Zwei Tote bei Einsturz von “Amazon”-Lager in USA


Dem­nach war die Lager­hal­le in Bal­ti­more wäh­rend eines hef­ti­gen Unwet­ters in der Nacht zum Sams­tag teil­wei­se ein­ge­stürzt. Eine Ama­zon-Mit­ar­bei­te­rin sag­te dem Sen­der CBS, sie habe lau­tes Knal­len über ihrem Kopf gehört. Dann habe eine Wand nach­ge­ge­ben. “Ich bin nicht sicher, was es war. Ich habe nur gehofft, dass alle heil her­aus­ge­kom­men sind”, sag­te Dha­zyah McCoy. (dpa)

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Herrchen gesucht : Zwei Warane fliegen von Irkutsk nach Moskau ohne Begleitung


Die Crew konn­te den oder die Besit­zer der Exo­ten nicht fest­stel­len. Anschei­nend waren sie nicht an Bord. Da die Rep­ti­li­en ihre Sit­ze im Flug­gast­raum nicht bezahlt hat­ten, wur­den sie pro­vi­so­risch in einem Kar­ton unter­ge­bracht. Spä­ter muss­ten die Wara­ne noch eine Rei­se machen – und zwar in ein Tier­heim, wo sie umge­hend unter Qua­ran­tä­ne gestellt wur­den. Die Tier­ärz­te stell­ten fest, dass es sich bei den Groß­ech­sen um eine recht sel­te­ne Spe­zi­es han­delt. Die Bor­neo-Taub­wa­ra­ne sind auf Bor­neo ende­misch und besie­deln aus­schließ­lich den Nor­den der Insel. (TASS)

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Russlands Raumfahrtbehörde nennt Ursache der Sojus-Havarie mit zwei Crew-Mitgliedern an Bord


Infol­ge des tech­ni­schen Ver­sa­gens ver­lief die Abtren­nung der ers­ten und der zwei­ten Rake­ten­stu­fe feh­ler­haft. Ein Teil der Sojus-FG-Rake­te stieß dabei gegen den Brenn­stoff­tank der zwei­ten Rake­ten­stu­fe und beschä­dig­te ihn, wes­we­gen die ers­te Stu­fe der Rake­te zer­stört wur­de. Die Raum­fah­rer Ale­xei Owt­schi­nin und Nick Hague konn­ten dabei glimpf­lich not­lan­den. Das war die ers­te Hava­rie einer bemann­ten rus­si­schen Rake­te seit 35 Jah­ren. (TASS)

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Sensation bei künstlicher Befruchtung : Zum ersten Mal tragen zwei Frauen gemeinsam ein Kind aus


Zuerst ent­nah­men Ärz­te im August 2017 bei Bliss Coul­ter Eizel­len und befruch­te­ten die­se mit Spen­der­sa­men, schreibt die Zei­tung The New York Post. Dann pflanz­ten sie die Zygo­te in die Gebär­mut­ter von Bliss ein und lie­ßen sie dort für fünf Tage. In die­ser Zeit ent­wi­ckel­te sich dar­aus ein Embryo, den die Ärz­te anschlie­ßend in Ashl­eighs Ute­rus über­tru­gen, was etwas ver­wir­rend “recipro­cal” genannt wird. Dort reif­te der Fötus bis zur Ent­bin­dung wei­ter. Im Juni kam der von Ashl­eigh und Bliss lang erwar­te­te Sohn voll­stän­dig gesund zur Welt.

Bei die­ser Befruch­tungs­me­tho­de konn­te im Gegen­satz zu der auch ansons­ten völ­lig regu­lä­ren künst­li­chen Befruch­tung (IVF) eini­ger Labor­auf­wand ein­ge­spart wer­den, weil die Ent­wick­lung des Embry­os gleich nach der Inse­mi­na­ti­on auf eine natür­li­che Wei­se in dem ers­ten weib­li­chen Kör­per erfolg­te. Die­ser Vor­teil ließ die gan­ze Pro­ze­dur für Ashl­eigh und Bliss auch finan­zi­ell am Ende nur halb so teu­er wer­den – 15.000 anstatt den sonst übli­chen 30.000 US-Dol­lar für eine In-vitro-Fer­ti­li­sa­ti­on.

