Ukrainischer Oligarch : NATO soll sich Pampers kaufen


Die Hoff­nun­gen nach den Pro­tes­ten im Win­ter 2013/2014 auf dem zen­tra­len Mai­dan-Platz in der ukrai­ni­schen Haupt­stadt Kiew wur­den nicht erfüllt. Der Putsch gegen den gewähl­ten Prä­si­den­ten Wik­tor Janu­ko­witsch im Febru­ar 2014, durch­ge­führt von radi­ka­len Ultra­na­tio­na­lis­ten mit Unter­stüt­zung aus dem Aus­land, soll­te den Weg in Rich­tung Wes­ten ebnen. Olig­ar­chen wie Igor Kolo­mo­js­kij, obwohl selbst ein jüdi­scher Ukrai­ner mit israe­li­schem Pass, finan­zier­ten Schlä­ger­trupps wie den Rech­ten Sek­tor und mach­ten spä­ter Jagd auf die rus­sisch­spra­chi­ge Bevöl­ke­rung im Osten der Ukrai­ne, die den Putsch in Kiew nicht gut­hieß. 

Doch statt EU- und NATO-Bei­tritt, wie von vie­len Ukrai­nern erhofft und vom dama­li­gen Prä­si­den­ten Petro Poro­schen­ko immer wie­der in Aus­sicht gestellt, wur­de nichts. Statt­des­sen schick­te Kiew sei­ne Trup­pen gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung in den Don­bass und schreck­te nicht davor zurück, offen rechts­ra­di­ka­le und sogar mit dem Nazis­mus sym­pa­thi­sie­ren­de Mili­zen für die­sen Zweck ein­zu­set­zen. Auch hier misch­te Kolo­mo­js­kij ganz vor­ne mit und zahl­te Mil­lio­nen an Batail­lo­ne wie “Aidar”, “Dnipro” oder “Asow”.

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Nach­dem sich der Olig­arch aber mit Petro Poro­schen­ko ver­warf, unter­stütz­te er den in der Ukrai­ne belieb­ten Komö­di­an­ten Wla­di­mir Selens­kij bei des­sen Wahl­kampf gegen Amts­in­ha­ber Poro­schen­ko. Mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit wur­de Selens­kij im Früh­jahr 2019 zum Prä­si­den­ten der Ukrai­ne gewählt.

Bis­lang hielt sich sein Spon­sor mit einer kla­ren poli­ti­schen Posi­tio­nie­rung zurück. Aber nach­dem Selens­kij in den Sturm des inner­po­li­ti­schen US-Orkans geriet und auf­grund eines Tele­fo­nats zwi­schen ihm und US-Prä­si­dent Donald Trump Vor­wür­fe von Amts­miss­brauch auf­ge­kom­men sind, ist Kolo­mo­js­kij in einem Inter­view mit der New York Times mit deut­li­chen Wor­ten aus der Deckung gekom­men.

Es wäre an der Zeit für die Ukrai­ne, den Wes­ten auf­zu­ge­ben und sich wie­der Russ­land zuzu­wen­den, sag­te er. “Wir müs­sen unse­re Bezie­hun­gen ver­bes­sern”, so Kolo­mo­js­kij wei­ter. Und dann hol­te er gegen die USA aus :

Die Leu­te wol­len Frie­den, ein gutes Leben, sie wol­len nicht im Krieg sein. Und ihr zwingt uns im Krieg zu sein, und gebt uns nicht ein­mal Geld dafür.

Die­ser gan­ze poli­ti­sche Rum­mel in den USA rund um Donald Trump und das Amts­ent­he­bungs­ver­fah­ren, hät­ten ihn voll­ends davon über­zeugt, dass es für die Ukrai­ne kei­nen Platz im Wes­ten gibt. Man müs­se sich der Rea­li­tät stel­len, sag­te er wei­ter, dass die EU und NATO sein Land nie­mals auf­neh­men wür­den. “Ihr alle wer­det uns nicht anneh­men”. Er habe sei­ne Mei­nung und Ein­stel­lung gegen­über Russ­land nicht geän­dert, doch der Wes­ten habe die Ukrai­ne ent­täuscht. Und Kiew müs­se schließ­lich sei­ne eige­nen Inter­es­sen ver­fol­gen, und wenn es nicht mit dem Wes­ten klappt, dann eben mit Russ­land.

Es bringt nichts, Zeit für lee­res Geschwätz zu ver­schwen­den. Wäh­rend Russ­land es lie­ben wür­de, uns in einen neu­en War­schau­er Pakt zu brin­gen.

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka wür­den die Ukrai­ne nur dazu benut­zen, um Mos­kau geo­po­li­tisch zu schwä­chen :

Krieg gegen Russ­land, bis auf den letz­ten Ukrai­ner.

