Julian Assange : UN-Sonderberichterstatter spricht von Folter — Mainstreammedien schweigen (Video)


Die Aus­sa­ge des UN-Son­der­be­richt­erstat­ters fin­det in den Main­stream­me­di­en jedoch so gut wie kei­nen Wider­hall. Dabei hat­ten die­se es noch für wich­tig genug befun­den, um über Ass­an­ges Kat­ze, sein Skate­board oder die angeb­lich von ihm mit Exkre­men­ten beschmier­ten Wän­de der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft zu berich­ten.

Wenn es jedoch um einen erns­ten Bei­trag geht, der die­sen Nar­ra­tiv demas­kie­ren und die Fak­ten auf­zei­gen will, dann haben sie dar­an kein Inter­es­se”, beklagt Mel­zer das Schwei­gen der Medi­en zu sei­nem Bericht.

Assan­ge sitzt seit sei­ner Fest­nah­me am 11. April in Groß­bri­tan­ni­en wegen Ver­stö­ßen gegen Kau­ti­ons­auf­la­gen in Haft. Zuvor hat­te er fast sie­ben Jah­re lang in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don Zuflucht gesucht, nach­dem ihm das latein­ame­ri­ka­ni­sche Land poli­ti­sches Asyl gewähr­te. Der gebür­ti­ge Aus­tra­li­er befürch­tet sei­ne Aus­lie­fe­rung an die USA, wo ihm ein Pro­zess wegen Spio­na­ge und Geheim­nis­ver­rat droht. Ein Aus­lie­fe­rungs­ge­such der USA hat der bri­ti­sche Innen­mi­nis­ter bereits bewil­ligt, über das noch ein Gericht ent­schei­den muss.

Mehr zum The­ma — Demo­kra­ti­sche Wer­te und das Schwei­gen der Bun­des­re­gie­rung zum Fall Assan­ge (Video) 

RT Deutsch


Florian Homm spricht Klartext : Was bringen Deutschland die 5G-Milliarden ?


Mehr zum The­ma — Flo­ri­an Homm spricht Klar­text : Wird Chi­na den Han­dels­streit mit den USA gewin­nen ?

Deutsch­land ran­giert schon beim 4G-Netz auf den hin­te­ren euro­päi­schen Plat­zen. Deutsch­land liegt sowohl bei der Netz­ab­de­ckung als auch der Geschwin­dig­keit des Daten­durch­sat­zes weit hin­ten. Län­der wie Polen oder Alba­ni­en sind da bes­ser auf­ge­stellt.

RT Deutsch


Giftgas in Duma : OPCW bestätigt Echtheit des geleakten Berichts, der für Inszenierung spricht


Die Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen (OPCW) hat die Echt­heit eines aus ihren Rei­hen gele­ak­ten Berichts zu dem mut­maß­li­chen Gift­gas­ein­satz am 7. April 2018 im syri­schen Duma bestä­tigt. Der Bericht legt eine Insze­nie­rung des Vor­falls durch die Auf­stän­di­schen nahe.

Gegen­über der “Working Group on Syria, Pro­pa­gan­da and Media”, die das Doku­ment zu Wochen­be­ginn ver­öf­fent­lich­te, hat­te die OPCW noch davon gespro­chen, dass der Bericht kein Teil der offi­zi­el­len Unter­su­chung gewe­sen sei. Des­sen Ver­fas­ser – der OPCW-Inspec­tion Team Lea­der Ian Hen­der­son – gehör­te zudem nicht der Fact Fin­ding Mis­si­on (FFM) an, die von der OPCW mit der Vor-Ort-Unter­su­chung des Vor­falls beauf­tragt war.

Nun gab die Pres­se­ab­tei­lung der OPCW bekannt, dass sie “eine inter­ne Unter­su­chung zur nicht-auto­ri­sier­ten Ver­öf­fent­li­chung” des Doku­ments ein­lei­ten wer­de, womit sie des­sen Echt­heit unmiss­ver­ständ­lich bestä­tig­te.

