Ukraine verhaftet russischen Schiffskapitän und hält die ganze Crew weiter fest


Das Gericht in der süd­ukrai­ni­schen Stadt Cher­son hat den Kapi­tän des fest­ge­hal­te­nen rus­si­schen Fisch­kut­ters „Nord“, Wla­di­mir Gor­ben­ko, für zwei Mona­te ver­haf­tet. Er soll am 31. Mai wie­der frei­kom­men. Das teil­te eine Ver­tre­te­rin der Schiffs­be­sat­zung mit.
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Nord Stream 2 : „Offensive für Ukraine, Energie-Erpressung von EU“ – Kiews Fieberwahn


Der Vor­sit­zen­de der Wer­chow­na Rada (ukrai­ni­sches Par­la­ment), Andri Paru­bi, hat im Pro­jekt Nord Stream 2 eine mili­tä­ri­sche Bedro­hung für Kiew gese­hen. Das folgt aus sei­nem Auf­tritt bei einer Kon­fe­renz zur natio­na­len Sicher­heit der Ukrai­ne, mel­det die Agen­tur Uni­an. Mos­kau hat auf die­se Wor­te scharf geant­wor­tet.
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210 Panzerabwehrraketen für die Ukraine : “Für die nationale Sicherheit der USA


Ukrai­ni­sche Sol­da­ten könn­ten die­se Waf­fen im Kampf gegen pro­rus­si­sche Rebel­len in der seit 2014 umkämpf­ten Ost­ukrai­ne ein­set­zen, schrieb die Zei­tung The Washing­ton Post am Don­ners­tag.

Das US-Außen­mi­nis­te­ri­um selbst teil­te ledig­lich mit, die­ser vor­ge­schla­ge­ne Waf­fen­deal wer­de zur Außen­po­li­tik und natio­na­len Sicher­heit der USA bei­tra­gen, indem die Sicher­heit in der Ukrai­ne ver­bes­sert wer­de.

Über den Waf­fen­ver­kauf muss nun der US-Kon­gress ent­schei­den. Die Regie­rung in Kiew habe um die Waf­fen gebe­ten, schrieb das Außen­mi­nis­te­ri­um wei­ter. Die Waf­fen­lie­fe­rung wer­de die mili­tä­ri­sche Balan­ce in der Regi­on nicht ver­än­dern, hieß es zudem.

In einem Tweet vom 20. Febru­ar hat­te sich US-Prä­si­dent Trump gerühmt, här­ter gegen Russ­land vor­zu­ge­hen, als sein Vor­gän­ger Oba­ma :

Bei den Waf­fen geht es um das Jave­lin-Sys­tem, das getra­gen wer­den kann und das Abfeu­ern von Rake­ten von der Schul­ter aus erlaubt. 210 Rake­ten sowie 37 Rake­ten­wer­fer will die US-Regie­rung den Plä­nen zufol­ge lie­fern.

Zahl­rei­che Repu­bli­ka­ner hat­ten US-Prä­si­dent Donald Trump im ers­ten Jahr sei­ner Amts­zeit gedrängt, die ukrai­ni­schen Sol­da­ten bes­ser zu unter­stüt­zen. Russ­land hat­te in der Ver­gan­gen­heit bei ande­ren Gele­gen­hei­ten die USA gewarnt, die Lie­fe­rung von Waf­fen an die Ukrai­ne wer­de zu mehr Blut­ver­gie­ßen füh­ren. Mos­kau wer­de dem nicht unbe­tei­ligt zuse­hen, hieß es etwa im Dezem­ber.

Mehr lesen :  Ein Washing­to­ner Meis­ter­stück — McMas­ters MSC-Rede (mit rea­li­täts­na­hen Ergän­zun­gen)

2014 hat­ten sich nach dem Putsch gegen den dama­li­gen Prä­si­den­ten Vik­tor Janu­ko­witsch und dem Kon­flikt um die Halb­in­sel Krim die inter­na­tio­nal nicht aner­kann­ten Volks­re­pu­bli­ken in den Gebie­ten Donezk und Luhansk gegrün­det.

In dem seit­her andau­ern­den Kon­flikt wur­den UN-Anga­ben zufol­ge mehr als 10.000 Men­schen getö­tet. Ver­su­che, eine dau­er­haf­te Waf­fen­ru­he zu errei­chen, schei­ter­ten bis­lang.

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Warum der Westen wenig Interesse für Ukraine hat – Russischer Politiker klärt auf


Der Wes­ten hat jetzt kaum Inter­es­se mehr für die Ukrai­ne, behaup­tet der rus­si­sche Außen­po­li­ti­ker Ale­xej Pusch­kow. „Der Wes­ten braucht die Ukrai­ne, um Russ­land stär­ker unter Druck zu set­zen“, schreibt der Poli­ti­ker im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter.
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Ukraine gründet Bündnis mit Türkei und Aserbaidschan


Die Ukrai­ne, die Tür­kei und Aser­bai­dschan wol­len ein neu­es Bünd­nis ins Leben rufen. Das teil­te der aser­bai­dscha­ni­sche Bot­schaf­ter in der Ukrai­ne, Aser Chu­di­jew, in Kiew mit, wie das rus­si­sche Inter­net­por­tal lenta.ru am Mon­tag unter Beru­fung auf die aser­bai­dscha­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur Azert­ag berich­te­te.
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NATO ist “human und umweltfreundlich”: Neue Charmeoffensive in der Ukraine gestartet


Die ukrai­ni­sche Regie­rung hat am 14. Febru­ar einen Maß­nah­men­plan zur Ver­bes­se­rung der Öffent­lich­keits­ar­beit in Fra­gen der euroat­lan­ti­schen Inte­gra­ti­on der Ukrai­ne für das Jahr 2018 ange­ord­net. Vor allem soll die sta­gnie­ren­de Akzep­tanz der Alli­anz in der Bevöl­ke­rung erhöht wer­den. Dabei sol­len nun neben sicher­heits­tech­ni­schen auch huma­ni­tä­re Aspek­te in den Vor­der­grund rücken.

