Venezuela übergibt UN-Generalsekretär 13 Millionen Unterschriften gegen US-Sanktionen und Krieg


von Maria Mül­ler

Das hat es bis­her noch nicht gege­ben : 13 Mil­lio­nen Men­schen ver­su­chen, mit dem fried­lichs­ten Mit­tel der Welt die inter­na­tio­na­le Öffent­lich­keit auf den Bela­ge­rungs­zu­stand ihres Lan­des durch die USA auf­merk­sam zu machen. “Nie wie­der Trump” hieß die Paro­le der Akti­on. In den ver­gan­ge­nen Wochen konn­te man in ganz Vene­zue­la auf Plät­zen, in Parks oder an Stra­ßen­ecken Men­schen sehen, die für eine Unter­schrift Schlan­ge stan­den. Die Unter­schrif­ten­ak­ti­on beschränk­te sich aber nicht auf Vene­zue­la, son­dern wur­de welt­weit durch­ge­führt. Nach Vene­zue­la selbst wur­den über­ra­schen­der­wei­se in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land die meis­ten Unter­schrif­ten gegen das US-Sank­ti­ons­re­gime gesam­melt, wie die vene­zo­la­ni­sche Bot­schaft gegen­über RT Deutsch erklär­te. 

Die­se Geduld und der Glau­be an zivi­li­sier­te Wege der poli­ti­schen Wil­lens­be­kun­dung müss­ten welt­weit als bei­spiel­haft aner­kannt wer­den. Doch kei­ne Schlag­zei­le dar­über taucht in der inter­na­tio­na­len Pres­se auf. Denn die Akti­on straft das west­li­che Nar­ra­tiv über Vene­zue­la Lügen.

Unter­schrif­ten für die UNO

Am 22. Sep­tem­ber wur­den über 13 Mil­lio­nen Unter­schrif­ten gesam­melt. Die Doku­men­te wur­den im Rah­men einer Mas­sen­kund­ge­bung auf meh­re­ren Last­wa­gen zum Sitz der UNO in Cara­cas gebracht, wo sie nun lagern.

Anschlie­ßend reis­ten Vize­prä­si­den­tin Del­cy Rodríguez und Außen­mi­nis­ter Jor­ge Arrea­za nach New York, um an der 74. Gene­ral­ver­samm­lung der UNO teil­zu­neh­men und der Welt­öf­fent­lich­keit das Votum der Zivil­ge­sell­schaft mit­zu­tei­len. Die Dele­ga­ti­on über­reich­te UN-Gene­ral­se­kre­tär Antó­nio Guter­res ein nota­ri­el­les Schrei­ben über die Anzahl und Echt­heit der Unter­schrif­ten. Auf einer Pres­se­kon­fe­renz im UNO-Haupt­quar­tier bestä­tig­te Rodríguez das Ergeb­nis die­ser ein­drucks­vol­len Akti­on.

Fän­den heu­te die von den USA und Euro­pa gefor­der­ten vor­ge­zo­ge­nen Wah­len statt, wür­de sie ihr Schütz­ling Guai­dó mit hoher Wahr­schein­lich­keit ver­lie­ren. Die­se Ten­denz zeigt sich auch auf den Stra­ßen Vene­zue­las : Die Zahl der Anhän­ger Guai­dós ging in den ver­gan­ge­nen Mona­ten kon­ti­nu­ier­lich zurück. Sei­ne Demons­tra­ti­ons­auf­ru­fe zei­ti­gen inzwi­schen nur noch spär­li­che Reak­tio­nen.

Mehr zum The­ma — Nach Zusa­ge mas­si­ver finan­zi­el­ler US-Unter­stüt­zung : Guai­dó ruft Anhän­ger zu erneu­ten Aktio­nen auf

Guai­dó hat här­tes­te Sank­ti­ons­maß­nah­men stets begrüßt und immer wie­der ein direk­tes mili­tä­ri­sches Ein­grei­fen der “inter­na­tio­na­len Gemein­schaft” ein­ge­for­dert. Er schreck­te noch nicht ein­mal davor zurück, mit einem Bür­ger­krieg zu dro­hen :

Wir fürch­ten einen Bür­ger­krieg nicht, wenn er not­wen­dig ist … 

Immer mehr Vene­zo­la­ner iden­ti­fi­zie­ren ihn mit Sank­tio­nen, Hun­ger und Kriegs­ge­fahr – wer will das schon ?

Trump will kei­nen Dia­log in Vene­zue­la

US-Prä­si­dent Donald Trump sprach sich auf der 74. UNO-Voll­ver­samm­lung vor einer Woche offen gegen die Ver­hand­lun­gen zwi­schen Oppo­si­ti­on und Regie­rung in Vene­zue­la aus.

Anfang August hat­te er die unter Ver­mitt­lung Nor­we­gens statt­fin­den­den Gesprä­che auf der Kari­bik­in­sel Bar­ba­dos mit neu­en schwe­ren Sank­tio­nen tor­pe­diert. Das gesam­te Ver­mö­gen des vene­zo­la­ni­schen Staa­tes in den USA wur­de beschlag­nahmt – Wer­te von rund 30 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Damit kön­nen nun auch kei­ne Lebens­mit­tel, Medi­ka­men­te oder Pro­duk­te des täg­li­chen Bedarfs mehr impor­tiert wer­den. Mari­ti­me Trans­port­fir­men unter­lie­gen eben­falls rui­nö­sen Sank­tio­nen, wenn sie Güter in vene­zo­la­ni­sche Häfen brin­gen oder vene­zo­la­ni­sches Öl ins Aus­land ver­schif­fen wol­len. Die USA las­sen es nicht zu, dass Ree­de­rei­en vene­zo­la­ni­sches Öl nach Kuba trans­por­tie­ren.

