Joe Biden und die Ukraine : Wird dem Präsidentschaftskandidaten ein Korruptionsfall zum Verhängnis ?


Joe Biden, der füh­ren­de Kan­di­dat für die Nomi­nie­rung zum demo­kra­ti­schen Prä­si­den­ten im Jahr 2020, blickt nicht nur auf eine viel­ver­spre­chen­de Zukunft.

Sogar die New York Times wid­me­te dem The­ma um sei­ne dunk­le Ver­gan­gen­heit einen Arti­kel auf ihrer Titel­sei­te. Aller­dings war der Kern des Arti­kels kei­nes­wegs die Dop­pel­mo­ral des Kan­di­da­ten an sich, son­dern die Theo­rie, dass allei­nig dem Trump-Lager gehol­fen und poli­ti­sche Moti­va­ti­on zu ver­mu­ten sei, wenn die Anschul­di­gun­gen über frag­wür­di­ge Geschäf­te der Bidens in der Ukrai­ne the­ma­ti­siert wür­den.

Mehr zum The­ma — Erpres­sungs­ma­nö­ver mit Geschmäck­le : Joe Bidens Ein­mi­schung in die ukrai­ni­sche Jus­tiz

Zumin­dest in der Online­aus­ga­be lau­te­te die Schlag­zei­le : “Biden steht vor Fra­gen zu Inter­es­sen­kon­flik­ten, die von Trump und Ver­bün­de­ten geför­dert wer­den.”

Dabei war es Joe Biden, der im Jahr 2016 als dama­li­ger US-Vize­prä­si­dent sei­nen enor­men Ein­fluss auf das für Washing­ton so inter­es­san­te Land an der rus­si­schen Gren­ze nutz­te, um eine straf­recht­li­che Unter­su­chung gegen ein Unter­neh­men ein­zu­stel­len, wel­ches mit dem Ver­lust von 1,8 Mil­li­ar­den Dol­lar an Hilfs­gel­dern in Ver­bin­dung steht und in des­sen Vor­stand Bidens Sohn, Hun­ter Biden, saß.

Hun­ter Biden hat­te im Vor­stand von Buris­ma Hol­dings, einem der größ­ten Gas­ver­so­ger der Ukrai­ne, bereits davon pro­fi­tiert, dass sein Vater sich gegen die “Abhän­gig­keit der Ukrai­ne von rus­si­schem Gas” stark mach­te. Zudem erhielt Hun­ter Biden offen­bar regel­mä­ßig Zah­lun­gen in fünf­stel­li­ger Höhe von Buris­ma Hol­dings.

Joe Biden und die Ukraine: Wird dem Präsidentschaftskandidaten ein Korruptionsfall zum Verhängnis?

Doch der dama­li­ge US-Vize­prä­si­dent und Anwär­ter auf das Prä­si­den­ten­amt tat noch viel mehr – wäh­rend er offi­zi­ell in der neu­en Post-Mai­dan-Ukrai­ne als Kämp­fer gegen die Kor­rup­ti­on auf­trat, mach­te sich Biden auch dafür stark, dass der ukrai­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt Jurij Luzen­ko sei­nen Pos­ten räu­men muss­te – just als die­ser im Jahr 2016 wegen Kor­rup­ti­ons­ver­dachts gegen Buris­ma Hol­dings ermit­tel­te.

NEU : Die Bidens sind in einen ukrai­ni­schen Kor­rup­ti­ons­skan­dal ver­wi­ckelt : @JoeBiden dräng­te die Ukrai­ne, einen Staats­an­walt zu feu­ern, der als kor­rupt ange­se­hen wird. ABER der Staats­an­walt hat­te ein Ver­fah­ren gegen ein Unter­neh­men ein­ge­lei­tet, das HUNTER BIDEN bezahl­te. Die Bidens sagen, dass sie dies nie bespro­chen hät­ten.

Mehr zum The­ma — Joe Biden will US-Prä­si­dent wer­den – Wird ihm die Ver­gan­gen­heit zum Ver­häng­nis ? (Video)

Hun­ter Biden, der mitt­le­re Sohn des ehe­ma­li­gen Vize­prä­si­den­ten, war seit 2014 im Vor­stand des ukrai­ni­schen Öl- und Gas­un­ter­neh­mens Buris­ma Hol­dings tätig und erhielt monat­lich bis zu 50.000 Dol­lar. Die Times räumt ein, dass Biden zu die­sem Zeit­punkt “kei­ner­lei Erfah­rung in der Ukrai­ne hat­te” und gera­de aus der US-Navy-Reser­ve getrom­melt wur­de, nach­dem er posi­tiv auf Koka­in getes­tet wor­den war. Dar­über hin­aus räumt das Blatt ein, dass die Ein­stel­lung von Biden “Teil einer brei­ten Anstren­gung Bur­mas war, gut ver­netz­te Demo­kra­ten in einer Zeit ein­zu­bin­den, in der das Unter­neh­men mit Ermitt­lun­gen kon­fron­tiert war”, sowohl von ukrai­ni­schen Behör­den als auch von der US-Regie­rung.

Hun­ter Biden ist Mit­ei­gen­tü­mer von Rose­mont Sene­ca und wur­de über über die Fir­ma bezahlt, wel­che Teil eines Netz­werks von Unter­neh­men ist, das er 2009 gemein­sam mit Chris­to­pher Heinz — Stief­sohn des dama­li­gen Sena­tors und spä­te­ren Außen­mi­nis­ters John Ker­ry — und Devon Archer, der als “Ker­ry-Fami­li­en­freund” bezeich­net wird, gegrün­det hat.

Rose­mont hol­te ame­ri­ka­ni­sche Bera­ter — dar­un­ter Blue Star Stra­te­gies, ein “Bera­tungs­un­ter­neh­men, das von Vete­ra­nen­mi­nis­tern Clin­tons gelei­tet wird, die in der Ukrai­ne umfang­rei­che Arbeit geleis­tet hat­ten”, um die Ermitt­lun­gen der ukrai­ni­schen Regie­rung gegen Buris­ma Hol­dings und sei­ne Eigen­tü­mer abzu­weh­ren. Die­se wur­den angeb­lich vor 2014 begon­nen, dann fal­len­ge­las­sen, dann wie­der auf­ge­nom­men und vor kur­zem erneut auf­ge­nom­men ; jetzt herrscht eine Art juris­ti­sche Schwe­be bis zur Amts­ein­füh­rung des neu­en Prä­si­den­ten Wla­di­mir Zelens­kij, der im ver­gan­ge­nen Monat gewählt wur­de.

Am Mitt­woch gab Biden eine Erklä­rung ab, dass sei­ne Amts­zeit im Vor­stand Buris­mas abge­lau­fen sei und er auf­grund eines poli­ti­schen Kli­mas, in dem er “von Rudy Giu­lia­ni und sei­nen Die­nern für trans­pa­ren­te poli­ti­sche Zwe­cke ange­grif­fen wur­de”, zurück­ge­tre­ten sei. Giu­lia­ni ist der per­sön­li­che Anwalt von US-Prä­si­dent Donald Trump. Der Zei­tung zufol­ge ist das dann auch die eigent­lich nen­nens­wer­te Geschich­te.

Es geht 2019 dem­nach nicht mehr dar­um, wie Fami­li­en­mit­glie­der pro­mi­nen­ter US-Beam­ter in der Ver­gan­gen­heit den von den USA unter­stütz­ten Staats­streich 2014 in Kiew und damit gleich­zei­tig ganz pri­va­te Inter­es­sen vor­an­ge­bracht haben. Berich­tens­wert ist weni­ger, wie Joe Bidens berühm­tes Ulti­ma­tum vom März 2016 an die völ­lig “sou­ve­rä­ne und unab­hän­gi­ge” ukrai­ni­sche Regie­rung dem Unter­neh­men, für das sein Sohn arbei­te­te, gehol­fen haben könn­te. Tat­säch­lich ent­hält die Geschich­te meh­re­re Leug­nun­gen, sowohl von­sei­ten der Bidens als auch von ande­ren, die mit Buris­ma zusam­men­ge­ar­bei­tet hat­ten.

