Israel bereitet sich auf einen iranischen Gegenschlag nach Angriff in Syrien vor


Die Angrif­fe in den frü­hen Mor­gen­stun­den auf Zie­le in Syri­en sei­en eine Ant­wort auf zwei ges­tern abge­feu­er­te Rake­ten auf die von Isra­el annek­tier­ten Golan­hö­hen gewe­sen, so Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ben­nett. “Die Regeln haben sich geän­dert : Wer auch immer wäh­rend dem Tag auf Isra­el schießt, wird nicht in der Nacht schla­fen. Das war letz­te Woche der Fall und ist die­se Woche der Fall”, sag­te er. 

Damit insi­nu­ier­te er, dass Isra­el ledig­lich auf einen Beschuss reagiert habe. Aller­dings erfolg­te bereits ges­tern ein klei­ne­rer Angriff auf Damas­kus und als Ant­wort dar­auf wur­den vier Rake­ten von einer syri­schen Stel­lung abge­schos­sen, die vom israe­li­schen Luft­ab­wehr­sys­tem Iron Dome abge­fan­gen wur­den. Die­se Infor­ma­ti­on behielt Ben­nett offen­sicht­lich bes­ser für sich. 

Statt­des­sen warn­te er expli­zit die Füh­rung in Tehe­ran vor israe­li­schen Angrif­fen :

Unse­re Nach­richt an die Füh­rer des Irans ist sim­pel : Ihr seid nicht mehr immun. Wohin auch immer ihr eure Ten­ta­keln ent­sen­det, wir wer­den sie abha­cken.

Auch Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu ver­tei­dig­te den israe­li­schen Angriff und blieb bei der Ver­si­on, dass es sich dabei um Ver­gel­tungs­schlag han­del­te :

Ich habe klar­ge­macht, dass wenn uns jemand angreift, wir sie angrei­fen wer­den. Das ist es, was wir die­se Nacht gegen mili­tä­ri­sche Zie­le der ira­ni­schen Quds-Kräf­te und syri­schen Mili­tär­zie­len in Syri­en getan haben.

Auch Ben­ny Gantz, des­sen Frist für die Zusam­men­set­zung einer neu­en Regie­rungs­ko­ali­ti­on heu­te abläuft, unter­stütz­te den Angriff. Isra­el habe einen Preis der “ira­ni­schen Krebs­zel­len in Syri­en” gefor­dert und müs­se trotz poli­ti­scher Tur­bu­len­zen die “Abschre­ckung auf allen Fron­ten stär­ken”. 

Der rus­si­sche Vize-Außen­mi­nis­ter Michail Bogd­anow ver­ur­teil­te den israe­li­schen Angriff. “Angrif­fe auf das Ter­ri­to­ri­um eines sou­ve­rä­nen Staa­tes sind voll­kom­men gegen die Prin­zi­pi­en des Völ­ker­rechts und füh­ren zu einer Eska­la­ti­on, die nie­mand braucht”, sag­te er. Mos­kau sei “mit allen Part­nern” in Kon­takt, um die Lage zu beru­hi­gen. 

Der­weil berei­tet sich die israe­li­sche Armee auf einen Gegen­an­griff vor, wie IDF-Spre­cher Hidai Zil­ber­man mit­teil­te. Aus die­sem Grund habe man ein Über­ra­schungs­ma­nö­ver mit tau­sen­den akti­ven Sol­da­ten und Reser­vis­ten im Nor­den des Lan­des durch­ge­führt, um schnell von “Ver­tei­di­gung auf Angriff” schal­ten zu kön­nen. Offen­sicht­lich rech­net die IDF mit einem Angriff der schii­ti­schen His­bol­lah oder ande­ren Grup­pie­run­gen, die dem Iran nahe­ste­hen. Es war bereits das zwei­te Über­ra­schungs­ma­nö­ver des Nort­hern Com­mand seit Anfang des Jah­res unter dem neu­en Gene­ral­stabs­chef, Gene­ral­leut­nant Aviv Koha­vi, um die Armee für einen Krieg vor­zu­be­rei­ten.

Unter­des­sen betrach­tet die US-Armee die geziel­ten Angrif­fe der israe­li­schen Armee auf ira­ni­sche Zie­le in Syri­en zuneh­mend mit Sor­ge. Die­se wür­den die von den USA ange­führ­te Ope­ra­ti­on Inherent Resol­ve gegen den soge­nann­ten Isla­mi­schen Staat “ver­kom­pli­zie­ren”, heißt es im Bericht des Gene­ral­inspek­teurs der Anti-IS-Koali­ti­on.

Vom Iran unter­stütz­te Kräf­te in Syri­en könn­ten US-Mili­tär­per­so­nal oder deren Part­ner­kräf­te in Syri­en ins Visier neh­men, soll­ten sie die USA als Kom­pli­ze von israe­li­schen Schlä­gen gegen ihre Kräf­te betrach­ten.

Zudem haben die Isra­el zuge­schrie­be­nen Luft­schlä­ge im Juli auf Zie­le im Irak dazu geführt, dass sich im Zwei­strom­land seit­dem das Kli­ma gegen die im Land sta­tio­nier­ten US-Trup­pen ver­schlech­tert habe. Zusätz­lich habe die ira­ki­sche Regie­rung der US Air Force den Zugang zum eige­nen Luft­raum ein­ge­engt, was trotz “Bemü­hun­gen” des Außen­mi­nis­te­ri­ums in Washing­ton nicht auf­ge­ho­ben wer­den konn­te. Das alles wür­de den Kampf gegen den IS sowohl im Irak als auch in Syri­en gefähr­den, hieß es in dem Bericht wei­ter.