Sank­ti­ons­po­li­tik mit poli­ti­schem Bume­rang-Effekt

Guai­dó hat­te stets erklärt, dass die Maß­nah­men gegen das “Madu­ro-Régime” dazu die­nen sol­len, die Vene­zo­la­ner zu schüt­zen. Er kün­dig­te mehr­fach noch mas­si­ve­ren Druck aus dem Aus­land an.

Die Sank­ti­ons­po­li­tik bewirkt jedoch innen­po­li­tisch das Gegen­teil. Sie setz­te unge­wollt einen inter­nen Pro­zess in Gang, der die rechts­ra­di­ka­len Tei­le der vene­zo­la­ni­schen Oppo­si­ti­on immer wei­ter schwächt. Die 13 Mil­lio­nen Unter­schrif­ten sind Aus­druck des­sen.

Des­sen unge­ach­tet setzt der US-Prä­si­dent wei­ter auf den Blo­cka­de­krieg. Vor vier Tagen platz­te die Nach­richt über neue Sank­tio­nen mit­ten in die lau­fen­de UNO-Voll­ver­samm­lung. Trump ver­häng­te gegen Regie­rungs­be­am­te, Abge­ord­ne­te der Regie­rungs­par­tei und hoch­ran­gi­ge Sicher­heits­kräf­te Ein­rei­se­ver­bo­te in die USA, sie kön­nen kei­ne Finanz­ak­tio­nen mit ihren Bank­kon­ten mehr durch­füh­ren. Selbst Nicht­ve­ne­zo­la­ner könn­ten nun wegen einer poli­ti­schen Unter­stüt­zung der Madu­ro-Regie­rung bestraft wer­den. Sie kom­men auf die rote Lis­te und dür­fen nicht in die USA

Brüs­sel will neue Sank­tio­nen ver­hän­gen

Auch Brüs­sel schloss sich in den letz­ten Tagen die­ser neu­er­li­chen Sank­ti­ons­run­de an. Die 13 Mil­lio­nen Unter­schrif­ten zur Unter­stüt­zung einer unter Sank­tio­nen lei­den­den Bevöl­ke­rung sind für die euro­päi­schen Regie­run­gen kein The­ma – man will den Vene­zo­la­nern ja nur hel­fen. Noch ist nicht geklärt, um wel­che Maß­nah­men es sich han­deln soll.

Groß­bri­tan­ni­en ist bei Sank­tio­nen auch nicht klein­lich. Die­ses Land beschlag­nahm­te 6.000 Ton­nen Gold an dort gela­ger­tem vene­zo­la­ni­schen Staats­ver­mö­gen.

Guai­dó und das orga­ni­sier­te Ver­bre­chen

Indes­sen geht der Ero­si­ons­pro­zess der rechts­ex­tre­men Oppo­si­ti­on Vene­zue­las wei­ter. Deren Füh­rungs­fi­gur Guai­dó ver­liert zuse­hends an Gewicht. Seit drei Wochen steht sei­ne Ver­bin­dung zum orga­ni­sier­ten Ver­bre­chen in Kolum­bi­en in der öffent­li­chen Dis­kus­si­on. Die am 12. Sep­tem­ber in den Medi­en publi­zier­ten Fotos, die sein freund­schaft­li­ches Ver­hält­nis zu inter­na­tio­nal gesuch­ten Ver­bre­chern des Gangs­ter­sin­di­kats “Los Rastro­jos” zeig­ten, ver­stär­ken inner­halb sei­ner bis­he­ri­gen Anhän­ger­schaft den Abwärts­trend.

Anzei­ge vor dem inter­na­tio­na­len Straf­ge­richt

Vene­zue­la reich­te am 25. Sep­tem­ber eine Anzei­ge beim inter­na­tio­na­len Straf­ge­richt in Den Haag ein, um die Ver­bin­dun­gen des Juan Guai­dó zu den para­mi­li­tä­ri­schen “Rastro­jos” zu klä­ren. Umfas­sen­des Beweis­ma­te­ri­al sei dem Vor­gang bei­gefügt, dar­un­ter ein Video mit den Aus­sa­gen eines Mit­glieds die­ser Mafia namens Iván Pos­so Pedro­zo ali­as “Nan­di­to”.

Die vene­zo­la­ni­sche Poli­zei nahm Pos­so im Sep­tem­ber im Grenz­ge­biet mit Kolum­bi­en fest und fand die kom­pro­met­tie­ren­den Fotos auf sei­nem Han­dy. Er gestand, Guai­dó am 2. Febru­ar für das Kon­zert “Vene­zue­la Aid Live” ille­gal über die vene­zo­la­ni­sche Gren­ze nach Kolum­bi­en gebracht zu haben. Bei die­ser Gemein­schafts­ak­ti­on der Para­mi­li­tärs “Los Rastro­jos” habe er Guai­dó mit eini­gen der mafiö­sen Hel­fers­hel­fer foto­gra­fiert. 

