Irland will Einfuhr israelischer Waren aus besetzten palästinensischen Gebieten verbieten


Das Gesetz zur Kon­trol­le der Wirt­schafts­tä­tig­keit wur­de am Mitt­woch­nach­mit­tag mit 25 zu 20 Stim­men durch das Ober­haus des iri­schen Par­la­ments (den Seanad) ver­ab­schie­det und wird nun in den Aus­schuss ein­ge­bracht. Wäh­rend ande­re Län­der israe­li­sche Pro­duk­te, die in den besetz­ten paläs­ti­nen­si­schen Gebie­ten her­ge­stellt wur­den, ver­ur­teilt oder eti­ket­tiert haben, gilt die­ser Gesetz­ent­wurf als der ers­te, der die Ein­fuhr der Waren voll­stän­dig ver­bie­ten wür­de.

Der Gesetz­ent­wurf wur­de schon im Janu­ar die­ses Jah­res von Fran­ces Black vor­ge­schla­gen, einer unab­hän­gi­gen Sena­to­rin, die in Irland auch eine bekann­te Sän­ge­rin ist. Black hat­te sich auch dafür ein­ge­setzt, dass paläs­ti­nen­si­sche Bau­ern bei der Abstim­mung im Seanad anwe­send sind.

In der Tages­zei­tung Irish Times for­der­te sie ihre Kol­le­gen auf, den Gesetz­ent­wurf zu unter­stüt­zen, denn sie wol­le “dass die iri­sche Außen­po­li­tik immer auf der Sei­te des Völ­ker­rechts, der Men­schen­rech­te und der Gerech­tig­keit ste­hen wird”.

Sie wies zudem dar­auf hin, dass Sied­lun­gen zwar von der EU, der UNO und der iri­schen Regie­rung als ille­gal ver­ur­teilt wer­den, dies aber “ein­deu­ti­ge Heu­che­lei” sei, da Men­schen auf der gan­zen Welt wei­ter­hin “die Erlö­se aus die­sem Ver­bre­chen kau­fen”.

Der israe­li­sche Pre­mier­mi­nis­ter Ben­ja­min Netan­ja­hu berief den iri­schen Bot­schaf­ter im Janu­ar wegen des Geset­zes­vor­ha­bens ein und äußer­te sei­nen Unmut. Die israe­li­sche Bot­schaft in Irland ver­ur­teil­te den Gesetz­ent­wurf letz­te Woche in einer Erklä­rung, in der sie davor warn­te, dass das Gesetz “die Rol­le und den Ein­fluss Irlands in kei­ner Wei­se ver­bes­sern”.

Die Bot­schaft füg­te hin­zu :

Geset­ze, die einen Boy­kott jeg­li­cher Art för­dern, soll­ten abge­lehnt wer­den, da sie nichts für den Frie­den tun, son­dern die Hamas-Ter­ro­ris­ten stär­ken.

Das Gesetz wird zwar von den Par­tei­en Fian­na Fáil, Sinn Féin und Inde­pendents unter­stützt, nicht jedoch von der amtie­ren­den Regie­rungs­par­tei Fine Gael. Bei der Abstim­mung erlitt Fine Gael den­noch eine Nie­der­la­ge. Der iri­sche Außen- und Han­dels­mi­nis­ter Simon Cove­ney bezeich­ne­te die israe­lisch-paläs­ti­nen­si­sche Fra­ge als eine per­sön­li­che Prio­ri­tät, sprach sich aber gegen den Schritt aus und befür­wor­te­te einen sanf­te­ren Ansatz.

Cove­ney erklär­te, dass ein sol­ches Ver­bot logis­tisch unmög­lich sei, weil Irlands Han­del mit der EU ver­bun­den sei, und schlug vor, dass Irland in die­ser Fra­ge nicht aus der inter­na­tio­na­len Gemein­schaft aus­sche­ren sol­le, “wie sehr es auch immer an unser Rechts­be­wusst­sein appel­lie­ren mag”.

Cove­ney steht der­zeit an der Spit­ze einer Kam­pa­gne, die im Rah­men des Rota­ti­ons­ver­fah­rens 2021/2022 einen iri­schen Sitz im UN-Sicher­heits­rat anstrebt. Meh­re­re Sena­to­ren im Par­la­ment wie­sen dar­auf hin, dass das neue Gesetz genau die Hal­tung aus­drü­cke, die das Land ein­neh­men soll­te, um dem Rest der Welt ein Bei­spiel zu geben.

