Anwälte von Epstein zweifeln Selbstmordthese an : “Wollen herausfinden, was wirklich passierte”


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Nie­mand soll­te im Gefäng­nis ster­ben”, erklär­ten die Anwäl­te von Epstein in einem Schrei­ben, wel­ches zudem die Bedin­gun­gen, unter denen Epstein im soge­nann­ten Metro­po­li­tan Cor­rec­tio­n­al Cen­ter (MCC) in New York fest­ge­hal­ten wur­de, als “hart, sogar mit­tel­al­ter­lich” anpran­ger­te. 

Die Anwäl­te führ­ten eben­so aus, dass sie nicht über­zeugt sei­en “von den Schluss­fol­ge­run­gen des Gerichts­me­di­zi­ners zur Todes­ur­sa­che” des angeb­li­chen Mul­ti­mil­lio­närs, der des Sex­han­dels mit min­der­jäh­ri­gen Mäd­chen beschul­digt wur­de.

Laut dem Gut­ach­ten der Gerichts­me­di­zi­ner habe Epstein am 10. August in sei­ner Zel­le Selbst­mord began­gen, indem er Bett­wä­sche benutz­te, um eine impro­vi­sier­te Schlin­ge her­zu­stel­len, und sich dann damit erhäng­te. 

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Um her­aus­zu­fin­den, was wirk­lich pas­siert ist”, pla­nen die Anwäl­te, eine “eige­ne unab­hän­gi­ge und voll­stän­di­ge Unter­su­chung” über Epsteins Tod. In die­sem Zusam­men­hang kün­dig­ten sie recht­li­che Schrit­te an, um Zugang zu den “ent­schei­den­den Vide­os” aus dem Gefäng­nis zu erhal­ten, “wenn sie so exis­tie­ren, wie sie gesetz­lich vor­ge­schrie­ben soll­ten”.

Epsteins Sicher­heit lag in der Ver­ant­wor­tung des MCC. Es ist unbe­strit­ten, dass die Behör­den ihre eige­nen Pro­to­kol­le mas­siv ver­letzt haben, erklär­te das Anwalts­team abschlie­ßend.

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Epsteins omi­nö­ser Tod führ­te schnell zu übli­chen Ver­schwö­rungs­theo­ri­en, in denen behaup­tet wur­de, der Invest­ment­ban­ker und ver­ur­teil­te Sexu­al­straf­tä­ter sei von eini­gen sei­ner hoch­ka­rä­ti­gen Freun­de ermor­det wor­den, aus Angst, dass des­sen Aus­sa­gen ihre Betei­li­gung am Pädo­phi­len­ring auf­de­cken könn­ten.

Was die Theo­ri­en anheiz­te, war die Tat­sa­che, dass eine so bekann­te Per­son wie Epstein unbe­wacht blieb, zudem nach einem bereits kurz zuvor erfolg­ten mut­maß­li­chen Ver­such, sich das Leben zu neh­men. Doch neben dem mitt­ler­wei­le übli­chen Chor der Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker mel­den sich auch Stim­men von renom­mier­ten Exper­ten zu Wort, die eine Selbst­tö­tung Epsteins aus rein tech­ni­schen Grün­den für unwahr­schein­lich hal­ten.

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Sie argu­men­tie­ren, dass Epsteins Zel­le sowie das dor­ti­ge Inven­tar expli­zit dar­auf aus­ge­legt sind, genau sol­che Fäl­le zu ver­mei­den. So soll zum Bei­spiel die Bett­wä­sche aus einem papier­ähn­li­chen Mate­ri­al bestehen, wel­ches per se ver­un­mög­li­chen soll, sich damit zu erhän­gen. Zudem war Epstein kein gewöhn­li­cher Gefan­ge­ner und hät­te eigent­lich rund um die Uhr unter Beob­ach­tung ste­hen müs­sen.

RT Deutsch


Russlands schwimmendes AKW : “Tschernobyl zu Wasser” – wirklich ? (Video)


Die vor zwölf Jah­ren auf Kiel geleg­te Aka­de­mik Lomo­nos­sow, ein schwim­men­des Atom­kraft­werk vom Pro­jekt 20870 auf der Basis einer Bar­ge, wur­de am 4. Juli an den Auf­trag­ge­ber Ros­ener­goatom über­ge­ben. Nun folgt ein Ein­satz in Tschu­kot­ka, wo die Lomo­nos­sow das Kern­kraft­werk Bilibi­no erset­zen wird, das den Kern des iso­lier­ten Ener­gie­sys­tems Tschaun-Bilibi­no bil­det. Zu die­sem Zweck wur­de die Bar­ge bereits von Schlep­pern in den Hafen von Pewek gebracht.

Eini­ge Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen spre­chen von einem “Tscher­no­byl zu Was­ser” (oder “auf Eis”) – und nur zu gern über­neh­men west­li­che Medi­en die­se For­mu­lie­rung. Ob die­se Skep­sis begrün­det ist, und wel­chen Zweck das schwim­men­de Atom­kraft­werk mit sei­nen 70 Mega­watt elek­tri­scher Leis­tung hat, erör­tert die­ser Video­clip.

