US-Bundesstaaten verklagen Regierung von Donald Trump wegen Einwanderungsregeln


Kali­for­ni­en, Mai­ne, Ore­gon, Penn­syl­va­nia und der Bun­des­di­strikt Washing­ton haben die Kla­ge am Frei­tag beim Bun­des­ge­richt in Nord­ka­li­for­ni­en ein­ge­reicht. Als Begrün­dung hieß es, dass die neue Rege­lung den in der Ver­fas­sung garan­tier­ten Schutz der Gleich­be­rech­ti­gung ver­letz­te und unver­hält­nis­mä­ßig die Ein­rei­se nicht wei­ßer Ein­wan­de­rer aus Asi­en, Latein­ame­ri­ka und Afri­ka blo­ckie­re.

Der kali­for­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt Xavier Becer­ra twit­ter­te, die­se Ver­schär­fung wer­de “arbei­ten­de Fami­li­en im gan­zen Land zwin­gen, aus Angst auf grund­le­gen­de Erfor­der­lich­kei­ten wie Essen, Woh­nen und Gesund­heits­ver­sor­gung zu ver­zich­ten – und das ist ein­fach nicht zu akzep­tie­ren”.

Die neue Regel betref­fe Kali­for­ni­en über­pro­por­tio­nal, da der Staat für rund zehn Mil­lio­nen Ein­wan­de­rer Hei­mat sei, von denen vie­le von den Neu­re­ge­lun­gen betrof­fen sein könn­ten. Er pla­ne auch, mit einer einst­wei­li­gen Ver­fü­gung das Gesetz zu stop­pen, sag­te der kali­for­ni­sche Gene­ral­staats­an­walt.

Die Anfang der Woche von der US-Regie­rung ver­kün­de­te Neu­re­ge­lung, die Mit­te Okto­ber in Kraft tre­ten soll, kann Hun­dert­tau­sen­de Ein­wan­de­rer tref­fen, die jedes Jahr recht­mä­ßig in die USA ein­rei­sen und sich um eine Green Card – eine dau­er­haf­te Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gung – bewer­ben. Die Behör­den sol­len Antrag­stel­lern künf­tig die Green Card ver­wei­gern kön­nen, wenn die­se auf staat­li­che Hilfs­pro­gram­me ange­wie­sen sind.

Von der Neu­re­ge­lung nicht betrof­fen sind laut US-Medi­en Men­schen, die bereits eine Green Card haben, Flücht­lin­ge und Asyl­be­wer­ber sowie schwan­ge­re Frau­en und Kin­der. Exper­ten war­nen aber davor, dass selbst Ein­wan­de­rer, die nicht der Neu­re­ge­lung unter­lie­gen, aus Angst vor staat­li­cher Ver­gel­tung aus Hilfs­pro­gram­men aus­stei­gen könn­ten. (dpa)

Mehr zum The­ma — Demo­kra­ten sehen Trump mit­ver­ant­wort­lich für Blut­ta­ten von El Paso und Day­ton

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Streit wegen S‑400 : Kein Einfluss auf US-Militärstützpunkt in Türkei


Die Dis­kre­pan­zen zwi­schen Washing­ton und Anka­ra im Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung der rus­si­schen Rake­ten­ab­wehr­sys­te­me S‑400 durch die Tür­kei haben laut dem Pen­ta­gon zu kei­ner Ein­schrän­kung der US-Ein­sät­ze auf dem Mili­tär­stütz­punkt Incir­lik geführt.
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Flughafen dicht : Hongkong streicht alle Abflüge wegen Protesten


Wegen der anhal­ten­den Pro­tes­te der Demo­kra­tie­be­we­gung hat Hong­kongs Flug­ha­fen am Mon­tag sämt­li­che Abflü­ge für den Rest des Tages gestri­chen. Der Flug­ha­fen gilt als wich­ti­ges Dreh­kreuz in Süd­ost­asi­en und ist einer der beleb­tes­ten Air­ports welt­weit. Tau­sen­de Demons­tran­ten ver­sam­mel­ten sich in der Abflugs- und Ankunfts­hal­le, um gegen Regie­rung und Poli­zei­ge­walt bei vor­an­ge­gan­ge­nen Pro­tes­ten in der Stadt zu pro­tes­tie­ren. Wie der Flug­ha­fen mit­teil­te, wur­de der Check-in für die ver­blei­ben­den Flü­ge wegen ernst­haf­ter Stö­run­gen des Betriebs aus­ge­setzt. Zuvor hat­ten noch Maschi­nen abhe­ben kön­nen. 

