Kanzlerinnen-Dämmerung ? – Bundestag streitet um die Zukunft Deutschlands


Der Bun­des­tag befin­det sich mit­ten in der Haus­halts­de­bat­te. Am Mitt­woch­mor­gen erläu­ter­te Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel dabei ihre poli­ti­schen Plä­ne. Die müde wir­ken­de CDU-Poli­ti­ke­rin ließ dabei gro­ße Inno­va­tio­nen ver­mis­sen. Das merk­te auch die Oppo­si­ti­on : AfD, FDP und Links­par­tei war­fen der Gro­Ko feh­len­de Visio­nen und eine geschön­te Wirt­schafts­la­ge vor.
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Entscheidungsschlacht in Istanbul : Zukunft der AKP steht auf dem Spiel


von Den­nis Simon

Vor der Wie­der­ho­lung der Kom­mu­nal­wah­len in Istan­bul am 23. Juni spitzt sich der Wahl­kampf zwi­schen den zwei größ­ten Par­tei­en, der isla­misch-kon­ser­va­ti­ven Gerech­tig­keits- und Ent­wick­lungs­par­tei (AKP) sowie der kema­lis­ti­schen Repu­bli­ka­ni­schen Volks­par­tei (CHP) zu. Bei­de Sei­ten mobi­li­sie­ren ihre Reser­ven.

Der CHP-Kan­di­dat Ekrem Ima­moğlu, der die seit Anfang der 1990er Jah­re regie­ren­de AKP ver­drän­gen will, setzt auf ein mode­ra­tes Image mit wenig kon­kre­ten Inhal­ten, ver­bun­den mit vagen Ver­spre­chun­gen, um das Leben der Bür­ger Istan­buls zu ver­bes­sern. Dem­entspre­chend heißt auch das inof­fi­zi­el­le Mot­to sei­ner Unter­stüt­zer : Alles wird sehr schön wer­den (über­setzt). Der CHP-Kan­di­dat, der im bür­ger­li­chen Leben ein Bau­un­ter­neh­mer ist, war bis vor weni­gen Mona­ten noch völ­lig unbe­kannt. Den Kema­lis­ten, die sich als die wah­ren Hüter des Staa­tes ver­ste­hen und auch tat­säch­lich über­wie­gend in der Büro­kra­tie ver­an­kert sind, gelang es aber, inner­halb kur­zer Zeit den Frust gegen die Sta­gna­ti­on der AKP-Poli­tik zusam­men mit den wirt­schaft­li­chen Wehen zu nut­zen, um einen rela­tiv gro­ßen Kreis an Ver­bün­de­ten zu gewin­nen. So unter­stüt­zen, direkt oder indi­rekt, Par­tei­en, Gewerk­schaf­ten und Pro­mi­nen­te vom äußers­ten lin­ken Rand des poli­ti­schen Spek­trums bis hin zu natio­na­lis­ti­schen Krei­sen des­sen Kan­di­da­tur. Regel­mä­ßig spre­chen bekann­te Künst­ler sich für ihn aus. Die oppo­si­ti­ons­na­he Zei­tung Cumhu­ri­y­et, die unter dem ehe­ma­li­gen Chef­re­dak­teur Can Dündar einen eher libe­ra­len Kurs gefah­ren war, ist mitt­ler­wei­le zu einem rei­nen Sprach­rohr der Ima­moğlu-Kam­pa­gne gewor­den. Jede nega­ti­ve Mel­dung aus der Tür­kei wird sofort auf­ge­grif­fen und der AKP ange­krei­det. Wenn man nur die­se Zei­tung lesen wür­de, könn­te man den Ein­druck gewin­nen, dass die Tür­kei kaum von Soma­li­en zu unter­schei­den sei und über­haupt kurz vor dem tota­len Kol­laps ste­he.

Ima­moğlu selbst ver­folgt einen äußerst prag­ma­ti­schen Kurs. Die­ses mode­ra­te Image war auch einst das Erfolgs­re­zept der jun­gen AKP. Da der CHP-Kan­di­dat wenig über kon­kre­te Poli­tik redet, gelingt es ihm, die Sor­gen von vie­len unter­schied­li­chen Schich­ten auf­zu­grei­fen und zu nut­zen. Er rich­tet sich etwa glei­cher­ma­ßen an Kur­den sowie natio­na­lis­ti­sche Tür­ken. Einer­seits gibt er sich demo­kra­tisch und appel­liert an bür­ger­lich-libe­ra­le Wer­te, ande­rer­seits scheut er auch nicht davor zurück, natio­na­lis­ti­sche Moti­ve anzu­spie­len.

Ima­moğlu macht mitt­ler­wei­le nicht nur in Istan­bul selbst Wahl­kampf­auf­trit­te, son­dern er hat auch an einer Rei­he von Mas­sen­kund­ge­bun­gen an der Schwarz­meer­küs­te, aus der sei­ne Fami­lie stammt, teil­ge­nom­men. Das lässt Ver­mu­tun­gen auf­kom­men, ob sei­ne Ambi­tio­nen wirk­lich auf Istan­bul begrenzt sind.

Der CHP-Kan­di­dat genießt der­weil die Unter­stüt­zung sehr ein­fluss­rei­cher Krei­se. So deu­te­te Tun­cay Özil­han, Vor­sit­zen­der eines wich­ti­ges Aus­schus­ses des tür­ki­schen Unter­neh­mer­ver­ban­des TÜSIAD (ver­gleich­bar mit dem BDI), an, dass er einen CHP-Sieg vor­zie­hen wür­de. In einer Erklä­rung beklag­te er, dass die Tür­kei in drei Berei­chen fest­ge­fah­ren sei : in der Wirt­schaft, in der Innen­po­li­tik und in der Außen­po­li­tik. Als Ziel gab er den Poli­ti­kern fol­gen­de Direk­ti­ve :

Mehr zum The­ma - Tür­ki­scher Ex-Euro­pa­mi­nis­ter : “Man kri­ti­siert uns dafür, zu arm, zu groß und zu mus­li­misch zu sein”

In der Wirt­schaft ein libe­ra­les, markt­wirt­schaft­li­ches Sys­tem, eine Alli­anz mit dem regel­ba­sier­ten inter­na­tio­na­len Sys­tem (soll hei­ßen : mit dem Wes­ten), in der Innen­po­li­tik Demo­kra­tie und die Herr­schaft des Rechts.

Er beklag­te sich, dass die Tür­kei in den Kampf um die Hege­mo­nie zwi­schen Chi­na und Russ­land einer­seits und den west­li­chen Mäch­ten ande­rer­seits geris­sen wer­de. Indi­rekt den S400-Ankauf der AKP-Regie­rung kri­ti­sie­rend, erklär­te der tür­ki­sche Unter­neh­mer­ver­tre­ter :

Die Außen­po­li­tik des Lan­des, vor allem die Ver­tei­di­gungs­be­dürf­nis­se, wer­den nach den lang­fris­ti­gen natio­na­len Inter­es­sen bestimmt.