Zudem zitier­ten die Sena­to­ren einen Streik der Arbei­ter von Dun­nes Stores in Dub­lin aus dem Jahr 1984 gegen süd­afri­ka­ni­sche Pro­duk­te als Prä­ze­denz­fall für die heu­ti­ge Akti­on. Black selbst sag­te :

Die Geschich­te hat letzt­end­lich gezeigt, dass die­se muti­ge Hal­tung für Gerech­tig­keit und Men­schen­rech­te und gegen die Apart­heid in Süd­afri­ka dem Anse­hen Irlands nicht gescha­det, son­dern es viel­mehr gestärkt hat.

Irland ist einer der größ­ten Kri­ti­ker Isra­els in Euro­pa, die Bezie­hun­gen zwi­schen den bei­den Län­dern gel­ten als ange­spannt. Im Jahr 2017 lehn­te Cove­ney die Ent­schei­dung der USA ab, ihre Bot­schaft nach Jeru­sa­lem zu ver­le­gen, und im Juni unter­zeich­ne­ten Tau­sen­de eine Peti­ti­on, in der ein Boy­kott des im nächs­ten Jahr in Jeru­sa­lem statt­fin­den­den Euro­vi­si­on Song Con­test gefor­dert wur­de.

RT Deutsch


Hinrichtung gestoppt : Pharmakonzern will Medikament nicht zu Todeswaffe machen


Weni­ge Stun­den vor der Hin­rich­tung erklär­te der Rich­ter die Dro­ge in die­sem Fall für unzu­läs­sig und ver­schob die Aus­füh­rung der Todes­stra­fe auf unbe­stimm­te Zeit. Bei einer Anhö­rung for­der­te die Phar­ma­fir­ma aus New Jer­sey, dass man ihr Beru­hi­gungs­mit­tel unter fal­schen Vor­aus­set­zun­gen bekom­men hät­te und für nicht geneh­mig­te Zwe­cke benut­zen will. Außer­dem kön­ne die Dro­ge die Hin­rich­tung nicht garan­tie­ren. Der Bun­des­staat soll das Arz­nei­mit­tel durch ein Täu­schungs­ma­nö­ver erwor­ben haben, indem die Behör­den das Medi­ka­ment für eine Apo­the­ke in Las Vegas bestell­ten, ohne den Ziel­punkt Staats­ge­fäng­nis anzu­ge­ben.

Mehr zum The­ma — 23 Jah­re nach Gift­gas­an­schlag in Tokios U-Bahn : Grün­der der Sek­te “Aum Shin­ri­kyo” hin­ge­rich­tet

RT Deutsch


US-Kongressmitglied will Todesfälle von russischen Adoptivkindern untersuchen


Das Kon­gress­mit­glied und der Ver­tre­ter der US-Dele­ga­ti­on bei der Par­la­men­ta­ri­schen Ver­samm­lung der OSZE, Ste­ve King, hat am Sonn­tag gefor­dert, die Todes­fäl­le von 22 rus­si­schen Adop­tiv­kin­dern in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten zu unter­su­chen.
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Weil sie es sich nicht leisten kann : Verletzte Frau will keinen Krankenwagen


Ein Repor­te­rin des Bos­ton Glo­be, die am Unfall­ort war, beschrieb den Unfall, der sich am Frei­tag ereig­ne­te, in einem Tweet :

Schreck­li­che Sze­ne an der oran­ge­nen Linie. Das Bein einer Frau ist in der Lücke zwi­schen Zug und Bahn­steig ein­ge­klemmt wor­den. Es war ver­dreht und blu­tig. Die Haut hat sich abge­löst. Sie lei­det und weint. Genau­so ver­är­gert bet­tel­te sie dar­um, dass nie­mand einen Kran­ken­wa­gen ruft. ‘Es kos­tet 3.000 Dol­lar’, jam­mer­te sie. ‘Das kann ich mir nicht leis­ten.’

In einer Rei­he nach­fol­gen­der Tweets erklär­te die Repor­te­rin am Diens­tag, dass die Frau schließ­lich aus der schma­len Lücke befreit wor­den sei und kei­ne Kno­chen­brü­che erlit­ten habe. Auf der Platt­form sit­zend, wein­te sie Berich­ten zufol­ge und mach­te sich Sor­gen, wel­che finan­zi­el­len Aus­wir­kun­gen der Unfall auf sie haben wür­de.

