Zu weiß, zu Mittelklasse : “Extinction Rebellion” will Aktivisten aus der Unterschicht gewinnen


Die Bewe­gung “Extinc­tion Rebel­li­on (XR)” hat Plä­ne aus­ge­ar­bei­tet, um Akti­vis­ten aus der Unter­schicht und aus eth­ni­schen Min­der­hei­ten zu gewin­nen. Damit soll das bür­ger­lich-wei­ße Erschei­nungs­bild der Bewe­gung ver­än­dert wer­den. Das berich­tet die Mail on Sunday, die das Doku­ment nach eige­nen Anga­ben ein­se­hen konn­te.

Dem­nach heißt es in dem Text, der unter der Über­schrift “Ansa­ge an die Arbei­ter­klas­se” steht :

Kommst Du aus der Arbei­ter­klas­se ? Wir brau­chen Dich ! Wir sind unglaub­lich dar­an inter­es­siert, die sozio­öko­no­mi­sche Viel­falt von XR zu erhö­hen. Wenn Du arm oder aus der Arbei­ter­klas­se und bereits Mit­glied bist, kon­tak­tie­re uns bit­te.

Inter­ne Sit­zungs­pro­to­kol­le hät­ten, so die Zei­tung, her­vor­ge­ho­ben, “dass Behin­der­te und far­bi­ge Men­schen nicht ver­tre­ten sind”. Bereits im Juni hät­te ein Mit­glied der Bewe­gung vor­ge­wor­fen, dass man sich mit kon­ven­tio­nel­len Mit­teln bei Min­der­hei­ten anzu­bie­dern ver­su­che. Das Mit­glied beklag­te :

(…) die fast völ­li­ge Abwe­sen­heit von Arbei­tern im Lon­do­ner Büro und das mas­si­ve Ver­tre­ten­sein von Oxbridge-Absol­ven­ten.

Ein ande­res Mit­glied ermahn­te “Extinc­tion Rebel­li­on”, die Bewe­gung müs­se “weni­ger hip­py klin­gen”. 

Die Mail on Sunday ver­öf­fent­lich­te auch Ein­zel­hei­ten zu der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung, die die Bewe­gung ihren Akti­vis­ten bie­tet. Die­se kön­nen sich Lebens­hal­tungs- und Rei­se­kos­ten erstat­ten las­sen. Der­ar­ti­ge Zah­lun­gen könn­ten bis zu 400 Pfund in der Woche betra­gen. Die Zei­tung nennt eini­ge Akti­vis­ten nament­lich und ver­öf­fent­licht die von ihnen bezo­ge­nen Sum­men.

Laut der Zei­tung geht in der Bewe­gung die Sor­ge um, dass der locke­re Umgang mit dem Geld, für das kei­ne Steu­ern und Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge abge­führt wer­den, zu Ärger mit den Behör­den füh­ren könn­te.

Extinc­tion Rebel­li­on” hat­te in der ver­gan­ge­nen Woche den Ver­kehr in der bri­ti­schen Haupt­stadt durch das Beset­zen von Stra­ßen, Brü­cken und Flug­hä­fen teil­wei­se lahm­ge­legt. Mehr als 1.000 soge­nann­te Kli­ma­ak­ti­vis­ten wur­den dabei fest­ge­nom­men. Neben ande­ren Städ­ten war auch Ber­lin Ziel von Aktio­nen der Grup­pe.

Dabei zog die Bewe­gung wie­der­holt Spott auf sich, etwa als Bil­der eines schlecht ver­steck­ten Die­sel­ge­ne­ra­tors bekannt wur­den, der das Ber­li­ner Pro­test­camp mit Strom ver­sorg­te. Auch die betont thea­tra­li­schen Auf­trit­te von “Extinc­tion Rebel­li­on” wur­den in den sozia­len Netz­wer­ken ver­spot­tet.

Mehr zum The­ma — Die Poli­ti­sie­rung der Kli­ma­to­lo­gie been­den

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Ecuador will Proteste durch Zurücknahme von umstrittenem Spargesetz stoppen


In Ecua­dor began­nen von der UNO ver­mit­tel­te Ver­hand­lun­gen, als die Haupt­stadt Qui­to nach Pro­tes­ten und Zusam­men­stö­ßen von Demons­tran­ten mit der Poli­zei an ein Kriegs­ge­biet erin­ner­te. Der ecua­do­ria­ni­sche Prä­si­dent Lenín More­no ver­ließ die Haupt­stadt sogar für eine kur­ze Zeit und ver­leg­te die Regie­rung, wäh­rend Demons­tran­ten Ver­wal­tungs­ge­bäu­de besetz­ten.

