Wenn das Gaspedal zur Waffe wird – Deutschland und seine Raser


Sie drü­cken das Gas­pe­dal bis zum Anschlag durch, machen Stra­ßen zu Renn­stre­cken und prot­zen mit auf­heu­len­den Moto­ren : Raser, Dräng­ler und Poser sor­gen immer wie­der für Ärger und brin­gen sich und ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer in Gefahr. “Sie haben die Illu­si­on, die Situa­ti­on zu beherr­schen, und blen­den die Risi­ken aus”, sagt der Ver­kehrs­psy­cho­lo­ge Jür­gen Bren­ner-Hart­mann, Tagungs­prä­si­dent des Gemein­sa­men Sym­po­si­ums der Deut­schen Gesell­schaf­ten für Ver­kehrs­psy­cho­lo­gie (DGVP) und Ver­kehrs­me­di­zin (DGVM) in Bonn, das bis Sams­tag tag­te.

Beson­ders gefähr­lich wird es bei ille­ga­len Ren­nen, bei denen sich jun­ge Fah­rer – oft mit­ten in der Stadt – ein Kräf­te­mes­sen lie­fern. “Das Gas­pe­dal dient ihnen als Ven­til, um Druck abzu­las­sen”, sagt Alex­an­der Schwar­zer, stell­ver­tre­ten­der Lei­ter des Ein­satz­trupps Verkehr/Rennen bei der Köl­ner Poli­zei. Dort küm­mern sich seit 2015 spe­zi­ell geschul­te Ermitt­ler um das Pro­blem – als Fol­ge meh­re­rer schwe­rer Raser­un­fäl­le. Seit ihrer Grün­dung hat die Grup­pe wegen rund 300 Ren­nen in Köln ermit­telt, allein in die­sem Jahr waren es bereits mehr als 60.

Der “typi­sche Raser” ist nach den Wor­ten von Schwar­zer zwi­schen 18 und 25 Jah­re alt, männ­lich und hat oft einen Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Häu­fig woh­ne er noch bei sei­nen Eltern und habe nur ein gerin­ges Ein­kom­men.

Den feh­len­den beruf­li­chen Erfolg ver­sucht er aus­zu­glei­chen, indem er sich Aner­ken­nung übers Auto holt.

Die Wagen sei­en häu­fig tech­nisch ver­än­dert, teil­wei­se auch uner­laubt – etwa durch mani­pu­lier­te Aus­puff­an­la­gen, Spur­ver­brei­te­run­gen oder nicht zuge­las­se­ne Fel­gen. Im Jahr 2019 haben die Köl­ner Ermitt­ler bei Kon­trol­len schon mehr als 200 Fahr­zeu­ge still­ge­legt, bei denen die Betriebs­er­laub­nis wegen sol­cher Ein­grif­fe erlo­schen war.

Dass sich Män­ner über ihre Autos defi­nie­ren, sei schon immer so gewe­sen, meint Bren­ner-Hart­mann, und erin­nert an die kli­schee­haf­ten Man­ta­fah­rer der 1980er und 1990er Jah­re. “Durch ein tol­les Auto fühlt man sich stark und beson­ders kom­pe­tent.” So sei das Ver­hal­ten der heu­ti­gen Poser, die mit dröh­nen­dem Aus­puff und hoch­mo­to­ri­sier­ten Wagen impo­nie­ren wol­len, das “Auf­rüs­ten eines Alt-Phä­no­mens”.

Immer häu­fi­ger wür­den die Autos extra dafür aus­ge­lie­hen, beob­ach­tet Die­ter Schä­fer, Lei­ter der Ver­kehrs­po­li­zei­di­rek­ti­on Mann­heim, die 2016 eine “Ermitt­lungs­grup­pe Poser” ein­ge­rich­tet hat. Jun­ge Män­ner erfüll­ten sich so für einen Tag ihren Traum vom teu­ren Mer­ce­des-AMG, BMW oder Audi. “In Bal­lungs­räu­men schie­ßen Ver­leih­fir­men die­ser ‘Sehn­suchts­au­tos’ aus dem Boden”, sagt Schä­fer. Die Fah­rer sei­en mit den meh­re­re hun­dert PS-star­ken Boli­den dann häu­fig über­for­dert.

Vor dem Stutt­gar­ter Land­ge­richt läuft zur­zeit ein Pro­zess um einen auf­se­hen­er­re­gen­den Raser­un­fall mit zwei Toten : Ein 20-Jäh­ri­ger soll mit einem gemie­te­ten Sport­wa­gen den Klein­wa­gen der bei­den Opfer gerammt haben. Er ist wegen Mor­des ange­klagt.

Anfang März hat­te der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) erst­mals ein Mord­ur­teil gegen einen Raser bestä­tigt, der 2017 in Ham­burg mit einem gestoh­le­nen Taxi einen Men­schen getö­tet hat­te. Eine gene­rel­le Linie für eine Mord­ver­ur­tei­lung in Raser­fäl­len leg­ten die Karls­ru­her Rich­ter jedoch nicht fest : Maß­geb­lich sei­en jeweils die Umstän­de des Ein­zel­falls. Erst in der ver­gan­ge­nen Woche hat die Staats­an­walt­schaft Kle­ve Ankla­ge wegen Mor­des gegen einen 21-Jäh­ri­gen erho­ben. Er soll bei einem ille­ga­len Ren­nen im nie­der­rhei­ni­schen Moers einen Unfall ver­ur­sacht haben, bei dem eine unbe­tei­lig­te Frau ums Leben kam.

Auto­ren­nen gel­ten seit einer Geset­zes­än­de­rung 2017 nicht mehr als Ord­nungs­wid­rig­keit, son­dern als Straf­tat. Die Ver­kehrs­mi­nis­ter der Län­der set­zen sich zudem für eine Reform des Buß­geld­ka­ta­logs ein, um Raser, Dräng­ler und Poser här­ter zu bestra­fen.

Den­noch : Ver­kehrs­row­dys wer­den auch in Zukunft ein Dau­er­pro­blem blei­ben, meint TÜV-Süd-Ver­kehrs­psy­cho­lo­ge Bren­ner-Hart­mann. “Man wird es nicht ver­hin­dern kön­nen, dass Men­schen sich aus­pro­bie­ren und Gren­zen über­schrei­ten.”

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(rt deutsch/dpa)

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Wenn der Klima-Hass zuschlägt : Schule plant Kreuzfahrt und erntet Hassmails


Kreuz­fahrt­schif­fe sind Umwelt­ver­pes­ter. Wer in sozia­len Medi­en Bil­der vom Urlaub auf dem Was­ser teilt, muss mit nega­ti­ven Reak­tio­nen rech­nen. Vie­le Schiff­fahrts­ge­sell­schaf­ten haben auf den gesell­schaft­li­chen Druck, auch aus­ge­löst durch die Fri­days-for-Future-Bewe­gung, reagiert und umge­rüs­tet. 

Die Carl-Schurz-Schu­le hat­te eine Abschluss­fahrt für 33 Schü­ler geplant. Mit dem Schiff AIDA­bel­la woll­ten sie für fünf Tage von Kiel nach Oslo und Kopen­ha­gen. Das The­ma griff der Hes­si­sche Rund­funk (hr) auf. Seit­her sieht sich die Schu­le mit Hass­mails kon­fron­tiert. Für Schul­lei­ter Hans-Ulrich Wyne­ken erstell­te der Hes­si­sche Rund­funk einen “rei­ße­ri­schen Bei­trag”. Es wer­de ver­kannt, dass die Schiffs­rei­se in die­sem Fall die kli­ma­neu­trals­te Vari­an­te sei.

