Ham­bur­ger Spei­cher­stadt statt und wer­den live über­tra­gen.

Die­se Woche war der in Lon­don ansäs­si­ge rus­si­sche Emi­grant Michail Cho­dor­kow­ski an der Rei­he, er soll­te in Ham­burg sei­ne Sicht auf Russ­land und sei­nen Prä­si­den­ten mit­tei­len. In der Vor­mo­de­ra­ti­on hieß es, er sei sei­ner­zeit “womög­lich der reichs­te Mann Russ­lands” und spä­ter der “pro­mi­nen­tes­te rus­si­sche Lager­in­sas­se” gewe­sen. Er habe Russ­land zu sei­ner Zeit wesent­lich mit­ge­prägt.

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Was die Gast­ge­ber aus­ge­las­sen haben, ist der Fakt, dass gegen ihn auch jetzt noch in Russ­land wegen der mut­maß­li­chen Ein­fä­de­lung eines Auf­trag­mor­des ermit­telt wird und dass sei­ne Per­son in der Hei­mat höchst umstrit­ten ist. Letz­te­ren Umstand räum­ten die Ver­an­stal­ter jedoch indi­rekt ein, indem sie im Gruß­wort sag­ten, dass die Rus­sen sich an die Zeit der 1990er-Jah­re – den Zer­fall der Sowjet­uni­on und die Anfangs­jah­re des neu­en Russ­lands als Zei­ten der Armut und des Cha­os – mit Schre­cken erin­nern.

Die­se Zeit ver­kör­pert Michail Cho­dor­kow­ski wie kein ande­rer, denn genau damals hat er sein sagen­haf­tes Ver­mö­gen von geschätz­ten 20 Mil­li­ar­den Dol­lar gemacht und poli­ti­sche Ambi­tio­nen gehegt. Es ist aber frag­lich, ob die­ser Wider­spruch jeman­dem auf­ge­fal­len ist. Cho­dor­kow­ski wur­de mit allen Ehren emp­fan­gen, sei­ne lei­se und bedäch­tig vor­ge­tra­ge­nen Aus­sa­gen belohn­te das Publi­kum mehr­mals mit Applaus. Danach stand er fast noch eine Stun­de in einer Men­schen­trau­be, und die Zuhö­rer hin­gen ihm wei­ter­hin an den Lip­pen. Cho­dor­kow­ski, der mit sei­nem ver­blie­be­nen Ver­mö­gen von geschätz­ten 500 Mil­lio­nen Dol­lar (2016) die poli­ti­sche Stif­tung “Offe­nes Russ­land” betreibt, ist im Wes­ten so etwas wie ein Polit­gu­ru.

Der Spiegel und Chodorkowski spekulieren über Russlands Zukunft "nach Putin"
Michail Cho­dor­kow­ski

Und es ist klar, war­um. Wäh­rend der ers­ten Amts­zeit von Wla­di­mir Putin unter­stütz­te Cho­dor­kow­ski meh­re­re Oppo­si­ti­ons­par­tei­en, kauf­te sich in die Medi­en ein und bau­te sei­nen Ein­fluss in den Regio­nen aus. Er plan­te auch den Ver­kauf von bis zu 40 Pro­zent sei­nes Ölun­ter­neh­mens an die US-ame­ri­ka­ni­sche Öl-Rie­sen Exxon Mobi­le und Che­vrron. Die Deal soll­te 15 Mil­lio­nen Dol­lar umfas­sen. Ihm wer­den auch Gesprä­che mit dama­li­gen US-Ame­ri­ka­ni­schen Ver­tre­tern wie Con­do­leez­za Rice nach­ge­sagt, wonach er im Fal­le einer Macht­über­nah­me der von ihm unter­stütz­ten Kräf­te in Russ­land eine “Ent­nu­kle­a­ri­sie­rung” Russ­lands geplant habe. Für die­se Maß­nah­me hät­ten die Rus­sen 160 Mil­li­ar­den Dol­lar bekom­men sol­len.

Cho­dor­kow­ski bestritt spä­ter, sol­che Plä­ne gehegt zu haben. Unbe­strit­ten ist jedoch, dass er im Jahr 2003 der poli­tisch aktivs­te Ver­tre­ter von Kom­p­ra­do­ren­eli­ten war und zusam­men mit ande­ren Olig­ar­chen die Rück­kehr Russ­lands zu einer Repu­blik mit einer schwa­chen Prä­si­di­al­macht plan­te. Der im Jahr 2002 gegrün­de­te Rat für natio­na­le Stra­te­gie nann­te die­se Pro­zes­se in einer Denk­schrift im Früh­ling 2003 “Oli­gar­gi­scher Umsturz”. Wla­di­mir Putin, der Kurs auf natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät nahm, sah im umtrie­bi­gen und klu­gen Mil­li­ar­där eine unmit­tel­ba­re Gefahr für sich und das poli­ti­sche Sys­tem, das er in Russ­land errich­te­te. Einer der bei­den muss­te wei­chen.

