Wladimir Selenskij : “Wir werden die Heimat der Krimtataren von der Besatzung befreien”


An die­sem Sams­tag wur­de an der Eisen­bahn­sta­ti­on Siren bei Bacht­schis­sa­rai der Opfer der Zwangs­um­sied­lung der Krim­ta­ta­ren vor 75 Jah­ren unter Josef Sta­lin gedacht. Zwi­schen dem 18. und dem 20. Mai 1944 waren von dort aus über 183.000 Men­schen zwangs­wei­se nach Zen­tral­asi­en abtrans­por­tiert wor­den. Die meis­ten von ihnen waren Krim-Tata­ren. Knapp einen Monat spä­ter wur­den von der Krim Grie­chen, Arme­ni­er und Bul­ga­ren ver­bannt. Ins­ge­samt waren davon 20 Völ­ker­schaf­ten betrof­fen.

Mehr zum The­ma — RT Spe­zi­al : Ein unver­fälsch­ter Blick auf die Krim­ta­ta­ren [Video] 

An der Gedenk­ver­an­stal­tung bei Bacht­schis­sa­rai nah­men der Minis­ter­prä­si­dent der rus­si­schen Teil­re­pu­blik Krim Ser­gei Aks­jo­now, der Muf­ti der Krim-Mus­li­me Emi­ra­li Abla­jew, der rus­sisch-ortho­do­xe Metro­po­lit von Sim­fero­pol und Krim Lasar sowie zahl­rei­che Krim-Bewoh­ner teil. Der Minis­ter­prä­si­dent berich­te­te von den Maß­nah­men, mit denen die ört­li­chen Behör­den die Fami­li­en der Zwangs­um­ge­sie­del­ten unter­stüt­zen. Aks­jo­now zufol­ge beträgt die Hil­fe zehn Mil­li­ar­den Rubel (umge­rech­net knapp 140 Mil­lio­nen Euro).

Auch der gewähl­te ukrai­ni­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Selens­kij erin­ner­te an das tra­gi­sche Datum. In einem Face­book-Ein­trag ver­sprach er, die Hei­mat der Krim­ta­ta­ren von der “Besat­zung” zu befrei­en.

Heu­te ist der 75. Jah­res­tag des Beginns der Zwangs­um­sied­lung der Krim­ta­ta­ren. Die­ses Datum erin­nert uns dar­an, dass man zwar ein­zel­ne Men­schen ver­nich­ten kann – aber nie­mals den Geist eines gan­zen Vol­kes. Die Krim­ta­ta­ren sind in ihre his­to­ri­sche Hei­mat zurück­ge­kehrt und wur­den wie­der zum Opfer von Repres­sa­li­en – wie die­je­ni­gen, die auf der besetz­ten Krim der Ukrai­ne treu geblie­ben sind. Unse­re Unter­stüt­zung, unse­re Bemü­hun­gen und unse­re Gedan­ken sind jeden Tag mit ihnen. Ich bin mir sicher, dass wir die Hei­mat der Krim­ta­ta­ren von der Besat­zung befrei­en. Wie lan­ge auch immer der Weg zur Wie­der­kehr der Krim sein mag, wir wer­den ihn zusam­men mit den Kirim­li zurück­le­gen. Wir wer­den es gemein­sam tun. Ver­gesst nicht, dass auch die dun­kels­te Macht im Mor­gen­grau­en endet”, schrieb der Poli­ti­ker.

Aus dem Wahl­kampf­stab Selens­kijs wur­de auch zuvor ver­lau­tet, dass man das Ergeb­nis des Krim-Refe­ren­dums im März 2014 nicht aner­ken­ne. Damals hat­ten sich für die Wie­der­ver­ei­ni­gung mit Russ­land mehr als 95 Pro­zent der Krim-Bewoh­ner aus­ge­spro­chen. Kurz danach unter­zeich­ne­te der rus­si­sche Staats­chef Wla­di­mir Putin einen Erlass über die Reha­bi­li­tie­rung der Krim­ta­ta­ren, aber auch der ande­ren Völ­ker­schaf­ten der Schwarz­meer-Halb­in­sel. (RIA Nowos­ti)

Mehr zum The­ma — Wird die Krim bald eine Vor­zei­ge­re­gi­on ? Russ­land und die Krim fünf Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung

RT Deutsch


Bericht : Rund 600.000 müssten gegen Masern nachgeimpft werden


Mit der geplan­ten Pflicht zur Masern­imp­fung für Kin­der und bestimm­te Berufs­grup­pen müss­ten sich nach einem Medi­en­be­richt rund 600.000 Men­schen nach­träg­lich imp­fen las­sen. Das hät­ten Schät­zun­gen des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums erge­ben, berich­te­te die Bild-Zei­tung (Mon­tag). Dem­nach befin­den sich in Kitas und Schu­len der­zeit rund 361.000 nicht geimpf­te Kin­der. In sol­chen Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen sowie in Kran­ken­häu­sern und Arzt­pra­xen sei­en zudem schät­zungs­wei­se 220.000 Ange­stell­te zur Imp­fung gezwun­gen.