Der Bei­trag des hr beginnt mit den Wor­ten : 

Das sind sie die Kreuz­fah­rer der Zukunft. Statt frei­tags auf die Stra­ße gehen sie auf Kreuz­fahrt. 

Ein Exper­te rech­net die CO2-Bilanz aus. Um den per­sön­li­chen Kli­ma­scha­den wie­der aus­zu­glei­chen, müs­se man danach 16 Jah­re kalt duschen. Der Schul­lei­ter erwi­dert :

Wäh­rend Tho­mas Kosch­witz auf hr1 Kreuz­fahr­ten ver­lost, pole­mi­siert die Hes­sen­schau am 16. Sep­tem­ber gegen angeb­lich unver­ant­wort­li­che Schü­ler, die sich für eine Fahrt mit der AIDA­bel­la von Oslo nach Kopen­ha­gen ent­schie­den haben. 

Die AIDA Crui­ses wur­de wegen ihrer Maß­nah­men zum Umwelt­schutz im August mit dem Blau­en Engel aus­ge­zeich­net. Lang­fris­tig sol­len die Kreuz­fahr­ten emis­si­ons­neu­tral wer­den, so AIDA-Prä­si­dent Felix Eich­horn. Eini­ge Schif­fe ver­fü­gen schon über Dual-Fuel-Moto­ren. Neben Schiffs­die­sel wird auch mit Flüs­sig­erd­gas gefah­ren. Hin­zu kom­men zahl­rei­che Anpas­sun­gen, bei­spiels­wei­se der Kli­ma­an­la­gen und der Land­strom­ver­sor­gung der Schif­fe. 

Die Alter­na­ti­ven, die in der Frank­fur­ter Schu­le dis­ku­tiert wor­den waren, etwa eine Rad­tour nach Würz­burg, hat­ten bei den Schü­lern kei­nen Anklang gefun­den. Die Schu­le war für ihr Pro­jekt “Umwelt macht Schu­le” durch Bun­des­um­welt­mi­nis­te­rin Sven­ja Schul­ze aus­ge­zeich­net wor­den. 

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Papst Franziskus : “Es ist eine Ehre, wenn Amerikaner mich attackieren”


Papst Fran­zis­kus schien nicht all­zu ver­är­gert, als ihn US-ame­ri­ka­ni­sche Katho­li­ken auf sei­ner Rei­se von Rom nach Mosam­bik mit einer lan­gen Lis­te von Anschul­di­gun­gen kon­fron­tier­ten Er füh­le sich geehrt, von ihnen ange­grif­fen zu wer­den, erklär­te das Kir­chen­ober­haupt.

Das Buch “How Ame­ri­ca Wan­ted to Chan­ge the Pope” (“Wie Ame­ri­ka den Papst ändern woll­te”) befasst sich mit den angeb­li­chen Bemü­hun­gen der kon­ser­va­ti­ven katho­li­schen Oppo­si­ti­on in den USA, einen “Coup d’é­tat” gegen Fran­zis­kus zu orga­ni­sie­ren. Eine Aus­ga­be des Buches wur­de dem Papst vom Autoren Nico­las Senè­ze über­reicht. Der Jour­na­list der fran­zö­si­schen katho­li­schen Zei­tung La Croix befand sich an Bord des Papst­flug­zeugs.

Für mich ist es eine Ehre, dass Ame­ri­ka­ner mich atta­ckie­ren”, scherz­te der Papst, als er das Buch erhielt, von dem er anschei­nend bereits zuvor gehört hat­te. Wei­ter wit­zel­te er, dass das Buch über sei­ne Kri­ti­ker “ein Pau­ken­schlag” (“bombs­hell”) sein wer­de.

Vati­kan-Spre­cher Matteo Bruni bemüh­te sich kurz dar­auf, die Wogen zu glät­ten, indem er klar­stell­te, dass die Kom­men­ta­re infor­mell abge­ge­ben wur­den. Fran­zis­kus hal­te es “immer für eine Ehre, kri­ti­siert zu wer­den”, beson­ders wenn die Kri­tik von “maß­geb­li­chen Stim­men” oder “einer wich­ti­gen Nati­on” ange­bracht wer­de, so Bruni.

Papst Fran­zis­kus hat sich im Ver­gleich zu sei­nen Vor­gän­gern Johan­nes Paul II. und Bene­dikt XVI. einen Ruf als “libe­ra­ler” Papst erwor­ben. Dies führ­te zu Kri­tik von eini­gen tra­di­ti­ons­ver­haf­te­ten Kir­chen­funk­tio­nä­ren.

Senè­ze beschreibt in sei­nem Buch unter ande­rem, wie ein ehe­ma­li­ger päpst­li­cher Gesand­ter in den USA, Erz­bi­schof Car­lo Viga­no, im ver­gan­ge­nen Jahr einen öffent­li­chen und viel beach­te­ten Brief geschrie­ben hat­te, in dem er Fran­zis­kus zum Rück­tritt auf­for­der­te. Er warf dem Papst vor, mit den Skan­da­len der katho­li­schen Kir­che im Zusam­men­hang mit sexu­el­lem Miss­brauch von Kin­dern falsch umge­gan­gen zu sein. 

Im Mai hat­te eine 19-köp­fi­ge Grup­pe ultra­kon­ser­va­ti­ver Pries­ter und Theo­lo­gen den Vati­kan gar auf­ge­for­dert, Fran­zis­kus zum Ket­zer zu erklä­ren.

Mehr zum The­ma — Kampf gegen Miss­brauch : Papst erlässt erst­mals Regeln für Vati­kan­staat 

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Interview mit Epsteins Anwalt : “Es würde mich nicht überraschen, wenn ihm etwas widerfahren ist”


Der Tod des 66-Jäh­ri­gen soll­te eine “sys­tem­wei­te Selbst­re­fle­xi­on” dar­über aus­lö­sen, wie Gefan­ge­ne in U‑Haftanstalten behan­delt wer­den, sag­te Marc Fer­nich, ehe­ma­li­ger Anwalt von Jef­frey Epstein und Mit­glied des Ver­tei­di­gungs­teams des Dro­gen­bos­ses El Chapo, gegen­über RT.

Epstein saß im Metro­po­li­tan Cor­rec­tio­n­al Cen­ter in Unter­su­chungs­haft – dort, wo auch El Chapo sei­ne Haft­stra­fe absaß.

