Bank of America : Afrika könnte nach US-Handelskrieg mit China zum “Land der Möglichkeiten” werden


Das lang erwar­te­te Han­dels­ab­kom­men zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Chi­na wür­de den afri­ka­ni­schen Kon­ti­nent in ein Land der Mög­lich­kei­ten für Anlei­hen- und Akti­en­in­ves­to­ren ver­wan­deln, so die Stra­te­gen der Bank of Ame­ri­ca David Hau­ner und Clau­dio Iri­go­y­en. Sie schrie­ben in einer Kun­den­no­tiz :

Wir sind der Mei­nung, dass die Besei­ti­gung von Ängs­ten vor wei­te­ren Zöl­len oder einer Rezes­si­on, zumin­dest bis zu den US-Wah­len im Novem­ber 2020, zu einem gewis­sen Kauf­si­gnal und ers­ten Anzei­chen einer Erho­lung im ers­ten Quar­tal füh­ren wür­de.

Die Stra­te­gen wie­sen dar­auf hin, dass zu den wich­tigs­ten Begüns­tig­ten der Schwel­len­märk­te “eini­ge der weni­ger belieb­ten Wäh­rungs- und Hoch­zins­märk­te” gehö­ren wer­den.

Sie erklär­ten, dass ein Han­dels­ab­kom­men zwi­schen Peking und Washing­ton das Risi­ko einer Stär­kung des US-Dol­lars ver­rin­gern wür­de. Dies wür­de die Wäh­run­gen von Schwel­len­län­dern unter­stüt­zen und hät­te hoch­ver­zins­li­che Staats­an­lei­hen zur Fol­ge. Eini­ge Wäh­run­gen, dar­un­ter der süd­afri­ka­ni­sche Rand, wür­den auch von einem Zufluss von Kapi­tal pro­fi­tie­ren, da Akti­en am ehes­ten auf eine Kon­junk­tur­er­ho­lung reagie­ren.

Die Bank of Ame­ri­ca pro­gnos­ti­zier­te auch die größ­ten Gewin­ner, falls die USA und Chi­na ein Han­dels­ab­kom­men abschlie­ßen :

Afri­ka sieht gut aus, wo meh­re­re exter­ne Dar­le­hen unter den glo­ba­len Wachs­tums­pro­ble­men lei­den : Kenia, Nige­ria und Süd­afri­ka.

Der süd­afri­ka­ni­sche Prä­si­dent Cyril Rama­pho­sa sag­te in einem Inter­view mit Bloom­berg, dass ein Abkom­men zwi­schen den bei­den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten der Welt sei­nem Land gro­ßen Nut­zen brin­gen wür­de.

Am Don­ners­tag einig­ten sich Chi­na und die USA dar­auf, die gegen­sei­ti­gen Straf­zöl­le pro­por­tio­nal zurück­zu­neh­men. Die ers­te Pha­se eines Han­dels­ab­kom­mens soll in den kom­men­den Wochen unter­zeich­net wer­den. Der Han­dels­krieg zwi­schen den bei­den Län­dern dau­ert seit über einem Jahr an, was zu meh­re­ren Run­den von gegen­sei­ti­gen Zöl­len und Beschrän­kun­gen führ­te.

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RT Deutsch


Schimmel, Keime, Mäusekot – Lebensmittel werden immer ungenießbarer, und der Staat schaut weg


Hygie­ni­sche Män­gel führ­ten zu Ver­un­rei­ni­gung von Milch, Fleisch ist von lebens­be­droh­li­chen Bak­te­ri­en befal­len, Apfel­saft durch Schim­mel­pil­ze ver­dor­ben, Eier, aber auch Nüs­se mit Sal­mo­nel­len belas­tet, Bier samt Lau­gen­res­ten ver­kauft, Ver­let­zungs­ge­fahr durch Metall­tei­le in Wurst, Plas­tik­fremd­kör­per in Bock­wurst, Foli­en­res­te in Baby­nah­rung oder Bak­te­ri­en, die bei Klein­kin­dern oder Immun­schwa­chen zu schwers­ten Erkran­kun­gen füh­ren kön­nen ; die Lis­te der Lebens­mit­tel­skan­da­le scheint unend­lich.

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Bei­na­he täg­lich wer­den Kon­su­men­ten in Deutsch­land mit Pro­dukt­rück­ru­fen von einst als ver­trau­ens­wür­dig ein­ge­stuf­ten deut­schen Her­stel­lern, Höfen und Super­märk­ten kon­fron­tiert. Immer wie­der heißt es, dass die Her­stel­ler und Läden, wie Aldi, Lidl, Net­to, dm, schnell reagie­ren und für alle die “Qua­li­tät und Sicher­heit unse­rer Pro­duk­te … höchs­te Prio­ri­tät” habe.

Doch da der Ver­zehr von nicht sach­ge­recht her­ge­stell­ten Lebens­mit­teln schwers­te Erkran­kun­gen, Ver­let­zun­gen und auch Tod nach sich zie­hen kann, ist es nicht über­trie­ben, von Skan­da­len zu spre­chen, die sich mitt­ler­wei­le all­zu sehr häu­fen.

Schwe­re gesund­heit­li­che Schä­den und Tod als Fol­ge des Ver­zehrs

Seit 2012 haben sich Lebens­mit­tel­rück­ru­fe laut offi­zi­el­ler Anga­ben mehr als ver­dop­pelt. Beson­ders betrof­fen sei­en laut dem Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit Fleisch- und Milch­pro­duk­te, doch auch Obst und Gemü­se, Geträn­ke, Süß­wa­ren oder gar Kräu­ter kön­nen betrof­fen sein.

Jüngst mach­ten Pro­duk­te der Wil­ke Wal­de­cker Fleisch- und Wurst­wa­ren GmbH Schlag­zei­len. Auf­grund von mit Lis­te­ri­en belas­te­ten Fleisch­pro­duk­ten, die unter ande­rem auf Fer­tig­piz­zen und in Wurst­auf­schnitt lan­de­ten, kamen bis­her drei Men­schen in Hes­sen ums Leben, mehr als 30 Krank­heits­fäl­le wur­den gemel­det. Erst nach Bekannt­wer­den der Todes­fäl­le zwei­er Men­schen im Zusam­men­hang mit den Fleisch­pro­duk­ten hat­te der Land­kreis Wal­deck-Fran­ken­berg den Rück­ruf aller Pro­duk­te der Fir­ma Wil­ke Wurst­wa­ren ange­kün­digt. Seit ver­gan­ge­nem Diens­tag erst wur­de die Pro­duk­ti­on ein­ge­stellt. Dabei kön­nen Lis­te­ri­en lebens­ge­fähr­lich sein oder lebens­lan­ge schwe­re Krank­hei­ten wie Hirn­haut­ent­zün­dun­gen aus­lö­sen, bei Schwan­ge­ren könn­te das unge­bo­re­ne Kind unwi­der­ruf­lich geschä­digt wer­den.

