Saudi-Arabien droht US-Präsident Trump mit Eskalation


Die Zei­chen ste­hen auf Eska­la­ti­on, nach­dem der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Donald Trump den Sau­dis am Sams­tag mit “schwe­rer Stra­fe” droh­te, soll­te sich her­aus­stel­len, dass das Herr­scher­haus Al-Saud etwas mit dem ver­mu­te­ten Mord an Dscha­mal Cha­schuk­dschi zu tun hat. Wie die­se “schwe­re Stra­fe” aus­se­hen soll, ließ Trump aber offen. Dass an den Waf­fen­ver­käu­fen an Sau­di-Ara­bi­en gerüt­telt wer­de, wie es vie­le Men­schen­recht­ler und Kom­men­ta­to­ren for­dern, schloss der Prä­si­dent aller­dings aus. Davon hän­gen zu vie­le Arbeits­plät­ze in den USA ab und es wür­de die Mil­li­ar­den­ge­win­ne der Rüs­tungs­kon­zer­ne schwer tref­fen.

Gegen den wach­sen­den inter­na­tio­na­len Druck will sich Riad nun offen­sicht­lich zur Wehr set­zen. Zuerst mel­de­te die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur SPA, dass das wah­ha­bi­ti­sche König­reich jeg­li­che poten­zi­el­le US-Sank­tio­nen mit “einer grö­ße­ren Akti­on” beant­wor­ten wer­de und berief sich dabei auf nicht näher genann­te “offi­zi­el­le Quel­len”. Dass es das Herr­scher­haus tat­säch­lich ernst meint und es bereit ist, sich auf einen Show­down mit Washing­ton ein­zu­las­sen, zeigt nun die­se Bestä­ti­gung des Außen­mi­nis­te­ri­ums auf Twit­ter : 

Das König­reich bekräf­tigt sei­ne abso­lu­te Ableh­nung von jeg­li­chen Bedro­hun­gen und Ver­su­chen, es zu unter­mi­nie­ren, ob durch Andro­hung von Wirt­schafts­sank­tio­nen, poli­ti­schen Druck oder der Wie­der­ho­lung von fal­schen Anschul­di­gun­gen, wel­che das König­reich und sei­ne fes­te Posi­tio­nen und den ara­bi­schen, isla­mi­schen und inter­na­tio­na­len Sta­tus nicht unter­gra­ben wer­den, (denn) der Aus­gang die­ses schwa­chen Unter­fan­gens – wie deren Vor­gän­ger – sind ein Unter­gang. Das König­reich, wie auch die Regie­rung und das Volk, ist stand­haft und glor­reich wie immer, wie auch immer die Belas­tun­gen und Umstän­de sein mögen. Das König­reich bekräf­tig auch, dass es auf alle gegen sich gerich­te­ten Aktio­nen mit einer grö­ße­ren Akti­on ant­wor­ten wird, und dass die Wirt­schaft des König­reichs eine ein­fluss­rei­che und vita­le Rol­le in der glo­ba­len Wirt­schaft aus­übt und dass die Wirt­schaft des König­reichs nur durch die Aus­wir­kung der glo­ba­len Wirt­schaft beein­träch­tigt ist.

Auch die Sau­di Gazet­te, eine der größ­ten eng­lisch­spra­chi­gen Zei­tun­gen in Sau­di-Ara­bi­en, zitiert Innen­mi­nis­ter Prinz Abdu­la­ziz Bin Saud Bin Naïf, dass die “Fein­de des König­rei­ches, unter­stützt und begüns­tigt durch das kata­ri­sche Régime und die Mus­lim­bru­der­schaft”, jeden Tag mit neu­en Vor­wür­fen bezüg­lich des Ver­schwin­dens von Cha­schuk­dschi auf­war­te­ten.