Wäh­rend sie dar­auf hin­wies, dass sie “Infor­ma­tio­nen über ein­zel­ne Mit­glie­der des Tech­ni­schen Sekre­ta­ri­ats” gemäß der eige­nen Sta­tu­ten nicht preis­ge­ben wer­de, erklär­te die OPCW wei­ter :

Die FFM berück­sich­tigt alle ver­füg­ba­ren, rele­van­ten und zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen und Ana­ly­sen im Rah­men sei­nes Auf­trags zur Ermitt­lung sei­ner Ergeb­nis­se. Gemäß der übli­chen Pra­xis zieht die FFM bei Bedarf Fach­wis­sen aus ver­schie­de­nen Abtei­lun­gen des gesam­ten Tech­ni­schen Sekre­ta­ri­ats her­an. Bei der For­mu­lie­rung des Abschluss­be­richts über den Vor­fall in Duma wur­den alle Infor­ma­tio­nen berück­sich­tigt, bera­ten und abge­wo­gen.

Die all­ge­mein gehal­te­ne Aus­sa­ge impli­ziert, dass Hen­der­sons Bericht eva­lu­iert wur­de – und somit tat­säch­lich Teil der Unter­su­chung war. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass zwei in Duma auf­ge­fun­de­ne Zylin­der­fla­schen wahr­schein­lich nicht aus der Luft abge­wor­fen, son­dern dort per Hand plat­ziert wur­den. Ers­te­res wür­de für die Täter­schaft der syri­schen Armee spre­chen, letz­te­res für die Täter­schaft der isla­mis­ti­schen Auf­stän­di­schen, die Duma sei­ner­zeit kon­trol­lier­ten. Laut dem OPCW-Abschluss­be­richt sei es “mög­lich”, dass die Zylin­der Chlor­gas ver­ström­ten, infol­ge­des­sen über 40 Men­schen getö­tet wor­den sein sol­len.

OPCW-Abschluss­be­richt ver­stößt gegen Trans­pa­renz und wis­sen­schaft­li­che Stan­dards

Wäh­rend der gele­ak­te Bericht ein zusätz­li­ches Indiz für eine Insze­nie­rung lie­fert – neben bei­spiels­wei­se den gefälsch­ten Auf­nah­men aus dem Kran­ken­haus in Duma – zei­gen sich die Anhän­ger der The­se von der Schul­dig­keit der syri­schen Armee davon unbe­irrt. Dar­un­ter Scott Lucas, Redak­teur der Web­sei­te EA World­View, der in der Ver­gan­gen­heit schon mit der nach­weis­lich fal­schen Behaup­tung Stim­mung mach­te, in Duma sei­en neben Chlor­gas auch Che­mie­waf­fen ein­ge­setzt wor­den. Er ver­tritt die Ansicht, dass die OPCW Hen­der­sons Bericht nicht unter­drückt, son­dern ledig­lich aus­sor­tiert habe, weil sie ihn nicht für schlüs­sig befand.

Selbst wenn dem so wäre, stellt sich die Fra­ge, war­um die OPCW in ihrem Abschluss­be­richt mit kei­ner Sil­be erwähn­te, dass über­haupt ver­schie­de­nen Hypo­the­sen im Zusam­men­hang mit den Zylin­dern nach­ge­gan­gen wur­de. Dort heißt es ledig­lich, dass Inge­nieu­re gebe­ten wur­den, Bewer­tun­gen über die “Flug­bahn” der Zylin­der abzu­ge­ben. Es wur­de also still­schwei­gend vor­aus­ge­setzt, dass sie aus der Luft abge­wor­fen wur­den – und damit impli­zit auch die Täter­schaft der syri­schen Armee.

Zudem hät­te die OPCW trans­pa­rent machen müs­sen, dass Exper­ten aus ihren eige­nen Rei­hen bezwei­feln, dass die Zylin­der über­haupt eine “Flug­bahn” nah­men. Anschlie­ßend hät­te sie begrün­den müs­sen, war­um sie die­ser Ein­schät­zung nicht gefolgt ist.

John Bol­ton zum OPCW-Chef : “Wir wis­sen, wo Ihre Kin­der woh­nen”

War­um die OPCW auf eine trans­pa­ren­te und wis­sen­schaft­li­chen Stan­dards ent­spre­chen­de Ver­fah­rens­wei­se ver­zich­te­te, kann nur gemut­maßt wer­den. Klar ist jedoch, dass deren Abschluss­be­richt dem Wes­ten in die Hän­de spiel­te, der die syri­sche Regie­rung unmit­tel­bar für den angeb­li­chen Gift­gas­ein­satz in Duma ver­ant­wort­lich mach­te. Als Ver­gel­tung flo­gen die USA, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en eine Woche nach dem Vor­fall Luft­an­grif­fe auf syri­sche Ein­rich­tun­gen.

