Hackergergruppe “Dark Overlord” veröffentlicht weitere Geheimdokumenten zu 911


Am 10. Janu­ar ver­öf­fent­lich­te “Dark Over­lord” nun auch die zwei­te Schicht der 9/11-Geheim­do­ku­men­te und begrün­de­te den Schritt mit den Wor­ten :

Wir kön­nen nicht zulas­sen, dass die Main­stream­me­di­en wei­ter­hin die Wahr­heit unter­drü­cken. Wir müs­sen sicher­stel­len, dass ihre Pro­pa­gan­da zer­schla­gen wird von der Wahr­heit, mit der wir es zu tun haben.

Hackergergruppe "Dark Overlord" veröffentlicht weitere Geheimdokumenten zu 9/11

Wei­ter heißt es :

Denkt dar­an, dass die wei­te­re Finan­zie­rung unse­rer Brief­ta­sche uns moti­vie­ren wird, der Welt die Wahr­heit zu ver­mit­teln, indem wir das, was wir die “9/11 Papers” nen­nen, ver­öf­fent­li­chen. Um etwas mehr Begeis­te­rung zu erzeu­gen, haben wir uns ent­schie­den, wei­ter­zu­ma­chen und den Ent­schlüs­se­lungs­code für Lay­er 2 frei­zu­ge­ben. In die­sem Sin­ne, lasst uns die Leaks fort­set­zen :

Hackergergruppe "Dark Overlord" veröffentlicht weitere Geheimdokumenten zu 9/11
Quel­le : Screen­shot https://busy.org/@thedarkoverlord/9 – 11-papers-mega­leak

Nach Aus­wer­tung von RT-Spe­zia­lis­ten ist bis­lang kei­ne “smo­king gun” auf­ge­taucht, die eine Ver­schwö­rung oder Betei­li­gung der US-Regie­rung an den Ter­ror­an­schlä­gen bele­gen wür­de.

Statt­des­sen ermög­li­chen die Doku­men­te jedoch, sich ein bes­se­res Bild von den Ver­si­che­rungs­pro­zes­sen um 911 zu bil­den. Die Doku­men­te bele­gen die enor­men gedank­li­che Anstren­gun­gen der Anwalts­kanz­lei­en, um zu sehen, wen sie nach den Angrif­fen auf Scha­den­er­satz ver­kla­gen könn­ten. In E-Mails dis­ku­tie­ren die Anwäl­te über die Ziel­grup­pen wie Flug­ge­sell­schaf­ten, Flug­zeug­her­stel­ler, das Bun­des­luft­fahrt­be­hör­de der USA, die mut­maß­li­chen Ter­ro­ris­ten selbst und aus­län­di­sche Unter­neh­men.

Die Doku­men­te decken unter ande­rem die Stra­te­gie­pla­nun­gen der betei­lig­ten Anwäl­te auf, unter ande­rem die juris­ti­schen Stra­te­gi­en, mit denen sie gegen Boe­ing vor­ge­hen könn­ten, da der US-Flug­zeug­her­stel­ler die bei den Angrif­fen ver­wen­de­ten Flug­zeu­ge 757 und 767 nicht mit auto­ma­ti­schen Trans­pon­dern aus­ge­stat­tet hat­te. Dadurch wur­de ver­hin­dert, dass die Behör­den frü­her hät­ten alar­mier­te wer­den kön­nen, dass etwas nicht in Ord­nung war. Belegt wird eben­falls, das ein Ver­fah­ren gegen die FAA (die Bun­des­luft­fahrt­be­hör­de der USA) fal­len gelas­sen wur­de, “aus Angst, die Regie­rung zu ver­är­gern”. 

Ein wei­te­rer inter­es­san­ter Aspekt in den gele­ak­ten und für authen­tisch befun­de­nen Doku­men­ten ist, wie die betei­lig­ten Pro­zess­an­wäl­te offen dar­über dis­ku­tie­ren, ob der dama­li­ge Prä­si­dent Geor­ge W. Bush im Vor­aus von den Anschlä­gen wuss­te und inwie­weit die sau­di­sche Königs­fa­mi­lie für den Ter­ror­an­schlag ver­ant­wort­lich zu machen ist.

Wäh­rend der Ver­schlüs­se­lungs­code für die ers­te Schicht der 9/11-Doku­men­ten aus Red­dit, Pas­te­bin und Twit­ter ent­fernt wur­de, blieb er meh­re­re Tage lang auf Ste­e­mit ver­füg­bar.

Am 10. Janu­ar wur­de der Account von Dark Over­lord jedoch auch von die­ser Platt­form ent­fernt. Aller­dings sind die Doku­men­te noch immer auf Busy.org zugäng­lich, einer Web­site, die auf der glei­chen Block­chain wie Ste­e­mit läuft.

Die Hacker­grup­pe hat ange­kün­digt, dass drei wei­te­re Ebe­nen von Doku­men­ten fol­gen wer­den, wenn die ent­spre­chen­de Sum­me über­wie­sen wird. Das letz­te Leak wur­de mit der Nach­richt beglei­tet :

Lasst die Bit­coins rol­len, und wir las­sen die Wahr­heit wei­ter flie­ßen.

Die Hacker ver­lan­gen zwei Mil­lio­nen Dol­lar an Bit­coins für die Ver­öf­fent­li­chung ihres “Mega­leaks”, das sie “the 911 Papers” nen­nen.

Hackergergruppe "Dark Overlord" veröffentlicht weitere Geheimdokumenten zu 9/11

Die Grup­pe hat auch ange­bo­ten, die Doku­men­te an ter­ro­ris­ti­sche Grup­pen, aus­län­di­sche Regie­run­gen und Medi­en zu ver­kau­fen. RT hat den Ver­such gewagt und sich mit der Bit­te um einen Kom­men­tar für die Bericht­erstat­tung an die Hacker gewandt. Dar­auf­hin boten die Hacker umge­hend an, RT exklu­si­ven Zugang zu den “explo­si­ven Papie­ren” zu gewäh­ren – natür­lich zu einem Preis, der es in sich hat­te.

