Wieso stimmt Deutschland gegen UN-Resolution zur Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum ?


Was bewegt die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land dazu, bei den Ver­ein­ten Natio­nen gegen Anstren­gun­gen zur Ver­hin­de­rung eines Wett­rüs­tens im Welt­raum zu stim­men, dies zudem im Gegen­satz zur über­gro­ßen Mehr­heit der inter­na­tio­na­len Staa­ten­ge­mein­schaft ?

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Am Diens­tag stand bei der der­zeit lau­fen­den UN-Voll­ver­samm­lung ein von Russ­land vor­ge­leg­ter Reso­lu­ti­ons­ent­wurf zur Abstim­mung, der das Ziel hat, ein dro­hen­des Wett­rüs­ten im Welt­raum zu ver­hin­dern. Für das Doku­ment stimm­te eine Mehr­heit von 124 Staa­ten. Aller­dings stimm­ten die USA, Isra­el und Deutsch­land sowie alle wei­te­ren EU-Staa­ten dage­gen. RT-Redak­teur Flo­ri­an War­weg frag­te auf der aktu­el­len Bun­des­pres­se­kon­fe­renz (BPK) nach den Beweg­grün­den für die Stimm­ent­schei­dung Deutsch­lands. Die Ant­wort des Spre­chers aus dem Aus­wär­ti­gen Amt geht wohl in die Anna­len der BPK als eine der schlech­tes­ten Aus­re­den des Jah­res 2019 ein : 

Hin­weis der Redak­ti­on : You­Tube hat den Upload von Video-Clips und Live-Streams bis zum 14.11. blo­ckiert. Daher wer­den wir bis zu die­sem Zeit­punkt Vide­os nur über unse­re eige­nen Ser­ver ver­brei­ten kön­nen.

RT Deutsch


Wieso fordert Bundesregierung per UN-Resolution Waffenstillstand für al-Qaida-Terroristen in Idlib ?


Haiʾat Tahr­ir asch-Scham (HTS) gilt nach all­ge­mei­ner Ein­schät­zung als “extre­mis­tisch-isla­mis­ti­sches Bünd­nis” und setzt sich aus meh­re­ren Dschi­ha­dis­ten­grup­pen zusam­men. Dsch­ab­hat Fatah asch-Scham gilt dabei als die mit Abstand größ­te Kraft inner­halb des Bünd­nis­ses und fun­giert als Nach­fol­ge­or­ga­ni­sa­ti­on der al-Nus­ra-Front, die den syri­schen Zweig von al-Qai­da dar­stellt. Der Ver­fas­sungs­schutz bezeich­net HTS offi­zi­ell als “Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on”.

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Trotz die­ses Hin­ter­grun­des brach­te letz­te Woche Deutsch­land zusam­men mit Bel­gi­en und Kuwait eine Reso­lu­ti­on in den Sicher­heits­rat ein, die einen Waf­fen­still­stand für Idlib ein­for­dert. Russ­land und Chi­na signa­li­sier­ten Zustim­mung, aber nur, wenn die Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on HTS von die­sem Waf­fen­still­stand aus­ge­nom­men wird. Die rus­si­sche Dele­ga­ti­on warn­te die Ver­fas­ser der Reso­lu­ti­on davor, dass der Ent­wurf sonst in die­ser Form schei­tern wer­de. Doch die deut­schen, bel­gi­schen und kuwai­ti­schen UN-Ver­tre­ter reich­ten den Ent­wurf unver­än­dert zur Abstim­mung ein, pro­vo­zier­ten damit gera­de­zu ein Veto und “stör­ten so bewusst die Ein­heit des Rates”, wie die rus­si­sche UN-Mis­si­on aus­führ­te.

Das eigent­li­che Ziel des vor­ge­leg­ten Reso­lu­ti­ons­ent­wur­fes ist es, die in Idlib ver­schanz­ten inter­na­tio­na­len Ter­ro­ris­ten vor der völ­li­gen Ver­nich­tung zu ret­ten und Russ­land und Syri­en als die Schul­di­gen an dem dar­zu­stel­len, was dort geschieht”, erklär­te der rus­si­sche Gesand­te bei der UNO Was­si­li Nebens­ja.