Der tür­ki­sche Unter­neh­mer­ver­band kri­ti­sier­te zudem die Annul­lie­rung der Wah­len in Istan­bul. Bei die­sen hat­te der CHP-Kan­di­dat Ima­moğlu mit einer hauch­dün­nen Mehr­heit gewon­nen. Nach­dem die AKP jedoch Unre­gel­mä­ßig­kei­ten beklagt hat­te, annul­lier­te die Wahl­be­hör­de die Kom­mu­nal­wah­len.

Bei dem dies­jäh­ri­gen Bil­der­berg­tref­fen fiel auf, dass der Chef der größ­ten tür­ki­schen Kon­zern­grup­pe, Ömer Koç, sich mit dem ehe­ma­li­gen Chef des bri­ti­schen Geheim­diens­tes, Sir John Sawers, sowie dem Lei­ter der NATO-Infor­ma­ti­ons­kampf­trup­pe, Janis Sarts, bli­cken ließ. Kom­men­ta­to­ren deu­te­ten das als Zei­chen, dass sich die füh­ren­den west­li­chen Krei­se wei­ter von dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdoğan ent­fer­nen. Zu die­ser Schluss­fol­ge­rung lei­tet auch die Tat­sa­che, dass wich­ti­ge west­li­che Think­tanks sowie poli­ti­sche Par­tei­en die Ent­wick­lung in der Tür­kei unter der AKP-Regie­rung nega­tiv bewer­ten und sich für einen Kurs­wech­sel aus­spre­chen.

Der Wahl­kampf der AKP ist der­weil in einem desas­trö­sen Zustand. Der Kan­di­dat der Regie­rungs­par­tei, der ehe­ma­li­ge und letz­te Minis­ter­prä­si­dent Bina­li Yıl­dırım, hat kaum Cha­ris­ma und wirkt eher wie ein müder Büro­krat einer Kreis­ver­wal­tung. Zudem macht er sich durch sei­ne Äuße­run­gen oft lächer­lich. Statt eige­ne The­men und Plä­ne zu prä­sen­tie­ren, setzt die AKP-Kam­pa­gne eher dar­auf, den Gegen­kan­di­da­ten zu beschmut­zen. So ver­brei­te­ten regie­rungs­na­he Medi­en etwa das Gerücht, die Ima­moğlus-Fami­lie stam­me von pon­ti­schen Grie­chen ab – in der hoch­na­tio­na­lis­ti­schen poli­ti­schen Atmo­sphä­re der Tür­kei ein Tot­schlag­ar­gu­ment gegen jeden poli­ti­schen Geg­ner. Doch die AKP mach­te sich bei der Bevöl­ke­rungs­mehr­heit durch die­sen Kurs eher lächer­lich. Der lang­jäh­ri­gen Regie­rungs­par­tei scheint, die poli­ti­sche Pus­te aus­ge­gan­gen zu sein.

Dabei ist der Kampf um Istan­bul ent­schei­dend für die poli­ti­sche Zukunft des Lan­des. Die Tür­kei ist auf­grund der unglei­chen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung ab den 1950er Jah­ren ein extrem zen­tra­li­sier­tes Land. Istan­bul domi­niert das kul­tu­rel­le, wirt­schaft­li­che und im End­ef­fekt auch das poli­ti­sche Leben, obgleich die Haupt­stadt die zen­tral­ana­to­li­sche Stadt Anka­ra ist. Offi­zi­ell hat Istan­bul etwa 15 Mil­lio­nen Ein­woh­ner. Inof­fi­zi­ell dürf­ten es eini­ge Mil­lio­nen mehr sein. Die Stadt ist auf­grund ihrer inter­na­tio­na­len wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Ver­flech­tun­gen dyna­misch und setzt Impul­se für das gan­ze Land. Die Kom­mu­nal­ver­wal­tung Istan­buls ver­gibt über­dies wich­ti­ge Auf­trä­ge. Wer in Istan­bul das Sagen hat, kann also gezielt gewis­se wirt­schaft­li­che Inter­es­sen för­dern oder brem­sen.

Von der Wahl in Istan­bul hängt also ab, wie sich die poli­ti­sche Zukunft des Lan­des gestal­ten wird. Gewinnt die CHP, deu­tet sich – extra­po­liert auf einen Sieg auf natio­na­ler Ebe­ne – ein Roll­back der poli­ti­schen Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re an. Die Poli­tik wür­de maß­geb­lich gemäß den Inter­es­sen der füh­ren­den tür­ki­schen Indus­tri­el­len­grup­pen, die mit den west­li­chen wirt­schaft­li­chen Krei­sen eng ver­bun­den sind, sowie der geo­po­li­ti­schen Ori­en­tie­rung der west­li­chen Staa­ten gestal­tet wer­den. Ein Wahl­sieg der AKP wür­de ein Wei­ter so für das Sich­durch­wursch­teln in der Innen- und Außen­po­li­tik, das die AKP inzwi­schen prak­ti­ziert, ermög­li­chen. Nur wie lan­ge die­ser Kurs halt­bar wäre, ist äußerst frag­wür­dig.

RT Deutsch


Stoßrichtung Zukunft : Fünf strategische Schwerpunkte der US Air Force


Einen tech­ni­schen Direk­tor gibt es in der Kom­man­do­struk­tur der US Air Force erst seit die­sem Jahr. Der Pos­ten ist eigens geschaf­fen wor­den, um Prio­ri­täts­pro­jek­te zu über­wa­chen. Es geht um nicht weni­ger als das Zukunfts­kon­zept der ame­ri­ka­ni­schen Luft­waf­fe. Die Zei­tung „Ros­s­ijs­ka­ja gas­eta“ legt die Stra­te­gie kurz dar.
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Zurück in eine atomare Zukunft — Neue Nuklearwaffen in Büchel


Seit­dem Washing­ton den INF-Ver­trag auf­ge­kün­digt hat, ist das ato­ma­re Wett­rüs­ten wie­der ein aktu­el­les The­ma. Nach einer sechs­mo­na­ti­gen Kün­di­gungs­frist endet der Ver­trag am 2. August 2019. In der zwei­ten UN-Sicher­heits­rats­sit­zung unter deut­schem Vor­sitz beton­te Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas zwar die Bedeu­tung der ato­ma­ren Abrüs­tung und ver­wies auf die Ver­ant­wor­tung der USA und Russ­lands.

Der Welt­frie­den wird von Nukle­ar­waf­fen bedroht”, mahn­te er. “Der Kal­te Krieg ist vor­bei, den War­schau­er Pakt gibt es nicht mehr, auch die Mau­er gibt es nicht mehr in Deutsch­land.”

