Siemens sichert sich Kraftwerksauftrag im Irak


Wie das Unter­neh­men mit Sitz in Ber­lin und Mün­chen am Sams­tag mit­teil­te, habe man mit dem ira­ki­schen Ener­gie­mi­nis­te­ri­um eine Über­ein­kunft über den Wie­der­auf­bau der Kraft­wer­ke Bai­dschi 1 und 2 unter­schrie­ben. Das sei ein ent­schei­den­der Schritt in der Stra­te­gie des Unter­neh­mens, das ira­ki­sche Ener­gie­netz aus­zu­bau­en. Der Wie­der­auf­bau der bei­den Kraft­wer­ke in Bai­dschi mar­kie­re die zwei­te Pha­se der soge­nann­ten “Road­map” im Irak und stel­le das bis­lang größ­te Pro­jekt in Bezug auf die Strom­ka­pa­zi­tät dar.

Nach Anga­ben von Sie­mens sol­len die Arbei­ten begin­nen, sobald die Über­ein­kunft vom ira­ki­schen Minis­ter­rat bestä­tigt und eine Rege­lung mit dem Finanz­mi­nis­te­ri­um erreicht wird. Sie­mens wird für das Pro­jekt unter ande­rem Gas­tur­bi­nen, Gene­ra­to­ren und Kon­troll­sys­te­me bereit­stel­len. Der Auf­trag wird zusam­men mit dem ägyp­ti­schen Unter­neh­men Oras­com abge­wi­ckelt. Der Irak will die Ener­gie­ver­sor­gung des Lan­des deut­lich aus­bau­en. Neben Sie­mens buhlt auch US-Kon­kur­rent Gene­ral Elec­trics um die Aus­trä­ge. Ins­ge­samt geht es um Auf­trä­ge von rund 14 Mil­li­ar­den US-Dol­lar (12,5 Mil­li­ar­den Euro).

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Die Kraft­wer­ke in Bai­dschi waren von Kämp­fern der Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on Isla­mi­scher Staat (IS) zer­stört wor­den. Im Som­mer 2014 muss­te eine Grup­pe Sie­mens-Tech­ni­ker aus dem Gebiet geret­tet wer­den, als die Isla­mis­ten die Gegend rund 250 Kilo­me­ter nörd­lich der Haupt­stadt Bag­dad ein­nah­men. (dpa)

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Schwedische Kleinstadt wehrt sich gegen staatliche Verteilung neuer Migranten


Zwi­schen Janu­ar und August die­ses Jah­res bean­trag­ten 14.066 Per­so­nen in Schwe­den Asyl. Im gesam­ten vor­he­ri­gen Jahr waren es 21.502 Asyl­an­trä­ge. Die größ­te Grup­pe stammt dabei aus Syri­en. Migran­ten mit einer Auf­ent­halts­be­rech­ti­gung wer­den durch die schwe­di­sche Ein­wan­de­rungs­be­hör­de (Migra­ti­ons­ver­ket) auf die Gemein­den ver­teilt. Die­se ist durch das “Bosätt­nings­lag” (Nie­der­las­sungs­ge­setz) gere­gelt. Seit dem Jahr 2016 hat es Gül­tig­keit. 

Am Mon­tag beschlos­sen Kom­mu­nal­po­li­ti­ker in der Gemein­de Söl­ves­borg, sich gegen die Ver­tei­lung von Migran­ten, auf Schwe­disch “Nyan­län­da” (Neu­an­kömm­lin­ge), zu weh­ren. Söl­ves­borg ist eine schwe­di­sche Klein­stadt an der Ost­küs­te, die für ihren Mit­tel­al­ter­markt sowie das Swe­den Rock Fes­ti­val bei Tou­ris­ten bekannt ist. 

Die Stadt­rä­tin Loui­se Eri­x­on sag­te : 

Wir wol­len uns die­se Kos­ten nicht auf­drü­cken las­sen. Und wir wol­len auch kei­ne Gegen­den, in denen aus­ge­grenzt wird, wie es in ande­ren Gemein­den der Fall ist. Statt­des­sen wol­len wir han­deln, bevor es zu spät ist. 