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Aller­dings befürch­ten Ver­brau­cher­schüt­zer, dass Wil­ke-Pro­duk­te auch in Fer­tig­wa­ren wei­te­rer Her­stel­ler ver­ar­bei­tet wur­den. Der Geschäfts­füh­rer des Ver­eins food­watch, Mar­tin Rücker, warnt

Hes­sens Behör­den müs­sen end­lich alle bekann­ten Namen von betrof­fe­nen Her­stel­lern, Mar­ken, Pro­duk­ten und Ver­kaufs­stel­len nen­nen. Es wird gemau­ert und ver­tuscht ! Wir müs­sen davon aus­ge­hen, dass in Haus­hal­ten und Super­märk­ten noch Fer­tig­ge­rich­te lagern, in denen Wil­ke-Ware ver­ar­bei­tet wur­de.”

In die­ser Woche hat die Orga­ni­sa­ti­on Food­watch den ver­trau­li­chen Bericht der “Task-Force Lebens­mit­tel­si­cher­heit” zum Lis­te­ri­en­skan­dal um die Fir­ma Wil­ke ver­öf­fent­licht, dem­zu­fol­ge es in dem Betrieb Mäu­se­kot, Flie­gen­be­fall und Ver­we­sungs­ge­ruch gab, der aber auch ein Licht auf die Behör­den wirft.

Wenn die Anga­ben in dem Bericht rich­tig sind, han­delt es sich um ein Doku­ment des Total­ver­sa­gens – von einem Unter­neh­men, das schon über einen lan­gen Zeit­raum offen­bar nicht in der Lage war, siche­re Lebens­mit­tel her­zu­stel­len, und von Behör­den, die mehr den Betrieb als die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher geschützt haben”, erklär­te food­watch-Geschäfts­füh­rer Rücker. 

Anzei­chen dafür, dass in dem Betrieb extre­me hygie­ni­sche Defi­zi­te vor­herrsch­ten, gab es bereits in den Jah­ren 2013, als es bereits einen Sal­mo­nel­len­be­fall gege­ben hat­te.

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Die Behör­den in Hes­sen hat­ten wohl auch schon frü­her ver­sucht, die Situa­ti­on anhand von Kon­trol­len, Buß­gel­dern, Anord­nun­gen und Rei­ni­gungs­maß­nah­men in den Griff zu bekom­men – jedoch ver­geb­lich. Nach dem Skan­dal muss­ten die zustän­di­gen Ver­brau­cher­schüt­zer des Lan­des Hes­sen ein­ge­ste­hen, dass es Ver­säum­nis­se gege­ben hat und eine Auf­klä­rung dar­über, wo die Pro­duk­te gelan­det sein könn­ten, gera­de­zu impro­vi­siert wer­den. Das zustän­di­ge Hes­si­sche Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­ri­um (HMUKLV) hat­te seit spä­tes­tens dem 12. August Kennt­nis vom Lis­te­ri­en-Ver­dacht, wie der Ver­ein food­watch auf­zeig­te. An dem Tag erreich­te das HMUKLV eine Mit­tei­lung des Bun­des­am­tes für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) mit Bezug auf Unter­su­chun­gen des Robert Koch-Insti­tuts, wonach der Ver­dacht auf Lis­te­ri­en bei Wil­ke-Pro­duk­ten besteht.

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Die Kon­troll­auf­sichts­be­hör­den wur­den aber erst über eine Woche spä­ter infor­miert. Bis zum Rück­ruf ver­gin­gen sie­ben Wochen.

Das Wich­tigs­te ist : Nach unse­rer Ein­schät­zung hät­te es schon viel frü­her mehr­fach zu einem öffent­li­chen Rück­ruf von Wil­ke-Pro­duk­ten kom­men müs­sen. Die Behör­den haben es ver­säumt, die Men­schen zu schüt­zen”, so Rücker.

Und ange­sichts der Häu­fig­keit von Rück­ru­fen mit ernst­haf­ten Gefah­ren kann dem Ver­brau­cher nur Ban­ge sein. Nach dem Wil­ke-Skan­dal, der auch auf­grund des Todes­fäl­le schwer zu igno­rie­ren ist, gibt sich die für Ver­brau­cher­schutz, Ernäh­rung und Land­wirt­schaft zustän­di­ge Bun­des­mi­nis­te­rin Julia Klöck­ner (CDU) empört und ver­weist auf die Ver­ant­wor­tung der Län­der.

Ich lege Wert dar­auf, wenn die Län­der stets ihre Zustän­dig­keit hier beto­nen, dass sie ihrer Ver­ant­wor­tung auch mit aus­rei­chend Per­so­nal für die­se Auf­ga­be gerecht wer­den”, sag­te Klöck­ner der BILD. “Die Län­der müs­sen bereit sein, über stär­ke­re Kon­zen­tra­ti­on und Bün­de­lung von Ver­ant­wort­lich­kei­ten zu spre­chen, um die Lebens­mit­tel­kon­trol­le zu opti­mie­ren.

Der Food­watch-Geschäfts­füh­rer Rücker sieht in der Reak­ti­on der Minis­te­rin jedoch ledig­lich “einen eben­so plum­pen wie bil­li­gen Ver­such, von der eige­nen Ver­ant­wor­tung abzu­len­ken”. Die häu­fi­gen Skan­da­le gebe es nur, “weil die immer glei­chen, längst bekann­ten Schwach­stel­len und Geset­zes­lü­cken im euro­päi­schen und deut­schen Lebens­mit­tel­recht nicht besei­tigt wer­den.”

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Denn wäh­rend es Ver­säum­nis­se bei kom­mu­na­len Lebens­mit­tel­über­wa­chungs- und Vete­ri­när­äm­tern gege­ben hat, liegt die Ver­ant­wor­tung der zen­tra­len Koor­di­nie­rung der Lebens­mit­tel­über­wa­chung bei den Bun­des­be­hör­den, dem Bun­des­amt für Ver­brau­cher­schutz und Lebens­mit­tel­si­cher­heit (BVL) das zum Geschäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Ernäh­rung und Land­wirt­schaft gehört.