Mehr zum The­ma — Anwäl­te von Epstein zwei­feln Selbst­mord­the­se an : “Wol­len her­aus­fin­den, was wirk­lich pas­sier­te”

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Belästigung, sexuelle Avancen an Minderjährige, Drohbriefe – Wenn Polizisten Daten missbrauchen


Nicht nur bei Rou­ti­ne­kon­trol­len im Stra­ßen­ver­kehr fra­gen Poli­zis­ten per­so­nen­be­zo­ge­ne Infor­ma­tio­nen über die Poli­zei­da­ten­bank ab. Immer mehr Fäl­le wer­den bekannt, in denen Beam­te aus pri­va­ten Grün­den uner­laubt Daten abge­fragt und die­se in eini­gen Fäl­len dazu ver­wen­det haben, um Pri­vat­per­so­nen zu beläs­ti­gen oder ein­zu­schüch­tern.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Wann, wenn nicht jetzt?” – Wie der Spiegel zur deutschen Intervention am Golf drängt


von Andre­as Rich­ter

Chris­tia­ne Hoff­mann, stell­ver­tre­ten­de Che­fin des Spie­gel-Haupt­stadt­bü­ros, wirbt im Leit­ar­ti­kel der aktu­el­len Aus­ga­be des Maga­zins mit Nach­druck für eine deut­sche Betei­li­gung an einer Mili­tär­mis­si­on in der Stra­ße von Hor­mus. Ihre Argu­men­ta­ti­on ist dabei wirr und wider­sprüch­lich.

Zunächst lobt Hoff­mann den fast schon ver­ges­se­nen frü­he­ren Bun­des­prä­si­den­ten Horst Köh­ler. Die­ser trat 2010 zurück, nach­dem er wegen der Äuße­rung, dass Mili­tär­ein­sät­ze zur Wah­rung deut­scher Inter­es­sen nötig sein könn­ten, etwa zum Schutz frei­er Han­dels­we­ge, kri­ti­siert wur­de.

Fast pro­phe­tisch” nennt Hoff­mann die­se Äuße­run­gen nun. Und for­dert eine Betei­li­gung der Bun­des­wehr an einer euro­päi­schen Mari­ne­mis­si­on, wie sie von den Bri­ten in der ver­gan­ge­nen Woche ins Spiel gebracht wur­de. “Euro­pa” wer­de jetzt gebraucht.

Sodann refe­riert die Spie­gel-Jour­na­lis­tin die Risi­ken einer sol­chen Mis­si­on : Die Euro­pä­er könn­ten in einen Kon­flikt mit dem Iran hin­ein­ge­zo­gen wer­den ; und der Vor­schlag kom­me von den die EU ver­las­sen­den Bri­ten, noch dazu “an­ge­führt von dem Po­litschar­la­tan Bo­ris John­son, der ein sehr frag­wür­di­ges Ver­ständ­nis von Wahr­heit pflegt.” Man wür­de also einem EU-kri­ti­schen Lüg­ner hel­fen. (Neben­bei bemerkt : Ist John­sons Ver­ständ­nis von Wahr­heit wirk­lich frag­wür­di­ger als das deut­scher Regie­rungs­ver­tre­ter, die für den Spie­gel zu den “Guten” zäh­len?)

Dann aber folgt Hoff­manns flam­men­des Plä­doy­er für einen sol­chen Ein­satz :

Trotz­dem wäre es ein Feh­ler, wenn Deutsch­land sich ein wei­te­res Mal hin­ter der Kul­tur der mi­li­tä­ri­schen Zu­rück­hal­tung ver­schan­zen wür­de. Mehr als ein Vier­tel­jahr­hun­dert nach dem ers­ten be­waff­ne­ten Ein­satz der Bun­des­wehr kann Deutsch­land sich nicht mehr aus der Ver­ant­wor­tung steh­len. Die Bun­des­re­pu­blik, zur­zeit nicht stän­di­ges Mit­glied im UNO-Si­cher­heits­­­rat, re­det seit Jah­ren da­von, in­ter­na­tio­nal nicht mehr nur an der Sei­ten­li­nie ste­hen zu wol­len. Wor­auf war­tet Ber­lin noch ? Wann, wenn nicht jetzt ?

Die­ser Absatz ver­dient eine nähe­re Betrach­tung. Denn, wo man Argu­men­te erwar­tet, kommt nur eine Auf­zäh­lung lee­rer, aber mora­li­sie­ren­der Sprech­bla­sen : Nicht mehr hin­ter der Kul­tur der mi­li­tä­ri­schen Zu­rück­hal­tung ver­schan­zen, nicht mehr aus der Ver­ant­wor­tung steh­len, nicht mehr nur an der Sei­ten­li­nie ste­hen.

Erst dann kom­men die Argu­men­te : Ein sol­cher Ein­satz schüt­ze das Recht, er rich­te sich gegen das angeb­lich völ­ker­rechts­wid­ri­ge Vor­ge­hen der Ira­ner gegen die freie See­schiff­fahrt. 

Hoff­mann lie­fert die Gegen­ar­gu­men­te gleich mit : Der Iran sei im Atom­streit im Recht, die Ira­ner hät­ten sich über ein Jahr an die Ver­ein­ba­run­gen gehal­ten und von den Euro­pä­ern zu wenig Unter­stüt­zung erfah­ren. Sie stellt auch fest, dass die USA den Kon­flikt mut­wil­lig eska­lie­ren lie­ßen, wes­we­gen es falsch sei, an ihrer Sei­te zu agie­ren. Hoff­mann ver­gisst nicht ein­mal zu erwäh­nen, dass es die Bri­ten waren, die zuerst einen ira­ni­schen Tan­ker fest­setz­ten, “mög­li­cher­wei­se eben­falls völ­ker­rechts­wid­rig”, und die Ira­ner so pro­vo­zier­ten.

All das refe­riert die Spie­gel-Jour­na­lis­tin, nur zieht sie offen­bar über­haupt kei­ne Schlüs­se aus die­sen Fest­stel­lun­gen. Die Bri­ten haben ange­fan­gen. War­um setzt man nicht bei ihnen an, um die Kri­se zu lösen ? Die Ira­ner sind im Recht, war­um unter­nimmt man nichts, um die­ses Recht durch­zu­set­zen ?

Man muss nicht beson­ders hell­hö­rig oder hell­sich­tig sein, um in der “euro­päi­schen Schutz­mis­si­on” ein Manö­ver der wie stets wil­li­gen Bri­ten zu sehen, die dem eigent­li­chen Aggres­sor, den USA, noch ein paar Kom­pli­zen zufüh­ren. Des­halb wäre eine sol­che Mis­si­on kein Bei­trag zur Dees­ka­la­ti­on, son­dern zur Eska­la­ti­on, und weder im Inter­es­se der Euro­pä­er noch der Deut­schen.

Natür­lich weiß das Frau Hoff­mann, ihr Insis­tie­ren auf eine “mas­si­ve di­plo­ma­ti­sche In­itia­ti­ve” im letz­ten Absatz ihres Kom­men­tars deu­tet dar­auf hin. Aber letzt­lich geht es ihr nicht um die Schiff­fahrt und den Iran, ihr eigent­li­ches Anlie­gen ist es, Deutsch­land um jeden Preis wie­der als inter­ve­nie­ren­de Regio­nal­macht ins Spiel zu brin­gen, als Hilfs­she­riff, der natür­lich, Chris­tia­ne Hoff­mann ist Mit­glied der Atlan­tik­brü­cke, nur in Rich­tung Osten und Süden fährt und schießt und den trans­at­lan­ti­schen Hege­mon nicht in Fra­ge stellt. 

Damit bie­tet die­ser Leit­ar­ti­kel des Spie­gel ein schö­nes Bei­spiel dafür, wie ein The­ma unter Ver­nach­läs­si­gung von Fak­ten und Logik für die Beför­de­rung eines bestimm­ten Anlie­gens ver­wen­det wird. Auf eben­die­se Wei­se trom­melt das Maga­zin regel­mä­ßig für die mas­si­ve Auf­rüs­tung der Bun­des­wehr. Natür­lich wür­de sich eine stär­ke­re Rol­le Deutsch­lands als Inter­ven­ti­ons­macht auch gut für die Begrün­dung höhe­rer Rüs­tungs­aus­ga­ben eig­nen.

