Ausnahmezustand in Türkei zum siebten Mal verlängert


Die von Erdo­gan am 24. Juni geplan­te Par­la­ments-und Prä­si­dent­schafts­wahl wür­de damit im Aus­nah­me­zu­stand abge­hal­ten. Mit der Ver­län­ge­rung befin­det sich die Tür­kei nach Ablauf dann zwei Jah­re im Aus­nah­me­zu­stand. Erdo­gan hat­te die Maß­nah­me nach dem Putsch­ver­such vom 15. Juli 2016 ver­hängt. (dpa)

Mehr zum The­ma — Tür­kei : Erdo­gan kün­digt vor­ge­zo­ge­ne Wah­len für Juni an

RT Deutsch


Türkei : Erdogan kündigt vorgezogene Wahlen für Juni an


Der tür­ki­sche Prä­si­dent gab bekannt, dass er nach Kon­sul­ta­ti­on mit dem Vor­sit­zen­den der oppo­si­tio­nel­len Par­tei der Natio­na­lis­ti­schen Bewe­gung, kurz MHP, die Ent­schei­dung zur Durch­füh­rung von vor­ge­zo­ge­nen Wah­len beschloss.

Der wich­tigs­te Oppo­si­ti­ons­füh­rer von der Repu­bli­ka­ni­schen Volks­par­tei, kurz CHP, Kemal Kili­cdar­o­g­lu, zeig­te sich am Diens­tag zuver­sicht­lich, dass in der Tür­kei noch die­ses Jahr Wah­len durch­ge­führt wer­den.

In einer Pres­se­kon­fe­renz im Prä­si­den­ten­kom­plex in Anka­ra sag­te Erdo­gan, dass die jüngs­ten Ent­wick­lun­gen in der Tür­kei — ein­schließ­lich der grenz­über­schrei­ten­den Mili­tär­ope­ra­tio­nen im Irak und in Syri­en sowie der Kri­se in die­sen Nach­bar­län­dern — die Wah­len not­wen­dig gemacht haben, um die innen­po­li­ti­sche Unsi­cher­heit in der Tür­kei zu über­win­den.

Wir lei­ten sofort die Ver­fah­ren in die­ser Ange­le­gen­heit ein, und zwei­fel­los wird auch der Obers­te Wahl­aus­schuss der Tür­kei so bald wie mög­lich mit den Vor­be­rei­tun­gen für die Wah­len begin­nen”, so Erdo­gan.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fol­gen in Kür­ze…

RT Deutsch


Kosovo und Türkei : Festnahme und Abschiebung von Gülen-Anhängern sorgt für Spannungen


Wer wuss­te wann was von die­ser Akti­on : Die Fest­nah­me von sechs tür­ki­schen Staats­bür­gern im Koso­vo und ihre Aus­lie­fe­rung an Anka­ra haben einen poli­ti­schen Skan­dal in der abtrün­ni­gen ser­bi­schen Pro­vinz aus­ge­löst, aber vor allem für eine Kri­se in den Bezie­hun­gen zwi­schen der Tür­kei und dem Koso­vo gesorgt. Die mut­maß­li­chen Anhän­ger des in den USA leben­den Pre­di­gers Fethul­lah Gülen, die im Koso­vo als Leh­rer arbei­te­ten, sol­len nach Medi­en­be­rich­ten vom tür­ki­schen Geheim­dienst in Zusam­men­ar­beit mit koso­va­ri­schen Kol­le­gen auf­ge­grif­fen wor­den sein.

Erdoğan fei­er­te die Fest­nah­me als Erfolg

Nach Anga­ben der tür­ki­schen Behör­den ermit­telt die Istan­bu­ler Staats­an­walt­schaft gegen die Män­ner, weil sie die Aktio­nen der Bewe­gung auf dem Bal­kan koor­di­niert und deren Mit­glie­der nach Euro­pa und in die USA geschleust haben sol­len.

Prä­si­dent Recep Tay­y­ip Erdoğan fei­er­te die Fest­nah­me als Erfolg. Der koso­va­ri­sche Innen­mi­nis­ter Fla­mur Sefaj muss­te aber nach Bekannt­wer­den des Vor­falls sei­nen Pos­ten räu­men, weil er die Abschie­bung nach Anka­ra ohne Wis­sen des Regie­rungs­chefs Ramush Hara­di­naj durch­ge­führt haben soll. Mit ihm wur­de auch der Geheim­dienst­chef Dri­ton Gashi ent­las­sen. Ein ent­spre­chen­des Dekret unter­zeich­ne­te Hara­di­naj ver­gan­ge­ne Woche in Pris­ti­na. Sie sei­en “ver­pflich­tet” gewe­sen, ihn zu infor­mie­ren, sag­te Hara­di­naj nach einer Kri­sen­sit­zung des natio­na­len Sicher­heits­rats. Da sie dies jedoch nicht getan hät­ten, “haben Sie mein Ver­trau­en ver­lo­ren”, so Hara­di­naj.

Erdoğan kri­ti­sier­te die­se Ent­schei­dung scharf. Er warf dem koso­va­ri­schen Pre­mier­mi­nis­ter vor, Unter­stüt­zer des Putsch­ver­suchs in der Tür­kei zu decken. “Wie kannst du es wagen, jene zu füt­tern, die in der Tür­kei den Staats­streich ver­such­ten ? Wie kannst du so gegen die Tür­kei arbei­ten?”, wur­de er vom tür­ki­schen Prä­si­den­ten gefragt. Hara­di­naj erwi­der­te, dass er es Anka­ra nicht erlau­ben wer­de, sich in innen­po­li­ti­sche Fra­gen des Koso­vo ein­zu­mi­schen.

