Ukraine verhängt Kriegsrecht und vom Westen gibt es Säcke voll Geld


von Rai­ner Rupp

Wäh­rend des Kal­ten Krie­ges kur­sier­te nach jeder neu­en US-Pro­vo­ka­ti­on gegen die Sowjet­uni­on unter deut­schen Mit­ar­bei­tern im NATO-Haupt­quar­tier in Brüs­sel der Spruch, dass die Amis es mal wie­der dar­auf ange­legt hät­ten, “bis zum letz­ten Bun­des­wehr­sol­da­ten gegen die Rus­sen zu kämp­fen”. Seit dem Ende des Kal­ten Kriegs haben die USA mit der von Washing­ton geführ­ten NATO ihre Gren­zen weit nach Osten vor­ge­scho­ben, wes­halb sich auch das poten­zi­el­le Kano­nen­fut­ter ver­än­dert hat. Anschei­nend haben die Ukrai­ner in der aktu­el­len Neu­auf­la­ge des Kal­ten Kriegs den Platz der Deut­schen ein­ge­nom­men.

Um das für den zwei­ten Kal­ten Krieg not­wen­di­ge rea­lis­ti­sche Bedro­hungs­po­ten­zi­al gegen Russ­land auf­zu­bau­en, waren es vor allem die USA, die der neo­fa­schis­ti­schen Putsch­re­gie­rung in der Ukrai­ne in den letz­ten vier Jah­ren nicht nur mit umfang­rei­chen Waf­fen­lie­fe­run­gen unter die Arme gegrif­fen, son­dern auch mit grö­ße­ren Aus­bil­dungs­pro­gram­men die ukrai­ni­sche Armee in moder­nen Kampf­tech­ni­ken gedrillt und weit­ge­hend NATO-kom­pa­ti­bel gemacht haben.

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Zugleich wur­de die kor­rup­te Regie­rung in Kiew, die den ukrai­ni­schen Staat erst recht zugrun­de gewirt­schaf­tet hat, trotz anhal­ten­der Miss- und Vet­tern­wirt­schaft mit immer neu­en, groß­zü­gi­gen Mil­li­ar­den-Hil­fen über Was­ser gehal­ten. Nur so konn­te Washing­ton die Faschis­ten und Olig­ar­chen in Kiew an der Macht hal­ten, denen die US-Fal­ken die Rol­le der Kano­nen­fut­ter­lie­fe­ran­ten im neu­en Kal­ten Krieg zuge­dacht haben.

Vie­les deu­tet dar­auf hin, dass die US-Kriegs­trei­ber inzwi­schen bereit sind, in einen Stell­ver­tre­ter­krieg bis zum letz­ten ukrai­ni­schen Sol­da­ten gegen Russ­land zu kämp­fen, ohne selbst direkt in Kriegs­hand­lun­gen ver­wi­ckelt zu wer­den. Sie haben genau das erreicht, was sie Mos­kau unmit­tel­bar nach dem Mai­dan-Putsch ange­droht hat­ten, dass sie näm­lich in Zukunft jeder­zeit vor der Haus­tür Russ­lands zün­deln könn­ten, wenn sich der Kreml dazu anschickt, die US-Welt­herr­schafts­plä­ne zu durch­kreu­zen.

Um aber das ukrai­ni­sche Gangs­ter-Régime bei der Stan­ge zu hal­ten, muss es mit Geld, mit viel Geld gefüt­tert wer­den. Da die USA zusam­men mit dem rest­li­chen “Wer­te­wes­ten” Kraft ihrer Stimm­an­tei­le den Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) kon­trol­lie­ren, kommt das meis­te Geld nicht ein­mal aus dem US-Staats­haus­halt, son­dern vom IWF. In Euro­pa hat sich die EU in Brüs­sel beson­ders groß­zü­gig bei der Ver­ga­be von unse­ren Steu­er­gel­dern gezeigt, mit denen sie in Kiew, der euro­päi­schen Haupt­stadt der finan­zi­el­len Selbst­be­die­nung, ein Fass ohne Boden zu stop­fen ver­sucht.

Am Mitt­woch letz­ter Woche, am sel­ben Tag, als der ukrai­ni­sche Prä­si­dent das neue Gesetz über das Kriegs­recht unter­zeich­net hat­te, hat­te Chris­ti­ne Lagar­de, geschäfts­füh­ren­de Direk­to­rin des IWF, Poro­schen­ko in einem Tele­fon­ge­spräch per­sön­lich eine neu­es Hilfs­pa­cket zuge­sagt. Laut der ukrai­ni­schen Nach­rich­ten­agen­tur UNIAN habe Lagar­de ihm ver­si­chert, dass wich­ti­ge Para­me­ter des ukrai­ni­schen Haus­halts für 2019 auf dem (welch ein Witz ; der Autor) rich­ti­gen Weg sei­en, um ein im letz­ten Monat ver­ein­bar­tes neu­es Hilfs­pro­gramm in Höhe von 3,9 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu ver­ein­ba­ren, “das dem Land dabei hel­fen soll, die Finanz­sta­bi­li­tät und das Ver­trau­en der inter­na­tio­na­len Inves­to­ren ins­be­son­de­re vor einer unsi­che­ren Wahl­pe­ri­ode im nächs­ten Jahr auf­recht­zu­er­hal­ten”. Zugleich habe Frau Lagar­de gegen­über Poro­schen­ko betont, dass “die Ein­füh­rung des Kriegs­rechts die Inter­ak­ti­on mit dem IWF nicht beein­flusst”.