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RT Deutsch


Von der Leyen für Asylreform : Habe Dublin-Regel “nie wirklich verstanden”


Die neu gewähl­te zukünf­ti­ge EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin Ursu­la von der Ley­en hat sich zu dem kon­tro­ver­sen Dub­lin-II-Sys­tem für Asyl­ver­fah­ren geäu­ßert. Sie äußer­te die Kri­tik, dass die Ver­tei­lung von Asyl­be­wer­bern auf die Staa­ten, die sie inner­halb der EU als ers­tes betre­ten, nicht sinn­voll sei.

Ich habe nie wirk­lich ver­stan­den, war­um Dub­lin mit der ein­fa­chen Glei­chung begann : Wo ein Migrant zuerst euro­päi­schen Boden betritt, muss er oder sie blei­ben”, sag­te die CDU-Poli­ti­ke­rin zur Bild am Frei­tag. “Die Migra­ti­on fin­det auf dem See- oder Land­weg statt. Wir kön­nen nur dann sta­bi­le Außen­gren­zen haben, wenn wir den Mit­glied­staa­ten, die auf­grund ihrer Posi­ti­on auf der Kar­te dem größ­ten Druck aus­ge­setzt sind, genü­gend Hil­fe leis­ten.”

Von der Ley­ens Fazit :

Wir müs­sen Dub­lin refor­mie­ren, um mehr Fair­ness und Las­ten­ver­tei­lung zu errei­chen.”

Bereits vor ihrer Wahl zur Kom­mis­si­ons­prä­si­den­tin am Diens­tag hat­te sich von der Ley­en stark gemacht für einen Neu­start der fest­ge­fah­re­nen Ver­hand­lun­gen mit einem Vor­schlag für einen “neu­en Pakt für Migra­ti­on und Asyl”. Nach den der­zeit gül­ti­gen Dub­lin-Regeln ist jenes Land für ein Asyl­ver­fah­ren zustän­dig, in dem ein Asyl­be­wer­ber zum ers­ten Mal EU-Boden betritt.

Eine Eini­gung der 28 EU-Staa­ten auf eine Reform schei­ter­te bis­lang vor allem an der Ver­tei­lung Asyl­su­chen­der auf alle Län­der. Mit­glied­staa­ten wie Ungarn und Polen wol­len sich nicht dazu ver­pflich­ten las­sen, wei­te­re Asyl­be­wer­ber auf­zu­neh­men.

Im Inter­view mit der Bild sprach sich von der Ley­en dafür aus, die Migra­ti­ons­de­bat­te “zu ent­emo­tio­na­li­sie­ren”. Das heißt :

Schluss mit dem Fin­ger­zei­gen, sehr prag­ma­tisch arbei­ten, Lösun­gen fin­den, die nicht all­zu weit weg sind, aber leicht zu errei­chen sind.”

Grund­sätz­lich gel­te es, stark in die Her­kunfts­län­der zu inves­tie­ren, Ter­ror und Armut zu bekämp­fen und den Men­schen eine Per­spek­ti­ve zu geben. Zudem müs­se die EU ener­gisch gegen Men­schen­schlep­per und Schmugg­ler vor­ge­hen und die EU-Gren­zen mit Fron­tex schüt­zen.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Bundespressekonferenz : Ist die iranische Reaktion auf einseitigen US-Ausstieg wirklich illegal ?


Niels Annen, Staats­mi­nis­ter im Aus­wär­ti­gen Amt, kri­ti­sier­te die “aggres­si­ve Kriegs­rhe­to­rik aus Tei­len der US-Admi­nis­tra­ti­on” und hält den US-Aus­stieg aus dem Atom­ab­kom­men mit dem Iran für “ille­gal”. Die jüngst ange­kün­dig­ten ira­ni­schen Gegen­maß­nah­men – unter ande­rem auf­grund der nur lang­sam vor­an­kom­men­den Imple­men­tie­rung des alter­na­ti­ven Zah­lungs­sys­tems INSTEX – und die damit ver­bun­de­ne gestell­te Frist von 60 Tagen an die Euro­pä­er hält er aber genau­so wenig für legal. Gegen­über dem Tages­spie­gel sag­te er am Sonn­tag :

Doch der Iran soll­te nicht dem Miss­ver­ständ­nis unter­lie­gen, dass wir des­halb ille­ga­les ira­ni­sches Ver­hal­ten akzep­tie­ren könn­ten.

RT Deutsch frag­te bei der Bun­des­pres­se­kon­fe­renz nach und woll­te wis­sen, ob die Bun­des­re­gie­rung die­se Auf­fas­sung des Staats­se­kre­tärs tei­le, dass die ira­ni­sche Reak­ti­on ille­gal sei. Maria Ade­bahr, Spre­che­rin des glei­chen Minis­te­ri­ums für wel­ches auch Niels Annen sprach, wei­ger­te sich, ein­deu­ti­ge Stel­lung über die Fra­ge der Lega­li­tät zu bezie­hen.

Dass sich die Spre­che­rin des Aus­wär­ti­gen Amtes nicht ein­deu­tig äußern woll­te, könn­te dar­an lie­gen, dass die ange­kün­dig­te ira­ni­sche Aus­set­zung von Tei­len des Atom­ab­kom­mens in der Rea­li­tät (noch) kei­ne ist. Denn die ers­ten Maß­nah­men bezie­hen sich auf Rege­lun­gen, die Tehe­ran frei­wil­lig als Zei­chen des guten Wil­lens ein­ge­gan­gen ist. Dar­un­ter fällt die Ober­gren­ze von 300 Kilo­gramm zur Lage­rung von nied­rig ange­rei­cher­tem Uran (Über­schuss wur­de expor­tiert) sowie die Ober­gren­ze zur Lage­rung von Schwer­was­ser bis 130 Ton­nen (der Über­schuss wur­de in den Oman expor­tiert).

