Zur Entlastung der Justiz : Schwarzfahren soll straffrei werden


Bei Fahr­gäs­ten, die sich einer Kon­trol­le unter­zie­hen müs­sen, wer­den in Ber­lin zwi­schen 2,5 bis 8 Pro­zent beim Schwarz­fah­ren erwischt. Ganz ohne Scha­den kämen die Betref­fen­den bei der Beför­de­rungs­er­schlei­chung auch künf­tig nicht davon. Die Zah­lung von 60 Euro Stra­fe blie­be bestehen. Aber straf­recht­li­che Maß­nah­men für wie­der­hol­tes Schwarz­fah­ren fie­len weg. 

Senats­spre­che­rin Clau­dia Sün­der : 

Eine ent­spre­chen­de Vor­la­ge befin­det sich in der inter­nen Abstim­mung. 

Die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung des Nut­zens der öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel ohne gül­ti­gen Fahr­schein soll die Jus­tiz ent­las­ten, so die Befür­wor­ter des Vor­ha­bens. Das Schwarz­fah­ren wür­de zur Ord­nungs­wid­rig­keit. 

Sebas­ti­an Broux, Spre­cher der Jus­tiz­ver­wal­tung : 

Der poli­ti­sche Wil­le ist bei allen da. 

Die Ber­li­ner Gene­ral­staats­an­wäl­tin, Mar­ga­re­te Kop­pers, for­dert noch mehr. Auch die Ord­nungs­wid­rig­keit soll­te ent­fal­len, damit den Gerich­ten die Bear­bei­tung von Ein­spruchs­ver­fah­ren erspart bleibt.

Das umgangs­sprach­li­che Wort Schwarz­fah­ren stammt aus dem Jid­di­schen, von dem Wort shwarz, was arm bedeu­tet. Bis 2003 muss­ten Schwarz­fah­rer 40 Euro zah­len, wenn sie ohne gül­ti­gen Fahr­schein erwischt wur­den. Seit dem 1. Juli 2015 sind es 60 Euro. Man­che Per­so­nen tra­gen ihre Beför­de­rungs­er­schlei­chung offen zur Schau, etwa mit T-Shirts mit dem Auf­druck “Ich fah­re schwarz”. Dies aber schützt laut Urteil des Amts­ge­richts Han­no­ver auch nicht vor der Straf­bar­keit. In Ber­lin und Köln kam man zu den glei­chen Urtei­len. 

Die BVG-Spre­che­rin Petra Reetz :

Die Men­schen wären auch empört, wenn jemand ein Bröt­chen stiehlt und das nicht mehr bestraft wer­den soll­te. 

Der rechts­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU, Sven Riss­mann, ist gegen die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung : 

Schwarz­fah­ren lega­li­sie­ren zu wol­len bedeu­tet eine gefähr­li­che Ver­lot­te­rung unse­res Rechts­sys­tems. 

Auch der SPD-Abge­ord­ne­te Sven Kohl­mei­er sieht es als unge­recht an, “dass ehr­li­che Fahr­gäs­te eine Fahr­kar­te kau­fen und die ande­ren davon kom­men sol­len (…)”. 

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Schüler aus Deutschland werden von Lawine erfasst und überleben


Zwei der Jugend­li­chen (16 und 17) wur­den dabei ganz, zwei (bei­de 17) zum Teil ver­schüt­tet. Zwei wei­te­re (16 und 17) wur­den von der Lawi­ne erfasst, jedoch nicht ver­schüt­tet. Die 29 Jah­re alte Leh­re­rin und eine wei­te­re Schü­le­rin hat­ten Glück und kamen mit der Lawi­ne nicht in Kon­takt.

Inner­halb kür­zes­ter Zeit gelang es nach­fol­gen­den Ski­fah­rern und den übri­gen Mit­glie­dern der Schü­ler­grup­pe, alle Per­so­nen zu orten und sie aus­zu­gra­ben. Die vier Erfass­ten wur­den vor­sorg­lich ins Kran­ken­haus gebracht, konn­ten die­ses laut Poli­zei aber alle wie­der ver­las­sen.