Der Plan von Schwe­den­de­mo­kra­ten, Mode­ra­ten, Christ­de­mo­kra­ten und der loka­len SoL-Par­tei der Gemein­de umfasst 200 Punk­te. Die Wün­sche der Gemein­de bezüg­lich Migra­ti­on wer­den nun vor­wie­gend in der schwe­di­schen Pres­se dis­ku­tiert. 

Hier­in wehrt man sich auch gegen Kopf­tü­cher bei Kin­dern. Für Eri­x­on soll­te der Staat auf die Wün­sche der Gemein­den ein­ge­hen und nicht über deren Kopf hin­weg ent­schei­den.

Aus der Sicht Eri­x­ons sei man nicht gegen Migra­ti­on an sich, son­dern gegen die Migra­ti­ons­po­li­tik. Die Oppo­si­ti­on wehrt sich und ver­weist auf die Not­wen­dig­keit, dass sich auch die Kom­mu­ne Söl­ves­borg dar­an betei­li­gen müs­se, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men. Im Jahr 2018 ver­teil­te die Ein­wan­de­rungs­be­hör­de 14.200 Per­so­nen auf schwe­di­sche Gemein­den. Zwölf davon wur­den Söl­ves­borg zuge­teilt. Ob der Ver­such der Gemein­de Erfolg haben wird, ist frag­lich. Es könn­ten sich jedoch wei­te­re schwe­di­sche Gemein­den anschlie­ßen. 

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Russland bereitet sich auf mögliche US-Sanktionen gegen Ölriesen Rosneft vor


Die rus­si­sche Regie­rung hat ihre Besorg­nis über die jüngs­ten Sank­ti­ons­dro­hun­gen Washing­tons zum Aus­druck gebracht. Die USA haben damit gedroht, im Zusam­men­hang mit des­sen Geschäfts­be­zie­hun­gen zu Vene­zue­la Sank­tio­nen gegen den staat­li­chen rus­si­schen Ölrie­sen Ros­neft zu ver­hän­gen. Der rus­si­sche Vize­au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej Rjab­kow erklär­te am Don­ners­tag :

Wir sind besorgt über die jüngs­ten Aus­sa­gen des [US-Son­der­be­auf­trag­ten für Vene­zue­la Elliott] Abrams über ‘alle Optio­nen auf dem Tisch’, die er von Zeit zu Zeit wie­der­holt, sowie über sei­ne Dro­hun­gen, Sank­tio­nen gegen Ros­neft zu ver­hän­gen.

Rjab­kow stell­te fest, dass die rus­si­sche Regie­rung besorgt ist, dass es den Ver­ei­nig­ten Staa­ten an “ech­tem Ver­ständ­nis der Situa­ti­on und des Zusam­men­hangs ver­schie­de­ner Pro­zes­se in Bezug auf Vene­zue­la in der US-Poli­tik” man­gelt, obwohl “die Sank­tio­nen selbst kei­ne Wir­kung zei­gen”.

Der US-Gesand­te Abrams sag­te Anfang die­ser Woche, dass Washing­ton es nicht aus­schließt, Ros­neft in der Zukunft für sei­ne Geschäf­te mit Vene­zue­la zu bestra­fen, bis­her aber nicht bereit war, es zu tun. Er räum­te ein, dass die der­zei­ti­gen Akti­vi­tä­ten von Ros­neft in Vene­zue­la nicht gegen die bestehen­den US-Sank­tio­nen gegen das Land ver­sto­ßen.

Ros­neft – Haupt­händ­ler vene­zo­la­ni­schen Roh­öls im ver­gan­ge­nen Monat

Ros­neft, ein bedeu­ten­der Inves­tor in Vene­zue­la, arbei­tet der­zeit an einer Rei­he gemein­sa­mer Explo­ra­ti­ons- und Pro­duk­ti­ons­pro­jek­te mit Vene­zue­las staat­li­cher Ölge­sell­schaft Petro­le­os de Vene­zue­la, kurz PDVSA. Laut Ros­neft wer­den die gesam­ten geo­lo­gi­schen Reser­ven im Rah­men die­ser Pro­jek­te auf 20,5 Mil­li­ar­den Ton­nen Öl geschätzt.