Die Vize­mi­nis­ter­prä­si­den­tin Iwa­na Klim­pusch-Zinzad­se sag­te über die euro­päi­sche bzw. trans­at­lan­ti­sche Inte­gra­ti­on der Ukrai­ne :

Das ist eine sehr wich­ti­ge Ent­schei­dung, ins­be­son­de­re im Kon­text des Kamp­fes gegen die rus­si­sche Pro­pa­gan­da. Und neben der Wider­le­gung sowje­ti­scher und rus­si­scher Mythen über die NATO haben wir noch viel zu tun, das wah­re Wesen der nord­at­lan­ti­schen Alli­anz zu prä­sen­tie­ren. Die NATO bedeu­tet nicht nur Mili­tär. Die NATO steht auch für Men­schen­rech­te, Rechts­staat­lich­keit, Bil­dung und Umwelt.

Der Vize­mi­nis­ter­prä­si­den­tin zufol­ge begrün­det sich die Unter­stüt­zung der NATO in der Bevöl­ke­rung auf dem Gefühl emo­tio­na­len Bei­stands gegen die “rus­si­sche Aggres­si­on”. Nun soll auch das Ver­ständ­nis für die Tätig­keit der Alli­anz die brei­ten Mas­sen errei­chen. Damit soll die Unter­stüt­zung für die NATO zu einem bewuss­ten Akt wer­den.

Mehr zum The­ma — NATO-Pro­pa­gan­da mit Ange­li­na Jolie : “Nato muss obers­ter Beschüt­zer der Rech­te der Frau­en sein”

Geziel­te Maß­nah­men in den Regio­nen, zuge­schnit­ten auf bestimm­te Ziel­grup­pen, sol­len dem Plan zufol­ge den Men­schen das huma­ne Gesicht der NATO ver­mit­teln – auf Staats­kos­ten. Die Kam­pa­gne soll über das Pro­gramm “Maß­nah­men für euroat­lan­ti­sche Inte­gra­ti­on im infor­ma­tio­nel­len Raum” des Staat­li­chen Rund­funk­ko­mi­tees finan­ziert wer­den. Zusätz­li­che Mit­tel sol­len per Fund­rai­sing bei inter­es­sier­ten NGOs, Busi­ness-Stif­tun­gen und ande­ren Gre­mi­en in das Pro­gramm flie­ßen.

Pro­pa­gan­da für die NATO ist seit dem ers­ten Unab­hän­gig­keits­jahr der Ukrai­ne ein fes­ter Bestand­teil der ukrai­ni­schen Medi­en­land­schaft : Die Alli­anz betreibt in der Ukrai­ne seit Jahr­zehn­ten die Poli­tik der Ver­flech­tung. Spä­tes­tens im Früh­jahr 2014 wur­den mit dem Ver­bot rus­si­scher und russ­land­freund­li­cher Medi­en alle NATO-Kri­ti­ker mund­tot gemacht, die ein­zi­ge offen NATO-kri­ti­sche Par­tei – die Kom­mu­nis­ti­sche Par­tei der Ukrai­ne – ist zer­schla­gen.

NATO ist "human und umweltfreundlich": Neue Charmeoffensive in der Ukraine gestartet
Ein Bau­zaun in Bel­grad mit Por­traits der Opfer der Bom­bar­de­ments durch NATO-Luft­waf­fe im Jahr 1999. Bild : März 2017.

Umfra­gen : Kein Kon­sens bei NATO-Fra­ge

Das trägt natür­lich Früch­te. Vie­le Mei­nungs­um­fra­gen stel­len eine signi­fi­kan­te Zunah­me der Akzep­tanz der Alli­anz seit 2014 fest. Wäh­rend Mit­te bis Ende der 2000er-Jah­re NATO-skep­ti­sche Posi­tio­nen in der Ukrai­ne (mit Aus­nah­me der West­ukrai­ne) deut­lich über­wo­gen, lie­gen jetzt – je nach Fra­ge­stel­lung und For­schungs­in­sti­tut – NATO-Skep­ti­ker und -Befür­wor­ter ent­we­der gleich­auf, oder die Trans­at­lan­ti­ker haben einen leich­ten Vor­sprung.

Ande­rer­seits lässt sich aber auch ein Rück­gang der Popu­la­ri­tät der NATO fest­stel­len. Laut einer im Febru­ar 2017 ver­öf­fent­lich­ten groß­an­ge­leg­ten Stu­die des renom­mier­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Umfra­ge­in­sti­tuts “Gal­lup” büß­te die NATO in der Ukrai­ne von 2014 bis 2016 sogar sechs Pro­zent an Beliebt­heit ein. Gal­lup stell­te in 26 Län­dern Mit­tel- und Ost­eu­ro­pas sowie den ehe­mals sowje­ti­schen Staa­ten über Jah­re hin­weg die glei­che Fra­ge – ob die Befrag­ten in der NATO eher Schutz oder Bedro­hung sehen. In die­sem Zeit­raum stieg die Anzahl der NATO-Skep­ti­ker in der Ukrai­ne um 15 Pro­zent.

Mehr zum The­ma - Ukrai­ni­scher Kurs auf NATO-Bei­tritt im Gesetz ver­an­kert

Zu die­ser Grup­pe dürf­te wohl nicht nur der har­te Kern der NATO-Geg­ner gehö­ren — je nach Umfra­ge zwi­schen 25 und 30 Pro­zent der Bevöl­ke­rung, der den blu­ti­ge Régime-Chan­ge auf dem Mai­dan ableh­nen. Auch die­je­ni­gen, die bei­spiels­wei­se einen här­te­ren NATO-Kurs gegen den ver­meint­li­chen Aggres­sor Russ­land erwar­ten, sähen in der NATO eben­so kei­nen Schutz.