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Zwei Tote und Milliardenschaden : Einmal Bewährung und drei Freisprüche nach Kölner Archiv-Einsturz


Die Staats­an­walt­schaft hat­te für drei der vier Ange­klag­ten Bewäh­rungs­stra­fen gefor­dert. Nach Über­zeu­gung des Land­ge­richts konn­te die Unglücks­ur­sa­che im Pro­zess geklärt wer­den.

Der Vor­sit­zen­de Rich­ter sag­te in der Urteils­be­grün­dung, es ste­he “ein­deu­tig und zwei­fels­frei” fest, dass das Archiv wegen eines gra­vie­ren­den Feh­lers beim Bau einer Schlitz­wand für eine neue U-Bahn-Hal­te­stel­le ein­stürz­te. Dies sei die allei­ni­ge Ursa­che für das Unglück, eine ande­re gebe es nicht. Dem Archiv­ge­bäu­de sei “förm­lich der Boden unter den Füßen” ent­zo­gen wor­den.

Bei dem Ein­sturz waren am 3. März 2009 zwei Anwoh­ner ums Leben gekom­men. Unzäh­li­ge his­to­ri­sche Doku­men­te wur­den ver­schüt­tet, der Scha­den liegt nach Schät­zung der Stadt Köln bei 1,2 Mil­li­ar­den Euro.

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Laut Ankla­ge waren Arbei­ter 2005 beim Aus­hub der Gru­be auf einen Gesteins­block gesto­ßen, den sie nicht besei­ti­gen konn­ten. Statt­des­sen hät­ten sie um das Hin­der­nis her­um gebag­gert, so dass in einer unter­ir­di­schen Beton­wand ein Loch ent­stand. Durch die­se Fehl­stel­le sei­en am Unglücks­tag plötz­lich gro­ße Men­gen Sand und Kies in die Bau­gru­be ein­ge­bro­chen.

Der seit Janu­ar lau­fen­de Pro­zess stand unter Zeit­druck, weil im März 2019 die Ver­jäh­rungs­frist endet. (dpa)

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Türkei : Zwei russische Bürger unter mutmaßlichen IS-Terroristen festgenommen – Medien


Die tür­ki­sche Poli­zei hat sie­ben ver­mut­li­che Mit­glie­der der Ter­ror­grup­pe „Isla­mi­scher Staat“* in der Pro­vinz Kay­se­ri im zen­tra­len Teil des Lan­des fest­ge­nom­men, dar­un­ter zwei Rus­sen. Das mel­det am Don­ners­tag die Nach­rich­ten­agen­tur DHA.
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Zwei Israelis sterben bei Angriff im Westjordanland


Eine wei­te­re Frau soll nach Anga­ben von Sani­tä­tern schwe­re Ver­let­zun­gen erlit­ten haben. Man gehe von einem Ter­ror­an­schlag aus, sag­te der israe­li­sche Mili­tär­spre­cher Jona­than Con­ri­cus. Bei dem Atten­tä­ter han­de­le es sich um einen 23-jäh­ri­gen Paläs­ti­nen­ser mit israe­li­scher Arbeits­ge­neh­mi­gung. Er sei in der Fabrik ange­stellt gewe­sen. Der israe­li­sche Minis­ter­prä­si­dent Ben­ja­min Netan­ja­hu ver­ur­teil­te die Tat als “schwe­ren Ter­ror­an­schlag” und grau­sa­men Mord an zwei Israe­lis. Radi­kal­is­la­mi­sche Paläs­ti­nen­ser­grup­pen begrüß­ten den Anschlag dage­gen. Die Hamas sprach von einer “heroi­schen Tat”. (dpa)

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Interview : Zwei serbische Blogger über ihr Land und EU : “Niemand will nur billige Arbeitskraft sein”


Von Moj­ra Bozic

Aus­län­di­sche Inves­ti­tio­nen stei­gen, Arbeits­lo­sen­zahl sinkt : Ser­bi­en geht es in den letz­ten Jah­ren rela­tiv gut. RT Deutsch sprach dar­über mit Mil­jan Tanić, Jour­na­list und Dol­met­scher, und Neman­ja Palek­sić, Poli­to­lo­ge.