Ange­sichts der frie­ren­den Städ­te, der gras­sie­ren­den Armut der Men­schen und des zuneh­men­den Hun­gers und der Krank­hei­ten wegen Lebens­mit­tel­man­gels ist die­se IWF-Erklä­rung blan­ker Zynis­mus.

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Die neue Ver­ein­ba­rung, die im Okto­ber die­ses Jah­res zwi­schen dem IWF und der Ukrai­ne unter­zeich­net wor­den war, soll sich über 14 Mona­te erstre­cken. Sie tritt an die Stel­le eines frü­he­ren Hilfs­pro­gramms in Höhe von 17,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar aus dem Jahr 2015, das die maro­de Wirt­schaft der Ukrai­ne unter­stüt­zen soll­te. Auch die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on hat Ende Novem­ber wei­te­re 500 Mil­lio­nen Euro für die Ukrai­ne locker­ge­macht. Das ist die ers­te Tran­che des vier­ten Pro­gramms der Mul­ti-Mil­li­ar­den-Euro-Hil­fe für die Put­schis­ten in Kiew.

Trotz all die­ser Hil­fen liegt die Wirt­schaft des Lan­des am Boden. Vor allem wegen des fort­dau­ern­den Krie­ges des faschis­ti­schen Regimes in Kiew gegen gro­ße Tei­le der rus­sisch­spra­chi­gen Bevöl­ke­rung der Ukrai­ne befin­det sie sich in einem hoff­nungs­lo­sen Zustand. In die­ser Situa­ti­on zu erklä­ren – wie es IMF-Che­fin Lagar­de laut den Mel­dun­gen anschei­nend getan hat –, dass Poro­schen­kos “Ein­füh­rung des Kriegs­rechts die Inter­ak­ti­on mit dem IWF nicht beein­flusst”, hat mit ver­ant­wor­tungs­vol­ler Kre­dit­ver­ga­be einer inter­na­tio­na­len Finanz­in­sti­tu­ti­on abso­lut gar nichts mehr zu tun, aber sehr viel mit finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung des “Wer­te­wes­tens” für die Poli­tik der Kriegs­trei­ber gegen Russ­land.

Der Jour­na­list Mark Ames hat offen­sicht­lich die­sel­be Beob­ach­tung gemacht und sie tref­fend wie folgt zusam­men­ge­fasst :

Der IWF hat eine komi­sche Art und Wei­se, immer dann mit Geld­sä­cken und einem Lächeln auf den Fotos auf­zu­tau­chen, wenn pro­west­li­che Gewalt­herr­scher das Kriegs­recht erklä­ren.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Ukraine wird zu einer Bürde” – der deutsche Streit zum Umgang mit der Ukraine und Russland


Von Wla­dis­law San­kin

Erin­nert sich noch jemand an das Jahr 2014 ? Fast täg­li­che Fern­sehrun­den zum The­men “Was will Putin”, Bedro­hungs­sze­na­ri­en, Gesprä­che über Sank­tio­nen — den deut­schen Leser, Zuschau­er, Zuhö­rer wird ein neu­es Voka­bu­lar in Bezug auf Russ­land ein­ge­trich­tert : “Anne­xi­on”, “Aggres­si­on”, “Sepa­ra­tis­ten”, “Desta­bi­li­sie­rung” — und folg­lich — “Sank­tio­nen”. Und die Ukrai­ne, wo vor weni­gen Wochen und Mona­ten ein gewalt­sa­mer Macht­wech­sel her­bei­be­ju­belt wur­de, sei Opfer Russ­lands. Vie­le Medi­en­nut­zer waren empört über sol­che Ein­sei­tig­keit, sie bemüh­ten sich um ande­re Nar­ra­ti­ve – was der Main­stream vor­sorg­lich als “rus­si­sche Pro­pa­gan­da und Des­in­for­ma­ti­on” ver­un­glimpf­te.

Der poli­ti­sche Kon­flikt mit Russ­land wur­de fest­ge­fah­ren, grund­le­gend änder­te sich dabei lan­ge nichts. Mit der Zeit waren die Krim und die Ukrai­ne nicht mehr das Haupt­the­ma. Und lang­sam zeich­ne­te sich Nor­ma­li­tät ab : Der deut­sche Han­del mit Russ­land wuchs, lang­fris­ti­ge Pro­jek­te wie Nord-Stream 2 wur­den beschlos­sen und vor­an­ge­trie­ben – gegen den erheb­li­chen Druck der Russ­land-Geg­ner von bei­den Sei­ten des Atlan­tiks. Der ver­lust­rei­che Krieg in der Ost-Ukrai­ne, der nach Erstür­mung eini­ger Ver­wal­tungs­ge­bäu­de von­sei­ten der Auf­stän­di­schen und dar­auf­fol­gen­dem Ein­satz schwe­rer Waf­fen von­sei­ten der pro­vi­so­ri­schen Regie­rung in Kiew im Früh­jahr 2014 begann, wur­de ein­ge­fro­ren.

Und dann platz­te die Nach­richt über den Vor­fall in der Stra­ße von Kertsch am 25. Novem­ber, als zwei ukrai­ni­sche Patrouil­len­boo­te und ein Schlep­per von den Schif­fen der FSB gerammt und geken­tert wur­den. Die Besat­zung wur­de nach einer kur­zen Aus­ein­an­der­set­zung auf­grund der Grenz­ver­let­zung fest­ge­nom­men. Bei­de Sei­ten war­fen ein­an­der Pro­vo­ka­ti­on vor. Nach ein­ein­halb Tagen beschloss das ukrai­ni­sche Par­la­ment auf Gesuch des Prä­si­den­ten, das Kriegs­recht in zehn Gebie­ten der Süd-Ost­ukrai­ne. Es begann Krim-Kri­se 2.0.