Nichts­des­to­trotz ist das Bemü­hen bezeich­nend, aus­ge­rech­net aus der NATO, die in den letz­ten Jahr­zehn­ten meh­re­re völ­ker­rechts­wid­ri­ge Krie­ge vom Zaun gebro­chen und dabei nach­weis­lich auch Uran­mu­ni­ti­on ein­ge­setzt hat, als Pio­nier für Umwelt­schutz und Rechts­staat­lich­keit dar­zu­stel­len. Das Ziel der Kie­wer Macht­ha­ber ist wohl, ihren Gön­nern im Wes­ten im Fal­le eines Refe­ren­dums zum ange­streb­ten NATO-Bei­tritt um jeden Preis ein Bild fre­ne­ti­scher Unter­stüt­zung zu prä­sen­tie­ren. 

RT Deutsch


Ukraine : Chefredakteur regierungskritischer Webseite beantragt Asyl in Österreich


Der Chef­re­dak­teur des ukrai­ni­schen regie­rungs­kri­ti­schen Nach­rich­ten­por­tals Strana.ua Igor Guschwa hat sich nach Öster­reich abge­setzt und dort Asyl bean­tragt. Dies teilt das Por­tal in einem Schrei­ben an Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko mit.
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Neue sakrale Opfer ? Der Mord an einer Juristin sorgt in der Ukraine für Aufruhr


von Nyura N. Berg

Wie es die Geset­ze eines Thril­ler-Sze­na­ri­os vor­schrei­ben

Am 29. Dezem­ber wur­de in einem Teich in der Nähe von Kiew die Lei­che der ukrai­ni­schen Men­schen­recht­le­rin und Anwäl­tin Iri­na Noz­d­row­ska­ja mit zahl­rei­chen Stich­wun­den ent­deckt. Weni­ge Tage vor dem Fund ist die Frau ver­schwun­den, und zwar gleich nach einem Gerichts­pro­zess, in dem das Urteil am Mör­der ihrer Schwes­ter aus­ge­spro­chen wur­de.

Iri­na hat lan­ge dafür gekämpft, dass der Ver­bre­cher, der unter Alko­hol- und Dro­gen­ein­fluss mit sei­nem Auto die jun­ge Frau nie­der­ge­fah­ren hat­te, nicht straf­los davon­kommt. Dafür hät­te es genug Vor­aus­set­zun­gen gege­ben : Der Ange­klag­te ist ein Nef­fe des Bezirks­rich­ters und im Regel­fall ist das in der Ukrai­ne ein aus­rei­chen­der Grund, um sich der Ver­ant­wor­tung zu ent­zie­hen.

Mehr zum The­ma - Bekann­ter ukrai­ni­scher Jour­na­list durch Auto­bom­be in Kiew getö­tet

Die Hart­nä­ckig­keit von Iri­na Noz­d­row­ska­ja hat­te ihre Aus­wir­kun­gen. Der Ver­bre­cher, der auf der Grund­la­ge einer Amnes­tie im Lau­fe der Gerichts­ver­hand­lung bei­na­he frei­ge­spro­chen wor­den wäre, bekam letzt­end­lich ein ziem­lich stren­ges Urteil : sie­ben Jah­re Gefäng­nis. Wäh­rend­des­sen bekam Iri­na die gan­ze Zeit Dro­hun­gen von den Ver­wand­ten des Ange­klag­ten. Das wuss­ten ihre Freun­de, und – was beson­ders span­nend ist – auch die Abge­ord­ne­te der Wechow­na Rada Tatia­na Tscher­no­wol, für die Noz­d­row­ska­ja als Assis­ten­tin tätig war.

Nach­dem Iri­na unter ziem­lich merk­wür­di­gen Umstän­den getö­tet wur­de (ihre Lei­che ist nackt auf­ge­fun­den wor­den, aber der Schmuck ist am Kör­per geblie­ben), tauch­ten eine Viel­zahl von mög­li­chen Ver­sio­nen des Gesche­hens auf. Außer­dem gab es Zeu­gen­aus­sa­gen von Freun­den und Bekann­ten dar­über, dass auch ande­re Per­so­nen Noz­d­row­ska­ja offen gedroht hat­ten.

Der Staat ist tot. Bewaff­net euch“

Eigent­lich sieht die­se Situa­ti­on in Bezug auf die all­ge­mei­ne Kri­mi­nal­sta­tis­tik der Ukrai­ne ganz nor­mal aus, wo die Zahl der Gewalt­ver­bre­chen nach der Mai­dan-Zeit lawi­nen­ar­tig ange­stie­gen ist. Die­ser Mord scheint ein All­tags­ver­bre­chen zu sein, der durch den Wunsch der Ver­wand­ten des Ver­bre­chers moti­viert ist, sich an Iri­na zu rächen. Selbst­ver­ständ­lich wer­den auch ande­re Moti­ve ana­ly­siert, aber sie wei­sen eben­so einen All­tags­cha­rak­ter auf.

Doch was pas­siert danach ? Danach wird der Mord von Poli­ti­kern und Akti­vis­ten für ihre eige­nen Zwe­cke ver­wen­det. Sowohl in den sozia­len Medi­en als auch im rea­len Leben steigt eine gro­ße Wel­le hoch. Eine Rei­he von Volks­ab­ge­ord­ne­ten tritt mit lei­den­schaft­li­chen Urtei­len auf, dar­un­ter auch Mus­ta­fa Najem – einer der Mai­dan-Anfüh­rer zwi­schen 2013 und 2014. Die­ser deu­tet ganz klar auf den Ver­ant­wort­li­chen für die­se Tra­gö­die, näm­lich den Vater des Unfall­ver­ur­sa­chers, der weni­ge Tage spä­ter schon ver­haf­tet wur­de, obwohl die Ermitt­lun­gen zum Zeit­punkt sei­ner Aus­sa­gen erst begon­nen haben.

Noch selt­sa­mer sieht der Appell des Abge­ord­ne­ten Ihor Lut­sen­ko aus. Er beschul­dig­te den Prä­si­den­ten Poro­schen­ko und den Außen­mi­nis­ter Awa­kow, staat­li­che Rechts­schutz­struk­tu­ren pri­va­ti­siert zu haben, und ruft das Volk fak­tisch zur Lynch­jus­tiz auf.