Es steht daher zu ver­mu­ten, dass die­se Län­der Druck auf die OPCW aus­üb­ten, damit die­se das gewünsch­te Ergeb­nis lie­fert. Deren Abschluss­be­richt lie­fert zwar kei­ner­lei Beweis für eine Täter­schaft der syri­schen Armee, legt die­se aber durch vage For­mu­lie­run­gen und Aus­las­sun­gen nahe.

Mehr zum The­ma — Der angeb­li­che Che­mie­waf­fen­ein­satz in Duma und die Rol­le der Weiß­hel­me und der “Armee des Islam”

Es wäre nicht das ers­te Mal, dass Washing­ton sei­ne Macht gegen­über der Orga­ni­sa­ti­on spie­len ließ. Ein Jahr vor der Inva­si­on des Iraks 2003 übte die US-Regie­rung vehe­men­ten Druck aus, um den dama­li­gen OPCW-Chef José Busta­ni aus dem Amt zu drän­gen. Des­sen “Ver­ge­hen”: Der Bra­si­lia­ner hat­te mit Bag­dad aus­ge­han­delt, dass Waf­fen­in­spek­teu­re der OPCW unan­ge­kün­dig­te Besu­che im Irak vor­neh­men kön­nen. Das von Washing­ton geheg­te Man­tra von den “Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen” droh­te dadurch zu kol­la­bie­ren. 

Im März 2002 lief dann der dama­li­ge US-Unter­staats­se­kre­tär für Rüs­tungs­kon­trol­le und inter­na­tio­na­le Sicher­heits­fra­gen und jet­zi­ge US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton im OPCW-Haupt­quar­tier in Den Haag auf und droh­te Busta­ni nach des­sen Aus­sa­ge mit den Wor­ten :

Sie haben 24 Stun­den Zeit, um die Orga­ni­sa­ti­on zu ver­las­sen. Wenn Sie die­ser Ent­schei­dung Washing­tons nicht nach­kom­men, haben wir Mög­lich­kei­ten, Ver­gel­tungs­maß­nah­men gegen Sie zu ergrei­fen. Wir wis­sen, wo Ihre Kin­der woh­nen. Sie haben zwei Söh­ne in New York.

Russ­land spricht von Poli­ti­sie­rung der OPCW

Mos­kau ist offen­bar nicht län­ger gewillt, den poli­ti­schen Miss­brauch der OPCW durch west­li­che Staa­ten zu dul­den. Am Don­ners­tag leg­te Russ­land laut AFP dem UN-Sicher­heits­rat einen Reso­lu­ti­ons­ent­wurf vor, der die aus Mos­kaus Sicht bestehen­de Poli­ti­sie­rung der OPCW kri­ti­siert.

Laut dem Text­ent­wurf soll der UN-Sicher­heits­rat als das ein­zi­ge Organ fest­ge­schrie­ben wer­den, das Maß­nah­men gegen Län­der ergrei­fen kann, die gegen das Che­mie­waf­fen­über­ein­kom­men ver­sto­ßen haben.

Auf Betrei­ben des Wes­tens wur­de im Juni 2018 gegen den Wil­len Mos­kaus und ande­rer Län­der das Man­dat der OPCW inso­fern aus­ge­wei­tet, als dass die Orga­ni­sa­ti­on künf­tig bei Che­mie­waf­fen­vor­fäl­len auch Schul­di­ge benen­nen kön­nen soll.

In dem nun von Russ­land dem UN-Sicher­heits­rat vor­ge­leg­ten Reso­lu­ti­ons­ent­wurf heißt es, dass “die fort­schrei­ten­de Poli­ti­sie­rung der Arbeit der OPCW und die zuneh­men­de Abwei­chung von der eta­blier­ten Pra­xis der kon­sens­ba­sier­ten Ent­schei­dungs­fin­dung” mit Besorg­nis ver­folgt wer­de.