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Nun meh­ren sich in den letz­ten Tagen die Spe­ku­la­tio­nen, dass der koso­va­ri­sche Prä­si­dent Hash­im Tha­çi, der die Akti­on gleich als ver­fas­sungs­wid­rig ver­ur­teilt hat­te, in sel­bi­ge ver­wi­ckelt sein soll. Es wird über einen Macht­kampf zwi­schen dem Prä­si­den­ten und dem Pre­mier­mi­nis­ter spe­ku­liert. So spe­ku­lie­ren koso­va­ri­sche Medi­en, dass Tha­çi bereits 2016 bei einem Besuch in Anka­ra die Auf­for­de­rung bekom­men haben soll, alle Gülen-Schu­len im Koso­vo zu schlie­ßen. Als Gegen­leis­tung soll ihm der tür­ki­sche Prä­si­dent ein Sti­pen­di­um der tür­ki­schen Maarif-Stif­tung ver­spro­chen haben.

Tür­ki­scher Geheim­dienst in 18 Län­dern an Rück­füh­rung von Gülen-Anhän­gern betei­ligt

Inzwi­schen wur­de eine Unter­su­chung zu die­sem Fall ein­ge­lei­tet. Alle Umstän­de sol­len genau geklärt wer­den.

Erdoğan macht die Gülen-Bewe­gung für den Putsch­ver­such in der Tür­kei vom Juli 2016 ver­ant­wort­lich und ver­langt seit lan­gem auch von den Bal­kan­län­dern die Aus­lie­fe­rung mut­maß­li­cher Gülen-Anhän­ger. Der tür­ki­sche Regie­rungs­chef Bina­li Yıl­dırım hat­te neu­lich bei sei­nem Besuch in Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na die­ses The­ma eben­falls ange­spro­chen.

Der tür­ki­sche Geheim­dienst MİT war nach Regie­rungs­an­ga­ben in 18 Län­dern an der Rück­füh­rung von tür­ki­schen Staats­bür­gern und mut­maß­li­chen Gülen-Anhän­gern betei­ligt. “Der MİT hat bis­lang 80 Fetö-Anhän­ger aus 18 Län­dern vernaf­tet und in die Tür­kei gebracht”, sag­te Regie­rungs­spre­cher Bekir Boz­dağ am Don­ners­tag dem Sen­der Haber­türk. Als Fetö (Fethul­lah- Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on) bezeich­net Anka­ra die Bewe­gung um den in den USA leben­den Pre­di­ger Fethul­lah Gülen.

Bezüg­lich der Akti­on im Koso­vo sag­te der Spre­cher von Staats­prä­si­dent Erdoğan, Ibra­him Kalın, auf Nach­fra­ge von Jour­na­lis­ten in Anka­ra, die Tür­kei sei an kei­ner­lei ille­ga­len Akti­vi­tä­ten betei­ligt gewe­sen, und ver­wies auf das Koso­vo. Dort sei­en die Rück­füh­run­gen in Abspra­che mit den loka­len Behör­den erfolgt.

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RT Deutsch


Allianz mit USA nicht mehr möglich : Türkei bevorzugt regionale Zusammenarbeit mit Russland


von Ali Özkök

Der stell­ver­tre­ten­de Haupt­ko­or­di­na­tor des neu­ge­grün­de­ten Stra­te­gi­schen For­schungs­zen­trums in Ana­to­li­en (ASAMER), Umut Çağrı Sarı, sprach mit RT Deutsch über die tür­kisch-rus­si­schen Bezie­hun­gen.

Am Mitt­woch fand in Anka­ra ein tri­la­te­ra­les Tref­fen zwi­schen den Staats­chefs Russ­lands, des Iran und der Tür­kei statt. Ist dies ein Bünd­nis, das den Krieg in Syri­en been­den kann ?

Die geo­gra­fi­sche Lage des Nahen Ostens und sei­ne geo­gra­fi­schen Mög­lich­kei­ten haben im Lau­fe der Geschich­te bei der Gestal­tung sei­ner poli­ti­schen, wirt­schaft­li­chen und kul­tu­rel­len Ent­wick­lung eine wich­ti­ge Rol­le gespielt. Von 2011 bis heu­te hat die Syri­en­kri­se dazu geführt, dass Tau­sen­de von Men­schen gestor­ben sind und auch Mil­lio­nen von Men­schen aus ihren Häu­sern ver­trie­ben wur­den.

Russ­land, der Iran und die Tür­kei, alles Staa­ten mit einer beson­de­ren geo­gra­fi­schen Ver­bin­dung zum Nahen Osten, die im Asta­na-Pro­zess als Garan­tie­mäch­te agie­ren, wol­len eine poli­ti­sche Lösung für die Syri­en­kri­se. Jetzt sind wir als Tür­kei Teil einer star­ken Ent­wick­lung, bei der regio­na­le Mäch­te aktiv und wirk­lich ein­fluss­reich sind. Die­se drei Staa­ten, die die Hege­mo­nie des Wes­tens in ihrer Regi­on ableh­nen, wer­den wich­ti­ge Schrit­te auf dem Weg zum Frie­den in Syri­en unter­neh­men. Ein mög­li­ches Abkom­men in Syri­en ist für ver­schie­de­ne Gebie­te im rest­li­chen Raum des Nahen Ostens hin­sicht­lich sei­ner Aus­wir­kun­gen von ent­schei­den­der Bedeu­tung.