Eine Wie­der­an­nä­he­rung an Mos­kau sei für Kiew eine Fra­ge des wirt­schaft­li­chen Über­le­bens gewor­den. Das Kriegs­trau­ma in der Ost­ukrai­ne wäre in “fünf, zehn Jah­ren” ver­ges­sen, mein­te er. Russ­land könn­te bei­spiels­wei­se die Kre­di­te des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds erset­zen, nach­dem die­se zuletzt die Aus­zah­lung einer Kre­dit­tran­che zurück­ge­hal­ten hat­te und damit die Regie­rung in Kiew ver­är­ger­te. Mos­kau “wür­de uns noch heu­te” das Geld geben, zeig­te sich Kolo­mo­js­kij sicher. Und was wäre ohne­hin der schnells­te Weg um die Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Nach­barn zu nor­ma­li­sie­ren ? “Nur Geld”, beant­wor­te­te er selbst sei­ne rhe­to­ri­sche Fra­ge. 

Soll­te Trump die Prä­si­dent­schafts­wah­len nächs­tes Jahr ver­lie­ren und die Demo­kra­ten ver­su­chen, Druck auf Kiew aus­zu­üben, “gehen wir nach Russ­land”. Und dann wür­den “rus­si­sche Pan­zer in der Nähe von Kra­kau und War­schau sta­tio­niert”, füg­te er hin­zu.

Eure NATO wird sich in die Hosen machen und Pam­pers kau­fen.

Damit insi­nu­ier­te Igor Kolo­mo­js­kij, dass Russ­land wie zu Zei­ten der Sowjet­uni­on wie­der Trup­pen an die West­gren­ze nach Brest und Lwow ver­le­gen könn­te. Aller­dings dürf­te es sich bei die­sen Mut­ma­ßun­gen mehr um geziel­te Sei­ten­hie­be in Rich­tung Washing­ton, Brüs­sel, Ber­lin und War­schau han­deln, als um ernst­ge­mein­te Absich­ten. Denn der ukrai­ni­sche Olig­arch erwähn­te auch, dass er fie­ber­haft dar­an arbei­te, die Vor­aus­set­zun­gen für ein Ende des Krie­ges in der Ost­ukrai­ne zu fin­den, was er offen­sicht­lich nicht im Inter­es­se der USA hält. Des­halb woll­te er der New York Times auch kei­ne wei­te­ren Ein­zel­hei­ten nen­nen, weil die “Ame­ri­ka­ner es ver­bo­cken und sich dem ent­ge­gen­stel­len wer­den.”

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RT Deutsch


Slawischer Schild“: Russisch-serbisches Manöver soll jährlich stattfinden – russischer General


Russ­land und Ser­bi­en haben laut Gene­ral­leut­nant Juri Grechow, dem Kom­man­deur der rus­si­schen Flug­ab­wehr­trup­pen, vor, die gemein­sa­me mili­tä­ri­sche Übung, die die­ses Jahr zum ers­ten Mal abge­hal­ten wor­den ist, jähr­lich durch­zu­füh­ren. Dies teil­te die Agen­tur RIA Novos­ti am Sams­tag mit.
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EU hat Initiative verloren, nun soll Russland Kosovo-Verhandlungen bei Uno einleiten – Experte


Russ­land soll laut Dr. Dušan Proro­ko­vić vom Ser­bi­schen Insti­tut für inter­na­tio­na­le Poli­tik und Wirt­schaft neue Ver­hand­lun­gen über das Pro­blem von Koso­vo und Meto­chi­en im Rah­men der Ver­ein­ten Natio­nen ein­lei­ten, nach­dem die Initia­ti­ve von­sei­ten der EU ver­lo­ren gegan­gen ist.
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Al-Baghdadi : Mehrfach totgesagter Terrorist soll nun endgültig tot sein (Video)


Mehr zum The­ma — Syri­en : “Er jam­mer­te und starb wie ein Hund” – Angeb­li­ches Wohn­haus von Bagh­da­di nach US-Über­fall 

Doch selbst wenn der selbst­er­nann­te “Kalif” die­ses Mal nicht wie­der von den Toten auf­er­steht, wäre der isla­mis­ti­sche Ter­ror in der Regi­on damit nicht besiegt. Nicht zuletzt, weil die Anti-Ter­ror­stra­te­gie des Wes­tens, ins­be­son­de­re der Ame­ri­ka­ner, für ste­ti­gen Nach­wuchs in den Rei­hen der Isla­mis­ten sorgt.

Bemer­kens­wert ist jeden­falls der Zeit­punkt der von Trump ver­kün­de­ten Erfolgs­mel­dung im Kampf gegen den IS. Denn der von ihm jüngst befoh­le­ne Abzug der US-Trup­pen aus Nord­sy­ri­en geriet für den US-Prä­si­den­ten zu einem PR-Desas­ter, das vom Tod al-Bagh­da­dis über­schat­tet wer­den könn­te.