Ihr beschäf­tigt euch im Pod­cast “Berich­te aus Dis­ney­land” mit dem All­tags­le­ben in Ser­bi­en, Pro­ble­men, dem Ein­fluss der Poli­tik auf den “klei­nen Mann”. War­um “Dis­ney­land”?

Mil­jan : Ich habe für das ehe­ma­li­ge Radio Jugo­sla­wi­en gear­bei­tet, in der deutsch­spra­chi­gen Redak­ti­on. Ich bemerk­te, wie hier Poli­ti­ker oder aus­län­di­sche Offi­zi­el­le – wie die ehe­ma­li­ge Chef­an­klä­ge­rin des Haa­ger Tri­bu­nals, Car­la del Pon­te – die unmög­lichs­ten Din­ge ohne jeg­li­che Fol­gen sagen oder tun kön­nen. Also wie in Dis­ney­land. Ich begann mit mei­nem Blog 2006 – “Dopi­si iz Diz­ni­len­da”, “Berich­te aus Dis­ney­land” –, um ein­fach Frust abzu­las­sen. Spä­ter kam Neman­ja dazu, und dar­aus ent­stand der Pod­cast. Wir sind sozu­sa­gen “Kor­re­spon­den­ten aus Dis­ney­land”, wie uns Freun­de nun spa­ßes­hal­ber nen­nen.

Ihr lebt in Bel­grad, das in letz­ter Zeit in west­li­chen Medi­en als ange­sag­te Metro­po­le des West­bal­kans dar­ge­stellt wird. Wie wür­det ihr die Stadt beschrei­ben ?

Neman­ja : Bel­grad ist immer noch das Zen­trum aller Ereig­nis­se auf dem Gebiet Ex-Jugo­sla­wi­ens. Es zieht vie­le Men­schen an, teils als exo­ti­sches Rei­se­ziel, teils als Metro­po­le. Es scheint jedoch, als begrei­fe Bel­grad immer noch nicht, dass es auch Besu­cher gibt, die kein Ser­bisch spre­chen. Freun­de aus dem Aus­land bekla­gen sich immer, dass sie sich hier schwer ver­stän­di­gen könn­ten. Aber auch das wird bes­ser. Wo es aber auch mit den größ­ten Metro­po­len der Welt mit­hal­ten kann, ist, dass man hier immer was zu tun, sehen und erle­ben hat.

Mil­jan : Bel­grad ist der ers­te Ort, an dem ich mich seit Anfang des Bos­ni­en­kriegs wirk­lich zu Hau­se füh­le. Ich lie­be die Natur­schön­hei­ten – zwei gro­ße inter­na­tio­na­le Flüs­se, ein rie­si­ger See, Wäl­der, Parks –, aber ich hät­te schon ger­ne mehr Ord­nung. Die Men­ta­li­tät der Men­schen ist aber ein­fach so, wie sie ist. Wir mögen nicht wie Deut­sche brav in der Schlan­ge ste­hen, und für jeman­den wie mich, der teil­wei­se in Deutsch­land auf­ge­wach­sen ist, ist das sehr ner­vig. Aber die Stadt ist tat­säch­lich irgend­wie offe­ner gewor­den.

Wie wür­det ihr Ser­bi­en aktu­ell beschrei­ben ? Das Land strebt in die EU, aber die Koso­vo-Fra­ge beherrscht der­zeit die öffent­li­che Debat­te. Vie­le Ana­ly­ti­ker mei­nen, ohne Aner­ken­nung des Koso­vo kön­ne es kei­ne EU-Mit­glied­schaft für Ser­bi­en geben.

Neman­ja : Schrit­te vor­wärts sieht man etwa in der Wirt­schaft oder bei der Arbeits­lo­sen­zahl. Aber auch da kann man die Fra­ge stel­len, zu wel­chem Preis dies erzielt wird. Was aber Rechts­staat­lich­keit, demo­kra­ti­sche Insti­tu­tio­nen, Pres­se­frei­heit angeht – da ist die Situa­ti­on wirk­lich alar­mie­rend. Die Ver­fas­sung wird tag­täg­lich ver­letzt, Ver­tre­ter der Regie­rung über­schrei­ten ihre Befug­nis­se, das Par­la­ment ist nur eine “Abstimm-Maschi­ne”.