Dass der Iran genau die­se zwei Maß­nah­men ergrif­fen hat, ist kein Zufall. Die US-Regie­rung hat­te am 3. Mai ange­kün­digt, ihre seit der Unter­zeich­nung des Atom­ab­kom­mens erteil­ten Aus­nah­me­ge­neh­mi­gun­gen für den Export von ira­ni­schem Schwer­was­ser und nied­rig ange­rei­cher­tem Uran nicht mehr ver­län­gern zu wol­len. 

Mehr zum The­ma — Span­nung vor ira­ni­scher Ent­schei­dung zum Atom­ab­kom­men 

RT Deutsch


Wie sicher ist die Entrauchung am BER wirklich ?


RT Deutsch hat­te dar­über berich­tet, wie die feh­ler­haf­te Kabel­ver­le­gung an dem noch immer im Bau befind­li­chen Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg (BER) im Fal­le einer Inbe­trieb­nah­me in dem gegen­wär­ti­gen Zustand zu gra­vie­ren­den Sicher­heits­pro­ble­men füh­ren wür­de. Die Bau­auf­sicht hat­te auf Nach­fra­ge mit­ge­teilt, dass eine Geneh­mi­gung der Kabel­tras­sen im beschrie­be­nen Zustand nicht erfol­gen wer­de.

Doch es gibt am BER auch ein wei­te­res Pro­blem­feld : Die Ent­rau­chung. Die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft selbst erklär­te auf Anfra­ge von RT Deutsch am 21. Dezem­ber 2018, dass es in die­sem Bereich kei­ne Pro­ble­me mehr gebe :

Die maschi­nel­le Ent­rau­chung am Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg (BER) ist gemäß den Prüf­vor­ga­ben der bran­den­bur­gi­schen Prüf­ord­nung (Bbg­BO) durch den TÜV geprüft und für in Ord­nung befun­den wor­den.

Der Inge­nieur Klaus-Jür­gen Thum, der im Jahr 2014 meh­re­re Mona­te auf der BER-Bau­stel­le tätig war, wider­spricht die­ser Dar­stel­lung. Die gan­ze der Ent­rau­chungs­an­la­ge zugrun­de­lie­gen­de Pla­nung sei feh­ler­haft gewe­sen und offen­bar unter extre­mem Kos­ten- und/oder Zeit­druck ent­stan­den. Gesetz­mä­ßig­kei­ten der Strö­mungs­leh­re hät­ten anschei­nend kei­ne Rol­le gespielt, die Pla­ner offen­bar kei­ne Fach- und Sach­kun­de beses­sen.

Jeg­li­cher hydrau­li­scher Abgleich habe in der Anla­ge gefehlt, die Geo­me­tri­en der Anla­gen­tei­le und die Strö­mungs­ge­schwin­dig­kei­ten sowie die wech­sel­sei­ti­gen Abhän­gig­kei­ten zwi­schen die­sen sei­en nicht berück­sich­tigt wor­den.

Die Aus­füh­rung der bereits feh­ler­be­haf­te­ten Pla­nung, so der Inge­nieur, sei genau­so kata­stro­phal erfolgt. Alle Pla­nungs­feh­ler sei­en in die Aus­füh­rung über­nom­men wor­den. Eine Werk- und Mon­ta­ge­pla­nung durch die Aus­füh­ren­den habe es offen­bar nicht gege­ben. Die aus­ge­führ­ten Kanal­net­ze sei­en in ihrer Form und in der Anhäu­fung der Ein­zel­wi­der­stän­de für die Strö­mung in Teil-Abschnit­ten eine Kata­stro­phe.

Thum beschreibt, wie er damals eine aus­ge­wähl­te Teil­stre­cke nach­ge­rech­net hat. Er habe dabei Pla­nungs- und Aus­füh­rungs­feh­ler gefun­den, die “gegen alle Regeln der Tech­nik ver­sto­ßen”. Die aus­ge­wähl­ten Ven­ti­la­to­ren sei­en von ihren Leis­tungs­pa­ra­me­tern her unge­eig­net und könn­ten eine ordent­li­che Ent­rau­chung nicht gewähr­leis­ten. 

Auch von der Über­ar­bei­tung der Ent­rau­chungs­an­la­ge ab 2014 hält er wenig. Man habe zu kei­nem Zeit­punkt ver­sucht, die Feh­ler zu iden­ti­fi­zie­ren. Statt­des­sen habe man gesagt, das Mons­ter sei zu groß, mit einer Tei­lung der Anla­ge kom­me alles in Ord­nung. Die­ses Vor­ge­hen bezeich­net Thum als puren Aktio­nis­mus.