Außer­dem wur­de der rus­si­sche Ölrie­se zum Haupt­händ­ler vene­zo­la­ni­schen Roh­öls im ver­gan­ge­nen Monat und ermög­lich­te den Trans­port des Roh­öls des Lan­des nach Chi­na und Indi­en, den größ­ten Ölkäu­fern Vene­zue­las. Laut den Export­pro­gram­men des Unter­neh­mens und den Daten der finanz­sta­tis­ti­schen Daten­bank Refi­ni­tiv Eikon ent­fie­len im Juli rund 40 Pro­zent und im August über 66 Pro­zent der Expor­te von PDVSA auf Ros­neft. Die­ses Vor­ge­hen ist ein Ver­such, Vene­zue­la zu hel­fen, die Ver­lus­te aus­zu­glei­chen, die durch die US-Sank­tio­nen ent­stan­den sind. Die vene­zo­la­ni­schen Ölex­por­te machen mehr als 95 Pro­zent der Export­ein­nah­men des Lan­des aus.

Im Janu­ar star­te­te Washing­ton sei­ne Sank­ti­ons­kam­pa­gne gegen die Ölin­dus­trie des süd­ame­ri­ka­ni­schen Staa­tes, um Prä­si­dent Nicolás Madu­ro zu stür­zen, des­sen Wie­der­wahl Ende 2018 von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und eini­gen west­li­chen Regie­run­gen als ille­gi­tim ange­se­hen wur­de.

Mehr zum The­ma — Kreml : Russ­land wird sei­ne Ölvor­rä­te in Vene­zue­la ver­tei­di­gen

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Netanjahu : Russlands und Israels Militärs sollten sich „abstimmen“


Der israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu hat bei sei­nem Tref­fen mit dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin am Don­ners­tag in der Schwarz­meer­stadt Sot­schi Mos­kau zur Unter­stüt­zung im Kon­flikt mit dem Iran auf­ge­ru­fen. Die Mili­tärs der bei­den Staa­ten soll­ten sich laut Netan­ja­hu mit­ein­an­der „abstim­men“.
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Russland und Südkorea einigen sich auf gemeinsame Operationen am Sibirischen Schelf


Die rus­si­sche Fern­ost-Inves­ti­ti­ons- und Expor­t­agen­tur und das süd­ko­rea­ni­sche Gas­un­ter­neh­men KOGAS haben sich auf mög­li­che gemein­sa­me Ope­ra­tio­nen am Sibi­ri­schen Schelf geei­nigt. Das erklär­te der stell­ver­tre­ten­de rus­si­sche Pre­mier­mi­nis­ter und Prä­si­di­al­ge­sand­te im fern­öst­li­chen Föde­ra­ti­ons­kreis Juri Trut­new am Frei­tag wäh­rend eines Brie­fings beim Öst­li­chen Wirt­schafts­fo­rum. Er sag­te :

Heu­te haben die Agen­tur und KOGAS eine Ver­ein­ba­rung über die Erwei­te­rung der Erkun­dung des ark­ti­schen Schel­fes getrof­fen.

Ein Ver­tre­ter der rus­si­schen Fern­ost-Inves­ti­ti­ons- und Expor­t­agen­tur wies dar­auf hin, dass das staat­li­che Unter­neh­men KOGAS bereit sei, die rus­si­schen Vor­schlä­ge für Off­shore-Ope­ra­tio­nen anzu­neh­men. Die korea­ni­sche Sei­te schlug vor, bald detail­lier­te Gesprä­che in Mos­kau durch­zu­füh­ren.

