Wie sicher ist die Entrauchung am BER wirklich ?


RT Deutsch hat­te dar­über berich­tet, wie die feh­ler­haf­te Kabel­ver­le­gung an dem noch immer im Bau befind­li­chen Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg (BER) im Fal­le einer Inbe­trieb­nah­me in dem gegen­wär­ti­gen Zustand zu gra­vie­ren­den Sicher­heits­pro­ble­men füh­ren wür­de. Die Bau­auf­sicht hat­te auf Nach­fra­ge mit­ge­teilt, dass eine Geneh­mi­gung der Kabel­tras­sen im beschrie­be­nen Zustand nicht erfol­gen wer­de.

Doch es gibt am BER auch ein wei­te­res Pro­blem­feld : Die Ent­rau­chung. Die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft selbst erklär­te auf Anfra­ge von RT Deutsch am 21. Dezem­ber 2018, dass es in die­sem Bereich kei­ne Pro­ble­me mehr gebe :

Die maschi­nel­le Ent­rau­chung am Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg (BER) ist gemäß den Prüf­vor­ga­ben der bran­den­bur­gi­schen Prüf­ord­nung (Bbg­BO) durch den TÜV geprüft und für in Ord­nung befun­den wor­den.

Der Inge­nieur Klaus-Jür­gen Thum, der im Jahr 2014 meh­re­re Mona­te auf der BER-Bau­stel­le tätig war, wider­spricht die­ser Dar­stel­lung. Die gan­ze der Ent­rau­chungs­an­la­ge zugrun­de­lie­gen­de Pla­nung sei feh­ler­haft gewe­sen und offen­bar unter extre­mem Kos­ten- und/oder Zeit­druck ent­stan­den. Gesetz­mä­ßig­kei­ten der Strö­mungs­leh­re hät­ten anschei­nend kei­ne Rol­le gespielt, die Pla­ner offen­bar kei­ne Fach- und Sach­kun­de beses­sen.

Jeg­li­cher hydrau­li­scher Abgleich habe in der Anla­ge gefehlt, die Geo­me­tri­en der Anla­gen­tei­le und die Strö­mungs­ge­schwin­dig­kei­ten sowie die wech­sel­sei­ti­gen Abhän­gig­kei­ten zwi­schen die­sen sei­en nicht berück­sich­tigt wor­den.

Die Aus­füh­rung der bereits feh­ler­be­haf­te­ten Pla­nung, so der Inge­nieur, sei genau­so kata­stro­phal erfolgt. Alle Pla­nungs­feh­ler sei­en in die Aus­füh­rung über­nom­men wor­den. Eine Werk- und Mon­ta­ge­pla­nung durch die Aus­füh­ren­den habe es offen­bar nicht gege­ben. Die aus­ge­führ­ten Kanal­net­ze sei­en in ihrer Form und in der Anhäu­fung der Ein­zel­wi­der­stän­de für die Strö­mung in Teil-Abschnit­ten eine Kata­stro­phe.

Thum beschreibt, wie er damals eine aus­ge­wähl­te Teil­stre­cke nach­ge­rech­net hat. Er habe dabei Pla­nungs- und Aus­füh­rungs­feh­ler gefun­den, die “gegen alle Regeln der Tech­nik ver­sto­ßen”. Die aus­ge­wähl­ten Ven­ti­la­to­ren sei­en von ihren Leis­tungs­pa­ra­me­tern her unge­eig­net und könn­ten eine ordent­li­che Ent­rau­chung nicht gewähr­leis­ten. 

Auch von der Über­ar­bei­tung der Ent­rau­chungs­an­la­ge ab 2014 hält er wenig. Man habe zu kei­nem Zeit­punkt ver­sucht, die Feh­ler zu iden­ti­fi­zie­ren. Statt­des­sen habe man gesagt, das Mons­ter sei zu groß, mit einer Tei­lung der Anla­ge kom­me alles in Ord­nung. Die­ses Vor­ge­hen bezeich­net Thum als puren Aktio­nis­mus.

Klaus-Jür­gen Thum berich­tet aus jener Zeit, dass der Chef­inge­nieur von Arca­dis, der die Über­ar­bei­tung lei­te­te, ihm nahe­ge­legt habe, nicht zu genau nach­zu­rech­nen. Ein sol­cher Ven­ti­la­tor müs­se nur ein­mal im Leben 90 Minu­ten funk­tio­nie­ren. Thum erin­nert sich, wie die­ser Chef­inge­nieur eines Tages vom Vor­trag eines Wis­sen­schaft­lers zum The­ma Anla­gen-Zeta-Wert völ­lig über­for­dert gewe­sen sei.

Der Chef­inge­nieur habe den Aus­füh­run­gen des Wis­sen­schaft­lers zu den Zeta-Wer­ten nicht fol­gen kön­nen. Die­se Wer­te beschrie­ben das Ver­hält­nis von tota­lem Druck zum dyna­mi­schen Druck inner­halb einer Anla­ge und zähl­ten für einen Inge­nieur zum Grund­wis­sen. Die Anla­gen-Zeta-Zahl sei für die Funk­ti­on der gesam­ten Anla­ge maß­ge­bend. Er selbst, so Thum, habe eine der­ar­ti­ge Inkom­pe­tenz in lei­ten­der Funk­ti­on und Ver­ant­wor­tung nicht fas­sen kön­nen. 

Thum ist der fes­ten Über­zeu­gung, dass auch die über­ar­bei­te­te Ent­rau­chungs­an­la­ge im Ernst­fall ver­sa­gen wür­de. Kon­kret weist er auf zwei Teil­pro­ble­me hin, die wei­ter­hin bestün­den. Die Lüf­tungs­zen­tra­le zur Ent­rau­chung der Haupt­hal­le sei auf der Ven­ti­la­to­ren-Saug­sei­te so ungüns­tig gestal­tet, dass die Ven­ti­la­to­ren im Ernst­fall durch Luft­ver­wir­be­lun­gen nach weni­gen Minu­ten begin­nen wür­den “zu hop­sen” und dabei zer­stört wer­den könn­ten.