Hun­ter Biden (…) war einer von vie­len poli­tisch pro­mi­nen­ten Ame­ri­ka­nern bei­der gro­ßen Par­tei­en, die in den letz­ten zehn Jah­ren in der Ukrai­ne Geld ver­dient haben. In meh­re­ren Fäl­len — vor allem bei Paul Manaf­ort, dem ehe­ma­li­gen Wahl­kampf­vor­sit­zen­den von Prä­si­dent Trump — kam es zu straf­recht­li­chen Ermitt­lun­gen, die eine schä­bi­ge Sei­te der lukra­ti­ven west­li­chen Bera­tungs­bran­che in der Ukrai­ne offen­bar­ten. Die erneu­te Über­prü­fung der Akti­vi­tä­ten von Hun­ter Biden in der Ukrai­ne wur­de auch von den Ver­bün­de­ten von Herrn Trump unter­stützt. Sie waren begie­rig dar­auf, die Unter­su­chung zu ver­öf­fent­li­chen und sogar zu för­dern, eben­so ande­re ukrai­ni­sche Unter­su­chun­gen, die den poli­ti­schen Zie­len von Herrn Trump die­nen, und unter­stri­chen die Besorg­nis der Trump-Kam­pa­gne über die Wahl­ge­fahr durch die Prä­si­dent­schafts­kam­pa­gne des ehe­ma­li­gen Vize­prä­si­den­ten.

Was für die Times hier also wirk­lich eine Nach­richt wert und in der Schlag­zei­le bereits benannt ist, beschreibt das Blatt als “Bemü­hun­gen des Trump-Teams, die Auf­merk­sam­keit auf die Arbeit der Bidens in der Ukrai­ne zu len­ken, die bereits in kon­ser­va­ti­ven Medi­en Beach­tung fin­det”.

Mehr zum The­ma — “Mann der Gewerk­schaf­ten”: Ehe­ma­li­ger US-Vize­prä­si­dent Joe Biden star­tet Wahl­kam­pa­gne

RT Deutsch


Venezuela, Ukraine, Nordkorea : Trump und Putin sprachen eineinhalb Stunden lang


Das Haupt­the­ma des Tele­fo­nats war die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la sowie die Rol­le ande­rer Staa­ten in die­sem Kon­flikt. Regie­rungs­ver­tre­ter bei­der Län­der hat­ten sich zuletzt gegen­sei­tig beschul­digt, zu einer Eska­la­ti­on in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Kri­sen­land bei­zu­tra­gen.

Wie der Kreml mit­teil­te, warn­te Putin wäh­rend des Tele­fo­nats vor einem gewalt­sa­men Macht­wech­sel in Vene­zue­la. Nur die Vene­zo­la­ner selbst dürf­ten über die Zukunft ihres Lan­des ent­schei­den, sag­te der rus­si­sche Prä­si­dent. Aus­wär­ti­ge Ein­mi­schung ver­hin­de­re eine poli­ti­sche Lösung in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Ölland. Trump-Spre­che­rin Sarah San­ders sag­te, Trumps Fokus in dem Gespräch mit Putin habe dar­auf gele­gen, klar­zu­ma­chen, dass die USA an der Sei­te des vene­zo­la­ni­schen Vol­kes stün­den und dass Hilfs­lie­fe­run­gen in das Land gelan­gen müss­ten.

Mit Blick auf die jüngs­te Prä­si­dent­schafts­wahl in der Ukrai­ne sag­te Putin, dass die Regie­rung in Kiew sicht­ba­re Schrit­te zur Umset­zung der Mins­ker Abkom­men unter­neh­men soll­te und dass die­se Abkom­men für die Bei­le­gung des inne­ru­krai­ni­schen Kon­flik­tes von größ­ter Bedeu­tung sei­en.

Laut Trumps Spre­che­rin San­ders bespra­chen die bei­den auch den gegen­sei­ti­gen Han­del Russ­lands und der USA, der seit 2017 gewach­sen sei. Der US-Prä­si­dent habe sei­nen rus­si­schen Kol­le­gen zu mehr Druck auf Nord­ko­rea in Sachen Denu­kle­a­ri­sie­rung auf­ge­ru­fen. Gemäß einer Pres­se­mit­tei­lung des Kremls beton­te Putin die Wich­tig­keit einer Denu­kle­a­ri­sie­rung der Korea­ni­schen Halb­in­sel, ver­wies aber dar­auf, dass Nord­ko­rea beim Erfül­len sei­ner Ver­pflich­tun­gen Ent­ge­gen­kom­men zuteil wer­den müs­se und im Gegen­zug die Sank­tio­nen gelo­ckert wer­den müss­ten.

Mehr zum The­ma — Putin : Abkom­men über das Atom­pro­gramm Pjöng­jangs mög­lich

San­ders sag­te auf Nach­fra­ge, Trump und Putin hät­ten auch kurz über die Erkennt­nis­se von Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler zur Russ­land-Unter­su­chung gespro­chen. Es sei dar­um gegan­gen, dass die Ermitt­lun­gen nun vor­bei sei­en und es kei­ne gehei­men Abspra­chen zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Russ­land gege­ben habe, was bei­de Staats­chefs auch schon vor dem Tele­fo­nat gewusst hät­ten. Muel­ler und sein Team waren auf “zahl­rei­che” Kon­tak­te zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Ver­tre­tern Russ­lands gesto­ßen. Bewei­se für eine Straf­tat fan­den sie aber nicht.

Wie San­ders wei­ter mit­teil­te, wur­de auch über den mög­li­chen Abschluss eines “neu­en Atom­ab­kom­mens” zwi­schen den USA, Russ­land und Chi­na sowie über eine Ver­län­ge­rung des gel­ten­den Ver­tra­ges zur Ver­rin­ge­rung stra­te­gi­scher Waf­fen dis­ku­tiert.

Laut Kreml-Spre­cher Dmi­tri Pes­kow spra­chen die Prä­si­den­ten fast ein­ein­halb Stun­den lang mit­ein­an­der. Das Gespräch habe auf Wunsch der US-Sei­te statt­ge­fun­den. San­ders bestä­tig­te laut Reu­ters, dass das Tele­fo­nat mehr als eine Stun­de in Anspruch genom­men habe. Der Kreml bezeich­ne­te das Gespräch als kon­struk­tiv, das Wei­ße Haus als “sehr posi­tiv”. Trump twit­ter­te, es sei ein lan­ges und sehr gutes Gespräch gewe­sen.

Nach Anga­ben bei­der Sei­ten soll es in der kom­men­den Woche wahr­schein­lich ein Tref­fen zwi­schen US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo und sei­nem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Ser­gei Law­row in Finn­land geben.

Mehr zum The­ma — Kreml-Spre­cher zu Donald Trumps Anti-Atom­waf­fen-Initia­ti­ve : Begrü­ßens­wer­te Idee, aber kei­ne Details

(sput­nik, dpa)

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Venezuela, Ukraine, Nordkorea : Trump und Putin sprachen eineinhalb Stunden lang


Das Haupt­the­ma des Tele­fo­nats war die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la sowie die Rol­le ande­rer Staa­ten in die­sem Kon­flikt. Regie­rungs­ver­tre­ter bei­der Län­der hat­ten sich zuletzt gegen­sei­tig beschul­digt, zu einer Eska­la­ti­on in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Kri­sen­land bei­zu­tra­gen.