Klaus-Jür­gen Thum berich­tet aus jener Zeit, dass der Chef­inge­nieur von Arca­dis, der die Über­ar­bei­tung lei­te­te, ihm nahe­ge­legt habe, nicht zu genau nach­zu­rech­nen. Ein sol­cher Ven­ti­la­tor müs­se nur ein­mal im Leben 90 Minu­ten funk­tio­nie­ren. Thum erin­nert sich, wie die­ser Chef­inge­nieur eines Tages vom Vor­trag eines Wis­sen­schaft­lers zum The­ma Anla­gen-Zeta-Wert völ­lig über­for­dert gewe­sen sei.

Der Chef­inge­nieur habe den Aus­füh­run­gen des Wis­sen­schaft­lers zu den Zeta-Wer­ten nicht fol­gen kön­nen. Die­se Wer­te beschrie­ben das Ver­hält­nis von tota­lem Druck zum dyna­mi­schen Druck inner­halb einer Anla­ge und zähl­ten für einen Inge­nieur zum Grund­wis­sen. Die Anla­gen-Zeta-Zahl sei für die Funk­ti­on der gesam­ten Anla­ge maß­ge­bend. Er selbst, so Thum, habe eine der­ar­ti­ge Inkom­pe­tenz in lei­ten­der Funk­ti­on und Ver­ant­wor­tung nicht fas­sen kön­nen. 

Thum ist der fes­ten Über­zeu­gung, dass auch die über­ar­bei­te­te Ent­rau­chungs­an­la­ge im Ernst­fall ver­sa­gen wür­de. Kon­kret weist er auf zwei Teil­pro­ble­me hin, die wei­ter­hin bestün­den. Die Lüf­tungs­zen­tra­le zur Ent­rau­chung der Haupt­hal­le sei auf der Ven­ti­la­to­ren-Saug­sei­te so ungüns­tig gestal­tet, dass die Ven­ti­la­to­ren im Ernst­fall durch Luft­ver­wir­be­lun­gen nach weni­gen Minu­ten begin­nen wür­den “zu hop­sen” und dabei zer­stört wer­den könn­ten.

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Ein wei­te­res völ­lig über­se­he­nes Pro­blem sei die Fas­sa­de. Die vom Archi­tek­ten Mein­hard von Ger­kan für die Fas­sa­de vor­ge­se­he­ne Mem­bran­be­span­nung, fak­tisch eine sehr fei­nes Streck­me­tall­git­ter, ver­deckt an meh­re­ren Stel­len die dahin­ter lie­gen­den Wet­ter­schutz­git­ter der Luft­an­saug­ka­nä­le (wie ja beim ursprüng­li­chen Flug­ha­fen­ent­wurf grund­sätz­lich ästhe­ti­sche Form immer Vor­rang vor der Funk­ti­on hat­te).

An die­ser fei­nen Mem­bran, so Thum, ent­stün­den Strö­mungs­ver­hält­nis­se, die eine Ver­ei­sung sogar bei Plus­tem­pe­ra­tu­ren begüns­tig­ten. Eine sol­che Ver­ei­sung kön­ne das Ansau­gen von Luft unter­bre­chen und die Zer­stö­rung des Luft­ka­nals zur Fol­ge haben. Auch die­ser Kon­struk­ti­ons­feh­ler kön­ne im Ernst­fall töd­li­che Kon­se­quen­zen haben.

Für die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft stellt die Ent­rau­chung nach eige­ner Dar­ge­stel­lung kein Pro­blem mehr dar. Auch ein Inge­nieur, der nach 2015 mit der Ent­rau­chungs­an­la­ge befasst war, erklär­te gegen­über RT Deutsch, dass die Ent­rau­chung jetzt funk­tio­nie­re. Er habe den von Thum durch­ge­rech­ne­ten Abschnitt selbst über­prüft. Die Wer­te von 2014 sei­en nicht mehr aktu­ell.

Nun ist es mög­li­cher­wei­se nicht die Ent­rau­chung, son­dern wohl min­des­tens die feh­ler­haf­te und sicher­heits­ge­fähr­den­de Kabel­ver­le­gung, die mit eini­ger Sicher­heit für eine erneu­te Ver­schie­bung des geplan­ten Eröff­nungs­ter­mins des BER sor­gen wird. Inge­nieur Thum ist sich den­noch sicher, dass auch die Ent­rau­chung des BER in ihrem jet­zi­gen Zustand töd­li­che Risi­ken birgt. Den Funk­ti­ons­prü­fun­gen durch den TÜV bringt er nicht viel Ver­trau­en ent­ge­gen : “Die gucken, ob sich die Roto­ren dre­hen, viel mehr pas­siert da nicht.”

RT Deutsch


Venezolanisches Gold : Wie unabhängig ist die Bank of England wirklich ?


von Geor­ge Gal­lo­way

Die “Old Lady of Thre­ad­need­le Street”, wie man die Bank of Eng­land schon ewig lie­be­voll umschreibt, ist in einer stür­mi­schen Welt ein Hafen für alle mög­li­chen Län­der, in dem die­se das Ver­mö­gen ihres Staa­tes anle­gen kön­nen. Und das nicht ein­mal unbe­dingt frei­wil­lig. Nach dem Zusam­men­bruch des kom­mu­nis­ti­schen Regimes in Alba­ni­en war ich kurz­zei­tig als Mit­vor­sit­zen­der der Bri­tain-Alba­nia Socie­ty mit dem Tory-Abge­ord­ne­ten Ste­ve Nor­ris tätig. Er und ich muss­ten Ber­ge ver­set­zen, um zu ver­su­chen, die bri­ti­sche Regie­rung (die damals die Bank of Eng­land voll­stän­dig kon­trol­lier­te) davon zu über­zeu­gen, den Alba­nern ihr Gold zurück­zu­ge­ben, das von den Bri­ten wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs kon­fis­ziert wor­den war.