Mehr zum The­ma — Exklu­siv : Wie Flug­ha­fen BER bei einem Brand zur töd­li­chen Fal­le wird

Ein wei­te­res völ­lig über­se­he­nes Pro­blem sei die Fas­sa­de. Die vom Archi­tek­ten Mein­hard von Ger­kan für die Fas­sa­de vor­ge­se­he­ne Mem­bran­be­span­nung, fak­tisch eine sehr fei­nes Streck­me­tall­git­ter, ver­deckt an meh­re­ren Stel­len die dahin­ter lie­gen­den Wet­ter­schutz­git­ter der Luft­an­saug­ka­nä­le (wie ja beim ursprüng­li­chen Flug­ha­fen­ent­wurf grund­sätz­lich ästhe­ti­sche Form immer Vor­rang vor der Funk­ti­on hat­te).

An die­ser fei­nen Mem­bran, so Thum, ent­stün­den Strö­mungs­ver­hält­nis­se, die eine Ver­ei­sung sogar bei Plus­tem­pe­ra­tu­ren begüns­tig­ten. Eine sol­che Ver­ei­sung kön­ne das Ansau­gen von Luft unter­bre­chen und die Zer­stö­rung des Luft­ka­nals zur Fol­ge haben. Auch die­ser Kon­struk­ti­ons­feh­ler kön­ne im Ernst­fall töd­li­che Kon­se­quen­zen haben.

Für die Flug­ha­fen­ge­sell­schaft stellt die Ent­rau­chung nach eige­ner Dar­ge­stel­lung kein Pro­blem mehr dar. Auch ein Inge­nieur, der nach 2015 mit der Ent­rau­chungs­an­la­ge befasst war, erklär­te gegen­über RT Deutsch, dass die Ent­rau­chung jetzt funk­tio­nie­re. Er habe den von Thum durch­ge­rech­ne­ten Abschnitt selbst über­prüft. Die Wer­te von 2014 sei­en nicht mehr aktu­ell.

Nun ist es mög­li­cher­wei­se nicht die Ent­rau­chung, son­dern wohl min­des­tens die feh­ler­haf­te und sicher­heits­ge­fähr­den­de Kabel­ver­le­gung, die mit eini­ger Sicher­heit für eine erneu­te Ver­schie­bung des geplan­ten Eröff­nungs­ter­mins des BER sor­gen wird. Inge­nieur Thum ist sich den­noch sicher, dass auch die Ent­rau­chung des BER in ihrem jet­zi­gen Zustand töd­li­che Risi­ken birgt. Den Funk­ti­ons­prü­fun­gen durch den TÜV bringt er nicht viel Ver­trau­en ent­ge­gen : “Die gucken, ob sich die Roto­ren dre­hen, viel mehr pas­siert da nicht.”

RT Deutsch


Venezolanisches Gold : Wie unabhängig ist die Bank of England wirklich ?


von Geor­ge Gal­lo­way

Die “Old Lady of Thre­ad­need­le Street”, wie man die Bank of Eng­land schon ewig lie­be­voll umschreibt, ist in einer stür­mi­schen Welt ein Hafen für alle mög­li­chen Län­der, in dem die­se das Ver­mö­gen ihres Staa­tes anle­gen kön­nen. Und das nicht ein­mal unbe­dingt frei­wil­lig. Nach dem Zusam­men­bruch des kom­mu­nis­ti­schen Regimes in Alba­ni­en war ich kurz­zei­tig als Mit­vor­sit­zen­der der Bri­tain-Alba­nia Socie­ty mit dem Tory-Abge­ord­ne­ten Ste­ve Nor­ris tätig. Er und ich muss­ten Ber­ge ver­set­zen, um zu ver­su­chen, die bri­ti­sche Regie­rung (die damals die Bank of Eng­land voll­stän­dig kon­trol­lier­te) davon zu über­zeu­gen, den Alba­nern ihr Gold zurück­zu­ge­ben, das von den Bri­ten wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs kon­fis­ziert wor­den war.

Der Raub der Woche fand – von kei­nem Kom­men­ta­tor bemerkt, den ich gele­sen habe – in einer Zeit statt, in der die Bank of Eng­land offi­zi­ell unab­hän­gig von der Regie­rungs­kon­trol­le ist. Und doch wur­de er durch einen Anruf eines aus­län­di­schen Regie­rungs­be­am­ten aus­ge­löst.

Die Ent­schei­dung der Bank, Gold im Wert von mehr als einer Mil­li­ar­de Dol­lar zu beschlag­nah­men – ein höf­li­ches Wort für Steh­len -, wur­de Berich­ten zufol­ge von ihrem Gou­ver­neur nach einem Anruf des US-Bera­ters für natio­na­le Sicher­heit, John Bol­ton, und des Außen­mi­nis­ters Mike Pom­peo ange­ord­net – also nicht ein­mal vom Prä­si­den­ten selbst.

Wenn ich Recht habe, dann wur­de die­se Ent­schei­dung, die Sicher­heit der Ein­la­gen bei der Bank of Eng­land zu beschä­di­gen (hof­fent­lich irrepa­ra­bel), von einem nicht gewähl­ten, nicht rechen­schafts­pflich­ti­gen kana­di­schen Bür­ger getrof­fen (der erst im Novem­ber die bri­ti­sche Staats­bür­ger­schaft erhielt). Heu­te ist er noch da, aber schon mor­gen ist er als Gou­ver­neur der Bank of Eng­land wie­der weg. Die Außen­po­li­tik des Staa­tes – um des­sen Bank es geht – wur­de also zumin­dest von Bol­ton, einem klei­nen Beam­ten eines frem­den Lan­des, anti­zi­piert, wenn nicht sogar an sich geris­sen. War es das, was die Tory-Bre­x­it-Cham­pi­ons im Sinn hat­ten, als sie sich dafür ein­setz­ten, dass Groß­bri­tan­ni­en die “Kon­trol­le wie­der­erlangt”?

