Wird Merkel Kanzlerin bleiben ? Fraktionschef Brinkhaus warnt vor Gedankenspielen über Neuwahlen


Uni­ons­frak­ti­ons­chef Ralph Brink­haus (CDU) hat sich vor dem CDU-Par­tei­tag ener­gisch gegen Spe­ku­la­tio­nen über eine vor­ge­zo­ge­ne Neu­wahl mit einem Wech­sel im Kanz­ler­amt gewandt.

Die Wäh­ler haben bei der Bun­des­tags­wahl 2017 der Uni­on und Ange­la Mer­kel als Spit­zen­kan­di­da­tin den Regie­rungs­auf­trag für die gesam­te Wahl­pe­ri­ode erteilt”, sag­te Brink­haus der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. “Wir haben die­se Auf­ga­be zu erfül­len. Dar­auf müs­sen wir uns kon­zen­trie­ren.”

Die CDU-Gre­mi­en berei­ten am heu­ti­gen Don­ners­tag in Ham­burg den zwei­tä­gi­gen Par­tei­tag vor, bei dem am Frei­tag 1.001 Dele­gier­te über den Par­tei­vor­sitz ent­schei­den. Als aus­sichts­reichs­te Kan­di­da­ten für die Nach­fol­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel als CDU-Che­fin gel­ten Gene­ral­se­kre­tä­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er, der frü­he­re Uni­ons­frak­ti­ons­chef Fried­rich Merz sowie — wohl etwas abge­schla­gen — Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn. Es wird mit einem knap­pen Wahl­aus­gang gerech­net.

Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Alt­mai­er für Kramp-Kar­ren­bau­er

Im inner­par­tei­li­chen Wett­be­werb waren zuletzt immer mehr Par­tei­grö­ßen aus der Deckung gekom­men. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Peter Alt­mai­er stell­te sich nun hin­ter Kramp-Kar­ren­bau­er — und zeig­te sich zugleich irri­tiert dar­über, dass Bun­des­tags­prä­si­dent Wolf­gang Schäub­le sich zuvor für Merz aus­ge­spro­chen hat­te.

Sei­ne Prä­fe­renz für Gene­ral­se­kre­tä­rin Kramp-Kar­ren­bau­er habe er bis­lang aus Respekt vor den Dele­gier­ten nicht öffent­lich geäu­ßert, sag­te Alt­mai­er der Rhei­ni­schen Post.

Da Wolf­gang Schäub­le nun den Damm gebro­chen hat, kann ich sagen : Ich bin über­zeugt, dass wir mit Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er die bes­te Chan­ce haben, die CDU zu einen und Wah­len zu gewin­nen, so Alt­mai­er.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Minis­ter­prä­si­dent und stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Armin Laschet rief dazu auf, alles zu tun, damit es infol­ge der Abstim­mung nicht zu einer Spal­tung zwi­schen Sie­ger- und Ver­lie­rer­la­gern kommt.

Ent­schei­dend für den Zusam­men­halt der CDU ist die Zeit nach der Vor­sit­zen­den­wahl”, sag­te Laschet dem Redak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land. “Es wird nur einen Sie­ger oder eine Sie­ge­rin geben. Ich wün­sche mir aber, dass alle drei sicht­bar blei­ben.”

Kramp-Kar­ren­bau­er for­dert Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten

Merz und Spahn woll­ten im Zuge ihrer Bewer­bung vie­le ent­täusch­te Kon­ser­va­ti­ve in der CDU anspre­chen. Kramp-Kar­ren­bau­er gilt als Favo­ri­tin Mer­kels. Die 56-Jäh­ri­ge setz­te kurz vor dem Par­tei­tag noch einen inhalt­li­chen Akzent und for­der­te Ent­las­tun­gen für Bezie­her klei­ner Ren­ten.

Ich möch­te den Blick auf klei­ne Ren­ten rich­ten und die alte Regel ‘Mehr Net­to vom Brut­to’ anwen­den”, sag­te sie der Zei­tung Die Welt.

Sie will bei den Bei­trä­gen zur Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung anset­zen : “Bei die­sen Bei­trä­gen soll­ten wir die Men­schen ent­las­ten.” Mit der For­de­rung grenz­te sie sich auch von ihrem Kon­kur­ren­ten Fried­rich Merz ab, der am Wochen­en­de mit dem Vor­schlag Schlag­zei­len gemacht, die pri­va­te ergän­zen­de Alters­vor­sor­ge über Akti­en steu­er­lich zu begüns­ti­gen.

Alle drei Kan­di­da­ten hat­ten erken­nen las­sen, dass sie im Fall ihrer Wahl wei­ter­hin mit Mer­kel als Kanz­le­rin zusam­men­ar­bei­ten woll­ten. Mer­kel will zwar den Par­tei­vor­sitz abge­ben, aber bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode wei­ter Kanz­le­rin blei­ben. Frak­ti­ons­chef Brink­haus warn­te, Gedan­ken­spie­le über eine Neu­wahl wür­den dem ohne­hin ange­grif­fe­nen Ver­trau­en in die Poli­tik wei­te­ren Scha­den zufü­gen. “Ich hal­te nichts davon, die Bür­ger immer wie­der in eine Neu­wahl zu trei­ben, bis den Poli­ti­kern das Ergeb­nis passt.”

SPD pocht auf Koali­ti­ons­ver­trag

Zu dem Par­tei­tag wer­den 1.001 Dele­gier­te, mehr als 1.000 Gäs­te und 1.800 akkre­di­tier­te Jour­na­lis­ten aus aller Welt erwar­tet. Damit die gro­ße Zahl von Anträ­gen ange­sichts der mit Span­nung erwar­te­ten Wahl in Ham­burg nicht unter­geht, schlug der Uni­ons-Mit­tel­stand (MIT) einen zusätz­li­chen Par­tei­tag im Früh­jahr vor, um die­se dann dort zu behan­deln.

