Trotz der Luftangriffe : OPCW-Experten werden ihre Untersuchungen in Syrien durchführen


Unge­ach­tet der Luft­an­grif­fe auf Zie­le in Syri­en, die in der Nacht von Frei­tag zu Sams­tag von den NATO-Staa­ten USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich durch­ge­führt wur­den, wol­len die Exper­ten der Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot von Che­mie­waf­fen (OPCW) ihren Ein­satz zur Unter­su­chung des mut­maß­li­chen Gift­gas­an­griffs im Osten der syri­schen Haupt­stadt Damas­kus fort­set­zen. Das teil­te die Orga­ni­sa­ti­on in Den Haag mit. Die OPCW-Inspek­teu­re waren am Sams­tag in Damas­kus ein­ge­trof­fen.

Die Unter­su­chungs­kom­mis­si­on soll den angeb­li­chen Ein­satz von Che­mie­waf­fen vor einer Woche in der Stadt Duma in der Regi­on Ost-Ghu­ta über­prü­fen. Nach Aus­sa­gen isla­mis­ti­scher Auf­stän­di­scher und der mit ihnen ver­bün­de­ten “Weiß­hel­me” sol­len bei einem Angriff mit Chlor­gas durch die syri­sche Armee Dut­zen­de Zivi­lis­ten getö­tet wor­den sein.

Damas­kus hat den Vor­wurf stets als “insze­niert” zurück­ge­wie­sen. Russ­land und Syri­en hat­ten eine Ent­sen­dung von OPCW-Exper­ten gefor­dert, um eine Unter­su­chung der Anschul­di­gun­gen vor Ort durch­füh­ren zu kön­nen.

Boden- und Gewe­be­pro­ben, aber auch Augen­zeu­gen und medi­zi­ni­sches Per­so­nal als Beweis­mit­tel

Zu dem ein­ge­trof­fe­nen Team gehö­ren unter ande­rem Che­mi­ker, Medi­zi­ner sowie Waf­fen­ex­per­ten. Sie sol­len nicht nur Boden- und Gewe­be­pro­ben sam­meln und ana­ly­sie­ren, son­dern haben auch ein Man­dat, Augen­zeu­gen, Opfer sowie medi­zi­ni­sches Per­so­nal zu befra­gen.

Die OPCW “kann und wird kei­ne Infor­ma­tio­nen über eine lau­fen­de Unter­su­chung ver­öf­fent­li­chen”, heißt es in der am Sams­tag ver­öf­fent­lich­ten Erklä­rung. Grün­de dafür sei­en die Inte­gri­tät der Unter­su­chung und ihrer Ergeb­nis­se sowie die Sicher­heit der ein­ge­setz­ten Exper­ten. Alle Sei­ten sei­en auf­ge­for­dert, die Ver­trau­lich­keit zu wah­ren, die für eine “gründ­li­che und unge­hin­der­te Unter­su­chung” nötig sei. Die Ermitt­ler sol­len ihren Bericht bin­nen 30 Tagen dem Exe­ku­tiv­rat der OPCW über­ge­ben.

Bereits ges­tern ver­ur­teil­te Russ­land auf Schärfs­te den Angriff Groß­bri­tan­ni­ens, Frank­reichs und der USA, mit­tels des­sen die­se auch die Exper­ten-Unter­su­chung miss­ach­tet hät­ten. Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin sag­te : “Die Orga­ni­sa­ti­on für das Ver­bot che­mi­scher Waf­fen ent­sand­te ihre Exper­ten nach Syri­en, um alle Umstän­de zu unter­su­chen. Aber eine Grup­pe west­li­cher Län­der igno­rier­te dies zynisch und unter­nahm eine mili­tä­ri­sche Akti­on, ohne auf das Ergeb­nis der Unter­su­chung zu war­ten.”

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Argentinische Polizisten schieben Schuld für verschwundenes Marihuana Mäusen zu und werden gefeuert


Das Ver­schwin­den des Mari­hua­nas sei wäh­rend einer Inspek­ti­on in der argen­ti­ni­schen Stadt Pilar ent­deckt wor­den. Das Rausch­mit­tel soll seit zwei Jah­ren in der poli­zei­li­chen Asser­va­ten­kam­mer gela­gert wor­den sein. Obwohl unge­fähr 6.000 Kilo Mari­hua­na anfäng­lich regis­triert wor­den waren, wur­den nur 5.460 Kilo bei der Inspek­ti­on gefun­den.