Mehr zum The­ma — OPCW : Wand­lung zum poli­ti­schen Werk­zeug der Wer­te­ge­mein­schaft (Video)

RT Deutsch


LIVE : Putin spricht auf dem 5. Internationalen Arktis-Forum (Deutsche Simultanübersetzung)


Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin nimmt am Diens­tag an der Ple­nar­sit­zung des 5. Inter­na­tio­na­len Ark­tis-Forum teil, das am 9. und 10. April in Sankt Peters­burg statt­fin­det. Unter den Gäs­ten der Ver­an­stal­tung sind sowohl Dele­ga­tio­nen aus den Ark­tis-Anrai­ner­staa­ten USA, Kana­da, Island, Däne­mark, Nor­we­gen, Finn­land und Schwe­den, als auch Ver­tre­ter der nicht­ark­ti­schen Län­der Chi­na, Sin­ga­pur, Japan, Süd­ko­rea, Frank­reich, Ita­li­en, Spa­ni­en, Indi­en und den Nie­der­lan­den. Auch vie­le inter­na­tio­na­le Orga­ni­sa­tio­nen wie die Ver­ein­ten Natio­nen und der Ark­ti­sche Rat haben ihre Exper­ten ent­sandt. Die Ple­nar­sit­zung wird vom füh­ren­den Chef­re­dak­teur der Nach­rich­ten­agen­tur Bloom­berg John Fry­er mode­riert.

Mehr zum The­ma — LIVE : Law­row nimmt am 5. Inter­na­tio­na­len Ark­tis-Forum teil

Am Ran­de des Events trifft sich der rus­si­sche Staats­chef mit sei­nen Amts­kol­le­gen an ande­ren Ark­tis-Anrai­ner­län­dern, dar­un­ter Nor­we­gen, Schwe­den und Finn­land. Für den mor­gi­gen 10. April ist ein bila­te­ra­les Tref­fen mit dem islän­di­schen Prä­si­den­ten Guð­ni Thor­la­ci­us Jóhan­nes­son geplant.

Am geschäft­li­chen Teil des Forums sind 300 rus­si­sche und 46 aus­län­di­sche Fir­men aus 11 Län­dern der Welt betei­ligt. Die Gesamt­zahl der Gäs­te beläuft sich auf rund 2.400. Das Mot­to der Ver­an­stal­tung lau­tet in die­sem Jahr : “Die Ark­tis. Ein Oze­an von Mög­lich­kei­ten.” Im Vor­feld des Events hat Wla­di­mir Putin betont, dass man die Ark­tis nur mit ver­ein­ten Kräf­ten in ein “Ter­ri­to­ri­um des Frie­dens, der Sta­bi­li­tät und der Part­ner­schaft” ver­wan­deln kön­ne. “Russ­land strebt kon­se­quent eine stär­ke­re Zusam­men­wir­kung mit den Län­dern der ark­ti­schen Regi­on an”, so Putin.

Mehr zum The­ma — Für Pro­jekt in der Ark­tis : Sie­mens geht Part­ner­schaft mit rus­si­scher Fir­ma ein

RT Deutsch


Wagenknecht : Linke spricht nicht mehr die Sprache der ärmeren Schichten


Die Vor­sit­zen­de der Links­frak­ti­on Sah­ra Wagen­knecht hat ihrer Par­tei vor­ge­hal­ten, nicht mehr aus­rei­chend die Inter­es­sen der Ärme­ren zu ver­tre­ten. Der Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung sag­te Wagen­knecht :

Die Lin­ke hat sich von den ärme­ren Schich­ten teil­wei­se ent­frem­det, weil sie oft nicht deren Spra­che spricht und von ihnen als beleh­rend und von oben her­ab emp­fun­den wird.

Aus Sicht der Lin­ken-Abge­ord­ne­ten gibt es im Bun­des­tag eine “brei­te Mehr­heit für mehr sozia­len Aus­gleich, bes­se­re Löh­ne, höhe­re Ren­ten”. Die SPD habe aller­dings vie­le Jah­re real­po­li­tisch das Gegen­teil umge­setzt.

Sah­ra Wagen­knecht hat­te unlängst nach einer län­ge­ren Krank­heit ange­kün­digt, im Herbst aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht erneut als Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de antre­ten zu wol­len. Ihr Man­dat im Bun­des­tag will sie aber behal­ten.

In der Par­tei umstrit­ten ist unter ande­rem für ihr Ein­tre­ten für eine Begren­zung der Migra­ti­on. In der Neu­en Osna­brü­cker Zei­tung ging sie scharf mit ihren Kri­ti­kern ins Gericht. Wagen­knecht wört­lich :

Wer jeden, der eine dif­fe­ren­zier­te Sicht auf Migra­ti­on ein­for­dert, in die Nazi-Ecke stellt, begreift nicht, dass er genau damit die rech­ten Par­tei­en stärkt.