Not­fall­per­so­nal ver­band die Wun­de der nicht iden­ti­fi­zier­ten Frau am Unfall­ort und schick­te sie ins Kran­ken­haus. Obwohl sie kei­ne gebro­che­nen Kno­chen hat­te, erklär­ten sie ihr den­noch, dass ihre Ver­let­zun­gen eine Ope­ra­ti­on erfor­der­ten.

Nach Anga­ben der Repor­te­rin Maria Cra­mer kos­te­te die Kran­ken­wa­gen­fahrt die Frau rund 1.200 Dol­lar, was für so gut wie jeden einen hohen Preis dar­stellt. Die­ser beinhal­tet nicht die Kos­ten für die tat­säch­li­che medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, Unter­kunft und Ver­pfle­gung im Kran­ken­haus, Medi­ka­men­te, Ver­bän­de oder die unzäh­li­gen ande­ren Kos­ten, die das ame­ri­ka­ni­sche Gesund­heits­we­sen zu den teu­ers­ten der Welt machen.

Cramers Tweet ver­brei­te­te sich wie ein Lauf­feu­er und wird als eine ver­nich­ten­de Ankla­ge gegen das ame­ri­ka­ni­sche Gesund­heits­sys­tem auf­ge­fasst.

Die Men­schen in den USA geben mehr für das Gesund­heits­we­sen aus als in ande­ren Län­dern der “Ers­ten Welt”. Nach Anga­ben der Orga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit und Ent­wick­lung sind die Kran­ken­haus­kos­ten in den USA um 60 Pro­zent höher als in zwölf ande­ren ent­wi­ckel­ten Län­dern.

Wer im Rah­men von Oba­ma­ca­re ver­si­chert ist, ist nicht bes­ser dran. Die preis­güns­tigs­ten “Bronze”-Tarife sahen im im ver­gan­ge­nen Jahr eine Selbst­be­tei­li­gung von über 6.000 Dol­lar vor. Das ist der drit­te Anstieg in Fol­ge zulas­ten der Bür­ger, die die­se staat­li­che Ver­si­che­rung in Anspruch neh­men.

Mehr zum The­ma — USA : Unglei­che Staa­ten von Ame­ri­ka : Sta­tis­tik ergibt erschre­cken­des Bild

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Medienberichte : Seehofer will Ämter abgeben — Parteispitze will ihn abhalten


CSU-Lan­des­grup­pen­chef Alex­an­der Dob­rindt will jedoch offen­bar das Rück­tritts­an­ge­bot von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter und CSU-Chef Horst See­ho­fer nicht hin­neh­men. “Das ist eine Ent­schei­dung, die ich so nicht akzep­tie­ren kann”, sag­te er nach Anga­ben von Teil­neh­mern in der Sit­zung des CSU-Vor­stands. Dob­rindt habe dafür lang anhal­ten­den Applaus erhal­ten. Letzt­lich habe die Unein­sich­tig­keit der Kanz­le­rin die CSU in die jet­zi­ge Situa­ti­on gebracht.

Zuvor hat­te See­ho­fer laut der dpa über­ra­schend im Par­tei­gre­mi­um ange­kün­digt, sei­ne bei­den Ämter auf­ge­ben zu wol­len. See­ho­fer ist erst seit rund 100 Tagen in der neu­en gro­ßen Koali­ti­on Bun­des­in­nen­mi­nis­ter, seit 2008 ist er CSU-Chef. Die Sit­zung wur­de dar­auf­hin zunächst unter­bro­chen.

Der CSU-Vor­stand hat­te am Sonn­tag zu die­sem Zeit­punkt bereits mehr als sie­ben Stun­den lang über die Kon­se­quen­zen im Asyl­streit mit der CDU dis­ku­tiert. Dabei hat­ten See­ho­fer und sei­ne Par­tei­freun­de sich mehr­heit­lich gegen die Beschlüs­se des EU-Gip­fels und für einen natio­na­len Ein­gang aus­ge­spro­chen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen fol­gen.

(rt deutsch/dpa)

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Bei Beteiligung an Israel-Boykott : US-Regierung will strafrechtliche Konsequenzen für Unternehmen


Wie das US-ame­ri­ka­ni­sche Online-Maga­zin The Inter­cept berich­te­te, dro­hen Isra­el-kri­ti­schen Unter­neh­men dem­nächst dras­ti­sche Kon­se­quen­zen : Der Aus­schuss für aus­wär­ti­ge Ange­le­gen­hei­ten des US-Reprä­sen­tan­ten­hau­ses geneh­mig­te am Don­ners­tag einen ent­spre­chen­den Gesetz­ent­wurf. Die Vor­la­ge wür­de der Trump-Admi­nis­tra­ti­on die Befug­nis geben, US-ame­ri­ka­ni­sche Insti­tu­tio­nen und Unter­neh­men zu bestra­fen, die sich an inter­na­tio­na­len Boy­kot­ten Isra­els und sei­ner Sied­lun­gen im West­jor­dan­land betei­li­gen.