Die rus­si­sche UN-Mis­si­on äußer­te sich zudem mit einem Tweet zum Agie­ren der west­li­chen Mit­glie­der im UN-Sicher­heits­rat :

Die west­li­chen Kol­le­gen sin­gen immer das­sel­be Lied : Sobald die syri­schen Regie­rungs­trup­pen Hoch­bur­gen von Ter­ro­ris­ten in die Zan­ge neh­men, ver­wan­deln sich Letz­te­re plötz­lich in Reprä­sen­tan­ten der Oppo­si­ti­on, die dem ‘Assad-Régime’ Wider­stand leis­ten. 

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RT woll­te auf der aktu­el­len Bun­des­pres­se­kon­fe­renz wis­sen, auf­grund wel­cher Beweg­grün­de die Bun­des­re­gie­rung in New York so sehr insis­tiert hat, HTS in den Waf­fen­still­stand für Idlib ein­zu­be­zie­hen, auch um den Preis eines Vetos durch Russ­land und Chi­na :

RT Deutsch


Regierungssprecher können nicht erklären, wieso Moskaus Angebot zur Rettung von INF abgelehnt wurde


Wie eilig es die USA mit den neu erlang­ten Frei­hei­ten nach dem Ende des INF-Ver­tra­ges hat­ten, zeigt sich mit der Ankün­di­gung Washing­tons, Mit­tel­stre­cken­ra­ke­ten in Asi­en sta­tio­nie­ren zu wol­len, die zuvor unter die Bestim­mun­gen des Ver­tra­ges gefal­len wären. 

Mehr zum The­ma — Chi­na kri­ti­siert INF-Aus­stieg : USA stre­ben nach Über­le­gen­heit bei stra­te­gi­schen Waf­fen 

Auch Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas nahm das offi­zi­el­le Ende am Frei­tag als Grund zum Anlass, über Twit­ter sei­ne Sor­ge über den Ver­lust von einem “Stück Sicher­heit in Euro­pa” zu äußern, da eine Sta­tio­nie­rung von US-Rake­ten auf euro­päi­schem Boden wie­der mög­lich erschei­nen. Russ­land lud des­halb Washing­ton bereits ein, einem Mora­to­ri­um zuzu­stim­men, wonach bei­de Län­der kei­ne sol­chen Waf­fen­sys­te­me auf den jeweils ande­ren rich­ten wer­den, bis einer der bei­den den ers­ten Zug macht. Bis jetzt gab es zumin­dest kei­ne Ant­wort auf die­ses Ange­bot, weder von den USA noch von der NATO oder der Bun­des­re­gie­rung.

Im sel­ben Tweet behaup­te­te Maas aller­dings noch, dass “Russ­land nicht das Nöti­ge getan hat, um den INF-Ver­trag zu ret­ten”, was die Regie­rung “bedau­ert”. Was Maas aller­dings nicht erwähnt, sind die mehr­ma­li­gen Ange­bo­te der rus­si­schen Regie­rung, die frag­li­che 9M729-Rake­te vor Ort zu inspi­zie­ren, die von der NATO – und damit auch Deutsch­land – nicht ange­nom­men wur­den, um die Vor­wür­fe auf die­se Wei­se zu klä­ren. Damit drängt sich der Ver­dacht auf, dass die USA und NATO gar kein wirk­li­ches Inter­es­se hat­ten, um den INF-Ver­trag in der gegen­wär­ti­gen Form auf­recht­zu­er­hal­ten. 

Bei der aktu­el­len Bun­des­pres­se­kon­fe­renz woll­te RT des­halb von den Regie­rungs­spre­chern wis­sen, wes­halb die­se mehr­ma­li­gen Ange­bo­te der rus­si­schen Regie­rung abge­wie­sen wur­den. Die Ant­wor­ten von Maria Ade­bahr, der Spre­che­rin des Aus­wär­ti­gen Amtes, spre­chen in die­sem Fall für sich.

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RT Deutsch


Wieso schweigt Bundesregierung zu 600 ermordeten sozialen Aktivisten im NATO-Partnerland Kolumbien ?