Damit steht auch die Ver­ant­wort­lich­keit des kolum­bia­ni­schen Prä­si­den­ten Iván Duque im Fokus. Nach im vene­zo­la­ni­schen Fern­se­hen und in den sozia­len Netz­wer­ken gezeig­ten Vide­os wur­de Guai­dó von sei­nem ver­däch­ti­gen Per­so­nen­schutz bis zu einem staat­li­chen Hub­schrau­ber gebracht, dort mit offi­zi­el­len Wür­den emp­fan­gen und zum inter­na­tio­na­len Prä­si­den­ten­tref­fen wei­ter­ge­flo­gen. Und Staats­chef Duque wuss­te davon nichts ?

Mehr zum The­ma — Men­schen­rechts-NGO : Dro­gen­kar­tell ver­sucht, Zeu­gen der Ver­bin­dun­gen mit Juan Guai­dó zu eli­mi­nie­ren

Auf das Kon­to der mit Guai­dó foto­gra­fier­ten Per­so­nen gehen Tot­schlag, Ent­füh­rung, Erpres­sung, Dro­gen­han­del und Mit­glied­schaft in einer kri­mi­nel­len Ver­ei­ni­gung. Sie müss­ten auf der Fahn­dungs­lis­te ste­hen. Die Eltern und zwei Geschwis­ter des gestän­di­gen Pos­so sind nun in Kolum­bi­en ermor­det wor­den.

RT Deutsch


USA verhängen neue Sanktionen gegen Iran und Venezuela


Kurz nach­dem US-Außen­mi­nis­ter Mike Pom­peo das Stre­ben der Ver­ei­nig­ten Staa­ten nach Frie­den beton­te, kün­dig­te Washing­ton neue Sank­tio­nen gegen die Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen der bereits auf der Sank­ti­ons­lis­te genann­ten ira­ni­schen Regie­rungs­be­am­ten an. Das Ver­hal­ten des Iran wür­de “den Frie­den und die Sta­bi­li­tät im Nahen Osten und dar­über hin­aus” gefähr­den, hieß es in der Begrün­dung.

Die Visa-Restrik­tio­nen hat­ten bereits den ira­ni­schen Außen­mi­nis­ter Moham­med Dscha­wad Sarif getrof­fen. Die Ein­rei­se kann man ihm auf­grund des Sit­zes der Ver­ein­ten Natio­nen in New York nicht ver­bie­ten, die Sank­tio­nen schrän­ken jedoch sei­ne Bewe­gungs­frei­heit in den USA ein. Sarif beton­te, dass weder er noch sei­ne Fami­lie Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de im Aus­land besä­ßen.

Im Rah­men der UN-Gene­ral­ver­samm­lung sag­te der ira­ni­sche Prä­si­dent Hassan Roha­ni : 

Unse­re Regi­on steht am Ran­de eines Kol­lap­ses, ein klei­ner Fun­ken könn­te ein gro­ßes Feu­er aus­lö­sen. Wir soll­ten die pro­vo­ka­ti­ven Inter­ven­tio­nen der Aus­län­der nicht tole­rie­ren. 

Für den Iran kön­nen nur dann direk­te Gesprä­che mit den USA statt­fin­den, wenn sich die Ver­ei­nig­ten Staa­ten auf ihre Ver­pflich­tun­gen aus dem JCPOA (Joint Com­pre­hen­si­ve Plan of Action) zurück­be­sin­nen. In Rich­tung Publi­kum bei den Ver­ein­ten Natio­nen sag­te Trump, die USA hät­ten nie an “dau­er­haf­te Fein­de” geglaubt. Vie­le der heu­ti­gen groß­ar­tigs­ten Freun­de der USA sei­en einst ihre Fein­de gewe­sen. Trump will das Abkom­men neu ver­han­deln. Auch der bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­ter Boris John­son sprach sich für eine Neu­ver­hand­lung unter der Füh­rung Trumps aus. 

Deutsch­land, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich hat­ten eine gemein­sa­me Erklä­rung abge­ge­ben, in der sie den Iran hin­ter den Angrif­fen auf sau­di­sche Öl- und Gas­an­la­gen wäh­nen. Gleich­zei­tig for­dern sie den Erhalt des Nukle­arab­kom­mens, aus dem die USA im ver­gan­ge­nen Jahr aus­ge­stie­gen sind. 

Eben­falls neue Sank­tio­nen wur­den gegen Vene­zue­la und Schiff­fahrts­un­ter­neh­men ver­hängt, denen nach­ge­sagt wird, dem latein­ame­ri­ka­ni­schen Land beim Öltrans­port nach Kuba behilf­lich zu sein. Im Janu­ar ver­häng­ten die USA Sank­tio­nen gegen die staat­li­che Ölge­sell­schaft Vene­zue­las “Petró­le­os de Vene­zue­la”. Die Unter­neh­men Caroil Trans­port Mari­ne Ltd und drei in Pana­ma ansäs­si­ge Fir­men wur­den sank­tio­niert. Dar­über hin­aus wur­den der schwar­zen Lis­te Ein­zel­per­so­nen aus Mili­tär, Poli­zei und Mit­glie­der der Ver­fas­sungs­ge­ben­den Ver­samm­lung Vene­zue­las hin­zu­ge­fügt. Washing­ton sieht die Regie­rung des gewähl­ten Prä­si­den­ten Vene­zue­las, Nicolás Madu­ro, als ille­gi­tim an. An des­sen Stel­le woll­ten sie den selbst ernann­ten Prä­si­den­ten Juan Guai­dó sehen. 