Der Raub der Woche fand – von kei­nem Kom­men­ta­tor bemerkt, den ich gele­sen habe – in einer Zeit statt, in der die Bank of Eng­land offi­zi­ell unab­hän­gig von der Regie­rungs­kon­trol­le ist. Und doch wur­de er durch einen Anruf eines aus­län­di­schen Regie­rungs­be­am­ten aus­ge­löst.

Die Ent­schei­dung der Bank, Gold im Wert von mehr als einer Mil­li­ar­de Dol­lar zu beschlag­nah­men – ein höf­li­ches Wort für Steh­len -, wur­de Berich­ten zufol­ge von ihrem Gou­ver­neur nach einem Anruf des US-Bera­ters für natio­na­le Sicher­heit, John Bol­ton, und des Außen­mi­nis­ters Mike Pom­peo ange­ord­net – also nicht ein­mal vom Prä­si­den­ten selbst.

Wenn ich Recht habe, dann wur­de die­se Ent­schei­dung, die Sicher­heit der Ein­la­gen bei der Bank of Eng­land zu beschä­di­gen (hof­fent­lich irrepa­ra­bel), von einem nicht gewähl­ten, nicht rechen­schafts­pflich­ti­gen kana­di­schen Bür­ger getrof­fen (der erst im Novem­ber die bri­ti­sche Staats­bür­ger­schaft erhielt). Heu­te ist er noch da, aber schon mor­gen ist er als Gou­ver­neur der Bank of Eng­land wie­der weg. Die Außen­po­li­tik des Staa­tes – um des­sen Bank es geht – wur­de also zumin­dest von Bol­ton, einem klei­nen Beam­ten eines frem­den Lan­des, anti­zi­piert, wenn nicht sogar an sich geris­sen. War es das, was die Tory-Bre­x­it-Cham­pi­ons im Sinn hat­ten, als sie sich dafür ein­setz­ten, dass Groß­bri­tan­ni­en die “Kon­trol­le wie­der­erlangt”?

Natür­lich wird der Gou­ver­neur, Mark Car­ney, gewusst haben, dass Bol­ton auf eine geöff­ne­te Bank­tre­sor­tür gesto­ßen ist und dass Groß­bri­tan­ni­en nicht unab­hän­gi­ger von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist als die Bank of Eng­land von der bri­ti­schen Regie­rung.

Dar­über hin­aus konn­te kein kari­bi­sches Kro­ko­dil Trä­nen ver­gie­ßen, die unauf­rich­ti­ger sind als die, die der­zeit von bri­ti­schen Poli­ti­kern für das “arme lei­den­de Volk” Vene­zue­las ver­gos­sen wer­den. Denn wel­ches Mons­ter könn­te eine Mil­li­ar­de Dol­lar von “armen und lei­den­den Men­schen” beschlag­nah­men?!

In rund 72 Stun­den wur­de der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent Nicolás Madu­ro in der ver­gan­ge­nen Woche von einem Staats­chef, von dem kaum jemand in Groß­bri­tan­ni­en je etwas gehört hat­te, zu einem neu­en “Hit­ler vom Nil” sti­li­siert.

Die­se Bezeich­nung wur­de in Groß­bri­tan­ni­en in der Nach­kriegs­zeit erst­mals auf den frü­he­ren ägyp­ti­schen Prä­si­den­ten Nas­ser ange­wandt, als die­ser den Suez­ka­nal ver­staat­lich­te. Für das Impe­ri­um war dies lei­der sehr bedau­er­lich, weil der Kanal sich tat­säch­lich in Ägyp­ten befin­det – also dem Land, des­sen Prä­si­dent er war. Schließ­lich, um Donald Rums­feld zu para­phra­sie­ren, war es nicht die Schuld Groß­bri­tan­ni­ens, dass Gott die Kanä­le Groß­bri­tan­ni­ens in die Län­der ande­rer Men­schen leg­te.

Und seit­dem gab es vie­le, die mit ähn­li­chen Bezeich­nun­gen bedacht wur­den : Yas­sir Ara­fat, Muammar Gad­da­fi, Bas­har al-Assad, Slo­bo­dan Miloše­vić, Wla­di­mir Putin und eini­ge mehr.

Der Wan­del war erstaun­lich, auch für mich, der seit 50 Jah­ren in der Poli­tik tätig ist.

Alle sorg­fäl­tig gepfleg­ten Gär­ten von NGOs, “unab­hän­gi­gen Jour­na­lis­ten” und Exper­ten wur­den mit ihren lang geheg­ten Erzäh­lun­gen über die Per­fi­die der Cha­vez-Revo­lu­ti­on in Vene­zue­la über­flu­tet. Sie lit­ten jedoch all­ge­mein unter zwei Nach­tei­len : Kei­ner von ihnen konn­te den Namen des Man­nes von den Stra­ße Cara­cas’ aus­spre­chen, des­sen selbst­er­nann­te Prä­si­dent­schaft sie aner­kann­ten. Und kei­ner von ihnen schien zu wis­sen, dass die USA eine mit­tel­al­ter­li­che Bela­ge­rung Vene­zue­las mit Sank­tio­nen, Sabo­ta­ge und Sub­ver­sio­nen ver­hängt hat­ten. Zumin­dest hat es kei­ner von ihnen erwähnt.