Wie mög­li­che US-Sank­tio­nen gegen Sau­di-Ara­bi­en aus­se­hen könn­ten, ist zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht klar. Aber auf­grund der Bereit­schaft der Al-Sauds, die Lage eska­lie­ren zu las­sen, sieht es zumin­dest so aus, als ob Riad eini­ge gute Asse im Ärmel hat. Tur­ki Ald­ak­hil, Geschäfts­füh­rer der Al Ara­bi­ya News Chan­nel Grup­pe, mach­te dies in sei­nem Arti­kel “US-Sank­tio­nen gegen Riad wür­de bedeu­ten, Washing­ton erdolcht sich selbst” klar. Er deu­te­te dar­auf hin, dass der Ölpreis viel­leicht auch in einer ande­ren Wäh­rung als dem US-Dol­lar ange­bo­ten wer­den könn­te, wie zum Bei­spiel den chi­ne­si­schen Yuan. Oder dass Sau­di-Ara­bi­en künf­tig kei­ne Waf­fen made in USA mehr kauft, son­dern sie aus Russ­land und Chi­na bezie­hen könn­te. Schlim­mer noch, das König­reich könn­te sich auf­grund der gegen sich gerich­te­ten Poli­tik an den Iran annä­hern, dem — nebst Russ­land — Lieb­lings­feind der US-Regie­rung.

Für den New York Times-Kolum­nist Nicho­las Kris­tof steht fest, dass Donald Trump sei­ner Andro­hung von “schwe­rer Stra­fe” auch Taten fol­gen las­sen muss, weil “Sau­di-Ara­bi­en Kush­ner, Trump und ande­ren ame­ri­ka­ni­schen Gefolgs­leu­te” aus­ge­spielt hat. Ins­be­son­de­re die per­sön­li­che Bezie­hung zwi­schen Trumps Schwie­ger­sohn Jared Kush­ner und Kron­prinz Moham­med bin Sal­man, die von wirt­schaft­li­chen Ver­flech­tun­gen geprägt ist, könn­te am Ende einer US-Reak­ti­on im Wege ste­hen. Was es aber für Aus­wir­kun­gen auf die sau­di­sche Wirt­schaft haben könn­te, wenn Washing­ton tat­säch­lich Sank­tio­nen ver­ab­schie­det, zeig­te sich heu­te, als der füh­ren­de sau­di­sche Akti­en­in­dex stel­len­wei­se um 6,3 Pro­zent ein­sack­te.

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Pastor Andrew Brunson bittet Gott um “übernatürliche Weisheit” für Donald Trump


Andrew Brun­son war im Okto­ber 2016 wegen Ter­ror­vor­wür­fen in der Tür­kei fest­ge­nom­men und spä­ter in Unter­su­chungs­haft genom­men wor­den. Ende Juli wan­del­te ein Gericht die Haft in Haus­ar­rest um. Der Fall lös­te ein schwe­res Zer­würf­nis zwi­schen Washing­ton und Anka­ra aus. Am Frei­tag hob ein Gericht im west­tür­ki­schen Izmir schließ­lich den Haus­ar­rest und die Aus­rei­se­sper­re für den Geist­li­chen auf, sodass er die Tür­kei noch am Abend ver­las­sen konn­te. Bei einer Zwi­schen­lan­dung auf der US-Luft­waf­fen­ba­sis Ram­stein in Rhein­land-Pfalz wur­de der Pas­tor vom vom US-Bot­schaf­ter in Deutsch­land, Richard Grenell, emp­fan­gen. (dpa)

Mehr zum The­ma — US-Bot­schaf­ter emp­fängt US-Pas­tor Andrew Brun­son in Ram­stein

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Sängerin Taylor Swift will für Opposition stimmen – Trump findet ihre Musik nicht mehr so toll


In der Ver­gan­gen­heit woll­te ich mei­ne poli­ti­sche Hal­tung nicht öffent­lich zum Aus­druck brin­gen. Jetzt füh­le ich mich aber anders. Ich kann nicht mehr Mar­sha Black­burn unter­stüt­zen. Ihr Wahl­ver­hal­ten im Kon­gress ent­setzt mich und macht mir Angst. (…) Ich wer­de Phil Bre­de­sen für den Senat und Jim Coo­per für das Reprä­sen­tan­ten­haus unter­stüt­zen”, schrieb Swift auf Insta­gram.