Dem Spie­gel scheint der hier zu besich­ti­gen­de Agen­da­jour­na­lis­mus nicht zu bekom­men. Die Auf­la­ge sinkt, par­al­lel zur inhalt­li­chen Ver­ar­mung wird das Heft – auch wegen der flüch­ten­den Wer­be­kun­den – immer dün­ner ; selbst das Papier ist deut­lich schlech­ter gewor­den. Es hat etwas Beru­hi­gen­des, dass die­se spe­zi­el­le Art des Jour­na­lis­mus sich letzt­lich selbst unter­gräbt und dabei doch an dem gesun­den Miss­trau­en der gro­ßen Mehr­heit der Deut­schen gegen­über mili­tä­ri­schen Aben­teu­ern nichts zu ändern ver­mag.

Mehr zum The­ma — “Putins Pup­pen” — An wes­sen Fäden hängt der Spie­gel ?

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Wenn Todesstrafe zurückgezogen wird : 9/11-Chefplaner würde gegen Saudi-Arabien aussagen


Cha­lid Scheich Moham­med, mut­maß­li­cher Draht­zie­her der Ter­ror­an­schlä­ge vom 11. Sep­tem­ber 2001, sitzt seit 13 Jah­ren in dem berüch­tig­ten US-Gefan­ge­nen­la­ger Guan­tá­na­mo ein. Zuvor war er am 1. März 2003 von Sicher­heits­kräf­ten in der paki­sta­ni­schen Indus­trie­stadt Rawal­pin­di fest­ge­nom­men und in ein CIA-Geheim­ge­fäng­nis auf dem pol­ni­schen Mili­tär­flug­ha­fen Szy­ma­ny gebracht wor­den.

Inter­ne CIA-Doku­men­te, die unter der Regie­rung Oba­ma 2009 ver­öf­fent­licht wur­den, bestä­ti­gen die Exis­tenz des pol­ni­schen Geheim­ge­fäng­nis­ses sowie mas­si­ve Fol­ter­maß­nah­men gegen Scheich Moham­med, unter ande­rem fein säu­ber­lich notier­tes 183-mali­ges Water­boar­ding sowie “ver­schärf­ter Schlaf­ent­zug”. 

Mehr zum The­ma — US-Prä­si­dent Donald Trump : Ich glau­be, ich weiß, wer wirk­lich für 911 ver­ant­wort­lich war

Wie aktu­el­le Gerichts­ak­ten bele­gen, zeigt sich der mut­maß­li­che Chef­pla­ner von 911 mitt­ler­wei­le dafür offen, den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen der Opfer von 911 mit einer Zeu­gen­aus­sa­ge zu hel­fen, die eine Sam­mel­kla­ge gegen die Regie­rung Sau­di-Ara­bi­ens wegen Finan­zie­rung und Unter­stüt­zung des Ter­ror­ak­tes ein­ge­reicht haben. Im Gegen­zug will er Garan­ti­en, dass er nicht von einem Mili­tär­ge­richt auf Guan­tán­mo zu einer Todes­stra­fe ver­ur­teilt und hin­ge­rich­tet wird. Zuerst hat­te am 29. Juli das Wall Street Jour­nal (WSJ) über die neue Ent­wick­lung berich­tet

In Man­hat­tan läuft der­zeit eine Sam­mel­kla­ge von Hin­ter­blie­be­nen der Opfer von 911 gegen Sau­di-Ara­bi­en. In die­sem Zusam­men­hang hat­te die Anwäl­tin von Cha­lid Scheich Moham­med einen Brief geschrie­ben, in dem sie mit­ge­teilt hat, dass ihr Man­dant bereit ist, über die Rol­le und die Ver­wick­lung Sau­di-Ara­bi­ens in den Ter­ror­an­schlag aus­zu­sa­gen, wenn er dafür die Garan­tie bekommt, für sei­ne Taten nicht mit der Todes­stra­fe bestraft zu wer­den.

Ich den­ke, dass sich Moham­med bereit und wil­lens fühlt, um die Kla­ge der Opfer vom 11. Sep­tem­ber zu unter­stüt­zen, aber ich den­ke, er fühlt die Not­wen­dig­keit, dass zuerst die Fra­ge der Todes­stra­fe geklärt wer­den muss”, so des­sen Anwäl­tin Alka Prad­han.

Ein laut WSJ mit dem Fall ver­trau­ter Pen­ta­gon-Beam­te, der aber anonym blei­ben will, beton­te, dass ein Deal mit Moham­med und ande­ren mut­maß­li­chen Tätern von 911 end­lich die Mög­lich­keit bie­ten wür­de, die Geschich­te des 11. Sep­tem­bers end­gül­tig auf­zu­klä­ren :

Eines der zen­tra­len Din­ge, die sie für 9/11-Ange­klag­te bie­ten, ist die Mög­lich­keit, ins­be­son­de­re für die Opfer und Ange­hö­ri­gen, mit die­sem Kapi­tel abzu­schlie­ßen. Und wenn die Kapi­tal­kos­ten [Todes­stra­fe] weg­fal­len, gibt es die Mög­lich­keit, die Geschich­te des 11. Sep­tem­bers ein für alle­mal zu erzäh­len.

Mehr zum The­ma — “Mit­ten im Infor­ma­ti­ons­krieg”: Danie­le Gan­ser über Medi­en, 911 und das US-Impe­ri­um 

Fast par­al­lel zu der Ver­öf­fent­li­chung eines mög­li­chen Deals mit Scheich Moham­med gab es letz­te Woche eine Senats­an­hö­rung zu 911, auf der FBI-Direk­tor Chris­to­pher Wray sich den Fra­gen der anwe­sen­den Sena­to­ren stel­len muss­te. Im Rah­men der Anhö­rung for­der­te unter ande­rem der Sena­tor Richard Blu­men­thal den FBI-Direk­tor auf, dem Senat Mate­ri­al offen­zu­le­gen, wel­ches die unter­stüt­zen­de Rol­le der Sau­dis bele­gen wür­de, und beton­te :

Es gibt immer mehr Bewei­se dafür, dass Sau­di-Ara­bi­en die Angrei­fer vom 11. Sep­tem­ber unter­stütz­te und begüns­tig­te. 

Mehr zum The­ma — 9/11-Anschlä­ge : Sau­di-Ara­bi­en soll Test­lauf der Ter­ror­at­ta­cke finan­ziert haben

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Israels Einfluss auf die deutsche Politik : Wenn die Staatsräson wichtiger als Menschenrechte ist


von Jochen Mit­sch­ka

Am 17. Mai 2019 ver­ab­schie­de­te der Deut­sche Bun­des­tag mit über­wäl­ti­gen­der Mehr­heit eine Reso­lu­ti­on, in der die BDS-Bewe­gung (Boy­kott, Des­in­ves­ti­ti­on, Sank­tio­nen), wel­che sich gegen die völ­ker­rechts­wid­ri­ge Besat­zung Paläs­ti­nas, inzwi­schen aber auch gegen die Dis­kri­mi­nie­rung von ara­bi­schen Bür­gern Isra­els posi­tio­niert, als anti­se­mi­tisch ver­schmäht wird. Dies führ­te zu einer wei­te­ren Stei­ge­rung der Ableh­nung von Rauman­fra­gen für Ver­an­stal­tun­gen und der Unter­drü­ckung kri­ti­scher Stim­men zur Poli­tik Isra­els. Die libe­ra­le israe­li­sche Zei­tung Haa­retz hat­te danach mehr­fach dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Ber­lin von der israe­li­schen Regie­rung gedrängt wer­de, die­se Reso­lu­ti­on in ein ver­bind­li­ches Gesetz umzu­wan­deln, um die Akti­vi­tä­ten der BDS-Bewe­gung in Deutsch­land zu kri­mi­na­li­sie­ren.