Mehr zum The­ma — Aktu­el­le Umfra­ge : SPD fällt auf neu­es Rekord­tief — Uni­on sta­bil

Der Koali­ti­ons­part­ner SPD pocht dar­auf, dass auch mit dem neu­en CDU-Vor­sitz der Koali­ti­ons­ver­trag ein­ge­hal­ten wird : “Die SPD nimmt hin, was kommt. Und wir gehen davon aus, dass alles Bestand hat, was vor­her in der Koali­ti­on ver­ein­bart wor­den ist”, sag­te die stell­ver­tre­ten­de Par­tei­vor­sit­zen­de Malu Drey­er den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Klimawandel : Neuer US-Regierungsbericht warnt vor katastrophalen Folgen


Es ist der zwei­te Teil der Vier­ten Natio­na­len Kli­ma­be­wer­tung (NCA4), der jetzt ver­öf­fent­licht wur­de. Auf Anfor­de­rung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Geor­ge H. W. Bush wur­de 1990 der Glo­bal Chan­ge Rese­arch Act vom Kon­gress ver­ab­schie­det, der vor­sah, dass das U.S. Glo­bal Chan­ge Rese­arch Pro­gram (USGCRP) min­des­tens alle vier Jah­re einen Bericht über den Kli­ma­wan­del vor­be­rei­tet und die­sen dem Kon­gress und dem Prä­si­den­ten vor­legt. Der Bericht soll die “Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels auf die Natur, Land­wirt­schaft, Ener­gie­pro­duk­ti­on und -ver­brauch, Land- und Was­ser­res­sour­cen, Ver­kehrs­netz, mensch­li­che Gesund­heit, Wohl­erge­hen und Sozi­al­sys­te­me sowie bio­lo­gi­sche Diver­si­tät” unter­su­chen. Außer­dem soll er “gegen­wär­ti­ge Trends im Kli­ma­wan­del mensch­li­cher und natür­li­cher Ursa­chen ana­ly­sie­ren sowie Haupt­trends für die nächs­ten 25 bis 100 Jah­re pro­ji­zie­ren”.

Dem USGCRP gehö­ren drei­zehn Regie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen an, dar­un­ter 300 füh­ren­de Wis­sen­schaft­ler des Lan­des, die sich für eine aus­führ­li­che Ana­ly­se des Kli­ma­wan­dels ein­ge­setzt haben. Der ers­te Teil der Vier­ten Natio­na­len Kli­ma­be­wer­tung wur­de vor ziem­lich genau einem Jahr ver­öf­fent­licht und kam zum Schluss, dass es “kei­ne über­zeu­gen­de alter­na­ti­ve Erklä­rung” für die Ver­än­de­run­gen des Kli­mas gibt, als dass sie auf­grund von “mensch­li­chen Akti­vi­tä­ten, ins­be­son­de­re Emis­sio­nen von Treib­haus­ga­sen” ver­ur­sacht wur­den.

Der zwei­te Teil beschäf­tig­te sich nun mit den Fol­gen, wie es vom Glo­bal Chan­ge Rese­arch Act gefor­dert wird. Und die Zah­len, die die Wis­sen­schaft­ler ermit­telt haben, sind gra­vie­rend. Die Kos­ten auf­grund des Kli­ma­wan­dels könn­ten sich auf hun­der­te Mil­li­ar­den US-Dol­lar pro Jahr belau­fen. Allein der Süd­os­ten der USA wird wahr­schein­lich über eine hal­be Mil­li­ar­de Arbeits­stun­den auf­grund extre­mer Hit­ze bis zum Jahr 2100 ver­lie­ren. Die Qua­li­tät und Quan­ti­tät der land­wirt­schaft­li­chen Ern­te wird auf­grund von stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren, Dür­re und Über­schwem­mun­gen abneh­men. In Tei­len des mitt­le­ren Wes­tens wer­den die Far­mer weni­ger als 75 Pro­zent der heu­ti­gen Getrei­de­pro­duk­ti­on ern­ten.

Über­flu­tun­gen und Mega-Gewit­ter brin­gen Schä­den für die Infra­struk­tur

Natür­lich wer­den die stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren auch Aus­wir­kun­gen auf die Gesund­heit haben. Es wird mehr Fäl­le von Seu­chen geben, die über Mücken und Zecken über­tra­gen wer­den. Die Fall­zah­len des West-Nil-Fie­bers wer­den sich bis zum Jahr 2050 mehr als ver­dop­peln. Asth­ma und wei­te­re All­er­gi­en wer­den auf­grund des Kli­ma­wan­dels in ver­schie­de­nen Regio­nen zuneh­men. Wald­brän­de wer­den häu­fi­ger sein, und sie wer­den län­ger andau­ern und zer­stö­re­ri­scher sein. Ent­lang den US-Küs­ten besteht eine Gefahr durch den stei­gen­den Mee­res­spie­gel. Über­flu­tun­gen und häu­fi­ge­re Mega-Gewit­ter brin­gen Schä­den für die Infra­struk­tur, deren Wert sich auf über eine Bil­li­on US-Dol­lar im Risi­ko­ge­biet belau­fen. Ener­gie­sys­te­me – ohne­hin schon anfäl­lig auf­grund ihrer ver­al­te­ten Infra­struk­tur – wer­den mit den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels nicht klar­kom­men und zu ver­mehr­ten Strom­aus­fäl­len füh­ren.

Doch eine Emp­feh­lung, wie mit die­ser Situa­ti­on umge­gan­gen wer­den soll und was dage­gen getan wer­den kann, gibt es in dem Bericht nicht. Das war auch nicht die Auf­ga­be der NCA4. Die Rück­schlüs­se muss die US-Regie­rung – und müs­sen mit ihr auch die übri­gen Indus­trie­na­tio­nen – selbst zie­hen. Eine Unter­su­chung der G-20-Län­der hat gezeigt, dass kein ein­zi­ges Land die Kli­ma­zie­le erreicht hat ; eine ver­hee­ren­de Bilanz. Auch die UNO hat erst vor kur­zem in ihrem neu­en Bericht zum Kli­ma­wan­del eine War­nung aus­ge­spro­chen, dass alle Län­der drin­gend ihre Emis­sio­nen ein­schrän­ken müs­sen, wenn man die schlimms­ten Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels umge­hen möch­te.

