Die Ukraine steht vor einem neuen Minsker Abkommen


von Wla­dils­aw San­kin

Um die Per­spek­ti­ven zur Lösung der Ukrai­ne-Kri­se ana­ly­sie­ren zu kön­nen, muss man zunächst vor allem zwi­schen außen­po­li­ti­schen und innen­po­li­ti­schen Dyna­mi­ken unter­schei­den. Jene Kräf­te im Wes­ten, die den Mai­dan-Putsch ermög­lich­ten, befin­den sich immer noch in wich­ti­gen Posi­tio­nen.

Sie üben über den Mili­tär­in­dus­trie­kom­plex, Par­tei-Büro­kra­ti­en, NGOs, Think­tanks und Medi­en nach wie vor gro­ßen Ein­fluss auf Regie­rungs­ent­schei­dun­gen aus – so bleibt die Poli­tik auch bei einem häu­fi­gen Kabi­nett­wech­sel immer kon­stant. In man­chen Haupt­städ­ten wie Ber­lin sind die Mai­dan-För­de­rer sogar noch an der Macht.

Die­se Kräf­te wol­len die Ukrai­ne als ein EU- und USA-höri­ges mono­e­th­ni­sches Land mit einer natio­na­lis­ti­schen west­ukrai­nisch gepräg­ten Ideo­lo­gie sehen. In die­sem Sze­na­rio soll das Land im Ide­al­fall bis auf den letz­ten Win­kel über Bie­gen und Bre­chen ent­rus­si­fi­ziert wer­den. Die Ursprün­ge die­ser Ideo­lo­gie rei­chen bis ins 19. Jahr­hun­dert zurück. Setzt man Reli­gi­on anstel­le von Nati­on (Grün­dung der Grie­chisch-Katho­li­schen Kir­che), reicht sie sogar bis in die frü­he Neu­zeit.

Der diplo­ma­ti­sche und media­le Druck auf Prä­si­dent Selen­ski, die “Errun­gen­schaf­ten” des Mai­dan nicht auf­zu­ge­ben (“kein Früh­stück für Putin”) sind der Aus­druck dafür. Eine ande­re Schalt­stel­le des Ein­flus­ses ist die Kre­dit­ver­ga­be durch den IFW und Finanz­in­sti­tu­te der EU an die Ukrai­ne. In einer Son­der­po­si­ti­on befin­den sich hohe US-Beam­te. Sie betei­li­gen sich unmit­tel­bar an der Pos­ten­ver­ga­be in Schlüs­sel­po­si­tio­nen wie Staats­an­wäl­ten oder Innen­mi­nis­ter. Ihre Vor­lie­ben hän­gen jedoch von der inner­po­li­ti­schen Situa­ti­on im eige­nen Land ab. 

Die west­li­chen Pro-Mai­dan-Kräf­te blei­ben, jedoch agiert der Wes­ten in der Ukrai­ne-Poli­tik nicht mehr ein­heit­lich. Die gemä­ßig­ten Kräf­te gewin­nen immer mehr an Ein­fluss. Für sie ist der Mai­dan kei­ne Poli­ti­ko­ne, und die Ukrai­ne muss nicht unbe­dingt aus der rus­si­schen Ein­fluss­zo­ne weg­ge­bro­chen wer­den. Die­se Mäßig­keit macht sich inzwi­schen auch in Ber­lin bemerk­bar, zumin­dest, wenn man die Häu­fig­keit der Appel­le zur Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen zu Russ­land aus ver­schie­de­nen poli­ti­schen Lagern zur Kennt­nis nimmt.

Auch in der Neu­auf­la­ge der Groß­macht­po­li­tik, zumin­dest aus der Sicht von Trump und Macron, ist der Platz der Ukrai­ne jetzt ein ande­rer, als er noch vor fünf Jah­ren gewe­sen ist. Grund : Russ­land hat sich als ernst­zu­neh­men­der inter­na­tio­na­ler Akteur bewährt und muss allein schon aus prag­ma­ti­schen Grün­den bes­ser ein­ge­bun­den wer­den. Zudem gebe es außer der Ein­däm­mung Russ­lands noch ande­re “Bau­stel­len” – wie die Lage im Nahen oder Mitt­le­ren Osten oder der chi­ne­si­sche Auf­stieg zur Super­macht. 

Das bestärkt Russ­land beim Pro­zess der Mins­ker Regu­lie­rung im Kon­flikt­ge­biet der Ost­ukrai­ne. Obwohl die Mins­ker Abkom­men in kei­nem ihrer Punk­te umge­setzt wur­den, blei­ben sie nach wie vor der wich­tigs­te Ori­en­tie­rungs­punkt bei der Kon­flikt­lö­sung. Russ­land sieht den Don­bass mit sei­nen weit­rei­chen­den Auto­no­mie­rech­ten ganz klar als einen Teil der Ukrai­ne. Die­se Rech­te gel­ten vor allem für die Spra­che, die Kul­tur und die Geschichts­pfle­ge. Und das ist es, was die Mins­ker Abkom­men ermög­li­chen.

Die­ses Modell, soll­te es erfolg­reich wer­den, könn­te auch ande­re Tei­le des ukrai­ni­schen Süd­os­tens beein­flus­sen und damit die flä­chen­de­cken­de Ukrai­ni­sie­rung ver­hin­dern. Dies wür­de das Sze­na­rio, wonach die Ukrai­ne zu einer Art Anti-Russ­land wer­den soll, unmög­lich machen, zumal gro­ße Tei­le der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rung kei­nen Bruch mit Russ­land anstre­ben.

Damit sind wir bei der innen­po­li­ti­schen Dyna­mik in der Ukrai­ne. Prä­si­dent Wla­di­mir Selen­ski hat einen gro­ßen Ver­trau­ens­bo­nus und die Mehr­heit im Par­la­ment. Unter sei­nen Wäh­lern gibt es sehr vie­le Men­schen, die die Poli­tik der Ex-Regie­rung nicht mehr wol­len. Dazu gehört auch der radi­kal krie­ge­ri­sche Kurs gegen den Don­bass und Russ­land. Außer­dem ist die russ­land­freund­li­che Oppo­si­ons­platt­form “Fürs Leben” mit nun­mehr 43 Abge­ord­ne­ten im neu­en Par­la­ment mitt­ler­wei­le bes­ser als in den letz­ten fünf Jah­ren ver­tre­ten.

Zu den wich­tigs­ten Bot­schaf­ten von Selen­ski vor der Wahl gehör­te die Been­di­gung des Krie­ges im Don­bass. Er ver­sprach die Rück­füh­rung der in Russ­land wegen Grenz­ver­let­zung fest­ge­setz­ten See­leu­te und ande­rer Per­so­nen. Das ist gesche­hen, und das kann er als poli­ti­schen Erfolg sehen. Er führ­te bereits zwei Tele­fon­ge­sprä­che mit Wla­di­mir Putin. Mit Poro­schen­ko hat er hin­ge­gen im letz­ten Jahr nicht gespro­chen.

Am Tag des Häft­ling­aus­tau­sches sag­te Selen­ski, dass nach der Rück­ga­be der Men­schen nun die “Rück­ga­be der Ter­ri­to­ri­en” anste­he. Damit mein­te er wohl die nicht aner­kann­ten Don­bass-Repu­bli­ken. Doch das sehen die Mins­ker Abkom­men vor. Wich­tig ist, dass Selen­ski sich in die­sem Fall auch als Gewin­ner sieht

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Die Ukraine steht vor einem neuen Minsker Abkommen
“Ter­ri­to­ri­en zurück­ho­len”: Wla­di­mir Selen­ski auf einer Pres­se­kon­fe­renz auf dem Kie­wer Flug­ha­fen am 9. Sep­tem­ber.

Im Moment will Kiew von Auto­no­mie nichts hören. Es drängt aber, “so schnell wie mög­lich”, auf ein Tref­fen im Nor­man­die-For­mat. So ein Tref­fen möch­te auch der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron. Die Wün­sche Selenskis, die­ses For­mat um die USA und Groß­bri­tan­ni­en zu erwei­tern, sind rea­li­täts­fern. Das letz­te Gip­fel­tref­fen des For­mats Russ­land-Ukrai­ne-Frank­reich-Deutsch­land, das zum ers­ten Mal am 4. Juni bei den Fei­er­lich­kei­ten zum 70. Jah­res­tag der Nor­man­die-Lan­dung im Jah­re 2014 tag­te, fand im Jahr 2016 statt.

Nach so einer lan­gen Pau­se macht ein Tref­fen ohne poli­ti­sche Ergeb­nis­se mit juris­ti­schen Ver­bind­lich­kei­ten kei­nen Sinn. Die Ukrai­ne ist kriegs­mü­de, den Don­bass-Repu­bli­ken ist enor­mer Scha­den zuge­fügt wor­den. Die mensch­li­chen Opfer lie­gen im fünf­stel­li­gen Bereich, etwa zwei Mil­lio­nen Men­schen ver­lie­ßen die Regi­on.