Die Poli­zei in Öster­reich erklär­te, dass die Schü­ler auf einer gesi­cher­ten Pis­te unter­wegs waren. Wie­so dort eine Lawi­ne abge­hen konn­te, müs­se noch ermit­telt wer­den. “Wir haben hier der­zeit die höchs­te Lawi­nen­warn­stu­fe”, sag­te ein Spre­cher. Die gro­ße Lawi­nen­ge­fahr und der nicht enden wol­len­de Schnee­fall wür­den die Ermitt­lun­gen der­zeit kaum mög­lich machen. (dpa)

Mehr zum The­ma — Kur­ze Ruhe vor dem nächs­ten Schnee­sturm : Neue hef­ti­ge Schnee­fäl­le an den Alpen erwar­tet

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Die SPD steht bei 15 Prozent, und Olaf Scholz will Kanzler werden


In einem Inter­view mit der Bild am Sonn­tag hat sich der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter und stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der SPD Olaf Scholz als Kanz­ler­kan­di­dat sei­ner Par­tei ins Gespräch gebracht. Zunächst bekräf­tig­te Scholz den Anspruch sei­ner Par­tei auf das Kanz­ler­amt :

Die SPD will den nächs­ten Kanz­ler stel­len.

Dann lob­te sich der Minis­ter, er zäh­le “zu den Poli­ti­kern mit hoher Unter­stüt­zung bei Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und SPD-Anhän­gern” und ant­wor­te­te auf die Fra­ge “Trau­en Sie sich Bun­des­kanz­ler denn zu?” selbst­be­wusst :

Natür­lich. Frau Kramp-Kar­ren­bau­er hat gera­de gesagt, dass von einer Par­tei­vor­sit­zen­den erwar­tet wird, dass sie sich das Amt zutraut. Für einen Vize­kanz­ler der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gilt das glei­che.

Die BamS raunt dar­auf­hin ehr­fuchts­voll :

Olaf Scholz spricht lei­se, aber bestimmt. So deut­lich hat seit Ger­hard Schrö­der kein Sozi­al­de­mo­krat mehr sei­nen Wil­len aufs Kanz­ler­amt aus­ge­spro­chen.

Zur Erin­ne­rung : Die SPD erlitt bei den Land­tags­wah­len in Bay­ern und Hes­sen kra­chen­de Nie­der­la­gen und ver­lor zwei­stel­lig, in den Umfra­gen steht sie bei 15 Pro­zent, gewis­ser­ma­ßen auf Augen­hö­he mit der AfD und abge­schla­gen hin­ter Uni­on und Grü­nen. Der­zeit deu­tet nichts auf eine Umkehr die­ser Ten­denz. Bei der Euro­pa­wahl im Mai könn­te die Par­tei eine wei­te­re bit­te­re Nie­der­la­ge ein­ste­cken, bei den fol­gen­den Land­tags­wah­len im Osten sogar in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit ver­sin­ken.

Scholz gibt sich in dem Inter­view für die BamS alle erdenk­li­che Mühe, Erfol­ge sei­ner Par­tei her­aus­zu­stel­len, und kommt zu dem inter­es­san­ten Schluss, dass es dem Han­deln der SPD in der Regie­rung zu ver­dan­ken sei, dass es in Deutsch­land — anders als in Frank­reich — kei­ne Pro­tes­te in gel­ben Wes­ten gibt :

Es gibt auch in Deutsch­land ein nicht zu unter­schät­zen­des Gelb­wes­ten-Poten­zi­al. Wer weiß, ob es nicht Phä­no­me­ne wie die Gelb­wes­ten bei uns gäbe, wenn es zu einer Jamai­ka-Koali­ti­on gekom­men wäre. Die SPD ist in der Regie­rung der Garant dafür, dass die Bezahl­bar­keit des Lebens ein wich­ti­ges The­ma der Poli­tik bleibt.

