Nach Tanker-Zwischenfall : Netanjahu stellt sich hinter US-Vorwürfe gegen Iran


Der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu hat nach einem Bericht der Zei­tung „Jeru­sa­lem Post” für Unter­stüt­zung der US-Vor­wür­fe gegen den Iran ange­sichts der angeb­li­chen Angrif­fe auf zwei Öltan­ker im Golf von Oman gewor­ben.
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Marine Le Pen soll sich wegen Verbreitung von IS-Gräuelfotos vor Gericht verantworten


Die Vor­sit­zen­de der Par­tei Ras­sem­ble­ment Natio­nal wird wegen der Ver­brei­tung von Gräu­el­fo­tos, die Hin­rich­tun­gen durch die Ter­ror­mi­liz “Isla­mi­scher Staat” zei­gen, ange­klagt, berich­tet die Nach­rich­ten­agen­tur AFP. Die fran­zö­si­sche Jus­tiz sieht es als erwie­sen an, dass die Bil­der zu Ter­ro­ris­mus ansta­cheln, Por­no­gra­phie beinhal­ten oder die Men­schen­wür­de grob ver­let­zen.

Ange­sichts der har­ten Posi­ti­on von Le Pen gegen den isla­mi­schen Extre­mis­mus soll­te es nicht über­ra­schen, dass die umstrit­te­nen Tweets nicht als Ter­ror­un­ter­stüt­zung gedacht waren. Sie folg­ten als Reak­ti­on auf die Wor­te des fran­zö­si­schen Jour­na­lis­ten Jean-Jac­ques Bour­din, der ihre har­te Rhe­to­rik mit der des IS ver­glich. Le Pen sag­te sei­ner­zeit, dass die Bil­der an Bour­dins leicht­sin­ni­gen Ver­gleich erin­nern soll­ten.

Das Euro­päi­sche Par­la­ment beschloss im Febru­ar 2017, Le Pen die Immu­ni­tät zu ent­zie­hen, um den Weg für ein Ver­fah­ren gegen sie frei­zu­ma­chen.

Le Pen sprach sich auf Twit­ter gegen die Gerichts­ver­hand­lung aus und erklär­te, sie sei eine Ziel­schei­be, obwohl sie die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on klar und deut­lich kri­ti­siert, wäh­rend die fran­zö­si­sche Regie­rung wei­ter­hin Dschi­ha­dis­ten und ihre Fami­li­en mit offe­nen Armen in Form von Mas­sen­mi­gra­ti­on begrü­ße.

Die 50-jäh­ri­ge Poli­ti­ke­rin hat eben­falls dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Fall eine Ver­let­zung ihrer Mei­nungs­frei­heit dar­stel­le.

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Fleißig bei Gewichtszunahme : Junge will Vater Knochenmark spenden und isst sich dick


Der elf­jäh­ri­ge Lu Zikuan aus Hui­xi­an hat seit März durch flei­ßi­ges Essen zu sei­nen ursprüng­lich 30 Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht wei­te­re 14 Kilo­gramm zuge­nom­men. Er ist das ältes­te Kind der Fami­lie und berei­tet sich auf eine Kno­chen­mark­spen­de für sei­nen Vater vor. Die­ser wird das Gewe­be sei­nes Soh­nes aber erst dann trans­plan­tiert bekom­men, wenn der Jun­ge min­des­tens 45 Kilo­gramm auf die Waa­ge schafft. Das Ziel des Elf­jäh­ri­gen sind aber sicher­heits­hal­ber 50 Kilo­gramm.

Ich esse wei­ter, auch wenn es weh tut. Unse­re Fami­lie wird den Ver­lust mei­nes Vaters nicht ertra­gen kön­nen, zitiert das Nach­rich­ten­por­tal Aisa One den Jun­gen.

Mehr zum The­ma — Mäd­chen aus Chi­na nimmt zu, um Vater zu ret­ten

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Iran droht Europa mit Konsequenzen, sollten sich die Handelsbeziehungen nicht normalisieren


Der deut­sche Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas reis­te am Sonn­tag in den Iran, um mit der dor­ti­gen Regie­rung über den Erhalt des Nukle­arab­kom­mens zu spre­chen. Tehe­ran hat­te Ber­lin, Lon­don und Paris eine 60-tägi­ge Frist (bis zum 7. Juli) gesetzt, bin­nen wel­cher die euro­päi­schen Unter­zeich­ner­län­der des Nukle­arab­kom­mens die Han­dels­be­zie­hun­gen mit dem Iran nor­ma­li­sie­ren soll­ten. Eine euro­päi­sche Tausch­bör­se zur Umge­hung der Sank­tio­nen wur­de bis­lang noch immer nicht wirk­sam. 

Der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif sag­te am Sonn­tag : 

Die Euro­pä­er sind nicht in einer Posi­ti­on, in der sie den Iran für Ange­le­gen­hei­ten außer­halb des JCPOA (Joint Com­pre­hen­si­ve Plan of Action) kri­ti­sie­ren könn­ten. Die Euro­pä­er und ande­re Unter­zeich­ner des JCPOA soll­ten ihre Wirt­schafts­be­zie­hun­gen mit dem Iran nor­ma­li­sie­ren (…) Wir wer­den unse­re Ver­pflich­tun­gen auf­he­ben, oder Maß­nah­men in Über­ein­stim­mung mit ihren Maß­nah­men ergrei­fen.

Am Frei­tag ver­häng­te Washing­ton neue Sank­tio­nen gegen den ira­ni­schen Petrol­che­mie­kon­zern PGPIC. Für Tehe­ran sind es die här­tes­ten Sank­tio­nen seit Grün­dung der Isla­mi­schen Repu­blik. 

In einem unan­ge­kün­dig­ten Besuch im Irak traf sich Maas mit dem ira­ki­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Adel Abdel Mah­di und dem Prä­si­den­ten Bad­ham Salih. Maas hier­zu : 

Bag­dad ist sozu­sa­gen das Herz des Mitt­le­ren Ostens. Hier wer­den die Kon­flik­te wie in einem Brenn­glas deut­lich.