Es wird zwar nicht mehr inten­siv gekämpft. Schar­müt­zel, Sabo­ta­ge­ak­te, Beschuss und Minen­op­fer gibt es aber nach wie vor. In der recht­lich nicht gere­gel­ten Zone und vor allem wegen der Eska­la­ti­ons­ge­fahr sta­gniert vor allem in den abtrün­ni­gen Gebie­ten die Wirt­schaft wei­ter. Das Feh­len der Umwelt­kon­trol­le in der eins­ti­gen Indus­trie­re­gi­on birgt ein wei­te­res unkal­ku­lier­ba­res Risi­ko. Allen ist klar – so kann es nicht wei­ter­ge­hen.

Die Wie­der­her­stel­lung der recht­li­chen Ord­nung mit den Rech­ten einer Auto­no­mie ist die Lösung. Die Auf­he­bung der von Kiew ver­häng­ten Blo­cka­de wür­de vor allem das wirt­schaft­li­che Leben weit über die Regi­on hin­aus wie­der­be­le­ben.

Russ­land strebt die Abtren­nung des Don­bass von der Ukrai­ne nicht an, will aber eine enge Ver­bin­dung mit der Regi­on bei­be­hal­ten. Der nächs­te Schritt in die­ser Rich­tung wäre die schon oft erwähn­te “Stein­mei­er-For­mel”, und dar­über spricht man mitt­ler­wei­le nicht nur in Mos­kau.

Sie sieht Wah­len in der Regi­on nach ukrai­ni­schem Recht und unter Auf­sicht der OSZE vor, mit einer gleich­zei­tig ver­ab­schie­de­ten gesetz­li­chen Garan­tie für einen Son­der­sta­tus. Erst danach soll die Kon­trol­le über die rus­sisch-ukrai­ni­sche Gren­ze an die Ukrai­ne über­ge­ben wer­den.

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Kiew hat oft wie­der­holt, dass die Mins­ker Ver­ein­ba­run­gen “nicht im Inter­es­se der Ukrai­ne” sei­en. Aber nun wol­len die Euro­pä­er schnel­ler eine Lösung, und der Druck wächst. Auf dem von Kiew seit nun­mehr 16 Jah­ren ver­an­stal­te­ten Jal­ta-Forum warb am Sams­tag der OSZE-Vor­sit­zen­de Jaros­law Lajčák für die Mins­ker Abkom­men :

Für mich ist die Wie­der­her­stel­lung des Ver­trau­ens die voll­stän­di­ge Umset­zung der Mins­ker Abkom­men, wenn sie trans­pa­rent und ohne poli­ti­sche Spie­le ver­lau­fen. Wir haben einen guten Grund­satz, wie man die Mins­ker Abkom­men rich­tig liest – das ist der Plan von Stein­mei­er. Ich den­ke, es ist eine gute Basis”, sag­te er.

Der US-Son­der­be­auf­trag­te Kurt Wal­ker war auf dem Forum eben­so anwe­send. Über­ra­schend sprach er sich auch für die Umset­zung der Mins­ker Abkom­men, inklu­si­ve bis­lang für Kiew inak­zep­ta­ble Posi­tio­nen wie Amnes­tie und einen “Son­der­sta­tus”, aus.

Die­ser diplo­ma­ti­sche Druck ließ den ukrai­ni­schen Ver­tre­ter in der Mins­ker Kon­takt­grup­pe Leo­nid Kutsch­ma kla­gen, vor einem bal­di­gem Gip­fel­tref­fen der Ukrai­ne “eins gegen drei” anzu­tre­ten.

Frü­her konn­te sich Prä­si­dent Poro­schen­ko mit innen­po­li­ti­schen Pro­ble­men (Druck der Natio­na­lis­ten) und einer angeb­lich feh­len­den Rada-Mehr­heit für Geset­zes­ab­stim­mun­gen aus der Affä­re zie­hen. Jetzt hat Wla­di­mir Selenk­si alle Hebel in der Hand, inklu­si­ve eines “eige­nen” Par­la­ments, um mit der Umset­zung der Mins­ker Abkom­men zu begin­nen. Die ver­meint­lich unkon­trol­lier­ba­ren Ultra-Natio­na­lis­ten wer­den vom Innen­mi­nis­te­ri­um kon­trol­liert – ihre Nicht­ein­mi­schung kann man mit poli­ti­schem Wil­len eben­so durch­set­zen.

Vie­le Beob­ach­ter des ukrai­ni­schen poli­ti­schen Lebens mer­ken an, dass der Pegel der anti­rus­si­schen Rhe­to­rik bei Ver­tre­tern der neu­en Regie­rung abge­schwächt sei, auch beim neu­en Außen­mi­nis­ter Wadim Pris­tak­jo, wenn man ihn mit dem Ex-Außen­mi­nis­ter Pawel Klim­kin ver­gleicht.

Der Regu­lie­rungs­pro­zess wird noch Jah­re dau­ern. Zu tief sind die Wun­den, vor allem bei der Bevöl­ke­rung in der “sepa­ra­tis­ti­schen” Regi­on, zu stark war und bleibt die Pro­pa­gan­da gegen sie in Kiew. Aber die Chan­cen, dass nach vie­len Jah­ren des Still­stands der Mins­ker Pro­zess bei einem neu­en Tref­fen im Nor­man­die-For­mat Auf­wind bekommt, ste­hen heu­te bes­ser denn je. 

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RT Deutsch


Ukraine am Scheideweg – Teil 2


von Rai­ner Rupp

(Teil 2, Teil 1 kön­nen Sie hier nach­le­sen.)

Kann die­se Ent­wick­lung die Chan­cen des neu­en ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten erhö­hen, gegen den mas­si­ven Wider­stand der Rechts­ex­tre­mis­ten und west­li­cher Unter­stüt­zer die Bezie­hun­gen mit Mos­kau zu nor­ma­li­sie­ren ? Mit mei­nem Kom­men­tar zu den ulti­ma­ti­ven Dro­hun­gen gegen den neu­en Prä­si­den­ten Wla­di­mir Selens­kij unmit­tel­bar nach sei­ner Wahl ende­te der ers­te Teil. Zur Erin­ne­rung : In ihrer “Gemein­sa­men Erklä­rung” vom 23. Mai 2019 hat­ten pro­mi­nen­te ukrai­ni­sche Gewal­t­ex­tre­mis­ten, die nun als “Ver­tre­ter der Zivil­ge­sell­schaft” posie­ren, mit Unru­hen und einem neu­en “Mai­dan” gedroht, falls der neue Prä­si­dent die von ihnen gezo­ge­nen “Roten Lini­en” in den Berei­chen Außen­po­li­tik, Natio­na­le Iden­ti­tät (Spra­che, Bil­dung und Kul­tur), Innen­po­li­tik und Sicher­heit, Wirt­schaft, Medi­en- und Infor­ma­ti­ons­po­li­tik und in den Struk­tu­ren des Regie­rungs­ap­pa­rats über­tre­ten wür­de.

Die­se Dro­hun­gen wur­den von der gan­zen Palet­te bedeu­ten­der west­li­cher “Demo­kra­tie-Orga­ni­sa­tio­nen” unter­stützt. Ziel die­ses eng­ma­schi­gen Net­zes aus “Roten Lini­en” ist es, den mit 75 Pro­zent Mehr­heit gewähl­ten Selens­kij von jeg­li­cher Abwei­chung vom Schmu­se­kurs mit NATO und EU abzu­hal­ten, son­dern – auch unter ihm – viel­mehr außen­po­li­tisch den extrem anti-rus­si­schen Kurs fort­zu­set­zen und innen­po­li­tisch die ras­sis­tisch-natio­na­lis­ti­sche Line bei­zu­be­hal­ten. Wie eine klei­ne Min­der­heit – selbst mit Unter­stüt­zung von aus­län­di­schen NGOs – sich gegen die gro­ße Mehr­heit im eige­nen Land durch­set­zen kön­ne, ver­wun­der­te den RT-Deutsch-Leser “asr_m62”, und er stell­te die Schlüs­sel­fra­ge :

Mich inter­es­siert ein­mal, wie stark die­se so genann­te ‘Zivil­ge­sell­schaft’ wirk­lich zah­len­mä­ßig in der Ukrai­ne vor­han­den ist. Klar gibt es eine mini­ma­le Anzahl Ultra­na­tio­na­lis­ten, die lie­ber ver­hun­gern wür­den, als sich mit Russ­land an einen Tisch zu set­zen. Doch die Mehr­zahl der Ukrai­ner haben doch ganz nor­ma­le Inter­es­sen, wie Arbeits­plät­ze und bezahl­ba­re Lebens­hal­tungs­kos­ten. Aber gera­de die­se Inter­es­sen kön­nen doch am ehes­ten durch einen Dia­log mit Russ­land befrie­digt wer­den – denn ukrai­ni­sche Pro­duk­te sind im Wer­te­wes­ten nicht kon­kur­renz­fä­hig und Auf­bau der Ukrai­ne zu einer zwei­ten Werk­bank, ana­log zu der in Polen ist schlicht­weg unnö­tig. Wie kön­nen die­se Orga­ni­sa­tio­nen dann einen sol­chen Ein­fluss auf die Regie­rung aus­üben – wenn gleich­zei­tig die Inter­es­sen der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rungs­mehr­heit kon­ter­ka­riert wer­den?”