Scholz benennt dabei deut­lich die sozia­len Ursa­chen der fran­zö­si­schen Pro­tes­te. Inso­fern wird es inter­es­sant sein zu sehen, was Scholz’ auf den Haus­halt bezo­ge­ne Äuße­rung, die fet­ten Jah­ren sei­en vor­bei, für die sozia­le Lage in die­sem Land bedeu­ten wer­den.

Mehr zum The­ma — Frei­er Fall in die Bedeu­tungs­lo­sig­keit ? Neue Umfra­ge sieht SPD im Osten bei 8 Pro­zent

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Orban : Ungarn will im 21. Jahrhundert zum Gewinner werden


Der unga­ri­sche Ungarn Pre­mier­mi­nis­ter Vik­tor Orban erklär­te in einem Weih­nachts­in­ter­view, das am Mon­tag in der Tages­zei­tung Magyar Idok ver­öf­fent­licht wur­de, dass sein Land im 20. Jahr­hun­dert zu den Ver­lie­rern gezählt habe, aber ent­schlos­sen sei, im 21. Jahr­hun­dert ein Gewin­ner zu sein.

Orban gab sich ange­sichts der vor­an­gan­ge­nen bei­den Amts­pe­ri­oden zuver­sicht­lich :

Es wird 2019 Wah­len geben, aber wir schau­en auf 2030. Dank acht Jah­ren gemein­sa­mer Anstren­gun­gen ste­hen wir am Beginn einer neu­en Ära, und ich bin über­zeugt, dass wir nicht nur einen Auf­wärts­trend ein­ge­schla­gen haben, son­dern auch unser Ziel errei­chen wer­den.

Zu den jüngs­ten Pro­tes­ten der Oppo­si­ti­on sag­te er, dass die Poli­tik ein Bereich sei, in dem auch an Hei­lig­abend Kämp­fe geführt wer­den könn­ten und Pro­tes­te zum All­tag in einer Demo­kra­tie gehör­ten. Dies gel­te jedoch nicht für Gewalt, Zer­stö­rung und Van­da­lis­mus.

Christ­lich-mus­li­mi­sches Expe­ri­ment mit hohem Risi­ko

Zur Situa­ti­on in Euro­pa sag­te er, dass die gro­ßen west­eu­ro­päi­schen Län­der mit der Ent­wick­lung einer gemisch­ten Zivi­li­sa­ti­on “expe­ri­men­tie­ren” und “sie den­ken, dass das christ­li­che Euro­pa in ein christ­lich-mus­li­mi­sches Euro­pa umge­wan­delt wer­den soll­te”. Mit­tel­eu­ro­pa habe sich jedoch ent­schie­den, die­ses Expe­ri­ment nicht zu star­ten, da die Risi­ken, die es mit sich brin­ge, extrem hoch sei­en.

Wir wol­len nicht, dass unse­re Län­der von einer gemisch­ten Bevöl­ke­rung bewohnt wer­den, und des­halb schüt­zen wir unse­re Gren­zen und leh­nen die Migra­ti­on ab. Jeder kann sehen, dass die Men­schen im Wes­ten die­se unse­re Ent­schei­dung nicht respek­tie­ren.… Sie benut­zen die unga­ri­sche Oppo­si­ti­on als Werk­zeug.

Geor­ge Soros und sei­ne Netz­wer­ke tole­rier­ten nicht, so Orban wei­ter, dass Mit­tel­eu­ro­pa von ihrem gro­ßen Expe­ri­ment der gesell­schaft­li­chen Trans­for­ma­ti­on aus­ge­schlos­sen wer­de.