RT Deutsch


Norbert Röttgen : Deutschland soll “Gestaltungsmacht” werden


von Zlat­ko Per­ci­nic

Es sei an der Zeit für einen “Para­dig­men­wech­sel”, sag­te Rött­gen am Frei­tag vor Jour­na­lis­ten aus dem In- und Aus­land. Gemeint ist damit der Vor­stoß von CDU-Che­fin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er auf der gro­ßen welt­po­li­ti­schen Büh­ne, eine “euro­päi­sche Sicher­heits­zo­ne” in Nord­sy­ri­en errich­ten zu wol­len. Die “völ­ker­rechts­wid­ri­ge” Besat­zung der Tür­kei müs­se auf­hö­ren. Das sei für ein NATO-Mit­glied “nicht akzep­ta­bel” und nicht mit den Wer­ten der trans­at­lan­ti­schen Alli­anz ver­ein­bar. Dabei spar­te er auch nicht mit Kri­tik gegen­über Russ­land, dem er eben­so wie der Tür­kei in Syri­en Völ­ker­rechts­bruch vor­warf. 

Doch die här­tes­te Kri­tik spar­te sich der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses für die EU auf. Sie sei weder bei den Vor­be­rei­tun­gen zum tür­ki­schen Ein­marsch in Syri­en noch danach in der Lage gewe­sen, mit einer geein­ten Stim­me zu spre­chen und eine kla­re Posi­ti­on gegen­über Anka­ra zu bezie­hen. “Bedau­erns­wer­ter­wei­se” war die EU außen­po­li­tisch in die­ser Hin­sicht ein “Total­aus­fall”, mein­te Rött­gen. 

Des­halb müs­se Deutsch­land “Hand­lungs­ver­ant­wor­tung” auf Basis “eige­ner Inter­es­sen” über­neh­men und nicht mehr nur mit Ana­ly­sen und Kom­men­ta­ren von der Sei­ten­li­nie das Gesche­hen beob­ach­ten. Nach dem Rück­zug der USA nicht nur aus Nord­sy­ri­en, son­dern auch aus der geo­stra­te­gi­schen Rol­le des Hege­mons in der Regi­on ent­steht ein Macht­va­ku­um, wel­ches die Dyna­mik der Geo­po­li­tik ver­än­dert. Zudem drän­gen Akteu­re wie Russ­land, der Iran und eben auch die Tür­kei in die­ses regio­na­le Vaku­um, was den Euro­pä­ern beson­ders bit­ter auf­stößt.

Damit man das Feld ins­be­son­de­re nicht den Rus­sen über­lässt, die man in den ver­gan­ge­nen Jah­ren als Feind­bild auf­ge­baut und ent­spre­chend behan­delt hat und man sich in der Syri­en­fra­ge nun doch aus einer Posi­ti­on der Schwä­che an Mos­kau rich­ten muss, sol­len die “E3” es rich­ten. Gemeint sind Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en. Dafür müs­se man “beherrsch­ba­re Risi­ko­be­reit­schaft” zei­gen, so Rött­gen, um die “eige­nen Inter­es­sen” auch gege­be­nen­falls mili­tä­risch abzu­si­chern. Deutsch­land soll wie­der “Gestal­tungs­macht” wer­den. 

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RT Deutsch frag­te den CDU-Poli­ti­ker, wel­che Inter­es­sen denn in Nord­sy­ri­en ver­folgt wer­den, die die­sen “Para­dig­men­wech­sel” recht­fer­ti­gen sol­len ? Es folg­te eine alt­be­kann­te Ant­wort, die immer wie­der als Recht­fer­ti­gung für Aus­lands­ein­sät­ze der Bun­des­wehr her­hal­ten muss : die Ver­tei­di­gung unse­rer Sicher­heit. Die­ses Argu­ment wur­de bereits 2002 vom dama­li­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Peter Struck ange­führt, als die­ser die Ent­sen­dung von deut­schen Sol­da­ten nach Afgha­ni­stan mit den Wor­ten recht­fer­tig­te, dass “die Sicher­heit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auch am Hin­du­kusch ver­tei­digt wird.” 

Wel­che ande­ren Inter­es­sen außer der Ver­tei­di­gung der Sicher­heit ver­folgt wer­den sol­len, woll­te Rött­gen dann doch nicht sagen. So wie er auch die Fra­ge nicht zu beant­wor­ten ver­moch­te, ob die geplan­te euro­päi­sche Sicher­heits­zo­ne in Nord­sy­ri­en eine ande­re Form des­sen sei, was er im Jahr 2015 gefor­dert hat­te, näm­lich eine mili­tä­ri­sche Prä­senz des Wes­tens, um Syri­en “nicht dem IS, Assad und Putin (zu) über­las­sen.” An die­se Aus­sa­ge woll­te sich Rött­gen nicht mehr erin­nern und mein­te, dass er so etwas nie gesagt habe. Zumin­dest wer­den die­se Wor­te auf der Sei­te des Bun­des­ta­ges dem Vor­sit­zen­den des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses zuge­ord­net.