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Mit den glei­chen Betei­lig­ten – Jour­na­lis­ten, Poli­ti­kern, Diplo­ma­ten – wie auch vor vier Jah­ren hat man in deut­schen Medi­en wie­der über das rus­si­sche “aggres­si­ve Ver­hal­ten” und “Bruch der inter­na­tio­na­len Regeln” dis­ku­tiert. Man hat wie­der über rus­si­sche Ein­mär­sche im Bal­ti­kum oder gar Polen fabu­liert. Der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter Andrij Mel­nick for­der­te in deut­schen Medi­en die Ent­sen­dung deut­scher Kriegs­schif­fe ins Schwar­ze Meer. Auch der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko wur­de in die­sen Tagen oft zitiert – unhin­ter­fragt gab man sei­ne Befürch­tun­gen über einen “groß­an­ge­leg­ten Krieg” mit Russ­land wei­ter. Auch er ver­lang­te mehr NATO-Schif­fe im Schwar­zen Meer. Der ukrai­ni­sche Pre­mier Wla­di­mir Grois­man for­der­te in Ber­lin das Anle­ge­ver­bot für rus­si­sche Schif­fe. Eine neue Kriegs­hys­te­rie war wie­der per­fekt. Eigent­lich. 

Denn die Unter­schie­de zum Jahr 2014 waren nicht zu ver­ken­nen. Nicht nur der ukrai­ni­sche Bot­schaf­ter wur­de befragt. Auch der rus­si­sche Bot­schaf­ter kam mit sei­ner Ver­si­on zu Wort. Diet­mar Bartsch trat mit ver­söhn­li­chen Tönen bei der ARD auf. Die Bun­des­re­gie­rung hielt sich mit schar­fer Rhe­to­rik gegen Russ­land zurück. Sor­ge – ja. Auch Kri­tik – aber wann hat Ber­lin in den letz­ten Jah­ren Mos­kau nicht kri­ti­siert ? In Bue­nos Aires bespra­chen dann Ange­la Mer­kel und Wla­di­mir Putin die Sache in aller Ruhe beim Früh­stück. Der rus­si­sche Prä­si­dent zeich­ne­te Emma­nu­el Macron auf dem Papier den Her­gang des Vor­falls nach. US-Prä­si­dent Donald Trump ging Wla­di­mir Putin beim G20-Gip­fel aus dem Weg — ein sou­ve­rä­nes Ver­hal­ten sieht anders aus.

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Gabri­el vs. Kramp-Kar­ren­bau­er

Zeit­gleich zum Gip­fel mach­te sich für Ent­span­nung im wie­der­auf­ge­flam­men Kon­flikt der frü­he­re Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el stark. Deutsch­land dür­fe sich “nicht in einen Krieg gegen Russ­land hin­ein­zie­hen las­sen”, sag­te er dem Tages­spie­gel am 1. Dezem­ber. Ähn­lich äußer­te er sich am Tag zuvor in einem Inter­view mit dem Fern­seh­sen­der NTV. Gabri­el kri­ti­sier­te For­de­run­gen der Ukrai­ne nach deut­schen Kriegs­schif­fen gegen Russ­land sowie den Vor­schlag nach einer Schlie­ßung von inter­na­tio­na­len Häfen für rus­si­sche Schif­fe aus der Krim-Regi­on.

Gabri­el nann­te dies “eine Neu­auf­la­ge der Kano­nen­boot-Poli­tik” und spiel­te damit auf die Vor­schlä­ge der CDU-Gene­ral­se­kre­tä­rin und Par­tei­vor­sitz-Kan­di­da­tin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er an. Sie hat­te – ganz im Sin­ne der Ukrai­ne – eine Schlie­ßung von euro­päi­schen und US-Häfen für rus­si­sche Schif­fe aus der Krim-Regi­on ins Spiel gebracht. Die­se soll­ten “so lan­ge nicht mehr in euro­päi­sche oder US-Häfen ein­lau­fen dür­fen, wie die­ser Zustand mit der Ukrai­ne nicht besei­tigt ist”, sag­te sie der Agen­tur Reu­ters.

Wenn es sich bestä­tigt, dass die Aggres­si­on von Russ­land aus­ge­gan­gen ist, dann bin ich der Mei­nung, muss es auch eine kla­re Ant­wort geben”, so Kramp-Kar­ren­bau­er.

Trotz des Vor­be­halts einer “Über­prü­fung”, warf Gabri­el Kramp-Kar­ren­bau­er vor, “mit star­ken Sprü­chen den inner­par­tei­li­chen Wahl­kampf beför­dern” zu wol­len. Deutsch­lands Rol­le sei die Ver­mitt­lung und Dees­ka­la­ti­on und nicht das Anhei­zen des Kon­flikts, sag­te er. Gabri­el schlug vor, den Sitz im UN-Sicher­heits­rat, den Deutsch­land ab Janu­ar für zwei Jah­re inne­hat, zu nut­zen, um ein UN-Blau­helm-Man­dat für die Ost-Ukrai­ne zu beschlie­ßen.

End­lich einen Waf­fen­still­stand errei­chen, den Rück­zug der schwe­ren Waf­fen auf bei­den Sei­ten durch­set­zen und dann danach auch einen ers­ten Schritt zum Abbau von Sank­tio­nen unter­neh­men : das ist der ein­zi­ge Weg her­aus aus die­sem völ­lig ver­fah­re­nen Kon­flikt“, sag­te Gabri­el.