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Die Ant­wort dar­auf ist, dass dies mit Repres­si­on doch sehr gut erreich­bar ist, näm­lich in einem Zusam­men­spiel von west­li­chen Regie­run­gen und mäch­ti­gen und finanz­star­ken, aus­län­di­schen “Nicht-Regie­rungs-Orga­ni­sa­tio­nen” mit faschis­toi­den Grund­mus­tern sowie mit gut orga­ni­sier­ten, obrig­keits­hö­ri­gen, extrem sen­dungs­be­wuss­ten ukrai­ni­schen Rechts­ex­tre­mis­ten und (Neo-)Nazis. Letz­te­re haben das in den fünf Jah­ren seit dem Mai­dan-Putsch unver­hoh­len demons­triert. Mit extre­mer Bru­ta­li­tät sind sie mili­tä­ri­schen For­ma­tio­nen mit schwe­rem Gerät in blu­ti­ge Schlach­ten gegen die eige­ne Bevöl­ke­rung gezo­gen – nicht nur in der Ost-Ukrai­ne. Der Schutz des mensch­li­chen Lebens stellt für die­se ideo­lo­gisch ver­bohr­ten Kampf­ein­hei­ten schon längst kei­ne Hemm­schwel­le mehr dar, erst recht nicht, wenn es gegen rus­sisch spre­chen­de Lands­leu­te und ande­re “Unter­men­schen” geht.

In Zei­ten des poli­ti­schen Cha­os – und die Ukrai­ne befin­det sich auch nach der Wahl Selens­kijs immer noch in einer sol­chen Situa­ti­on – kann sich auch eine klei­ne Min­der­heit mili­tä­risch dis­zi­pli­niert han­deln­der Inten­siv-Täter jeder­zeit gegen die weit­ge­hend unge­schütz­te, anders­den­ken­de, aber fried­fer­ti­ge Mehr­heit in dem von ers­te­ren kon­trol­lier­ten Umfeld durch­set­zen.

Der gor­di­sche Kno­ten in der Ukrai­ne ist, dass sich die regu­lä­ren ukrai­ni­schen Streit­kräf­te nach dem Mai­dan im Wesent­li­chen auf­ge­löst haben. Die neu­en Kriegs­her­ren in Kiew konn­ten sich im ange­streb­ten Ver­nich­tungs­kampf gegen die Geg­ner des Mai­dan-Put­sches in der Ost­ukrai­ne nicht auf die regu­lä­re Armee ver­las­sen, die sich ja schließ­lich noch aus wehr­pflich­ti­gen Sol­da­ten aus allen Schich­ten des Vol­kes zusam­men­setz­te. So wur­den sie nur noch in eini­gen grö­ße­ren Schlach­ten als Kano­nen­fut­ter benutzt, z.B. als vor­ge­scho­be­ne Zie­le, um das Haupt­feu­er “des Geg­ners” auf sich zu zie­hen.

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Tat­säch­lich wur­den die schnell wach­sen­den, mili­tä­ri­schen Ver­bän­de der Neo­na­zi-Mili­zen zur allei­ni­gen Durch­set­zungs­macht für die von Faschis­ten durch­setz­te, ukrai­ni­sche Regie­rung in Kiew. Des­halb konn­te auch Selens­kijs Vor­gän­ger, der Olig­arch Poro­schen­ko, der selbst kein Neo­na­zi war, nichts dage­gen set­zen, um die Nazi-Mili­zen davon abzu­hal­ten, das zu tun, was sie woll­ten. Die Tat­sa­che, dass auch Poro­schen­ko einst von der Mehr­heit in der Rumpf-Ukrai­ne gewählt wor­den war, hat­te auch ihm kei­ne rea­le Macht beschert. Letzt­lich blieb Poro­schen­ko, der sich lie­ber voll und ganz auf die Aus­plün­de­rung sei­nes Lan­des kon­zen­triert hät­te, nichts ande­res übrig, als gute Mie­ne zum bösen Spiel zu machen und sich immer wie­der in einer lächer­li­chen mili­tä­ri­schen Uni­form an der Sei­te von Nazi-Mili­zen zu prä­sen­tie­ren.

An die­sem Grund­pro­blem hat sich für Selens­kij nicht viel geän­dert. Die Macht in der Ukrai­ne, die dort – frei nach Mao Tse Dong – “aus den Mün­dun­gen der Gewehr­läu­fe” kommt, wird der­zeit auch wei­ter­hin nicht von den mit gro­ßer Mehr­heit gewähl­ten Volks­ver­tre­tern kon­trol­liert und befeh­ligt, son­dern von einer klei­nen Min­der­heit, die nach wie vor die Schalt­stel­len der soge­nann­ten “Sicher­heits­or­ga­ne” besetzt hält. Des­halb sind die ein­gangs erwähn­ten Dro­hun­gen der selbst­er­nann­ten “Zivil­ge­sell­schaft” mit den “Roten Lini­en” und einem neu­en “Mai­dan” von Selens­kij durch­aus sehr ernst zu neh­men, zumal sich die Rechts­ex­tre­mis­ten mora­lisch im Recht füh­len und in ihrem Tun auch noch vom Wes­ten unter­stützt wer­den.

Eine ers­te War­nung an den neu­en Prä­si­den­ten dürf­te der Gra­nat­wer­fer­an­griff auf den Sitz des ukrai­ni­schen TV-Sen­ders 112 Ukrai­ne in Kiew in der Nacht zum Sams­tag, dem 13. Juli die­ses Jah­res gewe­sen sein. Der Sen­der hat­te zuvor ange­kün­digt, eine Doku­men­ta­ti­on über den Film von Oli­ver Stone über den Mai­dan, ergänzt durch ein Inter­view mit Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin, aus­strah­len zu wol­len. Für den Angriff über­nahm nie­mand die Ver­ant­wor­tung. Den­noch kann sie zwei­fels­oh­ne den Rechts­ex­tre­mis­ten zuge­rech­net wer­den, hät­te die­se Sen­dung doch klar gegen die “Roten Lini­en” in deren Medi­en- und Kul­tur­pa­ket ver­sto­ßen. Zum Glück gab es “nur” Sach­scha­den, Men­schen wur­den nicht ver­letzt. Inter­es­san­ter­wei­se sprach die Poli­zei von einem “ter­ro­ris­ti­schen Angriff”, was aller­dings zumin­dest ein Vor­bo­te für einen neu­en Wind in Kiew sein könn­te. Aller­dings hat­te der Angriff den­noch sei­nen Zweck voll erreicht, denn die ange­kün­dig­te Sen­dung wur­de nicht aus­ge­strahlt.

Wie weit die Unter­stüt­zung der exis­tie­ren­den Nazi-Struk­tu­ren der­zeit in den ukrai­ni­schen Minis­te­ri­en sogar durch west­li­che Regie­run­gen geht, wur­de jüngst durch den öffent­li­chen Pro­test west­li­cher Bot­schaf­ten gegen Selens­kijs Plä­ne offen­sicht­lich, die Schalt­stel­len in den Minis­te­ri­en mit neu­en, unbe­las­te­ten Leu­ten zu beset­zen, die sei­ner Poli­tik fol­gen und auch ver­su­chen wür­den, sie umzu­set­zen.

Einen Bericht aus Kiew von Mit­te Juli die­ses Jah­res über­schrieb die Finan­ci­al Times “Selens­kijs Plan zur Säu­be­rung der ukrai­ni­schen Behör­den stößt auf Kri­tik”. Dass die­se Kri­tik just aus dem Wes­ten kommt, wird auch schnell deut­lich : “Wut über das Ver­bot von öffent­li­chen Ämtern für alle, die sei­nem Vor­gän­ger gedient haben. Die Säu­be­rung des Per­so­nals aus der Poro­schen­ko-Ära wür­de Wla­di­mir Selens­kij auf Kol­li­si­ons­kurs mit den Regie­run­gen brin­gen, die sei­ne Plä­ne zur Beschleu­ni­gung der Refor­men ansons­ten begrüßt haben.” Gemeint sind damit natür­lich die west­li­chen Regie­run­gen, die befürch­ten müs­sen, durch einen Per­so­nal­aus­tausch die von ihnen ange­füt­ter­ten Ansprech­part­ner in den Minis­te­ri­en zu ver­lie­ren und somit Ein­fluss auf eben jene Ebe­nen zu ver­lie­ren, auf denen poli­ti­sche Plä­ne aus­ge­ar­bei­tet und Ent­schei­dun­gen umge­setzt wer­den .

Der Text des Arti­kels liest sich teil­wei­se wei­ter wie eine Real­sa­ti­re, wenn es z.B. heißt, dass Selens­kijs Plan zu einem Beam­ten­aus­tausch, “bei den inter­na­tio­na­len Unter­stüt­zern Kiews Besorg­nis­se über sei­ne demo­kra­ti­schen Qua­li­fi­ka­tio­nen aus­ge­löst habe”. Dabei wür­de Selens­kij ja nur das tun, was die Rechts-Extre­mis­ten nach ihrem blu­ti­gen Mai­dan-Putsch 2014 sofort getan hat­ten, als sie alle Schlüs­sel­po­si­tio­nen in den Minis­te­ri­en der gestürz­ten, aber recht­mä­ßi­gen weil demo­kra­tisch gewähl­ten Regie­rung von Wik­tor Janu­ko­witsch unter ihre Kon­trol­le brach­ten und mit eige­nen Leu­ten besetz­ten. Das hat­te damals im Wes­ten natür­lich kei­ne Besorg­nis über “demo­kra­ti­sche Qua­li­fi­ka­tio­nen” aus­ge­löst !