Wie der Kreml mit­teil­te, warn­te Putin wäh­rend des Tele­fo­nats vor einem gewalt­sa­men Macht­wech­sel in Vene­zue­la. Nur die Vene­zo­la­ner selbst dürf­ten über die Zukunft ihres Lan­des ent­schei­den, sag­te der rus­si­sche Prä­si­dent. Aus­wär­ti­ge Ein­mi­schung ver­hin­de­re eine poli­ti­sche Lösung in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Ölland. Trump-Spre­che­rin Sarah San­ders sag­te, Trumps Fokus in dem Gespräch mit Putin habe dar­auf gele­gen, klar­zu­ma­chen, dass die USA an der Sei­te des vene­zo­la­ni­schen Vol­kes stün­den und dass Hilfs­lie­fe­run­gen in das Land gelan­gen müss­ten.

Mit Blick auf die jüngs­te Prä­si­dent­schafts­wahl in der Ukrai­ne sag­te Putin, dass die Regie­rung in Kiew sicht­ba­re Schrit­te zur Umset­zung der Mins­ker Abkom­men unter­neh­men soll­te und dass die­se Abkom­men für die Bei­le­gung des inne­ru­krai­ni­schen Kon­flik­tes von größ­ter Bedeu­tung sei­en.

Laut Trumps Spre­che­rin San­ders bespra­chen die bei­den auch den gegen­sei­ti­gen Han­del Russ­lands und der USA, der seit 2017 gewach­sen sei. Der US-Prä­si­dent habe sei­nen rus­si­schen Kol­le­gen zu mehr Druck auf Nord­ko­rea in Sachen Denu­kle­a­ri­sie­rung auf­ge­ru­fen. Gemäß einer Pres­se­mit­tei­lung des Kremls beton­te Putin die Wich­tig­keit einer Denu­kle­a­ri­sie­rung der Korea­ni­schen Halb­in­sel, ver­wies aber dar­auf, dass Nord­ko­rea beim Erfül­len sei­ner Ver­pflich­tun­gen Ent­ge­gen­kom­men zuteil wer­den müs­se und im Gegen­zug die Sank­tio­nen gelo­ckert wer­den müss­ten.

Mehr zum The­ma — Putin : Abkom­men über das Atom­pro­gramm Pjöng­jangs mög­lich

San­ders sag­te auf Nach­fra­ge, Trump und Putin hät­ten auch kurz über die Erkennt­nis­se von Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler zur Russ­land-Unter­su­chung gespro­chen. Es sei dar­um gegan­gen, dass die Ermitt­lun­gen nun vor­bei sei­en und es kei­ne gehei­men Abspra­chen zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Russ­land gege­ben habe, was bei­de Staats­chefs auch schon vor dem Tele­fo­nat gewusst hät­ten. Muel­ler und sein Team waren auf “zahl­rei­che” Kon­tak­te zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Ver­tre­tern Russ­lands gesto­ßen. Bewei­se für eine Straf­tat fan­den sie aber nicht.

Wie San­ders wei­ter mit­teil­te, wur­de auch über den mög­li­chen Abschluss eines “neu­en Atom­ab­kom­mens” zwi­schen den USA, Russ­land und Chi­na sowie über eine Ver­län­ge­rung des gel­ten­den Ver­tra­ges zur Ver­rin­ge­rung stra­te­gi­scher Waf­fen dis­ku­tiert.

Laut Kreml-Spre­cher Dmi­tri Pes­kow spra­chen die Prä­si­den­ten fast ein­ein­halb Stun­den lang mit­ein­an­der. Das Gespräch habe auf Wunsch der US-Sei­te statt­ge­fun­den. San­ders bestä­tig­te laut Reu­ters, dass das Tele­fo­nat mehr als eine Stun­de in Anspruch genom­men habe. Der Kreml bezeich­ne­te das Gespräch als kon­struk­tiv, das Wei­ße Haus als “sehr posi­tiv”. Trump twit­ter­te, es sei ein lan­ges und sehr gutes Gespräch gewe­sen.

Nach Anga­ben bei­der Sei­ten soll es in der kom­men­den Woche wahr­schein­lich ein Tref­fen zwi­schen US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo und sei­nem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Ser­gei Law­row in Finn­land geben.

Mehr zum The­ma — Kreml-Spre­cher zu Donald Trumps Anti-Atom­waf­fen-Initia­ti­ve : Begrü­ßens­wer­te Idee, aber kei­ne Details

(sput­nik, dpa)

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Venezuela, Ukraine, Nordkorea : Trump und Putin sprachen eineinhalb Stunden lang


Das Haupt­the­ma des Tele­fo­nats war die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la sowie die Rol­le ande­rer Staa­ten in die­sem Kon­flikt. Regie­rungs­ver­tre­ter bei­der Län­der hat­ten sich zuletzt gegen­sei­tig beschul­digt, zu einer Eska­la­ti­on in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Kri­sen­land bei­zu­tra­gen.

Wie der Kreml mit­teil­te, warn­te Putin wäh­rend des Tele­fo­nats vor einem gewalt­sa­men Macht­wech­sel in Vene­zue­la. Nur die Vene­zo­la­ner selbst dürf­ten über die Zukunft ihres Lan­des ent­schei­den, sag­te der rus­si­sche Prä­si­dent. Aus­wär­ti­ge Ein­mi­schung ver­hin­de­re eine poli­ti­sche Lösung in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Ölland. Trump-Spre­che­rin Sarah San­ders sag­te, Trumps Fokus in dem Gespräch mit Putin habe dar­auf gele­gen, klar­zu­ma­chen, dass die USA an der Sei­te des vene­zo­la­ni­schen Vol­kes stün­den und dass Hilfs­lie­fe­run­gen in das Land gelan­gen müss­ten.

Mit Blick auf die jüngs­te Prä­si­dent­schafts­wahl in der Ukrai­ne sag­te Putin, dass die Regie­rung in Kiew sicht­ba­re Schrit­te zur Umset­zung der Mins­ker Abkom­men unter­neh­men soll­te und dass die­se Abkom­men für die Bei­le­gung des inne­ru­krai­ni­schen Kon­flik­tes von größ­ter Bedeu­tung sei­en.

Laut Trumps Spre­che­rin San­ders bespra­chen die bei­den auch den gegen­sei­ti­gen Han­del Russ­lands und der USA, der seit 2017 gewach­sen sei. Der US-Prä­si­dent habe sei­nen rus­si­schen Kol­le­gen zu mehr Druck auf Nord­ko­rea in Sachen Denu­kle­a­ri­sie­rung auf­ge­ru­fen. Gemäß einer Pres­se­mit­tei­lung des Kremls beton­te Putin die Wich­tig­keit einer Denu­kle­a­ri­sie­rung der Korea­ni­schen Halb­in­sel, ver­wies aber dar­auf, dass Nord­ko­rea beim Erfül­len sei­ner Ver­pflich­tun­gen Ent­ge­gen­kom­men zuteil wer­den müs­se und im Gegen­zug die Sank­tio­nen gelo­ckert wer­den müss­ten.

Mehr zum The­ma — Putin : Abkom­men über das Atom­pro­gramm Pjöng­jangs mög­lich

San­ders sag­te auf Nach­fra­ge, Trump und Putin hät­ten auch kurz über die Erkennt­nis­se von Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler zur Russ­land-Unter­su­chung gespro­chen. Es sei dar­um gegan­gen, dass die Ermitt­lun­gen nun vor­bei sei­en und es kei­ne gehei­men Abspra­chen zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Russ­land gege­ben habe, was bei­de Staats­chefs auch schon vor dem Tele­fo­nat gewusst hät­ten. Muel­ler und sein Team waren auf “zahl­rei­che” Kon­tak­te zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Ver­tre­tern Russ­lands gesto­ßen. Bewei­se für eine Straf­tat fan­den sie aber nicht.