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I’m wri­ting this post about the upco­m­ing mid­term elec­tions on Novem­ber 6th, in which I’ll be voting in the sta­te of Ten­nes­see. In the past I’ve been reluc­tant to publicly voice my poli­ti­cal opi­ni­ons, but due to several events in my life and in the world in the past two years, I feel very dif­fer­ent­ly about that now. I always have and always will cast my vote based on which can­di­da­te will pro­tect and fight for the human rights I belie­ve we all deser­ve in this coun­try. I belie­ve in the fight for LGBTQ rights, and that any form of discri­mi­na­ti­on based on sexu­al ori­en­ta­ti­on or gen­der is WRONG. I belie­ve that the sys­temic racism we still see in this coun­try towards peop­le of color is ter­ri­fy­ing, sicke­n­ing and pre­va­lent. I can­not vote for someo­ne who will not be wil­ling to fight for digni­ty for ALL Ame­ri­cans, no mat­ter their skin color, gen­der or who they love. Run­ning for Sena­te in the sta­te of Ten­nes­see is a woman named Mar­sha Black­burn. As much as I have in the past and would like to con­ti­nue voting for women in office, I can­not sup­port Mar­sha Black­burn. Her voting record in Con­gress appalls and ter­ri­fies me. She voted against equal pay for women. She voted against the Reaut­ho­ri­za­ti­on of the Vio­lence Against Women Act, which attempts to pro­tect women from domestic vio­lence, stal­king, and date rape. She belie­ves busi­nes­ses have a right to refu­se ser­vice to gay cou­ples. She also belie­ves they should not have the right to mar­ry. The­se are not MY Ten­nes­see values. I will be voting for Phil Bre­de­sen for Sena­te and Jim Coo­per for House of Rep­re­sen­ta­ti­ves. Plea­se, plea­se edu­ca­te yours­elf on the can­di­da­tes run­ning in your sta­te and vote based on who most clo­se­ly rep­res­ents your values. For a lot of us, we may never find a can­di­da­te or par­ty with whom we agree 100% on every issue, but we have to vote any­way. So many intel­li­gent, thought­ful, self-pos­ses­sed peop­le have tur­ned 18 in the past two years and now have the right and pri­vi­le­ge to make their vote count. But first you need to regis­ter, which is quick and easy to do. Octo­ber 9th is the LAST DAY to regis­ter to vote in the sta­te of TN. Go to vote.org and you can find all the info. Hap­py Voting ! 🗳😃🌈

Публикация от Tay­lor Swift (@taylorswift)

Als die Repor­ter den US-Prä­si­den­ten nach den poli­ti­schen Äuße­run­gen der Sän­ge­rin befragt hat­ten, deren Wer­ke Trump angeb­lich hoch schätzt, ant­wor­te­te Trump, dass er ihre Musik ab jetzt um 25 Pro­zent weni­ger möge.

Mehr zum The­ma — “Ich wür­de das gut machen”: Golf-Lieb­ha­ber Trump rech­net sich in Box­kampf mit Putin Chan­cen aus

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Kritik an Melania Trump wegen Kolonialzeit-Hut in Kenia


Wäh­rend ihres Besuchs in Kenia am Frei­tag mach­te Mela­nia Trump unter ande­rem eine Safa­ri-Tour im Natio­nal­park von Nai­ro­bi. Dabei trug sie eine beige Hose, Stie­fel, eine wei­ße Blu­se und einen wei­ßen Tro­pen­helm. Die­ser wur­de in der Kolo­ni­alära von vie­len Euro­pä­ern in Afri­ka getra­gen und ist heu­te für etli­che Men­schen ein Sym­bol der Bru­ta­li­tät die­ser Zeit. Die Kri­tik am Hut stand aller­dings nicht im Vor­der­grund. Kenia­ni­sche Medi­en berich­te­ten vor allem über Mela­nia Trumps Füt­te­rung von Ele­fan­ten­ba­bys bei einer Tier­schutz­or­ga­ni­sa­ti­on.