Zuneh­men­de Absto­ßung ?

Schwenkt Deutsch­land auf einen aus­ge­wo­ge­ne­ren Russ­land-Kurs ein ? Geht die Bun­des­re­gie­rung auf Distanz zu Kiew ? Wenn man bedenkt, dass Deutsch­land so etwas wie eine Paten­schaft über die Ukrai­ne nach dem Mai­dan vor fünf Jah­ren über­nom­men hat, ja. Rus­si­sche Exper­ten, mit denen RT sprach, ver­zeich­nen jeden­falls zuneh­men­de Ukrai­ne-Müdig­keit und zwar euro­pa­weit. 

So sag­te der Ana­lyst des Zen­trums für Euro­päi­sche For­schung der Rus­si­schen Aka­de­mie der Wis­sen­schaf­ten Wla­di­mir Olent­schen­ko, die Kie­wer Füh­rung sei dar­an inter­es­siert, die “äuße­ren Spie­ler” in ein bestimm­tes “Mili­tär­aben­teu­er” hin­ein­zie­hen zu las­sen. Den­noch, in Deutsch­land und in der EU ins­ge­samt, rie­fen sol­che Hand­lun­gen nur Absto­ßung her­vor.

Es ist erfreu­lich, dass man in Deutsch­land das ver­steht und die­sen Vor­fall klar ein­schätzt, indem man es ablehnt, in sol­chen Aben­teu­ern der Ukrai­ne als Ver­bün­de­te auf­zu­tre­ten,” füg­te Olent­schen­ko hin­zu.

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Kiew rech­ne­te mit einer Reak­ti­on von­sei­ten der Euro­päi­schen Uni­on, sag­te Anton Bre­di­chin, Lei­ter des Zen­trums für eth­ni­sche und inter­na­tio­na­le Stu­di­en, dafür sei auch pro­vo­ziert wor­den. Aber Poro­schen­ko habe nicht bekom­men, womit er gerech­net habe – die Ver­tre­ter der EU hät­ten sich mit der Stan­dard­er­klä­rung von Kri­tik an Mos­kau begnügt. Kiew und die USA woll­ten, dass die Euro­pä­er die Ukrai­ne bei­na­he als voll­wer­ti­ges Mit­glied der EU und NATO anse­hen.

Sie rea­li­sie­ren immer mehr, dass die Ukrai­ne in Wirk­lich­keit eine schwe­re Bür­de ist, die man eigent­lich nicht braucht,” so Bre­di­chin.

Bei allen even­tu­el­len juris­ti­schen Streit­punk­ten zum See­recht, die auch in die­sem Fall eine Rol­le spie­len könn­ten – der pro­vo­ka­ti­ve Cha­rak­ter der unan­ge­mel­de­ten ukrai­ni­schen Fahrt auf die Krim-Brü­cke zu ist offen­sicht­lich. Soll­te Russ­land schär­fer reagie­ren, im schlimms­ten Fall mit Ver­sen­kung der Boo­te und Todes­fäl­len von­sei­ten der ukrai­ni­schen Sol­da­ten, gäbe es nun aller Wahr­schein­lich­keit nach eine neue andau­ern­de schwe­re Kri­se auf der gan­zen Linie des Wes­tens gegen Russ­land – mit unaus­weich­li­chen Sank­tio­nen und gefähr­li­chen Droh­ge­bär­den. Es bleibt zu hof­fen, dass das Kriegs­recht in der Ukrai­ne kei­ne neue Kri­sen ver­ur­sa­chen wird. 

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RT Deutsch


SBU : Ukraine nimmt als Antwort russische Schiffe ins Visier


Die Ukrai­ne erwägt der­zeit streng ana­lo­ge Hand­lun­gen als Ant­wort auf die Fest­set­zung der drei Schif­fe der ukrai­ni­schen Mari­ne mit 24 Matro­sen. Das teil­te Igor Gus­kow, ein rang­ho­her Ver­tre­ter des ukrai­ni­schen Inland­ge­heim­diens­tes SBU, am Frei­tag mit.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Ukrainischer Premier in Berlin : Stoppt Putin und investiert in die Ukraine


von Wla­dis­law San­kin

Beim drit­ten Deutsch-Ukrai­ni­schen Busi­ness-Forum im Haus der deut­schen Wirt­schaft spra­chen Wla­di­mir Grois­man und Ange­la Mer­kel vor den deut­schen Unter­neh­men, die in der Ukrai­ne tätig sind. Inzwi­schen sind es 2.500 und der bila­te­ra­le Han­del wächst. Wäh­rend der ukrai­ni­sche Pre­mier über­wie­gend sein Land für Reform­for­schrit­te lob­te und für Inves­ti­tio­nen warb, mied die deut­sche Kanz­le­rin The­men mit grö­ße­rem Kon­flikt­po­ten­zi­al nicht.

Sie begrün­de­te aufs Neue die alten anti­rus­si­schen Sank­tio­nen als Fol­ge der “rus­si­schen Ver­let­zung des inter­na­tio­na­len Rechts”. Auch für die Anspan­nung in der Stra­ße von Kersch mach­te sie den rus­si­schen Prä­si­den­ten indi­rekt ver­ant­wort­lich : Er habe die Krim-Brü­cke über die Stra­ße von Kertsch gar nicht bau­en dür­fen. Nun habe die Ukrai­ne Schwie­rig­kei­ten mit dem Zugang zum wich­ti­gen Hafen Mariu­pol im Asow­schen Meer.