Das von 122 Staa­ten in der UN-Voll­ver­samm­lung beschlos­se­ne Abkom­men zum Atom­waf­fen­ver­bot hat Deutsch­land hin­ge­gen nicht unter­zeich­net. Den UN-Ver­hand­lun­gen über ein Atom­waf­fen­ver­bot im Jahr 2017 blieb die Bun­des­re­gie­rung fern, obwohl sie bereits damals öffent­lich die Bedeu­tung der ato­ma­ren Abrüs­tung und den Wunsch nach einer nukle­ar­waf­fen­frei­en und fried­li­che­ren Welt bekun­de­te. Der dama­li­ge Außen­mi­nis­ter Sig­mar Gabri­el lehn­te die UNO-Initia­ti­ve mit der Begrün­dung ab, dass die vor­ran­gi­gen Atom­waf­fen­staa­ten nicht teil­nah­men. Und in der Tat haben sich die USA, Russ­land, Groß­bri­tan­ni­en, Chi­na und Frank­reich im Jahr 2018 gegen den Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trag posi­tio­niert.

Für Deutsch­land aber wäre eine Vor­aus­set­zung zum Unter­zeich­nen des Atom­waf­fen­ver­bots­ver­trags der Abzug der US-Atom­waf­fen vom Luft­waf­fen­stütz­punkt im rhein­land-pfäl­zi­schen Büchel, die dort im Rah­men der ato­ma­ren Teil­ha­be der NATO lagern. Genau dafür, den Abzug der völ­ker­recht­lich äußerst umstrit­te­nen Sta­tio­nie­rung von Atom­waf­fen mit­ten in Deutsch­land, set­zen sich Frie­dens­ak­ti­vis­ten hier­zu­lan­de seit Jah­ren ein.

Unter dem Mot­to “Frie­den statt NATO!” begin­nen die dies­jäh­ri­gen Oster­mär­sche bereits am Sams­tag in Pots­dam, einer der Red­ner dort ist Diet­her Dehm (MdB, Die Lin­ke). Bun­des­weit sol­len rund 90 Oster­mär­sche statt­fin­den. Wie das Netz­werk Frie­dens­ko­ope­ra­ti­ve mit­teil­te, wer­den höhe­re Teil­neh­mer­zah­len als in den Vor­jah­ren erwar­tet.

Ange­sichts der aktu­el­len Span­nun­gen zwi­schen den USA und Russ­land rech­nen wir damit, dass in die­sem Jahr wie­der mehr Men­schen aktiv wer­den und zu Ostern für Frie­den und gegen Krieg und Auf­rüs­tung auf die Stra­ße gehen”, meint der Geschäfts­füh­rer vom Netz­werk Frie­dens­ko­ope­ra­ti­ve, Kris­ti­an Gol­la.

Neben der immensen Erhö­hung der Rüs­tungs­aus­ga­ben auf über 40 Mil­li­ar­den Euro als eines der Haupt­pro­ble­me in die­sem Jahr for­dert die Frie­dens­be­we­gung ein welt­wei­tes Ver­bot von Atom­waf­fen, und hier­zu­lan­de kon­kret vor allem den Abzug der US-Atom­waf­fen aus dem Flie­ger­horst Büchel in der Eifel.

Zurück in eine atomare Zukunft - Neue Nuklearwaffen in Büchel
Die so genann­te Welt­un­ter­gangs­uhr (Dooms­day Clock) steht zur­zeit auf 2 Minu­ten vor 12, so knapp wie zuletzt in den 1950er Jah­ren.

Aktu­ell hat die­se For­de­rung einen beson­de­ren Bei­geschmack, denn trotz­dem der Kal­te Krieg vor­bei ist, wie Außen­mi­nis­ter Maas beton­te, will der NATO-Ver­bün­de­te USA ihre neue Genera­ti­on von Atom­waf­fen, die B61-12-Bom­ben, in Büchel sta­tio­nie­ren.

Mehr zum The­ma — Mil­li­ar­den­deal : Bun­des­wehr kauft US-Flie­ger von Rüs­tungs­kon­zern Lock­heed Mar­tin

Wie aus einer Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf eine Klei­ne Anfra­ge der Frak­ti­on der Lin­ken im Bun­des­tag her­vor­ging, sol­len nach dem Jahr 2020, dem eigent­li­chen Zeit­punkt zur Aus­mus­te­rung des Tor­na­dos, eini­ge Flug­zeu­ge wei­ter im Dienst blei­ben, um Deutsch­lands Rol­le in der nuklea­ren Teil­ha­be zu sichern.

Durch die Tor­na­do-Kampf­flug­zeu­ge wäre die Reich­wei­te begrenzt, doch das deut­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um erwägt den Kauf von US-Kampf­jets, um die „smar­ten“ Atom­bom­ben ein­set­zen zu kön­nen, weil die Bun­des­wehr-Tor­na­dos dazu nicht in der Lage sind.

Was Washing­ton als “smart” bezeich­net, bezieht sich auf Atom­waf­fen, deren mini­ma­le Spreng­kraft von fünf Kilo­ton­nen jene der Hiro­shi­ma-Bom­be über­tref­fen. Gleich­zei­tig sind sie aber leicht­ge­wich­tig und könn­ten mit einem Gewicht von um die 350 Kilo­gramm auch von Droh­nen beför­dert wer­den. Unab­hän­gig davon, was Washing­ton als “smart” erach­tet, birgt die­se “Moder­ni­sie­rung” ganz neue Risi­ken in Zei­ten nicht-staat­li­cher Kriegs­ak­teu­re. Mehr­fach ist es allein im ver­gan­ge­nen Som­mer Frie­dens­ak­ti­vis­ten gelun­gen, in den Flie­ger­horst Büchel ein­zu­drin­gen und in den Sicher­heits­be­reich zu gelan­gen.

Mehr zum The­ma — Pen­ta­gon-Labor ver­öf­fent­licht Video von B61-Atom­bom­ben­test

RT Deutsch


Masha Gessens “Die Zukunft ist Geschichte” — Eine Buchkritik


von Gert Ewen Ungar

Dar­an ist zwar nahe­zu alles falsch, aber folg­lich passt sie ins eta­blier­te Nar­ra­tiv des Wes­tens. Bereits im Dezem­ber des ver­gan­ge­nen Jah­res brach­te der Spie­gel in sei­ner Print­aus­ga­be ein Inter­view mit Masha Ges­sen. Als Autorin des Buches “Die Zukunft ist Geschich­te. Wie Russ­land die Frei­heit gewann und ver­lor” gilt sie nicht nur dem Spie­gel als Exper­tin für die poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen in der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on. Masha Ges­sen wur­de in der Sowjet­uni­on gebo­ren, lebt inzwi­schen aber (wie­der) in den USA und hat sowohl die US-ame­ri­ka­ni­sche als auch die rus­si­sche Staats­bür­ger­schaft.

Masha Ges­sen gehört zu einem bestimm­ten Typus rus­si­scher Intel­lek­tu­el­ler. Ihre ideo­lo­gi­sche Leit­li­nie ist der Libe­ra­lis­mus, ihr indi­vi­du­el­les Geschäfts­mo­dell besteht im Bedie­nen von im Wes­ten eta­blier­ten Kli­schees und Vor­ur­tei­len über Russ­land als “Exper­tin”. Zuge­spitzt : Ges­sen schreibt, was trans­at­lan­tisch ori­en­tier­te Blät­ter wie der Spie­gel hören, also dru­cken und lesen las­sen wol­len.