Wie San­ders wei­ter mit­teil­te, wur­de auch über den mög­li­chen Abschluss eines “neu­en Atom­ab­kom­mens” zwi­schen den USA, Russ­land und Chi­na sowie über eine Ver­län­ge­rung des gel­ten­den Ver­tra­ges zur Ver­rin­ge­rung stra­te­gi­scher Waf­fen dis­ku­tiert.

Laut Kreml-Spre­cher Dmi­tri Pes­kow spra­chen die Prä­si­den­ten fast ein­ein­halb Stun­den lang mit­ein­an­der. Das Gespräch habe auf Wunsch der US-Sei­te statt­ge­fun­den. San­ders bestä­tig­te laut Reu­ters, dass das Tele­fo­nat mehr als eine Stun­de in Anspruch genom­men habe. Der Kreml bezeich­ne­te das Gespräch als kon­struk­tiv, das Wei­ße Haus als “sehr posi­tiv”. Trump twit­ter­te, es sei ein lan­ges und sehr gutes Gespräch gewe­sen.

Nach Anga­ben bei­der Sei­ten soll es in der kom­men­den Woche wahr­schein­lich ein Tref­fen zwi­schen US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo und sei­nem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Ser­gei Law­row in Finn­land geben.

Mehr zum The­ma — Kreml-Spre­cher zu Donald Trumps Anti-Atom­waf­fen-Initia­ti­ve : Begrü­ßens­wer­te Idee, aber kei­ne Details

(sput­nik, dpa)

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Venezuela, Ukraine, Nordkorea : Trump und Putin sprachen eineinhalb Stunden lang


Das Haupt­the­ma des Tele­fo­nats war die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la sowie die Rol­le ande­rer Staa­ten in die­sem Kon­flikt. Regie­rungs­ver­tre­ter bei­der Län­der hat­ten sich zuletzt gegen­sei­tig beschul­digt, zu einer Eska­la­ti­on in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Kri­sen­land bei­zu­tra­gen.

Wie der Kreml mit­teil­te, warn­te Putin wäh­rend des Tele­fo­nats vor einem gewalt­sa­men Macht­wech­sel in Vene­zue­la. Nur die Vene­zo­la­ner selbst dürf­ten über die Zukunft ihres Lan­des ent­schei­den, sag­te der rus­si­sche Prä­si­dent. Aus­wär­ti­ge Ein­mi­schung ver­hin­de­re eine poli­ti­sche Lösung in dem süd­ame­ri­ka­ni­schen Ölland. Trump-Spre­che­rin Sarah San­ders sag­te, Trumps Fokus in dem Gespräch mit Putin habe dar­auf gele­gen, klar­zu­ma­chen, dass die USA an der Sei­te des vene­zo­la­ni­schen Vol­kes stün­den und dass Hilfs­lie­fe­run­gen in das Land gelan­gen müss­ten.

Mit Blick auf die jüngs­te Prä­si­dent­schafts­wahl in der Ukrai­ne sag­te Putin, dass die Regie­rung in Kiew sicht­ba­re Schrit­te zur Umset­zung der Mins­ker Abkom­men unter­neh­men soll­te und dass die­se Abkom­men für die Bei­le­gung des inne­ru­krai­ni­schen Kon­flik­tes von größ­ter Bedeu­tung sei­en.

Laut Trumps Spre­che­rin San­ders bespra­chen die bei­den auch den gegen­sei­ti­gen Han­del Russ­lands und der USA, der seit 2017 gewach­sen sei. Der US-Prä­si­dent habe sei­nen rus­si­schen Kol­le­gen zu mehr Druck auf Nord­ko­rea in Sachen Denu­kle­a­ri­sie­rung auf­ge­ru­fen. Gemäß einer Pres­se­mit­tei­lung des Kremls beton­te Putin die Wich­tig­keit einer Denu­kle­a­ri­sie­rung der Korea­ni­schen Halb­in­sel, ver­wies aber dar­auf, dass Nord­ko­rea beim Erfül­len sei­ner Ver­pflich­tun­gen Ent­ge­gen­kom­men zuteil wer­den müs­se und im Gegen­zug die Sank­tio­nen gelo­ckert wer­den müss­ten.

Mehr zum The­ma — Putin : Abkom­men über das Atom­pro­gramm Pjöng­jangs mög­lich

San­ders sag­te auf Nach­fra­ge, Trump und Putin hät­ten auch kurz über die Erkennt­nis­se von Son­der­er­mitt­ler Robert Muel­ler zur Russ­land-Unter­su­chung gespro­chen. Es sei dar­um gegan­gen, dass die Ermitt­lun­gen nun vor­bei sei­en und es kei­ne gehei­men Abspra­chen zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Russ­land gege­ben habe, was bei­de Staats­chefs auch schon vor dem Tele­fo­nat gewusst hät­ten. Muel­ler und sein Team waren auf “zahl­rei­che” Kon­tak­te zwi­schen Trumps Wahl­kampf­la­ger und Ver­tre­tern Russ­lands gesto­ßen. Bewei­se für eine Straf­tat fan­den sie aber nicht.

Wie San­ders wei­ter mit­teil­te, wur­de auch über den mög­li­chen Abschluss eines “neu­en Atom­ab­kom­mens” zwi­schen den USA, Russ­land und Chi­na sowie über eine Ver­län­ge­rung des gel­ten­den Ver­tra­ges zur Ver­rin­ge­rung stra­te­gi­scher Waf­fen dis­ku­tiert.

Laut Kreml-Spre­cher Dmi­tri Pes­kow spra­chen die Prä­si­den­ten fast ein­ein­halb Stun­den lang mit­ein­an­der. Das Gespräch habe auf Wunsch der US-Sei­te statt­ge­fun­den. San­ders bestä­tig­te laut Reu­ters, dass das Tele­fo­nat mehr als eine Stun­de in Anspruch genom­men habe. Der Kreml bezeich­ne­te das Gespräch als kon­struk­tiv, das Wei­ße Haus als “sehr posi­tiv”. Trump twit­ter­te, es sei ein lan­ges und sehr gutes Gespräch gewe­sen.

Nach Anga­ben bei­der Sei­ten soll es in der kom­men­den Woche wahr­schein­lich ein Tref­fen zwi­schen US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo und sei­nem rus­si­schen Amts­kol­le­gen Ser­gei Law­row in Finn­land geben.

Mehr zum The­ma — Kreml-Spre­cher zu Donald Trumps Anti-Atom­waf­fen-Initia­ti­ve : Begrü­ßens­wer­te Idee, aber kei­ne Details

(sput­nik, dpa)

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Putins Schachzüge in der Ukraine


von Zlat­ko Per­ci­nic

Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin ist dafür bekannt, dass er lang­fris­tig denkt und sei­ne Plä­ne ent­spre­chend aus­rich­tet. Das steht im kras­sen Gegen­satz zu den west­li­chen Län­dern und ihren Regie­run­gen, die sehr oft nur von Legis­la­tur­pe­ri­ode zu Legis­la­tur­pe­ri­ode pla­nen. Ent­spre­chend gibt es Unter­schie­de in der Wahr­neh­mung von Gescheh­nis­sen, bei denen das eigent­li­che Ziel nicht offen­sicht­lich ist und der Zug nicht nach­voll­zieh­bar erscheint.

Es ist wie beim Schach : Es sind die uner­war­te­ten und über­ra­schen­den Züge, die am Ende zum erhoff­ten Ergeb­nis füh­ren. Man kann sich zwar eine Stra­te­gie aus­den­ken, aber man muss genau­so gut auf die Reak­tio­nen reagie­ren kön­nen und darf das Ziel nie aus den Augen las­sen.