Minis­te­ri­um will weni­ger Kon­trol­len und sieht Ver­brau­cher in Ver­ant­wor­tung

Geich­zei­tig sin­ken die Lebens­mit­tel­kon­trol­len hier­zu­lan­de wie auch in ande­ren EU-Staa­ten seit Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich. Der­zeit liegt im zustän­di­gen Bun­des­mi­nis­te­ri­um ein Refe­ren­ten­ent­wurf, wonach die­se noch wei­ter abneh­men könn­ten. Sogar in Fleisch­be­trie­ben, die der höchs­ten Risi­ko­klas­se zuge­ord­net sind, müss­ten ganz vage gera­de noch “häu­fi­ger als monat­lich” Kon­trol­len statt­fin­den. Das Minis­te­ri­um schreibt es wie­der schön, die Lebens­mit­tel­über­wa­chung kön­ne damit noch wirk­sa­mer auf “Pro­blem­be­trie­be” fokus­siert und so die Effi­zi­enz gestei­gert wer­den. Dabei kri­ti­siert auch der EU-Ver­brau­cher­ver­band BEUC den Rück­gang der Kon­trol­len. Aus einem Bericht des Ver­bands geht her­vor, dass es in Deutsch­land 2017 rund 225.000 Kon­trol­len weni­ger als noch zehn Jah­re zuvor gab. Mit­te Dezem­ber tritt eine EU-Ver­ord­nung für Lebens­mit­tel­kon­trol­len in Kraft, wonach Stan­dards für Kon­trol­len in allen EU-Län­der ver­ein­heit­licht wer­den und Sank­tio­nen für Ver­stö­ße und Betrugs­fäl­le in Lebens­mit­tel­be­trie­ben “wirk­sam, ver­hält­nis­mä­ßig und abschre­ckend” wer­den sol­len.

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Ange­sichts der sich häu­fen­den Misstän­de for­der­te der Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­le (vzbv), dass spä­tes­tens im Kri­sen­fall der Bund die Koor­di­nie­rung und Ver­ant­wor­tung über­neh­men und bei der Lebens­mit­tel­über­wa­chung nach­bes­sern müs­se. Die­se sei ange­sichts der kom­ple­xen Lie­fer­ket­ten “nicht mehr zeit­ge­mäß”.

Aus dem zustän­di­gen Bun­des­er­näh­rungs­mi­nis­te­ri­um (BMEL) hieß es jedoch : “Wir beob­ach­ten die Situa­ti­on sehr genau.” Doch sei­en vor allem Her­stel­ler selbst für die Sicher­heit der Pro­duk­te zustän­dig und die Län­der für die amt­li­che Lebens­mit­tel­über­wa­chung. Auch auf der Web­sei­te des CDU-geführ­ten BMEL heißt es, dass Wirt­schaft, Behör­den und sogar die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­cher aktiv gefor­dert sei­en.

Geziel­te Kon­trol­len die­nen dem gesund­heit­li­chen Ver­brau­cher­schutz. … Es liegt in ers­ter Linie in der Ver­ant­wor­tung der betrof­fe­nen Betrie­be, für eine ord­nungs­ge­mä­ße Zusam­men­set­zung, Beschaf­fen­heit und Kenn­zeich­nung der von ihnen in den Ver­kehr gebrach­ten Lebens­mit­tel Sor­ge zu tra­gen. Auf­ga­be der zustän­di­gen Behör­den ist es, durch regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len und geziel­te Pro­ben­nah­men die Ver­kehrs­fä­hig­keit der Lebens­mit­tel zu über­prü­fen. Doch auch die Ver­brau­cher selbst kön­nen aktiv zur Lebens­mit­tel­si­cher­heit bei­tra­gen.

Doch in eben dem jüngs­ten, fata­len Skan­dal stell­te die Task-Force in ihrem Bericht fest, dass bereits im Jahr 2018 bei Eigen­un­ter­su­chun­gen des Unter­neh­mens Wil­ke jedes zwei­te Fer­tig­pro­dukt mikro­bio­lo­gisch “nicht in Ord­nung” gewe­sen sein soll, zudem hät­ten nöti­ge Hygie­neschu­lun­gen der Mit­ar­bei­ter nicht nach­ge­wie­sen wer­den kön­nen.

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RT Deutsch


Früherer Clinton-Berater : Hillary hält sich für von Gott gesandt, um US-Präsidentin zu werden


Dick Mor­ris, ehe­ma­li­ger Bera­ter und Spin-Doc­tor von Bill Clin­ton, erwar­tet, dass Hil­la­ry Clin­ton bald in das Kan­di­da­ten­ren­nen der US-Demo­kra­ten ein­steigt. Mor­ris, der von 1978 bis 1996 für den frü­he­ren US-Prä­si­den­ten und vor­ma­li­gen Gou­ver­neur von Arkan­sas arbei­te­te, sag­te im Inter­view mit John Catsi­ma­ti­dis :

Die Fra­ge ist im Moment, ob Hil­la­ry Clin­tons Geist her­aus­kom­men und in die Wahl ein­stei­gen wird. Mein Gefühl sagt mir, dass sie es will, dass sie sich dazu berech­tigt fühlt, dazu gezwun­gen sieht, sie hat das Gefühl, dass Gott sie auf die Erde gesandt hat, um das zu tun. Aber sie zögert, weil sie merkt, dass das Timing schlecht ist.

Nach Mor­ris’ Auf­fas­sung war­tet Hil­la­ry Clin­ton, dass Joe Biden, des­sen Wahl­kampf zuneh­mend in Schwie­rig­kei­ten gerät, aus dem Ren­nen aus­steigt :

Sie muss war­ten, bis Biden aus­steigt, weil er offen­sicht­lich als Nächs­ter dran ist, und wenn er geht, gibt es eine Gele­gen­heit für sie.

An die­sem Punkt wer­de die Par­tei nach einem “gemä­ßig­ten” Kan­di­da­ten suchen, der die “lin­ke” Sena­to­rin Eliza­beth War­ren schla­gen kön­ne.

Mor­ris, der nach einem Sex­skan­dal 1996 Clin­tons Wahl­kampf­team ver­las­sen muss­te und sich seit­dem wie­der­holt kri­tisch über sei­nen frü­he­ren Chef und des­sen Frau geäu­ßert hat, sieht Hil­la­ry Clin­tons Rol­le in den Sex­skan­da­len ihres Man­nes als größ­te Gefahr für sie. Sie müs­se fürch­ten, ins Visier der “Me-Too-Bewe­gung” zu gera­ten. Den­noch :

Täu­schen Sie sich nicht : Sie will es, sie plant es, und sie wird alles tun, um es zu errei­chen.