Ein Teil der deut­schen Poli­tik – und auch der Bun­des­wehr – sieht das ent­ste­hen­de Macht­va­ku­um, das durch den stra­te­gi­schen Rück­zug der USA ent­steht, nicht nur als Bedro­hung, son­dern auch als Chan­ce, Deutsch­land wie­der zu einer “Gestal­tungs­macht” zu machen, um die Wor­te von Nor­bert Rött­gen zu gebrau­chen. Allein schafft das Ber­lin aber nicht, das ist auch ihnen bewusst. Des­halb sol­len es die E3-Staa­ten rich­ten. Rött­gen for­mu­lier­te bereits beim Ber­li­ner Forum Außen­po­li­tik der Kör­ber-Stif­tung vor knapp einem Jahr den Wunsch, dass sich inner­halb der EU eine “Avant­gar­de-Grup­pe” bil­den soll­te, die sich auf “eine gemein­sa­me außen­po­li­ti­sche Poli­tik eini­gen und die­se auch umset­zen” soll. Wie es scheint, ist man in die­ser Hin­sicht einen gro­ßen Schritt wei­ter­ge­kom­men. 

Mehr zum The­ma — Droht der EU eine Zer­set­zung von innen ? 

RT Deutsch


US-Kongressmitglieder : Ukrainisches „Asow“ soll als Terrororganisation anerkannt werden


Der Abge­ord­ne­te des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses und Demo­krat Max Rose sowie ande­re Kon­gress­mit­glie­der haben das Außen­mi­nis­te­ri­um des Lan­des auf­ge­for­dert, das ukrai­ni­sche Regi­ment „Asow“ in die Lis­te aus­län­di­scher Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­zu­neh­men.
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Untersuchungsausschuss soll Scheuers Vorgehen bei Pkw-Maut durchleuchten


Ein Unter­su­chungs­aus­schuss des Bun­des­tags soll das umstrit­te­ne Vor­ge­hen von Ver­kehrs­mi­nis­ter Andre­as Scheu­er (CSU) bei der geplatz­ten Pkw-Maut durch­leuch­ten. Die Oppo­si­ti­ons­frak­tio­nen von Grü­nen, Lin­ken und FDP brach­ten mit der erfor­der­li­chen Zahl an Abge­ord­ne­ten einen Ein­set­zungs­an­trag auf den Weg, wie es am Diens­tag aus den Frak­tio­nen hieß. Nötig für die Ein­set­zung eines Unter­su­chungs­aus­schus­ses ist ein Vier­tel aller Par­la­men­ta­ri­er.

Das Gre­mi­um soll die Maut-Vor­be­rei­tun­gen seit dem Start der vor­he­ri­gen gro­ßen Koali­ti­on Ende 2013 über­prü­fen. Damit rückt auch der Ex-Minis­ter und jet­zi­ge CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt ins Visier. Die Oppo­si­ti­on warnt vor Mil­lio­nen­schä­den. Scheu­er wies die Vor­wür­fe zurück.

Der Unter­su­chungs­aus­schuss soll das Ver­hal­ten der Regie­rung und beson­ders des Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­ums bei der Vor­be­rei­tung sowie der Ver­ga­be und der schließ­li­chen Kün­di­gung der Betrei­ber­ver­trä­ge “umfas­send auf­klä­ren”, wie es in dem Antrag heißt. Über­prüft wer­den sol­len die Vor­gän­ge unter recht­li­chen und haus­häl­te­ri­schen Gesichts­punk­ten, dies gel­te auch für “die per­sön­li­chen und poli­ti­schen Ver­ant­wort­lich­kei­ten und die Auf­klä­rungs- und Infor­ma­ti­ons­pra­xis” gegen­über dem Par­la­ment. Zudem sol­len grund­le­gen­de Annah­men der Regie­rung zur Wirt­schaft­lich­keit, zu Ein­nah­men und zur Wir­kungs­wei­se der Maut unter die Lupe genom­men wer­den.

Scheu­er steht unter Druck, weil er die Ver­trä­ge zur Erhe­bung und Kon­trol­le der Maut mit den Betrei­bern Kapsch und CTS Even­tim schon 2018 geschlos­sen hat­te, bevor end­gül­ti­ge Rechts­si­cher­heit bestand. Der Euro­päi­sche Gerichts­hof (EuGH) erklär­te die Maut Mit­te Juni für rechts­wid­rig. Direkt nach dem Urteil kün­dig­te der Bund die Ver­trä­ge. Dar­aus könn­ten For­de­run­gen der Fir­men in Mil­lio­nen­hö­he resul­tie­ren. Das Minis­te­ri­um argu­men­tiert dage­gen, es sei in der Pflicht gewe­sen, die Maut schnell umzu­set­zen, um erwar­te­te Ein­nah­men zu sichern.