Mehr zum The­ma — Eis­bä­ren bela­gern Dorf auf rus­si­scher Halb­in­sel – wegen Kli­ma­wan­del blei­ben Tie­re län­ger an Land

RT Deutsch


China warnt USA davor, Handelskrieg zur “großen Depression” oder “Weltkrieg” zu eskalieren


Nur weni­ge Tage bevor sich chi­ne­si­sche und ame­ri­ka­ni­sche Staats- und Regie­rungs­chefs am Ran­de des G20-Gip­fels in Argen­ti­ni­en tref­fen, warn­te der chi­ne­si­sche US-Gesand­te unheil­voll vor einer wei­te­ren Eska­la­ti­on des Han­dels­kon­flikts, der die Sym­bio­se der bei­den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten der Welt durch­bre­chen und den Welt­han­del völ­lig lahm­le­gen könn­te.

Ich weiß nicht, ob die Men­schen die mög­li­chen Fol­gen – die Aus­wir­kun­gen, die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen – wirk­lich erken­nen, wenn es eine sol­che Ent­kopp­lung gibt”, sag­te Bot­schaf­ter Cui Tian­kai der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters in einem Inter­view und beton­te, dass eine wei­te­re Eska­la­ti­on die schlech­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen, die einst zum Zwei­ten Welt­krieg führ­ten, wie­der­her­stel­len könn­te.

Die Leh­ren aus der Geschich­te sind immer noch da. Im letz­ten Jahr­hun­dert hat­ten wir zwei Welt­krie­ge, und dazwi­schen die gro­ße Depres­si­on”, sag­te der Bot­schaf­ter. “Ich den­ke nicht, dass jemand wirk­lich ver­su­chen soll­te, eine Wie­der­ho­lung der Geschich­te her­bei­zu­füh­ren. Die­se Din­ge soll­ten sich nie­mals wie­der­ho­len, also müs­sen die Men­schen ver­ant­wor­tungs­be­wusst han­deln.”

Prä­si­dent Donald Trump hat Repor­tern wie­der­holt gesagt, dass Zöl­le auf zusätz­li­che chi­ne­si­sche Waren im Wert von 267 Mil­li­ar­den US-Dol­lar bereit sind los­zu­schla­gen, falls Peking sich wei­gert, sich den For­de­run­gen der USA zu beu­gen und den Dieb­stahl geis­ti­gen Eigen­tums zu stop­pen. Wäh­rend Trump dar­auf bedacht war, ein Abkom­men mit Chi­na abzu­schlie­ßen, mach­te er am Mon­tag deut­lich, dass er wei­ter­hin fest ent­schlos­sen ist, das mas­si­ve Han­dels­de­fi­zit mit Chi­na zu schlie­ßen. Soll­te Trump tat­säch­lich zusätz­li­che Zöl­le erhe­ben, wür­den die erhöh­ten Ein­fuhr­ge­büh­ren auf chi­ne­si­sche Waren einen Gegen­wert von ins­ge­samt über 517 Mil­li­ar­den US-Dol­lar errei­chen.

Der ein­zi­ge Deal, der für mich wirk­lich akzep­ta­bel wäre – abge­se­hen davon, dass wir offen­sicht­lich etwas gegen den Dieb­stahl von geis­ti­gem Eigen­tum unter­neh­men müs­sen – ist, dass Chi­na sein Land für den Wett­be­werb mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten öff­nen muss”, sag­te das US-Staats­ober­haupt am Mon­tag im Wall Street Jour­nal.

Sie müs­sen Chi­na für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten öff­nen. Sonst sehe ich kei­nen Deal.”

Der chi­ne­sisch-ame­ri­ka­ni­sche Han­dels­kon­flikt trat im Sep­tem­ber in eine ent­schei­den­de Pha­se ein, nach­dem Zoll­erhö­hun­gen mit einem Gesamt­vo­lu­men von rund 260 Mil­li­ar­den US-Dol­lar für bila­te­ral gehan­del­te Waren offi­zi­ell in Kraft tra­ten. In den letz­ten zwei Mona­ten haben bei­de Län­der aller­dings Gesprä­che geführt und ver­sucht, eine Lösung zur Bei­le­gung des Han­dels­streits zu fin­den. Bis­her waren die Ver­hand­lun­gen zum Schei­tern ver­ur­teilt.

Trump und sein chi­ne­si­scher Amts­kol­le­ge Xi Jin­ping wer­den sich am Frei­tag am Ran­de des G-20-Gip­fels in Argen­ti­ni­en tref­fen, für den Sams­tag wird ein Abend­essen erwar­tet.

RT Deutsch


Offensichtliche Bedrohung”: Moskau warnt Polen davor, permanente US-Militärbasis aufrechtzuerhalten


Polens Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mari­usz Blasz­c­zak hat erklärt, dass auf pol­ni­schem Ter­ri­to­ri­um “zwei­fel­los” eine per­ma­nen­te US-Mili­tär­ein­rich­tung ent­ste­hen wer­de. Wäh­rend die Stär­kung der US-Mili­tär­prä­senz nicht Gegen­stand von Ver­hand­lun­gen ist, wer­de der genaue Mecha­nis­mus und auch über die zu ent­sen­den­den Ein­hei­ten noch dis­ku­tiert, so Blasz­c­zak am Diens­tag im pol­ni­schen Radio.

Er ver­riet jedoch kei­ne Details, da er auf die Not­wen­dig­keit hin­wies, eine “star­ke Ver­hand­lungs­po­si­ti­on” zu sichern.