Dass Clin­ton sich von Gott für das Prä­si­den­ten­amt beru­fen füh­len soll, klingt für deut­sche Ohren son­der­bar, wäre aber im US-ame­ri­ka­ni­schen Poli­tik­be­trieb nicht unge­wöhn­lich. Auch Prä­si­dent Donald Trump, der als ver­gleichs­wei­se wenig reli­gi­ös gilt, redet immer wie­der gern von Gott und lässt sich auch schon mal beim öffent­li­chen Gebet ablich­ten, wie hier im Jahr 2017.

Früherer Clinton-Berater: Hillary hält sich für von Gott gesandt, um US-Präsidentin zu werden

Die Dok­trin des “Mani­fest Desti­ny” aus dem 19. Jahr­hun­dert lei­te­te die US-ame­ri­ka­ni­sche Expan­si­on in Rich­tung Wes­ten aus einer angeb­lich gött­li­chen Bestim­mung ab und fin­det ihre Fort­set­zung im auch heu­te noch wirk­sa­men US-ame­ri­ka­ni­schen Exzep­tio­na­lis­mus, laut dem die USA auf­grund einer ver­meint­li­chen Bei­spiel­haf­tig­keit eine bevor­zug­te Stel­lung in der Welt ein­neh­men – und letzt­lich mit ihr tun und las­sen kön­nen, was ihnen gefällt.

Dass auch Hil­la­ry Clin­ton ihr poli­ti­sches Han­deln – wenigs­tens nach Aus­sa­ge von Mor­ris – reli­gi­ös begrün­det und sich für von Gott gesandt hält, um Prä­si­den­tin zu wer­den, sorg­te in den sozia­len Netz­wer­ken für eini­ge empör­te und spöt­ti­sche Reak­ti­on. Ein Nut­zer nann­te sie eine “arro­gan­te Nar­zis­sis­tin”, ein ande­rer schrieb ein­fach : “Was ist sie ? Die elf­te bibli­sche Pla­ge?”

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RT Deutsch


Norbert Röttgen : Deutschland soll “Gestaltungsmacht” werden


von Zlat­ko Per­ci­nic

Es sei an der Zeit für einen “Para­dig­men­wech­sel”, sag­te Rött­gen am Frei­tag vor Jour­na­lis­ten aus dem In- und Aus­land. Gemeint ist damit der Vor­stoß von CDU-Che­fin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er auf der gro­ßen welt­po­li­ti­schen Büh­ne, eine “euro­päi­sche Sicher­heits­zo­ne” in Nord­sy­ri­en errich­ten zu wol­len. Die “völ­ker­rechts­wid­ri­ge” Besat­zung der Tür­kei müs­se auf­hö­ren. Das sei für ein NATO-Mit­glied “nicht akzep­ta­bel” und nicht mit den Wer­ten der trans­at­lan­ti­schen Alli­anz ver­ein­bar. Dabei spar­te er auch nicht mit Kri­tik gegen­über Russ­land, dem er eben­so wie der Tür­kei in Syri­en Völ­ker­rechts­bruch vor­warf. 

Doch die här­tes­te Kri­tik spar­te sich der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses für die EU auf. Sie sei weder bei den Vor­be­rei­tun­gen zum tür­ki­schen Ein­marsch in Syri­en noch danach in der Lage gewe­sen, mit einer geein­ten Stim­me zu spre­chen und eine kla­re Posi­ti­on gegen­über Anka­ra zu bezie­hen. “Bedau­erns­wer­ter­wei­se” war die EU außen­po­li­tisch in die­ser Hin­sicht ein “Total­aus­fall”, mein­te Rött­gen. 

Des­halb müs­se Deutsch­land “Hand­lungs­ver­ant­wor­tung” auf Basis “eige­ner Inter­es­sen” über­neh­men und nicht mehr nur mit Ana­ly­sen und Kom­men­ta­ren von der Sei­ten­li­nie das Gesche­hen beob­ach­ten. Nach dem Rück­zug der USA nicht nur aus Nord­sy­ri­en, son­dern auch aus der geo­stra­te­gi­schen Rol­le des Hege­mons in der Regi­on ent­steht ein Macht­va­ku­um, wel­ches die Dyna­mik der Geo­po­li­tik ver­än­dert. Zudem drän­gen Akteu­re wie Russ­land, der Iran und eben auch die Tür­kei in die­ses regio­na­le Vaku­um, was den Euro­pä­ern beson­ders bit­ter auf­stößt.

Damit man das Feld ins­be­son­de­re nicht den Rus­sen über­lässt, die man in den ver­gan­ge­nen Jah­ren als Feind­bild auf­ge­baut und ent­spre­chend behan­delt hat und man sich in der Syri­en­fra­ge nun doch aus einer Posi­ti­on der Schwä­che an Mos­kau rich­ten muss, sol­len die “E3” es rich­ten. Gemeint sind Deutsch­land, Frank­reich und Groß­bri­tan­ni­en. Dafür müs­se man “beherrsch­ba­re Risi­ko­be­reit­schaft” zei­gen, so Rött­gen, um die “eige­nen Inter­es­sen” auch gege­be­nen­falls mili­tä­risch abzu­si­chern. Deutsch­land soll wie­der “Gestal­tungs­macht” wer­den. 

Mehr zum The­ma - Dro­hung mit NATO-Aus­schluss : SPD stellt sich gegen Erdoğan 

RT Deutsch frag­te den CDU-Poli­ti­ker, wel­che Inter­es­sen denn in Nord­sy­ri­en ver­folgt wer­den, die die­sen “Para­dig­men­wech­sel” recht­fer­ti­gen sol­len ? Es folg­te eine alt­be­kann­te Ant­wort, die immer wie­der als Recht­fer­ti­gung für Aus­lands­ein­sät­ze der Bun­des­wehr her­hal­ten muss : die Ver­tei­di­gung unse­rer Sicher­heit. Die­ses Argu­ment wur­de bereits 2002 vom dama­li­gen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Peter Struck ange­führt, als die­ser die Ent­sen­dung von deut­schen Sol­da­ten nach Afgha­ni­stan mit den Wor­ten recht­fer­tig­te, dass “die Sicher­heit der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land auch am Hin­du­kusch ver­tei­digt wird.” 