Das Pro­pa­gan­da-Buch

Die Bun­des­re­gie­rung ver­sucht durch eine mas­si­ve Pro­pa­gan­da die Ent­schei­dun­gen der Abge­ord­ne­ten zu ver­tei­di­gen, und kann sich dabei weit­ge­hend auf die deut­schen Mas­sen­me­di­en stüt­zen. Erstaun­li­cher­wei­se scheint eine israe­li­sche Zei­tung mehr Mut zu haben, gegen den Strom zu schwim­men und Ross und Rei­ter zu nen­nen, als deut­sche Medi­en. Jeden­falls schreibt eine Autorin der israe­li­schen Zei­tung Haa­retz ver­nich­tend über das vom Anti­se­mi­tis­mus-Beauf­trag­ten gespon­ser­te Buch eines israe­li­schen Offi­ziers.

Der Arti­kel ver­weist auf das neu erschie­ne­ne Buch Der neu-deut­sche Anti­se­mit : Gehö­ren Juden heu­te zu Deutsch­land?. Der Buch­au­tor ist Arye Sharuz Shali­car, der auf Pro­mo­ti­ons-Tour durch Deutsch­land reist. Die deut­sche Regie­rung wür­de für die Kam­pa­gne bezah­len, oder bes­ser gesagt der “Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für jüdi­sches Leben in Deutsch­land und den Kampf gegen Anti­se­mi­tis­mus”, so der Haa­retz-Arti­kel. Die Stel­le wur­de vor unge­fähr einem Jahr ein­ge­rich­tet.

Ila­na Ham­mer­mann, die Autorin des Arti­kels, schreibt, dass Shali­car ein israe­li­scher Bür­ger sei, der als Major der Streit­kräf­te Isra­els gedient habe und ein ehe­ma­li­ger Offi­zier aus dem Büro des Spre­chers der IDF (Isra­el Defen­se Forces) sei. Auf der Web­sei­te des Minis­te­ri­ums, die offen­sicht­lich vor noch nicht all­zu lan­ger Zeit erstellt wur­de, heißt es dem Arti­kel zufol­ge, dass das Minis­te­ri­um ein “akti­ver Part­ner für die geheim­dienst­li­che und stra­te­gi­sche Sicher­heit des Staa­tes Isra­el ist … Eine Basis für den Pro­zess des Abtas­tens des Hori­zonts … sein Zweck ist die Früh­erken­nung von ‘Signa­len der Weich­heit’ und ‘auf­kom­men­de Trends’ in der Welt und der Regi­on”. Ham­mer­mann erklärt, dass der Autor des Buches sich jedoch als Pri­vat­per­son vor­ge­stellt habe.

Shali­car war gebo­re­ner Deut­scher, wo er auch auf­wuchs, und spricht und schreibt daher Deutsch mit einem “modi­schen Zun­gen­schlag”, wie die Autorin meint. Er hielt eine lan­ge Rede in Deutsch, vol­ler Pro­pa­gan­da und Het­ze, schreibt sie in ihrem Arti­kel. Ori­gi­nal­aus­sa­ge Ham­mer­mans :

Arro­gant, gif­tig, und vol­ler ras­sis­ti­scher Het­ze, zumeist gegen Mus­li­me – aber auch gegen bestimm­te Juden – mit ober­fläch­li­cher Pro­pa­gan­da und Lob­prei­sung Isra­els und sei­ner Poli­tik.

Laut Ein­la­dung, so Ham­mer­man, sei dann eine Dis­kus­si­on vor­ge­se­hen gewe­sen. Also hob sie nach der Rede ihre Hand und bat dar­um, ihre Mei­nung aus jüdisch-israe­li­scher Per­spek­ti­ve vor­tra­gen zu dür­fen. Sie bat dar­um, Feh­ler in der Beschrei­bung von Din­gen, sowohl in Deutsch­land, als auch in Isra­el zu kor­ri­gie­ren und sie pro­tes­tier­te ins­be­son­de­re dage­gen, dass der Buch­au­tor sich als Pri­vat­per­son aus­gab.

Dar­auf­hin schlug ihr offe­ne Feind­schaft ent­ge­gen. Weder der Spre­cher, der Mode­ra­tor, noch die Zuhö­rer waren an einer Dis­kus­si­on inter­es­siert. Sie wur­de böse ange­starrt und auf­ge­for­dert, den Mund zu hal­ten. Der Buch­au­tor habe dann erklärt, dass die Autorin des Haa­retz eine Stö­re­rin wäre, die ihn so ver­stört hät­te, dass er eine Ent­span­nungs­mas­sa­ge benö­ti­gen wür­de.

Ham­mer­man beschreibt ihren Ein­druck, wie Shali­car mit sei­ner Pre­digt gegen Mus­li­me gene­rell und denen in ihrer Hei­mat im Beson­de­ren bei der Zuhö­rer­schaft offe­ne Türen ein­rann­te. Nicht die extre­me Rech­te in Deutsch­land war bei der Anti­se­mi­tis­mus-Debat­te das Ziel, son­dern Mus­li­me. Die Autorin des Arti­kels ver­ließ nach eige­ner Bekun­dung die Ver­an­stal­tung mit einem tie­fen Gefühl der Unbe­hag­lich­keit, wie sie es noch nie bei frü­he­ren Besu­chen in Deutsch­land erlebt habe.

In ihrem Arti­kel wid­met sie sich dann den Fol­gen der Ent­schei­dung der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten vom 17. Mai, und wie Kri­tik an israe­li­scher Poli­tik nun gna­den­los unter­drückt und jede Form von Dis­sens nicht mehr zuge­las­sen wird. Sie stellt dann die Fra­ge, wen Deut­sche denn vor allem unter­stüt­zen, und gibt auch gleich die Ant­wort :

Die Ver­an­stal­tung an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät und das Lesen von Shali­cars Buch ver­mit­tel­te mir eine depri­mie­ren­de Ant­wort : Sie unter­stüt­zen den neu­en israe­li­schen Ras­sis­mus, den der Autor und sein Buch in sei­ner gan­zen Bös­ar­tig­keit ver­kör­pert, und sie bezah­len dafür aus öffent­li­chen Kas­sen. Shali­car trägt den Ban­ner des Ras­sis­mus in Deutsch­land nicht nur gegen Ara­ber, Mus­li­me und Immi­gran­ten aus mus­li­mi­schen Län­dern, son­dern auch gegen Juden, wel­che die Poli­tik der israe­li­schen Regie­rung kri­ti­sie­ren, und sogar gegen Deut­sche, für die er eine jüdi­sche Iden­ti­tät erfin­det.