Mehr zum The­ma — “Bezahlt oder wir begra­ben euch!” – Hacker ver­kau­fen die “Wahr­heit über 9/11”

Dark Over­lord wur­de 2016 gegrün­det und war bereits für zahl­rei­che Hacks und Erpres­sungs­ver­su­che ver­ant­wort­lich. Der bis­her bekann­tes­te ereig­ne­te sich 2018 : “Dark Over­lord” ver­öf­fent­lich­te im ver­gan­ge­nen Jahr eine gan­ze Staf­fel der Net­flix-Serie “Oran­ge Is the New Black”, nach­dem kein Löse­geld gezahlt wor­den war.

Wenn sie kei­ne Regie­rungs- und Unter­neh­mens­do­ku­men­te durch­si­ckern lässt, ver­dient die Grup­pe ihren Lebens­un­ter­halt zum Groß­teil mit dem Ver­kauf von gehack­ten Kre­dit­kar­ten­in­for­ma­tio­nen und Kran­ken­ak­ten.

Die Grup­pe könn­te jedoch ihren Mit­glie­dern gegen­über in Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten gera­ten, wenn die der­zei­ti­gen Löse­geld- und Crowd­fun­ding-For­de­run­gen nicht erfüllt wer­den. Das Fach­por­tal für Cyber­si­cher­heit Cybers­coop berich­te­te am Diens­tag, dass die Grup­pe im Novem­ber 2018 Rekru­tie­rungs­an­zei­gen im Dar­knet ver­öf­fent­licht hat, um vier qua­li­fi­zier­te Cyber­kri­mi­nel­le ein­zu­stel­len. Poten­zi­el­len Mit­ar­bei­tern wer­den dar­in monat­lich 50.000 Pfund (63.500 US-Dol­lar) ver­spro­chen, die nach zwei Dienst­jah­ren auf bis zu 70.000 Pfund (89.000 US-Dol­lar) ange­ho­ben wer­den.

Mehr zum The­ma — “Monu­men­ta­ler Stoff”: Kim Dot­com kün­digt Ent­lar­vung des tie­fen Staa­tes an

RT Deutsch


Schwerwiegender Angriff” — Persönliche Daten von Politikern und Prominenten veröffentlicht


Han­dy­num­mern, Adres­sen, Aus­wei­se, Brie­fe und Kre­dit­kar­ten­in­fos : Per­sön­li­che Daten von zahl­rei­chen Poli­ti­kern und Pro­mi­nen­ten wur­den über den Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter ver­öf­fent­licht. Die Bun­des­re­gie­rung wer­tet den Vor­fall als “schwer­wie­gen­den Angriff”.

Die Urhe­ber wol­len Ver­trau­en in unse­re Demo­kra­tie und ihre Insti­tu­tio­nen beschä­di­gen”, erklär­te Jus­tiz­mi­nis­te­rin Kata­ri­na Bar­ley (SPD) am Frei­tag.

Daten und Doku­men­te von Poli­ti­kern, Künst­lern und Jour­na­lis­ten auf Twit­ter

Wie rbb-Info­ra­dio als Ers­tes berich­tet hat­te, wur­den bereits lan­ge vor Weih­nach­ten nach und nach gro­ße Men­gen per­sön­li­cher Daten und Doku­men­te von Poli­ti­kern, Künst­lern und Jour­na­lis­ten über Twit­ter ver­öf­fent­licht. Betrof­fen ist auch Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU). In einem Daten­satz tau­chen unter ande­rem eine Fax­num­mer, eine E-Mail-Adres­se und meh­re­re Brie­fe auf. Betrof­fen sind laut rbb alle im Bun­des­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en, mit Aus­nah­me der AfD.

Wer für die­ses Daten­leck ver­ant­wort­lich ist und wel­che Moti­va­ti­on dahin­ter­steckt, ist zunächst noch unklar. Auch, ob alle Daten authen­tisch sind, bleibt zunächst offen. Der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Flo­ri­an Post sag­te, dass nicht alle ihn betref­fen­den Daten “echt” sei­en.

Es ist min­des­tens eine gefälsch­te Datei dabei. Die gehört mir nicht, sie wur­de mir nie geschickt, und ich hab sie nicht gespei­chert”, sag­te Post der dpa am Frei­tag. “Die­se wird aber in den Lis­ten als sei­ne Datei aus­ge­wie­sen.”

Ande­re Infor­ma­tio­nen sei­en aber echt, so sei­en bei­spiels­wei­se Kon­to­aus­zü­ge von ihm ver­öf­fent­licht wor­den. “Man fühlt sich aus­ge­lie­fert, ich bin ziem­lich geschockt”, so Post. Er wol­le sich nun von einem Anwalt über mög­li­che recht­li­che Schrit­te bera­ten las­sen.

Inha­ber des Accounts nach eige­nen Anga­ben in Ham­burg

Der Inha­ber des genann­ten und inzwi­schen gesperr­ten Twit­ter-Accounts beschreibt sich selbst mit Begrif­fen wie Secu­ri­ty Rese­ar­ching, Künst­ler, Sati­re und Iro­nie. Der Inha­ber des Accounts befin­de sich nach eige­nen Anga­ben in Ham­burg, mel­de­te der rbb. Bar­ley beton­te, die Täter müss­ten rasch ermit­telt, ihre mög­li­cher­wei­se poli­ti­schen Moti­ve auf­ge­klärt wer­den.

Kri­mi­nel­le und ihre Hin­ter­män­ner dür­fen kei­ne Debat­ten in unse­rem Land bestim­men”, mahn­te die Jus­tiz­mi­nis­te­rin.

Die Sicher­heits­be­hör­den bemü­hen sich nach dpa-Infor­ma­tio­nen, mög­lichst schnell dafür zu sor­gen, dass die Daten nicht mehr abge­ru­fen wer­den kön­nen.