Wel­che ande­ren Inter­es­sen außer der Ver­tei­di­gung der Sicher­heit ver­folgt wer­den sol­len, woll­te Rött­gen dann doch nicht sagen. So wie er auch die Fra­ge nicht zu beant­wor­ten ver­moch­te, ob die geplan­te euro­päi­sche Sicher­heits­zo­ne in Nord­sy­ri­en eine ande­re Form des­sen sei, was er im Jahr 2015 gefor­dert hat­te, näm­lich eine mili­tä­ri­sche Prä­senz des Wes­tens, um Syri­en “nicht dem IS, Assad und Putin (zu) über­las­sen.” An die­se Aus­sa­ge woll­te sich Rött­gen nicht mehr erin­nern und mein­te, dass er so etwas nie gesagt habe. Zumin­dest wer­den die­se Wor­te auf der Sei­te des Bun­des­ta­ges dem Vor­sit­zen­den des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses zuge­ord­net.

Ein Teil der deut­schen Poli­tik – und auch der Bun­des­wehr – sieht das ent­ste­hen­de Macht­va­ku­um, das durch den stra­te­gi­schen Rück­zug der USA ent­steht, nicht nur als Bedro­hung, son­dern auch als Chan­ce, Deutsch­land wie­der zu einer “Gestal­tungs­macht” zu machen, um die Wor­te von Nor­bert Rött­gen zu gebrau­chen. Allein schafft das Ber­lin aber nicht, das ist auch ihnen bewusst. Des­halb sol­len es die E3-Staa­ten rich­ten. Rött­gen for­mu­lier­te bereits beim Ber­li­ner Forum Außen­po­li­tik der Kör­ber-Stif­tung vor knapp einem Jahr den Wunsch, dass sich inner­halb der EU eine “Avant­gar­de-Grup­pe” bil­den soll­te, die sich auf “eine gemein­sa­me außen­po­li­ti­sche Poli­tik eini­gen und die­se auch umset­zen” soll. Wie es scheint, ist man in die­ser Hin­sicht einen gro­ßen Schritt wei­ter­ge­kom­men. 

Mehr zum The­ma — Droht der EU eine Zer­set­zung von innen ? 

RT Deutsch


Trump legt Karten auf den Tisch : “Werden Öl in Syrien mit US-Einheiten sichern”


Zunächst ging es den USA und ihren trans­at­lan­ti­schen Part­nern in Syri­en angeb­lich dar­um, die gepei­nig­te syri­sche Bevöl­ke­rung vom “Schläch­ter Assad” zu befrei­en. Dem ent­spre­chen­den Nar­ra­tiv zufol­ge weh­te der “Ara­bi­sche Früh­ling” auch durch Syri­en und wur­de von der syri­schen Regie­rung bru­tal zusam­men­ge­schos­sen. Der US-Prä­si­dent hieß noch nicht Donald Trump.

Als der Sturz des “Assad-Regimes” gründ­lich miss­lang, ging es um die Bekämp­fung des selbst ernann­ten “Isla­mi­schen Staatse” (IS), der sich nach dem ver­hee­ren­den US-Krieg im Irak auch in Syri­en aus­ge­brei­tet hat­te. Zur mut­maß­li­chen Bekämp­fung des IS wur­de u.a. die soge­nann­te “Freie Syri­sche Armee” aus dem Hut gezau­bert. Frei­lich kämpf­te die­se Ansamm­lung isla­mis­ti­scher Mili­zen bis vor weni­gen Stun­den noch auf­sei­ten der Tür­kei gegen die kur­di­schen YPG.

Als sich nach dem Ein­tritt Russ­lands in den ger­ne als “Bür­ger­krieg” bezeich­ne­ten inter­na­tio­na­len Stell­ver­tre­ter­krieg abzeich­ne­te, dass die Tage des IS gezählt sind, schwenk­te die US-Admi­nis­tra­ti­on um. Nun ging es dar­über hin­aus auch dar­um, den zuneh­men­den Ein­fluss des “Schur­ken­staats” Iran in Syri­en ein­zu­däm­men. Auch die­ses Ansin­nen war nicht von Erfolg gekrönt.

Dann war die Zeit reif für Prä­si­dent Trump, um zu erklä­ren, dass sich die USA mili­tä­risch aus dem Nord­os­ten Syri­ens zurück­zie­hen wür­den. Infol­ge­des­sen mar­schier­te die Tür­kei in das Gebiet ein, um eine Sicher­heits­zo­ne zu eta­blie­ren. Mit­hil­fe Russ­lands gelang es, eine Eska­la­ti­on der Kämp­fe zu ver­hin­dern, und eine Waf­fen­ru­he wur­de ver­ein­bart. Der tür­ki­sche Prä­si­dent Erdoğan kün­dig­te der­weil an, die vor­läu­fi­ge Feu­er­pau­se in eine “per­ma­nen­te” Waf­fen­ru­he zu ver­wan­deln. Russ­land, der Tür­kei, der syri­schen Regie­rung und dem Iran geht es nun in ers­ter Linie dar­um, die ter­ri­to­ria­le Inte­gri­tät Syri­ens voll­stän­dig wie­der­her­zu­stel­len.

Zu Recht frag­te sich der geneig­te Beob­ach­ter, mit wel­chem Argu­ment Washing­ton nun als Nächs­tes auf­war­ten wür­de, um wei­ter­hin Ein­fluss auf die Geschi­cke Syri­ens aus­üben zu kön­nen. Und tat­säch­lich : Im nächs­ten Akt des Offen­ba­rungs­eids umriss der getrie­be­ne US-Prä­si­dent nun offi­zi­ell sei­ne wei­te­ren Über­le­gun­gen zum The­ma Syri­en. Aus sei­nen Aus­füh­run­gen stach vor allem eine Pas­sa­ge her­aus.

Noch bis vor weni­gen Wochen wur­den Behaup­tun­gen, dass es den USA neben einem Régime-Chan­ge vor allem auch um die Beset­zung der syri­schen Ölfel­der gehe, als Pro­pa­gan­da abge­tan. Nun jedoch leg­te Trump die Kar­ten auf den Tisch.

Wir haben das Öl gesi­chert”, gab der US-Prä­si­dent zu Pro­to­koll.

In der Tat han­delt es sich bei der Regi­on, in der sich bis zuletzt die Mehr­zahl der US-Ein­hei­ten auf­hiel­ten, um das ölreichs­te Gebiet Syri­ens. Und um das “schwar­ze Gold” nun wei­ter­hin zu kon­trol­lie­ren, soll nach dem Wil­len der US-Regie­rung “eine klei­ne Zahl von US-Trup­pen in dem Gebiet blei­ben, wo sie [in Syri­en, An. d. Red.] das Öl haben”.