Die Wah­len zum Euro­päi­schen Par­la­ment wer­den ein Mei­len­stein in die­sem Kampf sein, denn es wird einen Macht­kampf zwi­schen den poli­ti­schen Kräf­ten geben, die das christ­li­che Euro­pa schüt­zen, und denen, die die Migra­ti­on unter­stüt­zen. Es wird eine his­to­ri­sche Situa­ti­on ent­ste­hen, in der Ungarn nicht nur für sich selbst, son­dern auch für das christ­li­che Euro­pa kämpft.

Mehr zum The­ma — Soros-Stif­tung schließt Außen­stel­le in der Tür­kei

Die Migra­ti­on ber­ge extre­me Risi­ken und das Zusam­men­le­ben der Zivi­li­sa­tio­nen Schwie­rig­kei­ten, mit denen Euro­pa mög­li­cher­wei­se nicht umge­hen kön­ne, füg­te er hin­zu. Ein wei­te­res wich­ti­ges The­ma sei die Demo­gra­phie. Die unga­ri­sche Regie­rung unter­neh­me alle Anstren­gun­gen, um die Fami­li­en zu stär­ken, denn “wir glau­ben, dass Fami­li­en den Schlüs­sel zur Fort­set­zung der unga­ri­schen Geschich­te und der Zukunft der Nati­on hal­ten”, so Orban wei­ter.

Mehr zum The­ma — Erst­mals Obdach­lo­ser wegen neu­en Geset­zes in Ungarn vor Gericht

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Wenn’s knallt, werden es keine Böller sein” — Gelbwesten kündigen massive Proteste zu Silvester an


Der fran­zö­si­sche Pre­mier­mi­nis­ter Édouard Phil­ip­pe besuch­te am Mon­tag in der Pari­ser Poli­zei­prä­fek­tur meh­re­re Ord­nungs­hü­ter, die von Demons­tran­ten ange­grif­fen wor­den waren. Phil­ip­pe beklag­te mit Hin­weis auf die Gelb­wes­ten-Bewe­gung eine “Radi­ka­li­sie­rung mit gro­ßer Gewalt­tä­tig­keit”. Am ver­gan­ge­nen Sams­tag hat­ten wie­der Zehn­tau­sen­de Men­schen gegen Prä­si­dent Emma­nu­el Macron und die Regie­rungs­po­li­tik demons­triert. Es waren aber nach Regie­rungs­an­ga­ben deut­lich weni­ger Men­schen unter­wegs als an den Wochen­en­den davor.

Einer der Wort­füh­rer der Bewe­gung, Éric Drou­et, wur­de in Paris fest­ge­nom­men, wie der Radio­nach­rich­ten­sen­der Fran­ce­info berich­te­te. Auf der Pracht­stra­ße Champs-Ély­sées, wo es in den ver­gan­ge­nen Wochen­en­den immer wie­der schwe­re Aus­schrei­tun­gen gege­ben hat­te, kam es zu Span­nun­gen. Bil­der von BFMTV zeig­ten, wie drei Motor­rad-Poli­zis­ten ange­grif­fen wur­den. Dabei zog einer der Beam­ten auch kurz­zei­tig sei­ne Waf­fe. Hier ist die Sze­ne in einem Video der Zei­tung Le Pari­si­en zu sehen :

Die Staats­an­walt­schaft bestä­tig­te gegen­über der Deut­schen Pres­se-Agen­tur (dpa), dass in die­ser Sache eine Unter­su­chung wegen vor­sätz­li­cher Gewalt gegen Amts­per­so­nen ein­ge­lei­tet wur­de. Die Ermitt­lung wur­de an die Kri­mi­nal­po­li­zei über­ge­ben.