Natür­lich wird der Gou­ver­neur, Mark Car­ney, gewusst haben, dass Bol­ton auf eine geöff­ne­te Bank­tre­sor­tür gesto­ßen ist und dass Groß­bri­tan­ni­en nicht unab­hän­gi­ger von den Ver­ei­nig­ten Staa­ten ist als die Bank of Eng­land von der bri­ti­schen Regie­rung.

Dar­über hin­aus konn­te kein kari­bi­sches Kro­ko­dil Trä­nen ver­gie­ßen, die unauf­rich­ti­ger sind als die, die der­zeit von bri­ti­schen Poli­ti­kern für das “arme lei­den­de Volk” Vene­zue­las ver­gos­sen wer­den. Denn wel­ches Mons­ter könn­te eine Mil­li­ar­de Dol­lar von “armen und lei­den­den Men­schen” beschlag­nah­men?!

In rund 72 Stun­den wur­de der vene­zo­la­ni­sche Prä­si­dent Nicolás Madu­ro in der ver­gan­ge­nen Woche von einem Staats­chef, von dem kaum jemand in Groß­bri­tan­ni­en je etwas gehört hat­te, zu einem neu­en “Hit­ler vom Nil” sti­li­siert.

Die­se Bezeich­nung wur­de in Groß­bri­tan­ni­en in der Nach­kriegs­zeit erst­mals auf den frü­he­ren ägyp­ti­schen Prä­si­den­ten Nas­ser ange­wandt, als die­ser den Suez­ka­nal ver­staat­lich­te. Für das Impe­ri­um war dies lei­der sehr bedau­er­lich, weil der Kanal sich tat­säch­lich in Ägyp­ten befin­det – also dem Land, des­sen Prä­si­dent er war. Schließ­lich, um Donald Rums­feld zu para­phra­sie­ren, war es nicht die Schuld Groß­bri­tan­ni­ens, dass Gott die Kanä­le Groß­bri­tan­ni­ens in die Län­der ande­rer Men­schen leg­te.

Und seit­dem gab es vie­le, die mit ähn­li­chen Bezeich­nun­gen bedacht wur­den : Yas­sir Ara­fat, Muammar Gad­da­fi, Bas­har al-Assad, Slo­bo­dan Miloše­vić, Wla­di­mir Putin und eini­ge mehr.

Der Wan­del war erstaun­lich, auch für mich, der seit 50 Jah­ren in der Poli­tik tätig ist.

Alle sorg­fäl­tig gepfleg­ten Gär­ten von NGOs, “unab­hän­gi­gen Jour­na­lis­ten” und Exper­ten wur­den mit ihren lang geheg­ten Erzäh­lun­gen über die Per­fi­die der Cha­vez-Revo­lu­ti­on in Vene­zue­la über­flu­tet. Sie lit­ten jedoch all­ge­mein unter zwei Nach­tei­len : Kei­ner von ihnen konn­te den Namen des Man­nes von den Stra­ße Cara­cas’ aus­spre­chen, des­sen selbst­er­nann­te Prä­si­dent­schaft sie aner­kann­ten. Und kei­ner von ihnen schien zu wis­sen, dass die USA eine mit­tel­al­ter­li­che Bela­ge­rung Vene­zue­las mit Sank­tio­nen, Sabo­ta­ge und Sub­ver­sio­nen ver­hängt hat­ten. Zumin­dest hat es kei­ner von ihnen erwähnt.

Kei­ner von ihnen, wie bei jeder ande­ren aus­län­di­schen Régime-Chan­ge-Ope­ra­ti­on, die sie vor­an­ge­trie­ben hat­ten, hat­te die gerings­te Ahnung davon, was in Vene­zue­la pas­sie­ren wür­de, wenn sie erfolg­reich wären, nicht zuletzt, wie vie­le Mil­lio­nen bewaff­ne­te Cha­vez-Anhän­ger ihre Regie­rung unter­stüt­zen könn­ten, die von Aus­län­dern gestürzt wer­den soll. Es ist schwer her­aus­zu­fin­den, ob die­se Jour­na­lis­ten und Poli­ti­ker, die einen Bür­ger­krieg auf den größ­ten Ölfel­dern der Welt for­dern, kri­mi­nell und geis­tes­ge­stört sind, ob sie nur Kri­mi­nel­le sind oder ob sie sich auf eine ver­min­der­te Schuld­fä­hig­keit beru­fen kön­nen, weil sie nicht genau wuss­ten, was in Afgha­ni­stan, Irak, Jemen, Syri­en, der Ukrai­ne usw. bereits gesche­hen war.

Die Dämo­ni­sie­rung Vene­zue­las, auch sei­tens der west­li­chen Län­dern, die selbst kaum funk­tio­nie­ren­de Regie­run­gen haben, glich einer Flut­wel­le. Die kläg­li­chen Res­sour­cen, die Vene­zue­la in die Soli­da­ri­täts­ar­beit in Groß­bri­tan­ni­en inves­tiert hat – oder wenn sie etwas inves­tiert haben, kann nie­mand erklä­ren, wohin es gegan­gen ist –, spie­geln sich in der völ­li­gen Wei­ge­rung der vene­zo­la­ni­schen Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne wider, jeman­den für mei­ne RT-Show Sput­nik letz­te Woche zu stel­len, was mich an die Kuba-Soli­da­ri­täts­kam­pa­gne neben­an erin­nert.

Sie wie­der­um schlu­gen den Eng­län­der vor, der sich als geschick­ter Redak­teur der bri­ti­schen Zei­tung Morning Star her­aus­ge­stellt hat. Sel­ten hat sich ein gro­ßes und wich­ti­ges ölrei­ches Land – anfäl­lig für west­li­che Inva­sio­nen, wie es sich vor­her­seh­bar her­aus­ge­stellt hat – weni­ger Mühe gemacht, Freun­de zu gewin­nen.