Ein Fun­ke könn­te genü­gen, um den Kon­flikt zwi­schen den USA und dem Iran eska­lie­ren zu las­sen. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat­ten einen Teil ihres Bot­schafts­per­so­nals aus dem Irak abge­zo­gen. Vom israe­li­schen Geheim­dienst Mos­sad hat­te es Hin­wei­se gege­ben, dass die­se Per­so­nen in Gefahr sei­en – durch den Iran und des­sen Stell­ver­tre­ter. 

Die Gesprächs­be­reit­schaft zur Dees­ka­la­ti­on mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten macht der Iran von der Auf­he­bung der Sank­tio­nen abhän­gig. Die USA hin­ge­gen machen Gesprä­che von dem Ver­hal­ten der ira­ni­schen Regie­rung abhän­gig. Das Land soll­te sich wie ein “nor­ma­les Land” ver­hal­ten, so der US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo.

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SPD sucht Neuanfang – Rufe nach Urwahl und Doppelspitze mehren sich


Der SPD-Vor­stand will am 24. Juni den Weg für die Neu­wahl der Spit­ze ebnen. Nach dem Rück­tritt von Par­tei- und Frak­ti­ons­chefin Andrea Nah­les füh­ren über­gangs­wei­se die Vize­vor­sit­zen­den Manue­la Schwe­sig, Malu Drey­er und Thors­ten Schä­fer-Güm­bel die SPD.

Anders als ande­re Sozi­al­de­mo­kra­ten äußer­te sich Drey­er aller­dings zurück­hal­tend zur Idee einer Dop­pel­spit­ze.

Die Dop­pel­spit­ze ist nicht die Lösung eines jeg­li­chen Pro­blems”, sag­te sie der Süd­deut­schen Zei­tung am Sams­tag.

Zudem müs­se ein Spit­zen­duo “echt gut zusam­men­pas­sen” – die Grü­nen hät­ten nach meh­re­ren Spit­zen­du­os erst jetzt eines, das gut funk­tio­nie­re.

Bran­den­burgs Minis­ter­prä­si­dent Diet­mar Woid­ke (SPD) sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur :

Ich schlie­ße die Ver­stän­di­gung auf eine Dop­pel­spit­ze nicht aus.

Zudem warb er für eine Ein­be­zie­hung aller Mit­glie­der in die Ent­schei­dung über die künf­ti­ge Par­tei­füh­rung.

Auch Thü­rin­gens SPD-Lan­des­chef Wolf­gang Tie­fen­see sprach sich für eine Betei­li­gung der Basis aus – aber nicht in Form einer Urwahl. Er plä­dier­te dafür, “dass der Bun­des­vor­stand zunächst kei­ne Per­so­nal­vor­schlä­ge macht, son­dern die Basis die Mög­lich­keit hat, Per­so­nen vor­zu­stel­len”. Sinn­voll sei­en Regio­nal­kon­fe­ren­zen, auf denen sich Kan­di­da­ten der Basis prä­sen­tie­ren. Tie­fen­see sprach sich zudem dafür aus, per Sat­zungs­än­de­rung grund­sätz­lich auch eine Dop­pel­spit­ze zu ermög­li­chen. Ob eine sol­che aber in der der­zei­ti­gen Situa­ti­on sei­ner Par­tei ange­bracht sei, hän­ge von den Bewer­bern ab.

Mehr zum The­ma — Bre­mer Grü­ne stim­men Ver­hand­lun­gen mit SPD und Lin­ken zu

Sowohl eine Urwahl als auch eine Dop­pel­spit­ze kann sich Ham­burgs SPD-Lan­des­vor­sit­zen­de Mela­nie Leon­hard vor­stel­len. Für eine direk­te Wahl müs­se zunächst aber die Par­tei­sat­zung geän­dert wer­den. Auch eine Dop­pel­spit­ze kom­me in Betracht. Letzt­lich gehe es aber um die Per­so­nen.

Das Bewer­ber­feld beginnt sich erst zu sor­tie­ren, vie­le haben auch schon abge­lehnt”, wird Leon­hard zitiert.

Bay­erns SPD-Vor­sit­zen­de Nata­scha Koh­nen sag­te der dpa :

Ich habe gro­ße Sym­pa­thi­en für eine Dop­pel­spit­ze, also einen Mann und eine Frau, die aus ver­schie­de­nen Regio­nen kom­men.

Auch eine Abstim­mung über die Kan­di­da­ten unter allen Par­tei­mit­glie­dern kön­ne sie sich gut vor­stel­len :

Mit der Urwahl haben wir in Bay­ern gute Erfah­run­gen gemacht – aber ich will noch wei­te­re Vor­schlä­ge von den SPD-Mit­glie­dern hören.

Den aktu­el­len Man­gel an Inter­es­sen­ten sieht Koh­nen gelas­sen :

Sobald der Par­tei­vor­stand ein Ver­fah­ren beschlos­sen hat, bin ich zuver­sicht­lich, dass sich geeig­ne­te Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber mel­den.

Das Inte­rims-Füh­rungs­trio sowie Finanz­mi­nis­ter Olaf Scholz und Nie­der­sach­sens Regie­rungs­chef Ste­phan Weil hat­ten bereits mehr oder weni­ger klar gesagt, dass sie nicht Par­tei­chef wer­den wol­len.

Die Ent­schei­dung könn­te sich bis Dezem­ber hin­zie­hen. Mit Blick auf die Urwahl-Dis­kus­si­on sag­te Gene­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil der Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung am Sams­tag :

Wenn die Basis vor­her eine neue Par­tei­spit­ze aus­wäh­len soll, bräuch­ten die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten aber auch Zeit, um sich zu prä­sen­tie­ren.

Das spre­che gegen ein Vor­zie­hen des Anfang Dezem­ber geplan­ten Bun­des­par­tei­tags.