Die Par­tei­en einig­ten sich dar­auf, eine Kom­mis­si­on zu bil­den, um ein neu­es Dekret zu ent­wi­ckeln, wel­ches den aktu­ell umstrit­te­nen Geset­zes­ent­wurf ablö­sen soll. Prä­si­dent More­no teil­te mit, dass das Abkom­men “Zuge­ständ­nis­se von allen betei­lig­ten Par­tei­en” beinhal­te.

Der Prä­si­dent der Kon­fö­de­ra­ti­on der Indi­ge­nen Natio­na­li­tä­ten Ecua­dors (CONAIE) Jai­me Var­gas erklär­te, dass die Mobi­li­sie­rung gegen die Regie­rung im gesam­ten Land auf­ge­ho­ben wer­de. Den­noch kri­ti­sier­te er die Poli­zei und das Mili­tär für ihr Vor­ge­hen gegen die Demons­tran­ten. Er beschul­dig­te sie der Ver­let­zung der Men­schen­rech­te und for­der­te die Ent­las­sung der Innen- und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. Außer­dem behaup­te­te Var­gas, dass bei den Unru­hen mehr als zehn Men­schen getö­tet und etwa 2.000 ver­letzt wor­den sei­en.

Der Pri­vat­se­kre­tär des ecua­do­ria­ni­schen Prä­si­den­ten, Juan Sebas­tián Rol­dán, ver­tei­dig­te die Arbeit der Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und erklär­te, sie hät­ten ihre Pflicht getan und “genie­ßen heu­te die Ruhe”.

Aus dem gan­zen Land waren Demons­tran­ten in die Haupt­stadt Qui­to geströmt, nach­dem die Regie­rung eine Rei­he von umfas­sen­den Spar­maß­nah­men ange­kün­digt hat­te, die als Teil eines Kre­dit­pa­kets des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds (IWF) ein­ge­führt wur­den. Die größ­te Empö­rung lös­te bei den Men­schen das Dekret zur Auf­he­bung der Treib­stoff­sub­ven­tio­nen aus, das die Prei­se in die Höhe schie­ßen ließ.

Elf Tage lang erschüt­ter­ten Unru­hen die Haupt­stadt des Lan­des. Demons­tran­ten bau­ten Bar­ri­ka­den, zün­de­ten Rei­fen an und stürm­ten Regie­rungs­ge­bäu­de. Die Sicher­heits­be­hör­den setz­ten Trä­nen­gas, mili­tä­ri­sche Aus­rüs­tung und sogar berit­te­ne Beam­te ein, um die Demons­tran­ten zurück­zu­drän­gen. Außer­dem wur­de mehr­mals eine Aus­gangs­sper­re ver­hängt.

Laut dem Büro des öffent­li­chen Bür­ger­be­auf­trag­ten wur­den seit dem Aus­bruch der Pro­tes­te am 3. Okto­ber sie­ben Men­schen getö­tet und mehr als 1.300 ver­letzt. Die Poli­zei nahm mehr als 1.150 Demons­tran­ten fest.

Mehr zum The­ma — Das wie­der­hol­te Schei­tern der IWF-Rezep­te – Stra­te­gie oder Irr­tum ?

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Nach Terroranschlag von Halle : EU-Kommission will jüdische Einrichtungen besser schützen lassen


Zwei Men­schen töte­te der mut­maß­li­che Atten­tä­ter Ste­phan B. in Hal­le. In sei­nem Auto fand die Poli­zei vier Kilo­gramm Spreng­stoff. Vier Schuss­waf­fen hat­te er bei sich, dar­un­ter eine voll­au­to­ma­ti­sche. Am Tag des Atten­tats wur­de in der Syn­ago­ge von Hal­le das jüdi­sche Fest Jom Kip­pur gefei­ert. Rund 50 Men­schen hiel­ten sich in dem Gebäu­de auf. Der 27 Jah­re alte Deut­sche schei­ter­te an der Ein­gangs­tür. Dar­auf­hin erschoss er einen Men­schen auf der Stra­ße und einen wei­te­ren in einem Döne­r­im­biss. 