Dafür bekommt Ges­sen in die­sem Jahr den “Leip­zi­ger Buch­preis zur Euro­päi­schen Ver­stän­di­gung” ver­lie­hen. Die Ent­schei­dung des Kura­to­ri­ums, dem – neben der Stadt Leip­zig und der Mes­se Leip­zig — das Säch­si­sche Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kunst und der Bör­sen­ver­ein des deut­schen Buch­han­dels ange­hö­ren, ist ange­sichts des Namens des Prei­ses eini­ger­ma­ßen erstaun­lich, denn der Ver­stän­di­gung dient “Die Zukunft ist Geschich­te” jetzt in gar kei­nem Fall, die­ses Buch dient viel­mehr dem geis­ti­gen Mau­er­bau.

Das Buch Ges­sens beginnt mit einer Anma­ßung. Die Autorin ver­spricht ihren Lesern, das gan­ze Bild zu zei­gen, nicht einen blo­ßen Aus­schnitt aus der rus­si­schen Lebens­wirk­lich­keit. An die­sem Ver­spre­chen muss sich das Buch dann auch mes­sen las­sen, und an die­sem Ver­spre­chen schei­tert Ges­sen kläg­lich.

Anhand von sie­ben Inter­views will Ges­sen die Ent­wick­lung der spä­ten Sowjet­uni­on bis in die Gegen­wart unter Putin nach­zeich­nen. Ihre Leit­li­nie ist der Begriff des “Homo Sovie­ti­cus”, einer Wort­schöp­fung, wel­cher sich auch der rus­si­sche Sozio­lo­ge Juri Lewa­da bedient hat. Der Begriff ist wenig schmei­chel­haft, denn er beschreibt einen oppor­tu­nis­ti­schen Men­schen, der nach Sicher­heit strebt, kla­re Hier­ar­chi­en liebt, kor­rup­te Struk­tu­ren dul­det und indi­vi­du­el­le Frei­heit zuguns­ten von Sicher­heit auf­gibt. Sein Anti­po­de ist der “Homo Oeco­no­mi­cus”, der aus­schließ­lich sei­nen per­sön­li­chen Nut­zen maxi­mie­ren will. Das Pro­blem bei­der Model­le ist, dass sie in ihrer Schlicht­heit zur Beschrei­bung mensch­li­chen Han­delns nicht tau­gen, denn die Moti­va­ti­on für Hand­lun­gen ist zwei­fel­los komplex(er). Wäh­rend die Main­stream-Öko­no­mie gera­de mit dem Modell “Homo Oeco­no­mi­cus” an der Rea­li­tät schei­tert, schei­tert Ges­sen an der Deu­tung der Ent­wick­lun­gen in Russ­land mit ihrem all­zu sim­pel gera­te­nen Per­sön­lich­keits-Modell.

Für Masha Ges­sen ist die Sehn­sucht nach Auto­ri­tät und Füh­rung, die Sehn­sucht nach Sicher­heit und Sta­bi­li­tät für einen kur­zen his­to­ri­schen Moment unter Jel­zin abge­löst wor­den von Frei­heit. Die­se Frei­heit lern­ten die Rus­sen jedoch nicht zu leben und wand­ten sich wie­der der Suche nach Sicher­heit und Sta­bi­li­tät zu. Putin sei dar­auf die Ant­wort.

Mehr zum The­ma — Doch kei­ne Erfolgs­ge­schich­te : Das Schei­tern des Libe­ra­lis­mus

Ges­sen ver­steigt sich zu die­ser The­se, die sie dann doch nicht bele­gen kann. So behaup­tet sie bei­spiels­wei­se, die Ungleich­heit zu Zei­ten der Sowjet­uni­on sei grö­ßer gewe­sen als in den neo­li­be­ra­len Jah­ren Jel­zins, sie sei in der Ära Jel­zins nur sicht­ba­rer gewe­sen.

Aller­dings waren die struk­tu­rel­len Ungleich­hei­ten nicht mehr so gut abge­schirmt wie zu Sowjet­zei­ten”, schreibt Ges­sen. “Die Leu­te beka­men jetzt mit, wenn jemand wohl­ha­bend war — schon, weil die alten, gehei­men Ver­teil­zen­tren schlos­sen und die Rei­chen sehr viel eher dort ein­kauf­ten, wo es die ande­ren auch taten.

Gene­rell hät­ten sich die Men­schen in der Jel­zin-Ära nur arm gefühlt. Das ist zynisch. Der Zusam­men­bruch der rus­si­schen Öko­no­mie ist kei­ne aus­ge­dach­te Geschich­te, der Staats­bank­rott kei­ne Erfin­dung, die Abnah­me der Lebens­er­war­tung war bit­te­re Rea­li­tät.

Spä­ter gesteht Ges­sen zu, dass es zu Fehl­ent­wick­lun­gen gekom­men sei, außer in der Stadt Nish­ni Now­go­rod. Dort wur­de das neo­li­be­ra­le Pro­gramm vor­bild­lich und zum Nut­zen aller umge­setzt, ver­si­chert uns die Autorin. Der dafür ver­ant­wort­li­che Gou­ver­neur war der spä­ter ermor­de­te Boris Nem­zow. Bei einem Besuch der Stadt äußert sich selbst die Bri­ti­sche Pre­mier­mi­nis­te­rin Mar­ga­ret That­cher aner­ken­nend, der Käse aus einem eigen­tü­mer­ge­führ­ten Käse­la­den schmeckt ihr. Ja, an man­chen Stel­len ist das Buch unfrei­wil­lig komisch. Boris Nem­zow wird im Buch zur ver­klär­ten Iko­ne der rus­si­schen Oppo­si­ti­on. In der rea­len Welt jedoch ist Nem­zow poli­tisch geschei­tert. Sei­ne Kar­rie­re war ein bestän­di­ger Abstieg in die abso­lu­te Bedeu­tungs­lo­sig­keit. Bei Ges­sen bleibt er — dem west­li­chen Kli­schee ent­spre­chend — ein her­aus­ra­gen­der, visio­nä­rer Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­ker. Ent­spre­chend sug­ge­riert sie, Putin, der auch etwas von Hit­ler habe, sei in die Ermor­dung ver­strickt. Ja, es stimmt, es ist abso­lut niveau­los, was das Buch an zahl­rei­chen Stel­len dem Leser zumu­tet. Prei­se bekommt man für solch einen Unsinn nur noch in dem sich jeder rus­si­schen Rea­li­tät ver­wei­gern­den Wes­ten.