In einer unver­fro­re­nen Ein­mi­schung in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten der Ukrai­ne haben die Bot­schaf­ter der G7-Staa­ten in Kiew am 12. Juli laut Finan­ci­al Times eine gemein­sa­men Erklä­rung zu Selens­kijs Plan ver­öf­fent­licht : “Wahl­wech­sel und poli­ti­sche Rota­ti­on sind in Demo­kra­ti­en die Norm. … Pau­scha­le Ver­bo­te für frü­he­re Mit­ar­bei­ter in der Exe­ku­ti­ve und Legis­la­ti­ve des Regie­rungs­ap­pa­rats gehö­ren nicht dazu. … Wäh­rend es rich­tig ist, die­je­ni­gen, die ihr Amt miss­braucht haben, zur Rechen­schaft zu zie­hen, ist die heu­ti­ge Situa­ti­on in der Ukrai­ne unse­rer Über­zeu­gung nach nicht mit der nach der Revo­lu­ti­on der Wür­de ver­gleich­bar.” Mit der “Revo­lu­ti­on der Wür­de” mei­nen (und benut­zen) die Bot­schaf­ter der G7-Staa­ten devot den von den Rechts­ex­tre­mis­ten gepräg­ten Begriff für den blu­ti­gen Mai­dan-Putsch.

Aber wenn es Selens­kij nicht gelingt, die Schlüs­sel­po­si­tio­nen sei­nes Regie­rungs­ap­pa­rats bis hin­ab auf die mitt­le­re Ebe­ne von Mit­glie­dern und Sym­pa­thi­san­ten der Rechts­ex­tre­mis­ten und Faschis­ten zu säu­bern, dann wer­den die ihm auf Schritt und Tritt poli­ti­sche Knüp­pel in den Weg wer­fen. Beson­ders wich­tig wäre auch, wenn ihm die Sisy­phus­ar­beit der Stär­kung der regu­lä­ren ukrai­ni­schen Armee gelin­gen wür­de. Das könn­te ihm bei der bevor­ste­hen­den Aus­ein­an­der­set­zung mit den Neo­na­zis und ihren mili­tä­ri­schen Ein­hei­ten, die Poro­schen­ko sogar zu einem offi­zi­el­len Teil der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te gemacht hat, sehr hel­fen. Die­se Kon­fron­ta­ti­on wird unaus­weich­lich, wenn Selens­kij auch nur einen Teil sei­nes Regie­rungs­pro­gramms wirk­lich durch­set­zen will.

Allein die Umset­zung des Abkom­mens Minsk II zwi­schen Kiew und der Ost-Ukrai­ne, für das Deutsch­land, Frank­reich und Russ­land als Garan­tie­mäch­te mit dem Ziel der Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen zwi­schen Kiew und den abtrün­ni­gen Regio­nen im Osten des Lan­des fun­gie­ren, wäre für die ukrai­ni­schen Rechts­ex­tre­mis­ten bereits “Hoch­ver­rat”, und die “Rote Linie” zu einem neu­en Mai­dan wäre über­schrit­ten.

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Den­noch gibt es Grund zur Hoff­nung. Selens­kij hat offen­sicht­lich ver­stan­den, dass die Ukrai­ne gegen – oder auch nur ohne – Russ­land kei­ne Zukunft hat. Daher sucht er die Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen zu Mos­kau. Dass das nicht von heu­te auf mor­gen geht, ver­steht sich aus den oben dar­ge­leg­ten Grün­den von selbst. Den­noch scheint es, dass der neue Prä­si­dent geschickt ver­sucht, sei­nen Hand­lungs­spiel­raum aus­zu­wei­ten, indem er auch unter gemä­ßig­ten Kräf­ten im Wes­ten für sei­ne Poli­tik wirbt. Dabei kommt ihm zugu­te, dass auch im Wes­ten die bis­he­ri­ge Ein­heits­front gegen Russ­land brö­ckelt, und das nicht nur aus öko­no­mi­schen Grün­den.

Selbst in den USA schei­nen zuneh­mend gemä­ßig­te Krei­se wie­der Gehör zu fin­den, die dar­an erin­nern, dass vie­le Pro­ble­me der USA in der Welt nicht gegen Russ­land, son­dern nur mit Russ­land gelöst wer­den könn­ten. Das gilt erst­recht für die Sicher­heit Euro­pas ! Zugleich hat wegen Washing­tons for­cier­ter Kon­fron­ta­ti­on gegen Chi­na ande­rer­seits Russ­land selbst für die USA wie­der einen höhe­ren Stel­len­wert bekom­men.

Vie­le Ame­ri­ka­ner hän­gen aller­dings dem Irr­glau­ben an, man kön­ne ein­fach mal mit Ouver­tü­ren wie der Wie­der­auf­nah­me Russ­lands in die G7 (also dann wie­der G8), den Kreml auf die Sei­te des Wes­tens zie­hen, um ihn dann gegen Chi­na in Stel­lung brin­gen. Wenn man aber tat­säch­lich wie­der nett im Kreml Hän­de schüt­teln will, dann kann man nicht zugleich in der Ukrai­ne hys­te­ri­sche Rus­sen-Has­ser und Faschis­ten mit neu­en Waf­fen füt­tern. Die­ser vor­erst zag­haft ange­deu­te­te Umschwung in der poli­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge könn­te Selens­kij die Chan­ce geben, die er braucht, um sein Land in den nächs­ten Jah­ren zur Nor­ma­li­tät und zum inne­ren Frie­den zurück­zu­füh­ren.

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Ukraine : Stepan-Bandera-Denkmal in Lwiw mit Hammer und Sichel bemalt – Foto


Unbe­kann­te haben das Denk­mal des Natio­na­lis­ten Ste­pan Ban­de­ra in der west­ukrai­ni­schen Stadt Lwiw mit Ham­mer und Sichel in roter Far­be bemalt. Ein Foto davon ver­brei­te­te der Abge­ord­ne­te des Stadt­ra­tes von Lwiw, Ihor Dya­ko­vych, auf sei­nem Face­book-Account.
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Es gibt (noch) keinen Gefangenenaustausch zwischen Ukraine und Russland


Das Flug­zeug mit den ukrai­ni­schen Gefan­ge­nen sei bereits in der Luft, schrieb die ukrai­ni­sche Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te Anna Isla­mo­wa auf Face­book. Und man war­te bereits auf die Rück­kehr nach Hau­se, schrieb sie wei­ter. Die­sen FB-Ein­trag über­nahm der Gene­ral­staats­an­walt in Kiew, Rus­lan Rja­bosch­ap­ka, und pos­te­te es auf sei­ner eige­nen FB-Sei­te. Medi­en in der Ukrai­ne, in Russ­land und im Wes­ten reich­te das, um es als Beweis dafür zu wer­ten, dass der Gefan­ge­nen­aus­tausch tat­säch­lich im Gan­ge ist. Eine offi­zi­el­le Bestä­ti­gung gab es aller­dings weder von Kiew noch von Mos­kau.

Ganz im Gegen­teil : Nur weni­ge Stun­den, nach­dem sich die Mel­dung wie ein Lauf­feu­er ver­brei­tet hat­te, sah sich die ukrai­ni­sche Regie­rung gezwun­gen, eine Stel­lung­nah­me zu ver­öf­fent­li­chen. Dar­in hieß es, dass der Aus­tausch noch nicht statt­ge­fun­den habe und wei­ter­hin “kom­pli­zier­te” Gesprä­che geführt wür­den. Ele­na Gitl­jans­ka­ja, Spre­che­rin des Geheim­diens­tes SBU, bestä­tig­te dann auch, dass es heu­te nicht mehr dazu kom­men wer­de und sie auch kein genau­es Datum nen­nen kön­ne, wann es so weit sein wird.

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Die­se Epi­so­de zeigt aber erneut auf, wie schnell Medi­en – auch RT – auf sol­che Mel­dun­gen in sozia­len Netz­wer­ken ansprin­gen und etwas als Tat­sa­che berich­ten, das sich im Nach­hin­ein als Ente ent­puppt. Nie­mand möch­te in dem schnell­le­bi­gen Geschäft der Brea­king News zu viel Zeit gegen­über dem­je­ni­gen ver­strei­chen las­sen, der gera­de eine Eil­mel­dung zu einem beson­ders heik­len The­ma ver­öf­fent­licht hat. Denn je älter eine Nach­richt wird, und in die­sem Geschäft rei­chen nur weni­ge Minu­ten dafür aus, des­to weni­ger Klicks und Reich­wei­te erzielt das betref­fen­de Medi­um. Dass die­se Arbeits­wei­se auf Kos­ten der Qua­li­tät geht, darf dann am Ende nicht über­ra­schen.