Die Bun­des­re­gie­rung prüft nun, ob sie durch einen Hacker­an­griff abge­fischt wur­den. Man hält es nach dpa-Infor­ma­tio­nen auch für mög­lich, dass jemand, der durch sei­ne Tätig­keit Zugang zu sen­si­blen Infor­ma­tio­nen hat, die­se online gestellt haben könn­te. Fest ste­he bereits, dass der Daten­ab­fluss nicht über das Regie­rungs­netz erfolgt sei. Ein mög­li­cher Angriffs­punkt sei das Netz des Bun­des­ta­ges.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Schottischer Politiker hetzt gegen Sputnik-Journalisten – Times macht mit und veröffentlicht Bilder


Alex Coal-Hamil­ton, Abge­ord­ne­ter im obers­ten schot­ti­schen Gesetz­ge­bungs­or­gan der libe­ra­len/­so­zi­al-libe­ra­len Par­tei Schot­ti­sche Libe­ral­de­mo­kra­ten, gab laut der Sunday Times sei­nen Auf­ruf zu Ent­eig­nun­gen im Zusam­men­hang mit einer angeb­lich rus­si­schen Hacker-Atta­cke auf die bri­ti­sche Denk­fa­brik IfS (Insti­tu­te for Sta­te­scraft, dt. etwa : Insti­tut für Staatskunst/Staatenerschaffung) von sich, wel­cher sich Anfang des vori­gen Monats ereig­net haben soll. Die rus­si­schen Medi­en Sput­nik und RT sei­en unter den Ers­ten gewe­sen, die Details zu die­sem Vor­fall ver­öf­fent­lich­ten, zitier­te die Sunday Times. Eini­gen gab dies sofort einen sehr will­kom­me­nen Vor­wand zu wei­te­rer russo­pho­ber Het­ze :

Dies heiz­te den Ver­dacht an, Russ­land habe hin­ter dem Cyber-Angriff gestan­den und (habe) sei­ne Medi­en­häu­ser zur Ver­stär­kung von des­sen Wir­kung ein­ge­setzt”, schreibt das Blatt.

Auf­ruf zur Ent­eig­nung

Es wäre ein Anlass zu äußers­ter Besorg­nis, falls ein Medi­en­haus hier im Ver­ei­nig­ten König­reich Vor­tei­le von einer Akti­on eines aus­län­di­schen Mili­tärs erlan­gen soll­te”, zitier­te die Sunday Times Cole-Hamil­ton. Nach die­sem noch schwam­mig for­mu­lier­ten Vor­wurf schritt der Par­la­men­ta­ri­er sogleich zu einer Gene­ra­li­sie­rung und äußer­te anschlie­ßend umso deut­li­cher sei­ne Vor­stel­lung von ange­mes­se­nen Gegen­maß­nah­men oder Bestra­fun­gen :

Orga­ni­sa­tio­nen wie Sput­nik und RT stan­zen unter Rücken­de­ckung von Wla­di­mir Putin Pro­pa­gan­da am lau­fen­den Band ; sie tra­gen eine Mit­schuld an der Ver­hül­lung von Vor­fäl­len von Men­schen­rechts­ver­stö­ßen bis zum rus­si­schen Ein­fall auf der Krim. Ande­re Län­der haben här­te­re Richt­li­ni­en bezüg­lich des Besit­zes von Rus­sen [(engl. Ori­gi­nal : “assets of Rus­si­an natio­nals)”] eta­bliert als wir im Ver­ei­nig­ten König­reich, die bri­ti­sche Regie­rung soll­te die Hand­lungs­mög­lich­kei­ten noch­mals ins Auge fas­sen.”

Las­sen wir an die­ser Stel­le ein­mal die von Coal-Hamil­ton und der Times ohne Bewei­se erho­be­nen Vor­wür­fe von Pro­pa­gan­da und Inva­si­on unkom­men­tiert – es geht um die Auf­for­de­rung zur Ent­eig­nung.

Die Auf­for­de­rung zur Ent­eig­nung an sich ist deut­lich genug for­mu­liert. Nicht ganz klar hin­ge­gen ist aus dem von Times gewähl­ten Zitat zu fol­gern, wer denn nun hier ent­eig­net wer­den müs­se. Der Logik des Vor­wurfs zufol­ge müss­te es Coal-Hamil­ton doch offen­kun­dig um eine Ent­eig­nung von rus­si­schen Medi­en­be­trie­ben gehen, die auf bri­ti­schem Boden arbei­ten. Allein die öffent­li­che Äuße­rung des Gedan­kens von einer sol­chen Ent­eig­nung rus­si­scher Kör­per­schaf­ten oder Insti­tu­tio­nen, die offi­zi­ell und legal in Groß­bri­tan­ni­en arbei­ten, wäre skan­da­lös genug – die bes­te Par­al­le­le ist der Eklat um Ent­eig­nun­gen rus­si­scher diplo­ma­ti­scher Ver­tre­tun­gen in den USA, die dort unlängst tat­säch­lich statt­ge­fun­den haben. Doch im Zitat des schot­ti­schen Par­la­men­ta­ri­ers geht es eben gar nicht um Kör­per­schaf­ten und Insti­tu­tio­nen : “Rus­si­an natio­nals” lässt sich im Kon­text der zitier­ten Aus­sa­ge nicht anders über­set­zen als “Rus­sisch­stäm­mi­ge”, “eth­ni­sche Rus­sen”, “rus­si­sche Staats­bür­ger” oder ein­fach wie­der ein­mal nur “die Rus­sen”. Soll­te hier tat­säch­lich ein libe­ral-demo­kra­ti­scher Poli­ti­kus eine Ent­eig­nung von Pri­vat­per­so­nen vor­schla­gen, die in Groß­bri­tan­ni­en für eine sol­che Kör­per­schaft arbei­ten – und zwar als “Bestra­fung” für eben die­se Arbeit ?

Sunday Times fällt die Ent­schei­dung – Struk­tur und Kon­text als Ver­schär­fung