Mehr zum The­ma — Nach Rück­zug aus “Aufstehen”-Führung : Kri­tik und Häme für Wagen­knecht

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Regierung spricht von Anschlag : Mehrere Öltanks in Venezuela explodiert


Zeit­gleich mit der Wie­der­her­stel­lung der Strom- und Was­ser­ver­sor­gung in Vene­zue­la sind im Osten des Lan­des zwei Erd­öl­tanks explo­diert. Die Regie­rung spricht von einem neu­en Anschlag auf die Ener­gie-Infra­struk­tur des Lan­des. Wie der vene­zo­la­ni­sche Erd­öl­mi­nis­ter Manu­el Que­ve­do auf Twit­ter mit­teil­te, wur­den Erd­öl-Lager­tanks der Anla­ge Petro San Félix im Ori­no­ko-Gür­tel ange­grif­fen. Fotos zei­gen die bren­nen­den oder bereits aus­ge­brann­ten Tanks.

Que­ve­do teil­te kei­ne Ein­zel­hei­ten über den Umfang der Schä­den mit, benann­te aber klar die aus sei­ner Sicht Ver­ant­wort­li­chen : den US-Sena­tor Mar­co Rubio und den vene­zo­la­ni­schen Abge­ord­ne­ten und selbst­er­nann­ten Über­gangs­prä­si­den­ten Juan Guai­dó. Opfer soll es bei den Explo­sio­nen und den sich anschlie­ßen­den Brän­den nicht gege­ben haben.

Mehr zum The­ma — Regie­rung : Strom­ver­sor­gung in Vene­zue­la kom­plett wie­der­her­ge­stellt

Der Minis­ter rich­te­te auf Twit­ter schwe­re Vor­wür­fe gegen die USA, die­se woll­ten Vene­zue­la — im Gegen­zug für ihre gewalt­tä­ti­ge Unter­stüt­zung für Guai­dó — sei­ner Res­sour­cen berau­ben :

Die Grin­gos wol­len kei­nen öko­no­mi­schen Aus­tausch, sie wol­len Vene­zue­la sei­ner natür­li­chen Res­sour­cen berau­ben, sie wol­len die Ölfel­der. Für die Vene­zo­la­ner emp­fin­den sie Ver­ach­tung!!!

Seit dem 7. März ist Vene­zue­la zur Ziel­schei­be einer Rei­he von Cyber-Atta­cken, so auf das Was­ser­kraft­werk El Guri, gewor­den. Die Regie­rung Vene­zue­las erklär­te, dass die­se Sabo­ta­ge­ak­te mit einer Tech­no­lo­gie durch­ge­führt wur­den, über die nur die USA ver­füg­ten. Das Ziel sei gewe­sen, durch die Her­bei­füh­rung eines lan­des­wei­ten Strom­aus­falls Unzu­frie­den­heit zu schü­ren und die Stim­mung der Vene­zo­la­ner gegen den Prä­si­den­ten Nicolás Madu­ro zu wen­den.

RT Deutsch


Ein Cyberangriff, der keiner war, und ein Skandal, von dem keiner spricht


Von Zlat­ko Per­ci­nic

Es geht um per­sön­li­che Daten von Poli­ti­kern, Pro­mis und Blog­gern, die auf ver­schie­dens­ten Platt­for­men im Inter­net durch einen selbst­er­nann­ten Hacker ver­öf­fent­licht wur­den, der sich “G0d” nennt und damit schon eini­ges über sei­nen Gemüts­zu­stand ver­rät. Dass es Unmen­gen an Daten waren und hun­der­te deut­sche Poli­ti­ker betrifft, macht die gan­ze Sache erst so rich­tig pikant. Der Frak­ti­ons­chef der Lin­ken, Diet­mar Bartsch, sprach sogar von einem “schwe­ren Anschlag auf die Demo­kra­tie und den sozia­len Zusam­men­halt” in Deutsch­land. Der per­fek­te Mix also für die BILD-Zei­tung, die Sache so rich­tig groß auf­zu­bau­en und nach Ver­schwö­rungs­theo­ri­en zu suchen, die am Ende mög­lichst nur einen Schluss zulas­sen : der Rus­se war´s !