Die Ereig­nis­se vor Ort in Vene­zue­la wer­den dar­über ent­schei­den, was als nächs­tes geschieht. Mei­ner Mei­nung nach wer­den vie­le Enter­mes­ser blin­ken und schlit­zen, bevor das Gan­ze vor­bei ist. Und genau wie in allen ande­ren Fäl­len, auf die ich Bezug genom­men habe, wird sich das Ergeb­nis als das Gegen­teil von dem erwei­sen, was sich die gemie­te­ten Hand­lan­ger des Impe­ri­ums jetzt vor­stel­len.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Der „vierte Weltkrieg“ gegen den Terror : Ein Krieg um wirklich jeden Preis


Der 11. Sep­tem­ber gilt als wohl mar­kan­tes­te geo­po­li­ti­sche Zäsur der jün­ge­ren Zeit­ge­schich­te. Die fata­len New Yor­ker Anschlä­ge bil­de­ten den Auf­takt zu einem bei­spiel­lo­sen Feld­zug gegen die eige­ne Inter­pre­ta­ti­on des „Bösen“. Die so oft gestell­te Fra­ge „Was haben die nur gegen uns?“ ist dabei rein rhe­to­risch und wird gleich selbst beant­wor­tet. Es ist dem­nach schlicht „unse­re Art zu leben“ die bei den isla­mis­ti­schen Fana­ti­kern die Siche­run­gen durch­bren­nen lässt. „Die eige­nen Wer­te ver­tei­di­gen“ lau­tet seit­dem das Cre­do im Kampf gegen den „Isla­mis­mus“.

Mehr zum The­ma — Für die “natio­na­le Sicher­heit”: US-Unter­neh­men sol­len Sel­te­ne Erden in Afgha­ni­stan aus­beu­ten

Seit Jah­ren ist dabei bekannt, dass etwa der drit­te Golf­krieg auf einem Lügen­kon­strukt zur Recht­fer­ti­gung eines Régime-Chan­ge basier­te. Vie­le dürf­ten aller­dings nach wie vor weni­ger ver­traut sein, mit dem schie­ren Aus­maß an Leid und Zer­stö­rung die der „Kreuz­zug“ seit dem 11. Sep­tem­ber 2001 über den Nahen Osten brach­te. Ganz zu Schwei­gen von den astro­no­mi­schen Kos­ten für eine Mili­tär­ma­schi­ne­rie die seit­her ihr Netz immer enger um die Welt spannt – und dabei auf den stän­di­gen Nach­schub an Feind­bil­dern ange­wie­sen ist.

Tat­säch­lich lässt sich anhand jüngs­ter Zah­len fest­hal­ten, dass sich etwa die Zahl radi­ka­li­sier­ter Mus­li­me und Dschi­ha­dis­ten seit den Anschlä­gen des 11. Sep­tem­bers ver­viel­facht hat. Von der enor­men Zahl an Men­schen­le­ben die der Anti­ter­ror­krieg bis­lang for­der­te, ganz zu schwei­gen. Der vor knapp zwan­zig Jah­ren aus­ge­ru­fe­ne Krieg sei schon längst zum Selbst­zweck gewor­den, sagen die einen, wäh­rend die ande­ren davon aus­ge­hen, dass er noch nie einen ande­ren Zweck hat­te.

Quel­len­ver­zeich­nis

Brown uni­ver­si­ty : Costs of war (PDF)

Brown uni­ver­si­ty : Costs of war pro­ject

Gold.de : Staats­ver­schul­dung USA

India­na Depart­ment of Home­land Secu­ri­ty : Coun­ter-Ter­ro­rism Trai­ning Pro­grams

New York Times : An Ope­ra­ti­on in Niger Went Fatal­ly Awry. Who Is the Army Punis­hing ?

Reu­ter : Pen­ta­gon fails its first-ever audit, offi­ci­al says

RT Deutsch : “Ame­ri­ka wird immer nach Frie­den stre­ben”: USA geben Start­schuss für die Space Force

Smit­ho­ni­an : Ame­ri­ca at war

The Nati­on : Exclu­si­ve : The Pentagon’s Mas­si­ve Accoun­ting Fraud Expo­sed

Welt : “Wir wer­den einen Kreuz­zug füh­ren” Kampf gegen Ter­ro­ris­ten wird ver­schärft

World Street Jour­nal : World War IV

RT Deutsch


Ein Hardliner auf Abwegen — Darum musste Maaßen wirklich gehen


Die BILD wie­der­holt es hart­nä­ckig und auch die AfD ist sich sicher : Hans-Georg Maaßen muss gehen, weil er der Kanz­le­rin wider­sprach. Doch das ist nur die hal­be Wahr­heit … wenn über­haupt. In Wirk­lich­keit fühl­te sich der Chef des Ver­fas­sungs­schut­zes seit vie­len Jah­ren unan­tast­bar, wes­halb er nicht nur ein­mal Par­la­ment und Öffent­lich­keit belog.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Trumps Migrationspolitik in der Kritik : Doch war es unter Obama wirklich besser ? (Video)


Mehr zum The­ma — USA : Empö­rung über mexi­ka­ni­sche Kin­der in Käfi­gen (Video)

Das Ein­sper­ren von Migran­ten­kin­dern war zum Bei­spiel auch unter der Oba­ma-Regie­rung gang und gäbe. Was von den meis­ten Medi­en ver­schwie­gen wird : Tat­säch­lich hat es seit mehr als 20 Jah­ren kei­nen Kon­gress-Beschluss mehr zum The­ma Migra­ti­on gege­ben — auch unter Oba­ma nicht.

Mehr zum The­ma :  Streit um Mäd­chen auf Times-Cover — Irre­füh­rend oder Sym­bol für unmensch­li­che Poli­tik ?

RT Deutsch


Analyse : Wie weit liegen die Koalitionspartner bei der Migration wirklich auseinander ? 