Schwarz geklei­de­te Akti­vis­ten skan­dier­ten im Flug­ha­fen Paro­len. Die Poli­zei sol­le einem Demons­tran­ten, der durch ein Gum­mi­ge­schoss schwer im Gesicht ver­letzt wor­den war, sein Auge “zurück­ge­ben”. Auch zeig­ten sie Bil­der von Poli­zis­ten, die mit Schlag­stö­cken und Trä­nen­gas gegen die Demons­tran­ten vor­ge­gan­gen waren. Bereits am Wochen­en­de hat­ten Hun­der­te Demons­tran­ten am Flug­ha­fen demons­triert, wodurch der Flug­be­trieb aber nicht nen­nens­wert ver­zö­gert wur­de. 

In der eins­ti­gen bri­ti­schen Kron­ko­lo­nie Hong­kong kommt es seit zwei Mona­ten immer wie­der zu mas­si­ven Pro­tes­ten, die regel­mä­ßig in Aus­schrei­tun­gen enden. Am Wochen­en­de war es in der Finanz­me­tro­po­le erneut zu hef­ti­gen Zusam­men­stö­ßen zwi­schen Demons­tran­ten und der Poli­zei gekom­men.

Aus­lö­ser für die Demons­tra­tio­nen war ein – inzwi­schen auf Eis geleg­ter – Gesetz­ent­wurf zur Aus­lie­fe­rung mut­maß­li­cher Kri­mi­nel­ler an Chi­na. Die Demons­tra­tio­nen ent­wi­ckel­ten sich zu einer brei­te­ren Bewe­gung. Vie­le Men­schen befürch­ten zuneh­men­den Ein­fluss Pekings auf das Leben in der Finanz­me­tro­po­le und for­dern Refor­men.

Chi­nas Regie­rung mahnt der­weil immer ener­gi­scher, die Ord­nung in der Son­der­ver­wal­tungs­zo­ne wie­der her­zu­stel­len und die Gewalt zu been­den. Yang Gang, der Spre­cher der für Hong­kong zustän­di­gen Behör­de, warf den gewalt­be­rei­ten Demons­tran­ten zuletzt “ers­te Anzei­chen von Ter­ro­ris­mus” vor. In den letz­ten Tagen hät­ten “radi­ka­le Demons­tran­ten” wie­der­holt Poli­zis­ten mit “äußerst gefähr­li­chen Werk­zeu­gen” ange­grif­fen.

Dies sei eine ernst­haf­te Bedro­hung für die Sicher­heit der Men­schen in Hong­kong. Die “Kri­mi­nel­len” müss­ten so schnell wie mög­lich vor Gericht gebracht wer­den, sag­te der Spre­cher wei­ter. 

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(rt deutsch/dpa)

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Rathaus im sächsischen Grimma wegen AfD-Auftritt mit Fäkalien angegriffen


Dies sei dump­fe Gewalt von dum­men Men­schen, sag­te der par­tei­lo­se Ober­bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Ber­ger am Frei­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Das ist ein Ver­bre­chen an den gesell­schaft­li­chen Umgangs­for­men. 

Unbe­kann­te hat­ten die Tat in der Nacht zu Frei­tag began­gen. Ermitt­lun­gen wur­den auf­ge­nom­men, wie die Poli­zei in Leip­zig mit­teil­te.