Gesund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn ver­tei­dig­te sein Vor­ha­ben. Es sei eine Fra­ge des all­ge­mei­nen Gesund­heits­schut­zes, sag­te der CDU-Poli­ti­ker am Sonn­tag­abend in den ARD-Tages­the­men. Trotz inten­si­ve­rer Auf­klä­rung sei­en die nöti­gen Impf­quo­ten bis­her nicht erreicht wor­den. Er wies auch den Vor­wurf zurück, dass sein Gesetz­ent­wurf Erwach­se­ne igno­rie­re, die nicht aus­rei­chend geimpft sei­en. Spahn setzt nach eige­nen Wor­ten dar­auf, dass die Debat­te das Bewusst­sein schär­fe.

Gleich­zei­tig regeln wir, dass Erzie­he­rin­nen, Leh­re­rin­nen und Leh­rer, aber auch Per­so­nal in Kran­ken­häu­sern, in öffent­li­chen Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen, geimpft wer­den müs­sen.”

Spahn will ver­pflich­ten­de Masern­imp­fun­gen für Kita- und Schul­kin­der mit Geld­stra­fen bis zu 2.500 Euro und einem Aus­schluss vom Kita-Besuch durch­set­zen. Die Impf­pflicht soll ab 1. März 2020 gel­ten, wie aus dem Gesetz­ent­wurf her­vor­geht, wel­cher der Deut­schen Pres­se-Agen­tur vor­liegt und über den zuerst die Bild am Sonn­tag berich­tet hat­te. Der Koali­ti­ons­part­ner SPD unter­stützt die Plä­ne – anders als die oppo­si­tio­nel­len Grü­nen.

Um die Zir­ku­la­ti­on von Masern zu ver­hin­dern, sei­en Impf­ra­ten von mehr als 95 Pro­zent erfor­der­lich, heißt es im Gesetz­ent­wurf. “Die­se wer­den in Deutsch­land nicht erreicht.” Die ange­stie­ge­nen Fall­zah­len sei­en auf “fort­schrei­ten­de Impf­mü­dig­keit” zurück­zu­füh­ren. Unter ande­rem in Bay­ern, Ber­lin, Hes­sen und Nord­rhein-West­fa­len sei es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zu gro­ßen Aus­brü­chen gekom­men. Allein bis Anfang März 2019 sei­en dem Robert Koch-Insti­tut 170 Masern­fäl­le gemel­det wor­den.

Ärz­te­prä­si­dent Frank Ulrich Mont­go­me­ry befür­wor­tet Spahns Plä­ne. Er hält Stra­fen für Ver­stö­ße gene­rell für gerecht­fer­tigt, kann sich aber Aus­nah­men vor­stel­len. Der Prä­si­dent der Bun­des­ärz­te­kam­mer gab im Gespräch mit der Deut­schen Pres­se-Agen­tur zu beden­ken : ”

Eine Impf­pflicht lässt sich leicht ver­lan­gen, aber ist schwer umzu­set­zen. Ich kann mir nicht vor­stel­len, dass man Kin­der mit der Poli­zei zum Imp­fen schleppt.”

Des­halb müs­se man ver­su­chen, mit Ver­nunft auf die Men­schen ein­zu­wir­ken – das bedeu­te vor allem mit Auf­klä­rung. Er füg­te hin­zu : “Sie wer­den dar­über hin­aus aber auch an eini­gen Stra­fen nicht vor­bei­kom­men.”

Mont­go­me­ry sag­te wei­ter :

Man wird auch Kom­mis­sio­nen grün­den müs­sen, die den­je­ni­gen Eltern und Kin­dern, die schwer­wie­gen­de Grün­de gegen die Imp­fung haben – denn die gibt es auch –, ermög­li­chen, von einer Imp­fung abzu­se­hen. Mir schwebt da so was vor wie frü­her bei der Wehr­pflicht. Die galt auch für alle, aber es gab Kom­mis­sio­nen, die die Ver­wei­ge­rer aner­kann­ten. So etwas brau­chen wir auch für Imp­fun­gen.”

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Anadolu : Bürgermeisterwahl in Istanbul muss wiederholt werden


Mehr als einen Monat nach der Kom­mu­nal­wahl in der Tür­kei hat die Wahl­kom­mis­si­on die Abstim­mung in Istan­bul annul­liert und eine Wie­der­ho­lung ange­ord­net. Damit gab sie am Mon­tag einem Antrag der Regie­rungs­par­tei von Prä­si­dent Recep Tayy­ip Erdoğan statt, wie die staat­li­che Nach­rich­ten­agen­tur Ana­do­lu berich­te­te. Dem­nach sol­len die Bür­ger am 23. Juni erneut wäh­len. Eine Erklä­rung der Hohen Wahl­kom­mis­si­on steht noch aus.

Die Wahl­be­hör­de hat­te den Wahl­sieg des Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­kers Ekrem İma­moğlu im April aner­kannt, aller­dings könn­te ihm das Man­dat nun wie­der abge­nom­men wer­den. Die CHP rief ihre Unter­stüt­zer nach eige­nen Anga­ben zur Ruhe auf. In einer Mit­tei­lung an Hel­fer hieß es dem­nach : “Lasst uns zusam­men­ste­hen, lasst uns ruhig blei­ben, bit­te. Wir sind jetzt mehr. Wir stren­gen uns erneut an. Wir wer­den gewin­nen, wir wer­den wie­der gewin­nen.”