Mehr zum The­ma — So schnell kann’s gehen : Netan­ja­hu gibt grü­nes Licht für neu­es Anne­xi­ons­ge­setz 

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Erste Ladung Olivenöl aus Syrien auf der Krim eingetroffen


Die ers­te Ladung Oli­ven­öl aus Syri­en wur­de am Mon­tag auf die Krim gelie­fert, um spä­ter in ande­ren rus­si­schen Regio­nen ver­kauft zu wer­den. Das teil­te der Minis­ter für Indus­trie­po­li­tik der Repu­blik Krim And­rei Was­ju­ta am Mon­tag der Nach­rich­ten­agen­tur TASS mit.

Im ver­gan­ge­nen Monat, sag­te der Pre­mier­mi­nis­ter der Krim Ser­gej Aks­jo­now in einem Inter­view mit TASS, dass die Lie­fe­run­gen von fri­schen syri­schen Früch­ten und Oli­ven­öl in die Krim für die­sen Herbst geplant waren. Unter­neh­men der Halb­in­sel wer­den Wei­chen, Schweiß­ge­rä­te und Elek­tro­werk­zeu­ge, Aus­rüs­tun­gen für die Öl- und Gas­in­dus­trie, Kunst­stoff­roh­re und ande­re Güter für den Wie­der­auf­bau nach Syri­en lie­fern. Was­ju­ta erklär­te :

Die ers­te Char­ge Oli­ven­öl ist in zwei Con­tai­nern ange­kom­men. Etwas Öl wird an eine Vor­rats­ket­te auf dem rus­si­schen Fest­land und der Rest an die Krim geschickt. Das Gesamt­vo­lu­men beträgt 46 Ton­nen. Es gibt eine hohe Nach­fra­ge und dies ist ein gutes Pro­dukt in Bezug auf Preis und Qua­li­tät. Wir haben hier Käu­fer dafür.

Bald wird eine wei­te­re Char­ge Oli­ven­öl aus Syri­en auf der Krim ein­tref­fen, bemerk­te der Minis­ter.

Auf dem Inter­na­tio­na­len Wirt­schafts­fo­rum von Jal­ta im April unter­zeich­ne­ten die Krim und Syri­en ein Memo­ran­dum über Han­del und wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit. Man einig­te sich auf Plä­ne zur Schaf­fung eines gemein­sa­men Han­dels­hau­ses und eines gemein­sa­men Schiffs­be­trei­bers, um den regel­mä­ßi­gen See­fracht­ver­kehr zwi­schen dem Hafen Lata­kia und der rus­si­schen Schwarz­meer­halb­in­sel sicher­zu­stel­len.

Die rus­si­sche Regie­rung bil­lig­te den Vor­schlag zur Unter­zeich­nung eines Abkom­mens über Han­del und wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit am 6. August. Ende August wur­de der Ver­trag von den Behör­den der Krim und der Ara­bi­schen Repu­blik Syri­en auf der 61. Inter­na­tio­na­len Mes­se in Damas­kus unter­zeich­net.

Das Sank­ti­ons­pa­ket der EU gegen Syri­en, das in den Jah­ren 2011 bis 2014 schritt­wei­se ver­schärft wur­de, ist eines der bedeu­tends­ten in der Geschich­te der EU. Es ver­bie­tet fast jede Art von Kon­takt zwi­schen euro­päi­schen Unter­neh­men und Syri­en, ins­be­son­de­re im Bereich des Erd­öl­han­dels. Dar­über hin­aus ver­häng­te die EU Sank­tio­nen gegen syri­sche Regie­rungs­ver­tre­ter, spe­zi­ell gegen den syri­schen Prä­si­den­ten Bas­har al-Assad und sei­ne Fami­li­en­mit­glie­der, und blo­ckier­te damit voll­stän­dig ihre Finanz­ope­ra­tio­nen.

Im Jahr 2014 führ­ten die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und die Euro­päi­sche Uni­on Wirt­schafts­sank­tio­nen gegen die Halb­in­sel Krim ein, nach­dem dort ein Refe­ren­dum durch­ge­führt wür­de, wor­in die Bevöl­ke­rung sich für eine Abspal­tung von der Ukrai­ne und den Bei­tritt zu Russ­land ent­schied. Trotz der über­zeu­gen­den Ergeb­nis­se des Refe­ren­dums, bei dem über 95 Pro­zent der Wäh­ler die­sen Schritt unter­stütz­ten, wei­ger­te sich Kiew, die Krim als Teil Russ­lands anzu­er­ken­nen.

Mehr zum The­ma — Russ­land ver­stärkt Inves­ti­tio­nen in boo­men­de Land­wirt­schaft der Krim

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Hassreden, AfD-Erfolg, „Völkerrecht“ in Syrien : Ein Wochenrückblick auf den medialen Abgrund


Nach der Land­tags­wahl in Thü­rin­gen war ver­gan­ge­ne Woche in der deut­schen Pres­se­land­schaft hek­ti­sche Betrieb­sam­keit aus­ge­bro­chen – schließ­lich wer­de die (selbst­er­nann­te) “Mit­te” zwi­schen den “Extre­mis­ten” von LINKEN und AfD “zer­rie­ben”. Auf­fäl­lig waren dem­entspre­chend in der Bericht­erstat­tung vor allem zwei Strö­mun­gen : Zum einen die media­le Gleich­set­zung von zwei sehr unter­schied­li­chen Par­tei­en unter dem Label “Extre­mis­ten”. Zum ande­ren die künst­li­che Kon­struk­ti­on einer sol­chem “Extre­mis­mus” tap­fer gegen­über­ste­hen­den “Mit­te”.