Auch der nord­rhein-west­fä­li­sche SPD-Lan­des­vor­stand sprach sich in einem am Frei­tag­abend beschlos­se­nen Brief an das Füh­rungs­trio dage­gen aus. Zugleich for­der­te der mit­glie­der­stärks­te SPD-Lan­des­ver­band eine früh­zei­ti­ge Ein­be­zie­hung der Mit­glie­der bei Per­so­nal­fra­gen.

Saar-SPD-Vor­sit­zen­de Anke Reh­lin­ger warb eben­falls für eine brei­te Ein­bin­dung der Mit­glie­der bei der Suche nach einer neu­en SPD-Spit­ze. Eine Urwahl hat­te auch Weil schon befür­wor­tet – Vor­aus­set­zung sei aller­dings, dass es ech­te Alter­na­ti­ven bei der Wahl gebe. “Gro­ße Sym­pa­thie für eine Urwahl” hegt nach eige­nen Wor­ten auch der rhein­land-pfäl­zi­sche SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Alex­an­der Schweit­zer.

Sach­sen-Anhalts SPD ist für ein Vor­zie­hen des für Dezem­ber geplan­ten Bun­des­par­tei­tags auf einen Ter­min vor den Land­tags­wah­len im Osten : Dort müs­se der gesam­te Par­tei­vor­stand neu gewählt und über den Ver­bleib in der gro­ßen Koali­ti­on ent­schie­den wer­den. Man sehe kei­ne Basis mehr für eine Zusam­men­ar­beit mit CDU und CSU.

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Über die Zukunft der Gro­ko gibt es aber in der Par­tei unter­schied­li­che Ansich­ten. Woid­ke sag­te :

Ein­fach Neu­wah­len rufen, hal­te ich für ein fal­sches Signal. Wir müs­sen unse­re Arbeit machen, auch weil so wich­ti­ge The­men wie Grund­ren­te, Pfle­ge, Struk­tur­stär­kung der bis­he­ri­gen Koh­le­re­gio­nen oder das not­wen­di­ge Kli­ma­schutz­ge­setz auf der Agen­da ste­hen.

Der rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­vor­sit­zen­de Roger Lew­entz sag­te :

Einen Aus­stieg übers Knie zu bre­chen, wäre sehr unklug.

Koh­nen hin­ge­gen argu­men­tier­te :

Das Ergeb­nis der Euro­pa­wahl offen­bart, dass die gro­ße Koali­ti­on kei­ne Mehr­heit mehr hat.

Mehr zum The­ma — Wenn jetzt Neu­wah­len wären : Rot-rot-grü­nes Bünd­nis bei Deut­schen am belieb­tes­ten

(dpa/rt deutsch)

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Kreml bestätigt : Putin wird sich während Italienreise mit dem Papst treffen


Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin wird sich bei sei­nem bevor­ste­hen­den Besuch in Ita­li­en mit Papst Fran­zis­kus tref­fen. Das bestä­tig­te der Pres­se­spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten Dmi­tri Pes­kow. Gegen­über Repor­tern sag­te er :

Die Vor­be­rei­tun­gen für Putins Besuch und die Kon­tak­te nach Rom sind im Gan­ge. Eine Audi­enz mit dem Papst ist wäh­rend die­ser Rei­se geplant. Die Vor­be­rei­tun­gen sind im Gan­ge, wir wer­den zu gege­be­ner Zeit eine Erklä­rung zu den Details abge­ben.

Zuvor hat­te der Vati­kan bereits mit­ge­teilt, dass Papst Fran­zis­kus den rus­si­schen Prä­si­den­ten am 4. Juli wäh­rend Putins Auf­ent­halt in Ita­li­en emp­fan­gen wür­de.

Auf die Fra­ge, ob der Kreml vor­ha­be, Papst Fran­zis­kus nach Russ­land ein­zu­la­den, sag­te Pes­kow :

Putins Besuch im Vati­kan wird im Moment geprüft, Sie über­stür­zen die Din­ge.

Gleich­zei­tig wei­ger­te sich der Kreml-Spre­cher, dar­auf zu ant­wor­ten, ob Putin eine sol­che Ein­la­dung bei einem Tref­fen mit Papst Fran­zis­kus wäh­rend sei­nes bevor­ste­hen­den Ita­li­en­be­suchs machen wür­de. Er sag­te :

Das kann ich Ihnen im Moment nicht sagen, die Vor­be­rei­tun­gen [für den Besuch in Ita­li­en] sind im Gan­ge.

Mehr zum The­ma — Putin zu Con­te : Russ­land und Ita­li­en ent­wi­ckeln ihre Bezie­hung trotz wid­ri­ger Umstän­de wei­ter

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Giftgas in Syrien : OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche


Die Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen (OPCW) hat ihre Ant­wort an Sei­ten der syri­schen und rus­si­schen Ver­tre­ter auf deren Fra­gen und Ein­wän­de zum OPCW-Abschluss­be­richt über einen mut­maß­li­chen Gift­gas­ein­satz am 7. April 2018 im syri­schen Duma ver­öf­fent­licht. Mos­kau hat­te um die Ver­öf­fent­li­chung ersucht.

In ihrem Anfang März ver­öf­fent­lich­ten Abschluss­be­richt kam die OPCW zu dem Schluss, dass es “ange­mes­se­ne Grün­de” für die Annah­me gäbe, dass in Duma Chlor­gas ein­ge­setzt wor­den war. Bei dem Vor­fall sol­len über 40 Men­schen getö­tet wor­den sein.

Mit­te Mai war dann jedoch noch ein inter­ner OPCW-Inge­nieurs­be­richt an die Öffent­lich­keit gelangt, der sich mit zwei in Duma auf­ge­fun­de­nen Gas­zy­lin­dern beschäf­tigt, bei denen es sich – laut dem Abschluss­be­richt “mög­li­cher­wei­se” – um die Tat­waf­fen han­deln sol­le.