RT Deutsch


Venezuela : Regierung und Teile der Opposition einigen sich – Guaidó bricht Dialog mit Maduro ab


Die vene­zo­la­ni­sche Regie­rung und ein gemä­ßig­ter Teil der Oppo­si­ti­on unter­zeich­ne­ten ver­gan­ge­ne Woche ein Abkom­men im Rah­men des “Mesa Nacio­nal de Diá­lo­go por la Paz” (Natio­na­ler Ver­hand­lungs­tisch für den Frie­den), in dem sie seit meh­re­ren Mona­ten zusam­men­ar­bei­ten.

Die­se ers­te Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Regie­rung und der Oppo­si­ti­on umfasst fol­gen­de Punk­te :

  • Rück­kehr der Par­la­ments­frak­ti­on der regie­ren­den Ver­ei­nig­ten Sozia­lis­ti­schen Par­tei Vene­zue­las (PSUV) und alli­ier­ter Bewe­gun­gen in das natio­na­le Par­la­ment (Asam­blea Nacio­nal, AN);
  • Neu­be­set­zung des Natio­na­len Wahl­ra­tes (Con­se­jo Nacio­nal Elec­to­ral, CNE) und Garan­tie des Abstim­mungs­ver­fah­rens ;
  • Auf­for­de­rung an das Jus­tiz­sys­tem, sich über die Wahr­heits­kom­mis­si­on auf Maß­nah­men zur Lösung des Frei­heits­ent­zu­ges in den Fäl­len zu eini­gen, in denen das vene­zo­la­ni­sche Rechts­sys­tem dies zulässt ;
  • Bekräf­ti­gung und Ver­tei­di­gung der Rech­te Vene­zue­las am Gebiet Ese­qui­ba Guya­na im Rah­men poli­ti­scher Ver­hand­lun­gen ;
  • Zurück­wei­sen der Sank­tio­nen und For­de­rung nach deren sofor­ti­ger Auf­he­bung ;
  • Aus­ar­bei­tung eines Pro­gramms für den Aus­tausch von Öl für Lebens­mit­tel, Arz­nei­mit­tel und Gütern der Grund­ver­sor­gung gemäß den Mecha­nis­men der Ver­ein­ten Natio­nen

Bei den ver­hand­lungs­be­rei­ten Tei­len der Oppos­ti­on han­delt es sich um klei­ne­re Par­tei­en und Bünd­nis­se. Nam­haf­tes­ter Ver­tre­ter ist dabei die Par­tei Avan­za Pro­gre­sis­ta des frü­he­ren Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten der Oppo­si­ti­on Hen­ry Fal­cón. Die­ser trat bei den Wah­len 2018 gegen den amtie­ren­den vene­zo­la­ni­schen Prä­si­den­ten Nicolás Madu­ro an und konn­te gut 21 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men auf sich ver­ei­ni­gen. Damit setz­te Fal­cón sich bereits damals von der Stra­te­gie des Wahl­boy­kotts ande­rer Oppos­ti­ons­par­tei­en wie der Vol­un­tad Popu­lar von Juan Guai­dó und Leo­poldo López ab.

Prä­si­dent Madu­ro äußer­te sich zufrie­den über die mit einem Teil der Oppo­si­ti­on erziel­te Eini­gung, die er als “klu­gen und not­wen­di­gen Schritt” für den Frie­den und die Sta­bi­li­tät des latein­ame­ri­ka­ni­schen Lan­des bezeich­ne­te, das sich in einer tie­fen wirt­schaft­li­chen und poli­ti­schen Kri­se befin­det. Madu­ro dank­te der nor­we­gi­schen Regie­rung für ihre Ver­mitt­lungs­be­mü­hun­gen und ver­si­cher­te, dass ande­re poli­ti­sche Kräf­te, die ihn als Prä­si­den­ten ableh­nen, an den Ver­hand­lun­gen teil­neh­men kön­nen.

Rück­kehr ins Par­la­ment, Erneue­rung des Wahl­ra­tes und “offe­ne Türen”

Zu den bedeu­tends­ten Punk­ten der Ver­ein­ba­rung zählt die Rück­kehr der Regie­rungs­frak­ti­on in das natio­na­le Par­la­ment (AN). Deren Abge­ord­ne­te hat­ten die Teil­nah­me an den Sit­zun­gen des Par­la­ments mit der Begrün­dung ein­ge­stellt, dass sich die­ses Gre­mi­um unter “Miss­ach­tung” der Urtei­le des Obers­ten Gerichts­hofs (TSJ) kon­sti­tu­iert hat­te.

Wir wol­len, dass die Natio­nal­ver­samm­lung aus dem Zustand der Miss­ach­tung her­aus­kommt, des­halb ist es ein gewal­ti­ges Abkom­men”, kom­men­tier­te Madu­ro die­sen Teil der Über­ein­kunft.

Hin­sicht­lich der Eini­gung, die Behör­den des Natio­na­len Wahl­ra­tes (CNE) zu erneu­ern, der für die Orga­ni­sa­ti­on der Wah­len in dem latein­ame­ri­ka­ni­schen Land zustän­dig ist, sag­te der Prä­si­dent :

Wir waren stets offen für die weit­rei­chends­ten Garan­ti­en dafür, dass die kom­men­den Wah­len eine brei­te poli­ti­sche Betei­li­gung haben wer­den.