Zusätz­lich war das andau­ern­de Bemü­hen fest­zu­stel­len, die Erfol­ge der AfD von den gesell­schaft­li­chen und mate­ri­el­len Rea­li­tä­ten ihrer Wäh­ler zu tren­nen und die­se Erfol­ge statt des­sen mit einem anschei­nend gene­tisch beding­ten Hang von Ost­deut­schen (auch) zum Ras­sis­mus zu erklä­ren. Unter­füt­tert wird die­ser letz­te Gesichts­punkt mit dem Ver­such, Sym­pto­me (wie wüten­de Inter­net­kom­men­ta­re) in den Stand einer Ursa­che für den Rechts­ruck zu erhe­ben – dadurch sol­len wohl die tat­säch­li­chen Ursa­chen des Rechts­rucks (etwa die hier beschrie­be­nen zuneh­men­den Ungleich­hei­ten) ver­ne­belt wer­den – oder sind es bereits.

Wie Extre­mis­ten angeb­lich “die Mit­te” ein­krei­sen 

Zum ers­ten Mal in der 70-jäh­ri­gen Nach­kriegs­ge­schich­te haben die bei­den Par­tei­en am jeweils äußers­ten Rand des poli­ti­schen Spek­trums, AfD und Lin­ke, zusam­men eine Mehr­heit der Stim­men erhal­ten. Mit der fata­len Fol­ge, dass die vier Par­tei­en der poli­ti­schen Mit­te, die Par­tei­en der alten Bun­des­re­pu­blik, die über Jahr­zehn­te für sta­bi­le poli­ti­sche Ver­hält­nis­se gesorgt haben, nur noch in der Min­der­heit sind.”

Die Nord­west-Zei­tung warnt selt­sa­mer­wei­se gar vor DDR-Ver­hält­nis­sen :

Soll­te die CDU der Ver­su­chung nach­ge­ben, mit der Links­par­tei in irgend­ei­ner Wei­se zusam­men­zu­ar­bei­ten, wäre das unver­zeih­lich. Unter­stüt­zung der Links­par­tei als Juni­or­part­ner in einer for­mel­len Koali­ti­on oder per Tole­rie­rung wür­de an DDR-Zei­ten erin­nern, in denen eine CDU schon ein­mal als Block­flöte der SED unter­wegs war.”

Die Zeit wie­der­um benennt dage­gen den Cha­rak­ter und eini­ge Medi­en-Prot­ago­nis­ten der­ar­ti­ger Marot­ten :

Die oft ver­wen­de­te Gleich­set­zung von rechts und links ver­hin­dert eine adäqua­te Ana­ly­se. […] Die Lin­ke, zumal unter dem Minis­ter­prä­si­den­ten Bodo Rame­low, hat Thü­rin­gen weder unter kom­mu­nis­ti­sche Zwangs­ver­wal­tung gestellt noch die Sta­si wie­der ein­ge­führt. Dass das Reden vom poli­ti­schen Rand, bezo­gen auf die Thü­rin­ger Lin­ke, den­noch wei­ter­hin gepflegt wird, spricht für eine eigen­ar­ti­ge Ver­zö­ge­rung bei Jour­na­lis­ten wie Schö­nen­born und Has­sel.”

Poli­tik der Mit­te”: Kür­zun­gen und Ungleich­hei­ten

Die irre­füh­ren­de Medi­en­lo­sung von “der Mit­te”, die nun vom rechts-gleich-links-gesetz­ten Extre­mis­mus bedroht sei, rückt der­weil Oskar Lafon­tai­ne ins rech­te Licht :

Die selbst­er­nann­te Mit­te ist irre ! Sie hat immer noch nicht ver­stan­den : Lohn­kür­zun­gen sind kei­ne Poli­tik der Mit­te, son­dern Ent­schei­dun­gen gegen die gro­ße Mehr­heit der Bevölke­rung. Das­sel­be gilt für Ren­ten­kür­zun­gen und den Abbau sozia­ler Leis­tun­gen. Die wach­sen­de Ungleich­heit ist von CDU, CSU, SPD, FDP und Grü­nen, die in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten die Bun­des­re­gie­rung stell­ten, zu ver­ant­wor­ten. Die Mit­tel­schich­ten stei­gen ab. Wer sei­ne Poli­tik ange­sichts die­ser ver­hee­ren­den Ent­wick­lung der Gesell­schaft als ‘Poli­tik der Mit­te’ ver­steht, hat wirk­lich nichts begrif­fen.”