Und : Erschien der Times-Redak­ti­on die Aus­sa­ge Coal-Hamil­tons nicht schon ein­deu­tig genug ? Jeden­falls inter­pre­tiert man sie bei Sunday Times sehr deut­lich : “Rus­sen, die in Schott­land leben und an ‘Infor­ma­ti­ons­kriegs­füh­rung’ zur Desta­bi­li­sie­rung Groß­bri­tan­ni­ens teil­neh­men, soll­ten mit der Beschlag­nah­mung ihres Besit­zes rech­nen, so ein füh­ren­der Abge­ord­ne­ter des Schot­ti­schen Par­la­ments”, heißt es in der Ein­lei­tung des Arti­kels. Es fol­gen wie­der ein­mal der ohne Bewei­se pos­tu­lier­te Vor­wurf gegen Russ­land, die kri­tik­los über­nom­me­ne Aus­sa­ge, danach noch wei­te­re Vor­wür­fe nicht immer benann­ten Ursprungs zur angeb­li­chen Betei­li­gung Russ­lands an wei­te­ren Vor­fäl­len im Bereich von “Cyber­si­cher­heit”. Alle die­se Vor­wür­fe kom­men ohne Bewei­se aus. Zwar ver­fällt der Schrei­ber nicht ganz kon­se­quent in den neu­ar­ti­gen wie ein­zig­ar­ti­gen “High­ly Likely”-Stil der amtie­ren­den bri­ti­schen Regie­rung und behaup­tet ein­fach erfun­de­ne “Tat­sa­chen” – soviel Vor­sicht hat die Redak­ti­on der Gazet­te dann doch noch wal­ten las­sen. Doch dafür sind in die­sen jour­na­lis­ti­schen Edel­stein — dra­ma­tur­gisch bril­lant in der Mit­te des Arti­kels ange­sie­delt — die Namen und Licht­bil­der aller acht Mit­ar­bei­ter der bri­ti­schen Redak­ti­on von Sput­nik-Radio ein­ge­fügt. Wohl haben, ihren Namen nach zu ver­mu­ten, ledig­lich drei der genann­ten Mit­ar­bei­ter etwas mit Russ­land zu tun, aber die Times scheint dem zitier­ten Par­la­men­ta­ri­er gern mit einer stil­len Kor­rek­tur sei­nes Denk­feh­lers zur Hand gehen zu wol­len : Es kön­nen ja auch Ein­hei­mi­sche in einem rus­si­schen Medi­en­be­trieb arbei­ten, jawoll !

Wich­tig zu erwäh­nen ist, dass die Namen und Licht­bil­der der Sput­nik-Mit­ar­bei­ter ohne­hin im Inter­net zugäng­lich waren, zumal die­se nach eige­nen Aus­sa­gen nicht dar­auf ver­ses­sen sei­en, ihre Daten unbe­dingt geheim zu hal­ten, wie der obi­ge Tweet von Sput­nik Radio Edin­burgh-Mit­ar­bei­te­rin Johan­na Ross zeigt.

Es sind der Auf­bau des Pran­ger-Arti­kels und der Kon­text, in wel­chem die­ser die Daten und Bil­der ser­viert, die das Gan­ze in gefähr­li­che Nähe von Het­ze rücken : Beschul­di­gun­gen gegen Russ­land – gegen rus­si­sche Medi­en­be­trie­be im Aus­land – Auf­for­de­rung zur Ent­eig­nung der Mit­ar­bei­ter die­ser Medi­en­häu­ser – noch mehr beweis­lo­se Anschul­di­gun­gen und der Abschluss mit wei­ter­füh­ren­der Infor­ma­ti­on. Die Bil­der und Daten besag­ter Mit­ar­bei­ter fin­den sich rechts auf dem Blatt qua­si zum Nach­schla­gen zwi­schen­durch.

Gefahr für Leib und Leben

Von einer auf die­se Art kom­po­nier­ten Ver­öf­fent­li­chung geht eine Gefahr für Leib und Leben der Jour­na­lis­ten aus – so zitiert TASS die Aus­sa­ge von Walen­ti­na Mat­wien­ko, Spre­che­rin des Ober­hau­ses der Föde­ra­ti­ons­ver­samm­lung von Russ­land, den Sunday Times-Arti­kel. Man­chem Leser mag die­se Wer­tung über­zo­gen erschei­nen. Doch es sei dar­an erin­nert, wie es Jour­na­lis­ten und Publi­zis­ten, aber auch ander­wei­tig pro­mi­nen­ten Per­so­nen durch­aus erge­hen kann, die den russo­pho­ben Tenor vie­ler Main­stream-Medi­en nicht in Gän­ze ein­hal­ten und gegen die des­we­gen auf öffent­lich zugäng­li­chen media­len Pran­gern gehetzt wird.

Ein media­ler Pran­ger ?

Bekann­tes­te Bei­spie­le sind bis­her der ukrai­ni­sche Jour­na­list und Publi­zist Oles Busi­na und der eben­falls ukrai­ni­sche Poli­ti­ker Oleg Kalasch­ni­kow, die bei­de Kri­tik am Kurs der nach dem Mai­dan-Putsch eta­blier­ten Regie­rung in Kiew übten. Bei­de wur­den in der soge­nann­ten “Berei­ni­gungs­lis­te” des ukrai­ni­schen rechts­ex­tre­men Inter­net-Pran­gers Myrot­vor­ets geführt, mit Licht­bild und per­sön­li­chen Daten inklu­si­ve der Wohn­adres­se – bei­de fie­len Mord­an­schlä­gen “erfolg­reich” zum Opfer, die immer noch nicht auf­ge­klärt wur­den.

Die Par­al­le­le zum in Kana­da gehos­te­ten ukrai­ni­schen Inter­net-Pran­ger Myrot­vor­ets sah man in der rus­si­schen Bot­schaft in Groß­bri­tan­ni­en : “Wir neh­men an, dass die Ver­öf­fent­li­chung per­sön­li­cher Daten von Jour­na­lis­ten in ‘bes­ter Manier’ der Kie­wer Inter­net­sei­te Myrot­vor­ets, Auf­ru­fe zur Besitz­kon­fis­zie­rung […] eben­falls Beach­tung sei­tens der OSZE auf sich zie­hen soll­ten”, gibt TASS den Kom­men­tar des Pres­se­se­kre­tärs der diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tung wie­der. “Es sei betont, dass es sich hier­bei nicht um den ers­ten der­ar­ti­gen Fall han­delt. Im Novem­ber die­ses Jah­res sind per­sön­li­che Daten eines Kame­ra-Teams des Ers­ten [Rus­si­schen] Fern­se­hens ver­brei­tet wor­den.”