Und wir wer­den es sichern, und wir wer­den dar­über ent­schei­den, was wir in Zukunft damit machen”, erklär­te Trump.

Der US-Nach­rich­ten­sen­der CNN weiß der­weil über die US-gesi­cher­ten syri­schen Ölfel­der zu berich­ten, dass die­se auch vom “Assad-Régime begehrt” wer­den :

Die Ölfel­der sind Ver­mö­gens­wer­te, die auch von Russ­land und dem Assad-Régime begehrt wer­den, dem nach Jah­ren des Bür­ger­kriegs das Bar­geld aus­geht. Sowohl Mos­kau als auch Damas­kus hof­fen, mit den Ölein­nah­men zum Wie­der­auf­bau West­sy­ri­ens bei­zu­tra­gen und die Posi­ti­on des Regimes zu fes­ti­gen.

Wie der Sen­der zudem berich­tet, mut­maß­te Trump auch dar­über, “dass die USA einen Ölde­al für die Kur­den” aus­ar­bei­ten könn­ten, um “deren Finan­zen auf­zu­bes­sern”.

Nach Anga­ben der New York Times soll es sich bei der Ölschutz­trup­pe um 200 Mann einer US-Spe­zi­al­ein­heit han­deln, “um den Isla­mi­schen Staat zu bekämp­fen und das Vor­rü­cken syri­scher Regie­rungs­trup­pen und rus­si­scher Kräf­te zu den begehr­ten Ölfel­dern der Regi­on zu unter­bin­den”.

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Auch US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mark Esper erklär­te, dass US-Trup­pen zeit­wei­lig in Syri­en ver­blei­ben, “teil­wei­se, um Ölfel­der im Land vor dem IS zu schüt­zen, wäh­rend sich ande­re US-Trup­pen aus Nord­sy­ri­en zurück­zie­hen”.

Bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Afgha­ni­stan erklär­te Esper, dass der Rück­zug aus Nord­sy­ri­en eher “Wochen als Tage” dau­ern wird und dass US-Trup­pen, die zum “Schutz” der Ölquel­len abkom­man­diert wur­den, nicht zu dem Trup­pen­teil gehö­re wer­den, der Syri­en ver­lässt.

Der Régime-Chan­ge ist gründ­lich miss­lun­gen, der IS struk­tu­rell bezwun­gen und der Ein­fluss Russ­lands und des Iran kei­nes­wegs geschwächt. Ein­fluss will Washing­ton den­noch wei­ter­hin aus­üben und offen­bart dabei nun, wor­um es auch im Fall des des syri­schen “Bür­ger­kriegs” ging.

RT Deutsch


US-Kongressmitglieder : Ukrainisches „Asow“ soll als Terrororganisation anerkannt werden


Der Abge­ord­ne­te des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses und Demo­krat Max Rose sowie ande­re Kon­gress­mit­glie­der haben das Außen­mi­nis­te­ri­um des Lan­des auf­ge­for­dert, das ukrai­ni­sche Regi­ment „Asow“ in die Lis­te aus­län­di­scher Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­zu­neh­men.
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Britische Brexit-Seite : “Nicht zwei Weltkriege gewonnen, um von Deutschen herumgeschubst zu werden”


Mehr zum The­ma — Bre­x­it-Gesprä­che angeb­lich vor dem Schei­tern

Kraut­ba­shing” lau­tet der gän­gi­ge Aus­druck auf der Insel, wenn sich die Bri­ten über Deut­sche lus­tig machen. Meis­tens kön­nen die Deut­schen sogar mit­la­chen, wie zum Bei­spiel bei der legen­dä­ren Fol­ge “The Ger­mans” der eng­li­schen Kult­se­rie “Fawl­ty Towers” aus den 1970er Jah­ren mit dem Mon­ty Python-Idol John Clee­se in der Haupt­rol­le. Stich­wort : “Don’t men­ti­on the War.

Über das Ver­hält­nis von Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel zum bri­ti­schen Humor ist nichts bekannt, doch die 65-jäh­ri­ge dürf­te über einen mar­tia­li­schen Twit­ter-Post der Bre­x­it-Platt­form “Leave.Eu” vom Diens­tag “not amu­sed” gewe­sen sein. In dem mitt­ler­wei­le wie­der gelösch­ten Post schreibt “Leave.eu”:

Wir haben nicht zwei Welt­krie­ge gewon­nen, um von einem “Kraut” her­um­ge­schubst zu wer­den.

Dazu sieht man ein Bild von Mer­kel, in dem sie den rech­ten Arm erho­ben hat. Eine kla­re Anspie­lung an den Hit­ler-Gruß.

Britische Brexit-Seite: "Nicht zwei Weltkriege gewonnen, um von Deutschen herumgeschubst zu werden"

Back­stop” und kei­ne Ende

Das bri­ti­sche Schimpf­wort “Kraut” lei­tet sich von Sauer­kraut ab, das auf der Insel als das deut­sche Natio­nal­ge­richt ange­se­hen wird. Wei­te­re “Kraft­aus­drü­cke” für Deut­sche sind “Fritz” und “Hun” (engl. für Hun­ne). Aus­lö­ser für den grenz­wer­ti­gen Twit­ter-Post war jüngst ein Tele­fo­nat zwi­schen Mer­kel und dem bri­ti­schen Pre­mier Boris John­son am Diens­tag. In dem Tele­fo­nat soll Mer­kel Boris John­son davor gewarnt haben, dass ein Bre­x­it-Deal “über­aus unwahr­schein­lich” sei, wenn John­son nicht einem Ver­bleib Nord­ir­lands in der EU-Zoll­uni­on zustim­me. Das ist die mitt­ler­wei­le berühmt-berüch­tig­te “Back­stop-Pro­ble­ma­tik”. Eine sol­che War­nung unter­strei­che nur die “wah­ren Far­ben unse­rer ver­meint­li­chen euro­päi­schen Ver­bün­de­ten” schrieb “Leave.eu”.

Mehr zum The­ma — Nach Tele­fo­nat zwi­schen John­son und Mer­kel : Lon­don glaubt nicht mehr an Bre­x­it-Gesprä­che

Beim Bre­x­it ist mit dem soge­nann­ten “Back­stop” ein Sicher­heits­netz gemeint, und zwar wenigs­tens für die gan­ze iri­sche Insel. Denn nach dem Bre­x­it wird Irland wei­ter­hin in der EU blei­ben, Nord­ir­land aber nicht, wenn es dann nicht mehr zur EU, son­dern nur noch zu Groß­bri­tan­ni­en gehört. Durch den Bre­x­it ent­steht auf der iri­schen Insel also eine Außen­gren­ze der Euro­päi­schen Uni­on. Nor­ma­ler­wei­se kon­trol­lie­ren Grenz­be­am­te an sol­chen Gren­zen Waren und Per­so­nen, und es gibt Schlag­bäu­me und Grenz­zäu­ne. Doch genau das soll zumin­dest an die­ser his­to­risch sen­si­blen Gren­ze nicht gesche­hen, damit alte Kon­flik­te zwi­schen Nord­ir­land und Irland nicht neu auf­flam­men.