Das jüngs­te Bei­spiel ist das neue rus­si­sche Dekret, das den bereits exis­tie­ren­den Ein­bür­ge­rungs­pro­zess für Men­schen aus den selbst ernann­ten Volks­re­pu­bli­ken Donezk und Lug­ansk erleich­tern soll. Die­se For­de­rung gibt es schon lan­ge, und es wur­de eigent­lich erwar­tet, dass die rus­si­sche Regie­rung die­se Erleich­te­rung schon frü­her ver­ab­schie­det. Dass das jetzt pas­siert ist, nur drei Tage nach der Wahl eines neu­en Prä­si­den­ten in der Ukrai­ne, ist kein Zufall.

Noch wäh­rend die Wahl von Wla­di­mir Selens­kij als demo­kra­ti­sches Mus­ter­bei­spiel gefei­ert wird – nach­dem man ihm zuvor noch miss­traut und Deutsch­land sich offen hin­ter Poro­schen­ko gestellt hat­te –, erhöht Mos­kau mit die­sem Dekret den Druck auf die Ukrai­ne und ihre Unter­stüt­zer. Die­se Maß­nah­me hat nichts mit einer “schlei­chen­den Anne­xi­on” zu tun, wie man­che Kom­men­ta­to­ren behaup­ten. Hät­te Putin das gewollt – wie es sehr vie­le Men­schen in den “Volks­re­pu­bli­ken” gefor­dert haben –, dann hät­te er es schon längst getan.

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Statt­des­sen hat Russ­land bis zum heu­ti­gen Tag nicht ein­mal das aus Sicht Donezks und Lug­ansks “poli­ti­sche Mini­mum” getan und die “Volks­re­pu­bli­ken” aner­kannt, wie es zum Bei­spiel mit Abcha­si­en oder Süd­os­se­ti­en der Fall war. Wäre die­se Aner­ken­nung erfolgt, hät­te es den Men­schen und den Regie­ren­den vie­le Pro­ble­me (Zah­lungs­ver­kehr, Wirt­schaft, Tou­ris­mus) erspart, die durch die tota­le ukrai­ni­sche Blo­cka­de ent­stan­den sind. Zudem wäre die­ses Dekret vom 24. April nicht not­wen­dig gewe­sen.

Was Putin mit dem Zeit­punkt und dem Dekret bezweckt, ist genau das Gegen­teil des­sen, was FDP-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Rena­ta Alt in ihrem Tweet behaup­tet :

Russ­land war und ist nach wie vor an einer Been­di­gung des Ukrai­ne­krie­ges inter­es­siert. Frau Alt hat aller­dings recht damit, dass die Mins­ker Ver­ein­ba­run­gen “still­ste­hen”. Das liegt aber nicht an Russ­land, son­dern an der ukrai­ni­schen Regie­rung und deren Garan­tie­mäch­ten Deutsch­land, Frank­reich und Polen. Sogar der schon nahe­zu aus dem Amt gejag­te Prä­si­dent Poro­schen­ko gab in sei­nem Gast­kom­men­tar in der FAZ vom 13. Okto­ber 2016 zu, dass Russ­land “auf eine poli­ti­sche Lösung und Lokal­wah­len vor allen ande­ren Schrit­ten dringt”. Das ist genau das, was in dem 13-Punk­te-Plan des soge­nann­ten Minsk-II-Abkom­mens vom 12. Febru­ar 2015 ver­ein­bart wur­de, nebst der bereits im Minsk-I-Abkom­men ver­ein­bar­ten ukrai­ni­schen Ver­fas­sungs­än­de­rung bis Ende 2015.

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Und es war wie­der­um Poro­schen­ko, der im ver­gan­ge­nen Jahr sag­te, dass es “kein Minsk gibt”, nur um die Ultra­na­tio­na­lis­ten zu besänf­ti­gen, die die Umset­zung der Mins­ker Abkom­men als “Ver­rat” und allein schon deren Unter­zeich­nung als “Kriegs­ver­bre­chen” bezeich­ne­ten. Dabei soll es Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel höchst­per­sön­lich gewe­sen sein, die den ers­ten Ent­wurf des Minsk-II-Abkom­mens geschrie­ben hat­te, wie es der ehe­ma­li­ge fran­zö­si­sche Prä­si­dent François Hol­lan­de in sei­nen Memoi­ren schrieb.

Den­noch wur­de und wird immer wie­der Russ­land vor­ge­wor­fen, die Mins­ker Abkom­men nicht zu wür­di­gen oder nicht umzu­set­zen, was ange­sichts der ukrai­ni­schen Hal­tung völ­lig absurd ist.

Der rus­si­sche Prä­si­dent hält nach wie vor an der Umset­zung fest. Das Dekret zur Erleich­te­rung der Ein­bür­ge­rung, ist als Zei­chen an den frisch gewähl­ten Prä­si­den­ten Selens­kij und die Regie­run­gen in Ber­lin, Paris und War­schau (und Washing­ton) zu ver­ste­hen, die­sen “still­ste­hen­den” Mins­ker Pro­zess wie­der in Gang zu brin­gen. Zumal Selens­kij selbst ange­kün­digt hat­te, den Krieg mit­tels “Diplo­ma­tie, Wir­schafts­wachs­tum und der Stär­kung der Armee” zu been­den und außer­dem mit Poro­schen­kos Hal­tung zu bre­chen, die Mili­zen der Volks­re­pu­bli­ken als Ter­ro­ris­ten zu bezeich­nen. Er wol­le sie statt­des­sen Rebel­len nen­nen.

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Auch Wik­tor Med­wedt­schuk, ein ukrai­ni­scher Geschäfts­mann und Poli­ti­ker mit engen Ver­bin­dun­gen nach Mos­kau, mein­te in einem lan­gen Inter­view mit der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters kurz vor der Stich­wahl, dass mit einem neu­en ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten eine Wie­der­ein­glie­de­rung der abtrün­ni­gen “Volks­re­pu­bli­ken” mög­lich ist. Vor­aus­set­zung sei aller­dings eine Abschwä­chung der anti­rus­si­schen Rhe­to­rik von­sei­ten Selens­kijs und die Wie­der­auf­nah­me von Gesprä­chen zwi­schen Kiew und Mos­kau. Im Gegen­zug erwägt Wla­di­mir Putin die Frei­las­sung der 24 inhaf­tier­ten ukrai­ni­schen Mari­ne­sol­da­ten, die nach dem pro­vo­zier­ten Zwi­schen­fall in der Stra­ße von Kertsch im Novem­ber 2018 fest­ge­nom­men wur­den.

Im Grun­de ist das Dekret Zucker­brot und Peit­sche zugleich. Eine Wie­der­ein­glie­de­rung der “Volks­re­pu­bli­ken” in die natio­na­le Sou­ve­rä­ni­tät der Ukrai­ne – unter Gewäh­rung von Auto­no­mie­rech­ten, wie im Mins­ker Abkom­men vor­ge­se­hen – liegt im natio­na­len Inter­es­se Russ­lands, weil sich Mos­kau davon eine Nor­ma­li­sie­rung der Bezie­hun­gen zum Wes­ten erhofft. Gleich­zei­tig haben bewaff­ne­te Kämp­fer, Behör­den und “Regie­rungs­ver­tre­ter” die Mög­lich­keit, mit einem rus­si­schen Pass einer all­fäl­li­gen Straf­ver­fol­gung durch die ukrai­ni­sche Regie­rung zu ent­kom­men, soll­te Kiew kei­ne poli­ti­sche Amnes­tie im Wie­der­ein­glie­de­rungs­pro­zess für bestimm­te Grup­pen gewäh­ren wol­len.