Balan­cie­ren auf dem Draht­seil

Den letz­ten Schritt ging die Sunday Times indes nicht, im oben umris­se­nen, höchst frag­wür­di­gen Kon­text auch noch die Pri­vat­adres­sen der Ange­pran­ger­ten zu ver­öf­fent­li­chen. Aller­dings erfüllt der Hin­weis, das Stu­dio von Sput­nik Radio lie­ge unweit des Bute House in Edin­burgh, effek­tiv den­sel­ben Zweck : Nun hat der “wor­ried citi­zen in anger” — der wüten­de Bür­ger — die Qual der Wahl, ob er mit sei­nem Pogrom-Mob nach kur­zer Suche lie­ber das Stu­dio ver­wüs­ten oder mit mini­ma­lem Mehr­auf­wand die Mit­ar­bei­ter von Sput­nik-Radio zuerst ver­fol­gen soll, um sie ein­zeln zu erle­di­gen. Der Hin­weis auf das Bute House fällt im Arti­kel gleich zwei­mal – in der Ein­füh­rung und im Schluss­teil, an den Stel­len also, die man auch mit Sicher­heit am ehes­ten liest.

Euch einen guten Rutsch in das neue Jahr 1933, my bri­tish fri­ends”

Mit die­ser For­mu­lie­rung ver­lieh die Chef­re­dak­teu­rin von Sput­nik und RT, Mar­ga­ri­ta Simon­jan, ihrer Empö­rung über den Arti­kel der Sunday Times Aus­druck. Wir erin­nern : In jenem Jahr kam in Deutsch­land Adolf Hit­ler an die Macht, der sofort die Ver­ord­nung zum Schutz von Volk und Staat erließ. Die­se schränk­te die Mei­nungs-, Pres­se- und Ver­samm­lungs­frei­heit dras­tisch ein.

Simon­jan befand es für ange­mes­sen zu erwäh­nen, dass in den Sat­zun­gen vie­ler west­li­cher Medi­en­häu­ser durch­aus Punk­te ent­hal­ten sind, nach denen die Inhal­te unzwei­deu­tig der Außen­po­li­tik des jewei­li­gen Staa­tes zu ent­spre­chen haben :

BBC : ‘[Der Kanal] soll das Ver­ei­nig­te König­reich wie­der­spie­geln, sei­ne Kul­tur und sei­ne Wer­te.’

[…]

BBG (Orga­ni­sa­ti­on, der Voice of Ame­ri­ca und Radio Liber­ty gehö­ren): ‘[Die bei der Aus­strah­lung ein­zu­hal­ten­den Stan­dards] haben einem brei­ten Ziel­spek­trum der US-Außen­po­li­tik zu ent­spre­chen.’

Denn wenn die Pro­pa­gan­da in die Sat­zung ein­ge­schrie­ben ist, dann sind das eben Wer­te und nicht etwa Pro­pa­gan­da”, schrieb die Jour­na­lis­tin in ihrem Tele­gram-Kanal.

Russ­lands Außen­mi­nis­te­ri­um kün­digt Gegen­maß­nah­men an

Wenig Ver­ständ­nis für die russo­pho­ben Kaprio­len der Sunday Times hat­te auch das rus­si­sche Aus­wär­ti­ge Amt : Spre­che­rin Maria Sach­a­ro­wa ver­kün­de­te, den Vor­fall nicht auf sich beru­hen las­sen zu wol­len. “Wir begut­ach­ten mit Hil­fe unse­rer Exper­ten, womit wir es hier [recht­lich] zu tun haben, und ent­wi­ckeln eine Rei­he von Gegen­maß­nah­men”, erklär­te die Diplo­ma­tin gegen­über dem rus­si­schen Nach­rich­ten­por­tal life.

Mehr zum The­ma – BBC woll­te “um jeden Preis” rus­si­sche Spur hin­ter Pro­tes­ten in Frank­reich fin­den

RT Deutsch


Messerattacken in Nürnberg : Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung


Nach den Mes­ser­at­ta­cken in Nürn­berg am Don­ners­tag­abend geht die Poli­zei mitt­ler­wei­le von einem Ein­zel­tä­ter aus. Sie hat eine genaue­re Täter­be­schrei­bung ver­öf­fent­licht. Dem­nach sucht sie nach einem etwa 25 bis 30 Jah­re alten Mann, der zwi­schen 1,75 und 1,80 Meter groß ist, eine nor­ma­le Sta­tur auf­weist und einen hel­len Teint sowie blon­de oder dun­kel­blon­de Haa­re hat. Er soll einen Drei­ta­ge­bart tra­gen. Zur Beklei­dung gebe es unter­schied­li­che Anga­ben, was den Schluss nahe­legt, dass der Täter sich zwi­schen den Taten umge­zo­gen hat.

Nach der Tat hat­te die Poli­zei noch nicht aus­schlie­ßen wol­len, dass es sich um meh­re­re Täter han­delt. Sie fahn­det nach eige­ner Aus­sa­ge mit Hoch­druck.

Bei den Angrif­fen waren am Don­ners­tag­abend im Nürn­ber­ger Stadt­vier­tel St. Johan­nis drei Frau­en im Alter von 26, 34 und 56 Jah­ren schwer ver­letzt wor­den. Die Taten wur­den etwa zwi­schen 19:20 Uhr und 23 Uhr ver­übt. Alle drei Frau­en wur­den nach einer not­ärzt­li­chen Erst­ver­sor­gung not­ope­riert, mitt­ler­wei­le sol­len sie nach Poli­zei­an­ga­ben nicht mehr in Lebens­ge­fahr schwe­ben. Die Poli­zei möch­te sie so bald wie mög­lich befra­gen und hofft auch auf Zeu­gen­aus­sa­gen von Anwoh­nern.

Mehr zum The­ma — Mes­ser­at­ta­cken in Nürn­berg — drei Frau­en schwer ver­letzt

RT Deutsch


CNN veröffentlicht letzte Worte Chaschukdschis


Ich bekom­me kei­ne Luft“, waren die letz­ten Wor­te des oppo­si­tio­nel­len sau­di­schen Jour­na­lis­ten Dscha­mal Cha­schuk­dschi vor der Ermor­dung im Kon­su­lat sei­nes Lan­des in Istan­bul. Der TV-Sen­der CNN soll eine Tape-Aus­wer­tung von einer Quel­le in den tür­ki­schen Geheim­diens­ten zuge­spielt bekom­men haben, die in die­sem spek­ta­ku­lä­ren Fall ermit­teln.
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Theresa May veröffentlicht emotionalen Brief vor Brexit-Gipfel in Brüssel


Ein neu­es Kapi­tel in unse­rem natio­na­len Leben beginnt”, schrieb The­re­sa May. Nach dem EU-Aus­tritt Ende März 2019 wer­de es zunächst einen Moment der “Erneue­rung und Ver­söh­nung” für das gan­ze Land geben. Die Befür­wor­ter und Geg­ner der Los­lö­sung von der EU müss­ten wie­der ein Volk wer­den. Groß­bri­tan­ni­en bekom­me durch den Bre­x­it die Kon­trol­le über sein Geld, die Geset­ze und die Gren­zen zurück. Es sei wich­tig, sich nun wie­der auf wich­ti­ge The­men zu kon­zen­trie­ren wie etwa die Wirt­schaft und den staat­li­chen Gesund­heits­dienst NHS.