Die Koso­vo-Fra­ge ist aber älter als die EU-Fra­ge – auch älter, als es die Regie­rung dar­stel­len möch­te. Was die Regie­rung bzw. Prä­si­dent Alek­san­dar Vučić zu sagen mei­det, ist aber, wie­so jetzt die Fra­ge der end­gül­ti­gen Lösung so inten­si­viert wur­de. Vie­le ande­re Fäl­le unge­lös­ter Bezie­hun­gen dau­ern viel län­ger, und nie­mand hat es eilig, sie zu lösen – Zypern zum Bei­spiel. Unse­re Regie­rung möch­te aber neu­es­ten Erklä­run­gen zufol­ge eine eth­ni­sche “Abgren­zung”. Das ist immer Glatt­eis.

Mil­jan : Ich fin­de, die EU wür­de als heuch­le­risch daste­hen, wenn sie von Ser­bi­en ver­langt, das Koso­vo anzu­er­ken­nen, da fünf EU-Län­der das auch nicht getan haben. Was ich aber beson­ders trau­rig fin­de, ist Fol­gen­des : Die meis­ten Ser­ben wol­len das Koso­vo zurück­ha­ben, aber ohne Alba­ner. Denn zwei Mil­lio­nen Alba­ner könn­ten bedeu­tend die Poli­tik beein­flus­sen und gar einen Prä­si­den­ten wäh­len. Und man will doch kei­nen alba­ni­schen Prä­si­den­ten Ser­bi­ens haben, oder ?

Die Men­schen den­ken, dass es noch wie im Mit­tel­al­ter ist und im Koso­vo nur Ser­ben leben oder zumin­dest in der Mehr­heit sind, aber gleich­zei­tig wis­sen sie, dass es nicht so ist. Was aber auf jeden Fall wich­tig ist, ist, die Kon­trol­le über die ser­bi­schen Kul­tur- und Reli­gi­ons­denk­mä­ler zu behal­ten.

Wie wür­det ihr die Stim­mung im Land bezüg­lich des EU-Bei­tritts ein­schät­zen ? Mit­te der 2000er-Jah­re waren fast 90 Pro­zent mei­ner Freun­de in Ser­bi­en für die EU. Heu­te habe ich das Gefühl, vie­le sind müde gewor­den von die­sem Hin und Her.

Neman­ja : Es ist offen­sicht­lich, dass die Unter­stüt­zung für den EU-Bei­tritt abnimmt, und das seit Jah­ren. Dafür gibt es ver­schie­de­ne Grün­de. Aus der ser­bi­schen Per­spek­ti­ve gibt es immer weni­ger Inter­es­se, weil nach 18 Jah­ren die­ses Ziel immer wei­ter erscheint. Vie­le den­ken, dass Ser­bi­en ewig vor den Toren der EU ste­hen wird, wie die Tür­kei. Vie­le Unter­stüt­zer des Bei­tritts sind letzt­lich in die EU aus­ge­wan­dert. Dazu kommt die Tat­sa­che, dass die­je­ni­gen Poli­ti­ker, die für den EU-Bei­tritt waren, arro­gant und ver­ant­wor­tungs­los waren, was bei den Wah­len 2012 bestraft wur­de, was wie­der­um zusätz­lich die Idee der Euro­in­te­gra­ti­on schwächt.

Mil­jan : Man­che von uns sind von der EU ent­täuscht – es herrscht das Gefühl vor, dass Brüs­sel immer neue Auf­ga­ben für Bel­grad kre­iert, um uns ein­fach hin­zu­hal­ten. Dabei kom­men vie­le Fir­men aus der EU nach Ser­bi­en, bekom­men Sub­ven­tio­nen vom Staat und bezah­len Arbei­ter gar drei- bis vier­mal weni­ger, als sie es in den eige­nen Län­dern tun müss­ten. Wir wol­len nur glei­che Rech­te wie EU-Bür­ger, und uns wird immer kla­rer, dass es dazu nicht kom­men wird. Nie­mand will nur bil­li­ge Arbeits­kraft sein.