Die Idee, eine per­ma­nen­te US-Mili­tär­ein­rich­tung zu errich­ten, wird von pol­ni­schen Spit­zen­be­am­ten begeis­tert unter­stützt. Sie sind sogar bereit, dafür einen hohen finan­zi­el­len Bei­trag von zwei Mil­li­ar­den US-Dol­lar zu zah­len.

Prä­si­dent Andrzej Duda sprach über die Errich­tung der Basis bereits im Sep­tem­ber mit sei­nem US-ame­ri­ka­ni­schen Amts­kol­le­gen Donald Trump und schlug, in Anleh­nung an des­sen Namen, für die Mili­tär­ba­sis den Namen “The Fort Trump” vor. Trump erklär­te damals, dass er den pol­ni­schen Vor­schlag zwar ernst­haft stu­diert habe. Bis­her hat Washing­ton die Fest­stel­lung, dass der Bau end­gül­tig ver­ein­bar sei, aller­dings noch nicht bestä­tigt.

Die Plä­ne Polens und der USA lös­ten in Russ­land, das eine sol­che Basis als direk­te Bedro­hung für sei­ne eige­ne Sicher­heit sieht, Alarm aus. Der rus­si­sche Sena­tor Wla­di­mir Koschin warn­te, dass der Bau von “Fort Trump” sicher­lich eine Reak­ti­on aus Mos­kau aus­lö­sen wer­de :

Der Bau einer sol­chen Mili­tär­an­la­ge unmit­tel­bar vor der rus­si­schen Gren­ze ist eine offen­sicht­li­che Bedro­hung für uns. Russ­land wird dar­auf reagie­ren müs­sen.

Wäh­rend Polen, das seit 1999 Mit­glied der NATO ist, seit Jah­ren US-Trup­pen auf sei­nem Ter­ri­to­ri­um beher­bergt, ist kei­ne die­ser Ein­hei­ten dau­er­haft in dem Land sta­tio­niert, da sie — angeb­lich — rotie­ren wür­den. Die mili­tä­ri­sche Prä­senz der USA in Ost­eu­ro­pa ist in den letz­ten Jah­ren ste­tig gewach­sen. Im letz­ten Okto­ber ent­sand­te Washing­ton eine neue mecha­ni­sier­te Bri­ga­de nach Polen. Nach Anga­ben des rus­si­schen Mili­tärs ließ die abge­zo­ge­ne Vor­gän­ger­ein­heit die­ser Bri­ga­de ihre Aus­rüs­tung jedoch aus “uner­klär­li­chen Grün­den vor Ort”.

Mehr zum The­ma — “Wir knip­sen im Kreml die Lich­ter aus” – Bri­ti­sche Armee trai­niert Angriff auf Mos­kau

RT Deutsch


NATO warnt die EU vor einer eigenen Armee ohne USA


Am Mon­tag fand in Brüs­sel ein Tref­fen der Außen- und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter statt, wo man sich auf 17 neue Pro­jek­te für die Stän­di­ge Struk­tu­rier­te Zusam­men­ar­beit (Pes­co) geei­nigt hat, wie die EU-Armee ziem­lich schwer­fäl­lig offi­zi­ell genannt wird. Unter ande­rem sol­len neue Waf­fen­sys­te­me wie eine Euro­droh­ne oder der Kampf­hub­schrau­ber Tiger Mark III unter dem Pes­co-Dach her­vor­ge­bracht wer­den, mit hof­fent­lich bes­se­rem Ergeb­nis­sen als bis­he­ri­ge euro­päi­sche Pro­duk­tio­nen à la Euro­figh­ter oder A400M. Auch der Aus­bau der gemein­sa­men Kom­man­do­zen­tra­le für Mili­tär­ein­sät­ze soll vor­an­ge­trie­ben wer­den, um dann künf­tig nicht nur Aus­bil­dungs­ein­sät­ze wie bei­spiels­wei­se in Mali zu koor­di­nie­ren, son­dern auch womög­lich Kampf­ein­sät­ze.

Dass das trans­at­lan­ti­sche Mili­tär­bünd­nis NATO die­se Ent­wick­lung in Euro­pa mit Arg­wohn betrach­tet, ist natür­lich nach­voll­zieh­bar. Immer­hin sind es die­sel­ben Staa­ten, die eine eige­ne EU-Armee for­dern, die gleich­zei­tig auch NATO-Mit­glie­der sind. Eben­so sind die Beteue­run­gen der Euro­pä­er, dass die­se Armee nicht als Kon­kur­renz zur NATO, son­dern als eine Art Ergän­zung exis­tie­ren soll, gera­de für Län­der wie die Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka und Groß­bri­tan­ni­en nicht wirk­lich plau­si­bel. Denn Groß­bri­tan­ni­en war nebst Däne­mark und Mal­ta das ein­zi­ge EU-Mit­glied, das sich gegen Pes­co ent­schie­den hat­te und sich nicht betei­li­gen woll­te. Gera­de in Hin­blick auf den EU-Aus­tritt der Bri­ten bekommt eine eige­ne EU-Armee noch­mal eine zusätz­li­che Bri­sanz, da Lon­don zwar in der NATO eine Stim­me hat, aber dann bei Pes­co eben nicht mehr. Irgend­wann könn­te so die alte Ani­mo­si­tät zwi­schen den Kon­ti­nen­tal­eu­ro­pä­ern und den Bri­ten zum Vor­schein kom­men, die bereits in der aktu­el­len Bre­x­it-Debat­te auf der Insel teil­wei­se auf­blitzt.