Der Gene­ral­bun­des­an­walt : 

Der Beschul­dig­te woll­te sich zu dem Got­tes­haus Zutritt ver­schaf­fen und mög­lichst vie­le Per­so­nen jüdi­schen Glau­bens töten. 

Die EU-Kom­mis­si­on for­dert einen bes­se­ren Schutz für jüdi­sche Ein­rich­tun­gen. Der­zeit müss­ten die Gemein­den die Hälf­te ihrer Sicher­heits­maß­nah­men selbst bezah­len. Die EU-Kom­mis­si­on sieht hier Nach­hol­be­darf, die Kos­ten sol­le der Staat tra­gen. 

Die Waf­fen stell­te der Hal­le-Atten­tä­ter teil­wei­se mit einem 3‑D Dru­cker her. Die Bau­an­lei­tun­gen hier­zu soll er im Dar­knet gefun­den haben. Ähn­lich dem Christ­church-Atten­tä­ter woll­te der Beschul­dig­te von Hal­le mit einem Live­stream sei­ner Tat und einem ver­öf­fent­lich­ten Mani­fest sei­nen Hass gegen Nicht-Deut­sche ver­brei­ten. Als Reak­ti­on auf die Tat kri­ti­sie­ren eini­ge Poli­ti­ker, wie der baye­ri­sche Innen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann, die AfD. Sie tra­ge wegen geis­ti­ger Brand­stif­tung eine Mit­schuld. 

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Halle-Attentäter mit Sprengstoff, Trump will in Syrien vermitteln, Kiew geht US-Wahl-Eingriff nach


Nach­rich­ten­über­blick : Gro­ße Spreng­stoff-Men­ge im Auto des Hal­le-Atten­tä­ters gefun­den ; US-Prä­si­dent Trump will in Nord­sy­ri­en ver­mit­teln ; Ukrai­ne möch­te eige­ne Ein­mi­schung in US-Prä­si­dent­schafts­wah­len 2016 unter­su­chen ; Neue Hoff­nung keimt im Bre­x­it-Streit ; Unter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey sieht Rück­kehr von Plat­ten­bau­ten.
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Rekordversuch unter Laborbedingungen : Kenianer Kipchoge will Marathon unter 2 Stunden laufen


Unter­stützt wird er dabei von 41 Läu­fern, die eigens für Kip­cho­ge das Tem­po machen wer­den. Dar­un­ter auch WM- und Olym­pia-Sie­ger. Soll­te die Schall­mau­er durch­bro­chen wer­den, wird die­ser Rekord aller­dings nicht offi­zi­ell aner­kannt, da er qua­si unter Labor­be­din­gun­gen durch­ge­führt wird.

Der bri­ti­sche Che­mie­kon­zern INEOS unter­stützt das Pro­jekt, wel­ches eine Viel­zahl an Exper­ten und Mit­ar­bei­tern auf­weist, die in mona­te­lan­ger Pla­nung jedes noch so klei­ne Detail opti­miert und nichts dem Zufall über­las­sen haben. Ein zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­be­trag wur­de dafür inves­tiert.

Am Diens­tag soll Eli­ud Kip­cho­ge in Wien ein­tref­fen. Nach­dem Lon­don als Ver­an­stal­tungs­ort abge­sagt hat­te, leg­ten sich die Sport­ver­ant­wort­li­chen schnell auf Wien fest. Dort wur­de der 9,6 Kilo­me­ter lan­ge Rund­kurs im Wie­ner Pra­ter teil­wei­se extra neu asphal­tiert. Beim mehr­fa­chen Wen­de­punkt sei zudem eine klei­ne Steil­kur­ve ein­ge­baut wor­den, durch die noch ein­mal meh­re­re Sekun­den ein­ge­spart wer­den sol­len.

Der 34-jäh­ri­ge Kip­cho­ge hat­te im Jahr 2018 beim Ber­lin Mara­thon mit 2:01:39 Stun­den den amtie­ren­den Welt­re­kord auf­ge­stellt.