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Als die Ver­ant­wort­li­chen damit kon­fron­tiert wor­den waren, behaup­te­ten sie, dass das Rausch­mit­tel von Mäu­sen gefres­sen wor­den war. Ein Gericht hat nun zu ent­schei­den, ob das ver­schwun­de­ne Mari­hua­na tat­säch­lich von Tie­ren geges­sen wor­den sein könn­te.

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Dobrindt heizt Debatte weiter an : “Islam soll für Deutschland kulturell nicht prägend werden”


Gegen­über den Zei­tun­gen der Fun­ke Medi­en­grup­pe ver­schärf­te CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt in der Islam-Debat­te noch­mals den Ton. Die Welt­re­li­gi­on, der glo­bal mehr als 1,7 Mil­li­ar­den Men­schen ange­hö­ren, sei für Deutsch­land “kul­tu­rell nicht prä­gend und er soll es auch nicht wer­den”.

Für Dob­rindt ist der Islam mit dem “christ­lich-jüdi­schen Erbe” Deutsch­lands nicht ver­ein­bar. Der CSU-Poli­ti­ker erklär­te, der Islam habe “kei­ne kul­tu­rel­len Wur­zeln in Deutsch­land und mit der Scha­ria als Rechts­ord­nung nichts gemein­sam mit unse­rem christ­lich-jüdi­schen Erbe”.

Dobrindt : “Islam gehört in keiner Form zu Deutschland”

Islam­for­scher wie Bassam Tibi ver­wei­sen in die­sem Zusam­men­hang dar­auf, dass es den einen Islam nicht gebe und beto­nen die Viel­falt die­ser Reli­gi­on, die in 57 Län­dern von einer Mehr­heit der Bevöl­ke­rung prak­ti­ziert wer­de. Hier­auf hat­te Dob­rindt jedoch bereits vor eini­gen Tagen die für ihn pas­sen­de Ant­wort :

Der Islam gehört egal in wel­cher Form nicht zu Deutsch­land”, erklär­te er am 20. März in Ber­lin.

Nun leg­te der CSU-Lan­des­grup­pen­chef im Bun­des­tag nach und argu­men­tier­te :

Unse­re Vor­stel­lun­gen von Tole­ranz und Nächs­ten­lie­be, von Frei­heit, von Leis­tungs- und Chan­cen­ge­rech­tig­keit fin­den sich so in der isla­mi­schen Welt nicht wie­der.

Nicht die Ver­hei­ßun­gen des Wohl­stands, son­dern die ver­meint­li­chen west­li­chen Errun­gen­schaf­ten sei­en “der Grund, war­um so vie­le Men­schen bei uns leben wol­len”. Dem Islam feh­le eben­so das, was für das Chris­ten­tum die Auf­klä­rung gewe­sen sei – mit all ihren posi­ti­ven Rück­wir­kun­gen auf Glau­ben, Recht und gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt.

Kein isla­mi­sches Land auf der gan­zen Welt hat eine ver­gleich­ba­re demo­kra­ti­sche Kul­tur ent­wi­ckelt wie wir sie in christ­li­chen Län­dern ken­nen”, ana­ly­siert Dob­rindt.

Den­noch sei­en inte­gra­ti­ons­wil­li­ge Mus­li­me in Deutsch­land will­kom­men :

Mus­li­me, die sich in unse­re Gesell­schaft inte­grie­ren wol­len, sind Teil unse­res Lan­des, aber der Islam gehört nicht zu Deutsch­land”, so Dob­rindt wei­ter.

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Ex-Bundespräsident Wulff stieß 2010 auf breiter Ebene Islam-Debatte an

Im Gegen­satz zum CSU-Poli­ti­ker hat­te der dama­li­ge Innen­mi­nis­ter Wolf­gang Schäub­le bereits vor eini­gen Jah­ren mehr­mals die Ansicht geäu­ßert :

Der Islam ist inzwi­schen ein Teil Deutsch­lands.

Doch erst die Rede des dama­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Chris­ti­an Wulff zum Tag der Deut­schen Ein­heit am 3. Okto­ber 2010 brach­te — par­al­lel zu den kon­tro­ver­sen The­sen des Ex-Bun­des­ban­kers Thi­lo Sar­ra­zin — die Islam-Debat­te in Deutsch­land ins Rol­len.