Die Haa­retz-Autorin berich­tet dann, dass Deut­sche ihr gegen­über oft Angst aus­ge­drückt hät­ten. Sie erklär­ten ihr, mit Sor­ge einen gefähr­li­chen Pro­zess in Isra­el zu beob­ach­ten, hät­ten aber Furcht, ihren Beden­ken Aus­druck zu ver­lei­hen. Die­se Angst wür­de wach­sen, meint Ham­mer­man, seit der Bun­des­tag die Reso­lu­ti­on vom 17. Mai ver­ab­schie­det hat :

Die­ses furcht­ba­re neue Gespenst ver­folgt nun Deutsch­land. Jene, die die Fäden zie­hen, sit­zen in Isra­el, die Hän­de wel­che die Fäden hal­ten, sind jene der israe­li­schen Regie­rung, des Mos­sads und der Geheim­diens­te, wel­che rie­si­ge Sum­men für die­se Akti­vi­tät bereit­stel­len. Aber die­je­ni­gen, die ver­ant­wort­lich sind, Poli­ti­ker des gesam­ten Spek­trums, sit­zen in Deutsch­land. Ich glau­be nicht an die Unschuld und Ehren­haf­tig­keit von jenen, die an den Fäden hän­gen, die gezo­gen wer­den. Ich ver­däch­ti­ge sie der Heu­che­lei und des from­men Getu­es. Ob absicht­lich oder nicht, oder ob aus dem Wunsch her­aus, nichts zu wis­sen, so die­nen sie einer neu­en Form des Ras­sis­mus, und ein Teil davon ist die voll­stän­di­ge Gleich­gül­tig­keit gegen­über unse­rem Schick­sal hier in Isra­el.

Mit die­sem Geist ver­fol­gen sie auch uns, uns, die Men­schen der Frie­dens­be­we­gung in der Zivil­ge­sell­schaft in Isra­el. Die­sen neu­en Defi­ni­tio­nen zufol­ge grenzt es an ein Ver­bre­chen, wenn His­to­ri­ker und Hoch­schul­leh­rer gegen die der­zei­ti­ge Poli­tik der israe­li­schen Regie­rung in Hin­sicht auf Faschis­mus in Isra­el war­nen. Wäre Haa­retz eine wich­ti­ge Büh­ne für die­se Stim­men, eine deut­sche Zei­tung, wären ohne Fra­ge sei­ne Her­aus­ge­ber längst vor einem deut­schen Gericht ange­klagt.

Am 12. Juli fin­det man, erstaun­li­cher­wei­se auf Spie­gel Online, einen Bericht über israe­li­schen Lob­by­is­mus im Deut­schen Bun­des­tag. Dort wird gut beschrie­ben, wie zwei Ver­ei­ne die deut­sche Nah­ost­po­li­tik beein­flus­sen. Und das mit allen erlaub­ten und auch eher ver­pön­ten Tricks, die man bereits aus den USA kennt. Fast das gesam­te Medi­en­echo fällt gegen­über den Ent­hül­lun­gen ver­däch­tig ein­sei­tig nega­tiv aus. Die Autoren des Spie­gel-Arti­kels “lie­fer­ten kei­nen ein­zi­gen Beleg. Statt­des­sen machen sie Andeu­tun­gen”, heißt es etwa in der BZ, die den Inhalt des Spie­gel-Stücks so zusam­men­fass­te :

Es behan­delt zwei Ber­li­ner Ver­ei­ne, ‘Naf­fo – Nah­ost Frie­dens­fo­rum e.V.’ und die ‘Wert­e­Initia­ti­ve e.V.’ Sie hät­ten über­pro­por­tio­na­len Ein­fluss auf die Regie­rungs­po­li­tik, behaup­tet der ‘Spie­gel’ in dem drei­sei­ti­gen Text.

Sie übten eine ’sys­te­ma­ti­sche Ein­fluss­nah­me’ auf die deut­sche Außen­po­li­tik, betrie­ben ‘offen­si­ve Lob­by­ar­beit’, um für ‘Posi­tio­nen des israe­li­schen Minis­ter­prä­si­den­ten Ben­ja­min Net­an­ya­hu zu wer­ben’ – das alles mit ‘höchst frag­wür­di­gen’ Metho­den. ‘Der Ver­dacht liegt nahe’, schrei­ben die Autoren, dass ‚Wert­e­Initia­ti­ve‘ oder Naf­fo zu ‘Front­or­ga­ni­sa­tio­nen’ der israe­li­schen Regie­rung gehö­ren – bei Akti­vi­tä­ten, bei denen ’selbst der Geheim­dienst Mos­sad’ mit­mi­schen soll.

Die Ant­wort des Nach­rich­ten­ma­ga­zins auf die wohl erwar­te­te Kri­tik ist erstaun­lich umfang­reich, sach­lich und war womög­lich bereits vor­be­rei­tet. Sind es doch immer ähn­li­che Argu­men­te, mit denen sol­che kri­ti­schen Stim­men zum Schwei­gen gebracht wer­den sol­len. Der Spie­gel jeden­falls kommt zu dem Schluss, dass er jour­na­lis­tisch ein­wand­frei gear­bei­tet hat.

Wir hal­ten uns an die Fak­ten : Dass Spen­den aus dem Umfeld der bei­den Ver­ei­ne geflos­sen sind, ist belegt. Dass der israe­li­sche Minis­ter für Stra­te­gi­sche Ange­le­gen­hei­ten, Gilad Erdan, eine Orga­ni­sa­ti­on gegrün­det hat, die ver­deckt gegen Boy­kot­t­i­n­i­ta­ti­ven gegen Isra­el vor­geht, hat die seriö­se israe­li­sche Zei­tung ‘Haa­retz’ ent­hüllt. Der Minis­ter selbst hat nach Bericht­erstat­tung israe­li­scher Medi­en zuge­ge­ben, dass sein Minis­te­ri­um mit die­ser Orga­ni­sa­ti­on ein Koope­ra­ti­ons­ab­kom­men abge­schlos­sen hat, um die­se Tei­le der ‘Agen­da und Stra­te­gie’ des Minis­te­ri­ums umset­zen zu las­sen. Dass der Mos­sad an Erd­ans Kam­pa­gne betei­ligt ist, berich­ten über­ein­stim­mend seriö­se Medi­en in Isra­el. Wir behaup­ten aber an kei­ner Stel­le, dass die bei­den deut­schen Ver­ei­ne vom Mos­sad gesteu­ert wür­den. Vor die­sem Hin­ter­grund kön­nen wir die gegen uns erho­be­nen Vor­wür­fe nicht nach­voll­zie­hen und hal­ten an den Ergeb­nis­sen der Recher­che fest.”

Auch wenn die Ent­hül­lun­gen unver­züg­lich zu einem Sturm der Empö­rung und Anti­se­mi­tis­mus-Vor­wür­fen führ­ten, wäre es doch erstaun­lich gewe­sen, wenn es in Deutsch­land nicht eine ähn­li­che Ein­fluss­nah­me gäbe wie in den USA. Über die Ver­hält­nis­se in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten hat­te Al Jaze­e­ra eine umfas­sen­de Video-Repor­ta­ge erstellt, die aller­dings in den USA nicht aus­ge­strahlt wer­den durf­te. Inzwi­schen hat der Fern­seh­sen­der aus Katar dazu aber eine eige­ne Web­sei­te erstellt.