Aus Sicht der Tür­kei pak­tie­ren die USA der­zeit mit dem syri­schen Able­ger der PKK. Wenn es Anka­ra ernst mei­nen wür­de, könn­te es leicht mit der Schlie­ßung der US-Basis in Incir­lik, Tür­kei, reagie­ren. Wie erklä­ren Sie das Ver­hal­ten der USA ?

Die Bezie­hun­gen zwi­schen Anka­ra und Washing­ton sind auf­grund der Ent­wick­lun­gen in der Syri­en­kri­se beson­ders ange­spannt. Rüs­tungs­un­ter­stüt­zung und mili­tä­ri­sche Hil­fe für YPG/PYD, die die Tür­kei als syri­schen Able­ger der PKK wahr­nimmt, durch die USA hat mas­si­ve Beden­ken der Tür­kei hin­sicht­lich der natio­na­len Sicher­heit auf­ge­wor­fen.

Die USA wol­len ihre geschei­ter­ten Syri­en-Ope­ra­tio­nen mit die­ser Opti­on fort­set­zen. Damit ent­fern­ten sich die USA von ihrem engs­ten Ver­bün­de­ten in der Regi­on.

Die Tür­kei hat in Anbe­tracht die­ser Bedro­hung deut­lich reagiert. Sie star­te­te eine grenz­über­schrei­ten­de Ope­ra­ti­on mit dem Namen “Ope­ra­ti­on Oli­ven­zweig” im syri­schen Afrin gegen den US-Alli­ier­ten YPG. In den West­me­di­en wur­de die diplo­ma­ti­sche Kluft zwi­schen der Tür­kei und den USA auf­grund der mili­tä­ri­schen Unter­stüt­zung der USA und der Hil­fe für YPG/PYD als Kon­fron­ta­ti­on und sogar als mög­li­che Kon­flikt­ge­fahr zwi­schen den USA und der Tür­kei betrach­tet.

Jetzt sehen wir deut­lich, dass die tra­di­tio­nel­len Ver­bün­de­ten der Tür­kei kei­ne effek­ti­ve Zusam­men­ar­beit bie­ten kön­nen und auch selbst in der Regi­on nicht wirk­sam waren. Des­halb wer­den regio­na­le Alli­an­zen von Tag zu Tag wich­ti­ger für Anka­ra.

Die Tür­kei kon­trol­liert nun wei­te Tei­le Nord­west­sy­ri­ens. Wird Anka­ra die­se Gebie­te jemals an Damas­kus zurück­ge­ben ?

Die Tür­kei hat es ledig­lich auf den syri­schen PKK-Able­ger an ihrer Gren­ze abge­se­hen, der von Anka­ra als ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on ange­se­hen wird. Ange­sichts des bestehen­den Krie­ges mit der PKK inner­halb der Tür­kei bedroh­te die YPG von Syri­en aus zusätz­lich die tür­ki­schen Gren­zen.

Der tür­ki­sche Prä­si­dent Erdoğan erklär­te wie­der­holt, dass die Ope­ra­tio­nen im Nach­bar­land unter Berück­sich­ti­gung der ter­ri­to­ria­len Inte­gri­tät Syri­ens durch­ge­führt wer­den. Am Mitt­woch auf dem Drei­er­gip­fel zwi­schen der Tür­kei, dem Iran und Russ­land räum­ten Erdoğan und die übri­gen Staats­chefs dem “Wie­der­auf­bau und die Wie­der­be­le­bung Syri­ens” gro­ßen Raum ein. Erdoğan unter­strich, dass die Bemü­hun­gen im Wie­der­auf­bau mög­lichst schnell Frie­den brin­gen sol­len.

Putin war bei der Grund­stein­le­gung für das Kern­kraft­werk Akkuyu in der Tür­kei anwe­send. Wie wich­tig ist das Pro­jekt für die lang­fris­ti­ge Ener­gie­po­li­tik der Tür­kei ?

Die Tür­kei ist bekannt­lich ein ener­gie­ab­hän­gi­ges Land. Das Kraft­werk Akkuyu ist für die Tür­kei von gro­ßer Bedeu­tung, um mit der Nukle­ar­tech­no­lo­gie ver­traut zu wer­den und die­se zu nut­zen. Das Kern­kraft­werk Akkuyu, das durch die Bereit­stel­lung ver­schie­de­ner Res­sour­cen im Land zur Ver­sor­gungs­si­cher­heit bei­trägt, wird bei Inbe­trieb­nah­me rund zehn Pro­zent des tür­ki­schen Strom­be­darfs decken. Die Tat­sa­che, dass die Strom­pro­duk­ti­on in der Tür­kei weit­ge­hend von Erd­gas­im­por­ten abhän­gig ist, unter­streicht ein­mal mehr die Bedeu­tung von Akkuyu. Das Pro­jekt mit Russ­land ist des­halb von gro­ßer Bedeu­tung für die Tür­kei, die ihre Ener­gie­ab­hän­gig­keit lang­fris­tig mini­mie­ren will.

In der Skri­pal-Affä­re sind die meis­ten euro­päi­schen Staa­ten auf der Sei­te Groß­bri­tan­ni­ens. Wie steht die Tür­kei zu die­sem The­ma ?