Vom 26. bis 28. Juli haben Ver­tre­ter des UN-Sicher­heits­rats, dar­un­ter auch deut­sche Diplo­ma­ten, Kolum­bi­en besucht. Die UN-Diplo­ma­ten woll­ten die Fort­schrit­te bei der Umset­zung des Frie­dens­ver­trags zwi­schen der eins­ti­gen mar­xis­ti­schen FARC-Gue­ril­la und der kolum­bia­ni­schen Regie­rung über­prü­fen. Nach Anga­ben des kolum­bia­ni­schen Frie­dens­for­schungs­in­sti­tuts Inde­paz wur­den aller­dings seit Unter­zeich­nung des Frie­dens­ver­trags im Jahr 2016 über 600 sozia­le Akti­vis­ten und 140 ehe­ma­li­ge FARC-Gue­ril­le­ros ermor­det.

Mehr zum The­ma — Kolum­bi­en : UN-Besuch von neu­en Mor­den an Ex-Gue­ril­las über­schat­tet

RT Deutsch-Redak­teur Flo­ri­an War­weg woll­te auf der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz (BPK) vom Aus­wär­ti­gen Amt erfah­ren, wie Deutsch­land die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen des Frie­dens­pro­zes­ses in Kolum­bi­en bewer­tet und wes­halb die enor­me Anzahl von 600 ermor­de­ten sozia­len Akti­vis­ten inner­halb der letz­ten drei Jah­re bis­her kei­ne Reak­ti­on des Aus­wär­ti­gen Amtes aus­ge­löst hat, ganz im Gegen­satz zum Agie­ren Ber­lins im Fal­le ande­rer latein­ame­ri­ka­ni­scher Län­der, wie etwa gegen­über Vene­zue­la : 

Die in der BPK ver­spro­che­ne Nach­rei­chung aus dem Aus­wär­ti­gen Amt erreich­te RT am 29. Juli :

Die Bun­des­re­gie­rung ver­folgt mit ihren euro­päi­schen Part­nern die Sicher­heits­la­ge in Kolum­bi­en sehr genau und mahnt gegen­über der kolum­bia­ni­schen Regie­rung immer wie­der bes­se­re Schutz­maß­nah­men für beson­ders gefähr­de­te Per­so­nen sowie eine kon­se­quen­te straf­recht­li­che Ver­fol­gung von Straf­ta­ten an.

Die deut­sche Bot­schaft in Bogo­ta hat Angrif­fe auf Akti­vis­tin­nen und Akti­vis­ten in der Ver­gan­gen­heit auch öffent­lich ver­ur­teilt, etwa in einem Tweet vom 6.5.19 unmit­tel­bar im Anschluss an die Rei­se von Außen­mi­nis­ter Maas.

Das AA bezieht sich auf einen Tweet des deut­schen Bot­schaf­ters in Bogo­ta, Peter Ptas­sek, in wel­chem die­ser ein Atten­tat auf die afro-kolum­bia­ni­sche Umwelt­ak­ti­vis­tin Fran­cia Már­quez am 4. Mai 2019 ver­ur­teilt. Már­quez über­leb­te das Atten­tat unver­letzt. 

Es han­delt sich aller­dings hier­bei um die ein­zi­ge Stel­lung­nah­me der Bot­schaft – und auch all­ge­mein des AA –, die sich zu die­ser The­ma­tik fin­den lässt. Zu den 600 getö­te­ten sozia­len Akti­vis­ten seit 2016 fin­det sich kei­ne ein­zi­ge Stel­lung­nah­me oder gar Ver­ur­tei­lung des NATO-Part­ner­lan­des. Der unter­schied­li­che Stan­dard im Umgang mit Kolum­bi­en wird beson­ders ekla­tant, wenn man sich vor Augen führt, in wel­chem Maße gleich­zei­tig gemut­maß­te Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen etwa in Vene­zue­la oder Nica­ra­gua vom Aus­wär­ti­gen Amt kom­men­tiert wer­den.