Die Ver­hand­lun­gen ver­lie­fen im Rah­men des zwei­ten rus­sisch-korea­ni­schen Forums für inter­re­gio­na­le Zusam­men­ar­beit, das unter dem Dach des Öst­li­chen Wirt­schafts­fo­rums statt­fand. Auf der Rand­ver­an­stal­tung wur­den die Fra­gen der Zusam­men­ar­beit zwi­schen den Pro­vin­zen der Repu­blik Korea und den Regio­nen des rus­si­schen Fer­nen Ostens erör­tert.

Bei der Ver­an­stal­tung ver­kün­de­te Trut­new :

In weni­gen Tagen, am 24. Sep­tem­ber, wer­den wir gemein­sam mit dem Vize­pre­mier­mi­nis­ter der Repu­blik Korea eine regel­mä­ßi­ge Sit­zung der Regie­rungs­kom­mis­si­on für die Ent­wick­lung des Han­dels und der wirt­schaft­li­chen Zusam­men­ar­beit zwi­schen unse­ren Län­dern in Mos­kau abhal­ten.

Der Vize­pre­mier stell­te fest, dass die auf dem Forum ent­wi­ckel­ten Vor­schlä­ge auf der Sit­zung der zwi­schen­staat­li­chen Kom­mis­si­on dis­ku­tiert wer­den, und füg­te hin­zu :

Ich bin zuver­sicht­lich, dass sie [die Ver­hand­lun­gen in Mos­kau] uns hel­fen wer­den, die Zusam­men­ar­beit aus­zu­bau­en.

Vom 4. bis 6. Sep­tem­ber fand im rus­si­schen Wla­di­wos­tok das fünf­te Öst­li­che Wirt­schafts­fo­rum statt. In die­sem Jahr nah­men rund 8.000 Gäs­te aus aller Welt an dem Forum teil, bei dem über 70 ver­schie­de­ne Busi­ness-Events ver­an­stal­tet wur­den.

Mehr zum The­ma — Putin ver­spricht Unter­neh­men beson­de­re Ver­güns­ti­gun­gen, die in der rus­si­schen Ark­tis inves­tie­ren 

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Kiew liegt in Russland ? Le Figaro erlaubt sich in Live-Stream peinlichen Fehler


Zeit­gleich mit dem ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Selens­kij ist links oben im Bild der Geo-Tag “Kiev, Rus­sie” (zu Deutsch : Kiew, Russ­land) erschie­nen. Ukrai­ni­sche Medi­en sind auf den Feh­ler auf­merk­sam gewor­den.

Am Sams­tag hat­ten Russ­land und die Ukrai­ne den größ­ten Gefan­ge­nen­aus­tausch seit Jah­ren voll­zo­gen. In Kiew tra­fen unter ande­rem die 24 ukrai­ni­schen See­leu­te ein, die seit Novem­ber in rus­si­scher Haft geses­sen hat­ten. An Bord der Maschi­ne war außer­dem der ukrai­ni­sche Regis­seur Oleg Sen­zow. Auch der Jour­na­list Kirill Wyschin­ski ist nach Russ­land zurück­ge­kehrt. Der Aus­tausch lief nach der For­mel 35 gegen 35 ab.

Mehr zum The­ma — Neu­see­län­di­sche Regie­rungs­web­site zeig­te auf Kar­te Paläs­ti­na statt Isra­el

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Union und SPD entscheiden sich für Rückkehr zur Meisterpflicht im Handwerk


Flie­sen- und Par­kett­le­ger, Roll­la­den­tech­ni­ker oder Orgel­bau­er – für mehr Qua­li­tät soll in die­sen Beru­fen künf­tig wie­der die Meis­ter­pflicht gel­ten. Dar­auf einig­te sich die schwarz-rote Koali­ti­on. Uni­ons-Frak­ti­ons­vi­ze Cars­ten Lin­de­mann und SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Sören Bar­tol teil­ten am Mon­tag in Ber­lin mit : 

Unser Ziel ist, mehr Qua­li­tät für die Kund­schaft und mehr Nach­wuchs im Hand­werk durch eine bes­se­re Aus­bil­dung.