Des­halb war es jetzt auch ein Bri­te, der eine dezi­dier­te War­nung, ins­be­son­de­re an die Adres­sen von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel und von Frank­reichs Prä­si­dent Emma­nu­el Macron, aus­sprach. Am Ran­de des Hali­fax Inter­na­tio­nal Secu­ri­ty Forums sag­te der bri­ti­sche Air Chief Mar­shal und Vor­sit­zen­de des NATO-Mili­tär­ra­tes, Sir Stuart Peach, dass die­ses Kon­zept, wie es den Euro­pä­ern vor­schwebt, “töricht” wäre. Damit wie­der­hol­te er auch die War­nung von NATO-Gene­ral­se­kre­tär Jens Stol­ten­berg, die die­ser bei sei­nem Besuch in Ber­lin am 13. Novem­ber äußer­te. Grund­sätz­lich wäre es ein posi­ti­ves Zei­chen, dass die Euro­pä­er mehr für ihre Sicher­heit tun wol­len, sag­te Stol­ten­berg. Und sie kön­nen das auch ger­ne ohne die USA tun, vor­aus­ge­setzt sie benut­zen dafür die NATO-Struk­tu­ren.

Mehr zum The­ma — NATO : Sein oder Nicht­sein, das ist hier die Fra­ge 

Das zeigt, wie sehr sich Washing­ton davor fürch­tet, die Schalt­he­bel der Macht in Euro­pa zu ver­lie­ren. Denn solan­ge sich die noch in der Geburts­pha­se befind­li­che EU-Armee inner­halb von NATO-Struk­tu­ren bewegt, wer­den die US-Ame­ri­ka­ner immer Ein­fluss auf die Sicher­heits­struk­tur Euro­pas haben. Das war immer­hin Sinn und Zweck der Alli­anz nach dem Ende des Kal­ten Krie­ges, wie man in einem gehei­men Pen­ta­gon-Doku­ment aus dem Jahr 1992 nach­le­sen kann :

Es ist des­halb von fun­da­men­ta­ler Bedeu­tung, die NATO als pri­mä­res Instru­ment der west­li­chen Ver­tei­di­gung und Sicher­heit zu bewah­ren, aber auch als Kanal für US-Ein­fluss und Teil­ha­be in euro­päi­schen Sicher­heits­fra­gen. Wäh­rend die Ver­ei­nig­ten Staa­ten das Ziel der euro­päi­schen Inte­gra­ti­on unter­stüt­zen, müs­sen wir dafür Sor­ge tra­gen, dass kein aus­schließ­lich euro­päi­sches Sicher­heits­ar­ran­ge­ment ent­steht, wel­ches die NATO (und dabei) ins­be­son­de­re die inte­grier­te Kom­man­do­struk­tur der Alli­anz unter­gra­ben könn­te.

Ob sich Deutsch­land tat­säch­lich von der NATO und damit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten eman­zi­pie­ren wird, ist trotz der Unter­stüt­zung für eine EU-Armee frag­lich. Dafür sind zu vie­le Kom­man­do­zen­tren der Alli­anz und der USA auf deut­schem Boden vor­han­den und wer­den sogar neu gebaut, als dass hier ein kla­rer Schnitt in abseh­ba­rer Zeit mög­lich wäre, selbst wenn es dafür einen poli­ti­schen Kon­sens geben wür­de. Beim Nach­bar Frank­reich sieht das ganz anders aus.

Frank­reich war für die Ame­ri­ka­ner schon immer das Sor­gen­kind in Euro­pa. Als ehe­ma­li­ge Groß- und gegen­wär­ti­ge Nukle­ar­macht zeig­te sich Paris in der Ver­gan­gen­heit immer wie­der wider­spens­tig und fuhr unter Prä­si­dent Charles de Gaul­le auch die Kral­len aus, als er die NATO aus dem Land wer­fen ließ und dem Bünd­nis die fran­zö­si­schen Trup­pen ent­zog. De Gaul­le begrün­de­te die­se Ent­schei­dung mit Wor­ten, die schon damals für Furo­re sorg­ten, aber auch heu­te ihre Gül­tig­keit nicht ver­lo­ren haben :

Die Schlacht der NATO in Deutsch­land inter­es­siert uns nicht.

Paris kön­ne kei­ne Mit­ver­ant­wor­tung für die den Euro­pä­ern von Ame­ri­ka auf­er­leg­te Stra­te­gie der abge­stuf­ten Abschre­ckung über­neh­men. Die For­de­rung de Gaulles, Frank­reich sol­le ein “Euro­pa der Euro­pä­er, nicht der Ame­ri­ka­ner” anfüh­ren, hallt heu­te auch bei Emma­nu­el Macron nach, wenn auch in abge­schwäch­ter Form.

Mehr zum The­ma — Euro­päi­sche Armee : Macron drängt Bri­ten auf Betei­li­gung auch nach dem Bre­x­it

RT Deutsch


Vatikan warnt vor Gebrauch von zu viel Antibiotika


Ja, unse­re Zeit läuft ab und wir müs­sen han­deln, um den not­wen­di­gen Wan­del unse­res Ver­hal­tens ein­zu­lei­ten”, sag­te der Lei­ter des vati­ka­ni­schen Amts für die ganz­heit­li­che Ent­wick­lung des Men­schen. Anlass des Auf­rufs war die “World Anti­bio­tic Awa­reness Week”, die die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) aus­ge­ru­fen hat­te, um auf das Pro­blem von Anti­bio­tika­re­sis­ten­zen auf­merk­sam zu machen. Erst Anfang des Monats hat­te eine Stu­die für Auf­se­hen gesorgt, wonach jähr­lich rund 33.000 Men­schen in 30 unter­such­ten Län­dern des Euro­päi­schen Wirt­schafts­raums ster­ben, weil es gegen resis­ten­te Bak­te­ri­en kei­ne oder nicht genug wirk­sa­me Anti­bio­ti­ka gibt. (dpa)

Mehr zum The­ma — Schwar­ze Haar­zun­ge : Anti­bio­ti­ka füh­ren zu sel­te­ner Krank­heit (Foto)