Es gab kei­ne Stel­lung­nah­me der Tür­kei zum Fall Skri­pal, der zur größ­ten diplo­ma­ti­schen Kri­se in der Geschich­te der west­lich-rus­si­schen Bezie­hun­gen wur­de. Auf dem Gip­fel mit Erdoğan in Anka­ra erklär­te der rus­si­sche Prä­si­dent Putin :

Die­ses The­ma wur­de kurz dis­ku­tiert. Prä­si­dent Erdoğan stell­te eini­ge Fra­gen. Ich habe ihm auch unse­re Posi­ti­on erklärt.

Wie wir die Lage bewer­ten, bedeu­tet das, dass die Tür­kei wahr­schein­lich eine ganz eige­ne Posi­ti­on bezie­hen wird, da sie die Lage unter Berück­sich­ti­gung der Aus­sa­gen Putins objek­tiv bewer­ten kann. Die Tür­kei, die ein aus­ge­wo­ge­nes Modell der Bezie­hun­gen zwi­schen dem Wes­ten und Russ­land auf­recht­erhal­ten will, bringt sich auf die­se Wei­se in die Lage, ihren Ein­fluss­be­reich und ihre wirt­schaft­li­chen Vor­tei­le durch das Chan­cen­fens­ter der Kon­flik­te zwi­schen die­sen bei­den wich­ti­gen mili­tä­ri­schen und poli­ti­schen Macht­zen­tren auf der inter­na­tio­na­len Büh­ne zu ver­grö­ßern.

Die Euro­päi­sche Uni­on ver­sucht der­zeit, mit Unter­stüt­zung der USA auf dem Bal­kan zu expan­die­ren, einer Regi­on, die auch die Tür­kei betrifft. Wie kri­tisch wird die­se Ent­wick­lung ein­ge­schätzt, und besteht in Anka­ra die Bereit­schaft, auf Kos­ten des Wes­tens mit Russ­land zusam­men­zu­ar­bei­ten ?

Die Bal­kan­po­li­tik der Tür­kei wird auf einer völ­lig ande­ren Ebe­ne umge­setzt als die Bal­kan­po­li­tik der EU.

Für die Tür­kei ist es beun­ru­hi­gend, dass die EU kürz­lich Druck auf die Län­der der Regi­on in der Fra­ge der Rol­le von Güle­nis­ten mach­ten, die laut Anka­ra hin­ter dem Putsch in der Tür­kei von 2016 ste­hen. Die EU ver­tei­digt die Prä­senz der Put­schis­ten und kri­ti­siert zugleich Anka­ra. Wenn die EU kei­ne koope­ra­ti­ve Hal­tung in der Güle­nis­ten-Fra­ge mit der Tür­kei zeigt, wird sich die Tür­kei weit davon ent­fer­nen, in der Regi­on noch ansatz­wei­se mit der EU zusam­men­zu­ar­bei­ten.

In wirt­schaft­li­cher Hin­sicht ver­bes­sern sich die Bezie­hun­gen zwi­schen Mos­kau und Anka­ra deut­lich. Wo kann die Tür­kei neben den bekann­ten Ener­gie­pro­duk­ten von Russ­land pro­fi­tie­ren, und was bie­tet die Tür­kei im Gegen­zug ?

Von Ener­gie bis Tou­ris­mus, von Han­del bis zum Bau­sek­tor sind bei­de Län­der wirt­schaft­lich von­ein­an­der abhän­gig. Mit dem Pro­jekt Akkuyu in der Tür­kei wird die Inves­ti­ti­on von mehr als 20 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu einer neu­en Ära der Wirt­schafts­be­zie­hun­gen füh­ren. Die Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Tür­kei und Russ­land in der Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie hat auch in den Wirt­schafts­be­zie­hun­gen einen neu­en Sek­tor zwi­schen den bei­den Län­dern geöff­net. Gleich­zei­tig wer­den die Visa-Libe­ra­li­sie­rung und Steu­er­be­frei­un­gen im Tou­ris­mus- und Bau­sek­tor die gegen­sei­ti­gen Inves­ti­tio­nen erhö­hen. All die­se Ent­wick­lun­gen wer­den sich wei­ter­hin posi­tiv auf die lang­fris­ti­gen Wirt­schafts­be­zie­hun­gen von Mos­kau und Anka­ra aus­wir­ken.

RT Deutsch


US-Überschalljet über Türkei ? Fluggast filmt vom Fenster aus rasendes Objekt – VIDEO


Die­se Pas­sa­gie­re haben direkt beim Flug einen Schreck-Moment erlebt, als sie von ihrer Maschi­ne aus ein ande­res Flug­ob­jekt zu sehen beka­men. Die­ses soll mit hoher Geschwin­dig­keit ganz nah am Pas­sa­gier­flug­zeug geflo­gen sein. Im Netz wird der­zeit gerät­selt, wor­um es sich dabei han­deln könn­te.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Die Europäische Union opfert die Türkei für ein amerikanisches “Groß-Kurdistan”


von Kam­ran Gas­a­nov

Am 27. Febru­ar wur­de der ehe­ma­li­ge Lei­ter der kur­di­schen “Par­tei der Demo­kra­ti­schen Uni­on” (PYD) Salih Mus­lim in der Tsche­chi­schen Repu­blik frei­ge­las­sen. Laut sei­nem Anwalt hat das Gericht erklärt, Mus­lim stel­le kei­ne Gefahr für die öffent­li­che Ord­nung dar und sei eine “sehr fried­lie­ben­de Per­son”. Bereits vor dem Urteil for­der­te der tür­ki­sche Vize­pre­mier Bekir Boz­dağ die tsche­chi­schen Behör­den auf, den Fest­ge­nom­me­nen in die Tür­kei aus­zu­lie­fern, wo er der Orga­ni­sa­ti­on des Ter­ror­an­schlags in Anka­ra vom 13. März 2016 beschul­digt wird.