Macron rief am Ran­de eines Trup­pen­be­suchs im zen­tral­afri­ka­ni­schen Tschad zur Mäßi­gung auf. “Es muss nun Ord­nung herr­schen, (sowie) Ruhe und Ein­tracht”, sag­te der 41-Jäh­ri­ge gegen­über dem Sen­der BFMTV in N’Djamena. Es sei­en im Land 220 Men­schen fest­ge­nom­men wor­den, 81 wur­den in Poli­zei­ge­wahr­sam genom­men, bilan­zier­te der Innen-Staats­se­kre­tär Lau­rent Nuñez. Es sei­en inzwi­schen beson­ders gewalt­tä­ti­ge Demons­tran­ten unter­wegs. Per Twit­ter ruft die Bewe­gung zu neu­en Kund­ge­bun­gen am 31. Dezem­ber auf. In dem Tweet ist von einer “gro­ßen Über­ra­schung” die Rede :

Bei den Pro­tes­ten im gan­zen Land wur­den dem­nach rund 39.000 Demons­tran­ten gezählt, in der Haupt­stadt waren es rund 2.000. Am zurück­lie­gen­den Wochen­en­de hat­ten noch rund 66.000 Men­schen lan­des­weit pro­tes­tiert, zuvor waren es weit über 100.000 gewe­sen.

An einer Auto­bahn-Maut­stel­le süd­lich von Per­pi­gnan, unweit der Gren­ze zu Spa­ni­en, kam es am Sams­tag zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen Demons­tran­ten und Sicher­heits­kräf­ten, wie der Nach­rich­ten­sen­der Fran­ce­info berich­te­te. In Per­pi­gnan sei ein 36 Jah­re alter Auto­fah­rer bereits am Frei­tag­abend töd­lich ver­un­glückt. Er war auf einen Last­wa­gen gefah­ren, der an einer Stra­ßen­sper­re der Gelb­wes­ten stand.

Mehr zum The­ma — Inter­view : “Gelb­wes­ten pro­tes­tie­ren auch gegen die Regie­rung Mer­kel”

In Straß­burg ver­sam­mel­ten sich laut Regio­nal­sen­der Fran­ce Bleu Alsace am Sams­tag rund 100 Men­schen bei der Euro­pa­brü­cke, die nach Deutsch­land führt. Sicher­heits­kräf­te nah­men sie­ben Men­schen in Gewahr­sam, ein Poli­zist wur­de ver­letzt.

Die Mit­te-Regie­rung hat­te vor weni­gen Tagen ein mil­li­ar­den­schwe­res Sozi­al­pa­ket beschlos­sen, um den Kon­flikt zu ent­schär­fen. Das Paket wur­de vom Par­la­ment gebil­ligt. Seit Mit­te Novem­ber pro­tes­tie­ren die Gelb­wes­ten gegen die Reform­po­li­tik der Regie­rung. In der Haupt­stadt Paris war es wie­der­holt zu gewalt­tä­ti­gen Aus­schrei­tun­gen gekom­men. Nun gibt es auch Anti­se­mi­tis­mus-Vor­wür­fe gegen die Pro­test­be­we­gung. Der Dach­ver­band der jüdi­schen Orga­ni­sa­tio­nen in Frank­reich (CRIF) ver­ur­teil­te Gewalt­tä­tig­kei­ten und anti­se­mi­ti­sche Vor­fäl­le. Der Ver­band bezog sich unter ande­rem auf einen Vor­fall in der Pari­ser Metro am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de.

Nach Dar­stel­lung der Tages­zei­tung Le Mon­de fie­len dort drei Män­ner in gel­ben Wes­ten mit dem soge­nann­ten Quenel­le-Gruß auf, der – lin­ke Hand auf dem durch­ge­streck­ten rech­ten Arm – an den Hit­ler­gruß erin­nert. Eine älte­re Frau, die gesagt habe, sie sei Jüdin, sei von den Män­nern dar­auf­hin beschimpft wor­den, berich­te­te die Zei­tung unter Beru­fung auf den Jour­na­lis­ten und Augen­zeu­gen Thibaut Che­vil­lard. Der Ver­band äußer­te sich nicht im Detail zu dem Vor­fall.