Die Peit­sche ist die impli­zi­te Sicher­heits­ga­ran­tie für die Men­schen in den “Volks­re­pu­bli­ken”, da man in Russ­land mit Hun­dert­tau­sen­den Anträ­gen für das ver­ein­fach­te Ein­bür­ge­rungs­ver­fah­ren rech­net. Damit wären die Betref­fen­den rus­si­sche Staats­bür­ger im Aus­land, deren Schutz zur offi­zi­el­len Staats­rä­son der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on gehört. Falls Selens­kij sich mit sei­nen erst vage geäu­ßer­ten Vor­stel­lun­gen zur Been­di­gung des Krie­ges nicht durch­set­zen kann und statt­des­sen zu einer mili­tä­ri­schen Offen­si­ve greift, wie es die Natio­na­lis­ten und eini­ge Mili­tärs for­dern, wäre Mos­kau ver­pflich­tet, ihnen zu Hil­fe zu eilen.

Der Druck auf Selens­kij hat bereits ers­te Reak­tio­nen her­vor­ge­ru­fen. Polens Ex-Prä­si­dent Alek­san­der Kwaś­niew­ski sag­te am Frei­tag, dass er sich eine Woche vor der Stich­wahl zusam­men mit Carl Bildt, Anders Fogh Ras­mus­sen und Pat Cox – alles ehe­ma­li­ge rang­ho­he Minis­ter und Unter­stüt­zer der “Mai­d­an­re­vo­lu­ti­on” – mit dem damals noch füh­ren­den Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten getrof­fen haben. Dabei soll Selenk­sij gesagt haben, dass er sich nicht allein mit dem “poli­ti­schen Raub­tier” Putin tref­fen, son­dern nur gemein­sam mit Emma­nu­el Macron und Ange­la Mer­kel im Nor­man­die-For­mat vor den rus­si­schen Prä­si­den­ten tre­ten wol­le. 

Am nächs­ten Tag reagier­te Wla­di­mir Putin am Ran­de der “Sei­den­straß­ekon­fe­renz” in Peking dar­auf und mein­te, dass er ein Tref­fen mit dem frisch gewähl­ten Prä­si­den­ten der Ukrai­ne nicht aus­schlie­ße. Es müs­se über den Frie­dens­pro­zess in der Ost­ukrai­ne gespro­chen wer­den, und er wür­de ger­ne mit Selens­kij über des­sen Hal­tung zum Mins­ker Abkom­men dis­ku­tie­ren. Ange­sichts der Ver­ab­schie­dung des neu­en Geset­zes “Über die Gewähr­leis­tung der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der ukrai­ni­schen Spra­che als Staats­spra­che” durch das ukrai­ni­sche Par­la­ment, das auf die Ver­ban­nung der rus­si­schen Spra­che – und allen ande­ren Spra­chen – aus dem All­tag abzielt, mein­te Putin in Peking, dass man die Mög­lich­keit über­prü­fe, die rus­si­sche Staats­bür­ger­schaft auch allen ande­ren Men­schen in der Ukrai­ne anzu­bie­ten, die die­se Mög­lich­keit ger­ne in Anspruch neh­men möch­ten. Selens­kij wird auch in sei­nem Urlaub in der Tür­kei die­se Nach­richt ver­stan­den haben, dass die Zeit gekom­men ist, wie­der an den Ver­hand­lungs­tisch zurück­zu­keh­ren.

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Abwahl – Ja, Wahl – Nein : Warum ein Komiker Präsident wurde und was die Ukraine nun erwartet


von Wla­dis­law San­kin

Vie­les fin­det in der gera­de mal 27-jäh­ri­gen poli­ti­schen Geschich­te des ukrai­ni­schen Staa­tes zum ers­ten Mal statt. Zum ers­ten Mal debat­tier­ten die bei­den Kan­di­da­ten zwei Tage vor der Stich­wahl in einem Sta­di­on. Und zum ers­ten Mal ver­lor der amtie­ren­de Prä­si­dent mit so einem mise­ra­blen Ergeb­nis – 73 Pro­zent gegen 24,5 Pro­zent – gegen einen Polit-Neu­ling. Des­sen Polit-Kar­rie­re begann offi­zi­ell vor knapp vier Mona­ten, dem Tag sei­ner Ankün­di­gung, an den Wah­len teil­neh­men zu wol­len. Ein welt­wei­ter Rekord für die schnells­te und steils­te Polit-Kar­rie­re ?

Der Schau­spie­ler Ronald Rea­gan, mit dem Selens­kij sich gern ver­gleicht, war immer­hin bis zum Beginn sei­ner Prä­si­dent­schaft im Jahr 1981 bereits 17 Jah­re lang in der Poli­tik aktiv und schon 70 Jah­re alt. Im Jahr 1991, als sich die UdSSR auf­lös­te und die Ukrai­ne ihre Unab­hän­gig­keit bekam, war der 41-Jäh­ri­ge noch nicht voll­jäh­rig. Der Fern­seh­star möch­te sei­ner Genera­ti­on gerecht wer­den und will, dass die Ukrai­ne “end­lich im 21. Jahr­hun­dert ankommt”.

Dass ihm poli­ti­sches Gewicht und auch Erfah­run­gen feh­len, weiß Wla­di­mir Selens­kij. Die­ses Man­ko will er durch ein Exper­ten-Team wett­ma­chen. 20 Mit­glie­der sei­ner Mann­schaft hat er erst vor vier Tagen im Stu­dio des Fern­seh­ka­nals 1 + 1 vor­ge­stellt. Die bekann­tes­ten von ihnen durf­ten zum Wahl­kon­zept des Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten kurz refe­rie­ren. Mehr Infor­ma­tio­nen gab es nicht zum Wahl­pro­gramm.

Selens­kij selbst streu­te in den letz­ten vier Mona­ten sei­ne vagen Wahl­ver­spre­chen in weni­gen Inter­views. Dabei wirk­te er wirr, wider­sprüch­lich und rhe­to­risch unbe­hol­fen. Zu kei­nem der The­men konn­te sich der neue Hoff­nungs­trä­ger der Ukrai­ne fest­le­gen. Sei­ne weni­gen kon­kre­ten Vor­schlä­ge wie die Erwei­te­rung des Mins­ker Abkom­mens durch die USA und Groß­bri­tan­ni­en oder die Been­di­gung des Krie­ges im Don­bass durch die Schaf­fung eines Fern­seh­ka­nals zur Indok­tri­na­ti­on der Geg­ner wirk­ten unnö­tig und rea­li­täts­fern.

Dabei konn­te er sei­nen Riva­len, Petro Poro­schen­ko, den er nach eige­nen Anga­ben vor fünf Jah­ren selbst gewählt hat, glän­zend, mit nur spär­lich gewähl­ten, aber treff­si­cher plat­zier­ten Hie­ben, schla­gen. Zahl­rei­che Feh­ler des Poro­schen­ko-Wahl­stabs und eine über­trie­be­ne Hys­te­rie der Poro­schen­ko-Unter­stüt­zer, der soge­nann­ten “Porocho­bots”, spiel­ten ihm dabei in die Hän­de.

Die Mise­re des aus­sichts­lo­sen Wahl­kamp­fes gip­fel­te sich für den Prä­si­den­ten in der Sta­di­on-Debat­te am Frei­tag, wo Selen­kij in der ver­trau­ten Rol­le des Publikum­lieb­lings und der Stim­me des Vol­kes Poro­schen­ko für des­sen Feh­ler und mut­maß­li­che Ver­bre­chen öffent­lich anpran­ger­te. Am Ende der Debat­te wirk­te Poro­schen­ko ver­lo­ren und völ­lig ori­en­tie­rungs­los. Die Debat­te konn­te der Schau­spie­ler für sich als einen wei­te­ren Erfolg auf dem Weg zum Amt ver­bu­chen.