İma­moğlu hat­te die Kom­mu­nal­wahl in Istan­bul am 31. März mit einem Vor­sprung von nur rund 24.000 Stim­men vor Ex-Minis­ter­prä­si­dent Bina­li Yıl­dırım gewon­nen. Nach dem Ein­spruch der Regie­rungs­par­tei AKP und einer Neu­aus­zäh­lung in meh­re­ren Bezir­ken schrumpf­te der Unter­schied zwar, konn­te von der AKP aber nicht mehr auf­ge­holt wer­den. Die AKP bean­trag­te dar­auf­hin eine Wie­der­ho­lung der Abstim­mung in Istan­bul und for­der­te unter ande­rem eine Über­prü­fung der Wahl­hel­fer.

Die Haupt­stadt Anka­ra, die eben­falls an die Oppo­si­ti­on ging, und die Wirt­schafts­me­tro­po­le Istan­bul wur­den 25 Jah­re lang von isla­misch-kon­ser­va­ti­ven Bür­ger­meis­tern regiert. Die Nie­der­la­ge für die AKP in die­sen Städ­ten war ein Gesichts­ver­lust für Erdoğan, der selbst einst Bür­ger­meis­ter von Istan­bul war.

Das wochen­lan­ge Gezer­re um das Ergeb­nis in der größ­ten Stadt der Tür­kei wur­de auch inter­na­tio­nal auf­merk­sam ver­folgt. Die Ent­schei­dung der Wahl­kom­mis­si­on könn­te sich auch auf die ohne­hin ange­schla­ge­ne tür­ki­sche Wirt­schaft aus­wir­ken und zu einem wei­te­ren Ver­fall der Lira füh­ren. Die Tür­kei befin­det sich seit Ende des Jah­res in der Rezes­si­on. Die Infla­ti­on liegt kon­stant hoch bei rund 20 Pro­zent. Vor allem Lebens­mit­tel wer­den immer teu­rer.

Der Prä­si­dent und AKP-Chef hat­te schon kurz nach der Wahl von Regel­wid­rig­kei­ten und “Dieb­stahl an den Urnen” gespro­chen. Am Sams­tag hat­te er erneut deut­lich gemacht, dass er die Abstim­mung in Istan­bul für unrecht­mä­ßig hält. Damit erhöh­te er auch den Druck auf die Hohe Wahl­kom­mis­si­on, dem Antrag auf Annul­lie­rung statt­zu­ge­ben.

Lan­des­weit wur­de Erdoğans AKP bei der Kom­mu­nal­wahl stärks­te Par­tei. Aller­dings ver­lor sie in Metro­po­len an Zuspruch. Vier der fünf größ­ten Städ­te des Lan­des gin­gen an die Oppo­si­ti­on.

Rund 57 Mil­lio­nen Tür­ken waren am 31. März dazu auf­ge­ru­fen, in 81 Pro­vin­zen Bür­ger­meis­ter, Gemein­de­rä­te und ande­re Kom­mu­nal­po­li­ti­ker zu wäh­len. Die Wahl­be­tei­li­gung lag bei rund 84 Pro­zent.

Mehr zum The­ma — Stu­die zu Erdoğan-Regie­rung : Prä­si­di­al­sys­tem doch nur Pyr­rhus­sieg ?

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Joe Biden will US-Präsident werden – Wird ihm die Vergangenheit zum Verhängnis ? (Video)


Mehr zum The­ma — Erpres­sungs­ma­nö­ver mit Geschmäck­le : Joe Bidens Ein­mi­schung in die ukrai­ni­sche Jus­tiz 

So war der ehe­ma­li­ge Vize­prä­si­dent unter Barack Oba­ma ein laut­star­ker Befür­wor­ter der Inva­si­on im Irak 2003. Kri­ti­ker wer­fen ihm zudem vor, ein Gesetz maß­geb­lich unter­stützt zu haben, das zur Explo­si­on der Anzahl Straf­ge­fan­ge­ner in den USA führ­te. Auch sein Auf­tre­ten gegen­über Frau­en könn­te dem 76-Jäh­ri­gen noch Pro­ble­me berei­ten.

RT Deutsch


Kreml : Noch keine Glückwünsche — Werden neuen ukrainischen Präsidenten nach seinen Taten beurteilen


Mos­kau wird den neu­en ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten nach sei­nen Hand­lun­gen beur­tei­len. Das erklär­te der Pres­se­spre­cher des rus­si­schen Prä­si­den­ten, Dmi­tri Pes­kow, gegen­über Repor­tern. Er beton­te :

Es wird nur mög­lich sein, ihn nach sei­nen Taten zu beur­tei­len.

Russ­land respek­tiert die Ent­schei­dung der ukrai­ni­schen Bevöl­ke­rung, die den neu­en Prä­si­den­ten des Lan­des unter­stützt, erin­nert aber zugleich dar­an, dass es Pro­ble­me mit der Legi­ti­mi­tät die­ses Pro­zes­ses gab, sag­te der Spre­cher des Kremls.

Mos­kau respek­tiert die Wahl des ukrai­ni­schen Vol­kes, außer­dem ist die­se Wahl ziem­lich offen­sicht­lich. […] Gleich­zei­tig wur­de die Legi­ti­mi­tät die­ser Wahl im All­ge­mei­nen in Fra­ge gestellt, als drei Mil­lio­nen ukrai­ni­schen Bür­gern, die in Russ­land leben, das Wahl­recht ver­wei­gert wur­de.