Inter­es­sant im Zusam­men­hang mit der staats­feind­li­chen wirt­schafts­li­be­ra­len Poli­tik der letz­ten Jahr­zehn­te ist eine aktu­el­le Umfra­ge zur Wirt­schafts- und Sozi­al­po­li­tik : Dem­nach wol­len die Deut­schen ein­deu­tig mehr Staat – und so lan­ge “die Mit­te” auf die­se Wün­sche nicht reagiert, wird man wei­ter­hin chan­cen­los einem Erstar­ken von “Extre­mis­ten” zuse­hen müs­sen. Über die Umfra­ge berich­tet etwa der Spie­gel :

Pri­vat vor Staat, so viel frei­er Markt und so wenig Regu­lie­rung wie mög­lich – solch eine Wirt­schafts­po­li­tik lehnt eine gro­ße Mehr­heit der Deut­schen im Jahr 2019 ab. Fast vier von fünf Bür­gern sind etwa der Ansicht, dass in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten zu vie­le öffent­li­che Leis­tun­gen in Deutsch­land pri­va­ti­siert wur­den. Auch der Auf­ruf der Bun­des­re­gie­rung zur grö­ße­ren Eigen­vor­sor­ge und ‑ver­ant­wor­tung vor allem in den Neun­zi­ger- und Nuller­jah­ren, der den Abbau der Leis­tun­gen in der Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­rung beglei­te­te, wird von 74 Pro­zent nega­tiv bewer­tet. Statt­des­sen stim­men die meis­ten Bür­ger einer wie­der stär­ke­ren Rol­le des Staa­tes in der Wirt­schafts- und Sozi­al­po­li­tik zu.

Der “Ras­sis­mus der Ost­deut­schen” ent­steht “ein­fach so”

Gegen den logi­schen Schluss, dass gesell­schaft­li­che und/oder mate­ri­el­le Ver­un­si­che­rung zu auf­fäl­li­gem Wahl­ver­hal­ten führt (und für die­se Ver­un­si­che­rung braucht es kei­ne bereits erreich­te tota­le Ver­ar­mung), läuft schon gerau­me Zeit eine media­le Gegen­be­we­gung : Sie möch­te – wie ein­gangs beschrie­ben – etwa den AfD-Erfolg von den öko­no­mi­schen Fol­gen einer staats­feind­li­chen Poli­tik tren­nen und ihn mit einem “ein­fach so” ent­stan­de­nen Ras­sis­mus unter Ost­deut­schen erklä­ren. So behaup­tet aktu­ell etwa der Sozio­lo­ge Alex­an­der Yen­dell im Spie­gel :

Wer ökono­misch abge­hängt ist, wählt eher AfD ? Falsch, sagt der Sozio­lo­ge Alex­an­der Yen­dell. Der wah­re Grund für den Erfolg der Rechts­po­pu­lis­ten in Thü­rin­gen ist dem­nach Ras­sis­mus.

Mit die­ser Masche der Umkehr von Ursa­che und Wir­kung soll mut­maß­lich die drin­gen­de Not­wen­dig­keit von (zu teu­ren?) Inves­ti­tio­nen in den Sozi­al­staat und die Infra­struk­tur ver­ne­belt wer­den : Wenn öko­no­mi­sche und gesell­schaft­li­che Bedin­gun­gen sowie­so nicht ent­schei­dend sind, dann kann man den Ras­sis­mus ja wei­ter­hin (erfolg­los) mit mora­li­schen Appel­len “bekämp­fen”, ohne unnö­tig Geld aus­ge­ben zu müs­sen. Die­ses Bemü­hen, über­fäl­li­ge Inves­ti­tio­nen durch kos­ten­güns­ti­ge Appel­le und Straf­an­dro­hun­gen zu erset­zen, wur­de in die­ser Woche noch von ande­rer Sei­te betrie­ben. Das führt zum nächs­ten The­ma.

Die fata­len “Eck­punk­te gegen Rechts”

Denn um die beschrie­be­ne Ver­ne­be­lung zu errei­chen, wur­den nicht allein nach der Thü­rin­gen-Wahl die Sym­pto­me zur Ursa­che aus­er­ko­ren – die Bun­des­re­gie­rung per­fek­tio­nier­te die­ses Vor­ge­hen gera­de auch in ihren aktu­el­len “Eck­punk­ten gegen Rechts”, die etwa in die­sem Arti­kel zusam­men­ge­fasst wer­den. So bezeich­nen die Nach­Denk­Sei­ten jene in die­ser Woche vor­ge­stell­ten “Eck­punk­te” als “gefähr­li­che Mogel­pa­ckung”, als “irre­füh­rend und teils destruk­tiv”:

Sym­pto­me wer­den zu Ursa­chen erklärt, Zen­sur könnte teil­wei­se pri­va­ti­siert wer­den und der dro­hen­de Kol­laps der Gerich­te wird den Rech­ten wei­te­re Sym­pa­thi­en zufüh­ren.

Beim Kampf etwa gegen Inter­net-Beschimp­fun­gen geht es vor allem ums Geld – denn die deut­schen Gerich­te wer­den wohl unter der Flut der durch die­se “Eck­punk­te” aus­ge­lös­ten mas­sen­haf­ten Anzei­gen gegen mut­maß­li­che Hass­kom­men­ta­re kol­la­bie­ren – wenn nicht mas­siv ihr Per­so­nal auf­ge­stockt wird. Tref­fend benennt die­ses Pro­blem das Info-Radio :

Die Län­der müs­sen Rich­ter und Poli­zis­ten ein­stel­len, dafür brau­chen sie Geld. Mehr Geld. Eine simp­le Ant­wort : kein Sam­mel­su­ri­um, kei­ne Eck­punk­te.