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Bericht : Neues US-Kampfflugzeug könnte dreimal teurer als Superkampfjet F-35 werden


In die­sem Fall wäre der Preis des Jets der sechs­ten Genera­ti­on, der auch Pene­tra­ting Coun­ter Air, kurz PCA, genannt wird, mehr als drei­mal so hoch wie der Preis eines durch­schnitt­li­chen F-35-Jets, der auf etwa 94 Mil­lio­nen US-Dol­lar fest­ge­legt ist, so der Bericht, der die Kos­ten für den Ersatz des Flug­zeug­be­stands der US-Luft­waf­fe bis 2050 pro­gnos­ti­ziert. Bemer­kens­wert ist, dass selbst das Mehr­zweck­kampf­flug­zeug F-35 von Exper­ten als über­teu­ert ein­ge­schätzt wird.

Das Kon­gress­bud­get­bü­ro schätzt, dass die Luft­waf­fe 414 PCA-Flug­zeu­ge benö­tigt, um die altern­den Luft­über­le­gen­heits­kampf­flug­zeu­ge der Typen F-15C/D und F-22 zu erset­zen. Fer­ner ver­mu­tet man hier, dass das ers­te Flug­zeug im Jahr 2030 in Dienst gestellt wird, basie­rend auf dem erklär­ten Wunsch des Diens­tes, PCA um die­sen Zeit­raum her­um ein­zu­set­zen.

Einer der Haupt­grün­de für die explo­die­ren­den Kos­ten ist die Her­an­füh­rung von neu­en Tech­no­lo­gi­en. Der Kon­gress­be­richt fasst zusam­men :

Das PCA-Flug­zeug wird wahr­schein­lich eine grö­ße­re Reich­wei­te und Nutz­last sowie ver­bes­ser­te Tarn­kap­pen- und Sen­sor­fä­hig­kei­ten als die heu­ti­gen F-22 haben. Die­se Eigen­schaf­ten wür­den es dabei unter­stüt­zen, in Gegen­wart einer High-End-Luft­ver­tei­di­gung zu ope­rie­ren, von der das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um glaubt, dass Chi­na, Russ­land und ande­re poten­zi­el­le Geg­ner sie in Zukunft haben könn­ten.”

Ein ande­rer Grund sei­en die his­to­risch auf­wän­di­gen Pro­duk­ti­ons­be­din­gun­gen der US-Rüs­tungs­in­dus­trie. Die US-Luft­waf­fe hat kei­ne beson­ders gute Erfolgs­bi­lanz, wenn es dar­um geht, Tarn­flug­zeu­ge zu nied­ri­gen Kos­ten her­zu­stel­len, wie ursprüng­lich von der poli­ti­schen Füh­rung vor­ge­se­hen war, schreibt das Nach­rich­ten­por­tal Defen­se News. Sowohl das B-2- als auch das F-22-Pro­gramm wur­den teil­wei­se auf­grund der hohen Kos­ten gekürzt – was wie­der­um dazu bei­trug, dass sich die Pro­duk­ti­ons­ra­te nie bis zu dem Punkt beschleu­nig­te, an dem die Stück­kos­ten zu sin­ken begin­nen. “Die Ein­däm­mung der Kos­ten für das PCA-Flug­zeug kann ähn­lich schwie­rig wer­den”, heißt es im Bericht.

Obwohl die Füh­rung der Luft­waf­fe nicht genau sagen will, wie sie bei der Ent­wick­lung des neu­en Kampf­jets vor­ge­hen will oder wann die­ser das ers­te Mal in die Luft stei­gen soll, wur­den bereits erheb­li­che Inves­ti­tio­nen in das Pro­jekt hin­ein­ge­steckt. Für 2019 sind bereits 504 Mil­lio­nen US-Dol­lar ein­ge­plant, um in die “Domi­nanz der Luft der nächs­ten Genera­ti­on” zu inves­tie­ren.