Die in den USA umstrit­te­ne Geset­zes­vor­la­ge, bekannt als “The Isra­el Anti-Boy­cott Act”, wur­de im ver­gan­ge­nen Jahr erst­mals von repu­bli­ka­ni­schen und demo­kra­ti­schen Gesetz­ge­bern ein­ge­bracht. Sie lag jedoch bis vor kur­zem noch auf Eis, da Bür­ger­rechts­grup­pen star­ke Kri­tik geäu­ßert hat­ten. Ins­be­son­de­re die Ame­ri­can Civil Liber­ties Uni­on hat­te davor gewarnt, dass durch das Gesetz die Mei­nungs­frei­heit ver­letzt wer­de und somit auch ein Ver­fas­sungs­bruch vor­lä­ge.

Nach der Kri­tik wur­de der ursprüng­li­che Gesetz­ent­wurf zwar ver­än­dert, doch die Kri­ti­ker war­nen nun davor, dass die neue Ver­si­on die Mei­nungs­frei­heit sogar noch stär­ker ein­schrän­ke als zuvor. Dies liegt vor allem dar­an, dass die aktu­el­le Ver­si­on der Trump-Admi­nis­tra­ti­on die Mög­lich­keit gäbe, eigen­stän­dig zu ent­schei­den, wer an Boy­kott-Akti­vi­tä­ten betei­ligt ist und wie die Reak­ti­on aus­zu­se­hen hat.

Die Paläs­ti­nen­ser-Orga­ni­sa­ti­on U.S. Cam­pai­gn for Palesti­ni­an Rights, die Boy­kott­maß­nah­men gegen Isra­el unter­stützt, erklär­te, dass der US-Kon­gress durch die neue Ver­si­on im Wesent­li­chen sei­ne legis­la­ti­ven Pflich­ten ver­lie­ren und die “Schlüs­sel der Trump-Admi­nis­tra­ti­on über­ge­ben wür­de”. Dies sei eine leicht­sin­ni­ge Bedro­hung für die Rechts­staat­lich­keit.

Der Gesetz­ent­wurf wur­de durch den Aus­schuss ein­stim­mig mit den Stim­men von Demo­kra­ten und Repu­bli­ka­nern ver­ab­schie­det. Nun sol­len Abstim­mun­gen im Ple­num und auch im US-Senat fol­gen – erst dann wäre das Gesetz gül­tig.

Mehr zum The­ma - Umfra­ge — Deut­li­che Mei­nungs­dif­fe­ren­zen zwi­schen Juden in Isra­el und den USA

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Kongo will Ölbohrungen in geschützten Nationalparks erlauben


Im öst­li­chen Virun­ga-Natio­nal­park sol­le ein Fünf­tel der Park­flä­che für Ölboh­run­gen frei­ge­ge­ben wer­den, wie es in einem am Frei­tag­abend bekannt gewor­de­nen Kabi­netts­be­schluss heißt. Auch im zen­tra­len Salon­ga-Park, der im Kon­go-Becken liegt und als eines der größ­ten Regen­wald-Schutz­ge­bie­te der Welt gilt, sol­len Boh­run­gen erlaubt wer­den. Zunächst soll es um Pro­be­boh­run­gen gehen.

Eine bri­ti­sche Fir­ma, Soco Inter­na­tio­nal, hat­te bereits vor eini­gen Jah­ren im Virun­ga-Natio­nal­park im Bereich des Edward­sees die Mög­lich­keit von Ölboh­run­gen geprüft. Ein inter­na­tio­na­ler Auf­schrei — unter­stützt von einem Oscar-nomi­nier­ten Doku­men­tar­film — führ­te jedoch zur Kehrt­wen­de. Die Fir­ma zog sich im Jahr 2014 aus der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kon­go zurück. (dpa)

Mehr zum The­ma - Ecua­dor : Wie Öl-Mul­tis den Ama­zo­nas rui­nie­ren und Mil­lio­nen dafür kas­sie­ren

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