Damit ste­hen Putin und Cho­dor­kow­ski schon seit zwei Jahr­zehn­ten sinn­bild­lich für zwei ver­schie­de­ne Model­le der rus­si­schen Ent­wick­lung – eines des Aus­ver­kaufs an den Wes­ten und eines der Eigen­stän­dig­keit und Sou­ve­rä­ni­tät. Cho­dor­kow­ski als einen unvor­ein­ge­nom­me­nen Ana­lys­ten dar­zu­stel­len, käme in die­sem Zusam­men­hang fast einer Täu­schung gleich. Außer­dem ist die Cau­sa Cho­dor­kow­ski eine durch­aus deut­sche Ange­le­gen­heit. Es waren die Deut­schen um den Ex-Außen­mi­nis­ter Hans-Diet­rich Gen­scher, die sich für sei­ne Frei­las­sung ein­setz­ten. Sei­ne ers­te Pres­se­kon­fe­renz nach der Frei­las­sung fand im Deut­schen Mau­er­mu­se­um statt. Der Hype um sei­ne Per­son im Wes­ten ist enorm.

Der Spiegel und Chodorkowski spekulieren über Russlands Zukunft "nach Putin"

Russ­land, des­sen Boden der 54-Jäh­ri­ge bereits seit 15 Jah­ren in Frei­heit nicht mehr betre­ten hat, ist für ihn ein Land, des­sen Bevöl­ke­rung am Stock­holm-Syn­drom lei­det. Im Land wer­de alles von einem tie­fen Staat gelei­tet, der haupt­säch­lich aus Geheim­diens­ten bestehe und wie ein Kri­mi­nel­ler han­de­le. Putin inter­es­sie­re sich nicht für die Leu­te und wer­de nach sei­nem Abgang einen rui­nier­ten Haus­halt hin­ter­las­sen.

Ich hof­fe, ich wer­de in die­sem Moment zu alt dafür sein, sei­ne Hin­ter­las­sen­schaft aus­mis­ten zu müs­sen”, koket­tier­te Cho­dor­kow­ski.

Und wahr­schein­lich, um im Fal­le des Fal­les weni­ger “aus­mis­ten” zu müs­sen, mach­te der Ex-Ölma­gnat dem Wes­ten jede Men­ge Vor­schlä­ge. So warn­te er die Deut­schen vor dem Pro­jekt Nord Stream 2, das der deut­schen Wirt­schaft durch einen Preis­vor­teil 17 Mil­li­ar­den Euro jähr­lich sichern, aber auf der ande­ren Sei­te durch den Zer­fall der EU, den Deutsch­land mit Nord Stream 2 ris­kie­re, wegen des Weg­falls von Absatz­märk­ten Hun­der­te Mil­li­ar­den Euro kos­ten könn­te. Und man dür­fe nicht ver­ges­sen, dass 50 oder gar 70 Cent von jedem Euro, den die Deut­schen für Gas bezah­len, “in die Taschen des Kremls” flös­sen.

Der Wes­ten geht bei Putin von der feh­ler­haf­ten Grund­an­nah­me Putins aus, er sei ein Staats­len­ker wie jeder ande­re. Aber er ist auto­ri­tär. Er stammt aus den Geheim­diens­ten, die über eine kri­mi­nel­le Men­ta­li­tät ver­fü­gen. Mit einer ‘Win-Win’-Situation kann er nichts anfan­gen. Er berei­tet Ihnen ein künst­li­ches Pro­blem, indem er ihnen etwas weg­nimmt, und danach redet er mit Ihnen”, ana­ly­sier­te Michail Cho­dor­kow­ski.

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Er ist nicht der ein­zi­ge Urhe­ber die­ser Putin-Theo­rie. Der west­li­che Medi­en­main­stream arbei­tet bald schon seit zwei Jahr­zehn­ten an die­sem Image. Die Angst vor Putin oder genau­er gesagt, die Angst davor, falsch ihm gegen­über auf­zu­tre­ten, sitzt tief. Bezeich­nend war die Fra­ge der Spie­gel-Frau Brit­ta Sand­berg an Cho­dor­kow­ski, ob Kanz­le­rin Mer­kel gut bera­ten wäre, zum WM-Fina­le nach Mos­kau zu fah­ren, und was für ein Signal es wäre, wenn sie füh­re. Der Atem der Zuhö­rer schien wäh­rend sei­ner Ant­wort beson­ders lan­ge ange­hal­ten zu sein.

Der letz­te Rat­schlag an den Wes­ten, den Cho­dor­kow­ski sei­nen Zuhö­rern an die­sem Abend gab, war, in Bezug auf Russ­land nicht in einer “Beob­ach­ter­rol­le zu ver­har­ren” und aktiv mit “Regio­nen, regio­na­len Eli­ten und der Zivil­ge­sell­schaft” zu arbei­ten.

Nicht alles, was Michail Cho­dor­kow­ski wäh­rend sei­nes Ham­bur­ger Abends gesagt hat, war poli­ti­sche Pro­pa­gan­da, es gab auch inter­es­san­te Anmer­kun­gen, bei­spiels­wei­se zum Gene­ra­ti­ons­wech­sel, der laut ihm in Russ­land unab­hän­gig von der Poli­tik statt­fin­det. Aber dem Anspruch, eine Exper­ti­se zur “Neu­en Welt­un­ord­nung” zu lie­fern, wur­de die Ver­an­stal­tung nicht gerecht, denn beim tra­di­tio­nel­len Fokus auf des Wes­tens “liebs­ten Feind”, den im März wie­der­ge­wähl­ten rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin, fehl­te es wie­der am Kon­text in dem der abwe­sen­de Prot­ago­nist Putin agiert. Damit war es wie­der eine Ein-Mann-Show, die in einem Vaku­um aus wohl­wol­len­den, selbst­lo­sen und von den eige­nen Wer­ten über­zeug­ten west­li­chen Akteu­ren abge­lie­fert wur­de.

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RT Deutsch