Hass­kri­mi­na­li­tät”: Kol­la­bie­ren­de Gerich­te, pri­va­ti­sier­te Zen­sur

Dar­über, dass die deut­sche Jus­tiz für die neu­en Plä­ne der Regie­rung nicht gerüs­tet ist, herrscht weit­ge­hend Kon­sens. So sagt dazu aktu­ell etwa Chris­toph Heb­be­cker von der Zen­tral­stel­le für Cyber­kri­mi­na­li­tät gegen­über der Tages­schau : “Das kön­nen wir so nicht leis­ten”. Denn es fehlt das Geld für Per­so­nal. “Doch statt Geld gibt die Regie­rung nun bil­li­ge Rat­schlä­ge, stellt die eige­ne Jus­tiz vor unlös­ba­re Auf­ga­ben und lässt die Län­der mit den Kos­ten für neue Rich­ter und Staats­an­wäl­te wahr­schein­lich im Regen ste­hen”, wie es die Nach­Denk­Sei­ten beschrei­ben. Allein der Punkt der sabo­tier­ten Gerichts­bar­keit erwe­cke dem­nach den Ein­druck eines Staa­tes, der unwil­lig oder unfä­hig sei, zum Bei­spiel über Rei­chen­steu­ern die nöti­gen Mit­tel ein­zu­trei­ben, um die deut­sche Jus­tiz vor dem Kol­laps zu bewah­ren. Die­ser fata­le Ein­druck kön­ne den Rechts­ex­tre­men poten­zi­ell mehr Sym­pa­thi­en zufüh­ren, als das jemals einem pri­va­ten “Hass­kom­men­tar” mög­lich sei.

Zusätz­lich wür­den die Inter­net­kon­zer­ne durch die neu ein­ge­führ­te Mel­de­pflicht von “Hass­kom­men­ta­ren” in den Stand einer Art “Inter­net­po­li­zei” erho­ben und könn­ten wegen der Mas­se an Fäl­len durch Selek­ti­on auch Zen­sur aus­üben, wie es etwa in einem Inter­view des Deutsch­land­funk mit dem Vor­sit­zen­den des Rich­ter­bun­des heißt. Aber auch der öffent­lich-recht­li­che Sen­der ver­tauscht Ursa­che und Wir­kung, indem er “Hass und Het­ze” nicht als Fol­ge, son­dern als Ursa­che des Rechts­rucks ver­kauft :

Hass und Het­ze, ver­brei­tet über die ver­meint­lich Sozia­len Netz­wer­ke : Das ist eine der Ursa­chen, sagen Exper­ten, war­um der Rechts­ex­tre­mis­mus welt­weit auf dem Vor­marsch ist.

Syri­en : Die urplötz­li­che Ent­de­ckung des Völ­ker­rechts

Gera­de­zu ein Fes­ti­val der Heu­che­lei hat sich in den letz­ten Wochen ein­mal mehr im Zusam­men­hang mit Syri­en ent­wi­ckelt. Die ver­zer­ren­den Berich­te rund um die “demo­kra­ti­schen” Kur­den-Kämp­fer in Nord­sy­ri­en zogen sich bis in die ver­gan­ge­nen Tage hin. Das Vor­ge­hen, die­se Berich­te nicht mit der west­li­chen Ein­mi­schung in Syri­en seit 2011 zu ver­knüp­fen, son­dern mit dem jüngs­ten tür­ki­schen Vor­ge­hen gegen die Kur­den, folgt dem Prin­zip “Hal­tet den Dieb”: Jene (west­li­chen) Redak­teu­re und Poli­ti­ker, die den Krieg gegen Syri­en und der damit ver­bun­de­nen Serie, das Völ­ker­recht zu bre­chen, seit Jah­ren medi­al absi­chern, ent­deck­ten und skan­da­li­sier­ten in den letz­ten Wochen urplötz­lich die tür­ki­schen Ver­stö­ße gegen eben jenes Völ­ker­recht. Mit dem Ver­schwei­gen der seit spä­tes­tens 2011 täti­gen Ver­ur­sa­cher soll auch die eige­ne Ver­ant­wor­tung für den Syri­en­krieg und alle dar­aus fol­gen­den (auch indi­rek­ten) Kon­se­quen­zen ver­tuscht wer­den.

So sieht etwa der Spie­gel in Syri­en seit dem tür­ki­schen Ein­marsch plötz­lich “Das Recht des Stär­ke­ren” am Werk und fährt sogleich fort :

Die Uno-Char­ta soll sicher­stel­len, dass selbst im Krieg Regeln gel­ten. Doch Des­po­ten wie Wla­di­mir Putin oder Recep Tayy­ip Erdo­gan set­zen sich dar­über hin­weg. Das Völker­recht spielt in Syri­en kei­ne Rol­le mehr.

Und die Welt behaup­tet : “Der Wes­ten hat kapi­tu­liert”. In dem Arti­kel wie­der­holt die Zei­tung zudem die – auch zeit­lich – völ­lig geschichts­ver­ges­se­ne Dar­stel­lung eines in Syri­en “untä­ti­gen Wes­tens”:

Vie­le Jah­re lang sah der Wes­ten zu, wie die Kriegs­al­li­anz Mos­kau – Tehe­ran – Damas­kus einen Ver­nich­tungs­krieg gegen die eige­ne Bevölke­rung führ­te, der auch den Ein­satz von Gift­gas ein­schloss. Die strik­te Beschrän­kung des west­li­chen Enga­ge­ments in Syri­en auf die Bekämp­fung der Ter­ror­mi­liz IS bedeu­te­te fak­tisch, Assad und sei­nen Schutz­her­ren freie Hand für die Auslöschung der syri­schen Oppo­si­ti­on und die sys­te­ma­ti­sche Ent­wer­tung des huma­ni­tä­ren Völker­rechts zu geben.