Außer­dem hält es der Kreml auch für ver­früht, jetzt über das Ver­sen­den von Gra­tu­la­ti­ons­grü­ßen des rus­si­schen Prä­si­den­ten Wla­di­mir Putin an Wla­di­mir Selens­kij sowie über Mög­lich­kei­ten einer zukünf­ti­gen Zusam­men­ar­beit zu spe­ku­lie­ren :

Es ist noch zu früh, um dar­über zu berich­ten, dass Prä­si­dent Putin Selens­kij sei­ne Glück­wün­sche über­mit­telt und über die Mög­lich­kei­ten der Zusam­men­ar­beit spricht.

In der Ukrai­ne fand am 21. April die Stich­wahl zum Prä­si­den­ten statt. Bei 99 Pro­zent der bereits aus­ge­zähl­ten Stim­men gewann Wla­di­mir Selens­kij 73,21 Pro­zent, wäh­rend der amtie­ren­de Prä­si­dent Petro Poro­schen­ko 24,46 Pro­zent erhielt. Die Amts­ein­füh­rung des neu­en Prä­si­den­ten soll vor­aus­sicht­lich am 31. Mai statt­fin­den.

RT Deutsch


Leak : Französische Panzer und Haubitzenkanonen werden im Jemen-Krieg eingesetzt


Unter dem Titel “Jemen : Sicher­heits­la­ge” offen­bart ein 15-sei­ti­ger Bericht des fran­zö­si­schen Mili­tär­ge­heim­diens­tes Direc­tion du Rens­eig­ne­ment Mili­taire (DRM) detail­liert die Posi­tio­nie­rung von fran­zö­si­schen Waf­fen im Jemen und auf der sau­di­schen Sei­te an der Gren­ze. Das Doku­ment wur­de offen­bar dem fran­zö­si­schen Inves­ti­ga­tiv­kon­sor­ti­um Dis­c­lo­se zuge­spielt.

Der durch­ge­si­cker­te Bericht ent­blößt Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und sei­ne Regie­rung, die bis jetzt immer wie­der dar­auf beharr­ten, dass gelie­fer­te Waf­fen nur “defen­siv” ein­ge­setzt wer­den wür­den. Das Doku­ment belegt unter ande­rem, dass soge­nann­te Cae­sar-Kano­nen (ein fran­zö­si­sches Artil­le­rie­ge­schütz), die von dem fran­zö­si­schen Rüs­tungs­un­ter­neh­men Nex­ter her­ge­stellt wer­den, ent­lang der sau­disch-jeme­ni­ti­schen Gren­ze ein­ge­setzt wer­den, um “defen­si­ve Bom­bar­die­run­gen” von Hou­thi-Kräf­ten durch­zu­füh­ren und “loya­le Trup­pen und sau­di­sche Streit­kräf­te bei ihrem Vor­marsch in das jeme­ni­ti­sche Gebiet” zu unter­stüt­zen.

Das durch­ge­sto­che­ne Geheim­dienst­dos­sier datiert ursprüng­lich vom 25. Sep­tem­ber 2018. Es wur­de sei­ner­zeit Macron, dem Pre­mier­mi­nis­ter Edouard Phil­ip­pe sowie den fran­zö­si­schen Ver­tei­di­gungs- und Außen­mi­nis­tern vor­ge­legt. Somit wuss­te die fran­zö­si­sche Regie­rung detail­liert von der Art und Wei­se, wie die­se Waf­fen ein­ge­setzt wer­den. Die Ent­hül­lung durch Dis­c­lo­se war Teil einer Recher­che zusam­men mit den fran­zö­si­schen Medi­en Media­part, Kon­bi­ni, Fran­ce Inter Radio, Arte TV und der US-Publi­ka­ti­ons­platt­form The Inter­cept.

Frank­reich ist Unter­zeich­ner­staat des Waf­fen­han­dels­ab­kom­mens der Ver­ein­ten Natio­nen, das den inter­na­tio­na­len Han­del mit kon­ven­tio­nel­len Waf­fen regelt und den Ver­kauf von Waf­fen ver­bie­tet, wel­che Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen oder Kriegs­ver­bre­chen Vor­schub leis­ten kön­nen. Exper­ten der Ver­ein­ten Natio­nen haben jedoch mehr­fach betont, dass mut­maß­lich alle im jeme­ni­ti­schen Kon­flikt betei­lig­ten Sei­ten Kriegs­ver­bre­chen began­gen haben. Das Büro von Pre­mier­mi­nis­ter Phil­ip­pe erklär­te, dass Frank­reich stren­ge Sicher­heits­vor­keh­run­gen bei der Ertei­lung von Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen getrof­fen sowie die Bemü­hun­gen der Ver­ein­ten Natio­nen um die Ver­mitt­lung eines Frie­dens im Jemen unter­stützt habe. “Soweit wir wis­sen, wer­den fran­zö­si­sche Waf­fen, die die Koali­ti­ons­trup­pen besit­zen, größ­ten­teils in defen­si­ven Posi­tio­nen, außer­halb des jeme­ni­ti­schen Ter­ri­to­ri­ums oder unter Koali­ti­ons­kon­trol­le, aber nicht an der Front plat­ziert”, heißt es in der Erklä­rung.

Der Pre­mier­mi­nis­ter stellt die Echt­heit der Doku­men­te nicht expli­zit in Fra­ge, ohne jedoch den Bericht zu bestä­ti­gen oder zu demen­tie­ren. Frank­reich habe nicht gewusst, dass jeme­ni­ti­sche Zivi­lis­ten durch fran­zö­si­sche Waf­fen getö­tet wur­den. Das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, das den Geheim­dienst DRM über­wacht, reagier­te nicht auf eine Anfra­ge zur Stel­lung­nah­me. Die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­bü­ros der sau­di­schen und der VAE-Regie­rung und ein Spre­cher der von Sau­di-Ara­bi­en geführ­ten Koali­ti­on im Jemen reagier­ten eben­falls nicht auf eine Auf­for­de­rung zur Stel­lung­nah­me.