RT Deutsch


Britischer “Experte” warnt vor russischem “Spionenschwarm” und zielt auf RT


Das gan­ze Aus­maß der rus­si­schen Unter­wan­de­rung in Groß­bri­tan­ni­en sei gar nicht abzu­se­hen, behaup­tet der Direk­tor der rus­si­schen und eura­si­schen Stu­di­en der Denk­fa­brik Hen­ry Jack­son Socie­ty, die nach dem US-Sena­tor Hen­ry Jack­son benannt ist. Sena­tor Jack­son gehör­te zu den füh­ren­den Stim­men, die die USA 1962 dazu dräng­ten, in Laos und spä­ter Viet­nam einen “Krieg gegen den Kom­mu­nis­mus” zu füh­ren. Über­haupt galt er als ein aus­ge­spro­che­ner Geg­ner der Sowjet­uni­on. Als dann 22 Jah­re nach dem Tod von Hen­ry Jack­son eine Denk­fa­brik in Lon­don gegrün­det und nach ihm benannt wur­de, war die Stoß­rich­tung der Hen­ry Jack­son Socie­ty vor­pro­gram­miert.

Als rechts­ge­rich­te­te Orga­ni­sa­ti­on ein­ge­stuft, nimmt die Denk­fa­brik offen­bar ger­ne Gel­der von Regie­run­gen an, um mit Pro­pa­gan­da gegen einen unlieb­sa­men Geg­ner zu het­zen. So muss­te sich die Cha­ri­ty Com­mis­si­on, eine Regie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on die für die Regu­lie­rung und Ein­hal­tung der Trans­pa­renz von sol­chen Denk­fa­bri­ken und Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tio­nen zustän­dig ist, mit einem Fall befas­sen, wonach die Hen­ry Jack­son Socie­ty Geld von der japa­ni­schen Bot­schaft in Lon­don erhal­ten hat, um gegen Chi­na zu het­zen. Dass die Het­ze nun Russ­land und dabei ins­be­son­de­re den rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin erreicht hat, darf nicht über­ra­schen.

Dabei steht ins­be­son­de­re Dr. Andrew Foxall als für rus­si­sche Stu­di­en ver­ant­wort­li­cher Lei­ter der Gesell­schaft an vor­ders­ter Hetz­front. Sei­ne Schrif­ten wer­den in zahl­rei­chen Zei­tun­gen und Maga­zi­nen ver­öf­fent­licht, zuletzt in der bri­ti­schen The Sun. Dar­in behaup­tet er in einem “shock report”, also “Schock-Bericht” und nicht etwa ein scho­ckie­ren­der Bericht, dass die Hälf­te der rund 150.000 rus­si­schen Staats­an­ge­hö­ri­gen in Groß­bri­tan­ni­en in der einen oder ande­ren Form für rus­si­sche Geheim­diens­te arbei­tet. Damit soll sug­ge­riert wer­den, dass es im Ver­ei­nig­ten König­reich eine fünf­te Kolon­ne gibt, die sich aktiv gegen die Inter­es­sen und die Gesell­schaft des Gast­lan­des ein­setzt. Das ist nichts weni­ger als eine der schlimms­ten Ver­leum­dun­gen, die man einer eth­ni­schen Min­der­heit vor­wer­fen kann. Und als ob das nicht schon genug wäre, sol­len laut dem “Exper­ten” ledig­lich 200 Fall­of­fi­zie­re ein Netz von 75.000 Infor­man­ten und Agen­ten auf der bri­ti­schen Insel betreu­en. Das wären pro Offi­zier 375 Mann, eine völ­lig absurd hohe Zahl.

Wor­auf Foxall und die Hen­ry Jack­son Socie­ty nebst der Ver­leum­dung von zig­tau­sen­den Men­schen wirk­lich abzie­len, ergibt sich im letz­ten Satz des Arti­kels :

Der Bericht will “ein Licht” auf die Bedro­hung wer­fen und rus­si­schen Medi­en den Zugang zum Par­la­ment ver­weh­ren.

Nur dar­um geht es ihnen. Mit einer künst­li­chen Droh­ku­lis­se sol­len Ängs­te geschürt und die Poli­tik zum Han­deln gezwun­gen wer­den. Denn selbst aus der aus­führ­li­che­ren Ana­ly­se des Dr. Foxall erfährt der inter­es­sier­te Leser nichts, wor­auf sich sei­ne Berech­nun­gen und Anga­ben tat­säch­lich stüt­zen. Zitiert wer­den nicht nament­lich genann­te bri­ti­sche Offi­zi­el­le, die nicht min­der obsku­re Bel­ling­cat-Orga­ni­sa­ti­on, in Ungna­de gefal­le­ne rus­si­sche Olig­ar­chen in Lon­don und Ahmed Zaka­ev, ein wegen sei­ner Rol­le als Tsche­tsche­nen­kom­man­deur im Wah­ha­bi­ten­nest von Urus-Mar­tan per Inter­pol gesuch­ter Mann, dem Lon­don poli­ti­sches Asyl gewährt hat­te.

Das Ziel ist es, wie es auch The Sun selbst in der Info­box des Arti­kels erwähnt, dass “Russ­lands Pro­pa­gan­da­sen­der RT ein­ge­stellt wer­den muss”. Und dafür setzt er sich schon seit län­ge­rem ein, wie die­ser Arti­kel vom 13. März zeigt. RT und ande­re Sen­der mit gro­ßen Reich­wei­ten, die nicht dem Main­stream von BBC & Co. fol­gen, sol­len ihren Zugang zum Par­la­ment ver­lie­ren, um den Men­schen nicht über die Zustän­de und Skan­da­le berich­ten zu kön­nen.