Auch Hand­werks­prä­si­dent Hans Peter Wolls­ei­fer sprach von einem “star­ken Signal” für Qua­li­tät und Qua­li­fi­ka­ti­on im Hand­werk.

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Beru­fen die Meis­ter­pflicht weg­ge­fal­len. Mit der Reform der Hand­werks­ord­nung woll­te die Bun­des­re­gie­rung damals ein­fa­che­re Tätig­kei­ten für Selbst­stän­di­ge öff­nen. Bis dahin durf­ten die­se Betrie­be nur von aus­ge­bil­de­ten Hand­werks­meis­tern geführt wer­den. Der Zen­tral­ver­band des Hand­werks dringt seit Lan­gem auf eine Rück­kehr zur Meis­ter­pflicht in vie­len Beru­fen.

Wolls­ei­fer hat­te wie­der­holt vor Markt­ver­zer­run­gen gewarnt. Im Hand­werk gebe es eine zuneh­mend Zahl von Solo-Selbst­stän­di­gen, dies füh­re zu mas­si­ven Pro­ble­men etwa bei der Qua­li­tät. Seit 2004 sei es in eini­gen Gewer­ken zu “Fehl­ent­wick­lun­gen” gekom­men, sag­te der Prä­si­dent des Zen­tral­ver­bands des Deut­schen Hand­werks am Mon­tag :

Weni­ger Aus­zu­bil­den­de, weni­ger Fach­kräf­te, weni­ger Qua­li­tät, schnel­ler vom Markt ver­schwin­den­de Betrie­be und infol­ge des­sen ein gerin­ge­rer Gewähr­leis­tungs- und Ver­brau­cher­schutz.

Lin­ne­mann und Bar­tol erklär­ten, der Meis­ter­brief im deut­schen Hand­werk sei die “bes­te Garan­tie für Qua­li­täts­ar­beit, Ver­brau­cher­schutz, Leis­tungs­fä­hig­keit und Inno­va­ti­ons­kraft”. Sie wol­len einer Koali­ti­ons­ar­beits­grup­pe vor­schla­gen, für die zwölf Gewer­ke die Meis­ter­pflicht wie­der ein­zu­füh­ren.

Kon­kret soll dies gel­ten für : Fliesen‑, Plat­ten- und Mosa­ik­le­ger, Beton­stein- und Ter­razz­o­her­stel­ler, Est­ri­ch­le­ger, Behäl­ter- und Appa­ra­te­bau­er sowie Par­kett­le­ger. Außer­dem für Roll­la­den- und Son­nen­schutz­tech­ni­ker, Drechs­ler und Holz­spiel­zeug­ma­cher, Bött­cher, Glas­ver­ed­ler, Schil­der- und Licht­re­kla­me­her­stel­ler, Raum­aus­stat­ter sowie Orgel- und Har­mo­ni­um­bau­er.

Bestehen­de Betrie­be, die der­zeit nicht der Meis­ter­pflicht unter­lie­gen, dür­fen auch wei­ter­hin ihr Hand­werk selbst­stän­dig aus­üben und sol­len einen Bestands­schutz erhal­ten.

Ent­schei­dend für die Ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht ist laut Lin­ne­mann und Bar­tol, ob es sich um Hand­wer­ke hand­le, deren unsach­ge­mä­ße Aus­übung eine “Gefahr für Leben und Gesund­heit” bedeu­te. Außer­dem soll­ten sol­che Hand­wer­ke berück­sich­tigt wer­den, die als imma­te­ri­el­les Kul­tur­gut anzu­se­hen sei­en — wie etwa Orgel­bau­er.

Die geplan­te Wie­der­ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht soll fünf Jah­re nach der Neu­re­ge­lung über­prüft wer­den. Die Ände­rung der Hand­werks­ord­nung soll Anfang 2020 in Kraft tre­ten. Vor­ga­ben des deut­schen Ver­fas­sungs­rechts und des Euro­pa­rechts sol­len ein­ge­hal­ten wer­den.