Laut der UNO hat der vier­jäh­ri­ge Kon­flikt die Wirt­schaft des Jemen zer­stört und eine der schlimms­ten huma­ni­tä­ren Kri­sen der Welt ver­ur­sacht. Mehr als 10.000 Zivi­lis­ten wur­den getö­tet und etwa 10 Mil­lio­nen Men­schen an den Rand der Hun­gers­not getrie­ben. Ein zwei­ter, sechs­sei­ti­ger DRM-Intel­li­gence-Bericht, der laut Dis­c­lo­se wei­ter ver­brei­tet wur­de, zeig­te, dass in Frank­reich her­ge­stell­te Pan­zer in Ver­tei­di­gungs­po­si­tio­nen in Basen wie Mok­ka, Aden, al-Chaw­chah ent­lang der Küs­te und Ma’rib ein­ge­setzt wur­den.

Dis­c­lo­se sag­te, dass die Stu­die Satel­li­ten­bil­der, Vide­os und Fotos umfas­se, die von Zivi­lis­ten auf­ge­nom­men wur­den, und die zei­gen, dass Leclerc-Pan­zer, die von den VAE gekauft wur­den, an Koali­ti­ons­of­fen­si­ven teil­ge­nom­men haben, ein­schließ­lich der Offen­si­ve zur Errin­gung der Kon­trol­le über den von Rebel­len gehal­te­nen Hafen von Hudai­da. Der sechs­tei­li­ge Bericht besagt auch, dass die Kampf­jets vom Typ Mira­ge der VAE mit einem laser­ge­steu­er­ten Sys­tem von Tha­les, bekannt als Damo­cles, aus­ge­stat­tet waren, das mög­li­cher­wei­se im Jemen ein­ge­setzt wur­de.

Als Deutsch­land ein vor­läu­fi­ges Embar­go für Waf­fen­ex­por­te nach Sau­di-Ara­bi­en ver­häng­te, muss­te es sich von Paris har­sche Kri­tik anhö­ren. “Es ist nutz­los, durch ver­bes­ser­te Koope­ra­ti­on zwi­schen Frank­reich und Deutsch­land Waf­fen her­zu­stel­len, wenn man nicht in der Lage ist, sie zu expor­tie­ren”, sag­te Le Mai­re der Welt am Sonn­tag im Febru­ar die­ses Jah­res. “Wenn man wett­be­werbs­fä­hig und effi­zi­ent sein will, müs­sen wir in der Lage sein, auch in Län­der außer­halb Euro­pas zu expor­tie­ren.”

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RT Deutsch


Defekte Maschine der Luftwaffe blockiert Landebahn in Schönefeld : Flüge werden umgeleitet


Am Diens­tag­mor­gen rutsch­te eine Maschi­ne der Luft­waf­fe von der Lan­de­bahn am Flug­ha­fen Schö­ne­feld ab. Es han­delt sich um eine Maschi­ne vom Typ Glo­bal 5000. Die­se wird von der Bun­des­wehr zum Trans­port von Dele­ga­tio­nen genutzt. Der­zeit star­ten dort kei­ne Flie­ger, Flug­zeu­ge im Anflug auf Schö­ne­feld wer­den nach Tegel umge­lei­tet, die Abfer­ti­gung am Flug­ha­fen süd­öst­lich von Ber­lin wur­de um 9:30 Uhr ein­ge­stellt. 

Da es sich um eine Maschi­ne der Luft­waf­fe han­delt, gibt es bis­lang kei­ne Aus­künf­te dar­über, wie­vie­le Per­so­nen sich an Bord der Maschi­ne befun­den haben. Abseits der Crew, gab es, nach Aus­sa­gen der Luft­waf­fe, kei­ne Pas­sa­gie­re an Bord. Die Luft­waf­fe schreibt auf Twit­ter, dass es zu einer Boden­be­rüh­rung bei­der Trag­flä­chen kam. Die Crew wer­de nun medi­zi­nisch unter­sucht : 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen lie­gen zunächst nicht vor. 

Die Flug­gäs­te wur­den auf­ge­for­dert sich bei ihren Air­lines nach dem Flug­s­ta­tus zu erkun­di­gen. Ber­lin Schö­ne­feld ist Stand­ort von Easy Jet und Ryan­air. Nach der Eröff­nung des BER-Flug­ha­fens soll der Betrieb von Schö­ne­feld bis min­des­tens 2026 als Teil des neu­en Flug­ha­fens auf­recht­erhal­ten wer­den. 

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Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden ?


von Wla­dis­law San­kin

Die Müdig­keit von die­sem Kon­flikt ist längst auch im Bun­des­tag ange­kom­men”, stellt Ste­fan Lie­bich als Außen­po­li­ti­scher Spre­cher in der Bun­des­tags­frak­ti­on der Par­tei DIE LINKE fest. Rechts neben ihm sitzt Alex­an­der Hug, der ehe­ma­li­ge Vize-Chef der OSZE-Son­der­be­ob­ach­tungs­mis­si­on in der Ukrai­ne. Bei­de wur­den von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung ein­ge­la­den, um am 9. April über den Krieg in der Ost­ukrai­ne zu spre­chen. Mode­riert wird das Podi­ums­ge­spräch von Ivo Geor­gi­ev als Refe­rent für Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung.