Der Inge­nieurs­be­richt hält es für wahr­schein­lich, dass die bei­den Zylin­der nicht aus der Luft abge­wor­fen, son­dern “von Hand” plat­ziert wur­den. In letz­ter Kon­se­quenz wür­de das bedeu­ten, dass die isla­mis­ti­schen Auf­stän­di­schen, die Duma damals kon­trol­lier­ten, die Tat began­gen oder insze­niert hät­ten. Wären die Behäl­ter dage­gen aus der Luft abge­wor­fen wor­den – wie es der offi­zi­el­le OPCW-Abschluss­be­richt impli­ziert –, käme (nur) die syri­sche Luft­waf­fe als Täter infra­ge.

Die OPCW bestä­tig­te de fac­to die Echt­heit des spä­ter gele­ak­ten Berichts, indem sie erklär­te, dass sie eine Unter­su­chung ein­lei­ten wer­de, wie das Doku­ment an die Öffent­lich­keit gelan­gen konn­te. Zudem erklär­te sie, dass sie sich nicht wei­ter zu dem gele­ak­ten Doku­ment äußern wer­de, des­sen Exis­tenz und des­sen Schluss­fol­ge­run­gen im offi­zi­ell ver­öf­fent­lich­ten Abschluss­be­richt kei­ner­lei Erwäh­nung fan­den.

Es ist schwer, den Ernst die­ses mani­pu­la­ti­ven Akts der OPCW zu unter­schät­zen”, kom­men­tier­te Robert Fisk im Inde­pen­dent die­sen Vor­gang. Der bri­ti­sche Jour­na­list und Nah­ost-Exper­te weist zudem dar­auf hin, dass “kein ein­zi­ges Nach­rich­ten­me­di­um, das über die offi­zi­el­len Schluss­fol­ge­run­gen der OPCW berich­te­te, die Geschich­te über den von der OPCW unter­drück­ten Bericht auf­ge­grif­fen hat”. Auch Deutsch­lands Main­stream-Medi­en war der gele­ak­te Bericht – im Gegen­satz zur vor­he­ri­gen offi­zi­el­len Ver­laut­ba­rung der OPCW – kei­ne Sil­be wert. 

Die OPCW hät­te sich viel Pein­lich­keit erspa­ren kön­nen”, so Fisk, “wenn sie ein­fach die gan­ze Wahr­heit gesagt hät­te : Wäh­rend eine Mehr­heit ihrer Wis­sen­schaft­ler zu dem Schluss kam, dass die ‘Gas­fla­schen’ durch das Dach ein­schlu­gen (also von einem Flug­zeug stam­men), glaub­te ein Min­der­hei­ten­be­richt, dass sie es nicht taten.

Das hät­te der übli­chen Pra­xis einer öffent­li­chen Unter­su­chung ent­spro­chen, die eine abwei­chen­de Ansicht einer Min­der­heit zumin­dest doku­men­tiert. “Aber das war offen­sicht­lich nicht das, was die OPCW woll­te”, bemän­gelt Fisk. Er hat­te nach dem mut­maß­li­chen Gift­gas­vor­fall in Duma vor Ort recher­chiert und dabei mit Mit­ar­bei­tern des ört­li­chen Kran­ken­hau­ses gespro­chen, die von einer Insze­nie­rung durch die Auf­stän­di­schen spra­chen.

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OPCW stell­te kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen mut­maß­li­chen Tat­waf­fen und Opfern her

In dem OPCW-Abschluss­be­richt wird zwar nicht expli­zit behaup­tet, dass die mög­li­chen Tat­waf­fen von einem Flug­ge­rät aus der Luft abge­wor­fen wur­den. Die ange­führ­ten Berech­nungs­mo­del­le gehen jedoch ein­deu­tig und ein­zig von einem sol­chen Sze­na­rio aus – und impli­zie­ren damit die Täter­schaft der syri­schen Armee.

Kaum über­ra­schend neh­men die bei­den mut­maß­li­chen Tat­waf­fen auch in Russ­lands Anfra­ge brei­ten Raum ein. Einer die­ser Behäl­ter soll die Stahl­be­ton­de­cke eines Gebäu­des durch­schla­gen haben und danach vom Boden des dar­un­ter­lie­gen­den Zim­mers abge­prallt sein, um schließ­lich auf dem dort befind­li­chen Bett zu lan­den. Die OPCW spricht hier­bei von “Loca­ti­on 4”.

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche

Über Todes­op­fer wur­de jedoch nur im Zusam­men­hang mit dem Zylin­der berich­tet, der auf der Dach­ter­ras­se eines ande­ren Gebäu­des (“Loca­ti­on 2”) auf­ge­fun­den wur­de. Er soll ein Loch in die Stahl­be­ton­de­cke geschla­gen haben, ohne die­ses selbst pas­sie­ren zu kön­nen. Durch die ent­stan­de­ne Öff­nung soll das Chlor­gas nach unten geströmt sein und anschlie­ßend Dut­zen­de Men­schen getö­tet haben, wie fol­gen­de Abbil­dung aus dem OPCW-Abschluss­be­richt ver­deut­licht :

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche

Dazu woll­te Russ­land von der OPCW wis­sen :

Wie konn­te Chlor­gas, das aus dem Zylin­der (mit einem Fas­sungs­ver­mö­gen von etwa 60 bis 70 kg) durch eine drei Zen­ti­me­ter gro­ße Öff­nung in den gut belüf­te­ten Raum im vier­ten Stock frei­ge­setzt wur­de, die­se star­ke töd­li­che Wir­kung auf mut­maß­li­che Opfer haben, die sich haupt­säch­lich im ers­ten und zwei­ten Stock befan­den ?

Die OPCW ant­wor­te­te (7.1.), dass die mit der Vor-Ort-Unter­su­chung betrau­te Fact Fin­ding Mis­si­on (FFM) “kei­nen Zusam­men­hang zwi­schen der Anzahl der Ver­stor­be­nen und der Men­ge der ver­wen­de­ten toxi­schen Che­mi­ka­lie her­stell­te. Um einen sol­chen Zusam­men­hang her­zu­stel­len, wären meh­re­re der FFM unbe­kann­te Fak­to­ren zu berück­sich­ti­gen gewe­sen, wie zum Bei­spiel der Zustand des Gebäu­des, die Archi­tek­tur der Woh­nun­gen, die Luft­zir­ku­la­ti­on und die Anzahl der zum Zeit­punkt des Vor­falls anwe­sen­den Per­so­nen.”