Die Ent­schei­dung des tsche­chi­schen Gerichts ent­spricht nicht den recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen der Tsche­chi­schen Repu­blik gegen­über dem Völ­ker­recht und dem Kampf gegen den Ter­ro­ris­mus”, gab das tür­ki­sche Außen­mi­nis­te­ri­um am Mitt­woch bekannt.

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Ob Mus­lim tat­säch­lich an der Explo­si­on im Ein­kaufs­zen­trum betei­ligt war, in dem 37 Men­schen gestor­ben sind, ist ein The­ma für sich. Auf jeden Fall han­delt es hier dar­um, dass die Tsche­chi­sche Repu­blik es ablehnt, die Anfra­ge eines NATO-Part­ners zu erfül­len. For­mal hat Prag allen Grund, den frü­he­ren Chef der PYD nicht zu ver­haf­ten, weil die Euro­päi­sche Uni­on die PYD nicht als ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­ti­on betrach­tet. Obwohl die PYD für Anka­ra nichts ande­res ist als der syri­sche Zweig der PKK, gegen die die tür­ki­sche Armee fast 30 Jah­re einen Krieg um die Erhal­tung der ter­ri­to­ria­len Inte­gri­tät der Tür­kei kämpft.

Die Aktio­nen der Tsche­chi­schen Repu­blik sind ein wei­te­rer “Nagel in den Sarg” der tür­kisch-euro­päi­schen Bezie­hun­gen, die sich mit der Migra­ti­ons­kri­se und dem Putsch­ver­such in der Tür­kei zu ver­schlech­tern began­nen. Die Euro­pä­er sehen in Anka­ra einen Erpres­ser, der bei jedem Anlass mit der Öff­nung der Gren­zen für Migran­ten droht. Mas­sen­ver­haf­tun­gen nach dem 15. Juli 2016 in der Tür­kei zwan­gen die EU-Füh­rer (unter Füh­rung von Ange­la Mer­kel), den tür­ki­schen EU-Bei­tritts­pro­zess ein­zu­frie­ren. Auf der ande­ren Sei­te wur­de der Schutz von am Staats­streich Betei­lig­ten durch Grie­chen­land und Deutsch­land sowie ein Ver­bot von Wahl­kampf­ver­an­stal­tun­gen für die Ver­fas­sungs­re­form in den Nie­der­lan­den, Deutsch­land und Öster­reich von der tür­ki­schen Sei­te als schmerz­haft emp­fun­den. Dar­auf­hin hat der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tay­y­ip Erdoğan die Bun­des­wehr vom Mili­tär­stütz­punkt İncir­lik ver­bannt und eini­ge skan­da­lö­se Bemer­kun­gen gemacht. Er sag­te dem deut­schen Außen­mi­nis­ter, er sol­le “sei­nen Platz ken­nen”, und beschul­di­ge die Bun­des­kanz­le­rin des “Faschis­mus”.

Zuge­ständ­nis­se an die Kur­den, wäh­rend die tür­ki­sche Armee die Offen­si­ve gegen den mili­tä­ri­schen Flü­gel der PYD — die Volks­schutz­ein­hei­ten (YPG) — im Nord­wes­ten Syri­ens akti­viert, wer­den von Anka­ra noch kri­ti­scher betrach­tet. Seit Beginn der “Ope­ra­ti­on Oli­ven­zweig” haben die tür­ki­schen Streit­kräf­te mehr als 2.000 Mit­glie­der von PYD und der YPG neu­tra­li­siert. Der rus­si­schen Nach­rich­ten­agen­tur TASS zufol­ge brach­te das tür­ki­sche Mili­tär zusam­men mit der “Frei­en Syri­schen Armee” (FSA) die Gren­ze zu Syri­en unter vol­le Kon­trol­le und schloss Afrin in einer halb­mond­för­mi­gen Linie ein.

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Was tun die EU-Mit­glied­staa­ten ? Der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron, der sich auf die UN-Reso­lu­ti­on über eine “huma­ni­tä­ren Waf­fen­still­stand” von 30 Tagen für Ost-Ghu­ta beruft, wo Assad gegen die Mili­tan­ten von “al-Nusra”, “Jaish al-Islam” und “Ahrar al-Sham” kämpft, sag­te, der Waf­fen­still­stand gel­te auch für Afrin. Und das sag­te er, wie von sei­ner Regie­rung berich­tet wur­de, per­sön­lich zu Erdoğan. Macrons Admi­nis­tra­ti­on dis­kre­di­tiert auch die Aktio­nen der tür­ki­schen Streit­kräf­te. “Wir erle­ben tra­gi­sche Ereig­nis­se in Ost-Ghu­ta und berei­ten uns viel­leicht auf ande­re Tra­gö­di­en in Idlib und Afriya vor”, deu­ten die Fran­zo­sen auf zivi­le Ver­lus­te hin. In der Tat for­dert Paris, die “Ope­ra­ti­on Oli­ven­zweig” zu stop­pen, wor­auf der tür­ki­sche Prä­si­dent auf sei­ne Wei­se ant­wor­te­te : “Wir bit­ten nie­man­den um Erlaub­nis für die­se Ope­ra­ti­on. Du kannst den Dra­chen nicht halb­tot las­sen. ” Zuge­ge­ben, Mar­con zog sich spä­ter zurück und sag­te, dass sein Büro sei­ne Wor­te falsch inter­pre­tier­te.