In ihrem Asyl­streit erklim­men CDU und CSU täg­lich neue Stu­fen der Eska­la­ti­on. Die Kon­tra­hen­ten haben inzwi­schen ver­schie­de­ne Maß­nah­men­pa­ke­te vor­ge­legt. Das von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) war lan­ge geheim und heißt “Mas­ter­plan Migra­ti­on”. Die Vor­schlä­ge von Kanz­le­rin Ange­la Mer­kel (CDU) beschäf­ti­gen sich vor allem mit dem Außen­grenz­schutz und der Fra­ge, wie man ver­hin­dern kann, dass sich Asyl­be­wer­ber selbst aus­su­chen, wo sie in Euro­pa Asyl bean­tra­gen. Sie tra­gen die Über­schrift : “Mehr Ord­nung und Steue­rung in der Migra­ti­ons­po­li­tik”. Die SPD will nicht län­ger abseits ste­hen und legt “Fünf Punk­te für eine euro­päi­sche Migra­ti­ons- und Flücht­lings­po­li­tik” vor. Dar­in greift sie eini­ge For­de­run­gen auf, die auch See­ho­fer stellt.

Wel­che Punk­te in See­ho­fers Plan haben das größ­te Spalt-Poten­zi­al ?

Der Streit des Innen­mi­nis­ters mit der Kanz­le­rin dreht sich dar­um, wer an der deut­schen Gren­ze abge­wie­sen wer­den darf. Das ist Punkt 27 im 63-Punk­te-Plan von See­ho­fer. Er sieht die Zurück­wei­sung von andern­orts in der EU bereits regis­trier­ten Flücht­lin­gen vor. Mer­kel will nicht, dass Deutsch­land das ohne Ver­ein­ba­run­gen mit den betrof­fe­nen Staa­ten im Allein­gang voll­zieht. Wie vie­le EU-Mit­glie­der da mit­ma­chen und wie belast­bar die von Mer­kel mit ihnen bereits getrof­fe­nen Ver­ab­re­dun­gen sind, ist aber noch nicht ganz klar.

Und was ist mit der SPD ?

Alle ande­ren Vor­schlä­ge von CSU-Chef See­ho­fer sind zwi­schen den Uni­ons­par­tei­en unstrit­tig. Das heißt aber noch lan­ge nicht, dass der Koali­ti­ons­part­ner SPD bei allem mit­ge­hen wür­de. Ein Bei­spiel : Die SPD will die Mög­lich­kei­ten der Behör­den erwei­tern, Antrags­stel­lern auf die Schli­che zu kom­men, die fal­sche Anga­ben zu ihrer Iden­ti­tät machen — etwa weil sie sich so bes­se­re Chan­cen im Asyl­ver­fah­ren aus­rech­nen. See­ho­fer geht aber noch viel wei­ter. Er will beschleu­nig­te Asyl­ver­fah­ren für jeden, der kei­ne Iden­ti­täts­do­ku­men­te vor­legt. Und das war in den Jah­ren 2016 und 2017 die Mehr­heit der Asyl­be­wer­ber.

Hat sich die SPD denn nicht auch bewegt ?

Doch, und zwar vor allem beim The­ma Abschie­bun­gen. Die SPD will — genau wie See­ho­fer -, dass die Behör­den künf­tig Men­schen, die “unver­schul­det an der Aus­rei­se gehin­dert sind”, anders behan­deln als Aus­rei­se­pflich­ti­ge, die ihre Abschie­bung hin­ter­trei­ben. Wer zum Bei­spiel nicht sagt, wie er heißt und wo er her­kommt, soll auch nach den Vor­stel­lun­gen der SPD nicht die glei­chen staat­li­chen Leis­tun­gen erhal­ten wie ein Mensch, der wegen einer ernst­haf­ten Erkran­kung län­ger in Deutsch­land bleibt — oder weil der Hei­mat­staat kei­ne Papie­re aus­stellt. Unum­strit­ten ist außer­dem, dass Asyl­be­wer­ber, die wegen einer Straf­tat zu min­des­tens einem Jahr Haft ver­ur­teilt wer­den, das Land ver­las­sen sol­len.

Wor­über könn­te es sonst noch Zoff geben ?

See­ho­fer will, dass Schutz­su­chen­de in den ers­ten drei Jah­ren nur Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz erhal­ten. Aktu­ell wech­seln bekom­men sie bereits nach 15 Mona­ten die höhe­re Sozi­al­hil­fe. Ob die­ser Vor­schlag vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt bestehen kann, ist aller­dings unge­wiss. Die Rich­ter hat­ten 2012 die damals bis zu einem Drit­tel nied­ri­ge­re Sozi­al­hil­fe für Asyl­be­wer­ber für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt. Mit den Stim­men der gro­ßen Koali­ti­on wur­de 2014 eine Geset­zes­no­vel­le ver­ab­schie­det. Sie sah unter ande­rem die Begren­zung auf 15 Mona­te vor.

Und was ist jetzt mit den Zurück­wei­sun­gen ?

Mehr als jeder fünf­te Asyl­su­chen­de kommt als soge­nann­ter Dub­lin-Fall. Das heißt, er müss­te sei­nen Antrag auf Schutz nach den Dub­lin-III-Regeln eigent­lich in einem ande­ren EU-Staat stel­len. Die Rück­über­stel­lung die­ser Men­schen in das Land, das für sie zustän­dig ist, funk­tio­niert aber sehr schlecht. Das liegt einer­seits an der Über­las­tung der Behör­den hier­zu­lan­de und Ver­hin­de­rungs­stra­te­gi­en ein­zel­ner Asyl­be­wer­ber, ande­rer­seits aber auch an Ver­zö­ge­run­gen in Ita­li­en und ande­ren Staa­ten, in denen die­se Asyl­be­wer­ber zum ers­ten Mal nach ihrer Ein­rei­se in die EU regis­triert wur­den. Die “Dub­lin-Rück­über­stel­lun­gen” aus Deutsch­land gelin­gen der­zeit nur in etwa 15 Pro­zent der Fäl­le. Das bedeu­tet : Die Men­schen blei­ben dau­er­haft hier. Denn wenn die Fris­ten über­schrit­ten wer­den, fällt die Zustän­dig­keit für das Asyl­ver­fah­ren auto­ma­tisch an Deutsch­land.

Und was mit den Grü­nen ?