Bis auf den letz­ten Punkt hät­te die FFM die Sach­la­ge jedoch ganz ein­fach vor Ort fest­stel­len kön­nen. Die Fra­ge, inwie­weit das pro­kla­mier­te Sze­na­rio über­haupt rea­lis­tisch ist, bleibt daher unter Ver­weis auf die ver­meint­lich “unbe­kann­ten Fak­to­ren” offen.

Auch Russ­lands nächs­ter Ein­wand bezieht sich auf die Fra­ge, wie die Behaup­tun­gen des OPCW-Berichts mit einem rea­lis­ti­schen Sze­na­rio in Ein­klang zu brin­gen sind. Es geht um die dar­in ent­hal­te­nen Modell­be­rech­nun­gen mit­tels derer belegt wer­den soll, dass die Schä­den an den Gebäu­den mit den auf­ge­fun­de­nen Zylin­dern erklär­bar sei­en, wenn die­se aus der Luft abge­wor­fen wur­den.

Russ­land bemän­gelt, dass “kei­ne spe­zi­fi­schen Berech­nun­gen ange­ge­ben und kei­ne Anga­ben zu den Namen der betei­lig­ten Exper­ten sowie zu ihrer Kom­pe­tenz oder Auto­ri­tät gemacht wer­den”. Es feh­le auch die Anga­be dar­über, wel­che Fall­hö­he bei den Model­len benutzt wur­de, was “von ent­schei­den­der Bedeu­tung” sei.

Laut den im Bericht ent­hal­te­nen Dia­gram­men prall­ten die Zylin­der mit einer Geschwin­dig­keit von 30 bis 60 m/s auf die Gebäu­de. Das ent­spricht laut Russ­land einer Fall­hö­he von 45 bis 180 Metern – und sei mit einem rea­lis­ti­schen Sze­na­rio nicht ver­ein­bar :

Im Gegen­satz dazu flie­gen Hub­schrau­ber der syri­schen Luft­waf­fe aus Sicher­heits­grün­den nicht in einer Höhe unter 2.000 Metern, wenn sie Städ­te über­que­ren. Ein Hub­schrau­ber, der in 200 Metern Höhe über eine akti­ve Kampf­zo­ne fliegt, wird zumin­dest von Klein­waf­fen beschos­sen und zwangs­läu­fig abge­schos­sen. Wäre ein Zylin­der aus die­ser Höhe [2.000 Meter] her­un­ter­ge­fal­len, hät­te er an der Ein­schlags­stel­le eine ver­ti­ka­le Geschwin­dig­keit von etwa 200 m/s ent­wi­ckelt und defi­ni­tiv nicht nur das 20 cm dicke Dach zer­stört, son­dern schwe­re­re Schä­den ver­ur­sacht und wäre selbst erheb­lich beschä­digt wor­den.

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche
Weist laut Russ­land zu gerin­ge Schä­den auf : Der an “Loca­ti­on 2” auf­ge­fun­de­ne Zylin­der

OPCW ver­wirft rea­lis­ti­sches Sze­na­rio als unbe­rech­tig­te “Annah­me”

Die Ant­wort der OPCW ist bemer­kens­wert : “Die Ana­ly­sen des FFM basie­ren auf den vom Team gesam­mel­ten und bestä­tig­ten Fak­ten und Daten und nicht auf Annah­men.” (Her­vor­he­bung im Ori­gi­nal) Basie­rend auf den gesam­mel­ten Daten und Mes­sun­gen vor Ort sei ein Modell anhand “inver­ser wis­sen­schaft­li­cher Berech­nun­gen” (“rever­se sci­en­ti­fic cal­cu­la­ti­ons”) ent­wi­ckelt wor­den, “um den Kraft­be­reich, die Geschwin­dig­kei­ten und die Bewe­gungs­bah­nen (“tra­jec­to­ries”) zu bestim­men, die für den Zylin­der mög­lich sind, um den an der Stel­le beob­ach­te­ten Scha­den zu ver­ur­sa­chen”. Wei­ter heißt es in der Ant­wort der OPCW :

Die FFM stützt ihr Modell oder ihre Berech­nun­gen nicht auf Annah­men über die Höhe, aus der der Zylin­der hät­te fal­len kön­nen, oder die Höhe eines Flug­ge­räts. Daher hat sich die FFM gemäß ihrem Man­dat nicht zu den mög­li­chen Höhen von Flug­ge­rä­ten in einer ange­nom­me­nen Betriebs­wei­se geäu­ßert.

Der Abschluss­be­richt ent­hal­te “kei­ne Infor­ma­tio­nen außer­halb des Man­dats und der Metho­dik” der FFM. Tat­säch­lich obliegt es nicht der FFM, einen mög­li­chen Schul­di­gen für die Tat zu benen­nen. Der Jour­na­list und ehe­ma­li­ge Nah­ost-Redak­teur des Guar­di­an, Bri­an Whita­ker, schreibt dazu unter Beru­fung auf nicht genann­te Quel­len in der OPCW :

Die Erklä­rung der OPCW ist, dass die Auf­ga­be der FFM dar­in besteht, die Fak­ten über den mut­maß­li­chen che­mi­schen Angriff zu ermit­teln. Das Man­dat der FFM erlaubt es ihr jedoch nicht anzu­ge­ben, wer ver­ant­wort­lich war, und es gab Beden­ken, dass Hen­der­sons [Ver­fas­ser des Inge­nieurs­be­richts, Anm. d. Red.] Ver­mu­tung, dass die Zylin­der ‘von Hand plat­ziert’ wur­den, zu weit in die­se Rich­tung ging.