Kei­ner von ihnen, wie bei jeder ande­ren aus­län­di­schen Régime-Chan­ge-Ope­ra­ti­on, die sie vor­an­ge­trie­ben hat­ten, hat­te die gerings­te Ahnung davon, was in Vene­zue­la pas­sie­ren wür­de, wenn sie erfolg­reich wären, nicht zuletzt, wie vie­le Mil­lio­nen bewaff­ne­te Cha­vez-Anhän­ger ihre Regie­rung unter­stüt­zen könn­ten, die von Aus­län­dern gestürzt wer­den soll. Es ist schwer her­aus­zu­fin­den, ob die­se Jour­na­lis­ten und Poli­ti­ker, die einen Bür­ger­krieg auf den größ­ten Ölfel­dern der Welt for­dern, kri­mi­nell und geis­tes­ge­stört sind, ob sie nur Kri­mi­nel­le sind oder ob sie sich auf eine ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit beru­fen kön­nen, weil sie nicht genau wuss­ten, was in Afgha­ni­stan, Irak, Jemen, Syri­en, der Ukrai­ne usw. bereits gesche­hen war.

Die Dämo­ni­sie­rung Vene­zue­las, auch sei­tens der west­li­chen Län­dern, die selbst kaum funk­tio­nie­ren­de Regie­run­gen haben, glich einer Flut­wel­le. Die kläg­li­chen Res­sour­cen, die Vene­zue­la in die Soli­da­ri­täts­ar­beit in Groß­bri­tan­ni­en inves­tiert hat – oder wenn sie etwas inves­tiert haben, kann nie­mand erklä­ren, wohin es gegan­gen ist –, spie­geln sich in der völ­li­gen Wei­ge­rung der vene­zo­la­ni­schen Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne wider, jeman­den für mei­ne RT-Show Sput­nik letz­te Woche zu stel­len, was mich an die Kuba-Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne neben­an erin­nert.

Sie wie­der­um schlu­gen den Eng­län­der vor, der sich als geschick­ter Redak­teur der bri­ti­schen Zei­tung Morning Star her­aus­ge­stellt hat. Sel­ten hat sich ein gro­ßes und wich­ti­ges ölrei­ches Land – anfäl­lig für west­li­che Inva­sio­nen, wie es sich vor­her­seh­bar her­aus­ge­stellt hat – weni­ger Mühe gemacht, Freun­de zu gewin­nen.

Die Ereig­nis­se vor Ort in Vene­zue­la wer­den dar­über ent­schei­den, was als nächs­tes geschieht. Mei­ner Mei­nung nach wer­den vie­le Enter­mes­ser blin­ken und schlit­zen, bevor das Gan­ze vor­bei ist. Und genau wie in allen ande­ren Fäl­len, auf die ich Bezug genom­men habe, wird sich das Ergeb­nis als das Gegen­teil von dem erwei­sen, was sich die gemie­te­ten Hand­lan­ger des Impe­ri­ums jetzt vor­stel­len.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Der „vierte Weltkrieg“ gegen den Terror : Ein Krieg um wirklich jeden Preis


Der 11. Sep­tem­ber gilt als wohl mar­kan­tes­te geo­po­li­ti­sche Zäsur der jün­ge­ren Zeit­ge­schich­te. Die fata­len New Yor­ker Anschlä­ge bil­de­ten den Auf­takt zu einem bei­spiel­lo­sen Feld­zug gegen die eige­ne Inter­pre­ta­ti­on des „Bösen“. Die so oft gestell­te Fra­ge „Was haben die nur gegen uns?“ ist dabei rein rhe­to­risch und wird gleich selbst beant­wor­tet. Es ist dem­nach schlicht „unse­re Art zu leben“ die bei den isla­mis­ti­schen Fana­ti­kern die Siche­run­gen durch­bren­nen lässt. „Die eige­nen Wer­te ver­tei­di­gen“ lau­tet seit­dem das Cre­do im Kampf gegen den „Isla­mis­mus“.

Mehr zum The­ma — Für die “natio­na­le Sicher­heit”: US-Unter­neh­men sol­len Sel­te­ne Erden in Afgha­ni­stan aus­beu­ten

Seit Jah­ren ist dabei bekannt, dass etwa der drit­te Golf­krieg auf einem Lügen­kon­strukt zur Recht­fer­ti­gung eines Régime-Chan­ge basier­te. Vie­le dürf­ten aller­dings nach wie vor weni­ger ver­traut sein, mit dem schie­ren Aus­maß an Leid und Zer­stö­rung die der „Kreuz­zug“ seit dem 11. Sep­tem­ber 2001 über den Nahen Osten brach­te. Ganz zu Schwei­gen von den astro­no­mi­schen Kos­ten für eine Mili­tär­ma­schi­ne­rie die seit­her ihr Netz immer enger um die Welt spannt – und dabei auf den stän­di­gen Nach­schub an Feind­bil­dern ange­wie­sen ist.

