Schnelle Verdauung – schnellere Heimreise : Kreuzfahrtschiff muss nach Norovirus-Ausbruch umkehren


Die Fahr­gäs­te kämpf­ten mit Erbre­chen und Durch­fall. Die betrof­fe­nen Pas­sa­gie­re und Besat­zungs­mit­glie­der wur­den mit Medi­ka­men­ten behan­delt. Das Per­so­nal ver­such­te, alle mög­li­chen Vor­keh­run­gen zu tref­fen, um die Aus­brei­tung der Krank­heit zu ver­hin­dern, indem es alle Geträn­ke und Spei­sen selbst ser­vier­te, damit die Viren nicht auf das Geschirr gelang­ten. Da die Oasis of the Seas als Qua­ran­tä­ne­schiff dekla­riert wur­de, hat es Jamai­kas Regie­rung den Fahr­gäs­ten ver­bo­ten, in Fal­mouth von Bord zu gehen, wo die Pas­sa­gie­re eini­ge Exkur­sio­nen gebucht hat­ten. Ein Spre­cher des Unter­neh­mens Roy­al Carib­be­an sag­te schließ­lich : “Wir glau­ben, dass es das Rich­ti­ge ist, alle Men­schen früh nach Hau­se zu brin­gen, anstatt Gäs­te, die um ihre Gesund­heit besorgt sind, an Bord zu haben.”

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Asyl-Landesamt in Bayern : Schnellere Abschiebungen als Hautaufgabe


Beglei­tet von laut­star­ken Pro­tes­ten wur­de heu­te in Man­ching bei Ingol­stadt das baye­ri­sche Lan­des­amt für Asyl und Rück­füh­run­gen gegrün­det. Damit sol­len zen­tral für den Frei­staat Pass­be­schaf­fung, Rück­füh­rung und För­de­rung der frei­wil­li­gen Aus­rei­se sowie Maß­nah­men gegen aus­län­di­sche Gefähr­der und Straf­tä­ter ver­bes­sert wer­den. Geplant sind rund 1.000 Stel­len, dar­un­ter 120 neue.

Die bei vie­len umstrit­te­ne neue baye­ri­sche Behör­de ver­bes­sert nach Ansicht von Minis­ter­prä­si­dent Mar­kus Söder (CSU) die Blei­be-Mög­lich­kei­ten von inte­gra­ti­ons­wil­li­gen Flücht­lin­gen. Söder sag­te, der Frei­staat wer­de “deut­lich offe­ner sein und alle Ermes­sens­spiel­räu­me nut­zen, um eine bes­se­re Balan­ce zu fin­den”, wenn die Flücht­lin­ge Inte­gra­ti­ons­leis­tun­gen brin­gen. Das kön­ne etwa Arbeits­er­laub­nis­se und Mög­lich­kei­ten zur Aus­bil­dung betref­fen. Die Bür­ger erwar­te­ten auch solch eine Balan­ce zwi­schen Straf­tä­tern und den­je­ni­gen, die gezeigt hät­ten, dass sie sich inte­grie­ren wol­len.

Schnel­le­re Abschie­bun­gen von nicht aner­kann­ten Asyl­be­wer­bern

Söder und Bay­erns Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) mach­ten aller­dings auch klar, dass ein Haupt­ziel der Lan­des­be­hör­de im ober­baye­ri­schen Man­ching bei Ingol­stadt schnel­le­re Abschie­bun­gen von nicht aner­kann­ten Asyl­be­wer­bern sei­en. Es soll dafür auch eine Task­force in dem Lan­des­amt geben, die sich um beschleu­nig­te Aus­rei­sen “gewalt­tä­ti­ger und ran­da­lie­ren­der Asyl­be­wer­ber” küm­mern wer­de, sag­te Herr­mann. Ziel sei, dass aner­kann­te Flücht­lin­ge best­mög­lich inte­griert wer­den, die ande­ren ohne Blei­be­recht aber das Land ver­las­sen.

Sonst macht der gan­ze Rechts­staat kei­nen Sinn.

Zum 1. August soll das neue Lan­des­amt offi­zi­ell in Betrieb gehen. Dann star­ten auch die eben­so umstrit­te­nen sie­ben Anker­zen­tren, die auch einen Teil zu schnel­le­ren Abschie­bun­gen bei­tra­gen sol­len. Dafür wird in jedem baye­ri­schen Regie­rungs­be­zirk eine schon bestehen­de Flücht­lings­ein­rich­tung umge­wid­met, und zwar in Man­ching, Bam­berg, Schwein­furt, Zirn­dorf, Regens­burg, Deg­gen­dorf und Donau­wörth geben.

Für die Asyl­ver­fah­ren selbst ist aber wei­ter­hin das Bun­des­amt für Migra­ti­on und Flücht­lin­ge (BAMF) in Nürn­berg zustän­dig. Bei dem Lan­des­amt sol­len 120 neue Stel­len geschaf­fen wer­den, zusam­men mit den zen­tra­len Aus­län­der­be­hör­den wird das Amt dann spä­ter über 1.000 Mit­ar­bei­ter ver­fü­gen.

Grü­ne und Lin­ke kri­ti­sie­ren die neue Behör­de scharf 

Der baye­ri­sche Flücht­lings­rat zusam­men mit meh­re­ren ande­ren Orga­ni­sa­tio­nen rief vor der Grün­dung zum Pro­test gegen das Amt auf. “Abschie­bun­gen und die rech­te Wahl­kampf­stra­te­gie der CSU sind für uns kein Grund zum Fei­ern”, hieß es. Am Frei­tag demons­trier­ten etwa 20 Akti­vis­ten gegen die Behör­de und for­der­ten auf einem Pla­kat etwa “Lager­pflicht abschaf­fen”. 

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Die grü­ne Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Chris­ti­ne Kamm nann­te die Behör­de eine “gro­ße Söder-Show”. Das Amt sei ein Eti­ket­ten­schwin­del und ein Fall für den Rech­nungs­hof.

Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, dass baye­ri­sche Steu­er­mit­tel in klas­si­sche Bun­des­auf­ga­ben gelenkt wer­den.”

Auch die Lin­ke äußer­te schar­fe Kri­tik am soge­nann­ten Bay­ern-BAMF.

Ein­zi­ger Zweck der neu­en Behör­de ist es, die CSU im Land­tags­wahl­kampf als Scharf­ma­che­rin gegen Flücht­lin­ge zu pro­fi­lie­ren”, erklärt Ulla Jel­pke, innen­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Frak­ti­on.

Um die Migra­ti­on an der Gren­ze bes­ser kon­trol­lie­ren zu kön­nen, hat­te die Staats­re­gie­rung Bay­erns zum Monats­an­fang in Pas­sau bereits die 1998 auf­ge­lös­te baye­ri­sche Grenz­po­li­zei reak­ti­viert.

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(dpa/rt deutsch)

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