Der ser­bi­sche Prä­si­dent Alek­san­dar Vučić, ein ehe­ma­li­ger Ultra­na­tio­na­list, der nun als Pro­eu­ro­pä­er auf­tritt, möch­te der gro­ße Moder­ni­sie­rer Ser­bi­ens sein. Die Unter­stüt­zung in der Bevöl­ke­rung hat er. War­um ?

Neman­ja : Weil er alle gro­ßen Medi­en kon­trol­liert, weil die Oppo­si­ti­on schwach und zer­split­tert und stän­di­gen Angrif­fen der regie­rungs­treu­en Medi­en aus­ge­setzt ist. Die Wäh­ler sind es gewöhnt, immer für die amtie­ren­den Par­tei­en zu stim­men, weil für vie­le ihre Jobs vom Staat selbst abhän­gen. Die Unter­stüt­zung liegt aber in abso­lu­ten Zah­len bei 25 bis 30 Pro­zent. Die Regie­rung tut zudem alles, um unent­schlos­se­ne Wäh­ler von den Urnen fern­zu­hal­ten, hat aber eine eige­ne treue Wäh­ler­ar­mee.

Mil­jan : Ich bin ent­täuscht davon, dass vie­le Men­schen in mei­ner Umge­bung ihn unter­stüt­zen und stän­dig das Man­tra wie­der­ho­len : ‘Aber er tut wenigs­tens was, macht doch nichts, dass er nicht der Bes­te ist!’ Vučić redet nur dar­über, wie er etwas macht. Aber er hat das so per­fekt gemeis­tert, dass er die Men­schen ein­fach in sei­nen Bann zieht. Mir macht das ein wenig Angst. Wenn jemand, der all das gesagt und gemacht hat, was er in den Neun­zi­gern gesagt und gemacht hat, nach so kur­zer Zeit so viel Macht haben kann, da ist es doch kein Wun­der, dass wir Ser­bi­en “Dis­ney­land” nen­nen.

Ist sei­ne Popu­la­ri­tät Fol­ge des Han­delns pro­west­li­cher Par­tei­en wie der Demo­kra­ti­schen Par­tei ? Die Kor­rup­ti­on wur­de lei­der auch von ihnen nicht bekämpft. Ganz im Gegen­teil.

Neman­ja : Der Kampf gegen Kor­rup­ti­on ist ein Mythos, alle wer­den immer an der Front sein, aber nie­mand wird jemals den Kampf anfan­gen, weil Kor­rup­ti­on wahr­schein­lich die am schwie­rigs­ten heil­ba­re Krank­heit einer Gesell­schaft ist. Auch jetzt scheint es, als wür­de man lie­ber des Koso­vo ent­sa­gen, als die Macht auf­zu­ge­ben.

Mil­jan : Das Wir­ken die­ser Par­tei­en ist sicher einer der Grün­de. Aber ich wür­de auch Ein­flüs­se von außen nicht aus­schlie­ßen, die sich hin­ter den Kulis­sen abspie­len. Ich wer­de nie ver­ste­hen kön­nen, war­um Län­der wie Deutsch­land ihn und sei­ne Art der Regie­rungs­füh­rung unter­stüt­zen.

Ser­bi­en, aber auch der gan­ze West­bal­kan ist mit einer erneu­ten Aus­wan­de­rungs­wel­le kon­fron­tiert. Wer geht und war­um ?

Neman­ja : Men­schen sind müde von allem, von schlecht bezahl­ten Jobs, schlech­ter Stim­mung, vom Gefühl der Hoff­nungs­lo­sig­keit. In den Neun­zi­gern wan­der­ten Hoch­ge­bil­de­te in den Wes­ten aus, die aber dort dann schlecht bezahl­te kör­per­li­che Arbeit beka­men. Jetzt wan­dern alle aus – Fah­rer, Hand­wer­ker, medi­zi­ni­sches Per­so­nal. Die Mit­tel­schicht ver­lässt uns, die ohne­hin am meis­ten gefähr­det war.