Der Rekord­ver­such ist für Sams­tag­mor­gen geplant. Soll­te das Wet­ter nicht mit­spie­len, soll das Event ver­scho­ben wer­den. Nöti­gen­falls kön­ne man sogar bis 20. Okto­ber war­ten, hieß es. Dies sei aber eher unwahr­schein­lich. Vor zwei Jah­ren war der Kenia­ner bei einem ähn­li­chen Event auf der For­mel-1-Renn­stre­cke von Mon­za (Ita­li­en) die 42,195 Kilo­me­ter in 2:00:25 Stun­den gelau­fen. Die­ser Ver­such wur­de aber auf­grund ähn­li­cher Labor­be­din­gun­gen nicht offi­zi­ell als Welt­re­kord aner­kannt.

Rekordversuch unter Laborbedingungen: Kenianer Kipchoge will Marathon unter 2 Stunden laufen
Tom Love­lock

Vie­le Grö­ßen aus der Lauf­sze­ne, ob Akti­ve, Ver­ant­wort­li­che oder Ver­an­stal­ter, trau­en Kip­cho­ge am Wochen­en­de eine Zeit unter zwei Stun­den zu.

Kip­cho­ge wird für sei­nen Ver­such in Wien zwei­fels­oh­ne fürst­lich ent­lohnt. Allein sei­ne Antritts­ga­ge bei her­kömm­li­chen Mara­thon­läu­fen liegt bei um die 200.000 Euro. Doch scheint es dem Aus­nah­me­ath­le­ten um mehr zu gehen. Er, und nur er, will der ers­te sein, der die magi­sche Zwei­stun­den-Mar­ke bricht.

Mehr zum The­ma — Kein Mara­thon unter zwei Stun­den : Nike schei­tert mit Rekord­ver­such

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Serbien will Aufnahme des Kosovo in Polizeiorganisation Interpol erneut verhindern


Sieg eines “klei­nen, trot­zi­gen und stol­zen Lan­des”: Mit die­sen Wor­ten fei­er­te der ser­bi­sche Prä­si­dent Alek­san­dar Vučić Ende Novem­ber 2018 den Beschluss der inter­na­tio­na­len Poli­zei­or­ga­ni­sa­ti­on Inter­pol, das Koso­vo nicht auf­zu­neh­men. Bei einer Abstim­mung in der Gene­ral­ver­samm­lung schaff­te es die abtrün­ni­ge ser­bi­sche Pro­vinz nicht, eine dafür not­wen­di­ge Zwei­drit­tel­mehr­heit unter den anwe­sen­den Mit­glieds­staa­ten zu errei­chen. Nun will es Pris­ti­na offen­bar erneut ver­su­chen, doch in Bel­grad ist man auch dies­mal nicht bereit, dies zuzu­las­sen.

Zwi­schen bei­den Sei­ten herrscht seit dem miss­lun­ge­nen Inter­pol-Auf­nah­me­ver­such des Koso­vo ein regel­rech­ter Han­dels­krieg, der zu einer Ver­schlech­te­rung der Bezie­hun­gen bei­getra­gen hat. Die koso­va­ri­sche Regie­rung hat­te hun­dert­pro­zen­ti­ge Import­zöl­le für Waren aus Ser­bi­en, aber auch aus Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na ein­ge­führt. Sara­je­vo woll­te die Mit­glied­schaft des Koso­vo in der inter­na­tio­na­len Poli­zei­or­ga­ni­sa­ti­on nicht unter­stüt­zen.

Bis­her zeigt Pris­ti­na trotz des Drucks aus der EU kei­ner­lei Bereit­schaft, im Han­dels­streit ein­zu­len­ken. Erst wenn Ser­bi­en das Koso­vo mit rund 1,8 Mil­lio­nen Ein­woh­nern als unab­hän­gi­gen Staat aner­kennt, wird Pris­ti­na die Zöl­le abbau­en. Doch Bel­grad wei­gert sich trotz des dadurch ent­stan­de­nen Mil­lio­nen­scha­dens, die­sen Schritt zu tun. Ser­bi­en betrach­tet das Koso­vo offi­zi­ell als Teil sei­nes Lan­des, rund 100.000 Ser­ben leben noch in der abtrün­ni­gen Pro­vinz.