Nur Russ­land agiert völ­ker­rechts­kon­form in Syri­en

Auch Poli­ti­ker stimm­ten in die ver­fäl­schen­de, ver­kür­zen­de Pra­xis ein, nur den aktu­el­len Völ­ker­rechts­bruch durch die Tür­kei zu skan­da­li­sie­ren. So zitiert die Süd­deut­sche Zei­tung den deut­schen Außen­mi­nis­ter :

Maas wirft Tür­kei Bruch des Völker­rechts vor. Die tür­ki­sche Mili­tär­of­fen­si­ve gegen die Kur­den­mi­liz YPG in Nord­sy­ri­en steht nach Auf­fas­sung von Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas ’nicht im Ein­klang mit dem Völker­recht’.

Den Vogel abge­schos­sen hat beim The­ma Syri­en aller­dings der CDU-Poli­ti­ker Jür­gen Hardt (MdB): Er dif­fa­mier­te in die­ser Woche anläss­lich des Vor­schlags einer “schutz­zo­ne” von Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er im Deutsch­land­funk gera­de ein­mal wie­der Russ­land und damit die ein­zi­ge Nati­on, die sich völ­ker­rechts­kon­form in Syri­en auf­hält :

Ich könnte mir vor­stel­len, dass man gemein­sam, die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin und natür­lich der Außen­mi­nis­ter zunächst ein­mal klä­ren, dass viel­leicht die fünf EU-Mit­glie­der, die Mit­glied des UN-Sicher­heits­ra­tes sind, einen geschlos­se­nen Vor­schlag machen, dass man die Ame­ri­ka­ner für die poli­ti­sche Unter­stüt­zung gewinnt, und dann muss Russ­land Far­be beken­nen, ob es bereit ist, das ein Stück weit mit­zu­tra­gen, oder ob sie klar Nein sagen, aber damit auch die Ver­ant­wor­tung dafür auf ihre Schul­tern laden, dass der Zustand, wie er jetzt ist, völker­rechts­wid­rig bleibt.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


US-Satiriker Lee Camp : Syrien und die Lügen der US-Konzernmedien (Video)


Des Wei­te­ren wid­met sich Camp den aktu­el­len Pro­tes­ten, die in zahl­rei­chen Län­dern statt­fin­den und die von den Medi­en äußerst selek­tiv wahr­ge­nom­men wer­den.

Mehr zum The­ma — KEIN Nach­rich­ten­wert?! Lee Camp erklärt Main­stream-Schwei­gen zu Unru­hen in Hon­du­ras und Bra­si­li­en

Außer­dem hält er ein lei­den­schaft­li­ches Plä­doy­er gegen Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware, nach­dem die­se jüngst in Ber­ke­ley als vier­te Stadt in den USA ver­bo­ten wur­de. Und was Lee Camp von der 5G-Mobil­funk­tech­nik hält, dazu mehr in unse­rem “Best-of” sei­ner aktu­el­len Aus­ga­be von Redac­ted Ton­ight.

RT Deutsch


Russisches Außenministerium zu Syrien : Washington pfeift bei Ölschmuggel auf eigene Sanktionen


Durch den Schmug­gel von in Syri­en kon­fi­zier­tem Roh­öl bricht der selbst ernann­te Cham­pi­on des inter­na­tio­na­len Anstands und der Recht­streue sein eige­nes Sank­ti­ons­re­gime gegen­über Syri­en.

Die­se Auf­fas­sung ver­trat zuletzt die Spre­che­rin des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums Mari­ja Sach­a­ro­wa gegen­über den “ille­ga­len und rechts­wid­ri­gen Hand­lun­gen Washing­tons”.

Unter Ver­let­zung ihrer eige­nen Sank­tio­nen schmug­geln die Ame­ri­ka­ner pro Monat Öl im Wert von über 30 Mil­lio­nen (US-)Dollar aus Syri­en und wer­den dort auf abseh­ba­re Zeit blei­ben”, erläu­ter­te die rus­si­sche Außen­amts­spre­che­rin.

Vor weni­gen Tagen ver­kün­de­te US-Prä­si­dent Donald Trump, dass Washing­ton die syri­schen Ölfel­der zu “beschüt­zen” beab­sich­ti­ge. Schutz benö­tigt das schwar­ze Gold dem­zu­fol­ge nach wie vor vor dem IS, denn es bestehe die per­ma­nen­te Gefahr eines Wie­der­erstar­kens der selbst ernann­ten Got­tes­krie­ger.

Doch auch vor dem Zugriff Russ­lands und der syri­schen Regie­rung gilt es das Roh­öl nach Ansicht der US-Admi­nis­tra­ti­on zu bewah­ren. Seit­dem wie­der­holt der US-Prä­si­dent zudem öffent­lich, dass die USA das syri­sche Öl “behal­ten” wür­den.

Zu die­sem Zweck ent­schied man sich in Washing­ton, eini­ge Hun­dert US-Sol­da­ten in der ent­spre­chen­den Regi­on zu belas­sen. Mit dem Völ­ker­recht ver­ein­bar ist all das nicht.