Mehr zum The­ma — Ein end­lo­ser Agen­ten­thril­ler : Die Ent­hül­lun­gen von Bel­ling­cat zu Alex­an­der Petrow

RT Deutsch


Deutsche Wirtschaft warnt vor Folgen von US-Sanktionen gegen Iran


Die meis­ten Staa­ten hät­ten erkannt, dass eine stär­ke­re ira­ni­sche Wirt­schaft zur Sta­bi­li­sie­rung der Regi­on und Stär­kung der Reform­kräf­te im Iran bei­tra­gen wür­de. “Die neu­er­li­chen US-Sank­tio­nen schrän­ken die wirt­schaft­li­chen Per­spek­ti­ven des Irans unnö­tig ein”, füg­te Die­ter Kempf hin­zu.

Der Prä­si­dent des Deut­schen Indus­trie- und Han­dels­kam­mer­tags (DIHK), Eric Schweit­zer, sag­te der Deut­schen Pres­se-Agen­tur, die Han­dels­be­zie­hun­gen sei­en von den Sank­tio­nen im Finanz- und Logis­tik­sek­tor deut­lich betrof­fen. Der Zah­lungs­ver­kehr gestal­te sich bereits sehr schwie­rig, da kaum mehr Ban­ken Geschäf­te mit dem Iran abwi­ckel­ten. “Deut­sche Unter­neh­men zie­hen sich ange­sichts der aktu­el­len Lage ver­mehrt aus der Isla­mi­schen Repu­blik zurück und schlie­ßen ihre Reprä­sen­tan­zen.” (dpa)

Mehr zum The­ma — Anti-US Demons­tra­tio­nen in Iran vor Sank­ti­ons­be­ginn

RT Deutsch


Energiepolitischer US-Analyst warnt : Russland größter Profiteur von Iran-Sanktionen


Peter Volk­mar ist Absol­vent des Zen­trums für Ener­gie­stu­di­en am Baker Insti­tu­te der Rice Uni­ver­si­ty. Sei­ne For­schung kon­zen­triert sich auf die Preis­bil­dung von Roh­öl und das Ver­hal­ten von Oli­go­po­len auf den Erd­öl- und Gas­märk­ten.

Für The Iran Pro­ject äußer­te er sich zu den Iran-Sank­tio­nen. Die neu­en Sank­tio­nen der USA gegen Tehe­ran wer­den auf den Ölhan­del des Lan­des abzie­len. Für den Ana­lys­ten Peter Volk­mar ist Russ­land der kla­re Gewin­ner der wirt­schaft­li­chen Repres­sa­li­en : 

Das liegt dar­an, dass die OPEC gro­ße Pro­du­zen­ten braucht, um Sau­di-Ara­bi­en bei der Durch­set­zung der Ölför­der­quo­ten zu unter­stüt­zen. Mit dem Iran allein kann Sau­di-Ara­bi­en sie nicht dazu brin­gen, ande­re klei­ne­re Pro­du­zen­ten davon zu über­zeu­gen, die Pro­duk­ti­on zurück­zu­hal­ten, und eine ver­schrum­pel­te OPEC kann den Welt­markt nicht mehr ihrem Wil­len unter­wer­fen. 

Die Markt­macht der OPEC (Orga­ni­sa­ti­on erd­öl­ex­por­tie­ren­der Län­der) habe durch die 2014 in Kraft getre­te­ne “US sha­le pro­duc­tion” ein­ge­büßt. Die Durch­set­zung der OPEC bei Preis- und Lie­fer­quo­ten wur­de zuneh­mend schwie­rig. Dies änder­te sich erst nach einer Zusam­men­ar­beit mit Russ­land Ende 2016. Die OPEC ermög­lich­te, “die Pro­duk­ti­on ihrer Mit­glie­der ein­zu­schrän­ken und den Ölpreis in die Höhe zu trei­ben”.

Die OPEC wur­de 1960 in Wien gegrün­det. 14 Staa­ten gehö­ren ihr der­zeit an. Russ­land ist kein Mit­glied. Sau­di-Ara­bi­en, der Iran, Kuwait, Vene­zue­la, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te gehö­ren zu den zehn größ­ten Erd­öl­för­de­rern. 

Geo­po­li­ti­sche Vor­tei­le für Russ­land” 

Im ver­gan­ge­nen Jahr trat ein Quo­ten­ab­kom­men mit Russ­land in Kraft. Hier­durch habe Mos­kau erheb­li­che geo­po­li­ti­sche Vor­tei­le erhal­ten : 

Arbei­te mit uns, oder das Kar­tell bricht zusam­men. 

Russ­land und Sau­di-Ara­bi­en näher­ten sich durch den Ölhan­del ein­an­der an. Volk­mar zitiert den sau­di­schen Ener­gie­mi­nis­ter Kha­lid al-Falih : 

Wir haben bewie­sen, dass wir mit Russ­land zusam­men­ar­bei­ten und die Märk­te im Gleich­ge­wicht hal­ten kön­nen, egal ob Man­gel oder Über­an­ge­bot herrscht. 

In die­sem Jahr erziel­te Russ­land mit der Erd­öl­pro­duk­ti­on einen neu­en Rekord. Die Roh­öl- und Kon­den­sat­pro­duk­ti­on Russ­lands betrug im ver­gan­ge­nen Monat durch­schnitt­lich 11.412 Mil­lio­nen Bar­rel pro Tag. 

Weg­fall der Sank­tio­nen wür­de Russ­land schwä­chen” 

Die Abhän­gig­keit der OPEC von Russ­land, so Volk­mar, kön­ne leicht auf den Iran über­tra­gen wer­den, falls die Sank­tio­nen gegen den Iran auf­ge­ho­ben wür­den.

Damit wäre die Rol­le Russ­lands geschwächt. Die OPEC aber wür­de ihre inter­ne Ver­hand­lungs­macht zurück­er­lan­gen. Volk­mar schlägt vor : 

(…) dass der Iran die OPEC mit aus­rei­chen­der inter­ner Ver­hand­lungs­macht aus­stat­ten soll­te, um die Pro­duk­ti­on zu beschrän­ken und die Welt­markt­prei­se anzu­he­ben, ohne Mos­kau an Bord zu brin­gen. Dies gibt Russ­land die Frei­heit, unab­hän­gig zu han­deln und so viel zu pro­du­zie­ren, wie es glaubt, ver­mark­ten zu kön­nen. 