Mehr zum The­ma — Bun­des­pres­se­kon­fe­renz zu Daten-Leak : Ver­weis auf Russ­land durch BILD ist rei­ne Spe­ku­la­ti­on

Obwohl das Bun­des­amt für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik (BSI), dem auch das Cyber-Abwehr­zen­trum ange­glie­dert ist, am 04. Janu­ar 2019 die ers­te Pres­se­er­klä­rung zu die­sem Vor­fall ver­öf­fent­lich­te und zuge­ben muss­te, dass man eigent­lich kei­ne Ahnung hat, was da pas­siert ist und wer dahin­ter­ste­cken könn­te, hat­te die BILD bereits am nächs­ten Tag eine ziem­lich kla­re Vor­stel­lung davon. In einem Orga­ni­gramm zeich­ne­ten die Autoren eine “sche­ma­ti­sche Dar­stel­lung der Angrif­fe, die bis Okto­ber 2018 statt­fan­den”.

Ein Cyberangriff, der keiner war, und ein Skandal, von dem keiner spricht

Was auf der Gra­fik schon zu erken­nen ist, gaben die Autoren auch im ent­spre­chen­den Text wie­der. Dar­in heißt es, dass die­ser Daten­klau “nor­ma­ler­wei­se eine Metho­de der Hacker des rus­si­schen, auf Cyber­krieg spe­zia­li­sier­ten Mili­tär­ge­heim­diens­tes GRU” ist. Einer der Autoren die­ses Arti­kels, Juli­an Röp­cke, brach­te Russ­land bereits in einem sei­ner Tweets vom 04. Janu­ar ins Spiel, obwohl er sich beeil­te, zu beto­nen, dass es aber “soweit kei­ne Bewei­se für des­sen Betei­li­gung” gebe.

Am 06. Janu­ar folg­te dann sozu­sa­gen Röp­ckes atem­lo­se Kul­mi­na­ti­on sei­ner inves­ti­ga­ti­ven Recher­che : Cyber-Alarm in Deutsch­land, Die Spur der Hacker, Exklu­siv ! BILD-Recher­chen ent­hül­len bri­san­te Details, Hacker-Super-GAU, größ­ter Daten­raub in der deut­schen Geschich­te. Im letz­ten Absatz führt der BILD-Redak­teur schließ­lich sei­ne Leser wie­der auf die Schnell­spur in Rich­tung Mos­kau :

Nach BILD-Infor­ma­tio­nen ermit­telt beim Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz eine Ein­heit zu der Hacker-Atta­cke, die bereits nach dem Hacker-Angriff auf den Bun­des­tag im Jahr 2015 ein­ge­schal­tet wur­de und sich seit­dem auf die Hacker­grup­pe “APT28” (“Fan­cy Bear”) des rus­si­schen Geheim­diens­tes spe­zia­li­siert hat.

Den ent­schei­den­den Schuss woll­te BILD-Chef Juli­an Rei­chelt höchst­per­sön­lich set­zen. Beim “Morning Brie­fing” des ehe­ma­li­gen Lei­ters des Spie­gel-Haupt­stadt­bü­ros in Ber­lin, Gabor Stein­gart, woll­te Rei­chelt am 08. Janu­ar noch vor der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz mit Innen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer zu die­sem The­ma die Repu­blik über den “Hack und sei­ne Hin­ter­män­ner” infor­mie­ren. Und Stein­gart ließ sich nicht lan­ge bit­ten. “Wer über­legt, ob er lie­ber mit dem Bun­des­in­nen­mi­nis­ter oder dem Chef­re­dak­teur der ‘Bild’-Zeitung über die­se Affä­re spre­chen möch­te, soll­te sich gegen Horst See­ho­fer ent­schei­den”, so der Her­aus­ge­ber des “Morning Brie­fings”. Inter­es­sant ist auch, wie Juli­an Rei­chelt vor­ge­stellt wur­de :

Er sitzt mit einer Trup­pe hoch­spe­zia­li­sier­ter Inves­ti­ga­tiv­re­por­ter auf dem rie­si­gen Daten­schatz der Hacker, der nun nach allen Regeln der Kunst gesich­tet und ana­ly­siert wird

Und was der BILD-Chef mit sei­ner Trup­pe hoch­spe­zia­li­sier­ter Intes­ti­ga­tiv­re­por­ter alles aus­ge­gra­ben hat, erklär­te die­ser im Pod­cast-Gespräch mit Gabor Stein­gart :

Das waren nicht ein oder zwei Jungs, die bei Piz­za und Cola light im Kel­ler geses­sen haben. Das muss eine grö­ße­re Struk­tur gewe­sen sein. (…) Das Wahr­schein­lichs­te ist, dass es zumin­dest staat­li­che Unter­stüt­zung – von wel­cher Sei­te auch immer – für die­sen Hack gab.