Das Chris­ten­tum gehört zwei­fels­frei zu Deutsch­land. Das Juden­tum gehört zwei­fels­frei zu Deutsch­land. Das ist unse­re christ­lich-jüdi­sche Geschich­te. Aber der Islam gehört inzwi­schen auch zu Deutsch­land”, zeig­te sich Wulff damals über­zeugt. Womög­lich unge­wollt hat­te Wulff die Begrif­fe “Juden­tum” und “Chris­ten­tum” offen­sicht­lich im Sin­ne einer kul­tu­rel­len Prä­gung ver­wen­det. Die Schluss­fol­ge­rung : Auch dem Islam ste­he die­se Prä­gung zu. Doch nicht nur hier schei­den sich die Geis­ter.

Christ­lich-jüdi­sches Erbe” in Anbe­tracht der Geschich­te eine Mogel­pa­ckung ?

Unter ande­rem mag die jüdi­sche Phi­lo­so­phin Almut Bruck­stein Cor­uh der­weil auch nicht von einem “christ­lich-jüdi­schen Erbe” Deutsch­lands spre­chen. Sie hält die­se Begriff­lich­keit ange­sichts der deut­schen Geschich­te für eine “post­trau­ma­ti­sche Kon­struk­ti­on” und argu­men­tiert, dass der Islam heu­te in Deutsch­land ange­klagt wer­de wie noch vor hun­dert Jah­ren das rab­bi­ni­sche Juden­tum.

Ihr zufol­ge habe der jüdisch-christ­li­che Dia­log in Deutsch­land erst nach 1945 begon­nen. Zuvor hät­ten die Trenn­li­ni­en die­ses Dia­logs ziem­lich genau jenen zwi­schen dem ver­meint­lich “christ­li­chen” und “mus­li­mi­schen” Welt­bild in der heu­ti­gen Zeit ent­spro­chen.

Es stockt einem der Atem bei so viel Geschichts­ver­ges­sen­heit”, meint Bruck­stein Cor­uh und ver­weist auf Moses Mai­mo­ni­des, einen der bedeu­tends­ten jüdi­schen Gelehr­ten des Mit­tel­al­ters, des­sen Refle­xio­nen stark von der isla­mi­schen Phi­lo­so­phie geprägt waren.

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Trump : Russland mach dich bereit, unsere Raketen werden kommen, schön, neu und smart !


Der Tweet scheint eine inof­fi­zi­el­le Ankün­di­gung der “gro­ßen Ent­schei­dun­gen” zu sein, die Trump in Aus­sicht gestellt hat­te unter dem Ein­druck eines angeb­li­chen che­mi­schen Angriffs in Syri­en.

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Zuvor hat­te Russ­land ange­droht, alle US-Rake­ten und deren Trä­ger­sys­te­me abzu­schie­ßen, die auf Syri­en gerich­tet sind :

Wenn es einen ame­ri­ka­ni­schen Angriff gibt, dann wer­den wir die Rake­ten abschie­ßen und die Posi­tio­nen anvi­sie­ren, von denen aus sie gestar­tet wur­den”, sag­te Alex­an­der Zasyp­kin, der rus­si­sche Gesand­te in Bei­rut, am heu­ti­gen Mitt­woch.

Trump ist nicht der ein­zi­ge in der US-Regie­rung, der vor­zei­tig mit dem Fin­ger auf Assad zeigt. Die US-Bot­schaf­ter bei der UNO, Nik­ki Haley, nann­te Assad nach Berich­ten über den angeb­li­chen Angriff schnell ein “Mons­ter” und bezeich­ne­te die syri­sche Regie­rung als “mör­de­ri­sches Régime”.

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Russ­lands Bot­schaf­ter bei der UNO, Was­si­li Neben­zia, warn­te davor, dass die USA eine “ille­ga­le mili­tä­ri­sche Akti­on” durch­füh­ren, und füg­te hin­zu :

Ich hof­fe, dass Washing­ton noch zur Ver­nunft kommt.

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Drei Monate Aufnahme-Stopp vorbei — Ausländer können wieder Tafel-Kunden werden


Die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on hat­te seit dem 10. Janu­ar Aus­län­der als Neu­kun­den bei der Lebens­mit­tel­aus­ga­be abge­lehnt und dies mit einem angeb­lich zu hohen Aus­län­der­an­teil begrün­det. Die Ent­schei­dung hat­te eine hef­ti­ge poli­ti­sche Dis­kus­si­on aus­ge­löst. Momen­tan sind laut Sar­tor knapp 56 Pro­zent der Kun­den Deut­sche. Zeit­wei­se hat­te der Anteil von Men­schen ohne deut­schen Pass bei 75 Pro­zent gele­gen.