Der Minis­ter für Kom­mu­ni­ka­ti­on, Jor­ge Rodríguez, erklär­te, die Regie­rung sei wei­ter­hin bereit, die Ver­hand­lun­gen fort­zu­set­zen :

Wir haben uns kei­ner Initia­ti­ve ver­schlos­sen, um unter Vene­zo­la­nern die Pro­ble­me zu lösen, die nur die Vene­zo­la­ner ange­hen, und wir wer­den uns dem auch zukünf­tig nicht.

Der “Natio­na­le Ver­hand­lungs­tisch für den Frie­den” wur­de ein­ge­rich­tet, um eine “poli­ti­sche Lösung” im Rah­men der vene­zo­la­ni­schen Ver­fas­sung zu errei­chen, sag­te der Minis­ter. Es gibt Teil­ver­ein­ba­run­gen und eine offe­ne Agen­da für ande­re poli­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen, die sich anschlie­ßen wol­len, so Rodríguez wei­ter.

Ein ande­rer Weg als der des Has­ses”

Der Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te der an der Eini­gung betei­lig­ten Oppo­si­ti­ons­par­tei Cam­bie­mos Timo­teo Zam­bra­no ver­wies auf den drei­mo­na­ti­gen Pro­zess, der dem Abkom­men vor­an­ge­gan­gen war, und for­der­te, “die ver­lo­re­ne Zeit auf­zu­ho­len”. “Wir wol­len (…) einen ande­ren Weg als den des Has­ses.”

Wir haben ent­schie­den, einen Schritt vor­an­zu­ge­hen”, unter­strich Zam­bra­no und bat die Regie­run­gen rund um den Glo­bus um deren Unter­stüt­zung.

Der Zweck hei­ligt nicht die Mit­tel. Wir haben den gemein­sa­men Wil­len, einen grund­le­gen­den Pro­zess für einen ‘Natio­na­len Ver­hand­lungs­tisch für Vene­zue­la’ ein­zu­lei­ten.

Zam­bra­no ver­si­cher­te, dass dies die ers­te in einer Rei­he von Ver­ein­ba­run­gen ist, die dar­auf abzie­len, “die Hin­der­nis­se zu besei­ti­gen, die der Demo­kra­tie scha­den”:

Es ist kein ein­fa­cher Weg, aber er ist anders. Wir ver­pflich­ten uns zu trans­pa­ren­tem und seriö­sem Han­deln.

Die Reak­ti­on von Guai­dó

Der Oppo­si­ti­ons­ab­ge­ord­ne­te und Vor­sit­zen­de des ent­mach­te­ten Par­la­ments Juan Guai­dó, der als selbst ernann­ter “Inte­rims­prä­si­dent” über kei­ner­lei tat­säch­li­che Regie­rungs­macht in Vene­zue­la ver­fügt und inter­na­tio­nal ledig­lich von einer Min­der­heit der Staa­ten­ge­mein­schaft aner­kannt wird, hat­te einen Tag zuvor erklärt, dass er den Dia­log mit der Madu­ro-Regie­rung unter der Schirm­herr­schaft Nor­we­gens nicht fort­set­zen wird. Als Grund nann­te er, dass sein Vor­schlag zur Lösung der poli­ti­schen Kri­se von der Regie­rung nicht akzep­tiert wor­den war.

Dem Mit­glied der Füh­rungs­rie­ge der rechts­ge­rich­te­ten Par­tei Vol­un­tad Popu­lar zufol­ge beinhal­te­te sein Vor­schlag fol­gen­de Punk­te : den Rück­tritt Madu­ros vom Amt des Prä­si­den­ten, den Rück­zug sei­ner selbst von der “Inte­rims­prä­si­dent­schaft”, die er nach sei­ner Selbst­er­nen­nung im Janu­ar letz­ten Jah­res über­nom­men hat­te, und die “Bil­dung eines plu­ra­lis­ti­schen Regie­rungs­ra­tes”, der den Ein­tritt der “huma­ni­tä­ren Hil­fe” und die Durch­füh­rung von “frei­en Wah­len” erleich­tern wür­de.

Dar­über hin­aus bekräf­tig­te Guai­dó, dass die Maß­nah­men zur Aus­übung von Druck “inner­halb und außer­halb Vene­zue­las zuneh­men wer­den, um eine end­gül­ti­ge Lösung der Kri­se zu errei­chen”.

Die Vor­ge­schich­te der Ver­hand­lun­gen

Die von der Dele­ga­ti­on unter der Lei­tung Guai­dós am 15. Sep­tem­ber ver­las­se­ne neue Gesprächs­run­de hat­te Mit­te Mai mit der Ver­mitt­lung der nor­we­gi­schen Regie­rung begon­nen, vier Mona­te nach der Selbst­er­nen­nung Guai­dós zum “Inte­rims­prä­si­den­ten”.

Eine vor­an­ge­gan­ge­ne Ver­hand­lungs­run­de war im Janu­ar 2018 abge­bro­chen wor­den, nach­dem die Dele­gier­ten der Oppo­si­ti­on den Ver­hand­lungs­tisch mit der Begrün­dung ver­lie­ßen, dass die Bedin­gun­gen eines vor­he­ri­gen Abkom­mens abge­än­dert wor­den sein. Abge­sand­te der Regie­rung erklär­ten sei­ner­zeit, dass ein Dele­ga­ti­ons­mit­glied der Oppo­si­ti­on, Julio Bor­ges, vor der Unter­zeich­nung einer Über­ein­kunft einen Tele­fon­an­ruf erhielt, der den Abschluss einer Ver­ein­ba­rung ver­hin­der­te.