In die­sem Fall nahm man schlicht­weg an, dass ein Gene­ral­staats­an­walt schon wis­sen wird, was in sei­nem Land geschieht, und das reich­te aus, um es als Tat­sa­che dar­zu­stel­len. Inzwi­schen hat Rja­bosch­ap­ka den Post Anna Isla­mo­was von sei­ner Face­book-Sei­te gelöscht, doch ein Screen­shot konn­te als “Beweis” bewahrt wer­den.

Es gibt (noch) keinen Gefangenenaustausch zwischen Ukraine und Russland
Der Screen­shot zeigt, dass der ukrai­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt die Falsch­mel­dung der ukrai­ni­schen Rada-Abge­ord­ne­ten Anna Isla­mo­wa auf sei­ner Face­book-Sei­te gepos­tet und damit ein media­les Lauf­feu­er ent­facht hat.

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Sie bauen zusammen Nord Stream 2“: Ukraine wirft Europa Egoismus vor


Juri Jechanu­row, der ehe­ma­li­ge ukrai­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent, hat gegen­über dem TV-Sen­der „New­sO­ne“ das Ver­hält­nis zwi­schen Euro­pa und der Ukrai­ne, aber auch die Arbeit im Nor­man­die-For­mat the­ma­ti­siert. Euro­pa den­ke mehr an sich selbst, und die Ukrai­ne dür­fe da nicht stö­ren.
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Alexander Neu : “Die EU ist eine Konfliktpartei in der Ukraine” (Video)


Alex­an­der Neu erzählt im Gespräch mit Maria Jans­sen über die Ergeb­nis­se der Tagung in der Arbeits­grup­pe “Poli­tik” dar­über, was nötig ist, um das Mins­ker Abkom­men umzu­set­zen und war­um er die Ableh­nung des rus­si­schen Ange­bots, die Rake­ten­sys­te­me zu unter­su­chen, falsch fin­det.

Mehr zum The­ma — Welt-Jour­na­list Johann M. Möl­ler über rus­si­sche Jour­na­lis­ten (Video)

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Politischer Vatermord : Mit Entkommunisierung verliert Ukraine wichtigste historische Grundlage


von Wla­dis­law San­kin

Am 10. März 1921 sag­te ein wich­ti­ger Par­tei­funk­tio­när auf dem X. Par­tei­tag der Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei Russ­lands (Bol­sche­wi­ki) in Mos­kau :

Und noch vor Kur­zem wur­de behaup­tet, die ukrai­ni­sche Repu­blik und die ukrai­ni­sche Nati­on sei­en eine Erfin­dung der Deut­schen. Indes­sen ist es klar, dass die ukrai­ni­sche Nati­on exis­tiert, und es ist die Pflicht der Kom­mu­nis­ten, deren Kul­tur zu ent­wi­ckeln. Man kann nicht gegen die Geschich­te anren­nen. Es ist klar : Wenn auch in den Städ­ten der Ukrai­ne bis jetzt noch die rus­si­schen Ele­men­te über­wie­gen, so wer­den doch die­se Städ­te im Lau­fe der Zeit unver­meid­lich ukrai­ni­siert wer­den.

Jener Par­tei­funk­tio­när war Josef Sta­lin, der damals in Sowjet­russ­land Volks­kom­mis­sar für Natio­na­li­tä­ten­po­li­tik war. Im fol­gen­den Jahr, im Dezem­ber 1922, grün­de­ten die Bol­sche­wi­ki die Ukrai­ni­sche Sozia­lis­ti­sche Sowjet­re­pu­blik (kurz USSR) als Bestand­teil der Sowjet­uni­on. Die Poli­tik der Ukrai­ni­sie­rung nahm ihren Lauf.

In der offi­zi­el­len ukrai­ni­schen Geschichts­schrei­bung gilt nun Sta­lin als Böse­wicht Num­mer eins, als angeb­li­cher Schläch­ter des ukrai­ni­schen Vol­kes, der es mit Hun­gers­nö­ten und Repres­sio­nen über­zog, um die Ukrai­ner als Nati­on aus­zu­rot­ten. Auch wird der gesam­te Sowjet­kom­mu­nis­mus Sta­lin gleich­ge­setzt. Jeg­li­che sym­bo­li­sche Hin­ter­las­sen­schaft der “Sowjet­herr­schaft” wur­de in den Jah­ren nach dem Staats­streich im Febru­ar 2014 auf das Peni­bels­te ent­fernt – außer Sowjet­bau­ten wie jenen auf dem Kie­wer Pracht­bou­le­vard Krescht­scha­tik oder Indus­trie- und Infra­struk­tur­ob­jek­ten wie dem berühm­ten Was­ser­kraft­werk Dnje­pro­GES oder der Kie­wer Metro.

Politischer Vatermord: Mit Entkommunisierung verliert Ukraine wichtigste historische Grundlage
Die Zer­schla­gung eines Lenin-Denk­mals in Kiew am 8. Dezem­ber 2013. Mit dem Sturz und der Zer­stü­cke­lung der Lenin-Sta­tue begann an die­sem Tag auf dem Bes­sarabska­ja-Platz in Kiew der soge­nann­te “Leni­no­pad” (Lenin­fall).

Die gesetz­li­che Grund­la­ge dafür, das Ent­kom­mu­ni­sie­rungs­ge­setz [ana­log zum Begriff “Ent­na­zi­fi­zie­rung” ist mit die “Ent­kom­mu­ni­sie­rung” die Abschaf­fung der Über­res­te des Kom­mu­nis­mus in den post­so­wje­ti­schen Staa­ten gemeint, Anm. d. Red.], wur­de im Juli 2019 vom Ver­fas­sungs­ge­richt für gül­tig erklärt – vier Jah­re nach des­sen Unter­zeich­nung durch den dama­li­gen Prä­si­den­ten Petro Poro­schen­ko. Die Bil­der­stür­mer haben aber nicht so lan­ge gewar­tet – bereits im Mai 2018 berich­te­te das Insti­tut für natio­na­les Geden­ken über die ver­rich­te­te Arbeit : 987 bewohn­te Orte und 52.000 ande­re Benen­nun­gen mit Sowjet­be­zug wur­den umbe­nannt und 2.500 Denk­mä­ler gestürzt oder demon­tiert, dar­un­ter alle im Land noch ver­blie­be­nen 1.500 Lenin-Denk­mä­ler.

Dabei wer­den die ukrai­ni­schen Gesetz­ge­ber selbst unmit­tel­bar an ihrem Arbeits­platz täg­lich mit der kom­mu­nis­ti­schen Ver­gan­gen­heit kon­fron­tiert : Das Pracht­ge­bäu­de des ukrai­ni­schen Obers­ten Rates (Wer­chow­na Rada) wur­de im Jahr 1939, also mit­ten in der Sta­lin-Zeit errich­tet. Nun wer­den vie­le Dekor­ele­men­te im Inne­ren ver­deckt. So wur­de das Rie­sen­ge­mäl­de “Die blü­hen­de sozia­lis­ti­sche Ukrai­ne” mit Spann­de­cken ver­deckt. Die Vor­schlä­ge, das gan­ze Gebäu­de abzu­rei­ßen, kamen bis­lang aller­dings nur von den radi­kals­ten Abge­ord­ne­ten.

Das Tra­gen sowje­ti­scher Sym­bo­lik ist trotz Aus­nah­me­re­ge­lun­gen de fac­to auch an Fei­er­ta­gen wie dem Tag des Sie­ges am 9. Mai unter­sagt. Mit die­ser neu­en Rea­li­tät haben sich Hun­der­te Teil­neh­mer der Fei­er­lich­kei­ten in den ukrai­ni­schen Städ­ten bereits ver­traut gemacht, als sie von der Poli­zei fest­ge­hal­ten oder von Natio­na­lis­ten­grup­pen ange­pö­belt wur­den, weil sie sowje­ti­sche his­to­ri­sche Mili­tär­un­for­men oder ein­fach nur rote Fah­nen tru­gen.

Aller­dings erscheint die­se gan­ze Kam­pa­gne als böser Witz der Geschich­te, wenn man bedenkt, dass es aus­ge­rech­net Sowjet­kom­mu­nis­ten der ers­ten Stun­de waren, die das ukrai­ni­sche Volk in den 1920er- und 30er-Jah­ren mit enor­mem admi­nis­tra­ti­vem Auf­wand neben dem weiß­rus­si­schen aus der Groß­na­ti­on der Rus­sen her­aus­ge­bro­chen haben.

Sie ver­bo­ten prak­tisch die Anwen­dung der tra­di­tio­nel­len Selbst­be­zeich­nung der künf­ti­gen Ukrai­ner als Klein­rus­sen (Malo­ros­sy) und setz­ten natio­na­lis­ti­sche His­to­ri­ker und Phi­lo­lo­gen auf hohen wis­sen­schaft­li­chen Pos­ten ein, um die alter­na­ti­ve Geschich­te der Ukrai­ne zu eta­blie­ren und Ukrai­nisch aus einem länd­lich gepräg­ten Dia­lekt in eine geform­te Schrift­spra­che zu ver­wan­deln. Auch eine neue ukrai­ni­sche Iden­ti­tät soll­te gestärkt wer­den – bei der Pass­ver­ga­be soll­ten sich die Ein­woh­ner der Repu­blik als “Ukrai­ner” und nicht als “Rus­sen” ein­tra­gen las­sen.