Das Bre­x­it-Paket umfasst einen knapp 600 Sei­ten star­ken Aus­tritts­ver­trag mit den Bedin­gun­gen der Tren­nung, dar­un­ter die Rech­te der EU-Bür­ger in Groß­bri­tan­ni­en und Schluss­zah­lun­gen Groß­bri­tan­ni­ens an die EU von schät­zungs­wei­se rund 45 Mil­li­ar­den Euro. Vor­ge­se­hen ist zudem eine Über­gangs­frist bis Ende 2020, die noch bis Ende 2022 ver­län­gert wer­den könn­te. In der Zeit soll sich für die Wirt­schaft und die Bür­ger bei­der Sei­ten prak­tisch nichts ändern. (dpa)

Mehr zum The­ma — Spa­ni­en gibt Vor­be­hal­te gegen Bre­x­it-Deal auf

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Atlantic Council veröffentlicht Anleitung für Zensur — Merkel stimmt freudig zu


Von Zlat­ko Per­ci­nic

Die im Sep­tem­ber ver­öf­fent­lich­te Bro­schü­re hat es in sich. Allein der Titel “Wes­sen Wahr­heit ? Sou­ve­rä­ni­tät, Des­in­for­ma­ti­on und wie man die Schlacht um das Ver­trau­en gewinnt” ver­spricht schon gro­ßes Kino. Und weiß man dann erst noch, dass dies ein zen­tra­les The­ma bei der “Sover­eign Challenge”-Konferenz des US Spe­cial Ope­ra­ti­ons Com­mand (USSOCOM) in New York war, dann ver­leiht es der Bro­schü­re noch eine Extra­por­ti­on Auf­merk­sam­keit. Denn wir befin­den uns ja im Krieg, so erfah­ren wir dar­aus, einem Krieg um die Kro­ne der Wahr­heit. Unse­re Geg­ner grei­fen mit ihrer Wahr­heit unse­re staat­li­che Sou­ve­rä­ni­tät an und brin­gen das gan­ze, schö­ne Staa­ten­sys­tem ins Wan­ken, wel­ches seit den west­fä­li­schen Frie­dens­ver­trä­gen geschaf­fen wur­de. So zumin­dest inter­pre­tiert es der Autor der Bro­schü­re, John Watts, ein aus­tra­li­scher Fel­low des Atlan­tic Coun­cil.

Schuld an der gan­zen Mise­re ist laut Watts die wohl unzu­mut­ba­re “Demo­kra­ti­sie­rung der Tech­no­lo­gie, die dem Ein­zel­nen Mög­lich­kei­ten auf der­sel­ben Stu­fe wie Unter­neh­men gege­ben hat”. Die­se Ent­wick­lung habe unge­fähr den glei­chen revo­lu­tio­nä­ren Ein­fluss auf die Men­schen, wie die Erfin­dung des Buch­drucks vor über 570 Jah­ren. Damals wie heu­te ver­lo­ren die Mäch­ti­gen die abso­lu­te Ober­ho­heit über die Infor­ma­ti­on, was offen­sicht­lich als Hort der Demo­kra­tie gilt. Schon der fran­zö­si­sche König Lud­wig XI. (von 1461 – 1483 auf dem Thron) hat­te etwas erkannt, was für die meis­ten Regie­run­gen auch heu­te noch gilt : Qui nes­cit dis­si­mu­la­re nes­cit regna­re ; Wer nicht zu heu­cheln weiß, der weiß auch nicht zu herr­schen. Des­halb nann­te man ihn wohl auch “der Klu­ge”. Oder doch eher “der Lis­ti­ge”?

Aber zurück zum Atlan­tic Coun­cil und sei­ner Bro­schü­re. Wie schon erwähnt, soll die Sou­ve­rä­ni­tät der NATO-Mit­glieds­staa­ten durch die “Demo­kra­ti­sie­rung der Tech­no­lo­gie” in Gefahr sein, weil die Men­schen so Zugang zu Infor­ma­tio­nen erhal­ten, die alles Mög­li­che sein kön­nen. Wahr, falsch, ver­dreht, mani­pu­liert, falsch inter­pre­tiert — oder ein­fach nur öffent­lich gewor­den ? Die­se Lis­te lie­ße sich gewiss noch erwei­tern, aber es dürf­te klar sein, wor­auf es hin­aus­läuft. Und damit hat John Watts auch abso­lut recht. Wir wer­den mit Infor­ma­tio­nen über­flu­tet, wo nicht ein­mal mehr eta­blier­te Medi­en­un­ter­neh­men hin­ter­her­kom­men, die Fak­ten zu prü­fen und ihrer eigent­li­chen Auf­ga­be nach­zu­kom­men, näm­lich die Men­schen mit einer mög­lichst objek­ti­ven Bericht­erstat­tung und Auf­klä­rung zu bedie­nen. Schuld dar­an ist vor allem “der Markt”, dem doch eigent­lich eine gött­li­che selbst­re­gu­lie­ren­de Kraft inne­woh­nen soll, am Ende aber die Medi­en­un­ter­neh­men zu bru­ta­len Spar­maß­nah­men zu Las­ten der selbst ange­maß­ten Qua­li­tät zwingt. Auch das wird von Watts ent­spre­chend im Text gewür­digt.