Wäh­rend Frank­reich diplo­ma­ti­sche Deckung für die Kur­den orga­ni­siert, geht Deutsch­land ein Schritt wei­ter. Laut dem Insi­de Syria Media Cen­ter ver­kauf­ten deut­sche Mili­tär­un­ter­neh­men heim­lich Pan­zer­ab­wehr­len­kra­ke­ten und Pan­zer­ab­wehr­len­kra­ke­ten­kom­plex, Fagot und Métis-M an syri­sche Kur­den. Der Agen­tur zufol­ge fin­gen deut­sche Mili­tär­fir­men mit Beginn der Kri­se in Syri­en an, von Bul­ga­ri­en, Rumä­ni­en, Maze­do­ni­en, Geor­gi­en und der Ukrai­ne gekauf­te sowje­ti­sche Waf­fen in die Regi­on zu lie­fern. Es ist bekannt, dass Deutsch­land die ira­ki­sche Peschmer­ga in ihrem Kampf gegen den IS bewaff­net hat. Wäre es für die Bun­des­re­gie­rung ein gro­ßer Unter­schied, ira­ki­sche oder syri­sche Kur­den zu bewaff­nen, wenn bei­de gegen den IS gekämpft haben und in der EU nicht als Ter­ro­ris­ten gelis­tet sind ? Übri­gens, vor kur­zem kün­dig­te Mer­kel ein Mora­to­ri­um für den Ver­kauf von Pan­zern an die Tür­kei an, nach­dem Fotos über den tür­ki­schen Ein­satz der Pan­zer “Leo­pard 2” in Afrin erschie­nen waren. Nach Anga­ben der Deut­schen Wel­le blo­ckier­te Deutsch­land von Novem­ber 2016 bis März 2017 elf Anträ­ge auf den Ver­kauf von Muni­ti­on und Klein­waf­fen an die Tür­kei. Mer­kel macht klar, dass sie wie Trump die tür­ki­sche Inter­ven­ti­on in Syri­en nicht unter­stüt­zen wird. Die Tür­kei habe das Recht, ihre Sicher­heit zu gewähr­leis­ten, müs­se aber auch die Inter­es­sen der NATO berück­sich­ti­gen, sag­te sie.

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Heut­zu­ta­ge schrei­ben vie­le über die Spal­tung zwi­schen den USA und der Tür­kei, aber die­sel­be Spal­tung ist auch zwi­schen der EU und der Tür­kei sicht­bar. Neben Deutsch­land, Frank­reich und der Tsche­chi­schen Repu­blik muss man auch Grie­chen­land erwäh­nen. Neu­lich hat die tür­ki­sche Armee zwei grie­chi­sche Sol­da­ten ver­haf­tet, die sich in der Regi­on des Grenz­flus­ses Evros offen­bar ver­lau­fen hat­ten. Wenn wir uns an tür­ki­sche Sol­da­ten erin­nern, die nach Grie­chen­land geflo­hen und mut­maß­lich Mit­glie­der der Fethul­lah-Gülen-Bewe­gung sind, der Erdoğan den Putsch­ver­such vor­wirft, kön­nen wir davon aus­ge­hen, dass Anka­ra die Grie­chen nicht ein­fach frei­las­sen wird. Mit­te Febru­ar ver­schärf­te ein Zusam­men­stoß tür­ki­scher und grie­chi­scher Schif­fe in der Ägä­is die Span­nun­gen zwi­schen Athen und Anka­ra. Erdoğan sag­te wört­lich : “Die Grie­chen haben in die Irre geführt.” Hier ist es sinn­voll, die andau­ern­de tür­kisch-zypri­sche Kon­fron­ta­ti­on zu erwäh­nen. Die tür­ki­sche Mari­ne erlaubt der ita­lie­ni­schen ENI nicht, vor der Küs­te Zyperns Gas zu för­dern. In bei­den Kon­fron­ta­tio­nen nahm Brüs­sel zuguns­ten Zyperns und Grie­chen­lands Par­tei. “Ich bin defi­ni­tiv gegen ein sol­ches Ver­hal­ten der Tür­kei”, sag­te der Kom­mis­si­onprä­si­dent Jean-Clau­de Juncker zu den Aktio­nen der tür­ki­schen Flot­te vor der Küs­te Zyperns.

Dar­aus ergibt sich, dass der Trend der Ver­schlech­te­rung der tür­kisch-euro­päi­schen Bezie­hun­gen anhält. Und die ver­geb­li­chen Bemü­hun­gen der Par­tei­en, wie die kürz­lich erfolg­te “Ver­söh­nungs­rei­se” des tür­ki­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Bina­li Yıl­dırım nach Ber­lin und die Frei­las­sung des deut­schen Jour­na­lis­ten Deniz Yücel, sind ein “Trop­fen auf den hei­ßen Stein” der Wider­sprü­che zwi­schen der EU und der Tür­kei. Zwar unter­stüt­zen euro­päi­sche Län­der PYD und YPG nicht so offen­sicht­lich wie Washing­ton. Den­noch bleibt EU und USA mit jedem Sieg von Damas­kus über die bewaff­ne­te Oppo­si­ti­on kei­nen ande­ren Part­ner „auf der Boden” als die Syri­schen Demo­kra­ti­schen Kräf­ten (SDF), deren Speer­spit­ze die kur­di­schen Mili­zen bil­den.

Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Meh­met Perinçek glaubt, dass die Unter­stüt­zung der Kur­den für Euro­pa eben­so ver­derb­lich sein kann wie für Regio­nal­län­der.

Euro­pa war schon immer der Patron des kur­di­schen Sepa­ra­tis­mus. Groß-Kur­di­stan ist ein US-Pro­jekt, das nicht nur gegen die Tür­kei, den Iran, Syri­en und den Irak, son­dern auch gegen ganz Eura­si­en, ein­schließ­lich Euro­pa, gerich­tet ist. Die Desta­bi­li­sie­rung der Regi­on scha­det Euro­pa, weil die Migra­ti­ons­wel­le den Inter­es­sen Euro­pas wider­spricht. Die EU soll­te nicht am ame­ri­ka­ni­schen Pro­jekt teil­neh­men”, sag­te der His­to­ri­ker der Uni­ver­si­tät von Istan­bul in einem Inter­view mit dem Autor.

Brüs­sel ist nicht nur wegen der innen­po­li­ti­schen Situa­ti­on in der Tür­kei besorgt, die Erdoğan de fac­to in eine Mon­ar­chie umwan­delt, son­dern auch wegen Angrif­fen auf EU-Mit­glie­der. Eini­ge Poli­ti­ker, wie etwa der Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments Mar­co Zan­ni, rufen zu EU-Sank­tio­nen gegen die Tür­kei auf. Dar­über hin­aus ver­schlech­tern sich die Wirt­schafts­in­di­ka­to­ren. Nach Anga­ben des tür­ki­schen Sta­tis­tik­in­sti­tuts gin­gen die tür­ki­schen Aus­fuh­ren in die 28 EU-Län­der um 23% zurück. Das ist beson­ders wich­tig, wenn man berück­sich­tigt, dass die EU der größ­te Han­dels­part­ner des Lan­des am Bos­po­rus ist.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Türkei fliegt Luftangriffe gegen PKK in Nordirak


Seit dem Schei­tern eines Waf­fen­still­stands zwi­schen der tür­ki­schen Regie­rung und der PKK im Som­mer 2015 geht das Mili­tär vor allem in der Süd­ost­tür­kei, aber auch im Nord­irak gegen die Orga­ni­sa­ti­on vor. Die PKK hat in den nord­ira­ki­schen Kan­dil-Ber­gen ihr Haupt­quar­tier. Sie steht in der Tür­kei, der EU und den USA auf der Ter­ror­lis­te.

Seit dem 20. Janu­ar führt die Tür­kei auch eine Offen­si­ve in Nord­west­sy­ri­en gegen die Kur­den­mi­liz YPG, die Anka­ra als syri­schen Able­ger der PKK sieht. Nach Anga­ben des tür­ki­schen Mili­tärs ist am Sams­tag ein wei­te­rer Sol­dat bei dem Ein­satz gestor­ben. Seit dem Beginn der Offen­si­ve wur­den ins­ge­samt 33 tür­ki­sche Sol­da­ten getö­tet. (dpa)

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Türkei zu USA : Ihr “zerstört Grundlage für Frieden” durch Botschaftsverlegung nach Jerusalem


In einer Erklä­rung beschul­dig­te das tür­ki­sche Außen­mi­nis­te­ri­um die Ver­ei­nig­ten Staa­ten, die Reso­lu­tio­nen der Ver­ein­ten Natio­nen und der Orga­ni­sa­ti­on für Isla­mi­sche Zusam­men­ar­beit (OIC) zu miss­ach­ten, die den geplan­ten Bot­schafts­um­zug ver­ur­teil­ten.

Die Ankün­di­gung der US-Regie­rung, ihre Bot­schaft in Tel Aviv im Mai nach Jeru­sa­lem zu ver­le­gen, zeigt, dass sie dar­auf besteht, die Grund­la­ge für den Frie­den zu zer­stö­ren, indem sie gegen das Völ­ker­recht, die Reso­lu­tio­nen des Sicher­heits­ra­tes der Ver­ein­ten Natio­nen zu Jeru­sa­lem und die fest­ge­leg­ten UN-Para­me­ter ver­stößt”, heißt es in der Erklä­rung.

Anka­ra erklär­te wei­ter, dass sein Ver­bün­de­ter Washing­ton “zeigt, dass er die Stim­men des Gewis­sens der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft nicht gehört hat”.

Trotz des äußerst besorg­nis­er­re­gen­den Cha­rak­ters die­ser von den USA getrof­fe­nen Ent­schei­dung wer­de die Tür­kei ihre Bemü­hun­gen um den Schutz der legi­ti­men Rech­te des paläs­ti­nen­si­schen Vol­kes und der über­wäl­ti­gen­den Mehr­heit der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft fort­set­zen, heißt es.

Das US-Außen­mi­nis­te­ri­um sag­te am Frei­tag, dass es im Mai sei­ne Bot­schaft in Jeru­sa­lem eröff­nen wer­de, um qua­si Isra­els 70. Unab­hän­gig­keits­tag fei­er­lich zu bege­hen. Der israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu begrüß­te die Ankün­di­gung der USA als “einen gro­ßen Tag für das Volk Isra­els”.