Die Doku­men­te aus der zwei­ten Hälf­te der 1920er – der Hoch­pha­se der Ukrai­ni­sie­rung – lesen sich wie Rap­por­te von der nur weni­ge Jah­ren spä­ter erfol­gen­den Indus­tria­li­sie­rung. Nur statt der Plä­ne für die vor­zei­ti­ge Erfül­lung der Pro­duk­ti­ons­vor­ga­ben gab es Plä­ne für das Erler­nen des Ukrai­ni­schen durch Staats­be­am­te oder die Anzahl auf Ukrai­nisch gedruck­ter Bücher und Zei­tun­gen. Beam­te, die inner­halb weni­ger Mona­ten noch kein Ukrai­nisch spre­chen konn­ten, wur­den admi­nis­tra­tiv ver­folgt.

Durch die­se Tur­bo-Ukrai­ni­sie­rung wur­den schnell Fak­ten geschaf­fen : Für Mil­lio­nen Analpha­be­ten wur­de Ukrai­nisch und nicht Rus­sisch zur ers­ten Schrift­spra­che, die sie beherrsch­ten – und das trotz des Wider­stan­des wei­ter Tei­le der Bevöl­ke­rung, die nicht begrei­fen konn­ten, war­um nun die rus­si­sche Spra­che und das Rus­sisch­sein ver­pönt sein sol­len. Eine staat­lich sub­ven­tio­nier­te Hoch­kul­tur wur­de geschaf­fen – ukrai­ni­sches Thea­ter, ukrai­ni­sche Oper und Lite­ra­tur. “Es waren die Bol­sche­wi­ki, die die ukrai­ni­sche Kul­tur schu­fen”, stel­len heu­te ukrai­ni­sche His­to­ri­ker wie Kon­stan­tin Bonda­ren­ko fest.

Politischer Vatermord: Mit Entkommunisierung verliert Ukraine wichtigste historische Grundlage

Die­se Ukrai­ni­sie­rung war kein Zufall und kein Miss­ver­ständ­nis der Geschich­te, son­dern eine poli­tisch gewoll­te und kon­se­quent umge­setz­te Maß­nah­me der Sowjet­re­gie­rung, die im Rah­men der soge­nann­ten Ein­wur­ze­lung in allen Rand­ge­bie­ten des ehe­ma­li­gen Rus­si­schen Rei­ches durch­ge­setzt wur­de. Man woll­te damit unter ande­rem den soge­nann­ten groß­rus­si­schen Chau­vi­nis­mus bekämp­fen, denn dar­in sahen die Bol­sche­wi­ki die größ­te Gefahr. Des­halb galt es auch, das drei­ei­ni­ge Volk der Rus­sen als Über­bleib­sel des Mon­ar­chis­mus in Rus­sen (frü­her Groß­rus­sen genannt), Ukrai­ner (frü­her Klein­rus­sen) und Weiß­rus­sen auf­zu­tei­len.

Einer der Apo­lo­ge­ten der Ukrai­ni­sie­rung, Niko­laj Skrip­nik, der in den Jah­ren 1921 – 1927 abwech­selnd Volks­kom­mis­sar für Inne­res und Jus­tiz sowie Gene­ral­staats­an­walt der Sowjet­ukrai­ne und in den Jah­ren 1927 – 1933 Volks­ko­mis­sar für Bil­dung war, beton­te ange­sichts des Wider­stan­des gegen die Ukrai­ni­sie­rung immer wie­der aufs Neue :

Die Ukrai­ni­sie­rung wur­de und wird mit den ent­schie­dens­ten Metho­den durch­ge­führt. (…) Der­je­ni­ge, der dies nicht ver­steht oder nicht ver­ste­hen will, kann von der Regie­rung nur als Kon­ter­re­vo­lu­tio­när oder als bewuss­ter oder unbe­wuss­ter Feind der Sowe­jt­macht betrach­tet wer­den.

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wik­tor Juscht­schen­ko, der infol­ge der soge­nann­ten Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on an die Macht gekom­men war, hul­dig­te dem Kom­mu­nis­ten im Jahr 2005 auf einem Leh­rer-Forum wegen sei­ner Ver­diens­te um die ukrai­ni­sche Nati­on und reih­te ihn in die Lis­te der größ­ten “Vor­fah­ren unse­res Vol­kes” ein. Für Juscht­sche­ko war die ukrai­ni­sche Schu­le der direk­tes­te Weg zur Errich­tung der ukrai­ni­schen Nati­on.

Politischer Vatermord: Mit Entkommunisierung verliert Ukraine wichtigste historische Grundlage
Die Kom­mu­nis­ten Niko­laj Skrip­nik (Mit­te unten) und Josef Sta­lin (rechts unten) stim­men auf dem XV. Par­tei­tag im Jah­re 1927 mit ihren Par­tei­hef­ten ab.

Zehn Jah­re spä­ter wur­de auch Skrip­nik per Gesetz zum Die­ner jenes “ver­bre­che­ri­schen Regimes” erklärt. Die Gesetz­mä­ßig­keit die­ser Meta­mor­pho­se hat noch im Jahr 1918 die deut­sche Revo­lu­tio­nä­rin Rosa Luxem­burg erkannt, als sie die Bol­sche­wi­ki für ihre Natio­na­li­tä­ten­po­li­tik kri­ti­sier­te. Die­se sei ein “tro­ja­ni­sches Pferd” der Kon­ter­re­vo­lu­ti­on gewe­sen. 

Sie haben durch die­se För­de­rung des Natio­na­lis­mus (…) den eige­nen Fein­den das Mes­ser in die Hand gedrückt, das sie der rus­si­schen Revo­lu­ti­on ins Herz sto­ßen soll­ten”, schrieb sie in ihrer Schrift ‘Zur rus­si­schen Revo­lu­ti­on’.

Inwie­weit und vor allem wie lan­ge heu­ti­ge ukrai­ni­sche Natio­na­lis­ten, die im Land zur­zeit von der Außen­po­li­tik über Gesetz­ge­bung und Bil­dung bis zu den Sicher­heits­or­ga­nen alle Berei­che domi­nie­ren, sich selbst und die Welt jedoch noch über die Grund­la­gen ihres Staa­tes täu­schen kön­nen, ist unge­wiss. Denn wenn die Ideo­lo­gie und das Wir­ken des Sowjet­re­gimes so ver­bre­che­risch sein soll­ten wie behaup­tet, war­um soll­ten dann auch das Werk die­ses “Regimes” – die Ukrai­ne und der ukrai­ni­sche Staat in sei­nen heu­ti­gen Gren­zen – Bestand haben ?

In der logi­schen Kon­se­quenz geht die Gleich­stel­lung des Sowjet­kom­mu­nis­mus mit dem Nazis­mus so weit, dass sie die gesam­te Grund­la­ge des ukrai­ni­schen Staa­tes inklu­si­ve mehr­fa­cher Gebiets­er­wei­te­run­gen nach Wes­ten und Süden – die Krim ein­ge­schlos­sen – juris­tisch nich­tig macht ; und davor war­nen sogar ein­zel­ne Stim­men unten den Natio­na­lis­ten selbst. 

Das “Tau­send­jäh­ri­ge Reich” wur­de im Lau­fe sei­ner kur­zen Geschich­te kurz­fris­tig grö­ßer, nach sei­ner Zer­schla­gung schrumpf­te Deutsch­land auf die Gren­zen der bei­den Nach­fol­ge­staa­ten. Als Ent­schä­di­gung jener Län­der, die unter der Besat­zung der Nazis zu lei­den hat­ten, ver­lor Deutsch­land eini­ge Gebie­te. Die­se Grenz­ver­schie­bun­gen mach­te die dama­li­ge inter­na­tio­na­le Gemein­schaft der Sie­ger mög­lich. Was soll dann den ukrai­ni­schen Staat erwar­ten, wenn er eines Tages die inter­na­tio­na­le Gemein­schaft von der “Rich­tig­keit” sei­ner Ent­kom­mu­ni­sie­rungs­ge­set­ze über­zeugt – mit allen dar­aus fol­gen­den juris­ti­schen Kon­se­quen­zen bezüg­lich der his­to­ri­schen Ansprü­che der Nach­bar­staa­ten ?

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Ukraine : Warum es nach der Parlamentswahl keinen Bruch mit dem alten Machtsystem geben wird


von Wla­dis­law San­kin

Die Prä­si­den­ten­par­tei “Die­ner des Vol­kes” hat in der Ukrai­ne die Wah­len zur Wer­chow­na Rada (Obers­ter Rat), dem ukrai­ni­schen Par­la­ment, klar gewon­nen. Dank einer Viel­zahl an Direkt­man­da­ten kann sie sogar ohne Koali­ti­ons­part­ner regie­ren. Da die Ukrai­ne eine par­la­men­ta­risch-prä­si­dia­le Repu­blik ist, waren vor­ge­zo­ge­ne Wah­len für den Prä­si­den­ten Wla­di­mir Selens­kij beson­ders wich­tig. Er ist seit genau zwei Mona­ten offi­zi­ell im Amt.