Unser Aus­weg sind die Ver­ei­ni­gung und die Bewaff­nung. Seht ein, dass es kei­nen Staat gibt, der Staat ist tot, der Staat wird uns nicht ver­tei­di­gen. Das Land kön­nen nur wir ret­ten“, schrieb Lut­sen­ko auf sei­ner Face­book-Sei­te, und ließ die offen­sicht­li­che Tat­sa­che, dass genau er den Staat reprä­sen­tiert, weil er ein Teil der Legis­la­ti­ve ist, links lie­gen.

Ähn­li­che Alarm­ru­fe wur­den von Ver­tre­tern der Zivil­ge­sell­schaft, von den Mai­dan-Akti­vis­ten, aus­ge­ru­fen, die schon bereit sind, Urtei­le per­sön­lich zu fäl­len und sie aus­zu­füh­ren.

Wir haben dir das Leben gege­ben, wir wer­den es dir auch neh­men 

Somit kom­men die lau­tes­ten Schreie über den Tod des Staa­tes von jenen Bür­gern, die den Mai­dan selbst ange­zet­telt haben, die in den ers­ten Rei­hen unter den Orga­ni­sa­to­ren, Exe­ku­tiv­pro­du­zen­ten und direk­ten Teil­neh­mern mit den Paro­len zur Bil­dung eines Rechts­staa­tes und der Befol­gung der euro­päi­schen Nor­men mar­schiert sind.

Das sind jene Akti­vis­ten, die die sozia­len und poli­ti­schen Lif­te ver­ti­kal hoch­ge­fah­ren sind und danach kon­se­quent alle Rechts­in­sti­tu­te zer­stört haben, und nur die revo­lu­tio­nä­re Zweck­mä­ßig­keit aner­kann­ten. Das sind jene, die ihre Anhän­ger mit­nah­men, um die Gerich­te zu zer­stö­ren, die Rich­ter ein­zu­schüch­tern und von ihnen mit­hil­fe von Dro­hun­gen Urtei­le zu ver­lan­gen, die sie selbst für gerecht hiel­ten, da sie die Ange­klag­ten als Patrio­ten betrach­te­ten. Genau die­se Poli­ti­ker bestä­ti­gen nun den Tod des Staa­tes und schla­gen die bereits übli­che The­ra­pie vor : Nach ihrem Plan sol­len sich die Bür­ger auf den Trüm­mern des Geset­zes und der Ord­nung bewaff­nen und per­sön­lich das Recht spre­chen.

Die Poli­zei ist bereit, Geheim­nis­se zu tei­len — sonst bekommt sie einen Rei­fen über den Kopf gezo­gen

Auch Micheil Saa­ka­schwi­li, der kei­ne ein­zi­ge Gele­gen­heit aus­lässt, um Pro­tes­te anzu­zet­teln und den im Ster­ben lie­gen­den Mai­dan am Leben zu erhal­ten, nutz­te die­sen Anlass. Es waren sei­ne Anhän­ger, unter denen es genug Natio­nal­ak­ti­vis­ten aus unter­schied­li­chen rechts­ra­di­ka­len Ver­bün­den gibt, die den Chef der Natio­nal­po­li­zei in der Kie­wer Regi­on atta­ckiert hat­ten, mit der For­de­rung, ihnen über alle Ermitt­lungs­ak­ti­vi­tä­ten zu berich­ten.

Der Chef wur­de gesto­ßen und belei­digt, man sprach mit ihm in einem bedroh­li­chen Ton. Und er sag­te zu ! Er konn­te sei­ne Ver­är­ge­rung nur schwer ver­ber­gen und kün­dig­te in meh­re­ren Inter­views an, dass er den Ermitt­lungs­ver­lauf mit den Akti­vis­ten tei­len und ihnen über die fest­ge­stell­ten Tat­sa­chen berich­ten wer­de.

Doch was ist mit dem Ermitt­lungs­ge­heim­nis ? Nie davon gehört. Der Mör­der muss nicht viel tun : Er muss sich nur als Akti­vist aus­ge­ben und über wei­te­re Schrit­te der Ermitt­ler Bescheid wis­sen, um recht­zei­tig die Bewei­se ver­nich­ten zu kön­nen. So sieht das neue Arbeits­for­mat der Rechts­schutz­or­ga­ne in der Ukrai­ne aus. Vor eini­ger Zeit wur­de einem Poli­zei­chef in Kiew eine Rei­fen­de­cke über den Kopf­ge­zo­gen wie ein Ret­tungs­ring, er wur­de mit Eiern und Knall­kör­pern bewor­fen. Inwie­fern das den euro­päi­schen Stan­dards ent­spricht, sol­len die Euro­pä­er beur­tei­len…

Auf der Suche nach einem sakra­len Opfer ?

Kom­men wir aber zum Mord der Men­schen­recht­le­rin zurück. In die­ser Situa­ti­on gibt es zwei wei­te­re him­mel­schrei­en­de Fra­gen. Die ers­te ist die dump­fe Stil­le sei­tens der Ver­tre­ter der höchs­ten Macht in Bezug auf den Mord. Prä­si­dent Poro­schen­ko, Außen­mi­nis­ter Awa­kow und Gene­ral­staats­an­walt Lut­sen­ko, die nor­ma­ler­wei­se alle lau­ten Ereig­nis­se kom­men­tie­ren, schwei­gen dies­mal wie ein Grab. Die feh­len­de Reak­ti­on ihrer­seits bie­tet eine Platt­form für die am wei­tes­ten gehen­den und mutigs­ten Ver­schwö­rungs­theo­ri­en.

Die zwei­te Fra­ge ist der blitz­ar­ti­ge Auf­ruf der US-Bot­schaft, mit der For­de­rung, die Mör­der zu fin­den. Der bekann­te bri­ti­sche Finan­zier und Inves­tor Wil­liam Brow­der, einer der Initia­to­ren des Magnit­ski-Geset­zes in den USA und Kana­da, teil­te bei Twit­ter mit, dass wenn die Ukrai­ne die Schul­di­gen nicht selbst­stän­dig bestra­fe, der Wes­ten gegen sie und ihre Beschüt­zer Sank­tio­nen ver­hän­gen wer­de.