Am 6. Dezem­ber ver­gan­ge­nen Jah­res gab Prä­si­dent Donald Trump bekannt, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten Jeru­sa­lem als Haupt­stadt Isra­els aner­ken­nen. Er kün­dig­te die Ver­le­gung der US-Bot­schaft von Tel Aviv in die hei­li­ge Stadt an. Die Ent­schei­dung lös­te inter­na­tio­na­le Empö­rung und blu­ti­ge Demons­tra­tio­nen unter Paläs­ti­nen­sern aus.

Etwa ein Dut­zend Paläs­ti­nen­ser wur­den bei Demons­tra­tio­nen in Jeru­sa­lem, im West­jor­dan­land und im Gaza­strei­fen von israe­li­schen Sicher­heits­kräf­ten getö­tet und Hun­der­te ver­letzt.

Die UNO-Gene­ral­ver­samm­lung stimm­te mit 128:9 Stim­men für die Ver­ur­tei­lung der US-Ent­schei­dung, und die Tür­kei ver­an­stal­te­te einen OIC-Not­gip­fel, auf dem die 57 mus­li­mi­schen Mit­glieds­staa­ten den geplan­ten Bot­schafts­um­zug Washing­tons anpran­ger­ten und Ost-Jeru­sa­lem als Haupt­stadt eines paläs­ti­nen­si­schen Staa­tes aner­kann­ten.

Mos­kau hat Washing­ton gedrängt, die von der UNO geneh­mig­ten Para­me­ter für die Aus­hand­lung einer Lösung des israe­lisch-paläs­ti­nen­si­schen Kon­flikts ein­zu­hal­ten, und stellt fest, dass ein­sei­ti­ge Ent­schei­dun­gen über den Sta­tus Jeru­sa­lems die Frie­dens­be­mü­hun­gen unter­gra­ben.

Tat­sa­che ist, dass die Erklä­rung [der Aner­ken­nung] gegen alle frü­he­ren Abkom­men ver­stößt”, sag­te der rus­si­sche Außen­mi­nis­ter Ser­gej Law­row im Dezem­ber und füg­te hin­zu, dass sie die glo­ba­le Gemein­schaft in zwei “sehr, sehr unglei­che Tei­le” tei­le.

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Streit zwischen Zypern und der Türkei wegen Gasbohrungen geht weiter


Die Erd­gas­for­schun­gen vor Zypern sor­gen wei­ter­hin für Span­nun­gen zwi­schen Anka­ra und Niko­sia. Offen­bar kann die Tür­kei aber einen ers­ten Erfolg im Streit ver­bu­chen. Das vom ita­lie­ni­schen Ener­gie­kon­zern ENI gechar­ter­te Bohr­schiff “Sai­pem 12000” hat am Frei­tag­mor­gen sei­ne Posi­ti­on in der Nähe eines For­schungs­ge­bie­tes im Süd­os­ten der Hafen­stadt Larn­a­ka in Rich­tung Wes­ten ver­las­sen. Dies berich­te­te das zypri­sche Staats­ra­dio (RIK).

In den ver­gan­ge­nen zwei Wochen hin­der­te die tür­ki­sche Mari­ne die­ses For­schungs­schiff dar­an, auf der Suche nach Erd­gas Boh­run­gen durch­zu­füh­ren. Aus der Tür­kei hieß es stets, die Rech­te der tür­ki­schen Zyp­rer wür­den miss­ach­tet, indem die Boh­run­gen nach Erd­gas ohne ihre Zustim­mung statt­fin­den wür­den.

Erst kürz­lich kün­dig­te Anka­ra an, die Dau­er umfang­rei­cher tür­ki­scher Mari­ne­ma­nö­ver in der Regi­on um wei­te­re 16 Tage zu ver­län­gern. Die Manö­ver soll­ten ursprüng­lich am 22. Febru­ar enden. Nun sol­len sie bis zum 10. März andau­ern. Mit der Erwei­te­rung der Manö­ver dürf­te die geplan­te For­schung aus Zeit­grün­den nicht mehr durch­führ­bar sein. Das Bohr­schiff “Sai­pem 12000” hat nach Infor­ma­tio­nen zypri­scher Medi­en im März einen ande­ren For­schungs­auf­trag in Marok­ko.

Wegen der Blockade will Zypern nun die EU-Annäherung der Türkei blockieren

Wegen der Blo­cka­de der Gas­boh­run­gen will Niko­sia nun nach Aus­sa­gen des zypri­schen Außen­mi­nis­ters Ioan­nis Kasou­l­i­des die wei­te­re Annä­he­rung der Tür­kei an die EU blo­ckie­ren. “Zypern wird der Erwei­te­rung der Zoll­uni­on und der von Anka­ra gefor­der­ten Auf­he­bung der Visa­pflicht für tür­ki­sche Bür­ger nicht zustim­men”, sag­te Kasou­l­i­des dem Staats­ra­dio der Insel­re­pu­blik (RIK). Zyperns Prä­si­dent Nikos Ana­sta­sia­des kün­dig­te an, am Frei­tag beim EU-Gip­fel in Brüs­sel die ande­ren Regie­rungs­chefs über die Lage zu infor­mie­ren.

Rund 60 See­mei­len süd­lich der zypri­schen Hafen­stadt Paphos wur­den Ende Janu­ar Erd­gas­vor­kom­men unter dem Mee­res­bo­den ent­deckt. Wei­te­re For­schun­gen sind aber not­wen­dig.

Mehr zum The­ma — Blo­cka­de von Gas­boh­run­gen : Kon­flikt zwi­schen Tür­kei und Zypern spitzt sich zu

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