Bel­grad befürch­tet Miss­bra­cuh inter­na­tio­na­ler Haft­be­feh­le als Druck­mit­tel 

Vom 15. bis 18. Okto­ber fin­det nun in der chi­le­ni­schen Haupt­stadt San­tia­go die Inter­pol-Gene­ral­ver­samm­lung statt. Das Koso­vo soll bereits im Som­mer einen Auf­nah­me­an­trag an die Poli­zei­or­ga­ni­sa­ti­on gerich­tet haben. Wie die Tages­zei­tung Poli­ti­ka kürz­lich berich­te­te, enga­giert sich Ser­bi­en bereits seit Wochen dage­gen. Aus Sicht Bel­grads wür­de die Auf­nah­me eine Ver­let­zung inter­na­tio­na­len Rechts und der Inter­pol-Sat­zung bedeu­ten. Das Koso­vo müss­te dafür Mit­glied der Ver­ein­ten Natio­nen sein, sei es aber nicht. Unter Beru­fung auf das ser­bi­sche Innen­mi­nis­te­ri­um berich­tet die Tages­zei­tung, Bel­grad befürch­te zudem, dass das Koso­vo die Inter­pol-Mit­glied­schaft für poli­ti­sche Zwe­cke miss­brau­chen könn­te.

So könn­te die poli­ti­sche Füh­rung in Pris­ti­na dem­nach poten­zi­el­le inter­na­tio­na­le Haft­be­feh­le als Druck­mit­tel gegen Bel­grad nut­zen. Betrof­fen wären etwa rund 5.000 Ange­hö­ri­ge der ser­bi­schen Poli­zei und der Streit­kräf­te, die wäh­rend des Koso­vo-Kon­flikts Ende der 90er-Jah­re in der Pro­vinz sta­tio­niert und gegen die koso­vo-alba­ni­sche para­mi­li­tä­ri­sche Orga­ni­sa­ti­on UÇK gekämpft hat­ten. Dies wür­de laut dem Innen­mi­nis­te­ri­um ihre Sicher­heit und Bewe­gungs­frei­heit gefähr­den.

Eigent­lich soll­ten Ser­bi­en und das Koso­vo in den kom­men­den Mona­ten ein inter­na­tio­nal gül­ti­ges Abkom­men schlie­ßen. Dadurch soll­ten die Bezie­hun­gen nor­ma­li­siert wer­den. Bel­grad soll­te das Koso­vo indi­rekt als Staat aner­ken­nen, um sei­nen Weg in die Euro­päi­sche Uni­on wei­ter fort­set­zen zu kön­nen. Doch der ser­bi­sche Prä­si­dent zögert, die Ver­hand­lun­gen lie­gen auf Eis. Auch Pris­ti­na ist nicht bereit, Kom­pro­mis­se ein­zu­ge­hen.

In Bel­grad wer­den aller Wahr­schein­lich­keit nach in der ers­ten Jah­res­hälf­te 2020 vor­ge­zo­ge­ne Par­la­ments­wah­len abge­hal­ten. Am 6. Okto­ber fin­den auch im Koso­vo vor­ge­zo­ge­ne Par­la­ments­wah­len statt. Minis­ter­prä­si­dent Ramush Hara­di­naj war Mit­te Juli wegen der Vor­la­dung vor das Son­der­ge­richt in Den Haag zurück­ge­tre­ten. Hara­di­naj war wäh­rend des Koso­vo-Kon­flikts Befehls­ha­ber der UÇK. Sowohl Pris­ti­na als auch Bel­grad sind des­we­gen nicht bereit, natio­na­lis­ti­sche Rhe­to­rik und ver­meint­li­che Kom­pro­miss­lo­sig­keit abzu­le­gen. Denn der Koso­vo-Kon­flikt ist poli­ti­schen Ver­tre­tern bei­der Sei­ten für die kom­men­den Wah­len enorm nütz­lich.

Mehr zum The­ma Koso­vo : Regie­rungs­chef Hara­di­naj wegen Vor­la­dung durch Son­der­ge­richt in Den Haag zurück­ge­tre­ten

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Bundesregierung will Drohvideo von Anis Amri offenbar zugänglich machen


Die Bun­des­re­gie­rung macht ein bis­lang unbe­kann­tes Droh­vi­deo des spä­te­ren Weih­nachts­markt-Atten­tä­ters Anis Amri viel­leicht zugäng­lich. Ver­gan­ge­ne Woche haben meh­re­re Mit­glie­der des Unter­su­chungs­aus­schus­ses zu dem Anschlag auf dem Breit­scheid­platz gefor­dert, alle Vide­os, auf denen Sperr­ver­mer­ke lie­gen, zugäng­lich zu machen.
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Frankreich will Gesichtserkennung einführen – mais bien sûr nicht zur Kontrolle der Bürger