Nach dem Schei­tern der dama­li­gen Ver­hand­lun­gen unter­zeich­ne­te die Regie­rung Madu­ro eine Ver­ein­ba­rung mit dem wei­ter­hin gesprächs­be­rei­ten und gemä­ßig­ten klei­ne­ren Teil der Oppo­si­ti­on, die sich zur Teil­nah­me an den Prä­si­dent­schafts­wah­len von 2018 bereit erklär­te.

Die gegen­wär­ti­gen neu­en Ver­hand­lun­gen fin­den auf der Kari­bik­in­sel Bar­ba­dos statt, auf die sie nach ers­ten Begeg­nun­gen in der nor­we­gi­schen Haup­stadt Oslo ver­legt wor­den waren. Aus Pro­test gegen die Zustim­mung des Guai­dó-Lagers zur Ver­schär­fung der Wirt­schafts- und Finanz­sank­tio­nen der Ver­ei­nig­ten Staa­ten gegen Vene­zue­la hat­te sich deren Regie­rungs­de­le­ga­ti­on von den Gesprä­chen zurück­ge­zo­gen.

Dage­gen erklär­te Guai­dó, dass sein “Vor­schlag” wäh­rend der Gesprächs­run­de auf Bar­ba­dos der wah­re Grund für den Rück­zug der Madu­ro-Dele­ga­ti­on vom Ver­hand­lungs­tisch gewe­sen war. Die nun­mehr getrof­fe­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Regie­rung und Tei­len der Oppo­si­ti­on steht in einem beacht­li­chen Kon­trast zur Agen­da der Guai­dó-Frak­ti­on, die ein­mal mehr in den Ruf des Erfül­lungs­ge­hil­fen außen­po­li­ti­scher Inter­es­sen der USA gerät.

Mehr zum The­ma — Geschei­ter­ter Putsch in Vene­zue­la – Wer stand auf wes­sen Sei­te ?

RT Deutsch


USA eröffnen “diplomatisches Büro” in Kolumbien zur Unterstützung eines Putsches in Venezuela


Kurz nach­dem der letz­te Diplo­mat die US-Bot­schaft der vene­zo­la­ni­schen Haupt­stadt Cara­cas ver­las­sen hat­te, begann die “Ope­ra­ti­on Frei­heit” des selbst­er­nann­ten Inte­rims­prä­si­den­ten Juan Guai­dó. Doch der Putsch­ver­such schei­ter­te trotz west­li­cher Unter­stüt­zung kläg­lich. Auch nach meh­re­ren Anläu­fen und Zusam­men­stö­ßen zwi­schen Men­schen, die sei­nem Putschauf­ruf gefolgt waren, und den Sicher­heits­kräf­ten, stell­te sich die Armee wei­ter­hin hin­ter Madu­ro.

Mehr zum The­ma — Guai­dó kün­digt Beginn sei­ner “Ope­ra­ti­on Frei­heit” an : “Letz­te Stun­de der Ursu­pa­to­ren hat geschla­gen”

Seit­dem ist es – abge­se­hen von gele­gent­li­chen rhe­to­ri­schen Hie­ben aus Washing­ton – ruhig gewor­den um Vene­zue­la. Doch es soll­te eine trü­ge­ri­sche Ruhe sein. Auch wenn der ers­te Putsch­ver­such geschei­tert ist, haben die USA die­ses Ziel (noch) nicht aus den Augen ver­lo­ren. Wie im Juli bereits durch einen Brief des US-Außen­mi­nis­te­ri­ums an Sena­tor Jim Risch, dem Vor­sit­zen­den des außen­po­li­ti­schen Komi­tees des Senats, bekannt wur­de, plant das Wei­ße Haus die Errich­tung einer 13-Mann star­ken “Vene­zue­la Affairs Unit” (VAU). Die­se Ein­heit soll aus der US-Bot­schaft in Bogota/Kolumbien ope­rie­ren und sich mit “der brei­tes­ten und wich­tigs­ten Grup­pe von vene­zo­la­ni­schen Akteu­ren beschäf­ti­gen”, um so einen “Wech­sel” in Vene­zue­la zu erzie­len.

Lei­ten soll die VAU James Sto­ry, der Geschäfts­trä­ger der US-Bot­schaft in Cara­cas bis März 2019, wie das Außen­mi­nis­te­ri­um am 28. August mit­teil­te. Dem­nach sei die Ein­heit bereits im Ein­satz und wird “die US-Mis­si­on für die legi­ti­me Regie­rung von Vene­zue­la und für das vene­zo­la­ni­sche Volk wei­ter aus­füh­ren.” Die VAU soll die “Demo­kra­tie und ver­fas­sungs­mä­ßi­ge Ord­nung wie­der­her­stel­len” und dafür mit der “Regie­rung von Inte­rims­prä­si­dent Juan Guai­dó” zusam­men­ar­bei­ten. Dafür sol­len Guai­dó und sei­ne poli­ti­schen Unter­stüt­zer 41 Mil­lio­nen US-Dol­lar erhal­ten, die die Ent­wick­lungs­be­hör­de USAID aus ihrem Pro­gramm für Gua­te­ma­la und Hon­du­ras ent­nom­men hat, wie die Los Ange­les Times berich­te­te.