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Sei­nen Erfolg hat der Kan­di­dat Selens­kij also nicht sei­nem eige­nen poli­ti­schen Pro­gramm und sei­nen Wahl­ver­spre­chen, son­dern dem Hass gegen den kor­rup­ten und natio­na­lis­ti­schen Prä­si­den­ten und Olig­ar­chen Petro Poro­schen­ko zu ver­dan­ken. Die Wäh­ler nutz­ten die Gele­gen­heit, die es nur ein­mal in fünf Jah­ren gibt, und stimm­ten gegen Poro­schen­ko und den Kurs, den er ver­kör­pert : Krieg, Kor­rup­ti­on, Degra­die­rung des Staa­tes, “Refor­men”, die die Men­schen in die Armut stürz­ten, stän­di­ge Tarif­er­hö­hun­gen, Gesetz­lo­sig­keit auf den Stra­ßen und natio­na­lis­ti­sche Hys­te­rie, die die Ukrai­ne spal­tet.

Dass es den Wäh­lern nicht nur um Kor­rup­ti­on und Wirt­schaft ging, son­dern auch um geo­po­li­ti­sche und huma­ni­tä­re Fra­gen, zei­gen die regio­na­len Unter­schie­de bei der Abstim­mung und die Wahl­be­tei­li­gung. Poro­schen­ko gewann die meis­ten Stim­men in der natio­na­lis­tisch gepräg­ten Regi­on Lwow im Wes­ten des Lan­des, wo 63 Pro­zent der Wäh­ler für ihn und 34 Pro­zent für Selens­kij stimm­ten. Die gerings­te Anzahl von Wäh­lern stimm­te für Petro Poro­schen­ko in der öst­lichs­ten Regi­on Lug­ansk, näm­lich acht Pro­zent. In den Regio­nen Odes­sa und Dnipro­pe­trowsk waren es nur zehn Pro­zent der Wäh­ler, die für den amtie­ren­den Prä­si­den­ten stimm­ten.

Im Süden und Osten des Lan­des war die Wahl­be­tei­li­gung auch höher. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass die Wäh­ler von Jurij Boj­ko, der in der ers­ten Wahl­run­de in eini­gen öst­li­chen Regio­nen das höchs­te Resul­tat erziel­te, für Selens­kij stimm­ten. Fast als ein­zi­ger Kan­di­dat spricht sich Boj­ko gegen den NATO-Bei­tritt, für Direkt­ge­sprä­che mit den poli­ti­schen Ver­tre­tern der selbst­aus­ge­ru­fe­nen Donez­ker und Lugank­ser Volks­re­pu­bli­ken sowie einer Wie­der­her­stel­lung der guten Bezie­hun­gen zu Russ­land aus. 

Für sol­che Wäh­ler scheint Selens­kij ein Aus­weg aus einer ver­fah­re­nen Situa­ti­on zu sein. Dabei unter­schei­det er sich in Grund­satz­fra­gen – in den Fra­gen des Frie­dens und der Geo­po­li­tik – kaum von Petro Poro­schen­ko. Der Ex-Schau­spie­ler bie­dert sich bei den “Män­nern” in Tarn­uni­for­men an, nennt sie “unse­re Beschüt­zer” und kniet auf der Büh­ne, um den ukrai­ni­schen, bewaff­ne­ten Toten des Krie­ges zu geden­ken. In sei­nen Auf­trit­ten und Inter­views bezeich­net er Putin als “Feind” und “Abschaum”; der Ter­ro­rist und Nazi-Kol­la­bo­ra­teur Ste­pan Ban­de­ra ist für Selens­kij dage­gen ein “Held”.

Auch das Poro­schen­ko-Pro­jekt, das geplan­te dra­ko­ni­sche Ukrai­ni­sie­rungs­ge­setz, das die Anwen­dung der rus­si­schen Spra­che im zwei­spra­chi­gen Land prak­tisch nur im pri­va­ten Raum zulässt, will Selens­kij nicht anfech­ten. Als Prä­si­dent wol­le er die Staats­spra­che schüt­zen, sag­te er am 21. April wäh­rend einer Pres­se­kon­fe­renz. Pri­vat spricht er selbst rus­sisch, auch die Sket­che sei­nes TV-Pro­jekts “Stadt­vier­tel 95” sind auf rus­sisch.

Genau­so wie Poro­schen­ko will Selens­kij die Ukrai­ne auch wei­ter in die EU und NATO füh­ren und mit der IWF zusam­men­ar­bei­ten. Nur ver­wal­tungs­tech­nisch will er das anders machen – mit klu­ger Pro­pa­gan­da und Über­zeu­gungs­ar­beit. Breit lächelnd knüpft er aktiv Kon­tak­te zu west­li­chen Diplo­ma­ten und Poli­ti­kern ; er will sie von sei­ner Taug­lich­keit für die Fort­füh­rung des bis­he­ri­gen Kur­ses über­zeu­gen. Dafür bekommt Selens­kij mitt­ler­wei­le Lob und Unter­stüt­zung : Der Ex-NATO Gene­ral­se­kre­tär Anders Fogh Ras­mus­sen ver­sprach ihm gute Ver­net­zung unter den ein­fluss­rei­chen Trans­at­lan­ti­kern.

Und den­noch lös­te sein Sieg in der ers­ten Wahl­run­de Angst und Schre­cken in den stramm pro­west­li­chen und natio­na­lis­ti­schen Krei­sen aus. Sei­ne Prä­si­dent­schaft wer­de das “Ende der Ukrai­ne” und einen “Sieg für Putin” bedeu­ten, ertön­te es in den Medi­en und sozia­len Netz­wer­ken. Auch das zeigt, Selenk­sij ist nur eine Pro­jek­ti­on, die Ängs­te und Hoff­nun­gen der unter­schied­lichs­ten poli­ti­schen Lagern bün­delt, aber kein selbst­stän­di­ger Spie­ler. Seit Wochen wer­den in Hin­ter­grund­zim­mern der ukrai­ni­schen Macht neue Alli­an­zen geschmie­det und die Vor­be­rei­tun­gen für die kom­men­den Par­la­ments­wah­len getrof­fen. So soll das Risi­ko für Olig­ar­chen und poli­ti­sche Eli­ten, aber auch für Selens­kij mini­miert wer­den. Das Par­la­ment soll im par­la­men­ta­risch-prä­si­dia­len Sys­tem der Ukrai­ne mit dem Prä­si­den­ten mit­spie­len, um eine Dop­pel­herr­schaft zu ver­mei­den.

Im Vor­wahl­ge­tö­se ging der­weil eine Nach­richt fast unbe­merkt unter : Russ­land hat am 18. April neue Sank­tio­nen gegen die Ukrai­ne ver­hängt. Ver­bo­ten wer­den Roh­öl und Öl-Pro­duk­te, Koh­le und ande­re Roh­stof­fe und Erzeug­nis­se. Auch die Ein­fuhr der ukrai­ni­schen Waren wird nun wei­ter ein­ge­schränkt. Die Ukrai­ne bekommt 40 Pro­zent der Ölpro­duk­te aus Russ­land, mit den Lie­fe­run­gen aus Weiß­russ­land sind es sogar 80 Pro­zent. Das Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um kann aber die Sank­tio­nen per Extra-Ver­fü­gung aus der Kraft set­zen. Damit wer­den die Sank­tio­nen zum Druck­mit­tel, um die Ukrai­ne zum Ver­hand­lungs­pro­zess in der Regu­lie­rung des bewaff­ne­ten Kon­flikts im Osten zu bewe­gen.