Denn er will die Poli­tik in sei­nem Land, wie es in den deut­schen Medi­en heißt, “völ­lig umkrem­peln” – zum Bes­se­ren, ver­steht sich : den Krieg in der Ost­ukrai­ne been­den und vor allem kor­rup­te Macht­struk­tu­ren von Grund auf erneu­ern. Nach wie vor lie­fert sich Selens­kij einen ver­ba­len Schlag­ab­tausch mit sei­nem Vor­gän­ger Petro Poro­schen­ko, des­sen eige­nes Macht­sys­tem sich der­zeit in Auf­lö­sung befin­det. Sogar in Russ­land gibt es unter den Poli­ti­kern eini­ge Opti­mis­ten, die glau­ben, dass Selens­kijs Chan­cen auf eine grund­le­gen­de poli­ti­sche Wen­de in der Ukrai­ne noch nicht ver­spielt sind.

Für Russ­land sind beson­ders die Fort­schrit­te bei der fried­li­chen Lösung des Don­bass-Kon­flikts und eine Ver­bes­se­rung der Bezie­hun­gen zum Nach­bar­land wich­tig. Die Lösung soll aber im Ein­klang mit den Mins­ker Abkom­men unter Gewäh­rung regio­na­ler Son­der­rech­te für die Gebie­te Donezk und Lug­ansk ste­hen. Auch die Rück­ab­wick­lung der bis­he­ri­gen restrik­ti­ven Poli­tik in huma­ni­tä­ren Fra­gen zählt dazu. Die fort­schrei­ten­de Zwangs­ukrai­ni­sie­rung sei kei­ne inne­re ukrai­ni­sche Ange­le­gen­heit, sag­te der rus­si­sche UN-Ver­tre­ter Was­si­li Nebens­ja bei einer Sit­zung der UNO zum umstrit­te­nen Sprach­ge­setz. 

Bevor wir uns die Fra­ge stel­len, ob die­se Hoff­nun­gen begrün­det sind, müss­ten wir zunächst betrach­ten, wel­che Par­tei­en bzw. poli­ti­sche Kräf­te über­haupt die bes­ten Ergeb­nis­se bei den Wah­len erzielt haben, und die­se mit den Ergeb­nis­sen der vor­he­ri­gen Par­la­ments­wah­len ver­glei­chen.

Im Jahr 2019 erziel­ten nach Aus­zäh­lung von 90 Pro­zent der Stim­men die drei bes­ten Ergeb­nis­se die Par­tei des amtie­ren­den Prä­si­den­ten “Die­ner des Vol­kes” mit 42,5 Stim­men, die Oppo­si­ti­ons­platt­form “Für das Leben” von Juri Boj­ko und Wik­tor Med­wedt­schuk mit knapp 13 Pro­zent und die Par­tei des Ex-Prä­si­den­ten Petro Poro­schen­ko “Euro­päi­sche Soli­da­ri­tät” mit 8,6 Pro­zent.

Im Okto­ber 2014, als das Land nach dem Staats­streich vor­ge­zo­ge­ne Wah­len abge­hal­ten hat, um die Früch­te der “Revo­lu­ti­on der Wür­de” zu fes­ti­gen, beka­men die “Volks­front” des dama­li­gen Pre­miers Arsenij Jazen­juk und der “Block Petro Poro­schen­ko” jeweils rund 22 Pro­zent der Sit­ze, die Par­tei “Selbst­hil­fe” des Ober­bür­ger­meis­ters von Lwow Andrej Sado­woj bekam elf Pro­zent.

Dabei exis­tier­ten die jewei­li­gen Gewin­ner­par­tei­en bei­de Male bei den vor­he­ri­gen Wah­len in der Form nicht, außer bei der Par­tei von Petro Poro­schen­ko. Aber auch die­se Par­tei hat an den Wah­len 2012 nicht teil­ge­nom­men, obwohl die vom Groß­un­ter­neh­mer unter dem Namen “Soli­da­ri­tät” gegrün­de­te Par­tei seit dem Jahr 2001 exis­tiert. Im Zeit­raum von 2004 bis 2013 ließ Poro­schen­ko sei­ne Par­tei aller­dings ruhen. Kurz vor dem Staats­streich ent­ging sie der Auf­lö­sung wegen zu lan­ger Untä­tig­keit nur knapp.

Ukraine: Warum es nach der Parlamentswahl keinen Bruch mit dem alten Machtsystem geben wird

Auch Juri Boj­ko, der Vor­sit­zen­de der “Oppo­si­ti­ons­platt­form”, führ­te im Jahr 2014 den “Oppo­si­ti­ons­block” an. Die­sen gibt es noch, nur mitt­ler­wei­le mit ande­ren bekann­ten Gesich­tern der eins­ti­gen “Par­tei der Regio­nen” als Vor­sit­zen­den. In den letz­ten Jah­ren schrumpf­te sie zu einer Art Spoi­ler-Par­tei und einer Art “Fran­chise” des Mil­li­ar­därs Rinat Ach­me­tow. Sie hat dies­mal mit 3,2 Pro­zent den Ein­zug in die Wer­chow­na Rada ver­fehlt.

Der­zeit gibt es in der Ukrai­ne kei­ne poli­ti­schen Par­tei­en im eigent­li­chen, gewohn­ten Sin­ne – mit einer lan­gen Geschich­te, fes­ter Ideo­lo­gie und gewach­se­nen Struk­tu­ren. Es sind viel­mehr für kur­ze Zeit zusam­men­ge­schmie­de­te Inter­es­sen- und Lob­by­grup­pen um bekann­te Per­so­nen – Unter­neh­mer, Poli­ti­ker, Beam­ter, Sport­ler, Sän­ger, Schau­spie­ler und zuletzt mit der Scharij-Par­tei auch Blog­ger. In die­ser brown­schen Bewe­gung der Wer­chow­na Rada sind Geld und Macht die eigent­li­chen Trieb­kräf­te, die dem gan­zen Sys­tem Struk­tur und Fes­tig­keit geben.

Was aber über Jahr­zehn­te bleibt, sind die Struk­tu­ren der Olig­ar­chie und der soge­nann­ten “Außen­ver­wal­tung”. Wäh­rend und nach dem Staats­streich des Jah­res 2014 tra­ten die­se Kon­troll­me­cha­nis­men nur deut­li­cher als sonst zuta­ge. Es waren aus­ge­rech­net eta­blier­te Olig­ar­chen­grup­pen und west­li­che Akteu­re, die mit den Allein­gän­gen des Prä­si­den­ten Wik­tor Janu­ko­witsch nicht mehr zufrie­den waren. Bevor er ver­fas­sungs­wid­rig mit­hil­fe eines bewaff­ne­ten Auf­stands aus dem Amt ent­fernt wur­de, haben sie ihn mit ihren Medi­en und gut bezahl­ten “Akti­vis­ten” in den Augen der Öffent­lich­keit dele­gi­ti­miert.

Nach Ansicht des ukrai­ni­schen His­to­ri­kers und bekann­ten Poli­to­lo­gen Kon­stan­tin Bonda­ren­ko haben ukrai­ni­sche Eli­ten trotz der engen Anbin­dung der ukrai­ni­schen Wirt­schaft an Russ­land und der Nut­zung des Rus­si­schen als Geschäfts­spra­che noch in den 1990er-Jah­ren die stra­te­gi­sche Ent­schei­dung getrof­fen, die ukrai­ni­sche Sou­ve­rä­ni­tät an den Wes­ten zu ver­kau­fen. Sie waren mit der Rol­le der “Kolo­ni­al­ver­wal­ter” recht zufrie­den. Der anti­rus­sisch aus­ge­rich­te­te Natio­na­lis­mus war und ist dabei nur ein Mit­tel zum Zweck der Ent­fer­nung von Russ­land. Die­se Rol­le ent­puppt sich aller­dings lang­sam als Fluch, so der Exper­te.

Auch nach der Wahl Selens­kijs wird die Ent­frem­dung von Russ­land nicht ange­zwei­felt. Die Ukrai­ne habe mit Russ­land nur die Gren­ze gemein­sam, schrieb der neue Prä­si­dent ein­mal auf Face­book. Und es ist womög­lich nur eine Illu­si­on der rus­sisch­spra­chi­gen Wäh­ler Selens­kijs im Süd­os­ten, dass er das dra­ko­ni­sche Sprach­ge­setz rück­gän­gig macht, das dem Ziel der Aus­mer­zung der rus­si­schen Spra­che dient. Es wur­de am Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode Poro­schen­kos ver­ab­schie­det und ist in der Amts­zeit Selenks­kijs ohne jeg­li­chen Wider­stand sei­ner­seits in Kraft getre­ten.