Auf der lin­ken Inter­net­platt­form indymedia.org tauch­te am Frei­tag­mor­gen ein mut­maß­li­ches Beken­ner­schrei­ben auf. Dort wur­de als Grund für die Tat die Wahl­ver­an­stal­tung unter ande­rem mit dem Wort­füh­rer des ultra­rech­ten AfD-Flü­gels, dem Thü­rin­ger Lan­des­chef Björn Höcke, am Frei­tag­abend im Rat­haus genannt. Das Schrei­ben wer­de bei den Ermitt­lun­gen berück­sich­tigt, sag­te ein Poli­zei­spre­cher. In dem Beken­ner­schrei­ben heißt es wört­lich :

Am frü­hen Mor­gen des 09. Julis haben wir das Rat­haus in Grim­ma beschmutzt und beschmiert. Nun schmückt des­sen Ein­gangs­be­reich ein Graf­fi­ti sowie ein fet­ter Hau­fen Kacke, der sym­bo­lisch für die Scheis­ze steht, die in Grim­ma gera­de abgeht. In ers­ter Linie rich­tet sich die Akti­on natür­lich gegen Höcke und sei­ne völ­kisch-natio­na­lis­ti­sche Poli­tik.

Am Abend pro­tes­tier­te ein brei­tes Bünd­nis aus Par­tei­en und Orga­ni­sa­tio­nen gegen den Auf­tritt Höckes und des Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Jens Mai­er. So lud bei­spiels­wei­se das Orga­ni­sa­ti­ons­netz­werk “Leip­zig nimmt Platz” sei­ne Mit­glie­der mit ein­deu­ti­ger Bot­schaft ein, nach Grim­ma zu fah­ren und am Pro­test teil­zu­neh­men.

Auch der ehe­ma­li­ge Lan­des­vor­stands­spre­cher des säch­si­schen Lan­des­ver­ban­des der Grü­nen Jür­gen Kasek woll­te vor Ort sein, um “deut­lich gegen Faschis­mus” zu demons­trie­ren, der durch die AfD und Björn Höcke “ver­brei­tet” wer­den soll. 

Rund 300 Men­schen ver­sam­mel­ten sich nach Anga­ben der Stadt vor dem Rat­haus. Etwa 180 AfD-Anhän­ger hat­ten sich laut Stadt im Saal ver­sam­melt, etwa 100 wei­te­re fan­den dort kei­nen Platz mehr und war­te­ten auf dem Markt­platz. Zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen kam es zunächst nicht. In Sach­sen wird am 1. Sep­tem­ber ein neu­er Land­tag gewählt.

Fer­ner wur­den zum wie­der­hol­ten Male mit der AfD in Ver­bin­dung ste­hen­de Immo­bi­li­en Ziel von Atta­cken. In der Nacht zum Frei­tag wur­de ein Par­tei­bü­ro in Lugau im Erz­ge­bir­ge mit brau­ner Far­be beschmiert, wie die Poli­zei­di­rek­ti­on Chem­nitz mit­teil­te. In Kiel ver­üb­ten Unbe­kann­te einen Farb­an­schlag auf das Haus eines AfD-Kom­mu­nal­po­li­ti­kers. Die Haus­tür des Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses wur­de mit einem Stein ein­ge­schla­gen, wie ein Poli­zei­spre­cher am Frei­tag sag­te. Außer­dem sei an meh­re­ren Stel­len “Fuck AfD” auf die Haus­wand gesprüht und es sei­en die Rei­fen von drei Autos zer­sto­chen wor­den.

Mehr zum The­ma — “Mehr Demo­kra­tie wagen”: SPD-Spruch auf AfD-Wahl­pla­ka­ten in Bran­den­burg – Sozi­al­de­mo­kra­ten erzürnt

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Wegen Gefahr für hinterherfahrende Autos : Mercedes ruft Hunderte Wagen in Russland zurück


Der berech­tig­te Ver­tre­ter der deut­schen Auto­mar­ke Mer­ce­des-Benz in Russ­land, die Akti­en­ge­sell­schaft „Mer­ce­des-Benz RUS“, ruft 575 Wagen zurück. Das teil­te die rus­si­sche föde­ra­le Behör­de für tech­ni­sche Rege­lung und Metro­lo­gie (Rosstan­dart) am Don­ners­tag auf ihrer offi­zi­el­len Web­sei­te mit.
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Das Maß ist voll”: Deutsche Politiker und Wirtschaft warnen vor US-Sanktionen wegen Nord Stream 2