Lin­ne­mann bezeich­ne­te die Abschaf­fung der Meis­ter­pflicht für vie­le Berufs­grup­pen als Feh­ler. Sowohl Qua­li­tät als auch Aus­bil­dungs­leis­tung hät­ten stark gelit­ten. “Es ist des­halb ein gro­ßer Erfolg, dass wir die­sen Feh­ler jetzt kor­ri­gie­ren”, sag­te der Chef der Uni­ons-Mit­tel­stands­ver­ei­ni­gung.

Es gibt aber auch Kri­tik an der Wie­der­ein­füh­rung der Meis­ter­pflicht. Die Mit­tel­stands­be­auf­trag­te der Grü­nen, Clau­dia Mül­ler, sag­te, dies wer­de nicht auto­ma­tisch dazu füh­ren, dass die Eng­päs­se im Hand­werk beho­ben wer­den. Es brau­che ein Bün­del an Maß­nah­men, um den Man­gel an Fach­kräf­ten und Aus­zu­bil­den­den zu lin­dern und das Hand­werk bei Digi­ta­li­sie­rung und Kli­ma­schutz zu unter­stüt­zen.

DGB-Vor­stands­mit­glied Ste­fan Kör­zell kri­ti­sier­te, dass die Gebäu­de­rei­ni­ger in der Lis­te der in Zukunft wie­der meis­ter­pflich­ti­gen Beru­fe fehl­ten. Für den Fach­kräf­te­nach­wuchs wären außer­dem wei­te­re Ver­dienst­mög­lich­kei­ten und Arbeits­be­din­gun­gen aus­schlag­ge­ben­de Fak­to­ren.

Die Mono­pol­kom­mis­si­on – ein Bera­ter­gre­mi­um der Bun­des­re­gie­rung – hat­te sich für eine Rück­kehr zur Meis­ter­pflicht in vie­len Beru­fen aus­ge­spro­chen. Eine Aus­wei­tung des “Meis­ter­zwangs” dürf­te zu einem deut­li­chen Rück­gang der Betriebs­grün­dun­gen in zulas­sungs­frei­en Gewer­ken füh­ren, hieß es in einem zu Jah­res­an­fang vor­ge­leg­ten neu­en Bericht.

Der Weg­fall der Pflicht habe zu einem “Grün­dungs­boom” geführt. Die Kun­den pro­fi­tier­ten “von einer stär­ke­ren qua­li­ta­ti­ven Dif­fe­ren­zie­rung” hand­werk­li­cher Leis­tun­gen. Das bedeu­tet laut der Mono­pol­kom­mis­si­on, sie kön­nen selbst ent­schei­den, für wel­che Arbeit sie einen teu­re­ren Meis­ter­be­trieb enga­gie­ren und einen güns­ti­ge­ren Anbie­ter.

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(rt deutsch/dpa) 

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Iran und China einigen sich auf Mega-Deal – Russland mit an Bord


Es dürf­te kein Geheim­nis sein, dass der Iran über schier uner­mess­li­che Men­gen stra­te­gi­scher Roh­stof­fe ver­fügt, dar­un­ter Öl und Gas. Nicht weni­ge inter­na­tio­na­le Beob­ach­ter sind der Ansicht, dass dies einer der Haupt­grün­de dafür ist, dass sich die “west­li­che Wer­te­ge­mein­schaft” so sehr um die Zukunft des Lan­des sorgt.

Bereits im Jahr 2016 unter­zeich­ne­ten Chi­na und der Iran eine “stra­te­gi­sche Part­ner­schaft”. Vor weni­gen Tagen dann reis­te der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif ins Reich der Mit­te, um einen ent­spre­chen­den Fahr­plan [road map, Anm. d. Red.] und kon­kre­te Inhal­te zur Dis­kus­si­on zu stel­len.