Ges­sen ist durch und durch einem neo­li­be­ra­len Welt­bild ver­pflich­tet. Die Schuld, die Russ­land auf sich gela­den hat, ist folg­lich die Abkehr vom neo­li­be­ra­len Modell. Dass Putin Pri­va­ti­sie­rung rück­gän­gig gemacht hat, dass unter ihm die schlimms­ten Aus­wir­kun­gen des Neo­li­be­ra­lis­mus gemin­dert, die finanz­ka­pi­ta­lis­ti­schen Umtrie­be zuguns­ten real­wirt­schaft­li­chen Wachs­tums ein­ge­dämmt wur­den, ist in den Augen von “Libe­ra­len” wie Ges­sen sein größ­tes Ver­bre­chen. Genau die­se zer­stö­re­ri­schen Umtrie­be eines ent­fes­sel­ten Finanz­ka­pi­ta­lis­mus aber sind es, die sie meint, wenn sie von “Frei­heit” spricht. Sie meint die Frei­heit des Mark­tes, nicht die der Men­schen. Die­se ver­que­re Logik hat sie mit den west­li­chen Kri­ti­kern rus­si­scher Poli­tik gemein. Nun ist die Poli­tik unter Putin recht erfolg­reich. Die Lebens­qua­li­tät steigt. Da hilft nur noch leug­nen und ver­leum­den.

Wäh­rend es in den Neun­zi­ger Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts so war, dass Besu­cher aus Russ­land stau­nend in west­li­chen Ein­kaufs­zen­tren stan­den und die far­bi­ge Wun­der­welt west­li­cher Waren­pa­ra­die­se bewun­der­ten, ist die Situa­ti­on inzwi­schen anders­her­um. Der west­li­che Besu­cher steht in Russ­land und wun­dert sich, was alles mög­lich ist.

Aber weil nicht sein kann, was nicht sein darf, greift Ges­sen zu unlau­te­ren Mit­teln. Sie schließt sich kom­plett der in libe­ra­len Think-Tanks erdach­ten Erzäh­lung über Russ­land an, in dem bür­ger­li­che Frei­hei­ten angeb­lich ein­ge­schränkt wer­den, wobei sich das Land impe­ri­al aus­deh­nen möch­te. Um die­ses Bild auf­recht zu erhal­ten, ver­schweigt sie, beugt und leug­net sie Fak­ten. Je wei­ter sich das Buch der Gegen­wart nähert, des­to vehe­men­ter — aller­dings auch des­to auf­fal­len­der.

Ein Bei­spiel : Die west­lich-libe­ra­le Lieb­lings­sor­ge ist die Sor­ge um das Wohl von Schwu­len und Les­ben in Russ­land. Hier bedient Ges­sen das Kli­schee vom homo­pho­ben Russ­land. Im Kon­text der Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen dem deut­schen Sozio­lo­gen Andre­as Umland mit dem rus­si­schen Phi­lo­so­phen Alex­an­der Dugin zitiert sie aus der Online-Zeit­schrift evrazia.org. Dort soll es hei­ßen “Wie wir aus der Sta­tis­tik wis­sen, sind sech­zig Pro­zent der Homo­se­xu­el­len mit HIV infi­ziert.” Das ist natür­lich auf den ers­ten Blick gro­ber Unfug, aber der unbe­darf­te Leser fühlt sich in sei­nem Vor­ur­teil bestä­tigt, in Russ­land gras­sie­re die Homo­pho­bie und wür­den Falsch­in­for­ma­tio­nen ver­brei­tet.

Das Pro­blem ist nur : das Zitat ist falsch über­setzt. Im Ori­gi­nal heißt es, dass sech­zig Pro­zent der im Wes­ten HIV-Infi­zier­ten homo­se­xu­ell sind. Und das ent­spricht den Fak­ten. Man kann sich jetzt noch dar­über strei­ten, ob das Attri­but homo­se­xu­ell rich­tig ist, oder ob es poli­tisch kor­rek­ter nicht “Män­ner, die Sex mit Män­nern haben” hei­ßen muss, aber die Zahl stimmt. Es ist eben kein Zei­chen für homo­pho­be Ent­wick­lun­gen in der Rus­si­schen Föde­ra­ti­on. Nun ist Ges­sen aller­dings Mut­ter­sprach­le­rin. Soll­te man böse Absicht ver­mu­ten ?

Das ist nur ein Bei­spiel von vie­len. Der Anmer­kungs­ap­pa­rat des Buches ist umfang­reich, aller­dings ist er auch kata­stro­phal schlecht. Eini­ge Links füh­ren ins Nir­gend­wo oder zu einer Unmen­ge Text, in der sich die jewei­li­ge Behaup­tung nicht fin­den lässt. Es bleibt das Gefühl, die Anmer­kun­gen sol­len Bele­ge vor­täu­schen, wo in Wirk­lich­keit die Fak­ten feh­len.

Auf die­se Wei­se wird eigent­lich alles belegt, wor­an der Wes­ten ger­ne glaubt. Russ­land habe den Krieg gegen Geor­gi­en begon­nen, bei­spiels­wei­se. Dass das nicht stimmt, hat sogar die wohl russ­land­freund­li­cher Umtrie­be völ­lig unver­däch­ti­ge EU fest­ge­stellt.

Russ­land führt Krieg in der Ukrai­ne. Dass die von der OSZE geführ­te “Ukrai­ni­an Moni­to­ring Mis­si­on” täg­lich zu einem ande­ren Ergeb­nis kommt — Ges­sen erwähnt es nicht. Die mas­si­ve Ein­mi­schung der USA bei der Wahl Jel­zins taucht bei Ges­sen mit kei­nem Wort auf. Äuße­re Ein­flüs­se, auf die Russ­land reagie­ren muss, gibt es bei Ges­sen ohne­hin prak­tisch kei­ne. Sie zeich­net Russ­land als ein­sa­me geo­po­li­ti­sche Insel, die in einem poli­tisch stil­len Oze­an völ­lig unbe­hel­ligt vor sich hin düm­pelt und sich auf­grund der Unfä­hig­keit sei­ner Bür­ger, Frei­heit zu ertra­gen, ins Tota­li­tä­re wen­det. Die Erzäh­lung Ges­sens wird der tat­säch­li­chen poli­ti­schen Dyna­mik in kei­ner Wei­se gerecht.

Ges­sen zeich­net nicht wie ver­spro­chen das gan­ze Bild, son­dern skiz­ziert einen klei­nen Aus­schnitt, der so zurecht­ge­schnit­ten ist, dass er Kli­schees bedient.

Damit wird Masha Ges­sen selbst zur tra­gi­schen Figur. Sie lie­fert sich selbst dem Nar­ra­tiv aus, das sie mit ihrem Buch bedient. Wür­de sie davon abwei­chen, wür­de sie unmit­tel­bar unter­ge­hen. Solch ein Exem­pel wur­de gera­de am Regis­seur And­rei Nekras­sow exe­ku­tiert, der es gewagt hat, mit sei­nem Doku­men­tar­film “Der Fall Magnitz­ki” die Erzäh­lung vom kor­rup­ten, auto­ri­tä­ren Sys­tem Putin infra­ge zu stel­len. Bis dahin im Wes­ten hoch­ge­schätz­ter, russ­land-kri­ti­scher Fil­me­ma­cher, ist er inzwi­schen fak­tisch arbeits­los und iso­liert.