Mehr zum The­ma — Dr. Gniff­kes Macht um Acht : Bei Kolum­bi­en guckt ARD-Aktu­ell ger­ne weg

RT Deutsch


Top Gun : Wieso Amerikas beste Kampfpiloten sowjetische Kampfjets fliegen


Geg­ner im Luft­nah­kampf simu­lie­ren, die eige­ne Flug­ab­wehr trai­nie­ren, neue Radar­tech­nik tes­ten – Ame­ri­kas Air Force und Navy ver­fü­gen über spe­zi­el­le Flug­schu­len mit spe­zi­el­ler Aus­rüs­tung : Flug­zeu­ge, die die Kampf­jets poten­zi­el­ler Geg­ner imi­tie­ren. Das Por­tal „army news“ berich­tet.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


RT auf BPK : Wieso keine persönliche Würdigung von Sigmund Jähns Weltraumflug durch Bundesregierung ?


Vor vier­zig Jah­ren star­te­te Sig­mund Jähn als ers­ter Deut­scher ins All. Gemein­sam mit dem sowje­ti­schen Kos­mo­nau­ten Wale­ri Bykow­ski flog der dama­li­ge Oberst­leut­nant der DDR-Luft­streit­kräf­te am 26. August 1978 in einem Sojus-Raum­schiff zur Raum­sta­ti­on Sal­jut 6. Danach wur­de er in der DDR wie ein Held ver­ehrt, den jedes Kind kann­te, doch im Wes­ten ist Sig­mund Jähn mit sei­ner Leis­tung noch immer weit­ge­hend unbe­kannt. 

Fra­gen an das Kanz­ler­amt und das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, ob die Regie­rung den run­den Geburts­tag im ver­gan­ge­nen Jahr und nun das Jubi­lä­um des ers­ten deut­schen Raum­flugs zu Anlass näh­me, den deut­schen Kos­mo­nau­ten und sei­ne his­to­ri­sche Leis­tung zu wür­di­gen, wur­den nega­tiv beant­wor­tet. 

Man stel­le sich vor, der ers­te Deut­sche im All wäre ein West­deut­scher gewe­sen, der mit einer NASA-Rake­te erst­mals in Welt­all geflo­gen wäre. Ver­tre­ter der Bun­des­re­gie­rung wären beim Fei­ern wohl ganz vor­ne mit dabei gewe­sen. 

Mehr zum The­ma — Sig­mund Jähn, ers­ter Deut­scher im Welt­all, warnt vor Krieg zwi­schen Russ­land und Deutsch­land

Die Ant­wort auf die Fra­ge von RT Deutsch auf der Regie­rungs­pres­se­kon­fe­renz am 29. August, aus wel­chen kon­kre­ten Grün­den sich die Bun­des­re­gie­rung gegen eine Wür­di­gung der his­to­ri­schen Leis­tung von Sig­mund Jähn ent­schie­den hat­te, zeigt exem­pla­risch auf, wie es um die viel beschwo­re­ne deut­schen Ein­heit bestellt ist : Man habe doch get­wit­tert.

Man muss ein­ge­ste­hen, die Chuz­pe der Regie­rungs­spre­cher zu solch einer Argu­men­ta­ti­on muss man erst ein­mal auf­brin­gen : Man habe dem 80-jäh­ri­gen Sig­mund Jähn sehr wohl zu sei­nem Welt­raum­flug gra­tu­liert, indem der Koor­di­na­tor der Bun­des­re­gie­rung für die Deut­sche Luft- und Raum­fahrt, Tho­mas Jar­zom­bek, am 26. August dazu an sei­ne Fol­lo­wer twit­ter­te. Ob Sig­mund Jähn der Gruß erreich­te, ist nicht bekannt : 

Mehr zum The­ma — Sig­mund Jähn erhält den Raum­fahrt­preis “Sil­ber­ner Meri­di­an” 

RT Deutsch


Syrien-Krise : Wieso begleitet eine deutsche Fregatte das US-Kampfgeschwader nach Nahost ?


von Flo­ri­an War­weg

Die soge­nann­te Strike-Group um den Flug­zeug­trä­ger USS Har­ry S. Tru­man soll mit sie­ben Angriffs­schif­fen und 6.500 Mari­ne­sol­da­ten den Atlan­tik über­que­ren und sich anschlie­ßend auf den Weg ins Mit­tel­meer Rich­tung Syri­en bege­ben.