Genau fünf Jah­re ist es her, als im April 2014 die Situa­ti­on in Donezk, Slo­wi­ansk, Lug­ansk, Char­kow und meh­re­ren ande­ren Städ­ten im Osten der Ukrai­ne außer Kon­trol­le geriet, jeden­falls aus sicht der Kie­wer Inte­rims­re­gie­rung, wor­auf­hin sie eine soge­nann­te Anti-Ter­ror-Ope­ra­ti­on star­te­te. Die dort Pro­tes­tie­ren­den betrach­te­ten den Macht­wech­sel in Kiew als ille­gi­tim und besetz­ten kur­zer­hand Gebiets­ad­mi­nis­tra­tio­nen und sons­ti­ge Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. Am 7. April rie­fen sie die Donez­ker Volks­re­pu­blik aus. Beflü­gelt von der schnel­len Lösung der “Krim-Fra­ge”, bil­de­ten Akti­vis­ten des Anti-Mai­dans und Mit­glie­der der lokal­pa­trio­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen die ers­ten “Volks­rä­te” und streb­ten nach Über­nah­me poli­ti­scher Macht in ihre Selbst­ver­wal­tung. Sicher­heits­kräf­te, die meist aus der glei­chen Regi­on stamm­ten, leis­te­ten kei­nen gro­ßen Wider­stand. Aber bald began­nen die schwer­be­waff­ne­ten Ein­hei­ten der her­an­ge­führ­ten ukrai­ni­schen Streit­kräf­te mit der Erstür­mung der auf­stän­di­schen Hoch­bur­gen. Damit war der Aus­bruch des Don­bass-Krie­ges besie­gelt.

Die­ser Krieg belas­tet bis heu­te die Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und dem Wes­ten, wäh­rend die Zivil­be­völ­ke­rung lei­det, sagt de Mode­ra­tor Ivo Geor­gi­ev. Das mache ihn trau­rig. Was also ist zu tun, will er von Exper­ten wis­sen, was kön­ne die deut­sche Außen­po­li­tik leis­ten ? Sie sit­zen auf dem Podi­um vor ca. 40 Per­so­nen, vor allem Jün­ge­re und Älte­re, nur ganz ver­ein­zelt sind da Inter­es­sier­te mitt­le­ren Alters. Und das scheint die ein­zi­ge öffent­li­che Dis­kus­si­on zu sein, die in die­sen Tagen in Deutsch­land dem ers­ten “halb­run­den Jubi­lä­um” die­ses Krie­ges über­haupt gewid­met ist.

Schwin­det mit man­geln­dem Inter­es­se auch das ohne­hin kaum ent­wi­ckel­te Ver­ständ­nis für die eigent­li­che Pro­ble­ma­tik, die die­sem Kon­flikt zugrun­de liegt ? Die Teil­neh­mer die­ser Dis­kus­si­on sag­ten wenig Neu­es. Der Schlüs­sel für die Lösung des Kon­flikts liegt in Mos­kau und Kiew, meint Ste­fan Lie­bich. Für eine Hoff­nung, dass das Ver­hält­nis der Ukrai­ne zu Russ­land nach den Prä­si­dent­schafts­wah­len ent­spann­ter wird, gebe es aller­dings bis­lang kaum Grund, so Lie­bich im abschlie­ßen­den Gespräch mit RT. Der Favo­rit Selens­kij habe sich bis­her noch zu unklar fest­ge­legt. 

Alex­an­der Hug betont, der Kon­flikt sei künst­lich, denn es gibt gar kei­ne Gegen­sät­ze in der Bevöl­ke­rung bei­der­seits der 400 km lan­gen Trenn­li­nie. “Jeden Tag pas­sie­ren bis zu 40.000 Men­schen die Gren­ze in bei­den Rich­tun­gen”, sag­te er. Es sei also kein Kon­flikt nach der ver­brei­te­ten Art eth­ni­scher Kon­fron­ta­tio­nen.

Einen eth­ni­schen Kon­flikt kann es in der Ukrai­ne eigent­lich auch gar nicht geben. Rus­sen und Ukrai­ner ste­hen ein­an­der seit Jahr­hun­der­ten sprach­lich, kul­tu­rell und anthro­po­lo­gisch ein­fach zu nahe. Die Anfüh­rer die­ses “rus­si­schen Früh­lings” behaup­ten heu­te ein­stim­mig, den Auf­stän­di­schen ging es um poli­ti­sche Selbst­be­stim­mung und Anti­fa­schis­mus. Der Aus­lö­ser sei der gewalt­sa­me Macht­wech­sel in Kiew gewe­sen, wodurch der von ihnen gewähl­te Prä­si­dent Wik­tor Janu­ko­witsch abge­setzt wor­den war.

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Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden?
Die noch vor April 2014 ver­ur­teil­ten Gefäng­nis­in­sas­sen wer­den der ukrai­ni­schen Sei­te über­ge­ben. Rechts : Kämp­fer der Lug­ansker Streit­kräf­te.