Der sich dar­aus erge­ben­de Wider­spruch liegt auf der Hand : Weil die The­se des inter­nen Inge­nieurs­be­richts über die von Hand plat­zier­ten Zylin­dern auf die Täter­schaft der Auf­stän­di­schen schlie­ßen las­se, wur­de sie im Abschluss­be­richt nicht auf­ge­grif­fen. Dabei lässt der Inge­nieurs­be­richt die Fra­ge nach dem “wer” völ­lig offen.

Gleich­zei­tig impli­ziert der Abschluss­be­richt eine Täter­schaft der syri­schen Armee, indem sämt­li­che Model­le davon aus­ge­hen, dass die Gas­fla­schen auf der Luft abge­wor­fen wur­den. Um den Vor­wurf der Man­dats­über­schrei­tung zu umge­hen, ver­zich­tet der Abschluss­be­richt mit so man­chen Wort­ver­ren­kun­gen auf eine expli­zi­te For­mu­lie­rung die­ses Sach­ver­halts – was an der Sache selbst jedoch nichts ändert.

OPCW-Fact Fin­ding Mis­si­on ver­stößt gegen Hand­lungs­auf­trag

Auch wenn die Fra­ge, wie die Zylin­der an ihren Fund­ort gelang­ten, zumin­dest indi­rekt zwangs­läu­fig mit der Ver­ant­wort­lich­keit einer bestimm­ten Kriegs­par­tei ver­knüpft ist, liegt deren Beant­wor­tung kei­nes­falls außer­halb des Man­dats der FFM. Im Gegen­teil : Laut dem im Juli 2018 ver­öf­fent­lich­ten OPCW-Zwi­schen­be­richt gehört die Klä­rung auch die­ser Fra­ge zum Hand­lungs­auf­trag der FFM. So heißt es dar­in unter Punkt 2.6 :

Es wird der­zeit dar­an gear­bei­tet, die Ver­bin­dung die­ser Zylin­der zum Vor­fall, die jewei­li­gen Schä­den an den Zylin­dern und den Dächern sowie die Art und Wei­se zu bewer­ten, wie die Zylin­der an ihre jewei­li­gen Stand­or­te gelang­ten.

Mehr zum The­ma — Gift­gas in Duma : Eine kri­ti­sche Ana­ly­se des OPCW-Zwi­schen­be­richts (Teil 1) 

Die FFM ist also ihrem Hand­lungs­auf­trag nicht umfas­send und neu­tral nach­ge­kom­men. Die OPCW begrün­det das mit dem feh­len­den Man­dat einer Schuld­zu­schrei­bung, wäh­rend sie gleich­zei­tig in ihrem Abschluss­be­richt unrea­lis­ti­sche Berech­nungs­mo­del­le bemüht, um die Schuld ein­sei­tig der syri­schen Armee unter­schie­ben zu kön­nen – auch ohne das offen aus­zu­spre­chen. Es han­delt sich somit um eine ver­mut­lich geziel­te Irre­füh­rung.

Dar­über kann auch der Ver­weis nicht hin­weg­täu­schen, man gehe bei der Unter­su­chung nicht von Annah­men aus, son­dern nur von Fak­ten. Denn die Bewer­tung, wie die Zylin­der an ihre Fund­or­te gelang­ten, muss zwangs­läu­fig von (min­des­tens zwei) Annah­men aus­ge­hen : Ent­we­der wur­den sie dort­hin “auf dem Land­weg”, also “per Hand” trans­por­tiert. Oder eben über den Luft­weg – eine Annah­me, die die OPCW bei ihren Model­len im offi­zi­el­len Bericht ja auch still­schwei­gend vor­aus­setzt.

OPCW kon­tert rus­si­sche Ein­wän­de mit Wie­der­ho­lung bekann­ter Posi­tio­nen

Wie sehr die OPCW dar­um bemüht ist, die syri­sche Armee unaus­ge­spro­chen als ein­zig infra­ge kom­men­den “Täter” zu ver­däch­ti­gen, wird auch dar­an deut­lich, wie sie sämt­li­che Ein­wän­de abbü­gelt, die dage­gen spre­chen, dass die vor­ge­fun­de­nen Schä­den an den Gebäu­den über­haupt von den Zylin­dern her­rüh­ren könn­ten.

So heißt es in Russ­lands Schrei­ben an die OPCW zu dem auf der Dach­ter­ras­se auf­ge­fun­de­nen Zylin­der :

Die detail­lier­te Unter­su­chung des Kra­ters in der Stahl­be­ton­de­cke (dem Dach des Gebäu­des) sowie das Vor­han­den­sein schwar­zer Rauch­spu­ren und die Zer­stö­rung der Stahl­be­weh­rungs­stä­be inner­halb der Öff­nung sind eher ver­ein­bar mit einer Explo­si­on einer 120-mm-Mör­ser­gra­na­te oder eines Artil­le­rie­ge­schos­ses glei­chen Kali­bers, das sich dem Gebäu­de­dach ent­lang einer Bogen­flug­bahn näher­te.

Dies bele­gen auch die Spu­ren von Explo­si­ons­frag­men­ten an den Wän­den der Ter­ras­se. Die Wahr­schein­lich­keit, dass der Kra­ter durch ein Mör­ser-/Ar­til­le­rie­ge­schoss oder eine ähn­li­che Muni­ti­on ver­ur­sacht wur­de, wird auch durch das Vor­han­den­sein meh­re­rer sehr ähn­li­cher Kra­ter auf den Dächern umlie­gen­der Gebäu­de unter­stützt.

In ihrer Ant­wort zu den jewei­li­gen Punk­ten zitiert die OPCW ledig­lich aus ihrem eige­nen Abschluss­be­richt. So heißt es lapi­dar zu den Gebäu­de­schä­den :

Die Ana­ly­sen erga­ben, dass der struk­tu­rel­le Scha­den an der Stahl­be­ton­de­cke der Ter­ras­se (…) durch den dort befind­li­chen Zylin­der ver­ur­sacht wur­de.