Im nächs­ten Jahr­zehnt beab­sich­tigt die US-Regie­rung, jähr­lich etwa 15 Mil­li­ar­den Dol­lar für die Anschaf­fung von neu­en Flug­zeu­gen aus­zu­ge­ben. 2033 sol­len die ers­ten PCA-Flug­zeu­ge aus­ge­hän­digt wer­den. 85 Pro­zent der Aus­ga­ben ent­fal­len auf sechs Pro­gram­me : Jagd­flug­zeu­ge F-35 und PCA, Lang­stre­cken­bom­ber B-21, Tank­flug­zeug KC-46A, Luft­trans­por­ter C-130J und die bis­lang noch nicht genann­te Ablö­sung für das schwe­re Trans­port­flug­zeug C-17, berich­tet das Nach­rich­ten­por­tal Sput­nik.

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Aufsichtsbehörde : Google kann in Russland blockiert werden – Land ist bereit, Gesetze zu ändern


Anfang die­ser Woche wur­de Goog­le mit einer Geld­stra­fe von 500.000 Rubel (6.550 Euro) belegt, weil es sich wei­ger­te, sei­ne Such­ma­schi­ne mit der föde­ra­len Daten­bank der ver­bo­te­nen Web­sei­ten zu ver­bin­den. Die Stra­fe wirkt wie Hohn, wenn man bedenkt, dass die Alpha­bet-Hol­ding, zu der Goog­le gehört, im ver­gan­ge­nen Jahr fast 97 Mil­li­ar­den Euro erwirt­schaf­tet hat.

Wenn die Buß­gel­der kei­nen Ein­fluss auf das Ver­hal­ten des aus­län­di­schen Unter­neh­mens haben, besteht die Mög­lich­keit, dass die Gesetz­ge­bung geän­dert wird, was es ermög­licht, Goog­le in Russ­land zu blo­ckie­ren”, erklär­te Wadim Sub­bo­tin, der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter von Rosk­om­nad­zor.

Die Blo­ckie­rung wird zur här­tes­ten mög­li­chen Maß­nah­me wer­den”, aber es wäre gerecht­fer­tigt, wenn man den Inhalt der ver­bo­te­nen Web­sei­ten bedenkt, zu denen Goog­le sei­nen Nut­zern frei­en Zugang erlaubt, so Sub­bo­tin.

Wir spre­chen von Kin­der­por­no­gra­phie, Selbst­mord, Dro­gen, Glücks­spiel, Alko­hol­ver­kauf. Wir spre­chen von Extre­mis­mus und Ter­ro­ris­mus.

In Russ­land wur­de im Okto­ber die­ses Jah­res ein neu­es Gesetz ver­ab­schie­det, das alle Betrei­ber von Such­ma­schi­nen ver­pflich­tet, ter­ro­ris­ti­sche, extre­mis­ti­sche und ande­re ille­ga­le Web­sei­ten von ihren Such­ergeb­nis­sen aus­zu­schlie­ßen.

Zu die­sem Zweck soll­ten sie sich mit einer Daten­bank, die rund 120.000 ver­bo­te­nen URLs ent­hält, ver­bin­den, die von den rus­si­schen Behör­den erstellt wur­de.

Goog­le wei­gert sich jedoch, die ille­ga­len Inhal­te zu fil­tern, obwohl Rosk­om­nad­sor meh­re­re Tref­fen mit den Ver­tre­tern des US-Tech­no­lo­gie­rie­sen abhielt und ihnen die Geset­zes­la­ge erklär­te.

Bereits im Sep­tem­ber droh­te die Auf­sichts­be­hör­de damit, Face­book in Russ­land zu blo­ckie­ren, da das Unter­neh­men gegen das Ver­bot der Spei­che­rung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten rus­si­scher Bür­ger auf Ser­vern außer­halb des Lan­des ver­stieß.