Das Kampf­ge­schwa­der umfasst :

  • den Flug­zeug­trä­ger USS Har­ry S. Tru­man (CVN 75)
  • neun Geschwa­der von Mari­ne-Kampf­flug­zeu­gen (Car­ri­er Air Wing)
  • den Lenk­waf­fen­kreu­zer USS Nor­man­die (CG 60)
  • den Lenk­waf­fen­zer­stö­rer Arl­eigh Bur­ke (DDG 51)
  • den Lenk­waf­fen­zer­stö­rer USS Bul­ke­ley (DDG 84)
  • den Lenk­waf­fen­zer­stö­rer USS For­rest Sher­man (DDG 98) und
  • den Lenk­waf­fen­zer­stö­rer USS Farra­gut (DDG 99)

Zudem sol­len sich die Lenk­waf­fen­zer­stö­rer USS Jason Dun­ham (DDG 109) und USS The Sul­li­vans (DDG 68) zusätz­lich im Mit­tel­meer dem Kampf­ge­schwa­der anschlie­ßen. Die “Har­ry S. Tru­man” war zuletzt 2015 im Rah­men der US-Ope­ra­ti­on Inherent Resol­ve in Irak und Syri­en in dem Gebiet im Ein­satz.

Syrien-Krise: Wieso begleitet eine deutsche Fregatte das US-Kampfgeschwader nach Nahost?
Der US-Flug­zeug­trä­ger USS Har­ry S. Tru­man

Fähigkeiten einer deutschen Verbandsflugabwehrfregatte unter Beweis stellen”

Beglei­tet wird die Strike-Group von der deut­schen Ver­bands­flug­ab­wehr­f­re­gat­te “Hes­sen” (F 221) der Sach­sen-Klas­se unter dem Kom­man­do von Fre­gat­ten­ka­pi­tän Oli­ver Pfen­nig. Die Haupt­auf­ga­be der Fre­gat­te besteht in der Luft­ver­tei­di­gung, also Bekämp­fung von Flug­zeu­gen und ande­ren Luft­zie­len – zum Schutz von Mari­ne­ver­bän­den und ver­bün­de­ten Kräf­ten an Land. Dafür ist sie laut Dar­stel­lung der Bun­des­ma­ri­ne mit “sehr leis­tungs­fä­hi­gen Radar­ge­rä­ten” und weit­rei­chen­den Flug­kör­pern aus­ge­rüs­tet. Sie ist auch dafür bestimmt, Füh­rungs­auf­ga­ben inner­halb eines Kriegs­schiff­ver­ban­des zu leis­ten. Im kon­kre­ten Fall soll sie laut Aus­sa­ge des Kapi­täns “die Fähig­kei­ten einer deut­schen Ver­bands­flug­ab­wehr­f­re­gat­te unter Beweis stel­len”.

Syrien-Krise: Wieso begleitet eine deutsche Fregatte das US-Kampfgeschwader nach Nahost?
Die deut­sche Fre­gat­te “Hes­sen”

Die Ent­sen­dung der Strike-Group kommt zu einem Zeit­punkt, da das Wei­ße Haus eine Mili­tär­ak­ti­on gegen Syri­en wegen eines angeb­li­chen che­mi­schen Angriffs in der syri­schen Stadt Duma ange­droht hat. US-Prä­si­dent Donald Trump sag­te, er tref­fe sich mit Bera­tern und ent­schei­de über eine mög­li­che Reak­ti­on auf den Vor­fall.

Wir haben eine Men­ge an mili­tä­ri­schen Optio­nen auf dem Tisch, und wir wer­den Sie bald das Resul­tat wis­sen las­sen”, so Trump gegen­über Repor­tern.