Die bri­ti­sche Regie­rung fol­gert aus dem Tele­fo­nat, dass eine Eini­gung “im Grun­de jetzt und auf lan­ge Zeit unmög­lich” gewor­den sei. John­son habe Mer­kel “ver­nünf­ti­ge Vor­schlä­ge” unter­brei­tet, um den umstrit­te­nen “Back­stop” für Nord­ir­land zu erset­zen, ließ Dow­ning Street ver­lau­ten. Der Tweet von “Leave.eu” sorg­te jedoch umge­hend für hef­ti­ge Kri­tik. Der oppo­si­tio­nel­le Labour-Poli­ti­ker David Lam­my ent­schul­dig­te sich per Twit­ter bei den “Ger­mans”:

Sehr geehr­tes Deutsch­land und die EU, bit­te akzep­tie­ren Sie unse­re Ent­schul­di­gung und las­sen Sie sich nicht täu­schen zu glau­ben, Lea­ve EU’s frem­den­feind­li­che Gal­le wäre reprä­sen­ta­tiv für Groß­bri­tan­ni­en. Eine kla­re Mehr­heit der Bri­ten lehnt den Bre­x­it nun in all sei­nen For­men ab. Eine rie­si­ge, jun­ge und leben­di­ge Pro-EU-Bewe­gung in Groß­bri­tan­ni­en steht Ihnen zur Sei­te.

Auch “Leave.eu” reagier­te nach der zuneh­men­den Kri­tik auf sei­ne Wei­se und lösch­te den Post. In einem neu­en Post am Mitt­woch schrieb die Platt­form dann :

Das @LeaveEUOfficial-Team ist ges­tern zu weit gegan­gen, aber das eigent­lich Empö­ren­de ist der deut­sche Vor­schlag, Nord­ir­land vom Ver­ei­nig­ten König­reich zu tren­nen. Als Ergeb­nis wer­den wir den Bei­trag löschen und uns ent­spre­chend ent­schul­di­gen.

Hat sich Lon­don schon mit einem “No-Deal-Bre­x­it” abge­fun­den ?

Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel reagier­te weder auf den Tweet noch auf die Bericht­erstat­tung rund um ihr Tele­fo­nat mit dem bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­ter. Statt­des­sen äußer­te sich der CDU-Außen­po­li­ti­ker Nor­bert Rött­gen und kri­ti­sier­te die bri­ti­sche Sei­te : “John­son sitzt in der Fal­le der Bre­x­it-Hard­li­ner und hat dar­um wohl in der Sache kei­ne Spiel­räu­me mehr”, sag­te der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des Bun­des­ta­ges gegen­über der Welt am Mitt­woch. “Es sieht so aus, dass er das Tele­fo­nat mit der Kanz­le­rin miss­braucht, um ihr die Schuld zuzu­schie­ben”, so der CDU-Poli­ti­ker wei­ter.

Der Bre­x­it ist für den 31. Okto­ber geplant. Bei­de Sei­ten stre­ben, laut offi­zi­el­len Erklä­run­gen, nach einer Eini­gung vor dem EU-Gip­fel Ende nächs­ter Woche. Gelingt in die­sen Ver­hand­lun­gen nicht recht­zei­tig ein Durch­bruch, dürf­te die Debat­te über einen wei­te­ren Auf­schub des Bre­xits wie­der auf der Tages­ord­nung lan­den. Das bri­ti­sche Par­la­ment hat­te gegen John­sons Wil­len ein Gesetz ver­ab­schie­det, das die Regie­rung in die­sem Fall am 19. Okto­ber zu einem Antrag auf Ver­län­ge­rung der Bre­x­it-Frist zwingt. John­son betont trotz­dem, dass er sein Land ohne wei­te­re Ver­zö­ge­run­gen zum 31. Okto­ber aus der EU her­aus­füh­ren wird – auch ohne Aus­tritts­ver­trag. Doch wie das gehen soll, ist völ­lig unklar.

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In der Nacht zum Diens­tag war dem bri­ti­schen Nach­rich­ten­ma­ga­zin Spec­ta­tor von Regie­rungs­krei­sen ein unge­wöhn­li­ches Memo zuge­spielt wor­den. Dar­in heißt es, der Regie­rung wer­de nichts anders übrig blei­ben, als einen Wahl­kampf mit dem Ver­spre­chen auf einen No-Deal-Bre­x­it zu füh­ren, soll­te Brüs­sel nicht ein­len­ken. Eine Ver­schie­bung des Aus­tritts wer­de nicht zu wei­te­ren Ver­hand­lun­gen genutzt. Gleich­zei­tig wird dar­in ange­deu­tet, ein­zel­ne EU-Län­der könn­ten mit Nach­tei­len rech­nen, wenn sie sich für eine Ver­län­ge­rung der Bre­x­it-Frist aus­spre­chen. Um den Bre­x­it noch ein­mal zu ver­schie­ben, ist die Zustim­mung aller 27 ver­blei­ben­den EU-Staa­ten not­wen­dig.

Mit einem Ver­trag wür­de zunächst bis Ende 2020 eine Über­gangs­pha­se gel­ten, in der sich prak­tisch nichts ändert. Ohne Abkom­men jedoch ent­fie­len sowohl die­se “Schon­frist” als auch damit alle Ver­ein­ba­run­gen zur iri­schen Gren­ze, zum Schutz der Rech­te von EU-Bür­gern im Ver­ei­nig­ten König­reich und zu wei­te­ren finan­zi­el­len Leis­tun­gen Lon­dons an die Euro­päi­sche Uni­on.

RT Deutsch


Kann Atomwaffen transportieren : US-Kampfjet F/A‑18 soll Tornado-Nachfolger werden


Bei der Suche nach einem Nach­fol­ge­mo­dell für die seit Jahr­zehn­ten ein­ge­setz­ten Tor­na­do-Flug­zeu­ge scheint das Boe­ing-Modell F/A‑18 aus den USA das Ren­nen zu machen.