Mela­nia Trump reis­te erst­mals als First Lady ohne Beglei­tung des Prä­si­den­ten ins Aus­land. Sie besuch­te Gha­na, Mala­wi und Kenia und reis­te am Sams­tag nach Ägyp­ten wei­ter. (dpa)

Mehr zum The­ma — “Mir ist es wirk­lich egal. Und Dir?”: Schrift­zug auf Mela­nia Trumps Jacke löst Dis­kus­sio­nen aus

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Ich würde das gut machen”: Golf-Liebhaber Trump rechnet sich in Boxkampf mit Putin Chancen aus


In einer Anspra­che an sei­ne Unter­stüt­zer kri­ti­sier­te der US-Prä­si­dent die Medi­en und warf ihnen den Ver­such vor, sein Tref­fen mit dem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Wla­di­mir Putin in Finn­land im Juli zu unter­gra­ben. “In Sachen Nord­ko­rea mein­ten sie, ich wür­de einen Krieg mit Nord­ko­rea her­bei­füh­ren. Und bei Putin aus Russ­land mein­ten sie, ich sei zu nett gewe­sen. Aber es war doch ein tol­les Tref­fen”, sag­te Trump. “Sie wol­len mich zu einem Box­kampf mit ihm drän­gen … Und ich den­ke, dass ich das sehr gut machen wür­de.”

Dabei hat der rus­si­sche Staats­chef einen schwar­zen Gür­tel beim Judo, wäh­rend Trump eher für sei­ne Vor­lie­be für Golf bekannt ist.

Mehr zum The­ma — Nicht unter­drück­ba­re SMS von Trump in jedem Han­dy : USA tes­ten Warn­sys­tem “Pre­si­den­ti­al Alert”

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Donald Trump lässt Richterkandidat Brett Kavanaugh vom FBI durchleuchten


Der Repu­bli­ka­ner Jeff Fla­ke, der mit sei­ner Stim­me beim Votum die Mehr­heit ret­te­te, plä­dier­te dafür, die Anschul­di­gun­gen gegen den Rich­ter vor der Abstim­mung im Senat durch das FBI unter­su­chen zu las­sen. Der Jus­tiz­aus­schuss des Senats räum­te dafür eine Woche ein. Was die auf weni­ge Tage und im Umfang begrenz­ten FBI-Ermitt­lun­gen brin­gen könn­ten, war zunächst unklar. Am Vor­tag war es zu einer denk­wür­di­gen Anhö­rung in dem Aus­schuss gekom­men, bei der Chris­ti­ne Bla­sey Ford den Juris­ten schwer beschul­dig­te hat­te.

Brett Kava­n­augh ist mit Vor­wür­fen kon­fron­tiert, er habe als jun­ger Mann mehr­fach Frau­en sexu­ell beläs­tigt und min­des­tens eine von ihnen vor Jahr­zehn­ten zu ver­ge­wal­ti­gen ver­sucht. Er kün­dig­te an, mit den Ermitt­lern zu koope­rie­ren. Die Vor­wür­fe selbst wies der Rich­ter jedoch ent­schie­den zurück. Am Don­ners­tag beteu­er­te er im Senats­aus­schuss unter Trä­nen sei­ne Unschuld und trug in einer kämp­fe­ri­schen, teils wüten­den Rede sei­ner­seits Vor­wür­fe gegen die Oppo­si­ti­on vor. (dpa)

Mehr zum The­ma — Wegen Unter­stüt­zung von Trumps Rich­ter-Kan­di­da­ten : Pro­test­ler ver­drän­gen US-Sena­tor aus Restau­rant

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USA vs. Venezuela : Wortgefecht zwischen Trump und Maduro auf der UN-Vollversammlung


von Maria Mül­ler 

US-Prä­si­dent Donald Trump nutz­te sei­ne Rede vor der 73. UN-Voll­ver­samm­lung, um klar­zu­stel­len, dass er der Boss ist. “Ame­ri­ca first” lau­te­te auch hier die Devi­se. Die Bot­schaft an die Regie­run­gen der Welt war klar : ent­we­der sie ver­hal­ten sich im Sin­ne der USA, oder sie haben mit Kon­se­quen­zen zu rech­nen. Finan­zi­el­le Unter­stüt­zun­gen, wel­cher Art auch immer, müs­sen mit poli­ti­schem Gehor­sam hono­riert wer­den. Ansons­ten wünscht sich Trump eine gute Zusam­men­ar­beit mit den Völ­kern der Welt. Er bestä­tig­te die Gül­tig­keit der Mon­roe-Dok­trin, mit der Latein­ame­ri­ka frü­her zum “Hin­ter­hof der USA” degra­diert wur­de. Damit weist er beson­ders den Ein­fluss Russ­lands und Chi­nas in Latein­ame­ri­ka kate­go­risch zurück.