Staats­chef Nicolás Madu­ro zeigt sich ange­sichts die­ser Ent­wick­lung kämp­fe­risch. In einer Fern­seh­an­spra­che erklär­te er, dass die USA ihre Mög­lich­kei­ten zur Ein­mi­schung in inne­re Ange­le­gen­hei­ten Vene­zue­las ver­lo­ren haben :

Wenn das Impe­ri­um irgend­wo die Kapa­zi­tät ver­lo­ren hat, sei­ne Poli­tik auf­zu­zwin­gen, (dann) ist es in Vene­zue­la.

Madu­ro bezog sich in sei­ner Rede auch auf ein Inter­view mit Elliott Abrams in der New York Times, wo der US-Son­der­be­auf­trag­te die Posi­ti­on der Regie­rung von Donald Trump nahe­leg­te. Dem­nach wür­den die USA den Ruf der vene­zo­la­ni­schen Oppo­si­ti­on nach Neu­wah­len unter­stüt­zen, aber es müss­ten sowohl Madu­ro als auch Guai­dó von ihren Posi­tio­nen zurück­tre­ten, um als Kan­di­da­ten anzu­tre­ten. Nur so kön­ne Washing­ton das Resul­tat eines Wahl­gangs akzep­tie­ren.

Mehr zum The­ma — Mit­ten in Vene­zue­la-Kri­se : US-Son­der­be­auf­trag­ter fällt auf ent­lar­ven­den Streich rein

RT Deutsch


UN-Menschenrechtskommissarin kritisiert Sanktionen gegen Venezuela


Die vene­zo­la­ni­sche Vize­prä­si­den­tin Del­cy Rodríguez ver­ur­teil­te die Fest­set­zung eines Schif­fes im Pana­ma­ka­nal durch die USA, das drin­gend benö­tig­te Nah­rungs­mit­tel nach Vene­zue­la gela­den hat­te. Sie rief die Ver­ein­ten Natio­nen auf, etwas gegen die­se “schwe­re Aggres­si­on” zu unter­neh­men, die Vene­zue­las “Recht auf Nah­rung” unter­gräbt.

Die UN-Men­schen­rechts­kom­mis­sa­rin in Genf, Michel­le Bache­let, äußer­te sich besorgt über die Aus­wir­kun­gen der von den USA ver­häng­ten Sank­tio­nen gegen Vene­zue­la. In einer Mit­tei­lung vom 8. August erklär­te sie :

Ich bin tief besorgt über poten­zi­ell weit­rei­chen­de Fol­gen für die Men­schen­rech­te der Men­schen in Vene­zue­la durch die neu­en, von den USA die­se Woche uni­la­te­ral ver­häng­ten Sank­tio­nen. Die Sank­tio­nen sind extrem breit gefä­chert und ent­hal­ten kei­ne aus­rei­chen­den Maß­nah­men, um ihre Aus­wir­kun­gen auf die am stärks­ten gefähr­de­ten Bevöl­ke­rungs­grup­pen zu mil­dern. Ich habe die Sor­ge, dass die Sank­tio­nen weit­rei­chen­de Fol­gen für das Recht auf Gesund­heit und Nah­rung haben wer­den – und das in einem Land, in dem es schon jetzt an essen­zi­el­len Gütern ernst­haft man­gelt.

Mehr zum The­ma — Andrej Hun­ko im Inter­view nach Vene­zue­la-Rei­se : “Bun­des­re­gie­rung setzt auf Eska­la­ti­on”

Bache­let beton­te zwar, dass der Ursprung der Wirt­schafts­kri­se in Vene­zue­la in der Zeit vor der Ver­hän­gung von Wirt­schafs­sank­tio­nen gegen das Land lie­ge, doch die­se hät­ten die Aus­wir­kun­gen die­ser “schreck­li­chen Kri­se – und damit auch die huma­ni­tä­re Situa­ti­on – ver­schärft”. 

Es gebe einen “signi­fi­kan­ten Bestand an Bewei­sen” dafür, dass weit­rei­chen­de ein­sei­ti­ge Sank­tio­nen letzt­lich die “grund­le­gen­den Men­schen­rech­te” der Men­schen beschnei­den, ein­schließ­lich ihrer wirt­schaft­li­chen Rech­te sowie der “Rech­te auf Nah­rung und Gesund­heit”.

Mehr zum The­maVene­zo­la­ni­sche Regie­rung arbei­tet an Mög­lich­kei­ten zur Umge­hung neu­er US-Sank­tio­nen

RT Deutsch


Venezuela nennt neueste US-Sanktionen “kriegerischen Akt” (Video)


Mehr zum The­ma — Donald Trump erhöht Druck auf Vene­zue­la – Vene­zo­la­ni­sches Regie­rungs­ver­mö­gen in den USA ein­ge­fro­ren

Die ange­kün­dig­ten Maß­nah­men kom­men einem Embar­go gegen das Land gleich. US-Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton erklär­te, man wol­le die gewöhn­li­chen Vene­zo­la­ner vor den Aus­wir­kun­gen der Sank­tio­nen schüt­zen. Es ist jedoch eine Bin­sen­weis­heit, dass das Schü­ren von Unzu­frie­den­heit in der Bevöl­ke­rung immer eines der vor­ran­gigs­ten Zie­le von Sank­tio­nen ist.