Die Trenn­li­nie schnei­det die Donez­ker und Lug­ansker Gebie­te von Süden nach Nord­os­ten in zwei unglei­che Hälf­ten, trennt oft klei­ne­re Orte mit­ten­durch, selbst Fami­li­en. Sie fixiert weit­ge­hend den Front­ver­lauf seit Febru­ar 2015. In den klei­ne­ren, aber auch bevöl­ke­rungs­rei­che­ren Tei­len lie­gen die “Haupt­städ­te” der abtrün­ni­gen Gebie­te. Dort haben sich Regie­run­gen und Volks­rä­te der selbst­aus­ge­ru­fe­nen Repu­bli­ken eta­bliert. Unter ihrer Ver­wal­tung leben von 3 bis 4 Mil­lio­nen Men­schen.

Über das Grund­an­lie­gen die­ser Men­schen, war­um sie die­sen unglei­chen Krieg in Kauf genom­men haben, hat an die­sem Abend nie­mand aus­führ­lich gespro­chen. Ste­fan Lie­bich kom­men­tier­te ledig­lich, ohne Russ­lands Hil­fe hät­ten die nicht aner­kann­ten Struk­tu­ren die Über­macht der ukrai­ni­schen Streit­kräf­te gar nicht über­ste­hen kön­nen. Und doch wäre es wich­tig, gera­de die Grund­an­lie­gen der Men­schen dort zu ver­ste­hen, zumal in deut­schen Medi­en deren Ver­tre­ter nie­mals zu Wort kom­men. Als “pro­rus­si­sche Sepa­ra­tis­ten”, bes­ten­falls “Rebel­len” wer­den die Bewaff­ne­ten bezeich­net. In der Euro­päi­schen Uni­on wur­den sie auf Sank­ti­ons­lis­ten ver­bannt. Aber die Zivil­be­völ­ke­rung dort bekommt kein Gesicht. 

Nach Ein­schät­zung des nach Donezk gezo­ge­ne­nen Publi­zis­ten Andrej Babizki, ist die­ser Krieg gegen­wär­tig der ein­zi­ge Krieg, der wegen der Spra­che und Kul­tur geführt wird. Das sagt er in sei­nem Doku­men­tar­film. Nun fin­det, vom Don­bass aus betrach­tet, in der übri­gen Ukrai­ne tat­säch­lich genau das statt, was die­se Akti­vis­ten des Jah­res 2014 in ihrer Regi­on zu ver­hin­dern ver­such­ten – eine bewusst orga­ni­sier­te, mas­si­ve De-Rus­si­fi­zie­rung und sys­te­ma­ti­sche Zer­stö­rung von gemein­sa­mer Kul­tur und Geschich­te, all das offen­bar im Sin­ne einer “Gehirn­wä­sche” der Men­schen. Mit jedem Tag rückt das von natio­na­lis­ti­schen Kräf­ten geführ­te Land immer wei­ter von Don­bass ab, obwohl noch immer die Mins­ker Ver­ein­ba­run­gen gel­ten, die sei­ne Rück­kehr unter juris­ti­sche Obhut der Ukrai­ne vor­se­hen.

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Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden?
Eine patrio­ti­sche Anti­kriegs­de­mons­tra­ti­on “Don­bass ist unbe­zwing­bar” im Zen­trum von Lug­ansk, Dezem­ber 2018

Die Fol­gen die­ses auf den ers­ten Blick “loka­len” Krie­ges sind vor Ort wahr­haft ver­hee­rend. Infra­struk­tur ist stark beschä­digt, der inter­na­tio­na­le Flug­ha­fen Donezk – einst Stolz der Regi­on – ist kom­plett zer­stört, Mil­lio­nen Men­schen sind auf huma­ni­tä­re Hil­fe ange­wie­sen. Etwa 2,8 Mil­lio­nen Men­schen sind geflüch­tet, davon etwa 1,2 Mil­lio­nen nach Russ­land. Laut den aktua­li­sier­ten UNO-Anga­ben (Stand Ende Dezem­ber 2018) hat der Krieg bis­her 12.447 Todes­op­fer gefor­dert. Unter ihnen waren 3.320 Zivi­lis­ten, 3.813 ukrai­ni­sche Mili­tär­an­ge­hö­ri­ge und 5.314 Rebel­len.

Der über­wie­gen­de Teil der zivi­len Opfer starb in den von Rebel­len kon­trol­lier­ten Ter­ri­to­ri­en und geht damit auf das Kon­to der Angrif­fe von ukrai­ni­scher Sei­te. Ich frag­te Alex­an­der Hug, war­um die Opfer­zah­len des Kon­flikts nur so pau­schal genannt wer­den, ohne die Schul­di­gen zu benen­nen. Er wies dar­auf hin, dass “auf bei­den Sei­ten aus Wohn­ge­bie­ten geschos­sen wird”, was Quer­schlä­ger von unprä­zi­sen Waf­fen nach sich zöge. Die­ser Behaup­tung wür­de man in Donezk sicher­lich vehe­ment wider­spre­chen. Es wur­de von dort ver­si­chert und oft wie­der­holt, dass die Stel­lun­gen eben nicht in der Nähe der bewohn­ten Häu­ser lägen. Die Opfer der Luft­an­grif­fe im Zen­trum von Lug­ansk Anfang Juni 2014, als um die­se Stadt noch gar nicht gekämpft wur­de, oder am Strand in der Stadt Sug­res im August des­sel­ben Jah­res, fan­den bei Hug kei­ne Erwäh­nung.