Frank­reich könn­te das ers­te Land in Euro­pa wer­den, das ein obli­ga­to­ri­sches Gesichts­er­ken­nungs­sys­tem auf natio­na­ler Ebe­ne ein­führt, wie Bloom­berg berich­tet. Das Pro­gramm mit dem Namen Ali­cem ist ein vom fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron geneh­mig­tes Pro­jekt und wird vom Innen­mi­nis­te­ri­um des Lan­des geför­dert.

Nach Anga­ben der Behör­den ist es das Ziel von Ali­cem, den Bür­gern eine “siche­re digi­ta­le Iden­ti­fi­ka­ti­on” zu bie­ten, die ihnen den Zugang zu öffent­li­chen, sozia­len und Bank­dienst­leis­tun­gen, sowohl staat­lich als auch pri­vat, ermög­licht. Nicht an die­sem Pro­gramm teil­zu­neh­men, ist für die Bür­ger jedoch kei­ne Opti­on.

Ali­cem nimmt Vide­os auf, die “Gesichts­aus­drü­cke, Bewe­gun­gen und Win­kel erfas­sen” und Para­me­ter wie “den Abstand zwi­schen den Augen, dem unte­ren Teil der Nase und der Ober­lip­pe sowie die Plat­zie­rung der Ohren” mes­sen. Die Anwen­dung, das Tele­fon und der Rei­se­pass wer­den über inte­grier­te Mikro­chips “kom­mu­ni­zie­ren”.

Mit der Ein­füh­rung einer sol­chen Maß­nah­me schließt sich Frank­reich den Staa­ten an, die sol­che Tech­no­lo­gie bereits nut­zen. Jedoch besteht Paris dar­auf, dass das Iden­ti­fi­ka­ti­ons­sys­tem im Gegen­satz zu ande­ren Län­dern nicht zur Kon­trol­le der Ein­woh­ner ver­wen­det wird.

Mehr zum The­ma — DNA, Freund­schaf­ten und Tat­toos : US-Hei­mat­schutz führt sen­si­ble Daten auf Ama­zon-Ser­ver zusam­men

Im Gegen­satz zu Chi­na und Sin­ga­pur wer­de das Land die bio­me­tri­sche Gesichts­er­ken­nung nicht in die Iden­ti­täts­da­ten­ban­ken der Bür­ger inte­grie­ren. Tat­säch­lich behaup­tet das Innen­mi­nis­te­ri­um, das die Anwen­dung ent­wi­ckelt hat, dass die gesam­mel­ten Gesichts­er­ken­nungs­da­ten nach Abschluss des Regis­trie­rungs­pro­zes­ses gelöscht wer­den.

Der­weil hat sich die fran­zö­si­sche Daten­schutz­be­hör­de (Natio­na­le Kom­mis­si­on für Infor­ma­ti­on und Frei­hei­ten, CNIL) gegen die Idee aus­ge­spro­chen und dar­auf ver­wie­sen, dass Ali­cem direkt gegen euro­päi­sche Vor­schrif­ten ver­stößt, die die Pri­vat­sphä­re von Per­so­nen betref­fen. Die All­ge­mei­ne Daten­schutz­ver­ord­nung der EU gibt Ein­zel­per­so­nen das Recht, sich zu wei­gern, Teil eines Sys­tems, Pro­gramms oder Netz­werks zu sein.

Dass sich Anfang des Jah­res der Hacker Robert Bap­tis­te in nur 50 Minu­ten in eine angeb­lich hoch­si­che­re staat­li­che Messa­ging-Anwen­dung gehackt hat­te, dürf­te eben­falls vie­len Fran­zo­sen noch prä­sent sein und somit Beden­ken um die Sicher­heit ihrer Daten mit sich brin­gen.

Abge­ord­ne­te der Oppo­si­ti­on sind zudem besorgt über die mög­li­che Inte­gra­ti­on der Gesichts­er­ken­nung in Geset­ze zur Auf­spü­rung gewalt­tä­ti­ger Demons­tran­ten, bei­spiels­wei­se wäh­rend der Pro­tes­te der “Gelb­wes­ten”.