Die­se Art von Ver­bre­chen pas­siert in der Ukrai­ne täg­lich. Doch ihre Auf­klä­rungs­quo­te ist extrem nied­rig. Selbst die Täter der bekann­tes­ten Polit­mor­de ste­hen noch nicht fest, trotz wie­der­hol­ter Äuße­run­gen von den Ermitt­lungs­be­hör­den und den Regie­rungs­be­am­ten. Busy­na, Sche­re­met, Woro­nen­kow – um nur ein paar Opfer der Post-Mai­dan-Zeit zu erwäh­nen, deren Fäl­le sich nicht vom Fleck bewegt haben. Was soll man schon über ein All­tags­ver­bre­chen sagen, dem schenkt man ein­fach zu viel Auf­merk­sam­keit…

Jetzt kom­men wir zur Haupt­fra­ge : Qui bono ? Wer pro­fi­tiert davon ? Ana­ly­ti­ker, Publi­zis­ten und ein­fach nur auf­merk­sa­me Bür­ger haben sich gleich an meh­re­re Fäl­le erin­nert, die zum Aus­lö­se­me­cha­nis­mus für Mas­sen­pro­tes­te wur­den, die zu Unord­nun­gen und Mai­dan-ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen führ­ten. Der wich­tigs­te Fall ist natür­lich der Mord an Heor­hij Gon­gad­se, noch als Kutsch­ma im Amt war. Danach wur­de die Situa­ti­on mit dem Mas­sen­tod der soge­nann­ten „Himm­li­schen Hun­dert“ in den letz­ten Mai­dan-Tagen auf­ge­puscht. Jedes Mal geht es um irgend­ein sakra­les Opfer, auf des­sen Namen Grup­pen mit ver­schie­de­nen Poli­tik- und Macht­am­bi­tio­nen spe­ku­lie­ren und mit des­sen Namen Mai­dan-Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­siert und ver­rück­te Geset­ze erlas­sen wer­den, die die Bür­ger­rech­te ein­schrän­ken.

Die Pest auf bei­de eure Häu­ser

Die­ses Mal wird der Mord an der Men­schen­recht­le­rin Noz­d­row­ska­ja schon bei der Kon­fron­ta­ti­on der wich­tigs­ten poli­ti­schen Spie­ler ein­ge­setzt. Die Men­ge der Pro­tes­tie­ren­den for­dert bereits die Besei­ti­gung bzw. die Auf­hän­gung von Awa­kow. Ande­re Akti­vis­ten geben Poro­schen­ko die Schuld. Auch Micheil Saa­ka­schwi­li, des­sen Wer­be­ak­tio­nen auf der Kon­fron­ta­ti­on gegen die bei­den Lager basie­ren, möch­te die Situa­ti­on für sich nut­zen. Es gibt die Ver­mu­tung, dass ame­ri­ka­ni­sche Betreu­er der ukrai­ni­schen Unab­hän­gig­keit Poro­schen­ko, Awa­kow oder gleich bei­de von ihrer Macht weg­räu­men wol­len. Und der Mord an Noz­d­row­ska­ja wird mög­li­cher­wei­se dazu ver­wen­det, um die Situa­ti­on in die­ser Rich­tung zu mani­pu­lie­ren.

Wer von ihnen wird also in die­ser Situa­ti­on pro­fi­tie­ren ? Bestimmt nicht die ukrai­ni­schen Bür­ger. Sie sind Frem­de auf die­sem blu­ti­gen Nar­ren­fest. Und vie­le schrei­ben, dass sie bereit sind, kalt­blü­tig zu beob­ach­ten, wie die neu­en Herr­scher des Lebens mit­ein­an­der kämp­fen. Wie es scheint, sind jene Per­so­nen, die man nor­ma­ler­wei­se als Zivil­ge­sell­schaft bezeich­net, am wenigs­ten dar­an inter­es­siert, die Wahr­heit fest­zu­stel­len. Der Schul­di­ge wird noch vor der Ermitt­lung genannt, und das ist angeb­lich der Vater des Täters, der den Auto­un­fall ver­ur­sacht hat. Er ist in Haft. Es gibt jedoch so vie­le Unstim­mig­kei­ten in der gegen ihn erho­be­nen Ankla­ge, dass sogar die Anwäl­te der betrof­fe­nen Par­tei sie bestrei­ten.

Auch inter­es­sant - Mer­kel und das ZDF ver­schwei­gen Krieg gegen Zivi­lis­ten im Don­bass – RT Deutsch war vor Ort

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Um die Heizkosten für unsere Bürger zu senken” — Ukraine muss wieder bei Gazprom kaufen


von Nju­ra N. Berg

Die sich plötz­lich abzeich­nen­de Wie­der­kehr von Ener­gie-Ein­käu­fen bei den Rus­sen ist, glaubt man Poro­schen­ko, aus­schließ­lich hohen mora­li­schen Über­le­gun­gen geschul­det.

Sie klop­fen an : Wol­len Sie viel­leicht Gas bei uns kau­fen ? Nein dan­ke, bei uns ist alles gut. Wenn es bil­lig wird, wenn es ehr­lich und nicht kor­rupt ist – bit­te schön. Aber wofür brau­chen wir es ? Um die Tari­fe für unse­re Men­schen zu sen­ken” – dies ver­kün­de­te Poro­schen­ko mit viel Pathos wäh­rend sei­nes letz­ten Besuchs in Odes­sa.

Er ver­gisst nur, zu erwäh­nen, dass die wah­re Ursa­che der offen­bar bevor­ste­hen­den Wie­der­auf­nah­me der Ein­käu­fe aus Russ­land viel pro­sai­sche­rer Natur ist. Wir kom­men dar­auf zurück, aber zunächst soll­ten wir uns der Gene­se der Gas-Pro­ble­ma­tik und deren Rol­le im Ent­ste­hen der ukrai­ni­schen Staat­lich­keit erin­nern.