Mehr zum The­ma — “Nie­mand steht über dem Gesetz”: Rus­si­sche Inter­net­auf­sicht droht Face­book mit Blo­ckie­rung

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Rotes Gold : Afghanischer boomender Safran könnte Alternative zum Handel mit Schlafmohn werden


Die Safran­pro­duk­ti­on hat in die­sem Jahr im Land ein Rekord­ni­veau mit 13 Ton­nen erreicht, erklärt das Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um. Offi­zi­el­le Zah­len zei­gen, dass die Flä­che für den Safran­an­bau im Jahr 2018 auf 6.200 Hekt­ar gestie­gen ist. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist das ein Anstieg von 22 Pro­zent.

In die­sem Jahr wur­den dazu nach Anga­ben der Regie­rung mehr als 6.600 Per­so­nen aus­ge­bil­det, die in der Her­stel­lung, Ver­ar­bei­tung und Ver­pa­ckung des Gewür­zes benö­tigt wer­den.

Rotes Gold: Afghanischer boomender Safran könnte Alternative zum Handel mit Schlafmohn werden
Afgha­ni­sche Frau­en sam­meln Safran­blü­ten im Karukh-Distrikt Herat in Afgha­ni­stan.

Die Safran­bau­ern erwirt­schaf­te­ten rund 15 Mil­lio­nen Euro an Ein­nah­men, indem sie Safran­cro­cin und Picro­cro­cin auf loka­len Märk­ten ver­kauf­ten ; wenn man bedenkt, dass etwa 90 Pro­zent des afgha­ni­schen Safrans ins Aus­land expor­tiert wer­den”, heißt es in der Erklä­rung.

Der zar­te Stem­pel der Blu­me wird seit Jahr­hun­der­ten in ver­schie­de­nen Küchen der Welt und bei der Her­stel­lung von Par­füms ver­wen­det. Safran wird von den­je­ni­gen, die auf sei­nen Anbau ange­wie­sen sind, als “Rotes Gold” bezeich­net. Er erzielt bis zu 1.350 Euro pro Kilo­gramm auf west­li­chen Märk­ten.

Rotes Gold: Afghanischer boomender Safran könnte Alternative zum Handel mit Schlafmohn werden

Wir begin­nen unse­re Feld­ar­beit noch vor Son­nen­auf­gang, und jeder von uns kann etwa vier bis fünf Kilo­gramm Safran­blü­ten sam­meln”, erklärt die 16-jäh­ri­ge Joma Khan, eine der 156.000 Sai­son­ar­bei­te­rin­nen, die bei der Ern­te des Gewür­zes hel­fen, der Nach­rich­ten­agen­tur AFP. Die Arbei­ter ver­die­nen etwa einen Euro pro Stun­de.

Die Ern­te wird dann an Fabri­ken geschickt, wo Arbei­ter mit Hand­schu­hen den roten Stem­pel ent­fer­nen, der aus den drei Stig­ma­ta besteht, die nach dem Trock­nen das Gewürz bil­den.

Rotes Gold: Afghanischer boomender Safran könnte Alternative zum Handel mit Schlafmohn werden
Eine afgha­ni­sche Arbei­te­rin ver­brei­tet getrenn­te Safran­fä­den aus geern­te­ten Blu­men.

Das Gewürz wird über neue Luft­kor­ri­do­re in 17 Län­der expor­tiert (haupt­säch­lich nach Chi­na, Indi­en und in die Län­der des Per­si­schen Golfs) sowie nach Anga­ben des Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums in die Euro­päi­sche Uni­on und nach Nord­ame­ri­ka.

Afgha­ni­sche Beam­te kämp­fen dar­um, die ein­hei­mi­schen Bau­ern vom hoch­pro­fi­ta­blen Schlaf­mohn­han­del zu ent­fer­nen. Der Mohn­an­bau in Afgha­ni­stan umfasst heu­te immer noch 263.000 Hekt­ar. Fast 90 Pro­zent des auf dem Pla­ne­ten geern­te­ten Opi­ums stam­men aus dem Land.

Mehr zum The­ma — Welt­dro­gen­be­richt der UN : Noch nie so viel Dro­gen­kon­sum wie heu­te

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