Die Haa­retz berich­te­te eben­falls über den Spie­gel-Arti­kel und erwähn­te, dass ein Abge­ord­ne­ter des Bun­des­ta­ges dar­über Aus­kunft gab, wel­chem Druck er aus­ge­setzt wor­den sei, damit er der Reso­lu­ti­on zustimmt. Dar­über hin­aus wur­den angeb­lich klei­ne­re Spen­den und kos­ten­lo­se Rei­sen nach Isra­el für Abge­ord­ne­te der Grü­nen finan­ziert. Wei­ter erwähnt der Arti­kel, dass die israe­li­sche Regie­rung Druck aus­übe, damit die bis­her unver­bind­li­che Reso­lu­ti­on in ein Gesetz ein­fließt.

Auch wenn die umstrit­te­ne Reso­lu­ti­on nicht bin­dend ist, denkt die deut­sche Regie­rung dar­über nach, sie anzu­wen­den. Die israe­li­sche Regie­rung und pro-israe­li­sche Lob­by-Grup­pen haben kürz­lich Druck auf Deutsch­land aus­ge­übt, dies zu tun, aber Mer­kels Büro hat noch kei­ne offi­zi­el­le Stel­lung­nah­me dazu abge­ge­ben. Quel­len in Deutsch­land erklär­ten Haa­retz, dass das Innen­mi­nis­te­ri­um, ange­führt vom Anti­se­mi­tis­mus-Beauf­trag­ten Felix Klein, dazu ten­diert, die Reso­lu­ti­on anzu­wen­den, wäh­rend das Außen­mi­nis­te­ri­um dage­gen ist.

Dass der Spie­gel es wag­te, im Hor­nis­sen­nest des Lob­by­is­mus zu rüh­ren, ist ein muti­ges Unter­fan­gen. Wird doch die US-Hal­tung der unbe­ding­ten Unter­stüt­zung jed­we­der zio­nis­ti­scher Poli­tik Isra­els auch in der NATO ver­tre­ten, die von den USA domi­niert wird. Und wel­che Bezie­hun­gen deut­sche Mei­nungs­füh­rer der Medi­en zur NATO haben, wis­sen wir spä­tes­tens seit der Sati­re­sen­dung Die Anstalt. Dazu gekom­men ist inzwi­schen noch die Inte­gri­ty Initia­ti­ve, wel­che das Netz der Mei­nungs­ma­che noch enger webt.

Zwei­staa­ten­lö­sung

Einer der größ­ten Kri­tik­punk­te wäh­rend der Aus­spra­che im Deut­schen Bun­des­tag am 17. Mai war die Tat­sa­che, dass die BDS-Bewe­gung sich nicht ein­deu­tig hin­ter die Zwei­staa­ten­lö­sung stellt. Wer die Zwei­staa­ten­lö­sung nicht ein­deu­tig ver­tei­di­ge, so das Cre­do der Abge­ord­ne­ten, der bestrei­te das “Exis­tenz­recht Isra­els”. Gera­de so, als wür­de alles ande­re als die Zwei­staa­ten­lö­sung einen neu­en Holo­caust zur Fol­ge haben. Natür­lich wird das von libe­ra­len jüdi­schen und ara­bi­schen Men­schen bestrit­ten, was aber in deut­schen Medi­en prak­tisch kein Echo fin­det.

Zwei­staa­ten­lö­sung bedeu­tet, dass Isra­el und Paläs­ti­na zwei wirt­schaft­lich zwar ver­bun­de­ne, aber sou­ve­rä­ne selb­stän­di­ge Staa­ten auf dem Gebiet bil­den, wel­ches der­zeit von Isra­el besetzt wird, zuzüg­lich des Gaza-Strei­fens. Aller­dings hat Isra­el inzwi­schen seit 1965 750.000 Sied­ler auf dem besetz­ten Gebiet instal­liert, was ein funk­tio­nie­ren­des Staats­we­sen Paläs­ti­na unmög­lich macht, und die erklär­te Haupt­stadt Paläs­ti­nas, Ost-Jeru­sa­lem, annek­tiert. Die Paläs­ti­nen­ser haben prak­tisch kei­ne Rech­te und sind der Will­kür des Besat­zungs­re­gimes aus­ge­setzt. Isra­el will die Sied­lun­gen noch wei­ter aus­bau­en und immer mehr paläs­ti­nen­si­sches Gebiet annek­tie­ren.

Ein­staa­ten­lö­sung bedeu­tet, dass das gesam­te Gebiet zu einem Staat Isra­el-Paläs­ti­na wird, in dem alle Ein­woh­ner zu Bür­gern mit glei­chen Rech­ten wer­den. Die Ein­wan­de­rung in die­ses Gebiet soll für alle gleich gere­gelt sein, also sowohl für Juden als auch für die Flücht­lin­ge, die 1948 und 1965 ver­trie­ben wur­den. Ein demo­kra­ti­scher Staat mit Aner­ken­nung der Gleich­heit aller Bür­ger als Alter­na­ti­ve zu einem Apart­heid­staat, in dem nur Bür­ger mit jüdi­scher Reli­gi­ons­zu­ge­hö­rig­keit alle Pri­vi­le­gi­en genie­ßen und die Ande­ren dis­kri­mi­niert wer­den.

Das Exis­tenz­recht Isra­els basiert laut Reden im deut­schen Par­la­ment auf der UN- Reso­lu­ti­on 181. Dumm ist nur, dass dort zwei Staa­ten genannt wer­den, der Staat Isra­el und der Staat Paläs­ti­na. Aber durch die Poli­tik der israe­li­schen Füh­rung wur­de die Grün­dung des paläs­ti­nen­si­schen Staa­tes durch sys­te­ma­ti­sche Maß­nah­men ver­hin­dert. Auch ande­re Bestim­mun­gen in der Reso­lu­ti­on wur­den von der israe­li­schen Poli­tik miss­ach­tet.

Und so befin­det sich die jüdi­sche Welt­ge­mein­schaft der­zeit in einer Kri­se. Denn eine immer grö­ßer wer­den­de Zahl von jüdi­schen Dis­si­den­ten lehnt die rechts­ex­tre­me, ras­sis­ti­sche Poli­tik der zio­nis­ti­schen Füh­rung des Lan­des ab. Ins­be­son­de­re Juden außer­halb Isra­els emp­fin­den die expan­si­ve und rück­sichts­lo­se Poli­tik Isra­els als Bedro­hung für sich selbst. Die Abnei­gung gegen­über Isra­els Poli­tik steigt welt­weit. Da Isra­el behaup­tet, der Ver­tre­ter aller jüdi­schen Men­schen auf der Welt zu sein, wird das auf jüdi­sche Men­schen in vie­len Län­dern pro­ji­ziert, die das zuneh­mend nicht mehr akzep­tie­ren wol­len.