Ein wei­te­res Pro­blem stellt der Ver­trau­ens­ver­lust der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in staat­li­che Insti­tu­tio­nen und auch in die Medi­en dar. Immer weni­ger Men­schen glau­ben der eige­nen Regie­rung und ihren Poli­ti­kern etwas, wäh­rend vie­le Medi­en mit dem Vor­wurf von Fake News über­häuft wer­den. Und wenn die Men­schen kein, oder zumin­dest immer weni­ger Ver­trau­en in ihre Regie­run­gen haben, dann stellt dies das gesam­te Kon­zept von Sou­ve­rä­ni­tät auf den Kopf. In Demo­kra­ti­en ist es immer­hin das Volk, das den Sou­ve­rän dar­stellt, also den eigent­li­chen Inha­ber der Staats­ge­walt. Die Regie­run­gen wer­den — oder soll­ten — vom Volk gewählt wer­den, um die Belan­ge und Inter­es­sen der Bevöl­ke­rung zu ver­tre­ten. Wenn die­ses Ver­trau­en aber ero­diert und sich das Volk nicht mehr von der Regie­rung ver­tre­ten fühlt, dann ist da tat­säch­lich etwas faul im Staa­te.

Und genau hier setzt John Watts vom Atlan­tic Coun­cil an und beschul­digt alter­na­ti­ve Infor­ma­ti­ons­an­bie­ter, die Wur­zel allen Übels zu sein. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob es sich um Blog­ger oder aus­län­di­sche Medi­en­un­ter­neh­men han­delt. Sie wür­den mit ihren Berich­ten dazu bei­tra­gen, dass die offi­zi­el­len Infor­ma­tio­nen hin­ter­fragt und oft als Lügen bezeich­net wer­den. Kei­ne Fra­ge : Es gibt mit Sicher­heit eini­ge schwar­ze Scha­fe bei den soge­nann­ten Alter­na­tiv­me­di­en, die mit Absicht oder mit Nai­vi­tät Unwahr­hei­ten und Fehl­in­for­ma­tio­nen ver­brei­ten. Aber nun gleich alle über die­sen Kamm zu sche­ren, wie es der Atlan­tic Coun­cil vor­sorg­lich tut, schießt dann doch gewal­tig über das angeb­lich so here Ziel hin­aus. Und es wer­den selt­sa­mer­wei­se aus­schließ­lich Län­der wie Vene­zue­la, Indi­en (wel­ches ande­re­seits als größ­te Demo­kra­tie der Welt bezeich­net wird), Chi­na oder Russ­land genannt, die sich der Mani­pu­la­ti­on von Infor­ma­tio­nen bedie­nen wür­den, um stra­te­gi­sche Zie­le im In- und Aus­land zu errei­chen.

Dass den Regie­run­gen das Ver­trau­en des Sou­ve­räns abhan­den­kommt, hat natür­lich durch­aus auch viel mit dem Zugang zu ande­ren Infor­ma­ti­ons­quel­len zu tun. Immer­hin ist das doch genau der Unter­schied zwi­schen einer Demo­kra­tie und einer Dik­ta­tur, wo die Men­schen nur das zu hören und zu lesen bekom­men (sol­len), was das Régime auch zulässt. Dass es aber viel­leicht die Regie­run­gen selbst sind (und gera­de in Euro­pa lei­der auch die Euro­päi­sche Uni­on mit ihrer intrans­pa­ren­ten und für die Men­schen nicht nach­voll­zieh­ba­ren Poli­tik), die die­ses Miss­trau­en und Ableh­nung begüns­ti­gen oder erst ermög­licht haben, wird in der Bro­schü­re mit kei­ner Sil­be ange­deu­tet. Schuld sind grund­sätz­lich “die Ande­ren”. Und wenn die Men­schen über die­se Fehl­trit­te in ande­ren Medi­en als im eta­blier­ten Main­stream etwas sehen, lesen und hören, dann gilt das laut Atlan­tic Coun­cil per se als Des­in­for­ma­ti­on. Des­halb war vor der “Demo­kra­ti­sie­rung der Tech­no­lo­gie” auch alles bes­ser :

In der Ver­gan­gen­heit hat­te die all­ge­mei­ne Öffent­lich­keit begrenz­te Infor­ma­ti­ons­quel­len, die von pro­fes­sio­nel­len Tür­wäch­tern ver­wal­tet wur­den.

Stellt sich also die Fra­ge, was Regie­run­gen und Medi­en­un­ter­neh­men (natür­lich nur die Guten) dage­gen tun kön­nen. Es wird das nega­ti­ve Bei­spiel genannt, bei Online­ar­ti­keln die Kom­men­tar­funk­ti­on aus­zu­schal­ten. Aber die­se Pra­xis wür­de nur wei­ter dazu füh­ren, dass die Abnei­gung steigt und noch mehr Ver­trau­en ver­lo­ren gehen könn­te. Statt­des­sen soll­ten Unter­neh­men wie Face­book, Twit­ter & Co. ihren “beträcht­li­chen Ein­fluss auf die Art und Qua­li­tät der ver­brei­te­ten Inhal­te” gel­tend machen, wie sie es mit der Sper­rung von hun­der­ten kri­ti­schen Accounts, die ein Mil­lio­nen­pu­bli­kum hat­ten, bereits getan haben. Uner­wähnt bleibt auch in die­sem Zusam­men­hang, dass gera­de Face­book längst eine Koope­ra­ti­on mit dem Atlan­tic Coun­cil ein­ge­gan­gen ist, um zusam­men auf Jagd gegen unlieb­sa­me Stim­men zu gehen.

Kri­ti­sche Stim­men soll­ten also — laut Emp­feh­lung aus die­ser der NATO nahe­ste­hen­den Denk­fa­brik — doch bes­ser mund­tot gemacht wer­den. Indem man ihre Accounts löscht, wer­den sie in der digi­ta­len Welt unsicht­bar. Und was für die Urhe­ber die­ser Metho­de zählt : sie kön­nen eben auch nicht mehr gehört, gele­sen oder gese­hen wer­den. Also letzt­lich ein­fach eine digi­ta­le Zen­sur, die von Unter­neh­men auf Geheiß der Regie­run­gen durch­ge­führt wird. Es soll also nicht eine fehl­ori­en­tier­te und zurecht kri­ti­sier­te Poli­tik geän­dert wer­den, son­dern “bes­ser” der Zugang zu unlieb­sa­men Infor­ma­tio­nen ein­ge­schränkt wer­den.