Der Gas-Gestank : Furchtbar und schön

Gas für die Ukrai­ne, die ihre Staat­lich­keit auf die Rauch­schwa­den bren­nen­der Fackeln und Auto­rei­fen gebaut hat, hat gene­rell etwas Sakra­les. Kein ein­zi­ger bis­he­ri­ger Prä­si­dent des Lan­des konn­te wäh­rend sei­ner Amts­zeit die­ses The­ma außer Acht las­sen. Und alle nutz­ten das damit ver­bun­de­ne Kor­rup­ti­ons­po­ten­zi­al mehr oder weni­ger unver­blümt aus. Aber erst Wik­tor Juscht­schen­ko, der 2004 infol­ge der so genann­ten Oran­ge­nen Revo­lu­ti­on an die Macht gekom­men war, erhob die­se Pro­ble­ma­tik zur wich­tigs­ten Fra­ge der Aus­rich­tung ukrai­ni­scher Außen- und Innen­po­li­tik. Die­se Aus­rich­tung trug auch das größ­te Kon­flikt­po­ten­zi­al in sich.

Denn aus­ge­rech­net er stell­te die Mög­lich­keit eines völ­li­gen Ver­zichts auf rus­si­sches Gas in Aus­sicht, was sei­ner Mei­nung nach eine sym­bo­li­sche Bedeu­tung für das Wer­den der ukrai­ni­schen Staat­lich­keit haben wür­de. Juscht­schen­ko gab regel­mä­ßig gro­be und pro­vo­zie­ren­de Erklä­run­gen dazu ab. Aber er muss­te gleich­zei­tig Vor­wür­fe einer eige­nen Teil­nah­me an den Kor­rup­ti­ons­ver­bin­dun­gen des Unter­neh­mens Rosuk­rener­go von sich wei­sen. Dabei griff er auch mal zu unpar­la­men­ta­ri­schen und auf­brau­sen­den Aus­drü­cken wie :

Ich habe mit eurem stin­ken­den Gas nichts zu tun !

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Es ist sym­pto­ma­tisch, dass ein sol­cher Gesprächs­ton wäh­rend einer Sit­zung des Rates für Natio­na­le Sicher­heit und Ver­tei­di­gung mög­lich wur­de.

Für Pre­mier­mi­nis­te­rin Julia Timo­schen­ko wur­de das Gas-The­ma wie­der­um zum Ver­häng­nis. Sie schloss ziem­lich selt­sa­me Gas­ver­trä­ge über Lie­fe­run­gen aus Russ­land, wor­auf­hin sie, schon zu Zei­ten Janu­ko­wytschs als Prä­si­dent, ange­klagt wur­de. Der spä­ter gestürz­te Prä­si­dent schick­te sie ins Gefäng­nis, das sie aber schnell gegen ein kom­for­ta­ble­res Kran­ken­haus­zim­mer tausch­te. Die­ser Auf­ent­halt hin­der­te sie nicht dar­an, aktiv am poli­ti­schen Leben teil­zu­neh­men und vom Wes­ten unter­stützt zu wer­den – unge­ach­tet der Tat­sa­che, dass die Kor­rup­ti­on im Umfeld der Gas­ver­trä­ge offen­sicht­lich war, was das Gericht auch bestä­tig­te.

Es ist beacht­lich, dass der Voll­text des Gerichts­ur­teils gegen Timo­schen­ko, zuvor auf der Home­page des Staat­li­chen Gesamt­re­gis­ters für Gerichts­ur­tei­le zugäng­lich, ent­fernt wur­de, nach­dem das Urteil im April 2014 kurz nach dem Staats­streich vom Obers­ten Gericht der Ukrai­ne für nich­tig erklärt wor­den war. Es hin­der­te den Prä­si­den­ten Poro­schen­ko wäh­rend sei­ner letz­ten Rei­se ins das Gebiet Odes­sa nicht dar­an, die dama­li­gen Ver­trä­ge “abso­lut ver­bre­che­risch” zu nen­nen.

Poroschenko bricht und bricht mit Russland — jedes Mal endgültig

Der end­gül­ti­ge und unum­kehr­ba­re Bruch mit Russ­land ist das zen­tra­le The­ma, das im Kern der gan­zen PR-Arbeit von Poro­schen­ko zugrun­de liegt. Fast täg­lich kommt er in sei­nen flam­men­den Reden dar­auf zurück – was an eine Art Schwur an die natio­na­lis­tisch gesinn­ten Akti­vis­ten erin­nert. Das alles hin­dert ihn aller­dings nicht dar­an, sei­ne eige­nen Geschäf­te wei­ter­hin auf dem Ter­ri­to­ri­um der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on lau­fen zu las­sen und — wie dies eine jour­na­lis­ti­sche Unter­su­chung des ukrai­ni­schen Inter­net-Por­tals strana.ua offen­legt — eine Mil­li­ar­de Rubel (etwa 14,7 Mio. Euro) an Steu­ern in das rus­si­sche Staats­bud­get zu zah­len. Poro­schen­ko stellt sich auch dem Erho­lungs­kurs des rus­sisch-ukrai­ni­schen Han­dels nicht ent­ge­gen, der in den Jah­ren 2014 und 2015 einen dra­ma­ti­schen Rück­gang erfah­ren hat.

Die ukrai­ni­schen Radi­ka­len han­deln stets nach dem glei­chen Prin­zip : Sie haben sich bereits mehr­mals medi­en­wirk­sam an ver­schie­de­nen Blo­cka­den des Han­dels mit Russ­land betei­ligt und füh­ren einen uner­bitt­li­chen Kampf gegen die Ein­fuhr rus­si­scher Waren auf das ukrai­ni­sche Ter­ri­to­ri­um. Das alles hin­dert sie aller­dings nicht dar­an, sich mit­hil­fe rus­si­schen Gases und rus­si­scher Koh­le zu wär­men sowie den aus Russ­land impor­tier­ten Strom immer dann zu nut­zen, wenn es in eige­nen Kraft­wer­ken zu Eng­päs­sen kommt. Sie erin­nern ein wenig an jene hoch­prin­zi­pi­el­len Vega­ner, die auf Leder­schu­he doch nicht ver­zich­ten, weil es im künst­li­chen Leder für die Füße zu kalt ist.