FDP-Ver­kehrs­ex­per­te Oli­ver Luk­sic sag­te, Scheu­er habe das Pro­jekt Pkw-Maut zwar nicht allein zu ver­ant­wor­ten. “Er hat aber ohne Not selbst mas­si­ve und teu­re Fehl­ent­schei­dun­gen getrof­fen.” Bis heu­te wür­den dem Bun­des­tag wich­ti­ge Doku­men­te vor­ent­hal­ten. Die­ses Vor­ge­hen sei eines Minis­ters unwür­dig und müs­se durch den Aus­schuss auf­ge­klärt wer­den. Grü­nen-Exper­te Ste­phan Kühn sag­te, das Gre­mi­um sol­le zei­gen, wel­che Kos­ten auf den Bund zukom­men, für die Scheu­er die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung tra­ge. “Das sind wir den Steu­er­zah­lern schul­dig.” Der Lin­ke-Ver­kehrs­po­li­ti­ker Jörg Cezan­ne sag­te, Scheu­er sei weder in der Lage, Scha­den abzu­wen­den, noch wil­lens, an einer Auf­klä­rung mit­zu­wir­ken.

Scheu­er sag­te mit Blick auf den Unter­su­chungs­aus­schuss : “Ich wer­de alles dar­an­set­zen, auf­zu­klä­ren, was noch offen wäre aus der Sicht der Par­la­men­ta­ri­er.” Er habe dem Par­la­ment bereits zahl­rei­che Unter­la­gen zur Ver­fü­gung gestellt. Scheu­er sag­te, er begrei­fe den Unter­su­chungs­aus­schuss als Chan­ce zur Ver­sach­li­chung und zur Auf­klä­rung. “Den Vor­wurf, wir wür­den etwas geheim hal­ten, wei­se ich zurück.” Das Minis­te­ri­um habe umfäng­lich infor­miert.

For­de­run­gen aus der Oppo­si­ti­on nach einem Rück­tritt lehn­te Scheu­er ab. Er füh­re das Amt mit Lei­den­schaft und viel Freu­de : “Ich möch­te mich für die Bür­ger auf eine gute Ver­kehrs­po­li­tik kon­zen­trie­ren.” Das Schei­tern der Pkw-Maut sei “sehr uner­freu­lich”. Er ärge­re sich am aller­meis­ten. Es feh­le Geld für die Stra­ßen­in­fra­struk­tur, und es sei ein Pro­jekt geschei­tert, das not­wen­dig gewe­sen wäre.

Rücken­de­ckung kam von Uni­ons­frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus (CDU). “Der Stuhl von Herrn Scheu­er, der wackelt natür­lich nicht”, sag­te er auf eine ent­spre­chen­de Fra­ge. Scheu­er sei “ein guter Ver­kehrs­mi­nis­ter, der sehr viel bewegt, der sehr inno­va­tiv ist”. Zugleich beton­te Brink­haus, es sei das grund­sätz­li­che Recht der Oppo­si­ti­on, Unter­su­chungs­aus­schüs­se ein­zu­be­ru­fen. Das respek­tie­re man.

Die Ein­set­zung muss noch der Bun­des­tag beschlie­ßen. Das Gre­mi­um soll laut Antrag neun Mit­glie­der haben – drei der Uni­on, zwei der SPD und je ein Mit­glied von AfD, Lin­ke, FDP und Grü­nen. In die­ser Wahl­pe­ri­ode gibt es schon einen Unter­su­chungs­aus­schuss zum Anschlag auf dem Ber­li­ner Breit­scheid­platz im Jahr 2016. Der Ver­tei­di­gungs­aus­schuss hat sich zudem als Unter­su­chungs­aus­schuss kon­sti­tu­iert, um umstrit­te­ne Bera­ter­ver­trä­ge des Minis­te­ri­ums zu unter­su­chen. Unter­su­chungs­aus­schüs­se kön­nen für ihre Arbeit unter ande­rem Zeu­gen laden und Akten anfor­dern.

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(rt deutsch / dpa)

RT Deutsch


Kann Atomwaffen transportieren : US-Kampfjet F/A‑18 soll Tornado-Nachfolger werden


Bei der Suche nach einem Nach­fol­ge­mo­dell für die seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setz­ten Tor­na­do-Flug­zeu­ge scheint das Boe­ing-Modell F/A‑18 aus den USA das Ren­nen zu machen.

Bis 2025 will die Luft­waf­fe die 90 Kampf­jets aus­mus­tern, von denen der­zeit eini­ge über Syri­en und dem Irak im Ein­satz gegen den IS sind, da mit dem Alter die Kos­ten für deren War­tung und Instand­hal­tung stei­gen.

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Gleich­zei­tig soll­te es die bom­ben­wer­fen­de Woll­milch­sau wer­den. Der Tor­na­do-Nach­fol­ger soll nicht nur als Bom­ber und Auf­klä­rungs­flug­zeug sowie in der soge­nann­ten elek­tro­ni­schen Kampf­füh­rung agie­ren kön­nen, son­dern auch die nuklea­re Teil­ha­be gewähr­leis­ten.

Denn ein Teil der deut­schen Flot­te soll die in Büchel sta­tio­nier­ten US-Atom­waf­fen trans­por­tie­ren kön­nen. Und dafür ist ein kom­pli­zier­ter Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess durch die USA erfor­der­lich.

