Russlands Zukunft auf dem Spiel ? Wie Wladimir Putin den demografischen Trend umkehren will


Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat in sei­ner Rede zur Lage der Nati­on am Mitt­woch Umris­se einer Demo­gra­fie- und Sozi­al­po­li­tik skiz­ziert, mit der der demo­gra­fi­sche Trend im Land umge­kehrt wer­den soll. Die Demo­gra­fie war das ers­te Sach­the­ma, dem sich der Prä­si­dent in sei­ner Anspra­che wid­me­te – ein Beleg für die Bedeu­tung, die Putin dem The­ma bei­misst. Er beton­te zunächst die Bedeu­tung, die die Demo­gra­fie für Russ­land besit­ze :

Fami­lie, Geburt, Fort­pflan­zung und Respekt für Älte­re haben Russ­land und sei­ner mul­ti­eth­ni­schen Bevöl­ke­rung stets als star­ker mora­li­scher Rah­men gedient. Wir haben alles in unse­rer Macht ste­hen­de getan, um die fami­liä­ren Wer­te zu stär­ken und sind ent­schlos­sen, das auch künf­tig zu tun. In der Tat steht unse­re Zukunft auf dem Spiel.

Es folg­te eine Bestands­auf­nah­me der Lage im Land. Die­se fiel kri­tisch aus, die Gebur­ten­ra­te gehe zurück :

Russ­land hat eine in Bezug auf die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung extrem her­aus­for­dern­de Pha­se erreicht. (…) Die Gebur­ten­ra­te sinkt.

Als Grün­de dafür nann­te Putin “rein objek­ti­ve Ursa­chen”, die mit den enor­men Bevöl­ke­rungs­ver­lus­ten im Zwei­ten Welt­krieg und den dra­ma­ti­schen Jah­ren nach dem Ende der Sowjet­uni­on zu tun hät­ten. Aller­dings hei­ße das nicht, das man die­se Situa­ti­on hin­neh­men oder sich mit ihr abfin­den müs­se. “Defi­ni­tiv nicht.”

Der Prä­si­dent ver­wies auf die 2000er Jah­re, in denen es unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen gelun­gen sei, eine nega­ti­ve demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung umzu­keh­ren. Er glau­be fest dar­an, dass dies erneut mög­lich und bis Anfang 2024 die Rück­kehr zu einem natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­wachs­tum mög­lich sei.

Zum Errei­chen die­ses Ziels schlug Putin eine Rei­he kon­kre­ter sozi­al­po­li­ti­scher Maß­nah­men vor. Die Bezugs­gren­ze für staat­li­che Unter­stüt­zung für Kin­der soll vom Andert­halb­fa­chen auf das Dop­pel­te des Min­dest­ein­kom­mens erhöht wer­den. Auch die Unter­stüt­zung für die Betreu­ung behin­der­ter Kin­der soll erhöht wer­den.

Außer­dem müs­se das Ein­kom­men der Fami­li­en stei­gen. Dazu schlug Putin vor, die Grund­steu­er für Fami­li­en zu sen­ken. Je mehr Kin­der, des­to weni­ger Steu­ern soll­ten gezahlt wer­den. Dar­über hin­aus sol­len Fami­li­en stär­ker beim Abzah­len von Hypo­the­ken­kre­di­ten unter­stützt wer­den. Wei­ter­hin ver­sprach der Prä­si­dent bis Ende 2021 die Schaf­fung von 270.000 Kin­der­gar­ten­plät­zen. Wei­te­re Vor­schlä­ge sei­en will­kom­men.

Russlands Zukunft auf dem Spiel? Wie Wladimir Putin den demografischen Trend umkehren will

Putin zog eine kla­re Ver­bin­dung zwi­schen Demo­gra­fie und sozia­ler Lage. Die Lösung der demo­gra­fi­schen Pro­ble­me ste­he in direk­ter Bezie­hung zur Bekämp­fung der Armut. Die Zahl der unter der Armuts­gren­ze leben­den Men­schen habe sich seit dem Jahr 2000 von 40 auf 19 Mil­lio­nen ver­rin­gert, aller­dings habe die­se Zahl zwi­schen­zeit­lich schon ein­mal bei 15 gele­gen. Man wer­de sich des­halb auf die Bekämp­fung und Über­win­dung der Armut kon­zen­trie­ren. Der Staat müs­se Men­schen hel­fen, aus schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen her­aus­zu­kom­men.

Putins Aus­füh­run­gen ver­deut­li­chen die Unter­schie­de, die es in der Behand­lung des Demo­gra­fie­the­mas zwi­schen Russ­land und Deutsch­land gibt. Zunächst ein­mal fällt auf, wie pro­mi­nent und offen das rus­si­sche Staats­ober­haupt das The­ma debat­tiert. In Deutsch­land dage­gen ist das The­ma der Ele­fant im Raum – über die zen­tra­le Varia­ble für die Zukunft jedes Lan­des wird höchs­tens im Zusam­men­hang mit den “Bedürf­nis­sen der Wirt­schaft” gespro­chen.