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche
Rauch­spu­ren unter­halb des Ein­schlag­kra­ters an “Loca­ti­on 2”.

Auch zu den Rauch­spu­ren wird auf die ent­spre­chen­de Pas­sa­ge des Abschluss­be­richts ver­wie­sen. Dar­in heißt es, dass laut einem befrag­ten Zeu­gen das Feu­er im Raum ent­facht wur­de, um die dar­in befind­li­chen Che­mi­ka­li­en zu neu­tra­li­sie­ren. Die Glaub­wür­dig­keit die­ser kuri­os anmu­ten­den Aus­sa­ge lässt sich nicht über­prü­fen, da die Iden­ti­tät des Zeu­gen unbe­kannt bleibt.

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche
Split­ter­mus­ter an der Ter­ras­sen­wand.

Und was die Explo­si­ons­frag­men­te an den Wän­den der Ter­ras­se betrifft, auf die Russ­land unter Ver­weis auf obi­ge Abbil­dung Bezug nimmt und die auch der inter­ne Inge­nieurs­be­richt als Beleg für eine explo­si­ve Ursa­che der Gebäu­de­schä­den anführt, so leug­net die OPCW schlicht­weg deren Exis­tenz :

Die­se Hypo­the­se [einer explo­si­ven Ursa­che] ist jedoch unwahr­schein­lich, da es kei­ne pri­mä­ren und sekun­dä­ren Frag­men­tie­run­gen gibt, die für eine Explo­si­on cha­rak­te­ris­tisch (sind), die den Kra­ter und die ihn umge­ben­den Schä­den ver­ur­sacht haben könn­te.

Giftgas in Syrien: OPCW antwortet Russland und verwickelt sich weiter in Widersprüche
Ähn­li­che Ein­schlag­kra­ter auf umlie­gen­den Gebäu­de­dä­chern.

Bezüg­lich der ähn­li­chen Ein­schlag­kra­ter an umlie­gen­den Gebäu­den, die zwei­fels­frei von explo­si­ven Geschos­sen stam­men, so hüllt sich die OPCW dazu gänz­lich in Schwei­gen. Der Ver­mu­tung, dass die Auf­stän­di­schen die Zylin­der ein­fach neben bezie­hungs­wie­se unter die­sen Öff­nun­gen plat­ziert haben könn­ten, soll wohl kei­ne wei­te­re Beach­tung geschenkt wer­den.

OPCW steht zu ihrem Bericht “in allen Aspek­ten”

In sei­nem Anschrei­ben zieht Russ­land die­sel­be Schluss­fol­ge­rung wie der offi­zi­ell nicht berück­sich­tig­te OPCW-Inge­nieurs­be­richt :

Die vor­han­de­nen Fak­ten spre­chen für eine hohe Wahr­schein­lich­keit, dass bei­de Zylin­der (…) von Hand plat­ziert und nicht aus einem Flug­ge­rät abge­wor­fen wur­den.

Die OPCW ent­geg­net, dass der Abschluss­be­richt nir­gend­wo argu­men­tie­re, “dass sie aus einem Flug­ge­rät fal­len­ge­las­sen wur­den”, und auch nicht die Fra­ge auf­grei­fe, ob die Zylin­der “von Hand plat­ziert und nicht aus einem Flug­ge­rät abge­wor­fen wur­den”. Denn “die­se Art von Infor­ma­tio­nen”, wie­der­holt sich die OPCW, stün­den “außer­halb des Man­dats und der Metho­dik der FFM. Die FFM steht zu ihrem Bericht in allen Aspek­ten.”

Es hät­te wohl eher im Ein­klang mit der Wahr­heit gestan­den, hät­te die OPCW geschrie­ben, dass sie es als außer­halb ihres Man­dats ste­hend betrach­tet, Hin­wei­sen auf eine Insze­nie­rung durch die Auf­stän­di­schen nach­zu­ge­hen. Jeden­falls zeugt die Ant­wort der OPCW auf Russ­lands Ein­ga­ben ein wei­te­res Mal vom mani­pu­la­ti­ven Cha­rak­ter ihrer Duma-Unter­su­chung, der bei­spiels­wei­se bereits am (Nicht-)Umgang mit Zeu­gen vor Ort und mit mut­maß­li­chen Todes­op­fern offen­bar wur­de.

Mehr zum The­ma — Der angeb­li­che Che­mie­waf­fen­ein­satz in Duma und die Rol­le der Weiß­hel­me und der “Armee des Islam” 

RT Deutsch


Will ich das?“: Gespräche oder Militärschlag — So kontrovers äußert sich Trump zu Iran


US-Prä­si­dent Donald Trump ist laut sei­nen Aus­sa­gen gegen­über dem TV-Sen­der ITV bereit, die Ver­hand­lun­gen mit sei­nem ira­ni­schen Amts­kol­le­gen Hassan Roha­ni zu füh­ren. Eine Mili­tär­ak­ti­on sei aber auch nicht aus­ge­schlos­sen.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


SPD bekennt sich zur GroKo — Klingbeil macht Fortbestand der Koalition von Union abhängig


Die SPD im Bun­des­tag hat sich nach den Tur­bu­len­zen infol­ge des Rück­tritts von Par­tei- und Frak­ti­ons­chefin Andrea Nah­les zur Gro­ßen Koali­ti­on bekannt. Schon am Frei­tag stün­den im Bun­des­tag wich­ti­ge Gesetz­ent­wür­fe an, sag­te der kom­mis­sa­ri­sche Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Rolf Müt­zenich am Diens­tag in Ber­lin.

Das zeigt, wie ernst­haft und wie kon­zen­triert wir auch wei­ter­hin die­sen Koali­ti­ons­ver­trag bear­bei­ten wer­den.