Der F‑35, den Washing­ton gern ver­kauft hät­te, kommt dafür auf­grund der gemein­sa­men Kampf­jet-Ent­wick­lung durch Paris und Ber­lin nicht in Fra­ge. Der der­zeit zu beschlie­ßen­de Tor­na­do-Nach­fol­ger ist als Über­gangs­mo­dell zu sehen, da Ber­lin und Paris geplant haben, gemein­sam einen neu­en Kampf­jet zu ent­wi­ckeln, was jedoch nicht vor 2040 gesche­hen wird.

Mehr zum The­ma — Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Frank­reichs : “NATO-Soli­da­ri­täts­klau­sel heißt Arti­kel 5, nicht Arti­kel F‑35”

Die dama­li­ge Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en hat­te im Janu­ar die­ses Jah­res als mög­li­ches Nach­fol­ge­mo­dell den Euro­figh­ter von Air­bus sowie den US-Kampf­jet F/A‑18 genannt.

Maß­geb­lich für die Eig­nungs­prü­fung bei­der Model­le ist für Ber­lin die Fra­ge der Zer­ti­fi­zie­rung für die nuklea­re Teil­ha­be. So erklär­te der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär Tho­mas Sil­ber­horn (CSU) im Febru­ar in sei­ner Ant­wort auf eine Fra­ge im Bun­des­tag :

Wesent­li­che Kri­te­ri­en bei der Betrach­tung sind die Har­mo­ni­sie­rung zum bina­tio­na­len Zukunfts­pro­jekt Next Genera­ti­on Wea­pon System/Future Com­bat Air Sys­tem, der mög­li­che Ein­füh­rungs­zeit­punkt eines Nach­fol­gers sowie der bruch­freie Fähig­keits­er­halt ein­schließ­lich der Son­der­rol­le nuklea­rer Teil­ha­be. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de am 31. Janu­ar 2019 ent­schie­den, die bei­den Waf­fen­sys­te­me Euro­figh­ter und F/A‑18 im Wei­te­ren als Lösungs­op­tio­nen zu unter­su­chen.

Nach einem Tref­fen mit ihrem US-Amts­kol­le­gen Mark Espers beton­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er in der ver­gan­ge­nen Woche erneut, dass es um “die Fähig­kei­ten” des neu­en Tor­na­dos gehe und die­se “bruch­los” sicher­ge­stellt wer­den müss­ten.

Mein Ziel ist es, dass wir im nächs­ten Jahr schnell, und zwar so schnell wie mög­lich, auch zu kla­ren Ent­schei­dun­gen kom­men, sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er.

Es geht also vor­ran­gig um das Kri­te­ri­um der Schnel­lig­keit, mit dem die Zer­ti­fi­zie­rung für den Ein­satz von Atom­waf­fen vor­an­geht. Da es sich um US-Nukle­ar­waf­fen han­delt, ist eine Frei­ga­be aus Washing­ton erfor­der­lich.

Von der Ley­en hat­te Washing­ton in ihrer Amts­zeit dar­um gebe­ten, ihr Minis­te­ri­um über Kos­ten und Zeit­räu­me für die jewei­li­ge Zer­ti­fi­zie­rung zu infor­mie­ren.

Laut der Süd­deut­schen Zei­tung vom Frei­tag lie­gen die­se Infor­ma­tio­nen nun vor. Dem­nach könn­te die Zer­ti­fi­zie­rung des Euro­figh­ters drei bis fünf Jah­re län­ger bean­spru­chen als jene des US-Modells. Beim Euro­figh­ter wären somit nicht alle Fähig­kei­ten gemäß den For­de­run­gen der Ame­ri­ka­ner “bruch­los”, also ohne Unter­bre­chung, schnell genug gewähr­leis­tet.

Die schnel­le­re Zer­ti­fi­zie­rung des F/A‑18-Boe­ing-Jets hängt zum einen mit der US-Her­kunft der Tech­nik zusam­men. Eine frü­he­re Bau­rei­he des US-Kampf­jets habe die­se Zulas­sung bereits gehabt.

Wenig über­ra­schend gibt es wei­ter­hin “natür­lich”, so Tho­mas Wie­gold im Blog Augen Gera­de­aus, …

… den Anreiz, ein US-Pro­dukt für einen Ver­kauf schnel­ler export­fä­hig zu machen, als das euro­päi­sche Kon­kur­renz­pro­dukt dafür zu zer­ti­fi­zie­ren.

Und da eine Unter­bre­chung der nuklea­ren Teil­ha­be laut Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um abso­lut uner­wünscht ist, zu der es im Fal­le einer Ent­schei­dung für den Euro­figh­ter jedoch für eini­ge Jah­re käme, ist die­ser wohl aus dem Ren­nen.