Tat­säch­lich lässt sich anhand jüngs­ter Zah­len fest­hal­ten, dass sich etwa die Zahl radi­ka­li­sier­ter Mus­li­me und Dschi­ha­dis­ten seit den Anschlä­gen des 11. Sep­tem­bers ver­viel­facht hat. Von der enor­men Zahl an Men­schen­le­ben die der Anti­ter­ror­krieg bis­lang for­der­te, ganz zu schwei­gen. Der vor knapp zwan­zig Jah­ren aus­ge­ru­fe­ne Krieg sei schon längst zum Selbst­zweck gewor­den, sagen die einen, wäh­rend die ande­ren davon aus­ge­hen, dass er noch nie einen ande­ren Zweck hat­te.

Quel­len­ver­zeich­nis

Brown uni­ver­si­ty : Costs of war (PDF)

Brown uni­ver­si­ty : Costs of war pro­ject

Gold.de : Staats­ver­schul­dung USA

India­na Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty : Coun­ter-Ter­ro­rism Trai­ning Pro­grams

New York Times : An Ope­ra­ti­on in Niger Went Fatal­ly Awry. Who Is the Army Punis­hing ?

Reu­ter : Pen­ta­gon fails its first-ever audit, offi­ci­al says

RT Deutsch : “Ame­ri­ka wird immer nach Frie­den stre­ben”: USA geben Start­schuss für die Space Force

Smit­ho­ni­an : Ame­ri­ca at war

The Nati­on : Exclu­si­ve : The Pentagon’s Mas­si­ve Accoun­ting Fraud Expo­sed

Welt : “Wir wer­den einen Kreuz­zug füh­ren” Kampf gegen Ter­ro­ris­ten wird ver­schärft

World Street Jour­nal : World War IV

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Ein Hardliner auf Abwegen — Darum musste Maaßen wirklich gehen


Die BILD wie­der­holt es hart­nä­ckig und auch die AfD ist sich sicher : Hans-Georg Maaßen muss gehen, weil er der Kanz­le­rin wider­sprach. Doch das ist nur die hal­be Wahr­heit … wenn über­haupt. In Wirk­lich­keit fühl­te sich der Chef des Ver­fas­sungs­schut­zes seit vie­len Jah­ren unan­tast­bar, wes­halb er nicht nur ein­mal Par­la­ment und Öffent­lich­keit belog.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Trumps Migrationspolitik in der Kritik : Doch war es unter Obama wirklich besser ? (Video)


Mehr zum The­ma — USA : Empö­rung über mexi­ka­ni­sche Kin­der in Käfi­gen (Video)

Das Ein­sper­ren von Migran­ten­kin­dern war zum Bei­spiel auch unter der Oba­ma-Regie­rung gang und gäbe. Was von den meis­ten Medi­en ver­schwie­gen wird : Tat­säch­lich hat es seit mehr als 20 Jah­ren kei­nen Kon­gress-Beschluss mehr zum The­ma Migra­ti­on gege­ben — auch unter Oba­ma nicht.

Mehr zum The­ma :  Streit um Mäd­chen auf Times-Cover — Irre­füh­rend oder Sym­bol für unmensch­li­che Poli­tik ?

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Analyse : Wie weit liegen die Koalitionspartner bei der Migration wirklich auseinander ? 


In ihrem Asyl­streit erklim­men CDU und CSU täg­lich neue Stu­fen der Eska­la­ti­on. Die Kon­tra­hen­ten haben inzwi­schen ver­schie­de­ne Maß­nah­men­pa­ke­te vor­ge­legt. Das von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) war lan­ge geheim und heißt “Mas­ter­plan Migra­ti­on”. Die Vor­schlä­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) beschäf­ti­gen sich vor allem mit dem Außen­grenz­schutz und der Fra­ge, wie man ver­hin­dern kann, dass sich Asyl­be­wer­ber selbst aus­su­chen, wo sie in Euro­pa Asyl bean­tra­gen. Sie tra­gen die Über­schrift : “Mehr Ord­nung und Steue­rung in der Migra­ti­ons­po­li­tik”. Die SPD will nicht län­ger abseits ste­hen und legt “Fünf Punk­te für eine euro­päi­sche Migra­ti­ons- und Flücht­lings­po­li­tik” vor. Dar­in greift sie eini­ge For­de­run­gen auf, die auch See­ho­fer stellt.

Wel­che Punk­te in See­ho­fers Plan haben das größ­te Spalt-Poten­zi­al ?

Der Streit des Innen­mi­nis­ters mit der Kanz­le­rin dreht sich dar­um, wer an der deut­schen Gren­ze abge­wie­sen wer­den darf. Das ist Punkt 27 im 63-Punk­te-Plan von See­ho­fer. Er sieht die Zurück­wei­sung von andern­orts in der EU bereits regis­trier­ten Flücht­lin­gen vor. Mer­kel will nicht, dass Deutsch­land das ohne Ver­ein­ba­run­gen mit den betrof­fe­nen Staa­ten im Allein­gang voll­zieht. Wie vie­le EU-Mit­glie­der da mit­ma­chen und wie belast­bar die von Mer­kel mit ihnen bereits getrof­fe­nen Ver­ab­re­dun­gen sind, ist aber noch nicht ganz klar.