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Künf­tig soll die Natio­na­li­tät der Kun­den auch bei Eng­päs­sen kei­ne Rol­le mehr spie­len. In sol­chen Fäl­len will die Tafel allein­ste­hen­de Senio­ren ab 50 Jah­ren, Behin­der­te, Allein­er­zie­hen­de und Fami­li­en mit min­der­jäh­ri­gen Kin­dern bevor­zugt auf­neh­men. (dpa)

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Darf man(n) nicht berühren : Frauen wollen Hilfe leisten und werden aus dem Sumo-Ring geworfen


Der japa­ni­sche Sumo-Ver­band ent­schul­dig­te sich nach die­sem Vor­fall und bedank­te sich bei den Frau­en für ihre Hil­fe. Das Ver­hal­ten des Schieds­rich­ters sei unan­ge­mes­sen gewe­sen, da es sich um eine Not­si­tua­ti­on gehan­delt habe. Sei­ne Reak­ti­on hat­te für viel Kri­tik in den sozia­len Medi­en gesorgt und eine neue Debat­te über die Geschlech­ter­rol­len in Japan aus­ge­löst.

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Sollte Lula zu den Wahlen zugelassen werden : Brasilianischer General droht indirekt mit Putsch


Der Kom­man­dant der bra­si­lia­ni­schen Armee, Gene­ral Edu­ar­do Vil­las Boas, hat am Vor­abend der Ent­schei­dung des Obers­ten Gerichts­hofs mit einem kryp­ti­schen Tweet für Auf­re­gung gesorgt. Der Hin­ter­grund sind die Vor­wür­fe gegen den Ex-Prä­si­den­ten Lula da Sil­va.

Lula möch­te trotz Kor­rup­ti­ons­vor­wür­fen im Okto­ber bei der Prä­si­dent­schafts­wahl antre­ten. Er wur­de jedoch bereits in zwei­ter Instanz zu zwölf Jah­ren Haft ver­ur­teilt. Lula und sei­ne Anhän­ger spre­chen von einem poli­tisch moti­vier­ten Ver­fah­ren und leh­nen die Vor­wür­fe ab.

Ich will, dass sie auf­hö­ren, Lügen über mich zu ver­brei­ten. Gebt mir mei­ne Unschuld zurück, denn ich will kan­di­die­ren!”, so das ehe­ma­li­ge Staats­ober­haupt.

Vil­las Boas schrieb auf sei­nem Twit­ter-Account am Diens­tag­abend, dass die Armee “auf ihre insti­tu­tio­nel­len Mis­sio­nen ach­tet” und dass das Mili­tär, zusam­men mit “allen guten Bür­gern, Straf­lo­sig­keit ablehnt und die Ver­fas­sung, den sozia­len Frie­den und die Demo­kra­tie respek­tiert”.

Der Gene­ral füg­te hin­zu : “In der gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on Bra­si­li­ens liegt es an den Insti­tu­tio­nen und Bür­gern zu fra­gen, wer wirk­lich an das Wohl­erge­hen unse­res Lan­des und sei­ner zukünf­ti­gen Gene­ra­tio­nen denkt und wer sich nur um per­sön­li­che Inter­es­sen küm­mert”.

Das klingt auf den ers­ten Blick recht harm­los, doch in Bra­si­li­en las­sen der­ar­ti­ge Äuße­run­gen von hoch­ran­gi­gen Mili­tärs schnell die Alarm­glo­cken schril­len. Im Jahr 1964 putsch­te das Mili­tär, unter­stützt durch ver­deck­te Ope­ra­tio­nen des US-Geheim­diens­tes CIA, und zwang den dama­li­gen Prä­si­den­ten João Gou­lart ins Exil. Das neue Régime unter Gene­ral Hum­ber­to Cas­te­lo Bran­co unter­drück­te die lin­ke Oppo­si­ti­on und ent­zog etwa 300 Per­so­nen die poli­ti­schen Rech­te.

Ein im Jahr 1965 ver­ab­schie­de­tes Gesetz schränk­te die bür­ger­li­chen Frei­hei­ten ein, sprach der Natio­nal­re­gie­rung wei­te­re Macht­be­fug­nis­se zu und bestimm­te die Wahl des Prä­si­den­ten und Vize­prä­si­den­ten durch den Kon­gress. Wäh­rend der Zeit der Mili­tär­dik­ta­tur waren Men­schen­rechts­grup­pen zufol­ge staat­li­cher Mord, staat­li­che Todes­schwa­dro­nen, Fol­ter und das Ver­schwin­den­las­sen von Oppo­si­tio­nel­len an der Tages­ord­nung.