Nach ihrer US-Rei­se hat­te die deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin betont, dass Washing­ton wei­ter ein wich­ti­ger Bünd­nis­part­ner sei. Nach Infor­ma­tio­nen der SZ wur­de der deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin bei ihrem Besuch auch klar gemacht, dass die Ver­tie­fung der mili­tä­ri­schen Zusam­men­ar­beit in Euro­pa auf­merk­sam ver­folgt wer­de. Und dabei dür­fen die USA nicht außen vor blei­ben. Zumin­dest beim Über­gangs­mo­dell des Tor­na­dos wür­den mit der Ent­schei­dung gegen den Euro­figh­ter die Bezie­hun­gen zu Washing­ton nicht ange­kratzt.

Mehr zum The­ma - “Thanks for lea­ving Ger­ma­ny!” – Richard Grenell und der US-Trup­pen­ab­zug

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Brief an Seehofer und Merkel : Deutschland soll Griechenland Flüchtlingskinder abnehmen


In einem am Don­ners­tag ver­öf­fent­lich­ten Schrei­ben an Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und Horst See­ho­fer, unter­zeich­net von Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen wie Pro Asyl, Terre des Hom­mes, dem Deut­schen Kin­der­hilfs­werk und der Dia­ko­nie, heißt es : 

Wir bit­ten Sie drin­gend dar­um, zu han­deln, und für den Schutz der Kin­der und Jugend­li­chen zu sor­gen. Bevor es Win­ter wird, muss gehan­delt wer­den.

See­ho­fer reist an die­sem Don­ners­tag mit sei­nem fran­zö­si­schen Kol­le­gen Chris­to­phe Cas­ta­ner und EU-Innen­kom­mis­sar Dimi­tris Avra­mo­pou­los erst in die Tür­kei, am Frei­tag geht es wei­ter nach Grie­chen­land. In Athen will See­ho­fer mit der Regie­rung über die Lage in den Flücht­lings­la­gern der Ägä­is-Inseln bera­ten.

Dort herr­schen kata­stro­pha­le Zustän­de. Seit Mona­ten set­zen wie­der ver­mehrt Migran­ten von der tür­ki­schen Küs­te zu den Inseln über. Laut EU-Tür­kei-Ver­ein­ba­rung kann Grie­chen­land abge­lehn­te Asyl­be­wer­ber eigent­lich wie­der zurück in die Tür­kei schi­cken. Aller­dings geschieht das nur sel­ten.

Die Situa­ti­on auf den grie­chi­schen Inseln sei “eine erheb­li­che Gefahr für Kin­der und Jugend­li­che”, heißt es in dem Schrei­ben an Mer­kel und See­ho­fer. Ins­ge­samt leb­ten 4.100 unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge in Grie­chen­land – obwohl es nur rund 1.000 geeig­ne­te Unter­brin­gungs­plät­ze gebe :

Durch die unhalt­ba­ren Zustän­de in den Flücht­lings­la­gern in Grie­chen­land müs­sen unbe­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge sowie Fami­li­en als hoch gefähr­det ange­se­hen wer­den.

Zugleich schei­ter­ten immer öfter Zusam­men­füh­run­gen mit Fami­li­en in Deutsch­land : 

Wir bit­ten Sie daher, unbe­glei­te­te min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge aus Grie­chen­land auf­zu­neh­men und zusätz­lich die bestehen­den recht­li­chen Spiel­räu­me für die Zusam­men­füh­rung von Schutz­su­chen­den mit Ange­hö­ri­gen in Deutsch­land zu nut­zen.

(rt deutsch/dpa) 

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Medienbericht : BND soll bislang unbekanntes Video von Anis Amri besitzen


Dem Bun­des­nach­rich­ten­dienst (BND) liegt nach Medi­en­be­rich­ten ein bis­lang unbe­kann­tes Video des Ber­li­ner Weih­nachts­markt-Atten­tä­ters Anis Amri vor, in dem die­ser vor sei­ner Tat Ter­ror ankün­dig­te. Wie Süd­deut­sche Zei­tung, NDR und WDR am Mitt­woch­abend berich­te­ten, soll der Aus­lands­ge­heim­dienst die Ermitt­ler des Bun­des­kri­mi­nal­amts (BKA) zwar im März 2017 über die Exis­tenz der Auf­nah­me infor­miert, sich aber zugleich gewei­gert haben, das wohl mit einem Han­dy auf­ge­nom­me­ne Video zu den Ermitt­lungs­ak­ten zu geben.

Auch die Unter­su­chungs­aus­schüs­se des Bun­des­tags und ver­schie­de­ner Lan­des­par­la­men­te, die an der Auf­klä­rung des Falls arbei­ten, hät­ten es offen­bar nicht gezeigt bekom­men, hieß es. Den Medi­en zufol­ge gibt es kei­ne Hin­wei­se, dass dem BND oder ande­ren deut­schen Behör­den das Amri-Video schon vor des­sen Tat im Jahr 2016 bekannt war. Der BND woll­te sich nicht näher äußern.

Zu etwai­gen Erkennt­nis­sen und zu ope­ra­ti­ven Aspek­ten sei­ner Arbeit berich­tet der BND grund­sätz­lich nur der Bun­des­re­gie­rung und den zustän­di­gen, geheim tagen­den Gre­mi­en des Deut­schen Bun­des­ta­ges”, teil­te ein Spre­cher auf dpa-Anfra­ge mit.