Sie ver­sprach jedoch kei­ne neu­en Sank­tio­nen gegen Mos­kau – anders als von Kiew erhofft. Ber­lin ver­langt zwar die Frei­las­sung der fest­ge­setz­ten ukrai­ni­schen See­leu­te, will aber die recht­li­che Lage und die Umstän­de des Kon­flikts genau­er anschau­en. Es sieht nicht nach einem gro­ßen Skan­dal aus.

Viel­leicht auf­grund die­ser Hal­tung hat Wla­di­mir Grois­man bei der dar­auf­fol­gen­den Dis­kus­si­on in den Räu­men der Deut­schen Gesell­schaft für Aus­wär­ti­ge Poli­tik (DGAP) an schar­fen Tönen gegen Russ­land nicht mehr gespart. Die gan­ze demo­kra­ti­sche Welt müs­se den Aggres­sor auf­hal­ten. Er müs­se einen hohen Preis zah­len, sag­te er vor ca. 100 Gäs­ten – Diplo­ma­ten, Jour­na­lis­ten, Wis­sen­schaft­ler und Ver­tre­ter der NGOs. 

Doch auch hier war das Haupt­an­lie­gen des Pre­miers, ein posi­ti­ves Bild der Ukrai­ne zu ver­mit­teln und die deut­sche Sei­te von den gro­ßen Fort­schrit­ten der neu­en ukrai­ni­schen Demo­kra­tie zu über­zeu­gen. Ren­ten­sys­tem, Gesund­heits­we­sen und Bil­dungs­sys­tem wer­den jetzt gleich­zei­tig refor­miert, es ste­he aber die kom­plet­te Sanie­rung des Jus­tiz­sys­tems und der Ver­wal­tung bevor. Die­se Refor­men sei­en der Schlüs­sel zum Erfolg.

Er beklag­te aber, dass “das alte Sys­tem” noch exis­tie­re, was bei­spiels­wei­se die Re-Kon­so­li­die­rung der Par­tei der Regio­nen mög­lich mache und Russ­land eben­so ermög­li­che, auf die bevor­ste­hen­de Wah­len Ein­fluss zu neh­men. Zum Olig­ar­chen­sys­tem, von Ko-Refe­rent Ste­fan Meis­ter ange­spro­chen, sag­te Grois­mann, bei den Olig­ar­chen­klans han­de­le es sich um Mono­po­le, die man durch einen frei­en Markt auf­lo­ckern soll­te.

Nach dem ers­ten Podi­ums­ge­spräch folg­te eine lan­ge Dis­kus­si­on mit den Gäs­ten. Ihr ging ein Hin­weis vor­aus, dass, auf Wunsch des ukrai­ni­schen Gas­tes, die­ser nicht zitiert wer­den dür­fe. Das war scha­de. Denn die inter­es­san­tes­ten Fra­gen – zur mas­sen­haf­ten Arbeits­aus­wan­de­rung aus der Ukrai­ne, Armut, der ange­streb­ten Kir­chen­spal­tung und den genau­en Umstän­den des Grenz­kon­flikts mit Russ­land – folg­ten erst jetzt. Die Ant­wor­ten des Pre­miers eben auf die­se Fra­gen waren wenig aus­sa­ge­kräf­tig, ver­let­zend oder gar unwis­send. So ver­moch­te Wla­di­mir Grois­man kei­ne Argu­men­te zu lie­fern, die bele­gen konn­ten, dass die Ukrai­ne bei dem Kon­flikt im Schwar­zen Meer nicht falsch gehan­delt hät­te. Die jedem Schul­kind bekann­te Bös­ar­tig­keit Russ­land soll­te schon als Argu­ment genü­gen – so kann man die Ant­wor­ten des Pre­miers inter­pre­tie­ren. Aber hier soll­ten die Leser uns aufs Wort glau­ben.

Auch die­ses Tref­fen zeig­te : Die Kie­wer Wunsch­lis­te an den Wes­ten, Russ­land soweit wie mög­lich zu sank­tio­nie­ren und der Ukrai­ne durch einen “zwei­ten Mar­shall-Plan” zu hel­fen, bleibt nur ansatz­wei­se erfüllt. Den­noch, eine Nach­richt, die mit­ten in die Dis­kus­si­on plopp­te, sorg­te bei dem ukrai­ni­schen Pre­mier für ein zufrie­de­nes Lächeln : Donald Trump habe das Tref­fen mit Wla­di­mir Putin auf dem G-20-Gip­fel “wegen der neu­en Krim-Kri­se” abge­sagt.

Mehr zum The­ma — “Eine gro­ße Freun­din der Ukrai­ne”: Poro­schen­ko setzt auf Kanz­le­rin Mer­kel

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Keine militärische Lösung – Merkel mahnt Ukraine, “klug zu sein”


Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel sag­te, dass der Wes­ten Sank­tio­nen gegen Russ­land ver­hängt habe, um sich für das Völ­ker­recht ein­zu­set­zen, und füg­te hin­zu, dass sie die Asow­sche Fra­ge mit dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin auf einem bevor­ste­hen­den G20-Gip­fel bespre­chen wer­de. Eine Lösung des Kon­flikts wer­de es nur im Gespräch geben.

Es gibt kei­ne mili­tä­ri­sche Lösung,

sag­te Mer­kel bei der Eröff­nung des deutsch-ukrai­ni­schen Wirt­schafts­fo­rums. Die Ukrai­ne mahn­te sie, “klug zu sein”.