Mehr zum The­ma — Donald Trump erhöht Druck auf Vene­zue­la – Vene­zo­la­ni­sches Regie­rungs­ver­mö­gen in den USA ein­ge­fro­ren

RT Deutsch


Donald Trump erhöht Druck auf Venezuela – Venezolanisches Regierungsvermögen in den USA eingefroren


Ich habe es für wich­tig befun­den, das Eigen­tum der Regie­rung Vene­zue­las ange­sichts der fort­ge­setz­ten Macht­an­eig­nung durch das wider­recht­li­che Régime von Nicolás Madu­ro, eben­so wie der Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, der will­kür­li­chen Ver­haf­tung und Inhaf­tie­rung vene­zo­la­ni­scher Bür­ger, der Ein­schrän­kung der frei­en Pres­se sowie der fort­lau­fen­den Ver­su­che, den Inte­rims­prä­si­den­ten Vene­zue­las Juan Guai­dó und die demo­kra­tisch gewähl­te vene­zo­la­ni­sche Natio­nal­ver­samm­lung zu schwä­chen, zu blo­ckie­ren”, so der Wort­laut der Prä­si­den­ten­ver­fü­gung.

Die Sank­tio­nen betref­fen an ers­ter Stel­le die vene­zo­la­ni­sche Zen­tral­bank und die staat­li­che Erd­öl­ge­sell­schaft PDVSA. Die Ver­fü­gung trat mit sofor­ti­ger Wir­kung in Kraft.

Am Diens­tag will Trumps Sicher­heits­be­ra­ter John Bol­ton in Perus Haupt­stadt Lima mit Ver­tre­tern aus mehr als 50 Staa­ten über die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la bera­ten. Sie alle unter­stüt­zen den Madu­ro-Her­aus­for­de­rer Juan Guai­dó, der sich im Janu­ar selbst zum Inte­rims­prä­si­den­ten ernannt hat­te und seit­dem mit dem sozia­lis­ti­schen Prä­si­den­ten um die Macht kämpft. Bol­ton schrieb am Mon­tag auf Twit­ter mit Blick auf die Inter­na­tio­na­le Kon­fe­renz für Demo­kra­tie in Vene­zue­la am Diens­tag :

Ich freue mich auf einen pro­duk­ti­ven Tag in Lima, Peru.

Dabei wer­de es Dis­kus­sio­nen mit regio­na­len Staa­ten über Sicher­heit, Demo­kra­tie und Wohl­stand geben.

Trump selbst hat­te mit Blick auf die poli­ti­sche Kri­se in Vene­zue­la in den zurück­lie­gen­den Mona­ten mehr­fach gesagt, alle Optio­nen lägen auf dem Tisch, eine mili­tä­ri­sche Akti­on im Grun­de ein­ge­schlos­sen. In Peru soll es um einen fried­li­chen Aus­weg aus der Kri­se gehen. 

RT Deutsch


Bundespressekonferenz : Das Auswärtige Amt und die diplomatischen Verrenkungen zu Venezuela


Wegen Ein­mi­schung in die inne­ren Ange­le­gen­hei­ten des Lan­des hat­te die gewähl­te Regie­rung unter Nicolás Madu­ro den deut­schen Bot­schaf­ter in Vene­zue­la, Dani­el Krie­ner, zur “Per­so­na non gra­ta” erklärt und ihn des Lan­des ver­wie­sen. Krie­ner hat­te nach Ansicht der vene­zo­la­ni­schen Regie­rung offen Par­tei für den selbst­er­nann­ten Inte­rims­prä­si­den­ten Juan Guai­dó ergrif­fen. 

Als Zei­chen der diplo­ma­ti­schen Ent­span­nung hat­te Cara­cas Ende Juni signa­li­siert, dass es den Sta­tus der “Per­so­na non gra­ta” gegen den deut­schen Bot­schaf­ter auf­he­ben wer­de. Zu die­sem Zweck über­reicht der Vize-Außen­mi­nis­ter Vene­zue­las am 1. Juli in den Räu­men des Aus­wär­ti­gen Amtes in Ber­lin eine ent­spre­chen­de Note an die Lei­te­rin der Latein­ame­ri­ka-Abtei­lung, Mari­an Schue­graf. Zuvor war der Außen­mi­nis­ter Vene­zue­las, Jor­ge Arrea­za, zudem mit sei­nen Amts­kol­le­gen aus Spa­ni­en und Por­tu­gal zusam­men­ge­kom­men. 

Mehr zum The­ma — Andrej Hun­ko im Inter­view nach Vene­zue­la-Rei­se : “Bun­des­re­gie­rung setzt auf Eska­la­ti­on”

Mit die­sen Schrit­ten schie­nen eini­ge Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on (EU) von ihrer umstrit­te­nen Hal­tung abzu­rü­cken, den selbst­er­nann­ten und nach über­wie­gen­der Rechts­auf­fas­sung von der Ver­fas­sung nicht legi­ti­mier­ten Inte­rims­prä­si­den­ten Juan Guai­dó und die von ihm beru­fe­nen Ver­tre­ter als ein­zig legi­ti­mier­te vene­zo­la­ni­sche Gesprächs­part­ner anzu­er­ken­nen.

Mehr zum The­ma — Aus­wär­ti­ges Amt ver­brei­tet Fake News über Vene­zue­la und erlei­det plötz­lich Gedächt­nis­ver­lust

RT-Redak­teur Flo­ri­an War­weg woll­te auf der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz vom Aus­wär­ti­gen Amt erfah­ren, wie die­ses den aktu­el­len Sta­tus der deutsch-vene­zo­la­ni­schen Bezie­hun­gen beschrei­ben wür­de : 

RT Deutsch