Masha Ges­sen weiß das sicher­lich. Sie weiß, sie muss das Nar­ra­tiv bedie­nen und es mit Relo­ti­us-Geschich­ten fül­len. Und genau das macht sie. Sie tut es nach­weis­lich. Zu jenem Zeit­punkt, als sie über das gegen­wär­ti­ge Mos­kau schreibt “Alles Grün war aus den Stra­ßen der Stadt ver­schwun­den. Sie bestand nur noch aus Stein­flä­chen und rech­ten Win­keln. Mos­kau hat­te jetzt die Flä­chen­auf­tei­lung und Beschaf­fen­heit eines Fried­hofs.”, zu gera­de die­sem Zeit­punkt eröff­net im Zen­trum von Mos­kau ein über zehn Hekt­ar gro­ßer Park, eine künst­li­che Hügel­land­schaft mit den unter­schied­li­chen Vege­ta­ti­ons­zo­nen Russ­lands, in den ein Amphi­thea­ter, eine Eis­lauf­bahn und ein Kon­zert­haus inte­griert sind. Es ist fak­tisch falsch, was Ges­sen schreibt, doch das west­li­che Nar­ra­tiv muss bedient wer­den. Da stört die Rea­li­tät nur. Masha Ges­sen ersetzt dem Spie­gel den Relo­ti­us. Der Spie­gel bedankt sich dafür mit einem gro­ßen Inter­view, womit die Redak­ti­on beweist, dass sie nichts aus dem Skan­dal im eige­nen Haus gelernt hat. Ges­sen bekommt trotz der an den Fak­ten gemes­se­nen mise­ra­blen Qua­li­tät ihres Buches zudem noch einen Preis nach­ge­wor­fen.

Und den­noch stimmt eines posi­tiv und hoff­nungs­voll :
Das gelob­te Nar­ra­tiv über Russ­land bricht unge­ach­tet die­ser Bemü­hun­gen, ein schlech­tes Image die­ses Lan­des auf­recht zu erhal­ten, zuse­hends in sich selbst zusam­men. Die Rea­li­tät ist dann doch stär­ker als jede “Dich­tung” über sie.

Mehr zum The­ma — Ukrai­ne – Der etwas ande­re Jah­res­rück­blick

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

RT Deutsch


Russlands Zukunft auf dem Spiel ? Wie Wladimir Putin den demografischen Trend umkehren will


Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin hat in sei­ner Rede zur Lage der Nati­on am Mitt­woch Umris­se einer Demo­gra­fie- und Sozi­al­po­li­tik skiz­ziert, mit der der demo­gra­fi­sche Trend im Land umge­kehrt wer­den soll. Die Demo­gra­fie war das ers­te Sach­the­ma, dem sich der Prä­si­dent in sei­ner Anspra­che wid­me­te – ein Beleg für die Bedeu­tung, die Putin dem The­ma bei­misst. Er beton­te zunächst die Bedeu­tung, die die Demo­gra­fie für Russ­land besit­ze :

Fami­lie, Geburt, Fort­pflan­zung und Respekt für Älte­re haben Russ­land und sei­ner mul­ti­eth­ni­schen Bevöl­ke­rung stets als star­ker mora­li­scher Rah­men gedient. Wir haben alles in unse­rer Macht ste­hen­de getan, um die fami­liä­ren Wer­te zu stär­ken und sind ent­schlos­sen, das auch künf­tig zu tun. In der Tat steht unse­re Zukunft auf dem Spiel.

Es folg­te eine Bestands­auf­nah­me der Lage im Land. Die­se fiel kri­tisch aus, die Gebur­ten­ra­te gehe zurück :

Russ­land hat eine in Bezug auf die demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung extrem her­aus­for­dern­de Pha­se erreicht. (…) Die Gebur­ten­ra­te sinkt.

Als Grün­de dafür nann­te Putin “rein objek­ti­ve Ursa­chen”, die mit den enor­men Bevöl­ke­rungs­ver­lus­ten im Zwei­ten Welt­krieg und den dra­ma­ti­schen Jah­ren nach dem Ende der Sowjet­uni­on zu tun hät­ten. Aller­dings hei­ße das nicht, das man die­se Situa­ti­on hin­neh­men oder sich mit ihr abfin­den müs­se. “Defi­ni­tiv nicht.”

Der Prä­si­dent ver­wies auf die 2000er Jah­re, in denen es unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen gelun­gen sei, eine nega­ti­ve demo­gra­fi­sche Ent­wick­lung umzu­keh­ren. Er glau­be fest dar­an, dass dies erneut mög­lich und bis Anfang 2024 die Rück­kehr zu einem natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­wachs­tum mög­lich sei.

Zum Errei­chen die­ses Ziels schlug Putin eine Rei­he kon­kre­ter sozi­al­po­li­ti­scher Maß­nah­men vor. Die Bezugs­gren­ze für staat­li­che Unter­stüt­zung für Kin­der soll vom Andert­halb­fa­chen auf das Dop­pel­te des Min­dest­ein­kom­mens erhöht wer­den. Auch die Unter­stüt­zung für die Betreu­ung behin­der­ter Kin­der soll erhöht wer­den.

Außer­dem müs­se das Ein­kom­men der Fami­li­en stei­gen. Dazu schlug Putin vor, die Grund­steu­er für Fami­li­en zu sen­ken. Je mehr Kin­der, des­to weni­ger Steu­ern soll­ten gezahlt wer­den. Dar­über hin­aus sol­len Fami­li­en stär­ker beim Abzah­len von Hypo­the­ken­kre­di­ten unter­stützt wer­den. Wei­ter­hin ver­sprach der Prä­si­dent bis Ende 2021 die Schaf­fung von 270.000 Kin­der­gar­ten­plät­zen. Wei­te­re Vor­schlä­ge sei­en will­kom­men.

Russlands Zukunft auf dem Spiel? Wie Wladimir Putin den demografischen Trend umkehren will

Putin zog eine kla­re Ver­bin­dung zwi­schen Demo­gra­fie und sozia­ler Lage. Die Lösung der demo­gra­fi­schen Pro­ble­me ste­he in direk­ter Bezie­hung zur Bekämp­fung der Armut. Die Zahl der unter der Armuts­gren­ze leben­den Men­schen habe sich seit dem Jahr 2000 von 40 auf 19 Mil­lio­nen ver­rin­gert, aller­dings habe die­se Zahl zwi­schen­zeit­lich schon ein­mal bei 15 gele­gen. Man wer­de sich des­halb auf die Bekämp­fung und Über­win­dung der Armut kon­zen­trie­ren. Der Staat müs­se Men­schen hel­fen, aus schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen her­aus­zu­kom­men.

Putins Aus­füh­run­gen ver­deut­li­chen die Unter­schie­de, die es in der Behand­lung des Demo­gra­fie­the­mas zwi­schen Russ­land und Deutsch­land gibt. Zunächst ein­mal fällt auf, wie pro­mi­nent und offen das rus­si­sche Staats­ober­haupt das The­ma debat­tiert. In Deutsch­land dage­gen ist das The­ma der Ele­fant im Raum – über die zen­tra­le Varia­ble für die Zukunft jedes Lan­des wird höchs­tens im Zusam­men­hang mit den “Bedürf­nis­sen der Wirt­schaft” gespro­chen.