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Genau in die­sem Kon­text des end­gül­ti­gen Bruchs mit Russ­land beackert Prä­si­dent Poro­schen­ko seit Beginn sei­ner Prä­si­dent­schaft das Gas-The­ma, indem er den natio­na­lis­tisch gesinn­ten Tei­len der Bür­ger ver­spricht, auf den rus­si­schen Treib­stoff kom­plett zu ver­zich­ten. Dabei übt die ukrai­ni­sche Regie­rung auf ihre west­li­che Part­ner Druck aus, damit die­se ihrer­seits auf Russ­land Druck aus­üben, indem sie von Russ­land eine vol­le Aus­las­tung des ukrai­ni­schen Gas­trans­port­sys­tems durch… rus­si­sches Gas for­dern.

Par­al­lel dazu geht der Krieg gegen die Pro­jek­te Nord Stream 2 und Tur­kish Stream wei­ter, wel­che die Ukrai­ne als Gefah­ren für das eige­ne Gas­trans­port­netz betrach­tet. Sol­che ein­an­der aus­schlie­ßen­den Ansät­ze gehö­ren zum All­tag der ukrai­ni­schen Poli­tik und es ist nutz­los, hier nach einer Logik zu suchen.

Die Rose duftet nach Rose, ob sie nun Rose heißt oder nicht

Es ist also klar, dass rus­si­sches Gas unver­zicht­bar ist. Des­we­gen wur­de ent­schie­den, die­ses umzu­be­nen­nen, was der Regie­rung in Kiew wie­der­um die Mög­lich­keit gab, laut­hals eine sym­bo­li­sche Absa­ge an den feind­li­chen Treib­stoff zu dekla­mie­ren und damit das Mini­mum an revo­lu­tio­nä­rer Anstän­dig­keit zu bewah­ren. Man begann, das Gas bei meh­re­ren euro­päi­schen Län­dern ein­zu­kau­fen, zu einem Preis, der etwa um zehn Pro­zent höher als ein direk­ter Bezug aus Russ­land ist. Was für eine Geschäfts­idee die­sem Vor­ge­hen zugrun­de liegt, ist schwer zu ver­ste­hen, aber man kann einer nai­ven Bevöl­ke­rung, die an Wun­der glaubt, eben noch ein wei­te­res Mal weis­ma­chen, dass die Ukrai­ne nun ein für alle Mal end­gül­tig alle Bin­dun­gen zum feind­lich-impe­ria­len Russ­land zer­ris­sen hat.

Poro­schen­ko gibt inzwi­schen sogar zu, dass Ein­käu­fe in Euro­pa äußerst ungüns­tig und aus­schließ­lich poli­tisch moti­viert sind. In Wirk­lich­keit war und ist das Gas rus­sisch, auch wenn es bei­spiels­wei­se aus der Slo­wa­kei gelie­fert wird. Mehr noch : Obwohl sich der Gas­preis infol­ge des bil­li­gen Ölprei­ses gleich­falls unun­ter­bro­chen im Sink­flug befin­det, ver­teu­ern sich die Tari­fe für die ukrai­ni­sche Bevöl­ke­rung stän­dig und sind mitt­ler­wei­le um das Zehn­fa­che höher als zur Janu­ko­wytsch-Zeit. Eine wei­te­re Erhö­hung in den Jah­ren 2018 bis 2020 ist bereits ange­kün­digt. Ener­gie­ex­per­te Walen­tin Seml­jan­ski zufol­ge sieht der Finanz­plan der ukrai­ni­schen Regie­rung eine wei­te­re Preis­stei­ge­rung um 19 Pro­zent im Ver­hält­nis zum heu­ti­gen Niveau.

Naftogas vs. Gazprom : Niederlage kaum von Sieg zu unterscheiden

Die letz­ten vier Jah­re, die seit der so genann­ten Revo­lu­ti­on der Wür­de ver­gan­gen sind, haben die bei­den Mono­po­lis­ten — die rus­si­sche Gaz­prom und ihr ukrai­ni­sches Vis-a-vis Naf­togas — unun­ter­bro­chen mit Gerichts­pro­zes­sen ver­bracht. Jede Sei­te betrach­tet die Zwi­schen­er­geb­nis­se als eige­nen Sieg und Nie­der­la­ge für den Oppo­nen­ten.

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Die jüngs­te Ent­schei­dung des Stock­hol­mer Schieds­ge­richts war hier kei­ne Aus­nah­me. Noch vor dem Ter­min haben die Naf­togas-Mana­ger vor­ei­lig ver­spro­chen, im Fal­le des Sie­ges die Tari­fe für die Bevöl­ke­rung zu sen­ken. Und nun liegt der Beschluss end­lich vor. Die ukrai­ni­sche Regie­rung und der Gas-Mono­po­list selbst haben ihn als Sieg bezeich­net und dafür den Naf­togas-Chef Andrej Kobo­lew unan­stän­dig hoch prä­miert.

Exper­ten aus dem Gas- und Ölsek­tor hin­ge­gen schät­zen die Situa­ti­on anders ein. Selbst eine ober­fläch­li­che Ana­ly­se zeigt, dass für die Ukrai­ne nicht alles so fei­er­lich aus­sieht, wie es die offi­zi­el­len Mit­tei­lun­gen der Regie­rung und des Prä­si­di­al­am­tes weis­ma­chen wol­len. Ja, die Ukrai­ne wird Russ­land nicht zehn­tau­sen­de Mil­li­ar­den Dol­lar zurück­zah­len müs­sen, aber sie muss den­noch eine gewis­se Sum­me zah­len oder das ist nicht wenig.