Wie die Grü­nen dar­über den­ken ist rele­vant, weil sie theo­re­tisch als Ersatz für die CSU in die Regie­rung ein­tre­ten könn­ten. Von ihnen ist aller­dings Wider­stand gegen eini­ge Regel­ver­schär­fun­gen zu erwar­ten, die auch CDU und SPD umset­zen wol­len. Dazu gehö­ren die Ein­füh­rung einer Art “Dul­dung light” und die “erwei­ter­te, sank­ti­ons­be­wehr­te Resi­denz­pflicht” für bereits in der EU regis­trier­te Asyl­be­wer­ber. Die­se sol­len laut Vor­schlag aus dem Kanz­ler­amt in “beson­de­ren Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen” beschleu­nig­te Ver­fah­ren durch­lau­fen.

Mehr zum The­ma — RT Umfra­ge in Ber­lin : Mer­kel oder See­ho­fer — Wer soll gehen ? (Video)

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Mir ist es wirklich egal. Und Dir?”: Schriftzug auf Melania Trumps Jacke löst Diskussionen aus


Eine außer­ge­wöhn­li­che Jacke eines welt­be­rühm­ten Mode­schöp­fers, die so teu­er ist, dass dem Otto Nor­mal­ver­brau­cher der Atem stockt, ist sie nicht. Das oliv­grü­ne Stück Stoff kommt näm­lich von der Stan­ge, genau gesagt aus dem spa­ni­schen Tex­til­un­ter­neh­men Zara und kos­tet 39 Dol­lar oder rund 34 Euro. Trotz­dem redet der­zeit gefühlt die gan­ze Welt über den Ano­rak der US-ame­ri­ka­ni­schen First Lady. Grund ist der wei­ße Schrift­zug auf dem Rücken.

Im Graf­fi­ti-Stil steht dort : “Mir ist es wirk­lich egal — und Dir?” Mela­nie Trump wur­de in die­sem Ano­rak im Mili­ta­ry-Look bei ihrer Rei­se zu Flücht­lings­kin­dern in einem Auf­nah­me­zen­trum an der mexi­ka­ni­schen Gren­ze abge­lich­tet. Als die 48-Jäh­ri­ge auf dem Flug­ha­fen Andrews bei Washing­ton am Don­ners­tag ihren Wagen ver­ließ und die Gang­way hoch­ging, trug sie die Zara-Jacke — eben­so bei der Rück­kehr.

In sozialen Netzwerken kamen sofort Spekulationen hoch 

In den sozia­len Medi­en bra­chen gleich Dis­kus­sio­nen aus. Es wur­de dar­über spe­ku­liert, ob es sich hier bloß um eine unbe­dach­te Klei­der­wahl der Prä­si­den­ten­gat­tin han­de­le, oder ob sie damit doch eine Bot­schaft ent­sen­den woll­te. Und wenn es eine Bot­schaft sein soll, wem woll­te sie denn sagen, dass ihr das so egal ist, frag­ten sich Twit­ter-Nut­zer.

Im Raum stan­den zunächst zwei Theo­ri­en. Der einen zufol­ge inter­es­siert sich Mela­nia Trump nicht wirk­lich für Flücht­lin­ge. Bei ande­ren Nut­zern kam die Fra­ge auf, ob die Bot­schaft doch nicht ihrem Mann gel­te, dem US-Prä­si­den­ten. Er hat­te die viel kri­ti­sier­te Flücht­lings­po­li­tik ver­an­lasst und fand den Grenz­be­such sei­ner Frau womög­lich nicht so toll.

Mehr zum The­ma - Fami­li­en zusam­men­brin­gen, nicht umge­kehrt : US-Flug­li­ni­en gegen Tren­nung von Migran­ten­fa­mi­li­en

In den ver­gan­ge­nen Wochen hat­ten die US-Behör­den Fami­li­en ille­gal ein­ge­wan­der­ter Men­schen aus Süd- und Mit­tel­ame­ri­ka kon­se­quent getrennt. Dies hat­te inter­na­tio­nal und auch in den USA schar­fe Pro­tes­te ver­ur­sacht. Trump hat­te die­se Pra­xis am Mitt­woch unter gro­ßem Druck über­ra­schend been­det. Mit einem vor­über­ge­hen­den Dekret mach­te er den Weg frei, Eltern und Kin­der nun gemein­sam zu inhaf­tie­ren. Der Besuch der First Lady in Texas war aber bereits vor die­sem Beschluss geplant.

Donald Trump schaltete sich auch in die Debatte ein

Der US-Prä­si­dent sel­ber füg­te per Twit­ter dann eine wei­te­re Inter­pre­ta­ti­on des Schrift­zugs hin­zu : Sei­ne Frau habe die Bot­schaft klar an die Medi­en, die Fake News ver­brei­ten wür­den, adres­siert. Sie habe ver­stan­den, wie unauf­rich­tig die­se sei­en, und das sei ihr nun­mehr wirk­lich egal.

Mela­nia Trumps Spre­che­rin Ste­pha­nie Gris­ham hat­te zuvor in Texas etwas ande­res gesagt : “Es ist eine Jacke. Da war kei­ne ver­deck­te Bot­schaft. Ich hof­fe, dass sich die Medi­en nach dem wich­ti­gen Besuch in Texas nicht dafür ent­schei­den, sich auf ihre Gar­de­ro­be zu kon­zen­trie­ren.

Wäh­rend ihres Auf­ent­halts in Texas trug die Prä­si­den­ten­gat­tin das nun so viel dis­ku­tier­te Klei­dungs­stück nicht. Da war es für die Jacke zu warm.

Mehr zum The­ma — Öffent­li­cher Auf­schrei zwingt Trump zur Revi­si­on neu­er restrik­ti­ver Grenz­po­li­tik (Video)

RT Deutsch


Cambridge Analytica macht nach Facebook-Datenskandal dicht — aber nicht wirklich


Das wegen einer angeb­lich miss­bräuch­li­chen Ver­wen­dung von Face­book-Daten in die Schlag­zei­le gera­te­ne Daten­ana­ly­se-Unter­neh­men Cam­bridge Ana­ly­ti­ca ist insol­vent. Cam­bridge Ana­ly­ti­ca und die bri­ti­sche Dach­ge­sell­schaft SCL Group hät­ten offi­zi­ell die Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens bean­tragt, teil­ten die Unter­neh­men am Mitt­woch mit. Die Medi­en­be­rich­te über den Daten­dienst hät­ten prak­tisch alle Kun­den ver­trie­ben, hieß es zur Begrün­dung. Die finan­zi­el­le Lage sei “pre­kär”.