Und was ist mit der SPD ?

Alle ande­ren Vor­schlä­ge von CSU-Chef See­ho­fer sind zwi­schen den Uni­ons­par­tei­en unstrit­tig. Das heißt aber noch lan­ge nicht, dass der Koali­ti­ons­part­ner SPD bei allem mit­ge­hen wür­de. Ein Bei­spiel : Die SPD will die Mög­lich­kei­ten der Behör­den erwei­tern, Antrags­stel­lern auf die Schli­che zu kom­men, die fal­sche Anga­ben zu ihrer Iden­ti­tät machen — etwa weil sie sich so bes­se­re Chan­cen im Asyl­ver­fah­ren aus­rech­nen. See­ho­fer geht aber noch viel wei­ter. Er will beschleu­nig­te Asyl­ver­fah­ren für jeden, der kei­ne Iden­ti­täts­do­ku­men­te vor­legt. Und das war in den Jah­ren 2016 und 2017 die Mehr­heit der Asyl­be­wer­ber.

Hat sich die SPD denn nicht auch bewegt ?

Doch, und zwar vor allem beim The­ma Abschie­bun­gen. Die SPD will — genau wie See­ho­fer -, dass die Behör­den künf­tig Men­schen, die “unver­schul­det an der Aus­rei­se gehin­dert sind”, anders behan­deln als Aus­rei­se­pflich­ti­ge, die ihre Abschie­bung hin­ter­trei­ben. Wer zum Bei­spiel nicht sagt, wie er heißt und wo er her­kommt, soll auch nach den Vor­stel­lun­gen der SPD nicht die glei­chen staat­li­chen Leis­tun­gen erhal­ten wie ein Mensch, der wegen einer ernst­haf­ten Erkran­kung län­ger in Deutsch­land bleibt — oder weil der Hei­mat­staat kei­ne Papie­re aus­stellt. Unum­strit­ten ist außer­dem, dass Asyl­be­wer­ber, die wegen einer Straf­tat zu min­des­tens einem Jahr Haft ver­ur­teilt wer­den, das Land ver­las­sen sol­len.

Wor­über könn­te es sonst noch Zoff geben ?

See­ho­fer will, dass Schutz­su­chen­de in den ers­ten drei Jah­ren nur Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz erhal­ten. Aktu­ell wech­seln bekom­men sie bereits nach 15 Mona­ten die höhe­re Sozi­al­hil­fe. Ob die­ser Vor­schlag vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestehen kann, ist aller­dings unge­wiss. Die Rich­ter hat­ten 2012 die damals bis zu einem Drit­tel nied­ri­ge­re Sozi­al­hil­fe für Asyl­be­wer­ber für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt. Mit den Stim­men der gro­ßen Koali­ti­on wur­de 2014 eine Geset­zes­no­vel­le ver­ab­schie­det. Sie sah unter ande­rem die Begren­zung auf 15 Mona­te vor.

Und was ist jetzt mit den Zurück­wei­sun­gen ?

Mehr als jeder fünf­te Asyl­su­chen­de kommt als soge­nann­ter Dub­lin-Fall. Das heißt, er müss­te sei­nen Antrag auf Schutz nach den Dub­lin-III-Regeln eigent­lich in einem ande­ren EU-Staat stel­len. Die Rück­über­stel­lung die­ser Men­schen in das Land, das für sie zustän­dig ist, funk­tio­niert aber sehr schlecht. Das liegt einer­seits an der Über­las­tung der Behör­den hier­zu­lan­de und Ver­hin­de­rungs­stra­te­gi­en ein­zel­ner Asyl­be­wer­ber, ande­rer­seits aber auch an Ver­zö­ge­run­gen in Ita­li­en und ande­ren Staa­ten, in denen die­se Asyl­be­wer­ber zum ers­ten Mal nach ihrer Ein­rei­se in die EU regis­triert wur­den. Die “Dub­lin-Rück­über­stel­lun­gen” aus Deutsch­land gelin­gen der­zeit nur in etwa 15 Pro­zent der Fäl­le. Das bedeu­tet : Die Men­schen blei­ben dau­er­haft hier. Denn wenn die Fris­ten über­schrit­ten wer­den, fällt die Zustän­dig­keit für das Asyl­ver­fah­ren auto­ma­tisch an Deutsch­land.

Und was mit den Grü­nen ?

Wie die Grü­nen dar­über den­ken ist rele­vant, weil sie theo­re­tisch als Ersatz für die CSU in die Regie­rung ein­tre­ten könn­ten. Von ihnen ist aller­dings Wider­stand gegen eini­ge Regel­ver­schär­fun­gen zu erwar­ten, die auch CDU und SPD umset­zen wol­len. Dazu gehö­ren die Ein­füh­rung einer Art “Dul­dung light” und die “erwei­ter­te, sank­ti­ons­be­wehr­te Resi­denz­pflicht” für bereits in der EU regis­trier­te Asyl­be­wer­ber. Die­se sol­len laut Vor­schlag aus dem Kanz­ler­amt in “beson­de­ren Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen” beschleu­nig­te Ver­fah­ren durch­lau­fen.

Mehr zum The­ma — RT Umfra­ge in Ber­lin : Mer­kel oder See­ho­fer — Wer soll gehen ? (Video)

(rt deutsch/dpa)

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