Der US-Prä­si­dent bekräf­tig­te vor dem UN-Forum sei­ne bis­he­ri­ge Außen­po­li­tik und beton­te die kom­pro­miss­lo­se Hal­tung gegen­über dem Iran, Nord­ko­rea, Syri­en und Vene­zue­la. Infol­ge ern­te­te er Kri­tik von meh­re­ren Staa­ten, die dar­an erin­ner­ten, dass die Grund­sät­ze der Ver­ein­ten Natio­nen auf mul­ti­la­te­ra­len, kol­lek­ti­ven Lösun­gen von Pro­ble­men in einem “gemein­sa­men Haus” aus­ge­rich­tet sei­en.

In Bezug auf Vene­zue­la wie­der­hol­te der US-Prä­si­dent vor Jour­na­lis­ten sei­ne bekann­te Dro­hung :

Alle Optio­nen sind auf dem Tisch, alle. Die har­ten und die weni­ger har­ten. Alle Optio­nen. Und ihr wisst ja, was das bedeu­tet, hart.

Trump kün­dig­te neu­er­li­che Sank­tio­nen an und sprach öffent­lich und völ­lig unge­niert davon, dass ein Mili­tär­putsch gegen Vene­zue­las Prä­si­den­ten Nicolás Madu­ro erfolg­reich sein wür­de. Er ver­kün­de­te, dass spe­zi­ell auf den süd­ame­ri­ka­ni­schen Staats­chef zuge­spitz­te Sank­tio­nen geplant sei­en. Auch die Euro­päi­sche Uni­on wer­de elf wei­te­re Sank­tio­nen gegen Vene­zue­la ver­hän­gen. Gleich­zei­tig zeig­te sich Trump am Mitt­woch­mor­gen jedoch uner­war­tet offen für ein Gespräch mit Madu­ro :

Wenn er hier ist und sich mit mir tref­fen will…ich hat­te das nicht bedacht, das war nicht in mei­nen Plä­nen vor­ge­se­hen. Aber wenn ich den Leu­ten hel­fen kann, dafür bin ich da.

Noch vor einem Jahr hat­te er die Bit­te Madu­ros nach einem Gespräch unter vier Augen abge­lehnt. Damals hat­te das Wei­ße Haus geant­wor­tet, dass das erst mög­lich sei, wenn Vene­zue­la wie­der zur Demo­kra­tie zurück­kehrt.

Am Don­ners­tag sprach der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent dann 51 Minu­ten lang vor der Voll­ver­samm­lung. Bei die­ser Gele­gen­heit beton­te er sei­ne Bereit­schaft, die Hand aus­zu­stre­cken und einen offe­nen The­men­ka­ta­log mit Trump zu dis­ku­tie­ren.

Zwi­schen uns bestehen abgrund­tie­fe Unter­schie­de aller Art. Doch gera­de die­je­ni­gen mit den größ­ten Dif­fe­ren­zen auf die­ser Welt müs­sen den Dia­log füh­ren. Trump sagt, er sei besorgt und möch­te Vene­zue­la hel­fen. Ich bin bereit, über alles mit ihm in Demut zu spre­chen.

Madu­ro erin­ner­te an das dunk­le 20. Jahr­hun­dert, in dem die USA vie­le Male in Län­dern Latein­ame­ri­kas mili­tä­risch ein­fie­len, Umstür­ze orga­ni­sier­ten, blut­rüns­ti­ge Dik­ta­tu­ren an der Macht erhiel­ten und Boden­schät­ze plün­der­ten. Spon­ta­nen Bei­fall erhielt Madu­ro, als er aus­rief : 

Es ist unser ver­dien­tes Recht, end­lich zu leben und uns selbst zu regie­ren wie wir wol­len ! Es ist unser Recht, poli­ti­sche, kul­tu­rel­le und wirt­schaft­li­che Sys­te­me zu ent­wi­ckeln, die unse­rer Regi­on und unse­ren eige­nen his­to­ri­schen Wur­zeln ent­spre­chen ! 