In der deut­schen Wirt­schaft meh­ren sich ein­dring­li­che War­nun­gen vor mög­li­chen US-Sank­tio­nen wegen der geplan­ten Ost­see-Gas­pipe­line Nord Stream 2 von Russ­land nach Deutsch­land. “Die aktu­el­len US-Sank­ti­ons­vor­schlä­ge wür­den vor allem Unter­neh­men aus befreun­de­ten euro­päi­schen Län­dern wie Deutsch­land, Frank­reich, Ita­li­en, den Nie­der­lan­den, Öster­reich und der Schweiz schä­di­gen und die euro­päi­sche Ener­gie­po­li­tik zum Spiel­ball der USA machen”, sag­te Wolf­gang Büche­le, der Vor­sit­zen­de des Ost-Aus­schus­ses der deut­schen Wirt­schaft.

Die­se dann “unver­meid­li­che Spal­tung” zwi­schen den USA und der EU wäre für bei­de Sei­ten sehr schäd­lich. “Wir set­zen daher unver­än­dert dar­auf, dass sich in den USA die Stim­men durch­set­zen, die vor einer Sank­tio­nie­rung euro­päi­scher Unter­neh­men war­nen und für einen engen trans­at­lan­ti­schen Schul­ter­schluss wer­ben”, sag­te Büche­le der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Der Wirt­schafts­po­li­ti­ker der Lin­ken Klaus Ernst sag­te am Mitt­woch :

Es ist uner­träg­lich, wie die USA sich in inner­eu­ro­päi­sche Ange­le­gen­hei­ten ein­mi­schen. Sie bedro­hen euro­päi­sche Unter­neh­men, nur weil sie ihr eige­nes Flüs­sig­gas in Euro­pa ver­kau­fen wol­len. Das Maß ist voll.

Euro­pa müs­se gegen­über den USA sei­ne Gang­art ändern. Gegen­maß­nah­men sei­en not­wen­dig – zum Bei­spiel müs­se über eine Son­der­steu­er für den Import des gefrack­ten LNG-Gases aus den USA nach­ge­dacht wer­den, wel­ches von Washing­ton als “Frei­heits­gas” bewor­ben wird.

Mehr zum The­ma — Bahn frei für das “Frei­heits­gas” aus Ame­ri­ka

Der Geset­zes­ent­wurf für US-Sank­tio­nen wegen Nord Stream 2 hat­te eine wich­ti­ge Hür­de genom­men. Wie RT bereits berich­te­te, stimm­te der außen­po­li­ti­sche Aus­schuss im US-Senat dem über­par­tei­li­chen Ent­wurf zu. In einem nächs­ten Schritt müss­ten der Senat und dann das Abge­ord­ne­ten­haus über den Gesetz­ent­wurf abstim­men. Soll­ten bei­de Kam­mern im Kon­gress zustim­men, müss­te US-Prä­si­dent Donald Trump das Gesetz noch unter­zeich­nen, damit es in Kraft tritt.

Euro­päi­sche Ener­gie­fra­gen sind und blei­ben Sache der Euro­pä­er”, sag­te Büche­le.

In Euro­pa brau­chen wir alle Optio­nen – neue Pipe­line­ka­pa­zi­tä­ten wie Nord Stream 2, den Gas­tran­sit durch die Ukrai­ne und die Mög­lich­keit des Imports von LNG – um die Auf­ga­ben, vor die uns der Kli­ma­wan­del und der von Deutsch­land geplan­te Aus­stieg aus Koh­le und Kern­ener­gie stellt, zu lösen.

Mehr zum The­ma — Hei­ko Maas zu RT Deutsch : Nord Stream 2 “außer­or­dent­lich sinn­vol­les Pro­jekt”

Für Sep­tem­ber sei dank deut­scher Ver­mitt­lung eine wei­te­re Ver­hand­lungs­run­de zwi­schen der EU, Russ­land und der Ukrai­ne über einen neu­en Tran­sit­ver­trag ange­setzt wor­den. “Neue Sank­ti­ons­be­schlüs­se von US-Sei­te wür­den die­se lau­fen­den Gesprä­che stark belas­ten.” Die Bun­des­re­gie­rung setzt sich seit lan­gem dafür ein, dass durch die Ukrai­ne auch wei­ter­hin ein “sub­stan­zi­el­ler” Gas­tran­sit ver­läuft.