Wir ver­hän­gen kei­ne Sank­tio­nen gegen Russ­land um der Sank­tio­nen wil­len, son­dern wir ver­hän­gen Sank­tio­nen, um deut­lich zu machen, dass Län­der, auch wenn sie auf­grund ihrer ter­ri­to­ria­len Situa­ti­on Russ­land nahe­ste­hen, das Recht auf ihre eige­ne Ent­wick­lung haben”, sag­te sie auf einer deutsch-ukrai­ni­schen Kon­fe­renz in Ber­lin. “Das sind die Prin­zi­pi­en des Völ­ker­rechts.”

Nord Stream 2 bleibt

Mer­kel bekräf­tig­te ihre Bereit­schaft, zusam­men mit Frank­reich im soge­nann­ten Nor­man­die-For­mat wei­ter mit Mos­kau und Kiew zu spre­chen. Die Erfol­ge sei­en bis­her aber “sehr, sehr gering”. Die Kanz­le­rin warf Russ­land vor, nicht nur im Osten der Ukrai­ne, son­dern auch in ande­ren regio­na­len Kon­flik­ten für Insta­bi­li­tät zu sor­gen. Sie nann­te Geor­gi­en, Mol­da­wi­en, Aser­bai­dschan und Arme­ni­en. “Es gibt einen Gür­tel von Län­dern, die sich nicht so ent­wi­ckeln kön­nen, wie sie möch­ten. Davor kön­nen wir als Deut­sche nicht die Augen ver­schlie­ßen.”

Mer­kel ging auch auf ukrai­ni­sche Kri­tik am Pipe­line-Pro­jekt Nord Stream 2 von Russ­land nach Deutsch­land ein. Es müs­se sicher­ge­stellt wer­den, dass die Ukrai­ne wei­ter ein wich­ti­ges Tran­sit­land blei­be. “Sie dür­fen davon aus­ge­hen, dass wir trotz der unter­schied­li­chen Ein­schät­zung zu Nord Stream 2 mit vol­ler Kraft für die Ukrai­ne als Gas-Trans­por­teur ein­tre­ten.”

In der EU haben die Befür­wor­ter einer har­ten Hal­tung gegen Russ­land nach einem erneu­ten Auf­flam­men der Span­nun­gen mit der Ukrai­ne mehr Sank­tio­nen gefor­dert, aber der gespal­te­ne Block wer­de nicht schnell han­deln, wenn über­haupt, so mei­nen diplo­ma­ti­sche Quel­len.

(Reuters/dpa/RT)

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Eine große Freundin der Ukraine”: Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel


Ange­la, lasst uns Ange­la ein­be­zie­hen”, sag­te US-Prä­si­dent Donald Trump in einem Inter­view mit der New York Post. Dem­nach sprach er sich dafür aus, dass Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel im Kon­flikt zwi­schen Mos­kau und Kiew – wegen des Vor­falls zwi­schen rus­si­schen und ukrai­ni­schen Mili­tär­schif­fen in der Stra­ße von Kertsch – ver­mit­teln soll, um die Situa­ti­on nicht wei­ter eska­lie­ren zu las­sen. Neben Kanz­le­rin Mer­kel sol­le auch Frank­reich ein­be­zo­gen wer­den, aber der US-Prä­si­dent ließ offen, was die bei­den Regie­run­gen genau tun soll­ten.

Fast gleich­zei­tig for­der­te der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko etwas ganz Kon­kre­tes : In zwei Inter­views mit deut­schen Medi­en rief er die Bun­des­re­pu­blik und die NATO auf, Kriegs­schif­fe zu ent­sen­den.

Wir brau­chen eine erhöh­te Prä­senz von Kriegs­schif­fen aus Deutsch­land und ver­bün­de­ten Län­dern im Schwar­zen Meer als Bot­schaft der Abschre­ckung gegen Russ­land”, sag­te Poro­schen­ko den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

In einem Inter­view mit der Bild sag­te er :

"Eine große Freundin der Ukraine": Poroschenko setzt auf Kanzlerin Merkel

Beson­ders auf die Unter­stüt­zung und Ver­mitt­lung der deut­schen Bun­des­kanz­le­rin setzt der ukrai­ni­sche Prä­si­dent. So sag­te Poro­schen­ko : 

Kanz­le­rin Mer­kel ist eine gro­ße Freun­din der Ukrai­ne. Im Jahr 2015 hat sie durch ihre Ver­hand­lun­gen in Minsk schon ein­mal unser Land geret­tet, wir hof­fen dar­auf, dass sie uns zusam­men mit unse­ren ande­ren Alli­ier­ten noch ein­mal so sehr unter­stützt.

Russ­lands Prä­si­dent wol­le die gan­ze Ukrai­ne haben

Dem rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin warf Poro­schen­ko vor, Lügen zu ver­brei­ten und einen wei­te­ren Teil der Ukrai­ne “annek­tie­ren” zu wol­len.

Putin will das alte rus­si­sche Reich zurück. Die Krim, den Don­bass, er will das gesam­te Land. Als rus­si­scher Kai­ser, so wie er sich sieht, kann sein Reich nicht ohne die Ukrai­ne funk­tio­nie­ren, er sieht uns als Kolo­nie”, so Poro­schen­ko.

Seit­dem er aber im Amt sei, “ist die Ukrai­ne kei­ne Kolo­nie mehr”. Man habe auch Hin­wei­se, dass der rus­si­sche Prä­si­dent auch eine “erneu­te Boden-Offen­si­ve pla­nen könn­te”. Auch im Fun­ke-Inter­view warf der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Russ­land vor, “sei­ne Beset­zung der Ukrai­ne aus­wei­ten” und unter ande­rem die Städ­te Mariu­pol und Ber­d­jansk erobern zu wol­len.