Die Migran­ten­kri­se Vene­zue­las sei künst­lich her­bei­ge­führt, um damit eine mili­tä­ri­sche Inter­ven­ti­on in sei­nem Land zu recht­fer­ti­gen. Mil­lio­nen­fa­che Migra­ti­ons­be­we­gun­gen wie die­je­ni­gen aus Afri­ka und dem Nahen Osten nach Euro­pa, oder die aus Mit­tel­ame­ri­ka und Mexi­ko in die USA, bei denen hun­der­te von Men­schen star­ben, wür­den inzwi­schen in den Medi­en und in der inter­na­tio­na­len Poli­tik weit weni­ger the­ma­ti­siert als die vene­zo­la­ni­schen Migran­ten. Doch Vene­zue­la sei auch Auf­nah­me­land für tau­sen­de von Migran­ten und Flücht­lin­ge, beson­ders aus Kolum­bi­en, was uner­wähnt blei­be.

Der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent nahm dabei auch Bezug auf die von Men­schen­recht­lern kri­ti­sier­ten Maß­nah­men gegen­über nicht regis­trier­ten Ein­wan­de­rern und ihren Kin­dern an der Gren­ze zu den USA :

Auf Anord­nung von Trump hat man 2018 rund 2.000 Kin­der an der US-Gren­ze von ihren Eltern getrennt und in geson­der­ten Auf­fang­la­gern unter pre­kä­ren Bedin­gun­gen allei­ne unter­ge­bracht. Obwohl die Maß­nah­me nach hef­ti­gen Pro­tes­ten in der ame­ri­ka­ni­schen Öffent­lich­keit auf­ge­ho­ben wur­den, leben immer noch meh­re­re hun­dert ver­wais­te Kin­der in sol­chen Lagern, weil ihre Eltern nicht mehr gefun­den wer­den.

Madu­ro erin­ner­te vor der Voll­ver­samm­lung auch an die Tat­sa­che, dass Trump eine Mau­er zwi­schen den USA und Mexi­ko baut, um wei­te­re Migran­ten am Grenz­über­tritt zu hin­dern.

Madu­ro über das auf ihn ver­üb­te Atten­tat

Ein Schwer­punkt sei­ner Rede war das auf ihn am 4. August ver­üb­te Atten­tat : 

Damit soll­te Vene­zue­la ins Cha­os gestürzt wer­den, um eine Mili­tär­in­ter­ven­ti­on an der UN vor­bei zu recht­fer­ti­gen.

Inzwi­schen sei­en 46 Per­so­nen ver­haf­tet wor­den. Alle sei­en gestän­dig und hät­ten vor lau­fen­den Kame­ras die Hin­ter­grün­de geschil­dert. Dem­nach habe der kolum­bia­ni­sche Geheim­dienst zusam­men mit einer ehe­ma­li­gen vene­zo­la­ni­schen Mili­tär­an­ge­hö­ri­gen eine Grup­pe von Vene­zo­la­nern aus­er­wählt und in Kolum­bi­en für das Atten­tat vor­be­rei­tet. Dies sei mit Wis­sen der kolum­bia­ni­schen Regie­rung gesche­hen. Nach dem Atten­tat soll­ten die Betei­lig­ten gemäß die­sen Aus­sa­gen über die Bot­schaf­ten von Kolum­bi­en, Chi­le und Mexi­ko bezie­hungs­wei­se mit deren Diplo­ma­ten­fahr­zeu­gen ins Aus­land gebracht wer­den.

Wei­ter­hin infor­mier­te Madu­ro in sei­ner Rede, Vene­zue­la habe den Bot­schaf­tern der drei Staa­ten ent­spre­chen­des Beweis­ma­te­ri­al über­ge­ben. Die drei Län­der wie­sen die Anschul­di­gung ener­gisch zurück.