Auch die Her­an­ge­hens­wei­sen könn­ten unter­schied­li­cher kaum sein. Putin setzt – ähn­lich wie Vik­tor Orban in Ungarn – auf ziel­ge­rich­te­te Maß­nah­men zur För­de­rung des natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­wachs­tums und zur Ver­bes­se­rung der sozia­len Lage von Fami­li­en mit Kin­dern.

Dage­gen gibt Deutsch­land zwar ein Viel­fa­ches für fami­li­en­po­li­ti­sche Leis­tun­gen aus, die Effek­te sind aller­dings über­schau­bar. Deut­sche Frau­en brin­gen durch­schnitt­lich noch weni­ger Kin­der zur Welt als rus­si­sche. Von einer Demo­gra­fie­po­li­tik im eigent­li­chen Sinn kann kei­ne Rede sein. Statt­des­sen ver­sucht man das Pro­blem durch Migra­ti­on zu lösen, also qua­si durch die Hin­ter­tür – mit unab­seh­ba­ren Fol­gen für den Zusam­men­halt der Gesell­schaft.

Auch die ideo­lo­gi­sche Ein­bet­tung ist eine ande­re. Wäh­rend Putin von Fami­lie und Fort­pflan­zung als “mora­li­schen Rah­men” der Gesell­schaft spricht, dreht sich die deut­sche Debat­te eher um Gen­der­fra­gen und dar­um, was alles eine Fami­lie sein kann.

Wla­di­mir Putins Vor­stoß zur Umkehr der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung in Russ­land ist ohne Fra­ge ehr­gei­zig. Sein Erfolg ist offen. Demo­gra­fi­sche Pro­zes­se sind nie leicht zu steu­ern. Das Feh­len jun­ger Frau­en als Fol­ge des Gebur­ten­knicks Anfang der Neun­zi­ger Jah­re ist schwer aus­zu­glei­chen.

Den­noch lässt sich Putins demo­gra­fie­po­li­ti­scher Vor­stoß als vor­bild­haft ver­ste­hen. Die Demo­gra­fie ist, ob gewollt oder nicht, für jede Gesell­schaft und jedes Land ein zen­tra­les The­ma, über das offen und ratio­nal debat­tiert wer­den muss. In Deutsch­land erfolgt dies der­zeit nicht in ange­mes­se­ner Wei­se.

Mehr zum The­ma — Die Ukrai­ne steht vor einer demo­gra­phi­schen “Kata­stro­phe” — immer mehr Bür­ger ver­las­sen das Land

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Schnelle Verdauung – schnellere Heimreise : Kreuzfahrtschiff muss nach Norovirus-Ausbruch umkehren


Die Fahr­gäs­te kämpf­ten mit Erbre­chen und Durch­fall. Die betrof­fe­nen Pas­sa­gie­re und Besat­zungs­mit­glie­der wur­den mit Medi­ka­men­ten behan­delt. Das Per­so­nal ver­such­te, alle mög­li­chen Vor­keh­run­gen zu tref­fen, um die Aus­brei­tung der Krank­heit zu ver­hin­dern, indem es alle Geträn­ke und Spei­sen selbst ser­vier­te, damit die Viren nicht auf das Geschirr gelang­ten. Da die Oasis of the Seas als Qua­ran­tä­ne­schiff dekla­riert wur­de, hat es Jamai­kas Regie­rung den Fahr­gäs­ten ver­bo­ten, in Fal­mouth von Bord zu gehen, wo die Pas­sa­gie­re eini­ge Exkur­sio­nen gebucht hat­ten. Ein Spre­cher des Unter­neh­mens Roy­al Carib­be­an sag­te schließ­lich : “Wir glau­ben, dass es das Rich­ti­ge ist, alle Men­schen früh nach Hau­se zu brin­gen, anstatt Gäs­te, die um ihre Gesund­heit besorgt sind, an Bord zu haben.”

Mehr zum The­ma — Frau über Bord ! Bri­ti­sche Tou­ris­tin über­lebt zehn Stun­den in kroa­ti­scher Adria

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Lufthansa-Flugzeug muss wegen zu großer Hitze im Irak umkehren


Preview Wegen zu gro­ßer Hit­ze am Ziel­ort hat ein Air­bus der Luft­han­sa umkeh­ren müs­sen. Im ira­ki­schen Erbil sei es 45 Grad heiß gewe­sen, sag­te eine Luft­han­sa-Spre­che­rin in Frank­furt. Des­halb habe das Flug­zeug mit 118 Pas­sa­gie­ren an Bord am Diens­tag nach einem Zwi­schen­stopp zum Tan­ken im tür­ki­schen Anka­ra nach Frank­furt zurück­keh­ren müs­sen. „Sicher­heit hat obers­te Prio­ri­tät“, sag­te die Spre­che­rin.
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