(rt deutsch/dpa)

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Wegen Russlands cleverer Gold-Käufe : Putin ist „Person der Woche“


Der Nach­rich­ten­sen­der „n‑tv“ wählt Wla­di­mir Putin zur „Per­son der Woche“. Begrün­dung : „Fast unbe­merkt baut Prä­si­dent Putin die Gold­be­stän­de Russ­lands mas­siv aus. Er will sich vom US-Dol­lar eman­zi­pie­ren.“ Sput­nik befragt dazu den erfah­re­nen Finanz-Ana­ly­ti­ker und Wirt­schafts­ex­per­ten Fol­ker Hell­mey­er von „Sol­vecon Invest“ in Bre­men.
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Meere steigen seit 50 Jahren an – nicht nur wegen der Gletscherschmelze


Seit 50 Jah­ren beschleu­nigt sich der Anstieg der Welt­mee­re. Das haben For­scher der Uni­ver­si­tät Sie­gen zum ers­ten Mal aus welt­wei­ten Pegel­da­ten errech­net. Für die Beschleu­ni­gung sind laut der Stu­die nicht Glet­scher allein ver­ant­wort­lich, son­dern auch war­me West­win­de, die das Was­ser umver­teilt und für eine Aus­deh­nung des Was­ser­kör­pers gesorgt haben.
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Getöteter Achtjähriger in Frankfurt : Verdächtiger wurde wegen Messerangriffs zuvor gesucht


Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) und Bun­des­po­li­zei­prä­si­dent Die­ter Romann erklär­ten nach einem Tref­fen der Sicher­heits­be­hör­den in Ber­lin, dass der mut­maß­li­che Täter von Frank­furt am Main seit dem ver­gan­ge­nen Don­ners­tag von der Schwei­zer Poli­zei gesucht wer­de. Der Mann habe sei­ne Nach­ba­rin mit einem Mes­ser bedroht, ein­ge­sperrt und sei dann geflo­hen. Dar­auf­hin sei er in der Schweiz zur Fahn­dung aus­ge­schrie­ben gewe­sen.

Auch die Kan­tons­po­li­zei Zürich erklär­te bei einer eben­falls am Diens­tag ein­be­ru­fe­nen Pres­se­kon­fe­renz, dass die Frau des 40-Jäh­ri­gen am 25. Juli die Poli­zei alar­miert habe. Als die Ein­satz­kräf­te ein­tra­fen, war die Ehe­frau mit ihren Kin­dern im Alter von zwei, drei und vier Jah­ren sowie einer Nach­ba­rin im Haus ein­ge­sperrt. Zuvor soll er die Nach­ba­rin mit einem Mes­ser atta­ckiert haben. Der Mann war bereits geflüch­tet. Die Frau­en beschrie­ben den Gewalt­aus­bruch gegen­über der Poli­zei als völ­lig über­ra­schend und erklär­ten, dass “sie ihn noch nie so erlebt hät­ten”. Seit dem Vor­fall wur­de er gesucht. 

Kei­ne Hin­wei­se dar­auf, dass eine beson­de­re Gefahr vom Mann aus­geht

Wo sich der 40-Jäh­ri­ge danach auf­hielt und war­um er nach Deutsch­land reis­te, wird immer noch ermit­telt. Nach Anga­ben der Schwei­zer Poli­zei habe es kei­nen Grund für eine inter­na­tio­na­le Fahn­dung gege­ben. 

Wir hat­ten abso­lut kei­ne Anhalts­punk­te, dass der Mann einen Bezug ins Aus­land, ins­be­son­de­re nach Deutsch­land hat­te. Das war der Grund, war­um kei­ne Aus­schrei­bung im Schen­gen­raum ein­ge­lei­tet wur­de.

Bei die­sem Angriff in der Schweiz habe es dem­nach kei­ne Hin­wei­se gege­ben, dass eine beson­de­re Gefahr vom Mann aus­ge­he. Für die Zür­cher Poli­zei war dies ein “gewöhn­li­cher” Fall häus­li­cher Gewalt. Erst durch die Tat in Frank­furt habe er plötz­lich eine neue Wen­dung erhal­ten.