Der BND soll das Video den Berich­ten zufol­ge von einem aus­län­di­schen Geheim­dienst erhal­ten haben. Sei­ne Wei­ge­rung, es wei­ter­zu­ge­ben, wur­de dem­nach mit der Ver­trau­lich­keit begrün­det, zu der er gegen­über dem aus­län­di­schen Dienst ver­pflich­tet sei.

Video soll im Novem­ber 2016 ent­stan­den sein

Die Elf-Sekun­den-Auf­nah­me soll im Novem­ber 2016 ent­stan­den sein, Wochen vor dem Ter­ror-Anschlag auf den Weih­nachts­markt an der Ber­li­ner Gedächt­nis­kir­che vom 19. Dezem­ber 2016. Amri hat­te einen pol­ni­schen Last­wa­gen­fah­rer erschos­sen, war mit des­sen Fahr­zeug in die Men­schen­men­ge gerast und hat­te so elf wei­te­re Men­schen getö­tet und Dut­zen­de ver­letzt. In dem Video sagt Amri den Medi­en zufol­ge auf Ara­bisch :

Oh Allah ! Die­se Schwei­ne, kom­men wir zu ihnen, um sie zu ent­haup­ten!”

Er hält dabei eine Pis­to­le in der Hand, bei der es sich laut den Berich­ten um jene Waf­fe han­deln soll, mit der er spä­ter den Lkw-Fah­rer erschoss. Zum Zeit­punkt der Auf­nah­me galt der zeit­wei­se beob­ach­te­te Amri den Sicher­heits­be­hör­den nicht mehr als akut gefähr­lich. Er ver­kehr­te da zuneh­mend im Dro­gen­mi­lieu und besuch­te nur noch unre­gel­mä­ßig die Moschee.

Der FDP-Obmann im Unter­su­chungs­aus­schuss des Bun­des­tags, Ben­ja­min Stras­ser, for­der­te Auf­klä­rung.

Der BND muss erklä­ren, wann er die­ses Video erhal­ten hat. Aber auch dann bleibt die Fra­ge im Raum, war­um die Sicher­heits­be­hör­den und die Bun­des­re­gie­rung die Auf­klä­rungs­ar­beit des Unter­su­chungs­aus­schus­ses stän­dig blo­ckie­ren und tor­pe­die­ren”, so Stras­ser

Die Lin­ke-Innen­po­li­ti­ke­rin Mar­ti­na Ren­ner sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur : “Geheim­diens­te, ob hie­si­ge oder Part­ner im Aus­land, haben offen­bar selbst bei einem schwe­ren Ter­ror­an­schlag kein Inter­es­se an der Ver­fol­gung der Täter” oder dar­an, dschi­ha­dis­ti­sche Netz­wer­ke aus­zu­he­ben. Dabei habe die Auf­ar­bei­tung der Feh­ler beim rechts­ter­ro­ris­ti­schen NSU gezeigt, dass aus “Igno­ranz gegen­über den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den” schnell eine Sabo­ta­ge der Ermitt­lungs­ar­beit wer­den kön­ne.

Wur­de bei Amri nach sei­nem Tod in Ita­li­en ein wei­te­res Mobil­te­le­fon gefun­den ?

Bis­lang war bekannt, dass Amri vor der Tat in Ber­lin ein Beken­ner­vi­deo auf­ge­nom­men hat­te, in dem er der Ter­ror­mi­liz Isla­mi­scher Staat (IS) die Treue schwor und ein Atten­tat ankün­dig­te. Die­ses Video hat­te der IS nach der Tat im Inter­net ver­öf­fent­licht.

Nach der Tat hat­te die Poli­zei zwei Han­dys von Amri beschlag­nahmt und aus­ge­wer­tet — das nun bekannt­ge­wor­de­ne Video soll nicht dar­auf gewe­sen sein. Eini­ge Mit­glie­der des Unter­su­chungs­aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges fra­gen sich aber bereits län­ger, ob womög­lich bei Amri nach sei­nem Tod in Ita­li­en ein wei­te­res Mobil­te­le­fon gefun­den wur­de. Er war weni­ge Tage nach der Tat auf der Flucht durch Ita­li­en von Poli­zis­ten erschos­sen wor­den.

Die Zeit hat­te bereits im Febru­ar über ein Geheim­pa­pier des Bun­des­am­tes für Ver­fas­sungs­schutz (BfV) berich­tet, dem zufol­ge Amri nach Erkennt­nis­sen von US-Geheim­diens­ten bereits am 23. Okto­ber 2016 ein bis­lang unbe­kann­tes Video an einen IS-Ter­ro­ris­ten in Liby­en ver­schickt hat.

Mehr zum The­ma — Breit­scheid­platz-Anschlag : Abschied von der Ein­zel­tä­ter­the­se

(dpa/rt deutsch)

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