Die Inhal­te etli­cher der dis­ku­tier­ten Eck­punk­te dran­gen nicht an die Öffent­lich­keit. Eines scheint jedoch bereits jetzt sicher : Die alten und neu­en Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen Tehe­ran und Bei­jing sym­bo­li­sie­ren viel­leicht ein­drück­li­cher als bereits zuvor die statt­fin­den­de Ver­schie­bung der glo­ba­len Kräf­te­ver­hält­nis­se.

Die zen­tra­le Säu­le des Deals mit einer Lauf­zeit von 25 Jah­ren besteht dem­nach in einem chi­ne­si­schen Inves­ti­ti­ons­pa­ket in Höhe von 280 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den ira­ni­schen Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Sek­tor. Der immense Betrag kann in den ers­ten fünf Jah­ren der Ver­trags­lauf­zeit zur Ver­fü­gung gestellt wer­den, wobei vor­ge­se­hen ist, dass wei­te­re Gel­der in einem Fünf­jah­res­zy­klus bereit­ge­stellt wer­den. Vor­aus­set­zung ist die Zustim­mung bei­der Ver­trags­par­tei­en.

Mehr zum The­ma — Trump bei G7-Gip­fel : “Ich will kei­nen Regi­me­chan­ge im Iran, son­dern das Land wie­der reich machen”

Hin­zu kom­men von chi­ne­si­scher Sei­te wei­te­re 120 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die unter glei­chen Bedin­gun­gen in den ira­ni­schen Trans­port- und Fer­ti­gungs­sek­tor inves­tiert wer­den sol­len.

Auch im Fall Chi­nas erfol­gen Inves­ti­tio­nen nicht ohne Gegen­leis­tun­gen. So erhal­ten chi­ne­si­sche Unter­neh­men exklu­si­ve Vor­kaufs­rech­te für neue, gestopp­te oder unvoll­ende­te Pro­jek­te im Öl- und Gas­sek­tor. Glei­ches gilt für Mög­lich­kei­ten im petro­che­mi­schen Bereich, inklu­si­ve des ent­spre­chen­den Tech­no­lo­gie- und Per­so­nal­trans­fers.

Dies wird bis zu 5.000 chi­ne­si­sche Sicher­heits­fach­leu­te auf ira­ni­schem Boden beinhal­ten, um chi­ne­si­sche Pro­jek­te in Chi­na zu schüt­zen. Hin­zu kommt wei­te­res Per­so­nal und Mate­ri­al, um den mög­li­chen Trans­fer von Öl, Gas und petro­che­mi­schen Pro­duk­ten vom Iran nach Chi­na abzu­si­chern, wenn nötig, auch durch den Per­si­schen Golf”, erklär­te dem­zu­fol­ge eine ira­ni­sche Quel­le.

Doch damit nicht genug des stra­te­gi­schen Enga­ge­ments in das Land, das erneut unter mas­si­ven US-Sank­tio­nen, nach Ansicht von US-Prä­si­dent Donald Trump gar den “här­tes­ten (Sank­tio­nen) aller Zei­ten” lei­det.

Chi­na wird von der ira­ni­schen Regie­rung eben­so die Mög­lich­keit erhal­ten, alle Öl‑, Gas- und petro­che­mi­schen Pro­duk­te mit einem garan­tier­ten Min­destra­batt zu kau­fen.

Unter den Bedin­gun­gen des neu­en Abkom­mens wer­de Chi­na zudem das Recht ein­ge­räumt, Zah­lun­gen für die ent­spre­chen­den ira­ni­schen Pro­duk­te um bis zu zwei Jah­re zu ver­schie­ben. Chi­na wird sei­nen Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen, neben dem Ren­min­bi, auch in “wei­chen Wäh­run­gen” nach­kom­men kön­nen. Wäh­run­gen, die es etwa aus Geschäf­ten in Afri­ka und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on (FSU) gewon­nen hat.

Auch hier wird Chi­na daher dem Trend fol­gen, den US-Dol­lar für eige­ne Waren­ge­schäf­te zuneh­mend zu umge­hen. Chi­nas Enga­ge­ment beim Auf­bau der ira­ni­schen Pro­duk­ti­ons­in­fra­struk­tur bewegt sich dabei ganz im Ein­klang mit dem Kon­zept sei­ner “One Belt, One Road”-Initiative, der soge­nann­ten Neu­en Sei­den­stra­ße.