Bereits im Lau­fe des Diens­tags teil­ten die Schwei­zer Ermitt­ler via Twit­ter mit, der 40-Jäh­ri­ge habe bis zuletzt im Kan­ton Zürich gelebt. Er war dem­nach mit eri­trei­scher Staats­bür­ger­schaft im Besitz einer soge­nann­ten Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung. Die­se wird Aus­län­dern in der Schweiz nach einem Auf­ent­halt von fünf oder zehn Jah­ren im Land aus­ge­stellt. Nie­der­ge­las­se­ne haben damit laut dem Staats­se­kre­ta­ri­at für Migra­ti­on ein unbe­schränk­tes Auf­ent­halts­recht.

Die Poli­zei teil­te auch am Diens­tag mit, dass der Mann bis Janu­ar 2019 gear­bei­tet habe, danach aber bis heu­te wegen psy­chi­scher Beschwer­den krank geschrie­ben gewe­sen sei. Zudem bestä­tig­ten sie Medi­en­be­rich­te, wonach der 40-Jäh­ri­ge bei den Zür­cher Ver­kehrs­be­trie­ben ange­stellt war. Der­zeit kön­nen sie aber nicht sagen, wie lan­ge er dort gear­bei­tet hat­te.

Der Mann leb­te unauf­fäl­lig mit sei­ner Fami­lie in der Schweiz

Bei einer Haus­durch­su­chung sei­en Doku­men­te gefun­den wor­den, die auf eine psy­chi­sche Erkran­kung und eine ent­spre­chen­de Behand­lung hin­deu­te­ten. Hin­wei­se auf eine Radi­ka­li­sie­rung oder ideo­lo­gi­sche Moti­ve des Täters sei­en bei den Ermitt­lun­gen und der Haus­durch­su­chung nicht gefun­den wor­den.

Der Poli­zei war er bis­her nur wegen eines gering­fü­gi­gen Ver­kehrs­de­likts bekannt. Er galt als gut inte­griert und “leb­te unauf­fäl­lig” mit sei­ner Fami­lie im Ort Wädens­wil im Kan­ton Zürich.

Der Mann war Mit­glied der christ­lich-ortho­do­xen Glau­bens­ge­mein­schaft und leb­te unauf­fäl­lig mit sei­ner Fami­lie in der Schweiz”, sagt der stell­ver­tre­ten­de Poli­zei­kom­man­dant Bru­no Kel­ler. 

Der 40-jäh­ri­ge Eri­tre­er war 2006 ille­gal in die Schweiz ein­ge­reist und bean­trag­te Asyl. 2008 wur­de sein Antrag bewil­ligt, er bekam spä­ter eine Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung. Nach Anga­ben der Frank­fur­ter Staats­an­walt­schaft gab der Mann an, vor weni­gen Tagen von Basel mit dem Zug nach Frank­furt gefah­ren zu sein. In Deutsch­land sei er bis­lang nicht poli­zei­be­kannt gewe­sen. Am Diens­tag­nach­mit­tag wur­de er dem Haft­rich­ter vor­ge­führt und muss nun in Unter­su­chungs­haft. Ihm wird Mord und ver­such­ter Mord in zwei Fäl­len vor­ge­wor­fen. 

Er soll einen acht­jäh­ri­gen Jun­gen vor einen ein­fah­ren­den ICE gesto­ßen und getö­tet haben. Zuvor soll er auch die Mut­ter des Jun­gen ins Gleis­bett geschubst haben, die 40-Jäh­ri­ge konn­te sich noch auf einen schma­len Fuß­weg zwi­schen den Glei­sen ret­ten und wur­de ver­letzt ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert. Nach Anga­ben der Staats­an­walt­schaft stam­men die Mut­ter und der Jun­ge aus dem Hoch­tau­nus­kreis. Auch eine drit­te Per­son wur­de atta­ckiert, doch die 78-Jäh­ri­ge konn­te sich weh­ren und in Sicher­heit brin­gen. Sie erlitt einen Schock und leich­te Ver­let­zun­gen an der Schul­ter.

Mehr zum The­ma — Frank­furt am Main : Kind vor ein­fah­ren­den ICE gesto­ßen — Mann fest­ge­nom­men

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