Mehr zum The­ma — Palan­tir-Dos­sier : IT der Sicher­heits­be­hör­den – US-Anbie­ter auf dem Vor­marsch – Teil 9

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Südafrikas Präsident will schwindendes Vertrauen in seine Wirtschaft wiederherstellen


Die­ses Jahr wird die Wirt­schaft Süd­afri­kas ein nied­ri­ge­res Wachs­tum ver­zeich­nen als erwar­tet. Das erklär­te der Prä­si­dent des Lan­des Cyril Rama­pho­sa. Die BIP-Wachs­tums­pro­gno­se für das Jahr 2019 wur­de vom süd­afri­ka­ni­schen Finanz­mi­nis­te­ri­um auf 1,5 Pro­zent kor­ri­giert, gegen­über den im Jahr 2018 geschätz­ten 1,7 Pro­zent. In sei­ner ers­ten wöchent­li­chen Bot­schaft sag­te Rama­pho­sa :

Ein Groß­teil des Ver­trau­ens, das das Land vor 20 Mona­ten hat­te, hat sich auf­ge­löst, als die Rea­li­tät der Pro­ble­me, mit denen wir kon­fron­tiert sind, kla­rer wur­de.

Die Süd­afri­ka­ner woll­ten kon­kre­te Schrit­te, die der Wirt­schaft hel­fen wür­den, Aktio­nen, die “eine mess­ba­re Wir­kung schaf­fen”, füg­te er hin­zu.

Laut Rama­pho­sa soll­te die süd­afri­ka­ni­sche Regie­rung ent­schlos­sen han­deln, um Ver­än­de­run­gen her­bei­zu­füh­ren, wäh­rend sie sich wei­ter­hin für die Besei­ti­gung von Kor­rup­ti­on und Kri­mi­na­li­tät ein­setzt.

Im Rah­men der Bemü­hun­gen zur Wie­der­her­stel­lung des Ver­trau­ens sei­en Geld­mit­tel umge­schich­tet wor­den, um die Wirt­schafts­tä­tig­keit anzu­kur­beln, so der Prä­si­dent. Er füg­te hin­zu, dass die Regie­rung auch das Ein­kaufs­vo­lu­men von Waren und Dienst­leis­tun­gen, die sie von Klein­un­ter­neh­men und Genos­sen­schaf­ten bezieht, erhö­hen wird.

Rama­pho­sa sag­te, dass ent­schlos­se­ne Maß­nah­men ergrif­fen wer­den müs­sen, um die Wirt­schaft wach­sen zu las­sen und Arbeits­plät­ze zu schaf­fen. Er beton­te :

Ich bin sicher, dass dies durch eine akti­ve Betei­li­gung aller Berei­che der Gesell­schaft erreicht wird.

Die am stärks­ten indus­tria­li­sier­te Wirt­schaft Afri­kas befin­det sich der­zeit in ihrem längs­ten Abwärts­zy­klus seit dem Jahr 1945. Das Land wird von einem schwa­chen Wirt­schafts­wachs­tum, star­kem Rück­gang des Export­vo­lu­mens, einer Abschwä­chung der Wäh­rung, stei­gen­der Ver­schul­dung und einer Arbeits­lo­sen­quo­te von 29 Pro­zent geplagt.

Mehr zum The­ma —  Süd­afri­ka : “Wir wer­den sie töten” – Hef­ti­ge Pro­tes­te gegen Aus­län­der in Johan­nes­burg

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Saudi-Arabien will mit milliardenschweren Investitionen Beziehungen zu Indien stärken


Sau­di-Ara­bi­en strebt lang­fris­ti­ge Inves­ti­tio­nen in Indi­ens Schlüs­sel­sek­to­ren wie Petro­che­mie, Infra­struk­tur und Berg­bau an und ver­weist auf das Wachs­tums­po­ten­zi­al des Lan­des und die Not­wen­dig­keit, die eige­ne Wirt­schaft zu diver­si­fi­zie­ren. Der sau­di­sche Bot­schaf­ter Dr. Saud bin Moham­med Al Sati erklär­te in einem Inter­view mit der indi­schen Nach­rich­ten­agen­tur PTI am Sonn­tag :

Indi­en ist ein attrak­ti­ves Inves­ti­ti­ons­ziel für Sau­di-Ara­bi­en und wir stre­ben lang­fris­ti­ge Part­ner­schaf­ten mit Neu-Delhi in wich­ti­gen Sek­to­ren an.