Sei­ne erfolg­rei­chen Come­dy-Pro­jek­te “Stadt­vier­tel 95” und “Die­ner des Vol­kes” haben dabei aus­drück­lich rus­sisch­spra­chig funk­tio­niert. Kein Wun­der des­halb, dass sein Team unter­ein­an­der größ­ten­teils Rus­sisch spricht und der Prä­si­dent selbst das Gesetz inner­halb weni­ger Tage mehr­mals vor lau­fen­den Kame­ras ver­letzt hat, indem er Lokal­be­am­te auf Rus­sisch gerügt hat. Die Stra­fe für eine ein­ma­li­ge Ver­let­zung des Geset­zes ist für einen Staats­be­diens­te­ten höher als ein monat­li­cher Min­dest­lohn.

Wäh­rend der Dol­lar­mil­lio­när Selens­kij die­se Stra­fe regel­mä­ßig zah­len könn­te, kann es sich kei­ne Leh­re­rin oder kein klei­ner Beam­ter erlau­ben, die­ses Gesetz zu ver­let­zen – jeder Leh­rer des Lan­des bekam vor Beginn des Schul­jah­res einen Merk­zet­tel mit einer Auf­lis­tung der geahn­de­ten Ver­ge­hen und der für sie ange­droh­ten Stra­fen. Rus­sisch ist dem­nach nicht nur in Pau­sen­räu­men und auf Schul­flu­ren unter­sagt, son­dern auch all­ge­mein im öffent­li­chen Raum.

Die Dro­hun­gen aus dem Selens­kij-Umfeld gegen Poro­schen­ko und sei­ne Beam­ten, wirk­sa­me Straf­ver­fah­ren gegen sie ein­zu­lei­ten, sind des­halb nur Rhe­to­rik. Mög­lich ist höchs­tens eine sym­bo­li­sche Ver­haf­tung Ein­zel­ner wegen Wirt­schafts- oder Kor­rup­ti­ons­de­lik­ten. Ermitt­lun­gen und Gericht­ver­fah­ren zu solch schwe­ren Ver­bre­chen wie den Mor­den auf dem Mai­dan, dem Abschuss des malay­si­schen Flug­zeugs MH17, dem Pogrom in Odes­sa, den Mor­den an Jour­na­lis­ten und Poli­ti­kern, die Anwen­dung der Artil­le­rie und der Luft­waf­fe gegen die Zivil­be­völ­ke­rung im Don­bass – all das wird auch unter Selens­kij nicht statt­fin­den. Denn die Resul­ta­te sol­cher Ver­fah­ren wür­den zwangs­läu­fig Fra­gen zur poli­ti­schen Ver­ant­wor­tung grö­ße­rer Tei­le der der­zei­ti­gen ukrai­ni­schen Eli­ten auf­wer­fen.

Und das ist nicht in US-ame­ri­ka­ni­schem Inter­es­se. Die USA haben nicht vor, sich aus der Ukrai­ne zurück­zu­zie­hen, unab­hän­gig davon, wer in Washing­ton oder in Kiew regiert. Der US-Son­der­ver­tre­ter für die Ukrai­ne Kurt Vol­ker hat sich kurz vor den Prä­si­dent­schafts­wah­len auch so geäu­ßert.

Die USA sind lang­fris­tig hier, um die fried­li­che, star­ke, demo­kra­ti­sche, blü­hen­de, siche­re Ukrai­ne zu unter­stüt­zen, die danach strebt, ihre Gren­zen und ihr Ter­ri­to­ri­um ein­schließ­lich der Krim völ­lig wie­der­her­ge­stellt zu sehen”, schrieb er auf Twit­ter. 

Der­zeit befin­den sich auf dem ukrai­ni­schen Ter­ri­to­ri­um bis zu 1.000 US-Mili­tärs und Bera­ter, die mit dem Auf­bau der Mili­tä­rin­fra­struk­tur für Zwe­cke der US- und NATO-Armee betraut sind. Prä­si­dent Selens­kij und sein Team blei­ben mit US-Diplo­ma­ten in stän­di­gem Kon­takt, um mit ihnen über “Refor­men und die rus­si­sche Aggres­si­on” zu spre­chen. Auch US-Sena­to­ren oder Gäs­te wie US-Gene­ral David Petraeus besu­chen regel­mä­ßig das Land. Nicht nur das ukrai­ni­sche Mili­tär, auch die Medi­en und das Wahl­sys­tem wer­den durch ein weit­ver­zweig­tes Netz aus gut finan­zier­ten US-ame­ri­ka­ni­schen NGOs kon­trol­liert.

Unter die­sen Ver­hält­nis­sen ist in der Ukrai­ne nur eine Fas­sa­den-Demo­kra­tie mög­lich, in der Oppo­si­ti­ons­par­tei­en unge­fähr­lich blei­ben. Im neu­en Par­la­ment sind alle Par­tei­en außer der Oppo­si­ti­ons­platt­form “Für das Leben” mit knapp 13 Pro­zent der Sit­ze nicht nur pro­west­lich, son­dern auch betont pro­ame­ri­ka­nisch. Der Bei­tritt der Ukrai­ne zu NATO und EU ist vom schei­den­den Par­la­ment in der Ver­fas­sung fest­ge­schrie­ben wor­den. Die stän­di­gen Kon­sul­ta­tio­nen mit den US-ame­ri­ka­ni­schen Kura­to­ren und Ver­tre­tern der Hoch­fi­nanz gel­ten in den ukrai­ni­schen Medi­en nicht als Zei­chen der Abhän­gig­keit, son­dern als “Unter­stüt­zung”.

Dabei wird jeder Ver­such der Oppo­si­ti­ons­platt­form, mit den Auf­stän­di­schen im Don­bass oder mit Russ­land in direk­ten Kon­takt zu tre­ten mit dem Ziel, einen dau­er­haf­ten Frie­den zu eta­blie­ren, nicht nur kri­ti­siert und sabo­tiert, son­dern auch durch Andro­hung von Gewalt unter­bun­den. Der Beschuss des Fern­seh­sen­ders 112 Ukrai­ne mit einem Gra­na­ten­wer­fer wegen der geplan­ten Aus­strah­lung des von Oli­ver Stone pro­du­zier­ten Doku­men­tar­films “Ukrai­ne auf­ge­deckt” und die Bela­ge­rung des TV-Kanal New­sO­ne durch Natio­nal­si­ten wegen einer Live-Schal­tung nach Russ­land sind die jüngs­ten Bei­spie­le dafür, wie das Sys­tem der Ein­schüch­te­rung funk­tio­niert.

Bei­de Fern­seh­pro­jek­te muss­ten von den Direk­to­ren abge­sagt wer­den. Prä­si­dent Selens­kij ver­lor über die­se bei­den Zwi­schen­fäl­le kein Wort. Damit agie­ren die natio­na­lis­ti­sche Korps, die Anfüh­rer der ultra­rech­ten Par­tei­en und die soge­nann­te “patrio­ti­sche Öffent­lich­keit”, die in sozia­len Medi­en mit Hass­kom­men­ta­ren den Ton angibt, wie ein inof­fi­zi­el­les “Kon­toll­gre­mi­um”, das im Land dar­über ent­schei­det, was rich­tig und was falsch ist. 

Nicht­des­to­trotz gehen immer mehr Exper­ten in der Ukrai­ne davon aus, dass Selens­kijs Regie­rung mit­tel­fris­tig die Demon­ta­ge des der­zei­ti­gen Sys­tems ein­lei­ten könn­te, indem sie es ad absur­dum führt. Der Nach­fol­ger Selens­kijs wird laut dem Poli­to­lo­gen und Mode­ra­to­ren des Inter­net-Kanals Per­s­chy Kasaz­ky Ser­gej Semasch­ko der Toten­grä­ber des Sys­tems sein. 

Bei aller Begrenzt­heit ihres der­zei­ti­gen Ein­flus­ses, der sich auf die Abga­be ihrer Stim­me in der Wahl­ka­bi­ne beschränkt, wird für die ukrai­ni­schen Bür­ger immer offen­sicht­li­cher, dass der offi­zi­el­le “patrio­ti­sche” Dis­kurs mit ultra­na­tio­na­lis­ti­schem Bei­geschmack und einer ein­sei­ti­gen und weder geschicht­lich noch wirt­schaft­lich plau­si­bel begrün­de­ten trans­at­lan­ti­schen Aus­rich­tung nichts außer Kon­flik­ten und Zer­stö­rung bringt.

Die Rück­kehr des umtrie­bi­gen und trotz allen Angrif­fen auf sei­ne Per­son ein­fluss­rei­chen Poli­ti­kers und Unter­neh­mens Wik­tor Med­wedt­schuk mit sei­nem Pro­jekt Oppo­si­ti­ons­platt­form in die Wer­chow­na Rada ist ein Zei­chen dafür. Er wird dabei nicht nur von rus­si­schen Poli­ti­kern und Medi­en hofiert. Auch im Wes­ten erregt Med­wedt­schuk mit sei­ner poli­ti­schen Kraft immer mehr Auf­merk­sam­keit – Inter­views in füh­ren­den west­li­chen Main­stream­me­di­en und Hin­ter­grund­ge­sprä­che mit dem Mann, des­sen Vet­ter der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin ist, sind ein Zei­chen dafür.

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