Cam­bridge Ana­ly­ti­ca hat­te von einem Cam­bridge-Pro­fes­sor Daten von Mil­lio­nen Face­book-Nut­zern erhal­ten, die die­ser über eine Umfra­gen-App gesam­melt hat­te. Dabei hat­ten nur eini­ge hun­dert­tau­send Nut­zer selbst an der Umfra­ge teil­ge­nom­men. Die rest­li­chen Infor­ma­tio­nen stamm­ten von Face­book-Freun­den der Umfra­ge­teil­neh­mer, zu deren per­sön­li­chen Daten die App nach dama­li­ger Funk­ti­ons­wei­se des Online-Netz­werks eben­falls Zugang hat­te.

Neues Unternehmen an gleicher Firmenanschrift

Unklar bleibt aber, was aus den bei Cam­bridge Ana­ly­ti­ca ent­wi­ckel­ten Algo­rith­men und den dar­aus gewon­ne­nen Per­sön­lich­keits-Pro­fi­len wird, die auch auf der Basis der Daten von über 87 Mil­lio­nen Face­book-Anwen­dern gewon­nen wur­den. Der Sen­der NBC berich­te­te, Cam­bridge-Ana­ly­ti­ca-Inves­to­rin Rebe­kah Mer­cer und diver­se Top-Mana­ger des Unter­neh­mens sei­en bereits kurz vor Bekannt­wer­den der umstrit­te­nen Daten­flüs­se bei einer neu­en Daten­ana­ly­se-Fir­ma mit dem Namen Emer­da­ta an Bord gegan­gen. Dar­un­ter sei der Tech­no­lo­gie-Chef von Cam­bridge Ana­ly­ti­ca, Alex­an­der Tay­ler. Die Fir­ma sei in New York an der­sel­ben Adres­se wie die dor­ti­ge Filia­le von Cam­bridge Ana­ly­ti­ca ange­mel­det wor­den.

Rebe­kah Mer­cer lei­tet die kon­ser­va­ti­ve Mer­cer-Stif­tung. Zusam­men mit ihrem Vater, dem Mil­li­ar­där Robert Mer­cer, gehör­te sie zu den ein­fluss­reichs­ten Unter­stüt­zern von Donald Trump bei der Prä­si­dent­schafts­wahl 2016.

In Groß­bri­tan­ni­en stieß die Insol­venz auf gro­ße Skep­sis. Der Fir­ma dür­fe nicht erlaubt wer­den, “die Geschich­te ihrer Daten durch Schlie­ßung zu löschen”, teil­te der Vor­sit­zen­de des bri­ti­schen Par­la­ments­aus­schus­ses für Digi­ta­les und Medi­en, Dami­an Col­lins, mit. Er glaubt, dass Cam­bridge Ana­ly­ti­ca mit dem Insol­venz­an­trag die bis­he­ri­gen Geschäf­te ver­schlei­ern wol­le. Das Unter­neh­men sei wie eine Hydra in der grie­chi­schen Mytho­lo­gie : Wenn man einen Kopf abschla­ge, dann wach­se an ande­rer Stel­le ein neu­er.

Facebook hat Zugang für Softwareentwickler eingeschränkt

Die Abge­ord­ne­te der oppo­si­tio­nel­len Labour-Par­tei, Mary Creagh, schrieb im Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter : “Abscheu­lich. Insol­venz wird genutzt, um Ille­ga­li­tät zu ver­schlei­ern.” Die bri­ti­sche Daten­schutz­be­hör­de ICO (Infor­ma­ti­on Commissioner’s Office) beton­te, die Ermitt­lun­gen in dem Fall gründ­lich fort­zu­set­zen.

Beson­ders für Face­book ent­wi­ckel­te sich die Daten-Affä­re zu einem PR-Deba­kel. Das Netz­werk hat­te die Schlupf­lö­cher bereits 2014 dicht­ge­macht und die Wei­ter­ga­be der Daten durch den Pro­fes­sor als “Ver­trau­ens­bruch” bezeich­net. Den­noch stürz­te der Fall auch Face­book in eine Kri­se und brach­te das welt­größ­te Online-Netz­werk unter ande­rem dazu, den Zugang von Soft­ware-Ent­wick­lern zu Nut­zer­in­for­ma­tio­nen ein­zu­schrän­ken. Nach Ein­schät­zung von Face­book könn­ten Daten von bis zu 87 Mil­lio­nen Mit­glie­dern welt­weit betrof­fen sein. Cam­bridge Ana­ly­ti­ca erklär­te, Infor­ma­tio­nen zu 30 Mil­lio­nen Nut­zern erhal­ten zu haben.

Das ins Gere­de gera­te­ne Unter­neh­men beur­laub­te im Zuge der Affä­re sei­nen Chef Alex­an­der Nix, nach­dem die­ser vor der ver­steck­ten Kame­ra eines Jour­na­lis­ten mit Metho­den wie der Erpres­sung von Wahl­kan­di­da­ten geprahlt hat­te. Nix sag­te spä­ter zu sei­ner Ver­tei­di­gung, er habe nur bei der Unter­hal­tung “mit­ge­spielt”.

Professionell getarnte politische Propaganda” — wo gibt’s denn sowas?!

Cam­bridge Ana­ly­ti­ca hat­te im Wahl­kampf um das US-Prä­si­den­ten­amt für das Team von Donald Trump gear­bei­tet, behaup­tet aber, dabei sei­en kei­ne Daten von Face­book ver­wen­det wor­den. Mana­ger von Cam­bridge Ana­ly­ti­ca lie­ßen zugleich immer wie­der durch­bli­cken, ihre Hil­fe bei der geziel­ten Wäh­ler­an­spra­che im Inter­net habe zu Trumps Wahl­sieg bei­getra­gen.