Eine zivi­li­sier­te Nati­on, die in den inter­na­tio­na­len Bezie­hun­gen unun­ter­bro­chen ihre Treue zu demo­kra­ti­schen Wer­ten und dem Völ­ker­recht betont, beginnt, Öl aus den Lager­stät­ten im Nord­os­ten Syri­ens (immer­hin ein sou­ve­rä­ner Staat) zu pum­pen – unter dem Vor­wand den IS zu bekämp­fen, um ihre kri­mi­nel­len Akti­vi­tä­ten zu ver­tu­schen”, erläu­ter­te Sach­a­ro­wa die Sicht des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums.

Zudem sei der IS “laut eige­ner Anga­ben der Koali­ti­on [der US-Koali­ti­on in Syri­en, Anm. d. Red.] im März die­sen Jah­res voll­stän­dig zer­stört wor­den”.

Die Geschich­te der Ame­ri­ka­ner ist nicht was­ser­dicht”, schluss­fol­ger­te Sach­a­ro­wa.

Die USA und ihre Ver­bün­de­ten bezeich­nen die völ­ker­recht­lich sou­ve­rä­ne syri­sche Regie­rung als ille­gi­tim. Alle Ver­su­che, einen Régime-Chan­ge her­bei­zu­füh­ren, schei­ter­ten jedoch. Zu den Mit­teln der Wahl gehör­ten dabei sowohl die Bewaff­nung und Finan­zie­rung soge­nann­ter “Rebel­len” als auch schwe­re Wirt­schafts­sank­tio­nen.

Zuletzt hat­te US-Prä­si­dent Trump öffent­lich mit dem Gedan­ken gespielt, das syri­sche Öl von US-Kon­zer­nen wie Exxon Mobi­le aus­beu­ten zu las­sen. Von den Erlö­sen soll­ten dem­zu­fol­ge nicht nur die Kur­den ver­meint­lich pro­fi­tie­ren, son­dern auch die USA selbst.

Sach­a­ro­wa wies der­weil eben­falls dar­auf hin, dass vom 26. bis 29. Okto­ber in Damas­kus die inter­na­tio­na­le Ener­gie­mes­se “Syria Petro” statt­fand. An der Mes­se nah­men Öl- und Gas­un­ter­neh­men aus Russ­land, Weiß­russ­land, Kuwait, Chi­na, Ägyp­ten und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten (VAE) teil. Im Anschluss an die Ver­an­stal­tung wur­den laut Sach­a­ro­wa “eine Rei­he bila­te­ra­ler Doku­men­te, ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­run­gen und Ver­trä­ge unter­zeich­net”.

Anlass für die Aus­füh­run­gen Sach­a­ro­was war ihr Brie­fing am Ran­de des inter­na­tio­na­len “Forums für öffent­li­che Diplo­ma­tie und Dia­log über die Wol­ga : Frie­den und gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis im 21. Jahr­hun­dert” in Wol­go­grad.

Dabei wies Sach­a­ro­wa auch dar­auf hin, dass seit Juli 2018 450.000 Flücht­lin­ge und über 1,3 Mil­lio­nen Bin­nen­ver­trie­be­ne an ihre Wohn­or­te in Syri­en zurück­ge­kehrt sind.

Mehr zum The­ma — Law­row in Genf : “Sta­tio­nie­rung von US-Trup­pen um Syri­ens Ölfel­der ist ille­gal”

RT Deutsch


Trump legt Karten auf den Tisch : “Werden Öl in Syrien mit US-Einheiten sichern”


Zunächst ging es den USA und ihren trans­at­lan­ti­schen Part­nern in Syri­en angeb­lich dar­um, die gepei­nig­te syri­sche Bevöl­ke­rung vom “Schläch­ter Assad” zu befrei­en. Dem ent­spre­chen­den Nar­ra­tiv zufol­ge weh­te der “Ara­bi­sche Früh­ling” auch durch Syri­en und wur­de von der syri­schen Regie­rung bru­tal zusam­men­ge­schos­sen. Der US-Prä­si­dent hieß noch nicht Donald Trump.

Als der Sturz des “Assad-Regimes” gründ­lich miss­lang, ging es um die Bekämp­fung des selbst ernann­ten “Isla­mi­schen Staatse” (IS), der sich nach dem ver­hee­ren­den US-Krieg im Irak auch in Syri­en aus­ge­brei­tet hat­te. Zur mut­maß­li­chen Bekämp­fung des IS wur­de u.a. die soge­nann­te “Freie Syri­sche Armee” aus dem Hut gezau­bert. Frei­lich kämpf­te die­se Ansamm­lung isla­mis­ti­scher Mili­zen bis vor weni­gen Stun­den noch auf­sei­ten der Tür­kei gegen die kur­di­schen YPG.

Als sich nach dem Ein­tritt Russ­lands in den ger­ne als “Bür­ger­krieg” bezeich­ne­ten inter­na­tio­na­len Stell­ver­tre­ter­krieg abzeich­ne­te, dass die Tage des IS gezählt sind, schwenk­te die US-Admi­nis­tra­ti­on um. Nun ging es dar­über hin­aus auch dar­um, den zuneh­men­den Ein­fluss des “Schur­ken­staats” Iran in Syri­en ein­zu­däm­men. Auch die­ses Ansin­nen war nicht von Erfolg gekrönt.