Da war er wie­der, der Hin­weis auf eine “staat­li­che Unter­stüt­zung”, weil es ein­fach “das Wahr­schein­lichs­te” für die hoch­spe­zia­li­sier­ten Inves­ti­ga­tiv­re­por­ter der BILD war. Was aber weder Rei­chelt noch Stein­gart am Mor­gen des 08. Janu­ar wis­sen konn­ten, war das, was das Bun­des­kri­mi­nal­amt (BKA) in einer Pres­se­infor­ma­ti­on nur weni­ge Stun­den spä­ter bekannt­gab. Der am Sonn­tag­abend im hes­si­schen Homberg/Ohm ver­haf­te­te Tat­ver­däch­ti­ge, ein 20-jäh­ri­ger deut­scher Stu­dent, hat­te alles gestan­den und wur­de am Abend zuvor vor­erst wie­der frei­ge­las­sen. Es gibt kei­ner­lei Hin­weis dar­auf, dass es irgend­wel­che “staat­li­che Unter­stüt­zung” gab, wie die BILD seit Tagen immer wie­der impli­zier­te. Auch bei der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz mit Innen­mi­nis­ter See­ho­fer frag­te RT Deutsch noch­mal nach, ob es irgend­wel­che Hin­wei­se in die­se Rich­tung gibt. Die Ant­wort fiel von allen Minis­te­ri­en ein­deu­tig aus : ein drei­fa­ches Nein.

Was hat es aber mit dem “Angriff auf unse­re Grund­rech­te” auf sich, wie die par­la­men­ta­ri­sche Geschäfts­füh­re­rin der Grü­nen, Brit­ta Haßel­mann, beton­te ?

Wie es sich nun dar­stellt und von wirk­li­chen Exper­ten auf dem Gebiet der Cyber­kri­mi­na­li­tät betont wird, war der Tat­her­gang viel bana­ler, als es Juli­an Rei­chelt & Co. ger­ne gehabt hät­ten. Es gibt kei­nen Aus­lands­ge­heim­dienst und noch viel weni­ger einen Kreml, der mit einer hoch­kom­ple­xen Ope­ra­ti­on von binä­ren Algo­rith­men aus den Tie­fen des Cyber­uni­ver­sums einen “schwe­ren Anschlag auf die Demo­kra­tie” in Deutsch­land ver­übt hat, um die Wor­te von Diet­mar Bartsch noch­mal zu bemü­hen. “Das war mit­nich­ten ein Cyber­an­griff auf Deutsch­land, wie man­che behaup­te­ten”, sag­te der IT-Exper­te Jür­gen Geuter und bestä­tig­te damit auch die Mei­nung ande­rer Exper­ten.

Statt­des­sen offen­bar­te die­ser Daten­klau eines offen­sicht­lich gelang­weil­ten Stu­den­ten etwas ganz ande­res. Dass der jun­ge Mann aus dem Kel­ler sei­nes Eltern­hau­ses über Mona­te hin­weg auf ziem­lich ein­fa­che Art und Wei­se so hoch­sen­si­ble per­sön­li­che Daten sam­meln konn­te, ohne dass er sich tat­säch­lich in irgend­wel­che Com­pu­ter der betrof­fe­nen Per­so­nen gehackt hät­te, zeigt, wie lax vie­le von uns nach wie vor mit ihren Daten umge­hen. Wenn es nur etwas kri­mi­nel­le Ener­gie und IT-All­ge­mein­wis­sen benö­tigt, um an Pass­wör­ter, Han­dy- oder Kon­to­num­mern zu kom­men, dann offen­bart die­ser jun­ge Mann, wie höchst fahr­läs­sig die betrof­fe­nen Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten und Pro­mis mit ihrer Daten­si­che­rung umge­hen. Das soll­te der eigent­li­che Skan­dal sein. Und die von der BILD betrie­be­ne Ver­schwö­rungs­theo­rie, die ohne Kon­se­quen­zen bleibt.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln. 

Mehr zum The­ma — Daten-Leak-Fall : Ver­däch­ti­ger wie­der auf frei­em Fuß – Ärger über Äuße­run­gen als Motiv

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