Sau­di-Ara­bi­en, der welt­weit größ­te Ölex­por­teur und ein wich­ti­ger Ener­gie­lie­fe­rant, der Indi­en mit rund 17 Pro­zent sei­nes Roh­öls und 32 Pro­zent sei­nes Flüs­sig­ga­ses ver­sorgt, beab­sich­tigt, Inves­ti­tio­nen in Indi­en im Wert von “poten­zi­ell 100 Mil­li­ar­den US-Dol­lar” zu täti­gen. Sau­di­sches Geld soll in Indi­ens Ener­gie- und Raf­fi­ne­rie­bran­che, Petro­che­mie, Infra­struk­tur, Land­wirt­schaft, Mine­ra­li­en und Berg­bau flie­ßen, so Al Sati.

Laut dem Gesand­ten wird Sau­di-Ara­bi­ens staat­lich geführ­ter Ölrie­se Aram­co mit der indi­schen Reli­an­ce Indus­tries zusam­men­ar­bei­ten, ein Schritt, der sei­ner Mei­nung nach den stra­te­gi­schen Cha­rak­ter der Ener­gie­be­zie­hun­gen zwi­schen den bei­den Staa­ten wider­spie­gelt. Der Bot­schaf­ter hob her­vor :

Die von Sau­di Aram­co vor­ge­schla­ge­nen Inves­ti­tio­nen in den indi­schen Ener­gie­sek­tor, wie das 44 Mil­li­ar­den US-Dol­lar teu­re Raf­fi­ne­rie- und Petro­che­mie­pro­jekt an der West­küs­te von Maha­rash­tra und die lang­fris­ti­ge Part­ner­schaft mit Reli­an­ce, stel­len stra­te­gi­sche Mei­len­stei­ne in unse­rer bila­te­ra­len Bezie­hung dar.

Al Sati sprach auch von Kron­prinz Moham­med bin Sal­mans Initia­ti­ve “Sau­di Ara­bia Visi­on 2030”, die dar­auf abzielt, die wirt­schaft­li­che Abhän­gig­keit des Lan­des vom Öl zu ver­rin­gern und sei­ne Wirt­schaft zu diver­si­fi­zie­ren. Er wies dar­auf hin, dass im Rah­men die­ser Initia­ti­ve eine deut­li­che Aus­wei­tung des Han­dels und der Geschäfts­tä­tig­keit zwi­schen Indi­en und Sau­di-Ara­bi­en in ver­schie­de­nen Sek­to­ren dis­ku­tiert wer­de. Laut dem Gesand­ten wur­den im Jahr 2019 neben dem Öl- und Ener­gie­sek­tor über 40 Mög­lich­kei­ten für eine gemein­sa­me Zusam­men­ar­beit und Inves­ti­tio­nen zwi­schen den bei­den Län­dern iden­ti­fi­ziert, was gro­ße Hoff­nun­gen weckt, dass das der­zei­ti­ge bila­te­ra­le Han­dels­vo­lu­men in Höhe von 34 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den kom­men­den Jah­ren wei­ter stei­gen wird. Al Sati beton­te :

Es gibt ein rie­si­ges uner­schlos­se­nes Poten­zi­al im Waren­han­del, ins­be­son­de­re im Nicht-Ölhan­del, und wir ver­stär­ken die Zusam­men­ar­beit in den Berei­chen Wirt­schaft, Han­del, Inves­ti­tio­nen, Kul­tur und Tech­no­lo­gie.

Anfang die­ser Woche kün­dig­te das sau­di­sche König­reich an, dass es ein neu­es Visa-Pro­gramm für 49 Län­der ein­füh­ren wird, das sei­ne Türen für aus­län­di­sche Tou­ris­ten öff­net. Die­ser Schritt war der ers­te auf der Lis­te der Sozi­al­re­for­men im Rah­men der Initia­ti­ve “Sau­di Ara­bia Visi­on 2030”.

Mehr zum The­ma — Nach Angrif­fen auf sau­di­sche Ölan­la­gen : Indi­en will Roh­öl­im­por­te aus Russ­land stei­gern

RT Deutsch