Die Ver­ein­ba­rung zwi­schen Russ­land und der OPEC hät­ten Mos­kau gezwun­gen, über ein Jahr lang täg­lich 300.000 Bar­rel Öl vom Welt­markt zurück­zu­hal­ten. Obwohl der Iran weni­ger als die Hälf­te an Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten im Ver­gleich zu Russ­land besitzt, wäre es ein eben­so sinn­vol­ler OPEC-Part­ner, da im Iran die Kos­ten nied­ri­ger lie­gen.

Ein Bar­rel aus dem Iran liegt bei neun Dol­lar, aus Russ­land sind es 19 Dol­lar. Der Iran könn­te “die Mit­glie­der der OPEC glaub­wür­dig mit zu nied­ri­gen Prei­sen bedro­hen, wenn sie ihre Quo­ten miss­brau­chen. 

In der kom­men­den Woche wird sich die OPEC-plus-Grup­pe, dar­un­ter auch Russ­land und Sau­di-Ara­bi­en, in Abu Dha­bi tref­fen. Anfang Dezem­ber folgt die OPEC-Kon­fe­renz in Wien. Im Jahr 2016 erließ die OPEC dem Iran eine Quo­ten-Befrei­ung, damit sich das Land von den wirt­schaft­li­chen Sank­tio­nen erho­len konn­te. Schnell stieg die Kapa­zi­tät von 2,8 auf 3,8 Mil­lio­nen Bar­rel pro Tag. Unsi­cher­heit besteht über die Aus­wir­kun­gen der anste­hen­den Iran-Sank­tio­nen für den Welt­markt.

RT Deutsch


Gabriel warnt die SPD davor, “kopflos wegzurennen”


Der ehe­ma­li­ge SPD-Vor­sit­zen­de und frü­he­re Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el hat sei­ne Par­tei davor gewarnt, vor dem Hin­ter­grund schwe­rer Wahl­nie­der­la­gen und schlech­ter Umfra­ge­wer­te über­stürzt aus der “Gro­ßen Koali­ti­on” aus­zu­stei­gen. “Wenn die SPD jetzt kopf­los weg­rennt, dann ver­liert sie gewiss mehr an Respekt, als sie gewinnt. Das Land in eine Regie­rungs­kri­se zu stür­zen, wür­de der SPD bestimmt nicht gut­tun”, sag­te Gabri­el der West­fa­len­post.

In der Koali­ti­on müs­se die Par­tei aller­dings ver­stärkt die inhalt­li­che Kon­fron­ta­ti­on suchen, so Gabri­el wei­ter. Schaf­fe die SPD in der Bun­des­re­gie­rung Gutes für die Men­schen in Deutsch­land, gebe es kei­nen Grund aus­zu­schei­den. Blo­ckie­re die CDU/CSU zu viel, müs­se man dage­gen gehen, “aber aus inhalt­li­chen Grün­den und nicht aus Angst vor Umfra­gen und Land­tags­wahl­er­geb­nis­sen”, so Gabri­el.

Gabri­el wand­te sich gegen einen SPD-Mit­glie­der­ent­scheid über den Ver­bleib in der “Gro­ßen Koali­ti­on”. Mit­glie­der­ent­schei­de sei­en dafür da, eine von der Par­tei­füh­rung ent­wi­ckel­te Stra­te­gie zur Abstim­mung zu stel­len, nicht dazu, die Ver­ant­wor­tung auf die Mit­glie­der abzu­schie­ben, wenn man selbst kei­nen Plan habe.

Sig­mar Gabri­el hat­te vor andert­halb Jah­ren den Par­tei­vor­sitz für den dama­li­gen SPD-Kanz­ler­kan­di­da­ten Mar­tin Schulz auf­ge­ge­ben ; bei der Regie­rungs­bil­dung im Früh­jahr war er auf Betrei­ben der neu­en Par­tei­füh­rung unter Andrea Nah­les und Olaf Scholz nicht mehr berück­sich­tigt wor­den. Sei­ne Äuße­run­gen sind vor dem Hin­ter­grund der schwe­ren Kri­se der Par­tei auch als Bewer­bung um eine wich­ti­ge­re Rol­le in der SPD zu ver­ste­hen. Der ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de ist in der Par­tei­füh­rung deut­lich unbe­lieb­ter als bei der Basis und in der Bevöl­ke­rung.

Nach der schwe­ren Nie­der­la­ge in Hes­sen sind in der SPD zuneh­mend For­de­run­gen nach einem Ver­las­sen der “Gro­ßen Koali­ti­on” laut­ge­wor­den. Auch die Füh­rungs­de­bat­te ist wie­der auf­ge­flammt. Der Par­tei­lin­ke Mar­co Bülow for­dert offen den Rück­tritt der Par­tei­füh­rung und die Ein­be­ru­fung eines Son­der­par­tei­tags, auf dem über das Ende der Koali­ti­on und eine inhalt­li­che Neu­aus­rich­tung debat­tiert wer­den soll.

Par­tei­che­fin Nah­les ver­sucht mit Fahr­plä­nen und Ulti­ma­ten an die Uni­on die “Gro­ße Koali­ti­on” und ihren Par­tei­vor­sitz zu ret­ten. Tat­säch­lich dürf­te ihr Ver­blei­ben im Amt wohl nur noch dem Man­gel an per­so­nel­len Alter­na­ti­ven geschul­det sein.

Mehr zum The­ma — “Final count­down” — Hes­sen-Wahl bringt das Ende der Ära Mer­kel und der Gro­ßen Koali­ti­on näher

RT Deutsch