Nach Ein­schät­zung vie­ler rus­si­schen Exper­ten sind die­se Sank­tio­nen seit meh­re­ren Jah­ren über­fäl­lig. Die rus­si­sche Regie­rung zöger­te jedoch, um die anti­rus­si­sche Hys­te­rie im Nach­bar­land nicht wei­ter zu ent­fa­chen und damit kei­ne Wahl­kampf­hil­fe für Poro­schen­ko und das natio­na­lis­ti­sche Lager zu leis­ten. Bei der Ein­schät­zung der Per­spek­ti­ven in den Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Län­dern hal­ten sich die rus­si­schen Offi­zi­el­len bedeckt. Gemes­sen an der Wahl­kampf­rhe­to­rik, “habe ich kei­ne Illu­sio­nen”, schrieb der rus­si­sche Pre­mier Dmi­tri Med­we­dew auf sei­ner Face­book-Sei­te.

Die Füh­rer der West­staa­ten gra­tu­lie­ren Selens­kij inzwi­schen einer nach dem ande­ren per­sön­lich. Sie ver­spre­chen Unter­stüt­zung und hof­fen auf die wei­te­re Ver­tie­fung der Zusam­men­ar­beit mit der Ukrai­ne. Ob die Ukrai­ner tat­säch­lich einen neu­en Kurs gewählt oder nur eine geschei­ter­te poli­ti­sche Figur abge­wählt haben, wird sich in den nächs­ten Mona­ten zei­gen. Gemes­sen am Kre­dit der Wäh­ler mit ihren 73 Pro­zent der Stim­men ist der tat­säch­li­che Spiel­raum des neu­en Prä­si­den­ten aller­dings klein. 

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Live-Updates : Präsidentschaftsstichwahl in der Ukraine


Lan­des­weit haben knapp 30.000 Wahl­lo­ka­le geöff­net. Die Abstim­mung fin­det auch in wei­te­ren 101 Wahl­lo­ka­len in 72 Län­dern der Welt statt. Eine Aus­nah­me ist Russ­land : Die Zen­tra­le Wahl­kom­mis­si­on der Ukrai­ne hat bereits am 31. Dezem­ber 2018 beschlos­sen, sämt­li­che Wahl­lo­ka­le im Nach­bar­land abzu­schaf­fen. Die bis zu drei Mil­lio­nen in Russ­land leben­den Ukrai­ner kön­nen jedoch ihre Stim­me in Geor­gi­en, Kasach­stan und Finn­land abge­ben. Ers­te Pro­gno­sen und Nach­wahl­be­fra­gun­gen wer­den kurz nach der Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le ab 19.00 Uhr MESZ erwar­tet.

Mehr zum The­ma — Poro­schen­ko oder Selens­kij — Stich­wahl um das Prä­si­den­ten­amt in der Ukrai­ne

Die ers­te Wahl­run­de hat­te am 31. März statt­ge­fun­den. Wla­di­mir Selens­kij erhielt damals 30,24 Pro­zent der Stim­men. Der amtie­ren­de Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko kam auf 15,95 Pro­zent.

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Poroschenko oder Selenskij — Stichwahl um das Präsidentenamt in der Ukraine


An die­sem Sonn­tag wäh­len die Men­schen in der Ukrai­ne ihren neu­en Prä­si­den­ten. Rund 30 Mil­lio­nen Ukrai­ner sind auf­ge­ru­fen, sich in einer Stich­wahl ab 7.00 Uhr MESZ zwi­schen Amts­in­ha­ber Petro Poro­schen­ko und dem Polit-Neu­ling Wla­di­mir Selens­kij zu ent­schei­den.

Im ers­ten Wahl­gang vor drei Wochen hat­te der Komi­ker und Schau­spie­ler Selens­kij die meis­ten Stim­men geholt. Auch in den aktu­el­len Umfra­gen liegt der 41-Jäh­ri­ge mit einem sehr gro­ßen Vor­sprung vorn. Poro­schen­ko droht eine her­be Nie­der­la­ge.

Mehr zum The­ma — Umfra­ge kurz vor Stich­wahl : Selens­kij liegt 47 Pro­zent­punk­te vor Poro­schen­ko

Der Wahl­kampf zur Stich­wahl war dar­auf­hin in eine poli­ti­sche Schlamm­schlacht aus­ge­ar­tet, in der bei­de Kan­di­da­ten sich mit gegen­sei­ti­gen Vor­wür­fen über­häuf­ten. In Umfra­gen führt der Komi­ker und Schau­spie­ler Selen­skyj mit rund 70 Pro­zent der Stim­men vor Poro­schen­ko. Der Olig­arch könn­te nach fünf Jah­ren an der Macht eine immense Nie­der­la­ge erlei­den.

Vor allem den Kon­flikt im Osten der Ukrai­ne mach­ten die Kan­di­da­ten zum wich­tigs­ten The­men im hit­zi­gen Wahl­kampf. Poro­schen­ko war vor fünf Jah­ren mit dem Ver­spre­chen ins Amt gewählt wor­den, den Kon­flikt schnell zu been­den.

Mehr zum The­ma — Stra­ßen­um­fra­ge zu den Wah­len in der Ukrai­ne : Poro­schen­ko, Selens­kij und Miss­trau­en

Vor weni­gen Tagen besuch­te Poro­schen­ko Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und den fran­zö­si­schen Staats­chef Emma­nu­el Macron. Auch Selen­skyj reis­te nach Paris.

Der Her­aus­for­de­rer tritt auch mit dem Ver­spre­chen an, stär­ker gegen Vet­tern­wirt­schaft in der Macht­eli­te vor­zu­ge­hen. Der 41-Jäh­ri­ge wur­de mit sei­ner TV-Serie “Die­ner des Vol­kes” beliebt, in der er bereits das Staats­ober­haupt spielt. Der Komi­ker jüdi­scher Abstam­mung pro­fi­tier­te wohl auch davon dass die Ukrai­ner müde von der bis­he­ri­gen Poli­tik sind. Der „Clown aus Kry­wyj Rih“, sei­ner Geburts­stadt, wie der ver­hei­ra­te­te Vater zwei­er Kin­der sich selbst­iro­nisch in sei­nen Wahl­kampf­spots bezeich­nen ließ, prä­sen­tiert sich vor­ran­gig in sozia­len Netz­wer­ken wie Insta­gram und über You­Tube-Clips statt über kon­ven­tio­nel­le Medi­en.

Begon­nen hat der aus­ge­bil­de­te Jurist mit einer stu­den­ti­schen Humo­ris­ten­trup­pe. Meh­re­re Jah­re leb­ten sie in der rus­si­schen Haupt­stadt Mos­kau. Anders als Poro­schen­ko will Selen­skyj auf Russ­land zuge­hen. Auch will er mit einem rus­sisch­spra­chi­gen Fern­seh­ka­nal den Kampf um die Köp­fe der Men­schen gewin­nen. In Sprach­fra­gen gibt er sich libe­ra­ler : „Man darf den Men­schen das rus­sisch­spra­chi­ge Fern­se­hen nicht neh­men.“ Er steht eben­falls für einen EU-Kurs. Einen Nato-Bei­tritt will er über ein Refe­ren­dum aus­lo­ten las­sen.

Kri­ti­ker und ins­be­son­de­re sein Her­aus­for­de­rer Poro­schen­ko wer­fen dem Polit­neu­ling Popu­lis­mus und einen Man­gel an Erfah­rung vor. Eini­ge hal­ten Selen­skyj für eine Mario­net­te des Olig­ar­chen Igor Kolo­moiski, in des­sen Fern­seh­sen­der 1+1 sei­ne Show läuft. Kolo­moiski lebt in Isra­el, seit­dem sei­ner inzwi­schen ver­staat­lich­ten Pri­vat­Bank finan­zi­el­le Mis­se­ta­ten vor­ge­wor­fen wur­den. Selen­skyj beteu­er­te ein­dring­lich, sein eige­ner Herr zu sein.

Mehr zum The­ma — LIVE : Rede­du­ell der ukrai­ni­schen Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten im Olym­pia­sta­di­on (Simul­tan­über­set­zung):

RT Deutsch