Auch die Her­an­ge­hens­wei­sen könn­ten unter­schied­li­cher kaum sein. Putin setzt – ähn­lich wie Vik­tor Orban in Ungarn – auf ziel­ge­rich­te­te Maß­nah­men zur För­de­rung des natür­li­chen Bevöl­ke­rungs­wachs­tums und zur Ver­bes­se­rung der sozia­len Lage von Fami­li­en mit Kin­dern.

Dage­gen gibt Deutsch­land zwar ein Viel­fa­ches für fami­li­en­po­li­ti­sche Leis­tun­gen aus, die Effek­te sind aller­dings über­schau­bar. Deut­sche Frau­en brin­gen durch­schnitt­lich noch weni­ger Kin­der zur Welt als rus­si­sche. Von einer Demo­gra­fie­po­li­tik im eigent­li­chen Sinn kann kei­ne Rede sein. Statt­des­sen ver­sucht man das Pro­blem durch Migra­ti­on zu lösen, also qua­si durch die Hin­ter­tür – mit unab­seh­ba­ren Fol­gen für den Zusam­men­halt der Gesell­schaft.

Auch die ideo­lo­gi­sche Ein­bet­tung ist eine ande­re. Wäh­rend Putin von Fami­lie und Fort­pflan­zung als “mora­li­schen Rah­men” der Gesell­schaft spricht, dreht sich die deut­sche Debat­te eher um Gen­der­fra­gen und dar­um, was alles eine Fami­lie sein kann.

Wla­di­mir Putins Vor­stoß zur Umkehr der demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung in Russ­land ist ohne Fra­ge ehr­gei­zig. Sein Erfolg ist offen. Demo­gra­fi­sche Pro­zes­se sind nie leicht zu steu­ern. Das Feh­len jun­ger Frau­en als Fol­ge des Gebur­ten­knicks Anfang der Neun­zi­ger Jah­re ist schwer aus­zu­glei­chen.

Den­noch lässt sich Putins demo­gra­fie­po­li­ti­scher Vor­stoß als vor­bild­haft ver­ste­hen. Die Demo­gra­fie ist, ob gewollt oder nicht, für jede Gesell­schaft und jedes Land ein zen­tra­les The­ma, über das offen und ratio­nal debat­tiert wer­den muss. In Deutsch­land erfolgt dies der­zeit nicht in ange­mes­se­ner Wei­se.

Mehr zum The­ma — Die Ukrai­ne steht vor einer demo­gra­phi­schen “Kata­stro­phe” — immer mehr Bür­ger ver­las­sen das Land

RT Deutsch


Ukrainische „Brigade der Zukunft“ wird mit sowjetischen Panzern ausgerüstet


Der Kom­man­deur einer neu­en ukrai­ni­schen Mari­ne­in­fan­te­rie-Ein­heit, Oberst Miko­la Palas, hat am Sams­tag Inter­view für die Zei­tung „Narod­na­ja Armi­ja“ gege­ben. Die Anfang Novem­ber gebil­de­te Ein­heit wird ihm zufol­ge dem­nächst als „Bri­ga­de der Zukunft“ bezeich­net.
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SPD-Chefin Nahles : Kein Sonderparteitag über Zukunft der Großen Koalition


Wir haben uns unter­ge­hakt”, sagt SPD-Che­fin Andrea Nah­les nach einer Klau­sur­ta­gung der Par­tei­spit­ze. Demons­tra­tiv ver­sam­melt sie in der Zen­tra­le vie­le Par­tei­grö­ßen um sich her­um. Die SPD will das Ruder her­um­rei­ßen — ohne einen Son­der­par­tei­tag.

Es wer­de auch kei­nen vor­ge­zo­ge­nen Par­tei­tag geben, kün­dig­te Par­tei­che­fin Andrea Nah­les nach der Vor­stands­klau­sur am Mon­tag in Ber­lin an. Eine sehr gro­ße Mehr­heit im Vor­stand habe ein sol­ches Ver­fah­ren abge­lehnt.

2019 soll über Ver­bleib in der Gro­ßen Koali­ti­on ent­schie­den wer­den

Die SPD hat­te bis­her ange­kün­digt, nach der Hälf­te der Legis­la­tur­pe­ri­ode — also im Herbst 2019 — über einen Ver­bleib in der gro­ßen Koali­ti­on zu ent­schei­den. Juso-Chef Kevin Küh­nert hat­te zuletzt aber gefor­dert, die Ent­schei­dung vor­zu­zie­hen. Auch die schles­wig-hol­stei­ni­sche SPD hat­te am Wochen­en­de auf einem Lan­des­par­tei­tag die For­de­rung nach einem Son­der­par­tei­tag beschlos­sen.

Nah­les sag­te, die SPD stre­be bis Dezem­ber einen Klä­rungs­pro­zess in der Gro­ßen Koali­ti­on an. Es sol­le geklärt wer­den, wie es kon­kret im Stil als auch bei kon­kre­ten Pro­jek­ten wei­ter­ge­he. Mit Blick auf das Ren­nen in der CDU um den Par­tei­vor­sitz sag­te Nah­les :

Wir machen die Zukunft und das, was wir uns vor­ge­nom­men haben, nicht davon abhän­gig, was jetzt ent­schie­den wird in der Uni­on.

Die Arbeit der schwarz-roten Koali­ti­on war in den ver­gan­ge­nen Mona­ten von Kon­flik­ten beglei­tet. Dazu zähl­te auch ein schwe­rer Streit zwi­schen CDU und CSU über die Migra­ti­ons­po­li­tik.

SPD steht laut Nah­les für gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt

Die SPD-Che­fin, die nach Wahl­schlap­pen in Hes­sen und Bay­ern intern unter Druck steht, sprach von einer “sehr inten­si­ven” und kon­struk­ti­ven Debat­te im Vor­stand. “Wir haben uns unter­ge­hakt. Wir set­zen auf die Kraft des Zusam­men­halts.” Die SPD sei die poli­ti­sche Kraft, die wie kei­ne ande­re für gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt ste­he.

Es braucht eine star­ke SPD”, so Nah­les.

Die Par­tei steckt aktu­ell aber im Umfra­ge­tief. 

Mehr zum The­ma — Wer­te wie zu Kai­ser Wil­helms Zei­ten : SPD kommt bun­des­weit nur noch auf 14 Pro­zent

Als kon­kre­te The­men nann­te Nah­les den Kampf gegen Kin­der­ar­mut, eine bes­se­re Bezah­lung von Pfle­ge­kräf­ten, die Woh­nungs­not in Groß­städ­ten und die Min­dest­ren­te. “Wir haben viel zu tun”, so SPD-Che­fin. Die Par­tei müs­se außer­dem kla­rer in ihren Bot­schaf­ten wer­den.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Schweden : Langer Weg zur Regierungsbildung – Löfvens Zukunft ungewiss


Am Tag nach den Wah­len lädt der christ­li­che Rat von Schwe­den die Men­schen für den kom­men­den Sonn­tag zum gemein­sa­men Gebet in die Kir­chen ein, nach­dem eine Regie­rungs­bil­dung unge­wiss ist : 

Gott, sen­de dei­nen Geist über unser Land. Wir bit­ten um Weis­heit und Füh­rung für alle, die für die Gesell­schaft ver­ant­wort­lich sind – Volks­wah­len, Regie­rung und Par­la­ment und alle, die hier leben. Wir bit­ten um eine küh­ne Füh­rung, die nach dem Gemein­wohl strebt, über eige­ne Inter­es­sen hin­aus. 