Mehr zum The­ma —  “Schi­cken ukrai­ni­sche Mäd­chen” — Cam­bridge-Ana­ly­ti­ca-Chef prahlt mit Erpres­sungs­ver­su­chen

Am Mitt­woch bekräf­tig­te Cam­bridge Ana­ly­ti­ca, das Unter­neh­men habe im Rah­men der Geset­ze gehan­delt, die Vor­wür­fe sei­en falsch. Doch in einem wei­te­ren, von Chan­nel 4 in Aus­zü­gen ver­öf­fent­lich­ten Video sieht und hört man, wie Füh­rungs­kräf­te von Cam­bridge Ana­ly­ti­ca unter ande­rem dar­über spre­chen, wie man pro­fes­sio­nell poli­ti­sche Pro­pa­gan­da betreibt und die­se geschickt tarnt.

Nun steht der Ver­dacht im Raum, dass es sich bei der ange­kün­dig­ten Insol­venz ledig­lich um ein Manö­ver des Unter­neh­mens han­deln könn­te. Fort­set­zung folgt…

(rt deutsch/dpa)

RT Deutsch


Schlechte Hygiene”: Warum Assange die ecuadorianische Botschaft wirklich verlassen soll


Seit über fünf Jah­ren genießt Juli­an Assan­ge in der ecua­do­ria­ni­schen Bot­schaft in Lon­don Asyl. Ver­gan­ge­ne Woche ver­lieh das latein­ame­ri­ka­ni­sche Land dem Wiki­Leaks-Grün­der sogar die Staats­bür­ger­schaft. Den­noch kann Assan­ge das Bot­schafts­ge­bäu­de nicht ver­las­sen. Denn Lon­don lehn­te den Antrag Ecua­dors ab, dem gebür­ti­gen Aus­tra­li­er diplo­ma­ti­sche Immu­ni­tät zu ver­lei­hen.

Ohne die­se droht Assan­ge jedoch nach wie vor die Fest­nah­me durch die bri­ti­sche Poli­zei, soll­te er das Gelän­de der diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tung ver­las­sen. Im schlimms­ten Fall könn­te er dann in die USA aus­ge­lie­fert wer­den, wo ihm ein Pro­zess wegen Geheim­nis­ver­rats droht.

Die Staatsbürgerschaft erstunken ?

Die Ent­schei­dung, den pro­mi­nen­ten Bot­schafts­flücht­ling ein­zu­bür­gern und damit Bewe­gung in die ver­fah­re­ne Ange­le­gen­heit zu brin­gen, sei aber in ers­ter Linie nicht aus poli­ti­schen Erwä­gun­gen erfolgt, berich­te­te die Times am Wochen­en­de.

Dem­nach habe die man­geln­de Kör­per­pfle­ge des unfrei­wil­li­gen Dau­er­be­woh­ners den Aus­schlag gege­ben. Die bri­ti­sche Zei­tung zitiert eine nament­lich nicht genann­te “wohl plat­zier­te Quel­le” mit den Wor­ten : “Es scheint, als wäscht er sich nicht rich­tig.” Mehr­mals hät­ten sich Mit­ar­bei­ter der Bot­schaft über die “man­geln­de Sau­ber­keit” des 46-Jäh­ri­gen beschwert. Des­sen (Nicht-)Waschverhalten sei kei­ne neue Erschei­nung.

Die Times rief in die­sem Zusam­men­hang eine Aus­sa­ge von Jéré­mie Zim­mer­mann in Erin­ne­rung, Co-Autor des Ende 2012 von Assan­ge her­aus­ge­ge­be­nen Buches “Cypher­punks : Unse­re Frei­heit und die Zukunft des Inter­nets”. Zim­mer­mann sag­te im sel­ben Jahr über Assan­ge : “Wenn Leu­te aus sei­nem Umfeld ihn nicht zum Duschen zwin­gen, dann wech­selt er mög­li­cher­wei­se tage­lang nicht sei­ne Wäsche.”

Keine neuen Vorwürfe

Ähn­lich hat­te sich auch der eins­ti­ge Wiki­Leaks-Spre­cher Dani­el Dom­scheit-Berg geäu­ßert, der sich Ende 2010 mit der Ent­hül­lungs­platt­form und ihrem Grün­der über­wor­fen hat­te. In sei­nem im dar­auf­fol­gen­den Jahr erschie­ne­nen Buch “Insi­de Wiki­leaks” rech­ne­te er mit dem ver­meint­lich auto­ri­tä­ren Füh­rungs­stil des Aus­tra­li­ers ab. Zur man­geln­den Rein­lich­keit sei­nes ehe­ma­li­gen Mit­strei­ters schrieb Dom­scheit-Berg :

Juli­an aß alles mit den Hän­den und wisch­te sich immer die Fin­ger an der Hose ab. Ich habe in mei­nem gan­zen Leben noch nie eine Hose gese­hen, die so fet­tig ist wie sei­ne.

Laut der Quel­le der Times, deren Bericht brei­ten Wider­hall in den anglo­ame­ri­ka­ni­schen Medi­en fand, habe Ass­an­ges man­geln­des Hygie­never­hal­ten wahr­schein­lich den Aus­schlag für den nun erfolg­ten Vor­stoß der ecua­do­ria­ni­schen Behör­den gege­ben.

Die Bot­schafts­mit­ar­bei­ter wer­den aller­dings wohl noch eine gan­ze Wei­le die Gegen­wart ihres angeb­lich unge­pfleg­ten Mit­be­woh­ners ertra­gen müs­sen. Denn Ecua­dor will Lon­don nicht wei­ter drän­gen, dem Wiki­Leaks-Grün­der diplo­ma­ti­sche Immu­ni­tät zu gewäh­ren. Man wol­le die “guten Bezie­hun­gen zum Ver­ei­nig­ten König­reich” nicht wei­ter belas­ten, so die ecua­do­ria­ni­sche Außen­mi­nis­te­rin María Fer­nan­da Espi­no­sa.

RT Deutsch