Mehr zum The­ma — Bank of Chi­na geneh­migt Kre­di­te im Wert von 140 Mil­li­ar­den US-Dol­lar für Sei­den­stra­ßen­pro­jek­te

Chi­na beab­sich­tigt bei sei­nen Vor­ha­ben im Iran, die vor Ort ver­füg­ba­ren kos­ten­güns­ti­gen Arbeits­kräf­te zu nut­zen, um Fabri­ken zu bau­en, die von gro­ßen chi­ne­si­schen Pro­duk­ti­ons­un­ter­neh­men ent­wi­ckelt und kon­stru­iert wer­den und dabei auf in Chi­na bewähr­te Spe­zi­fi­ka­tio­nen und Abläu­fe set­zen.

Die dar­aus resul­tie­ren­den Pro­duk­te wer­den über Stre­cken, die durch Chi­nas zuneh­men­des Enga­ge­ment in der ira­ni­schen Ver­kehrs­in­fra­struk­tur gebaut oder erneu­ert wer­den, auf den west­li­chen Markt gelan­gen kön­nen.

Als der Ent­wurf des Abkom­mens Ende August dem ira­ni­schen Obers­ten Füh­rer Ali Cha­men­ei von Irans Vize­prä­si­dent Eshagh Dscha­han­gi­ri und hoch­ran­gi­gen Per­sön­lich­kei­ten des Wirt­schafts- und Finanz­mi­nis­te­ri­ums, des Erd­öl­mi­nis­te­ri­ums und des Isla­mi­schen Revo­lu­ti­ons­gar­den­korps vor­ge­stellt wur­de, ver­kün­de­te die­ser, dass der Iran einen Ver­trag mit Chi­na unter­zeich­net habe, um ein Pro­jekt zur Elek­tri­fi­zie­rung der rund 900 Kilo­me­ter lan­gen Haupt­ei­sen­bahn­stre­cke zwi­schen Tehe­ran und der nord­öst­li­chen Stadt Masch­had durch­zu­füh­ren.

Dscha­han­gi­ri füg­te hin­zu, dass es auch Plä­ne gäbe, eine Hoch­ge­schwin­dig­keits-Eisen­bahn­stre­cke von Tehe­ran über Ghom nach Isfa­han zu bau­en und die­ses aus­ge­bau­te Netz durch Tab­ris bis in den Nord­wes­ten zu erwei­tern.

Tab­ris, Hei­mat einer Rei­he von wich­ti­gen Öl- und Gas-Pro­duk­ti­ons­stät­ten und Aus­gangs­punkt für die Gas­pipe­line Tab­ris-Anka­ra, soll ein Dreh­kreuz der 2.300 Kilo­me­ter lan­gen Neu­en Sei­den­stra­ße wer­den, um Urum­qi (die Haupt­stadt der west­li­chen chi­ne­si­schen Xin­jiang-Pro­vinz) mit Tehe­ran und dadurch auch Kasach­stan, Kir­gi­si­stan, Usbe­ki­stan und Turk­me­ni­stan zu ver­bin­den, bevor sie dann über die Tür­kei nach Euro­pa führt.

Das Pipe­line-Pro­jekt erfor­dert dem­zu­fol­ge die Zusam­men­ar­beit mit Russ­land und den Staa­ten der ehe­ma­li­gen Sowjet­uni­on. So ent­hält die chi­ne­sisch-ira­ni­sche Ver­ein­ba­rung laut ira­ni­scher Quel­le eine Klau­sel, die es min­des­tens einem rus­si­schen Unter­neh­men ermög­licht, sich neben einem chi­ne­si­schen Betrei­ber auch zu ver­güns­tig­ten Kon­di­tio­nen an der stra­te­gi­schen Part­ner­schaft zu betei­li­gen.

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