Die Schwe­den­de­mo­kra­ten avan­cier­ten bei den schwe­di­schen Par­la­ments­wah­len zur dritt­stärks­ten Kraft. Der bis­he­ri­ge Minis­ter­prä­si­dent Ste­fan Löf­ven war­tet ab und will, trotz des his­to­risch schlech­ten Ergeb­nis­ses, nicht zurück­tre­ten. Die Schwe­den­de­mo­kra­ten sehen sich als Wahl­sie­ger, obwohl auch sie nicht ihr gewünsch­tes Ziel von 20 bis 30 Pro­zent der Stim­men errei­chen konn­ten.

Es war eine lan­ge Nacht für die Sozi­al­de­mo­kra­ten unter der Füh­rung von Ste­fan Löf­ven, in wel­cher der inners­te Kreis der Par­tei über das wei­te­re Vor­ge­hen auf dem Weg zu einer Regie­rungs­bil­dung beriet. Danach trat Ste­fan Löf­ven an die Öffent­lich­keit und erklär­te, dass die alt­be­währ­te Block­po­li­tik und damit auch die Alli­anz Schnee von ges­tern sei. Der Bruch mit sei­nem Block ist auch dem schlech­ten Wahl­er­geb­nis der Grü­nen geschul­det. 

Von Carl Bildt ern­te­te er dafür Spott. Bildt war von 1991 bis 1994 Minis­ter­prä­si­dent von Schwe­den und von 2006 bis 2014 schwe­di­scher Außen­mi­nis­ter. Er schrieb in der Nacht auf Twit­ter : 

Ste­fan Löf­vens ein­zig mög­li­che Stra­te­gie ist nun zu ver­su­chen, mit der Alli­anz zu bre­chen. Rech­net zu die­sem Zweck mit vie­len Spie­len inner­halb der nächs­ten zwei Wochen, bis das Par­la­ment zusam­men­ge­setzt ist. Aller Wahr­schein­lich­keit nach wird er schei­tern. 

Eine Resi­gna­ti­on Löf­vens, so ent­schloss sich die Par­tei, wird es nicht geben. 

  • Sozi­al­de­mo­kra­ten (S) 28,4 Pro­zent (-2,8 Pro­zent zu 2014)
  • Mode­ra­ten (M) 19,8 Pro­zent (-3,5 Pro­zent zu 2014)
  • Schwe­den­de­mo­kra­ten (SD) 17,6 Pro­zent (+4,7 Pro­zent zu 2014)
  • Zen­trums­par­tei © 8,6 Pro­zent (+2,5 Pro­zent)
  • Links­par­tei (V) 7,9 Pro­zent, (+2,2 Pro­zent)
  • Christ­de­mo­kra­ten (KD) 6,4 Pro­zent (+1,8 Pro­zent)
  • Libe­ra­le (L) 5,5 Pro­zent (+0,1 Pro­zent)
  • Umwelt­par­tei (MP) 4,3 Pro­zent (-2,4 Pro­zent)

Nach den vor­läu­fi­gen Wahl­er­geb­nis­sen sieht die Ver­tei­lung zwi­schen den bei­den Blö­cken sehr gleich­mä­ßig aus. Ste­fan Löf­ven käme mit sei­ner bis­he­ri­gen Alli­anz (Sozi­al­de­mo­kra­ten, Umwelt­par­tei, Links­par­tei) auf 144 Man­da­te im Reichs­tag (Riks­dag) und die Alli­anz, geführt von den Mode­ra­ten, auf 143. Ledig­lich 28.000 Stim­men tren­nen die bei­den Blö­cke von­ein­an­der.

Es wird noch auf die “Öns­dags­rös­ter­na” (Mitt­wochs­stim­men) gewar­tet. Dies sind Stimm­ab­ga­ben die früh und im Aus­land abge­ge­ben wur­den. Sie bezif­fern sich bei die­ser Wahl auf rund 200.000 Stim­men. Die­se könn­ten das end­gül­ti­ge Wahl­er­geb­nis stark beein­flus­sen. 

Ein­la­dun­gen der Schwe­den­de­mo­kra­ten an die Mode­ra­ten und die Christ­de­mo­kra­ten blei­ben unbe­ant­wor­tet 

Da auf Ein­la­dung der Schwe­den­de­mo­kra­ten mit den Mode­ra­ten und den Christ­de­mo­kra­ten zunächst infor­mel­le Gesprä­che geführt wer­den, gab es bis­lang kei­ne Ant­wort. Gegen­über der schwe­di­schen Zei­tung Expres­sen sag­te der Par­tei­füh­rer der Schwe­den­de­mo­kra­ten Jim­mie Äkes­son : 

Ent­schei­dend für mich ist, dass die knapp 18 Pro­zent, die für uns gestimmt haben, Ein­fluss haben wer­den. 

Die Ein­la­dung an die Christ­de­mo­kra­ten und die Mode­ra­ten wur­de nach einem Tref­fen der Par­tei­füh­rung der Schwe­den­de­mo­kra­ten aus­ge­spro­chen.

Da die Schwe­den­de­mo­kra­ten einen Regie­rungs­wech­sel for­dern, wur­de kei­ne Ein­la­dung an die Sozi­al­de­mo­kra­ten Ste­fan Löf­vens ver­sandt. Der Geschäfts­füh­rer der SD-Par­tei, Mika­el Eriks­son :

Das Wich­tigs­te für uns ist der Inhalt der Richt­li­nie. Gleich­zei­tig war Jim­mie Åkes­son sehr deut­lich, mit wel­chen Par­tei­en er sich am natür­lichs­ten fühlt. Des­halb wen­den wir uns an die­se. Das Wich­tigs­te ist jetzt, dass alle Par­tei­en bereit sind, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men und die Wahl­mög­lich­kei­ten der Wäh­ler zu respek­tie­ren. Der ers­te Schritt besteht dar­in, mit­ein­an­der zu reden. 

Die Pres­se­spre­che­rin der Mode­ra­ten, Che­ri­ne Kha­lil, schrieb in einer SMS :

Der Brief ist ange­kom­men, und die Mode­ra­ten sagen natür­lich nichts. 

Mar­tin Kits, Pres­se­spre­cher der Christ­de­mo­kra­ten, äußer­te sich ähn­lich : 

Wir haben eine Ein­la­dung für eine Unter­re­dung mit den Schwe­den­de­mo­kra­ten erhal­ten. Das ist nichts Neu­es. 

RT Deutsch