Bemer­kens­wert für Deutsch­land : Prompt blies die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel bei ihrer Rede im Bun­des­tag am 17. Okto­ber in genau die­ses glei­che Horn, als auch sie auf die Gefahr durch Des­in­for­ma­tio­nen zu spre­chen kam :

… denn unse­re Erfah­run­gen der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit zei­gen, dass die demo­kra­ti­schen Wil­lens­äu­ße­run­gen der Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler durch geziel­te Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen, Cyber­an­grif­fe oder Daten­miss­brauch all­zu leicht ver­fälscht wer­den kön­nen.

Die­se “demo­kra­ti­schen Wil­lens­äu­ße­run­gen” wer­den aber nicht durch äuße­re Fak­to­ren “ver­fälscht”, son­dern durch die Poli­ti­ker selbst. Neh­men wir nur mal ein klei­nes Bei­spiel aus dem aktu­el­len Koali­ti­ons­ver­trag der Bun­des­re­gie­rung. Dar­in heißt es auf Sei­te 149 unter dem Punkt “Für eine restrik­ti­ve Rüs­tungs­ex­port­po­li­tik” klar und deut­lich : “Wir wer­den ab sofort kei­ne Aus­fuh­ren an Län­der geneh­mi­gen, solan­ge die­se unmit­tel­bar am Jemen-Krieg betei­ligt sind.” Das heißt, aller­spä­tes­tens seit der Ver­ei­di­gung der neu­en Regie­rung am 14. März 2018 hät­ten laut Koali­ti­ons­ver­trag “ab sofort” deut­sche Rüs­tungs­ex­por­te an Län­der wie Sau­di-Ara­bi­en und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te gestoppt wer­den müs­sen, was aber nicht geschah. Und das hat nun gar nichts mit “geziel­ten Des­in­for­ma­ti­ons­kam­pa­gnen” zu tun, wie es Frau Mer­kel in ihrer Rede gesagt hat­te, son­dern ist Poli­tik die­ser Regie­ren­den.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Seine letzte Kolumne : Washington Post veröffentlicht Khashoggi-Text


Mit der Ver­öf­fent­li­chung eines letz­ten Bei­trags der Kolum­ne von Dscha­mal Cha­schuk­dschi in der Washing­ton Post muss die Redak­teu­rin Karen Attiah fest­stel­len, dass es wohl kei­nen Sinn mehr mache, auf die Rück­kehr des Kol­le­gen zu war­ten. Attiah lobt ihren Kol­le­gen als Frei­heits­kämp­fer : 

Die­se Kolum­ne zeigt auf per­fek­te Wei­se sein Enga­ge­ment und sei­ne Lei­den­schaft für die Frei­heit der ara­bi­schen Welt. Eine Frei­heit, für die er anschei­nend sein Leben gege­ben hat. Ich wer­de für immer dank­bar sein, dass er “The Post” vor einem Jahr als sein letz­tes jour­na­lis­ti­sches Zuhau­se gewählt hat und uns die Chan­ce gab zusam­men­zu­ar­bei­ten.

Dscha­mal Cha­schuk­dschi gilt als Kri­ti­ker des sau­di­schen Königs­hau­ses. Dies soll ihm zum Ver­häng­nis gewor­den sein, als er das sau­di­sche Kon­su­lat in Istan­bul am 2. Okto­ber betrat, um Schei­dungs­pa­pie­re abzu­ho­len. Drau­ßen war­te­te sei­ne tür­ki­sche Ver­lob­te ver­ge­bens. Cha­schuk­dschi wur­de seit­her nicht mehr gese­hen. 

Die tür­ki­schen Behör­den spra­chen bald nach sei­nem Ver­schwin­den von Mord durch ein 15-köp­fi­ges Auf­trags­kil­ler­kom­man­do aus Sau­di-Ara­bi­en. Mike Pom­peo reis­te nach Sau­di-Ara­bi­en, um den Fall mit der sau­di­schen Füh­rung zu bespre­chen. In den USA for­der­ten Sena­to­ren Sank­tio­nen gegen Sau­di-Ara­bi­en. 

Für Cha­schuk­dschi gab der Bericht “Frei­heit in der Welt” den Anstoß zu sei­ner Kolum­ne. Danach sei das ein­zig freie Land der ara­bi­schen Welt Tune­si­en. An zwei­ter Stel­le stün­den dort Jor­da­ni­en, Marok­ko und Kuwait. Die­se wer­den als “teil­wei­se frei” bezeich­net. Und :

Der Rest der Län­der in der ara­bi­schen Welt wird als “unfrei” ein­ge­stuft. 

Die Bevöl­ke­rung der ara­bi­schen “unfrei­en Län­der” fie­len — so Cha­schuk­dschi — den “staat­li­chen Nar­ra­ti­ven der Regie­rung” zum Opfer. Sie sei­en ent­we­der “nicht” oder “schlecht infor­miert”. Den ara­bi­schen Früh­ling sieht der sau­di­sche Jour­na­list als einen uner­füll­ten Hoff­nungs­schim­mer des Wan­dels. Dabei preist er sei­nen Freund, den sau­di­schen Jour­na­lis­ten Saleh al-Shehhi, der wegen sei­ner kri­ti­schen Äuße­run­gen gegen das Königs­haus in Haft sitzt. Auf die inter­na­tio­na­le Kri­tik in sol­chen Fäl­len wie der unrecht­mä­ßi­gen Inhaf­tie­rung al-Shehhis fol­ge bald Schwei­gen. 

Die Zeit, in der Jour­na­lis­ten glaub­ten, das Inter­net wür­de mehr Infor­ma­ti­ons­frei­heit bedeu­ten, sei vor­bei. Cha­schuk­dschi wünsch­te sich ein ara­bi­sches Pen­dant zu Radio Free Euro­pe. Ara­ber müss­ten in ihrer eige­nen Spra­che bes­ser infor­miert wer­den. Wie genau sich die gewünsch­te Frei­heit gestal­ten soll­te, dazu schreibt Cha­schuk­dschi nichts. Cha­schuk­dschi war ein Mit­glied der Mus­lim­bru­der­schaft. Die Ide­al­vor­stel­lung eines Wan­dels in Sau­di-Ara­bi­en bedeu­te­te für ihn : weg von der sau­di­schen Mon­ar­chie, hin zu einem poli­ti­schen Islam. 

Mehr zum The­ma - Nach Ver­schwin­den des sau­di­schen Jour­na­lis­ten : US-Sena­to­ren for­dern Sank­tio­nen gegen Sau­di-Ara­bi­en

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