Auf Anfra­ge von RT Deutsch, wie lan­ge die Fre­gat­te sich dem US-Kampf­ver­band anschlie­ßen wird, ant­wor­te­te die Pres­se­stel­le der Bun­des­ma­ri­ne in Wil­helms­ha­ven, dem Hei­mat­ha­fen der “Hes­sen”:

Die Fre­gat­te wird die Strike-Group über den gesam­ten Zeit­raum der Atlan­tik­über­que­rung und Ein­fahrt ins Mit­tel­meer beglei­ten. Erst im Mit­tel­meer wird dann kon­kret ent­schie­den, wie mit der “Hes­sen” wei­ter­ver­fah­ren wird.

Die “Hessen” als potenzielle “Lusitania 2.0”?

Auf die Fra­ge von RT Deutsch, wie die Bun­des­ma­ri­ne und ins­be­son­de­re die Fre­gat­te Hes­sen im US-Ver­band der USS Har­ry S. Tru­man im Fal­le einer Eska­la­ti­on der Syri­en­kri­se agie­ren wer­den, ant­wor­te­te der ver­ant­wort­li­che Pres­se­of­fi­zier nach kur­zem Schwei­gen : 

Dar­über haben wir uns ehr­lich gesagt noch kei­ne Gedan­ken gemacht.

Er bat nach die­ser Aus­sa­ge aller­dings, nicht nament­lich zitiert zu wer­den.

Mehr zum The­ma —  Trump : Russ­land, mach Dich bereit ! Unse­re Rake­ten wer­den kom­men, schön, neu und smart !

Zur Fra­ge, ob die Beglei­tung einer US-ame­ri­ka­ni­schen Strike Group durch deut­sche Kriegs­schif­fe nach Nah­ost ein Rou­ti­ne­pro­ze­de­re dar­stellt :

Nein, das ist schon was beson­ders. Das kann man schon als High­light bezeich­nen.

Die bis­lang auf­rech­te Ent­schei­dung der Bun­des­ma­ri­ne, die Fre­gat­te “Hes­sen” die US-ame­ri­ka­ni­sche Strike-Group bis ins nah­öst­li­che Mit­tel­meer beglei­ten zu las­sen, hat zudem noch eine wei­te­re stra­te­gi­sche Kom­po­nen­te. Soll­ten US-Kriegs­schif­fe tat­säch­lich aus dem nah­öst­li­chen Mit­tel­meer einen Angriff auf Syri­en durch­füh­ren und rus­si­sche Streit­kräf­te wie ange­droht reagie­ren, wür­de der NATO-Bünd­nis­fall rein for­mell nicht grei­fen. Der ent­spre­chen­de Arti­kel 5 der NATO begrenzt den Bünd­nis­fall expli­zit auf die USA und Euro­pa :

Die Par­tei­en ver­ein­ba­ren, dass ein bewaff­ne­ter Angriff gegen eine oder meh­re­re von ihnen in Euro­pa oder Nord­ame­ri­ka als ein Angriff gegen sie alle ange­se­hen wird ; sie ver­ein­ba­ren daher, dass im Fal­le eines sol­chen bewaff­ne­ten Angriffs jede von ihnen in Aus­übung des in Arti­kel 51 der Sat­zung der Ver­ein­ten Natio­nen aner­kann­ten Rechts der indi­vi­du­el­len oder kol­lek­ti­ven Selbst­ver­tei­di­gung der Par­tei oder den Par­tei­en, die ange­grif­fen wer­den, Bei­stand leis­tet […]

Befän­de sich jedoch die deut­sche Fre­gat­te im Fal­le einer rus­si­schen oder syri­schen Ver­gel­tung gegen die US-ame­ri­ka­ni­sche Strike-Group noch immer im Ver­band, könn­te man dies als direk­ten Angriff auf die deut­sche Mari­ne inter­pre­tie­ren und ent­spre­chend mili­tä­risch han­deln.

Das aktu­el­le Agie­ren der Bun­des­ma­ri­ne und der Bun­des­re­gie­rung zu Syri­en erin­nert ungut an die Per­si­fla­ge auf die Rol­le von SPD und Grü­nen wäh­rend des völ­ker­rechts­wid­ri­gen Angriffs­krie­ges gegen Ser­bi­en :

Nie wie­der Krieg (ohne uns)!

RT Deutsch