Ich wies auch auf die poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die Ukrai­ne-Kri­se auf Sei­ten der EU-Diplo­ma­tie hin, auch auf den schwer erkenn­ba­ren Wunsch, die­se Kri­se zu been­den. Eben­so wie die Mai­dan-Anfüh­rer nah­men die EU-Diplo­ma­ten in der Hoch­pha­se der Kämp­fe auf dem Mai­dan eine dro­hen­de Spal­tung des Lan­des sehend in Kauf. Nun wird der ukrai­ni­sche Prä­si­dent­schafts­kan­di­dat Wla­di­mir Selens­kij von man­chen EU-Bot­schaf­tern auf die Natio­na­lis­ten-Revol­te hin­ge­wie­sen, soll­te er ernst­lich mit Putin ins Gespräch kom­men wol­len.

Ste­fan Lie­bich gab zu, dass die EU sei­ner­zeit “Feh­ler gemacht hat” und die Fra­ge mit dem EU-Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men zwi­schen der Ukrai­ne und der EU zu “tech­nisch” betrach­tet hat. Er sah aller­dings die wah­ren Wur­zeln des Pro­blems in einer irgend­wie “unglück­li­chen Ent­wick­lung”, die nahe­zu alle post­so­wje­ti­schen Staa­ten nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on durch­ge­macht hät­ten. Damals soll­te auch die NATO mal auf­ge­löst und durch ein ande­res Bünd­nis­sys­tem abge­löst wer­den, so Lie­bich. 

Kann nach fünf Jahren der Krieg in der Ostukraine endlich beendet werden?
Die Teil­neh­mer der Podi­ums­dis­kus­si­on (von links nach rechts) Alex­an­der Hug, Ivo Geor­gi­ev, Ste­fan Lie­bich

Die bei­den Red­ner, die von der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung für die­sen Tag ein­ge­la­den wor­den waren, bemüh­ten sich erkenn­bar um einen ver­gleichs­wei­se neu­tra­len Ansatz – was in dem anti­rus­sisch auf­ge­la­de­nen Kon­text der­zeit in Deutsch­land fast eine Aus­nah­me ist. Als Ana­ly­se brach­te die Dis­kus­si­on jedoch kei­nen Gewinn. Die Gäs­te blie­ben ober­fläch­lich und konn­ten kei­ne Exper­ti­se für die ukrai­ni­sche Spe­zi­fik vor­wei­sen, obwohl Alex­an­der Hug als ehe­ma­li­ger Lei­ter der OSZE-Beob­ach­ter­grup­pe (er ist Ende 2018 aus sei­nem Amt aus­ge­schie­den) sehr viel Zeit in Donezk ver­bracht hat. Ihre Vor­schlä­ge waren zu all­ge­mein gehal­ten. Denn es ist offen­sicht­lich, dass der Kon­flikt eine poli­ti­sche Lösung braucht, wie sie es auch selbst sagen. Nur : Wer wird wann die­se poli­ti­sche Lösung her­bei­füh­ren, und vor allem war­um und wie ? Wel­che Akteu­re haben ein Inter­es­se an der Been­di­gung des Krie­ges – oder an sei­nem Schwel­brand ? Und es war auch die ein­zi­ge Ver­an­stal­tung, die in die­sen Wochen den nahe­zu ver­ges­se­nen Krieg in der Ost-Ukrai­ne the­ma­ti­siert hat.

Zum Ende der Ver­an­stal­tung wur­de der Film “The distant bar­k­ling of dogs” gezeigt, der das Leben eines 10-jäh­ri­gen Jun­gen und sei­ner Groß­mutter im front­na­hen Gebiet auf dem von der Ukrai­ne kon­trol­lier­ten Ter­ri­to­ri­um doku­men­tiert. Der Film wur­de auf Fes­ti­vals mit Prei­sen aus­ge­zeich­net und durf­te sogar am Oskar-Wett­be­werb teil­neh­men. Die bei­den Prot­ago­nis­ten rei­sen jetzt um die Welt. Wür­de es ein eben­so guter Doku­men­tar­film, auf der ande­ren Sei­te im Front­ge­biet gedreht, im Wes­ten auch so weit schaf­fen ? Eine rein rhe­to­ri­sche Fra­ge.

RT Deutsch


Staatsbürgerschaft für Heldentum : Retter nach Schulbus-Anschlag in Italien soll Staatsbürger werden


Ramy befand sich in dem Bus, den ein Mann ver­gan­ge­nen Mitt­woch zunächst in sei­ne Gewalt gebracht hat­te und anschlie­ßend in Brand setz­te. Gegen den Atten­tä­ter wird auch wegen eines mög­li­chen Ter­ror­mo­tivs ermit­telt. Der 13-Jäh­ri­ge hat­te sein Han­dy vor dem Mann ver­ste­cken und Alarm schla­gen kön­nen. Alle Kin­der konn­ten sich ret­ten, nach­dem die Poli­zei die Fens­ter des Bus­ses ein­ge­schla­gen hat­te. Sal­vi­ni lud Ramy und vier sei­ner Klas­sen­ka­me­ra­den für Mitt­woch ins Innen­mi­nis­te­ri­um ein.

Die Ver­lei­hung der Staats­bür­ger­schaft für beson­de­re Ver­diens­te erfolgt in Ita­li­en auf Vor­schlag des Innen­mi­nis­ters im Ein­ver­neh­men mit dem Außen­mi­nis­ter und muss anschlie­ßend noch durch ver­schie­de­ne Schrit­te bestä­tigt wer­den. (dpa)

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