Zudem betei­lig­te sich Bra­si­li­en auch an der berüch­tig­ten Ope­ra­ti­on Con­dor, einem Kom­plott meh­re­rer latein­ame­ri­ka­ni­scher Régime, deren Ziel es war, sich bei der Ermor­dung miss­lie­bi­ger Staats­bür­ger gegen­sei­tig zu unter­stüt­zen.

Es war aus­ge­rech­net Ex-Prä­si­dent Lula, der im Jahr 2010 sei­ne Initia­ti­ve für eine Bra­si­lia­ni­sche Wahr­heits­kom­mis­si­on star­te­te, wel­che die Ver­bre­chen die­ser Zeit unter­su­chen soll­te. Die offi­zi­el­le Eröff­nungs­ze­re­mo­nie fand im Novem­ber 2011 unter der mitt­ler­wei­le geschaß­ten Prä­si­den­tin Dil­ma Rouss­eff statt.

Der abschlie­ßen­de Bericht wur­de im Dezem­ber 2014 vor­ge­legt und doku­men­tiert die zwi­schen 1964 und 1985 began­ge­nen Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen.

Die aktu­el­len Äuße­run­gen von Vil­las Boas über die “Rol­le des Mili­tärs” kom­men zu einem Zeit­punkt, in dem Bra­si­li­en gespal­ten ist. In meh­re­ren Städ­ten Bra­si­li­ens haben Hun­der­te Men­schen für und gegen Lula demons­triert. Die Kund­ge­bun­gen fan­den am Diens­tag kurz vor der Gerichts­ent­schei­dung statt, die Lula end­gül­tig ins Gefäng­nis brin­gen könn­te, wie das Nach­rich­ten­por­tal Glo­bo berich­te­te.

Demons­tra­tio­nen von Anhän­gern und Geg­nern Lulas gab es dem­nach in 23 Bun­des­staa­ten und Groß­städ­ten wie São Pau­lo, Río de Janei­ro und der Haupt­stadt Bra­sí­lia.

Lula war Ende Janu­ar in zwei­ter Instanz für schul­dig befun­den wor­den, im Zuge des Kor­rup­ti­ons­skan­dals um den staat­li­chen Ölkon­zern Petro­bras von einem Bau­kon­zern die Reno­vie­rung eines Luxus-Appar­te­ments am Meer ange­nom­men zu haben. Falls das Gericht am Mitt­woch den Antrag von Lulas Ver­tei­di­gung ablehnt, könn­te die Jus­tiz in den kom­men­den Tagen sei­ne Inhaf­tie­rung anord­nen.

Auch die Nach­fol­ge­rin von Lula, Dil­ma Rouss­eff, fiel dem Kor­rup­ti­ons­skan­dal 2016 zum Opfer und wur­de ihres Amtes ent­ho­ben. Rouss­eff wies die Vor­wür­fe sei­ner­zeit zurück und sprach von einem “Putsch”.

Trotz der Vor­wür­fe liegt Lula immer noch mit bis zu 36 Pro­zent in den Umfra­gen deut­lich vor­ne. Bei einem rechts­kräf­ti­gen Urteil könn­te die Jus­tiz sei­ne Kan­di­da­tur jedoch ver­bie­ten. Der Kor­rup­ti­ons­skan­dal “Lava Jato” (“Auto­wä­sche”) erschüt­tert seit Län­ge­rem die bra­si­lia­ni­sche Poli­tik. Dabei geht es um Schmier­gel­der, die allen vor­an Bau­kon­zer­ne an Poli­ti­ker und Mana­ger gezahlt haben sol­len, um im Gegen­zug Auf­trä­ge von Petro­bras zu erhal­ten.

Der Tweet von Vil­las Boas blieb jedoch nicht unbe­ant­wor­tet. “In einer Demo­kra­tie sen­det ein Mili­tär­kom­man­dant kei­ne Bot­schaft an irgend­ei­ne Macht der Repu­blik”, schrieb der Bun­des­ge­setz­ge­ber Chi­co Alen­car eben­falls auf Twit­ter. “2018 ist nicht 1964!”

Nun war­tet ganz Bra­si­li­en gespannt auf das Urteil.

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