Wenn eini­ge Poli­ti­ker nicht auf­hö­ren, mit Russ­lands Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin zu kuscheln, soll­te nie­mand aus­schlie­ßen, dass das Aus­maß der rus­si­schen Aggres­si­on wei­ter zunimmt”, so Poro­schen­ko.

Laut dem 53-jäh­ri­gen Mil­li­ar­där wird in die­sen Tagen die Zukunft der frei­en Welt in der Ukrai­ne ent­schie­den.

Außen­mi­nis­ter Maas will kei­ne “Mili­ta­ri­sie­rung des Kon­flikts”

Die rus­si­sche Küs­ten­wa­che hat­te am Sonn­tag im rus­si­schen Ter­ri­to­ri­al­ge­wäs­ser des Schwar­zen Mee­res drei Schnell­boo­te der ukrai­ni­schen See­streit­kräf­te gestoppt und beschlag­nahmt. Sie hat­ten zuvor mehr­fa­che War­nun­gen und Umkehr­be­feh­le igno­riert. An Bord der Schif­fe waren neben ukrai­ni­schen Mili­tärs auch Ange­hö­ri­ge des SBU, des Geheim­diens­tes der Ukrai­ne. Russ­land wirft Poro­schen­ko eine geziel­te Pro­vo­ka­ti­on mit Blick auf die ukrai­ni­sche Prä­si­den­ten­wahl im März vor. Kiew wie­der­um spricht davon, dass Russ­land die Ukrai­ne mili­tä­risch ange­grif­fen habe, und ließ das Kriegs­recht aus­ru­fen.

Aus Ber­lin gab es hin­sicht­lich der For­de­rung nach mili­tä­ri­scher Unter­stüt­zung eine Absa­ge.

Ich habe Ver­ständ­nis für die Sor­gen, die es in der Ukrai­ne gibt”, sag­te Außen­mi­nis­ter Hei­ko Maas am Don­ners­tag in Ber­lin.

Für die Akti­on des rus­si­schen Mili­tärs habe es kei­ne recht­li­che Grund­la­ge gege­ben. “Was wir aber nicht wol­len, ist eine Mili­ta­ri­sie­rung die­ses Kon­flikts, son­dern wir wol­len einen poli­ti­schen Pro­zess.” Das habe er in einem Tele­fo­nat sei­nem rus­si­schen Kol­le­gen Ser­gei Law­row gesagt, und das wer­de er in einem Tele­fo­nat am Nach­mit­tag dem ukrai­ni­schen Minis­ter­prä­si­den­ten sagen.

Mehr zum The­ma — Law­row : Washing­ton tole­riert nicht nur Kiews Aktio­nen, son­dern pro­vo­ziert sie

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Ukraine provoziert militärische Konfrontation in der Nähe der Krim


Gegen 7:00 Uhr Mos­kau­er Zeit am Sonn­tag über­quer­ten zwei Artil­le­rie­boo­te und ein Schlep­per der ukrai­ni­schen Mari­ne die rus­si­sche See­gren­ze im Schwar­zen Meer und fuh­ren auf die Stra­ße von Kertsch zu.

Schif­fe pas­sie­ren die Meer­enge in der Regel nach ent­spre­chen­der Geneh­mi­gung und nach einem Zeit­plan ; aber die­se Schif­fe hat­ten kei­ne sol­che Geneh­mi­gung, so der Föde­ra­le Dienst für Sicher­heit der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on (FSB), der für die Auf­recht­erhal­tung der Grenz­si­cher­heit zustän­dig ist.

Ukraine provoziert militärische Konfrontation in der Nähe der Krim
Sche­ma­ti­sche Bewe­gun­gen ukrai­ni­scher Schif­fe (gelb) in der Nähe der Kert­scher Stra­ße ©Goog­le Maps/bearbeitet

Rus­si­sche Offi­zie­re baten die ukrai­ni­schen Schif­fe wie­der­holt, das Ter­ri­to­ri­al­meer und die aus­schließ­li­che Wirt­schafts­zo­ne Russ­lands zu ver­las­sen. Die ukrai­ni­sche Sei­te igno­rier­te die­se For­de­run­gen.

Die Schif­fe führ­ten gefähr­li­che Manö­ver durch und befolg­ten nicht die gesetz­li­chen Anwei­sun­gen der rus­si­schen Behör­den”, sag­te der FSB in einer Erklä­rung. Die Schif­fe betra­ten auch Gewäs­ser, die für die Schiff­fahrt vor­über­ge­hend gesperrt waren.

Gegen 11:30 Uhr Mos­kau­er Zeit ver­lie­ßen zwei wei­te­re ukrai­ni­sche Schif­fe den Asow­schen See­ha­fen Ber­dyansk. Sie näher­ten sich der Stra­ße von Kertsch von der ande­ren Sei­te, kehr­ten dann aber um.

Ukraine provoziert militärische Konfrontation in der Nähe der Krim
Sche­ma­ti­sche Bewe­gun­gen ukrai­ni­scher Schif­fe (gelb) in der Nähe der Stra­ße von Kertsch © Goog­le Maps / bear­bei­tet

Bald dar­auf wur­de die Stra­ße von Kertsch kom­plett blo­ckiert. Ein Video von der Sze­ne zeig­te einen Mas­sen­gut­frach­ter unter dem Bogen der Krim­brü­cke, der den ein­zi­gen Durch­gang durch die Meer­enge schloss. Das Fracht­schiff wur­de von meh­re­ren rus­si­schen Mili­tär­schif­fen beglei­tet.