Immer mehr Juden sehen daher die Zwei­staa­ten­lö­sung ledig­lich als Fei­gen­blatt an, um die Besat­zung Paläs­ti­nas unend­lich oder bis zu einer voll­kom­me­nen Anne­xi­on auf­recht­erhal­ten zu kön­nen, und begin­nen für eine demo­kra­ti­sche Ein­staa­ten­lö­sung zu wer­ben. Ein Bei­spiel dafür ist die Rede eines der Her­aus­ge­ber der Haa­retz, Gide­on Levy. In einer emo­tio­na­len Rede erklär­te er im Juli auf einer Ver­an­stal­tung der “Pales­ti­ne Expo” Groß­bri­tan­ni­en sei­nen Lern­pro­zess, der ihn von der frü­her vehe­ment ver­tre­te­nen Zwei­staa­ten­lö­sung zur Ein­staa­ten­lö­sung führ­te. Nach­dem er die Geschich­te Isra­els noch ein­mal nach­voll­zog, und wie die Poli­ti­ker aller gro­ßer Par­tei­en bewusst die Zwei­staa­ten­lö­sung und die ver­schie­de­nen Frie­dens­plä­ne, an die er einst geglaubt hat­te, tor­pe­diert hat­ten, fuhr er fort :

Der eine Staat ist ein Neu­start der gan­zen Geschich­te. Es ist ein Reset. Ich will das nicht unter­schät­zen. Es ist ein Reset. Es ver­än­dert die Regeln des Spiels. Jene Israe­lis, die so sehr Angst haben davor, die sagen ‘was wird mit unse­rem jüdi­schen Staat, was wird aus dem Zio­nis­mus?’, denen sage ich nur Eins : Wenn du einen jüdi­schen Staat willst, dann hät­test du schon vor lan­ger Zeit auf­wa­chen müs­sen. Aber du kannst nicht alles haben.

Du kannst nicht Besat­zung und Demo­kra­tie haben, und behaup­ten, dass du die ein­zi­ge Demo­kra­tie im Nahen Osten bist, und dann im Hin­ter­hof die Tyran­nei haben, und behaup­ten, dass du alles was mög­lich ist, tun wür­dest. Um jede Art von Gerech­tig­keit zu ver­hin­dern, muss­test du dich ent­schei­den. Und die Wahl, die Isra­el traf, war sehr klar. Es war die eines Apart­heid­staa­tes. Das ist die Wahl, die Isra­el traf. (…)

Jene, die heu­te sagen, die Staats­män­ner, die Medi­en, die über die Zwei­staa­ten­lö­sung reden, die meis­ten die­ser Leu­te wis­sen tief in ihrem Her­zen, dass der Zug den Bahn­hof ver­las­sen hat. Aber sie haben nicht den Mut, den gan­zen Pro­zess wirk­lich neu zu star­ten und die Alter­na­ti­ve zu den­ken.

Weil es sehr bequem ist. Für die [paläs­ti­nen­si­sche] Auto­no­mie­be­hör­de ist es bequem, für Isra­el, für die EU, für die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Aber das führt uns zu Nichts. Und ich will heu­te hier sagen, dass jene, die heu­te über eine Zwei­staa­ten­lö­sung reden, die größ­ten Unter­stüt­zer der Besat­zung sind. Denn sie unter­stüt­zen eine Lösung, die nie erreicht wer­den wird, weil wir die Chan­ce ver­passt haben. Es gibt 700.000 Sied­ler, die nie­mand eva­ku­ie­ren wird. Es gibt kei­ne Zwei­staa­ten­lö­sung. Ein paläs­ti­nen­si­scher Staat ist nicht mög­lich.

Soll­te in Deutsch­land die Reso­lu­ti­on der Abge­ord­ne­ten vom 17. Mai tat­säch­lich zu einem Gesetz wer­den, könn­te die Ver­brei­tung die­ser Rede kri­mi­na­li­siert wer­den. Dann wer­den Mei­nun­gen jüdi­scher Dis­si­den­ten ver­stärkt unter­drückt wer­den, nach­dem bereits das Bank­kon­to eines jüdi­schen Ver­eins auf Druck der Lob­by für ein zio­nis­ti­sches Isra­el gekün­digt wur­de.

Dann wer­den nicht mehr nur jüdi­sche Künst­ler und Wis­sen­schaft­ler aus­ge­la­den, son­dern auch Jour­na­lis­ten oder Ver­tre­ter paläs­ti­nen­si­scher Orga­ni­sa­tio­nen ver­haf­tet und mit Stra­fen bedroht wer­den. Die ers­ten “Zei­chen an der Wand” konn­te man bereits an der Behand­lung von Kha­lid Bara­kat erken­nen. Dann wer­den deutsch-paläs­ti­nen­si­sche Freund­schafts­ver­ei­ne nicht mehr nur kei­ne Räu­me ver­mie­tet bekom­men, wie Levy am Beginn sei­ner Rede erklär­te, son­dern ihre Exis­tenz wäre grund­sätz­lich gefähr­det.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

Mehr zum The­ma —  Ruf­mord­kam­pa­gnen gegen Israel­kri­ti­ker — Rai­ner Rupp im Inter­view mit Annet­te Groth (Die Lin­ke)

Über den Autor :

Jochen Mit­sch­ka ist Ver­fas­ser der Bücher Schat­ten­krie­ge des Impe­ri­ums : Der Krieg gegen den Iran (2018) und Schat­ten­krie­ge des Impe­ri­ums : Die Zukunft Paläs­ti­nas (2018). Eben­falls im NIBE Ver­lag erscheint Ende Juli sein neu­est Werk Die ver­ges­se­nen Leh­ren von Ausch­witz, das sich aus­führ­lich dem The­ma die­ses Arti­kel wid­met.

RT Deutsch


Trump droht Iran erneut mit “Auslöschung”, wenn Teheran “irgend etwas Amerikanisches angreift”


Via sei­nem bevor­zug­ten Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nal hat US-Prä­si­dent Trump erneut der ira­ni­schen Füh­rung im Fal­le eines Angriffs “auf etwas Ame­ri­ka­ni­sches” mit “Ver­nich­tung” gedroht : 

… Irans sehr igno­ran­te und belei­di­gen­de Aus­sa­ge, die heu­te ver­öf­fent­licht wur­de, zeigt nur, dass sie die Rea­li­tät nicht ver­ste­hen. Jeder Angriff des Iran auf etwas Ame­ri­ka­ni­sches wird mit gro­ßer und über­wäl­ti­gen­der Kraft beant­wor­tet. In eini­gen Berei­chen bedeu­tet über­wäl­ti­gend Aus­lö­schung. Kein John Ker­ry & Oba­ma mehr !

Mehr zum The­ma — Iran : USA set­zen auf Eska­la­ti­on und ver­sper­ren mit neu­er Sank­ti­ons­wel­le Weg für diplo­ma­ti­sche Lösung

Zuvor hat­te der Spre­cher des Außen­mi­nis­te­ri­ums der Isla­mi­schen Repu­blik, Sey­y­ed Abbas Musa­wi, am heu­ti­gen Diens­tag erklärt :

Trumps ver­zwei­fel­te Regie­rung zer­stört den eta­blier­ten inter­na­tio­na­len Mecha­nis­mus, durch den Frie­den und Sicher­heit erhal­ten wer­den sol­len.”

Ähn­lich hat­te sich auch der ira­ni­sche UN-Bot­schaf­ter Majid Takht-Ravan­chi geäu­ßert :

Es gibt kei­ne Mög­lich­keit, dass der Iran und die USA einen Dia­log begin­nen kön­nen, wäh­rend Washing­ton wirt­schaft­li­chen Druck und Sank­tio­nen gegen das Land aus­übt.

RT Deutsch