Uni­ons­frak­ti­ons­chef Brink­haus : Wir sind die letz­te Ach­se, die das Land zusam­men­hält

Zuvor hat­te die Spit­ze der Uni­ons­frak­ti­on den Part­ner SPD dazu auf­ge­ru­fen, wei­ter zur Arbeit in der Koali­ti­on zu ste­hen. Es gebe kei­ne Berech­ti­gung, die­se grund­sätz­lich schlechtzureden.“Diese Gro­Ko ist bes­ser als ihr Ruf”, sag­te der Par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­rer der CDU Micha­el Gros­se-Brö­mer.

Wie am Vor­tag im Par­tei­vor­stand erklär­te Nah­les am Diens­tag auch in der Bun­des­tags­frak­ti­on ihren Rück­tritt. Die Abge­ord­ne­ten hät­ten sich von ihren Plät­zen erho­ben und ihr zum Abschied Bei­fall gezollt, sag­te der Spre­cher des kon­ser­va­ti­ven See­hei­mer Krei­ses, Johan­nes Kahrs.

Müt­zenich, das dienst­äl­tes­te Vor­stands­mit­glied, über­nahm das Amt kom­mis­sa­risch. Wann ein neu­er Vor­sit­zen­der gewählt wer­de, sei noch unklar, sag­te der Köl­ner Abge­ord­ne­te. Mög­lich wäre dies in der letz­ten Sit­zungs­wo­che vor der Som­mer­pau­se Ende Juni oder wie regu­lär geplant im Sep­tem­ber. Die Sozi­al­de­mo­kra­tie sei immer Trä­ger von Denk­an­stö­ßen gewe­sen, “und das wol­len wir wei­ter­hin sein”, beton­te er.

In der Sit­zung der Uni­ons­frak­ti­on rief deren Vor­sit­zen­der Ralph Brink­haus die eige­nen Rei­hen ange­sichts des SPD-Füh­rungs­cha­os zur Geschlos­sen­heit auf. Die Uni­on müs­se das Land funk­ti­ons­fä­hig und zusam­men hal­ten, sag­te er nach Infor­ma­tio­nen der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Teil­neh­mer zitier­ten ihn mit den Wor­ten : “Wir sind die letz­te Ach­se, die das Land zusam­men­hält”.

SPD-Vize­vor­sit­zen­de Steg­ner : SPD darf die­sen Schritt nicht gehen, nur weil sie die Gro­Ko nicht mehr ertra­gen kann

Der SPD-Vize­vor­sit­zen­de Ralf Steg­ner beschwor sei­ne Par­tei, die Koali­ti­on nicht ein­fach aus Über­druss auf­zu­kün­di­gen. Die SPD dür­fe die­sen Schritt nicht gehen, nur weil sie die Gro­Ko nicht mehr ertra­gen kön­ne, sag­te er der dpa. Wenn etwa die Grund­ren­te nicht kom­me oder kein wirk­sa­mes Kli­ma­schutz­ge­setz, dann kön­ne die Koali­ti­on nicht fort­be­stehen.

Aber wenn man sagt, wir gehen raus, weil wir zu schwach sind oder ein­fach kei­nen Bock mehr haben, wer soll uns dann eigent­lich noch wäh­len ? Dann hät­ten wir ja öffent­lich erklärt, wir sind nicht regie­rungs­fä­hig – das kann es nicht sein”, erklär­te Steg­ner.

SPD-Gene­ral­se­kre­tär Lars Kling­beil hat den Fort­be­stand der gro­ßen Koali­ti­on vom Ver­hal­ten der Uni­on bei anste­hen­den Ent­schei­dun­gen abhän­gig gemacht. Kling­beil sag­te :

Ob die Koali­ti­on die Halb­zeit­bi­lanz über­steht, hängt davon ab, ob die Uni­on bereit ist, die fest­ge­leg­ten und ver­ein­bar­ten Din­ge auch zu lie­fern. An der SPD wird es nicht schei­tern. Der Ball liegt jetzt im Feld der Uni­on.

SPD-Gene­ral­se­kre­tär Kling­beil : Kanz­ler­amt blo­cke das Kli­ma­schutz­ge­setz

Für die SPD ver­wies Kling­beil auf die für den 24. Juni ange­kün­dig­te Vor­stands­sit­zung zur Klä­rung der nächs­ten Schrit­te nach dem Rück­tritt von Par­tei- und Frak­ti­ons­chefin Andrea Nah­les. Dabei wer­de auch fest­ge­legt, wie die Par­tei die Halb­zeit­bi­lanz der Koali­ti­on zie­hen wol­le. Es gehe um die Fra­ge : “Was haben wir erreicht, und was wol­len wir noch errei­chen?” Kling­beil beton­te : “Das Kli­ma­schutz­ge­setz ist für die­ses Jahr ver­ab­re­det, die Grund­ren­te, auch die Abschaf­fung des Soli mit einer Ent­las­tung für 90 Pro­zent der Men­schen.”

Der SPD-Gene­ral­se­kre­tär wei­ter : “Die Koali­ti­on ist nicht in der Kri­se, nur weil die SPD nach einem Per­so­nal­wech­sel eine neue Füh­rung hat – in der Par­tei und in der Frak­ti­on.”

Schwie­rig ist es für die Regie­rung viel­mehr, dass wir bei ver­ein­bar­ten The­men nicht vor­an­kom­men”, sag­te Kling­beil.

Mehr zum The­ma — Nach Nah­les-Rück­tritt : Umfra­gen sehen Gro­Ko im frei­en Fall, Grü­ne im Höhen­flug

Das Kanz­ler­amt blo­ckie­re das Kli­ma­schutz­ge­setz und “beim The­ma Grund­ren­te haben wir eine Ver­kan­tung”. Bei der Inno­va­ti­ons­po­li­tik, den The­men Digi­ta­li­sie­rung und künst­li­che Intel­li­genz erwar­te er mehr Impul­se. “Da hat­te die Kanz­le­rin ja eini­ges ange­kün­digt”, so Kling­beil. Bei die­sen The­men müs­se die Regie­rung vor­an­kom­men. “Sonst wer­den sich Stim­men meh­ren, die sagen : Wie soll das eigent­lich wei­ter­ge­hen?”

(dpa/rt deutsch)

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