Dann war die Zeit reif für Prä­si­dent Trump, um zu erklä­ren, dass sich die USA mili­tä­risch aus dem Nord­os­ten Syri­ens zurück­zie­hen wür­den. Infol­ge­des­sen mar­schier­te die Tür­kei in das Gebiet ein, um eine Sicher­heits­zo­ne zu eta­blie­ren. Mit­hil­fe Russ­lands gelang es, eine Eska­la­ti­on der Kämp­fe zu ver­hin­dern, und eine Waf­fen­ru­he wur­de ver­ein­bart. Der tür­ki­sche Prä­si­dent Erdoğan kün­dig­te der­weil an, die vor­läu­fi­ge Feu­er­pau­se in eine “per­ma­nen­te” Waf­fen­ru­he zu ver­wan­deln. Russ­land, der Tür­kei, der syri­schen Regie­rung und dem Iran geht es nun in ers­ter Linie dar­um, die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät Syri­ens voll­stän­dig wie­der­her­zu­stel­len.

Zu Recht frag­te sich der geneig­te Beob­ach­ter, mit wel­chem Argu­ment Washing­ton nun als Nächs­tes auf­war­ten wür­de, um wei­ter­hin Ein­fluss auf die Geschi­cke Syri­ens aus­üben zu kön­nen. Und tat­säch­lich : Im nächs­ten Akt des Offen­ba­rungs­eids umriss der getrie­be­ne US-Prä­si­dent nun offi­zi­ell sei­ne wei­te­ren Über­le­gun­gen zum The­ma Syri­en. Aus sei­nen Aus­füh­run­gen stach vor allem eine Pas­sa­ge her­aus.

Noch bis vor weni­gen Wochen wur­den Behaup­tun­gen, dass es den USA neben einem Régime-Chan­ge vor allem auch um die Beset­zung der syri­schen Ölfel­der gehe, als Pro­pa­gan­da abge­tan. Nun jedoch leg­te Trump die Kar­ten auf den Tisch.

Wir haben das Öl gesi­chert”, gab der US-Prä­si­dent zu Pro­to­koll.

In der Tat han­delt es sich bei der Regi­on, in der sich bis zuletzt die Mehr­zahl der US-Ein­hei­ten auf­hiel­ten, um das ölreichs­te Gebiet Syri­ens. Und um das “schwar­ze Gold” nun wei­ter­hin zu kon­trol­lie­ren, soll nach dem Wil­len der US-Regie­rung “eine klei­ne Zahl von US-Trup­pen in dem Gebiet blei­ben, wo sie [in Syri­en, An. d. Red.] das Öl haben”.

Und wir wer­den es sichern, und wir wer­den dar­über ent­schei­den, was wir in Zukunft damit machen”, erklär­te Trump.

Der US-Nach­rich­ten­sen­der CNN weiß der­weil über die US-gesi­cher­ten syri­schen Ölfel­der zu berich­ten, dass die­se auch vom “Assad-Régime begehrt” wer­den :

Die Ölfel­der sind Ver­mö­gens­wer­te, die auch von Russ­land und dem Assad-Régime begehrt wer­den, dem nach Jah­ren des Bür­ger­kriegs das Bar­geld aus­geht. Sowohl Mos­kau als auch Damas­kus hof­fen, mit den Ölein­nah­men zum Wie­der­auf­bau West­sy­ri­ens bei­zu­tra­gen und die Posi­ti­on des Regimes zu fes­ti­gen.

Wie der Sen­der zudem berich­tet, mut­maß­te Trump auch dar­über, “dass die USA einen Ölde­al für die Kur­den” aus­ar­bei­ten könn­ten, um “deren Finan­zen auf­zu­bes­sern”.

Nach Anga­ben der New York Times soll es sich bei der Ölschutz­trup­pe um 200 Mann einer US-Spe­zi­al­ein­heit han­deln, “um den Isla­mi­schen Staat zu bekämp­fen und das Vor­rü­cken syri­scher Regie­rungs­trup­pen und rus­si­scher Kräf­te zu den begehr­ten Ölfel­dern der Regi­on zu unter­bin­den”.

Mehr zum The­ma — Nach Russ­land-Tür­kei Deal : USA heben Sank­tio­nen gegen Anka­ra auf

Auch US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper erklär­te, dass US-Trup­pen zeit­wei­lig in Syri­en ver­blei­ben, “teil­wei­se, um Ölfel­der im Land vor dem IS zu schüt­zen, wäh­rend sich ande­re US-Trup­pen aus Nord­sy­ri­en zurück­zie­hen”.

Bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Afgha­ni­stan erklär­te Esper, dass der Rück­zug aus Nord­sy­ri­en eher “Wochen als Tage” dau­ern wird und dass US-Trup­pen, die zum “Schutz” der Ölquel­len abkom­man­diert wur­den, nicht zu dem Trup­pen­teil gehö­re wer­den, der Syri­en ver­lässt.

Der Régime-Chan­ge ist gründ­lich miss­lun­gen, der IS struk­tu­rell bezwun­gen und der Ein­fluss Russ­lands und des Iran kei­nes­wegs geschwächt. Ein­fluss will Washing­ton den­noch wei­ter­hin aus­üben und offen­bart dabei nun, wor­um es auch im Fall des des syri­schen “Bür­ger­kriegs” ging.

RT Deutsch


Peskow kommentiert Trumps Aussagen über Regelung in Syrien


Der Pres­se­spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten, Dmi­tri Pes­kow, hat die Ver­su­che des US-Prä­si­den­ten Donald Trump kom­men­tiert, sich Ver­diens­te bei der syri­schen Rege­lung anzu­eig­nen, und sich dabei an ein Sprich­wort erin­nert, dass der Sieg vie­le Väter habe.
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