Naf­togas hat in sei­ner Kla­ge das gan­ze Geld gefor­dert, das das Unter­neh­men nach dem Ver­ständ­nis der ukrai­ni­schen Regie­rung in den Jah­ren nach dem Mai­dan zu viel gezahlt hat, als die­se im Jahr 2014 den damals gül­ti­gen Ver­trags­preis für über­teu­ert erklärt hat. Die­se Haupt­for­de­rung hat das Stock­hol­mer Schieds­ge­richt nicht bejaht, indem es die Argu­men­te bezüg­lich der angeb­lich zu hohen Prei­se für unbe­acht­lich erklär­te. Die Ukrai­ne muss Russ­land hin­ge­gen zwei Mil­li­ar­den US-Dol­lar erstat­ten, die sie infol­ge der ein­sei­ti­gen Preis­sen­kung an rus­si­sche Unter­neh­men im Geis­te der revo­lu­tio­nä­ren Zweck­mä­ßig­keit zu wenig gezahlt hat.

In einer Rei­he ande­rer Punk­te wird der Gerichts­be­schluss als Sieg oder Nie­der­la­ge gese­hen, je nach­dem, aus wel­chem Land der jewei­li­ge Exper­te stammt. Es ist nur gera­de in Bezug auf die oben zitier­te Äuße­rung von Poro­schen­ko ein sehr wich­ti­ges Detail über die mög­li­che Wie­der­auf­nah­me der Ein­käu­fe von­sei­ten der Ukrai­ne her­vor­zu­he­ben. Das Stock­hol­mer Gericht hat es als zuläs­sig aner­kannt, dass Naf­togas im Rah­men des ver­pflich­tet ist, jähr­lich fünf Mil­li­ar­den Kubik­me­ter bei Gaz­prom ein­zu­kau­fen. Damit blieb die Regel “Nimm und zah­le”, die von der ukrai­ni­schen Sei­te ange­foch­ten wur­de, erhal­ten, obwohl das Ein­kaufs­vo­lu­men dras­tisch gesun­ken war.

Naf­togas hält das Urteil für einen Sieg, denn in Fol­ge des­sen muss die Ukrai­ne um ein Zehn­tel weni­ger Gas in Russ­land kau­fen. In Wirk­lich­keit besteht er für sie dar­in, dass die Ukrai­ne auf die­se Wei­se spa­ren kann : Rus­si­sches Gas ist bil­li­ger.

Der ukrai­ni­sche Prä­si­dent wird nicht müde in Öffent­lich­keit sich von Russ­land immer aufs Neue zu ver­ab­schie­den.

Endgültiger Bruch mit Russland wird wieder vertagt — während Poroschenko zu scheitern droht

In poli­ti­scher Hin­sicht ist die Wie­der­auf­nah­me der Ein­käu­fe aber ein völ­li­ges Fias­ko. Das, wor­über meh­re­re Jah­re lang alle hoch­ran­gi­ge ukrai­ni­sche Poli­ti­ker und Beam­ter gespro­chen haben, ist eine lee­re Hül­le geblie­ben. Alle Gesprä­che über den end­gül­ti­gen poli­ti­schen und öko­no­mi­schen Bruch mit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on im Namen der Wür­de und Unab­hän­gig­keit ent­pupp­ten sich als Simu­la­ti­on.

Aber keh­ren wir zum Ver­spre­chen, Tari­fe “für unse­re Men­schen” zu sen­ken, zurück. Wir erin­nern uns : In den post­mai­da­nen Jah­ren haben sie sich ins Uner­mess­li­che erhöht und wer­den sich wei­ter­hin erhö­hen — das sagen sogar regie­rungs­na­he Exper­ten vor­aus. Der zyni­sche Ver­such Poro­sch­nen­kos, eine gute Mie­ne zum bösen Spiel zu machen und sich bei den immer ärmer wer­den­den Ukrai­nern als sor­gen­der Vater der Nati­on dar­zu­stel­len, ist per­spek­tiv­los.

Um die­sen Schluss zu zie­hen, genügt es, auf die Umfra­ge­wer­te des Prä­si­den­ten zu schau­en. Das Volk glaubt ihm nicht. Es ver­steht, dass ihm sei­ne Nöte egal sind. Wie man es schön sagt : Die Pro­ble­me der India­ner rüh­ren den She­riff nicht an. Die Impro­vi­sa­tio­nen über den ver­meint­li­chen Test auf Ehr­lich­keit und Nicht­kor­rupt­heit, den das Gas angeb­lich bestehen soll, klin­gen lächer­lich aus dem Mund des Hel­den der pana­mi­schen Off­shores. Das Haupt­pro­blem besteht jetzt dar­in, die­se ernied­ri­gen­de Ver­pflich­tung, doch wie­der beim bösen Feind ein­zu­kau­fen, in wei­te­re popu­lis­ti­sche Ver­spre­chun­gen und Schwü­re unter pathos­haf­ter Dar­bie­tung für ner­vö­se ukrai­ni­sche Natio­na­lis­ten ein­zu­hül­len.

Eine wei­te­re viel­sa­gen­de Ent­wick­lung : Der ukrai­ni­sche Pre­mier Wolo­dy­myr Hro­js­man kün­digt indes­sen an, dass künf­tig Tari­fe für Wohn­ne­ben­kos­ten inklu­si­ve Gas­kos­ten quar­tals­mä­ßig gesenkt wer­den. Das Pro­blem dabei : Nach jeder sol­chen Erklä­rung haben sich die Tari­fe gewöhn­lich erhöht.

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Regierungssprecher Seibert zur US-Aufrüstung der Ukraine : “Ziel bleibt ein Waffenstillstand”


Ende letz­ten Jah­res noch wur­de das US-ame­ri­ka­ni­sche Vor­ha­ben, die Ukrai­ne mit “erwei­ter­ten Ver­tei­di­gungs­ka­pa­zi­tä­ten” aus­zu­stat­ten, dis­ku­tiert. Nun fehlt ein­zig die Abseg­nung des US-Kon­gres­ses — mit der gerech­net wird — bevor die Waf­fen­lie­fe­run­gen offi­zi­ell umge­setzt wer­den kön­nen.

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RT Deutsch hat die Regie­rungs­spre­cher dazu um Stel­lung­nah­me gebe­ten.

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