Spä­ter bestä­tig­te der Gene­ral­di­rek­tor der Krim­see­hä­fen, Ale­xej Wol­kow, dass die Stra­ße “aus Sicher­heits­grün­den” geschlos­sen wur­de.

Das rus­si­sche Mili­tär hat offen­bar auch Kampf­flug­zeu­ge auf­stei­gen las­sen, um die Sicher­heit vor Ort zu erhö­hen, wäh­rend die Lage ange­sichts der Akti­vi­tä­ten der ukrai­ni­schen Armee ange­spannt blieb. Vide­os zeig­ten auch rus­si­sche Ka-52-Kampf­hub­schrau­ber, die die Krim­brü­cke kreuz­ten. Spä­ter schlos­sen sich ihnen meh­re­re Su-25-Erd­kampf­flug­zeu­ge an.

Ukrai­ni­sche Schif­fe setz­ten ihre Bewe­gun­gen trotz War­nun­gen der rus­si­schen Behör­den fort. Die ukrai­ni­sche Mari­ne gab an, dass Mili­tär­schif­fe von der Hafen­stadt Odes­sa zum Asow-Hafen von Mariu­pol als Teil eines geplan­ten Rou­ti­ne­trans­fers segel­ten und füg­te hin­zu, dass sie die rus­si­schen Behör­den vor der Rei­se im Vor­aus gewarnt hät­te.

Der FSB ver­ur­teil­te die Hand­lun­gen der ukrai­ni­schen Schif­fe als “Pro­vo­ka­ti­on” und äußer­te die Befürch­tung, dass sie zu einer “Kon­flikt­si­tua­ti­on” füh­ren könn­ten.

Ein von den rus­si­schen Behör­den ver­öf­fent­lich­tes Video zeig­te die ukrai­ni­schen Schif­fe, die in unmit­tel­ba­rer Nähe zu den rus­si­schen Schif­fen manö­vrier­ten.

Um Mit­ter­nacht ver­öf­fent­lich­te der FSB eine Erklä­rung, in der er erklär­te, dass rus­si­sche Kriegs­schif­fe das Feu­er eröff­nen müss­ten, nach­dem die drei ukrai­ni­schen Schif­fe die “gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen zum Stop­pen” igno­riert und die “Durch­füh­rung gefähr­li­cher Manö­ver” fort­ge­setzt hät­ten.

Drei ukrai­ni­sche See­leu­te wur­den ver­wun­det und medi­zi­nisch ver­sorgt, wäh­rend die Schif­fe beschlag­nahmt wur­den. Die Grup­pe der Schif­fe, die auf dem Weg zur Meer­enge vom Asow­schen Meer waren, kehr­te zu ihrem Hafen zurück.

Kiew wen­det “Ban­di­ten­me­tho­den” an, um sei­ne Zie­le zu errei­chen, kri­ti­sier­te die Spre­che­rin des rus­si­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, Maria Sach­a­ro­wa, nach dem Vor­fall an der Stra­ße von Kertsch.

Die Ukrai­ne “insze­niert zunächst eine Pro­vo­ka­ti­on, spielt dann Macht­spie­le und beschul­digt [schließ­lich eine ande­re Sei­te] der Aggres­si­on”, fuhr sie fort.

Gegen Mit­ter­nacht rief der ukrai­ni­sche Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko den Natio­na­len Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­rat der Ukrai­ne (NSDC) zu einer Dring­lich­keits­sit­zung ein, in der vor­ge­schla­gen wur­de, das Kriegs­recht durch­zu­set­zen.

Die Wer­chow­na Rada, das ukrai­ni­sche Par­la­ment, wird am Mon­tag in einer Son­der­sit­zung dar­über abstim­men, ob der Beschluss gebil­ligt wer­den soll.

Poro­schen­ko erklär­te, dass das Kriegs­recht nicht bedeu­tet, dass die Trup­pen sofort mobi­li­siert wer­den, und sag­te, dass kei­ne offen­si­ven Ope­ra­tio­nen geplant sind.

Russ­land wie­der­um for­der­te eine außer­or­dent­li­che Sit­zung des UN-Sicher­heits­ra­tes, die eben­falls für Mon­tag geplant ist. Auf der Tages­ord­nung steht “die Auf­recht­erhal­tung des inter­na­tio­na­len Frie­dens und der inter­na­tio­na­len Sicher­heit.”

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Berlin drängt Ukraine zur Löschung der Staatsfeinde-Liste


Das Aus­wär­ti­ge Amt hat die ukrai­ni­sche Regie­rung auf­ge­for­dert, die umstrit­te­ne Lis­te der „Staats­fein­de“ aus dem Netz zu ent­fer­nen. Hin­ter­grund ist, dass auf der regie­rungs­na­hen Lis­te „Mirot­wo­rez“ vor Kur­zem der deut­sche Alt­kanz­ler Ger­hard Schrö­der gelan­det ist.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Mal ehrlich über Armut in Ukraine – Politiker kommentiert Poroschenkos Eingeständnis


Der Chef des Aus­schus­ses für Infor­ma­ti­ons­po­li­tik im rus­si­schen Föde­ra­ti­ons­rat (Par­la­ments­ober­haus), Ale­xej Pusch­kow, hat auf sei­ner Twit­ter-Sei­te die Äuße­rung des ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Petro Poro­schen­ko kom­men­tiert, der sein Land als eines der ärms­ten in Euro­pa ein­stuf­te.
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