Bis 2025 will die Luft­waf­fe die 90 Kampf­jets aus­mus­tern, von denen der­zeit eini­ge über Syri­en und dem Irak im Ein­satz gegen den IS sind, da mit dem Alter die Kos­ten für deren War­tung und Instand­hal­tung stei­gen.

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Gleich­zei­tig soll­te es die bom­ben­wer­fen­de Woll­milch­sau wer­den. Der Tor­na­do-Nach­fol­ger soll nicht nur als Bom­ber und Auf­klä­rungs­flug­zeug sowie in der soge­nann­ten elek­tro­ni­schen Kampf­füh­rung agie­ren kön­nen, son­dern auch die nuklea­re Teil­ha­be gewähr­leis­ten.

Denn ein Teil der deut­schen Flot­te soll die in Büchel sta­tio­nier­ten US-Atom­waf­fen trans­por­tie­ren kön­nen. Und dafür ist ein kom­pli­zier­ter Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­zess durch die USA erfor­der­lich.

Der F‑35, den Washing­ton gern ver­kauft hät­te, kommt dafür auf­grund der gemein­sa­men Kampf­jet-Ent­wick­lung durch Paris und Ber­lin nicht in Fra­ge. Der der­zeit zu beschlie­ßen­de Tor­na­do-Nach­fol­ger ist als Über­gangs­mo­dell zu sehen, da Ber­lin und Paris geplant haben, gemein­sam einen neu­en Kampf­jet zu ent­wi­ckeln, was jedoch nicht vor 2040 gesche­hen wird.

Mehr zum The­ma — Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Frank­reichs : “NATO-Soli­da­ri­täts­klau­sel heißt Arti­kel 5, nicht Arti­kel F‑35”

Die dama­li­ge Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ursu­la von der Ley­en hat­te im Janu­ar die­ses Jah­res als mög­li­ches Nach­fol­ge­mo­dell den Euro­figh­ter von Air­bus sowie den US-Kampf­jet F/A‑18 genannt.

Maß­geb­lich für die Eig­nungs­prü­fung bei­der Model­le ist für Ber­lin die Fra­ge der Zer­ti­fi­zie­rung für die nuklea­re Teil­ha­be. So erklär­te der Par­la­men­ta­ri­sche Staats­se­kre­tär Tho­mas Sil­ber­horn (CSU) im Febru­ar in sei­ner Ant­wort auf eine Fra­ge im Bun­des­tag :

Wesent­li­che Kri­te­ri­en bei der Betrach­tung sind die Har­mo­ni­sie­rung zum bina­tio­na­len Zukunfts­pro­jekt Next Genera­ti­on Wea­pon System/Future Com­bat Air Sys­tem, der mög­li­che Ein­füh­rungs­zeit­punkt eines Nach­fol­gers sowie der bruch­freie Fähig­keits­er­halt ein­schließ­lich der Son­der­rol­le nuklea­rer Teil­ha­be. Vor die­sem Hin­ter­grund wur­de am 31. Janu­ar 2019 ent­schie­den, die bei­den Waf­fen­sys­te­me Euro­figh­ter und F/A‑18 im Wei­te­ren als Lösungs­op­tio­nen zu unter­su­chen.

Nach einem Tref­fen mit ihrem US-Amts­kol­le­gen Mark Espers beton­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Anne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er in der ver­gan­ge­nen Woche erneut, dass es um “die Fähig­kei­ten” des neu­en Tor­na­dos gehe und die­se “bruch­los” sicher­ge­stellt wer­den müss­ten.

Mein Ziel ist es, dass wir im nächs­ten Jahr schnell, und zwar so schnell wie mög­lich, auch zu kla­ren Ent­schei­dun­gen kom­men, sag­te Kramp-Kar­ren­bau­er.

Es geht also vor­ran­gig um das Kri­te­ri­um der Schnel­lig­keit, mit dem die Zer­ti­fi­zie­rung für den Ein­satz von Atom­waf­fen vor­an­geht. Da es sich um US-Nukle­ar­waf­fen han­delt, ist eine Frei­ga­be aus Washing­ton erfor­der­lich.

Von der Ley­en hat­te Washing­ton in ihrer Amts­zeit dar­um gebe­ten, ihr Minis­te­ri­um über Kos­ten und Zeit­räu­me für die jewei­li­ge Zer­ti­fi­zie­rung zu infor­mie­ren.

Laut der Süd­deut­schen Zei­tung vom Frei­tag lie­gen die­se Infor­ma­tio­nen nun vor. Dem­nach könn­te die Zer­ti­fi­zie­rung des Euro­figh­ters drei bis fünf Jah­re län­ger bean­spru­chen als jene des US-Modells. Beim Euro­figh­ter wären somit nicht alle Fähig­kei­ten gemäß den For­de­run­gen der Ame­ri­ka­ner “bruch­los”, also ohne Unter­bre­chung, schnell genug gewähr­leis­tet.

Die schnel­le­re Zer­ti­fi­zie­rung des F/A‑18-Boe­ing-Jets hängt zum einen mit der US-Her­kunft der Tech­nik zusam­men. Eine frü­he­re Bau­rei­he des US-Kampf­jets habe die­se Zulas­sung bereits gehabt.

Wenig über­ra­schend gibt es wei­ter­hin “natür­lich”, so Tho­mas Wie­gold im Blog Augen Gera­de­aus, …

… den Anreiz, ein US-Pro­dukt für einen Ver­kauf schnel­ler export­fä­hig zu machen, als das euro­päi­sche Kon­kur­renz­pro­dukt dafür zu zer­ti­fi­zie­ren.

Und da eine Unter­bre­chung der nuklea­ren Teil­ha­be laut Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um abso­lut uner­wünscht ist, zu der es im Fal­le einer Ent­schei­dung für den Euro­figh­ter jedoch für eini­ge Jah­re käme, ist die­ser wohl aus dem Ren­nen.

Nach ihrer US-Rei­se hat­te die deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin betont, dass Washing­ton wei­ter ein wich­ti­ger Bünd­nis­part­ner sei. Nach Infor­ma­tio­nen der SZ wur­de der deut­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin bei ihrem Besuch auch klar gemacht, dass die Ver­tie­fung der mili­tä­ri­schen Zusam­men­ar­beit in Euro­pa auf­merk­sam ver­folgt wer­de. Und dabei dür­fen die USA nicht außen vor blei­ben. Zumin­dest beim Über­gangs­mo­dell des Tor­na­dos wür­den mit der Ent­schei­dung gegen den Euro­figh­ter die Bezie­hun­gen zu Washing­ton nicht ange­kratzt.

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RT Deutsch