Mehr zum The­ma — Nach Anschlag auf Prä­si­dent Madu­ro : Vene­zue­la ver­langt Aus­lie­fe­rung mut­maß­li­cher Atten­tä­ter

Des Wei­te­ren beteu­er­te der Staats­chef, das Atten­tat sei laut den Aus­sa­gen der Ver­haf­te­ten von den USA geplant und finan­ziert wor­den. An die­ser Stel­le wie­der­hol­te Madu­ro die Bit­te an die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, den Fall gemein­sam mit Exper­ten des FBI auf­zu­klä­ren. Außer­dem habe er eine unab­hän­gi­ge Unter­su­chungs­kom­mis­si­on der UN bean­tragt. 

In einem ande­ren Teil sei­ner Rede erin­ner­te er an jüngs­te Berich­te der New York Times, nach denen es im August meh­re­re Tref­fen zwi­schen US-Beam­ten und oppo­si­tio­nel­len vene­zo­la­ni­schen Mili­tärs gege­ben habe. Dabei sei­en Plä­ne für einen Mili­tär­putsch dis­ku­tiert wor­den.

Vene­zo­la­ni­sche Regie­rung bald ein Fall für Den Haag ? 

Weni­ge Stun­den nach der Rede von Donald Trump über­gab eine Grup­pe von fünf latein­ame­ri­ka­ni­schen Staa­ten (Argen­ti­ni­en, Kolum­bi­en, Chi­le, Para­gu­ay und Peru) ein Doku­ment an den Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof in Den Haag. Kana­da hat sich der Initia­ti­ve nach­träg­lich ange­schlos­sen. Dar­in wird die vene­zo­la­ni­sche Regie­rung für Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ver­ant­wort­lich gemacht. Der vene­zo­la­ni­sche Staat sei “ent­we­der nicht wil­lens oder nicht in der Lage”, die dafür Ver­ant­wort­li­chen vor Gericht zu brin­gen.

Die Staats­an­walt­schaft in Den Haag wird eine Unter­su­chung ein­lei­ten und danach ent­schei­den, ob sie eine Ankla­ge eröff­net. Es ist das ers­te Mal in den 16 Jah­ren des Bestehens des Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­ho­fes, dass dort Staa­ten einen ande­ren Staat wegen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen ver­kla­gen.

Im Wider­spruch zu der Initia­ti­ve der sechs Staa­ten erklär­te Trump in sei­ner Rede, dass er den Inter­na­tio­na­len Straf­ge­richts­hof nicht aner­kennt :

In Bezug auf die Ver­ei­nig­ten Staa­ten besitzt der Inter­na­tio­na­le Straf­ge­richts­hof weder Rechts­ho­heit, noch Legi­ti­ma­ti­on oder Auto­ri­tät. Wir wer­den nie­mals uns­re Sou­ve­rä­ni­tät einer nicht gewähl­ten und unver­ant­wort­li­chen glo­ba­len Büro­kra­tie über­las­sen.

Mehr zum The­ma — Kolum­bi­en : Beim Ver­hält­nis zu Vene­zue­la geben die USA den Ton an 

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Diesmal war es nicht Russland : Trump wirft China Einmischung in US-Wahlen vor


Die Sit­zung hat­te eigent­lich den Kampf gegen die Ver­brei­tung von Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen zum The­ma. Trump mach­te auch nicht deut­lich, wie Chi­na gegen die US-Regie­rung vor­geht, die 2018 nicht zur Wahl steht. Bei den soge­nann­ten mid­term elec­tions wer­den ein Drit­tel der Sena­to­ren und das gesam­te Reprä­sen­tan­ten­haus neu gewählt.

Der Vor­wurf gegen Chi­na ist nicht neu. Trump hat­te ihn bereits auf meh­re­ren Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen erho­ben. Er wur­de von den US-Geheim­diens­ten bestä­tigt. Geheim­dienst­di­rek­tor Dan Coats hat­te bereits am 12. Sep­tem­ber erklärt, neben Russ­land sei­en Chi­na, Nord­ko­rea und Iran die Län­der, denen man Ein­mi­schungs­ver­su­che zuschrei­be. (dpa)

Mehr zum The­ma — USA vs. Chi­na ­­– Trumps Han­dels­krieg als Teil einer grö­ße­ren Agen­da gegen das Reich der Mit­te

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