Mil­jan : Die Leu­te haben ein­fach die Nase voll und wol­len für sich und ihre Kin­der eine bes­se­re Zukunft. Völ­lig legi­tim, was mich angeht.

Wür­det ihr Ser­bi­en ver­las­sen ?

Neman­ja : Es wäre schön, eine Zeit­lang in einem Land zu leben, wo der Job nicht von der Mit­glied­schaft in einer Par­tei abhängt, wo man mit der Hälf­te des Gehalts den gan­zen Urlaub bezah­len kann, wo Medi­en nicht stän­dig mit Krieg dro­hen usw. Ich hät­te das aber gern hier, wo mei­ne Freun­de und Fami­lie leben und wo ich mich am wohls­ten füh­le.

Mil­jan : Ich muss sagen, defi­ni­tiv jein. Ger­ne wür­de ich in einem “nor­ma­len” Land leben, aber ich bin jetzt schon in einem Alter, wo man sich ver­an­kert fühlt, man hat Rou­ti­ne, Freun­des­krei­se, die man nicht ein­fach auf­ge­ben will und kann.

Ist der Gra­ben zwi­schen den Natio­nen Ex-Jugo­sla­wi­ens auch mehr als 20 Jah­re nach den Bür­ger­krie­gen in Kroa­ti­en und Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na immer noch groß, oder spie­len die Poli­ti­ker immer wie­der die natio­na­lis­ti­sche Kar­te, weil sie kei­ne ande­re Poli­tik machen kön­nen und wol­len ?

Neman­ja : Unglaub­lich, aber die­ser Gra­ben ist in den letz­ten Mona­ten grö­ßer denn je – ange­fan­gen beim Erfolg Kroa­ti­ens bei der Fuß­ball-WM und der Sie­ges­fei­er mit einem ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Sän­ger bis zu den natio­na­lis­ti­schen Tönen, was die Lösung des Koso­vo-Pro­blems angeht. Die Situa­ti­on nach den Krie­gen der Neun­zi­ger wirkt viel gelas­se­ner, und das ist gera­de das, was depri­mie­rend ist. Man fragt sich : Wie und wo haben wir 20 Jah­re ver­lo­ren ? Wenn man aber sieht, wer auf allen Sei­ten regiert, dass das alles die glei­chen Poli­ti­ker aus den schon erwähn­ten Neun­zi­gern sind, stellt sich dann die Fra­ge, ob sie über­haupt in der Lage sind, eine ande­re Sto­ry zu erzäh­len.

Mil­jan : Ich fin­de es abso­lut erschre­ckend, dass es heu­te ange­spann­ter wirkt als vor zehn bis 15 Jah­ren. Und auch die Tat­sa­che, dass auf der Polit­büh­ne immer noch die glei­chen Poli­ti­ker sind, die teils für den Hor­ror des Krie­ges unse­rer Kind­heit ver­ant­wort­lich sind – da ist man natür­lich sprach­los.

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Tsunami-Katastrophe in Indonesien : Frau nach zwei Tagen aus eingestürztem Hotel gerettet


Einer der Ret­ter, Ret­no Budihar­to, sag­te dem Fern­seh­sen­der Kom­pas TV über die geret­te­te Frau : “Zum Glück lag sie unter einer Matrat­ze. Des­halb über­leb­te sie.” Ins­ge­samt kamen bei der Kata­stro­phe nach einer vor­läu­fi­gen Bilanz min­des­tens 832 Men­schen ums Leben. Befürch­tet wird, dass die Zahl der Todes­op­fer in den nächs­ten Tagen noch deut­lich stei­gen wird. (dpa)

Mehr zum The­ma — Ret­ter suchen wei­ter­hin nach Über­le­ben­den auf Sula­we­si — mehr als 800 Tote

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Kim Jong-un schenkt Südkoreas Staatschef zwei Hunde


Das süd­ko­rea­ni­sche Staats­ober­haupt gilt als Tier­lieb­ha­ber. Er besitzt unter ande­rem bereits einen Pungs­an sowie einen Hund, den er nach sei­nem Antritt im Mai des ver­gan­ge­nen Jah­res aus einem Tier­heim adop­tiert hat. Kim Jong-un soll bei sei­nem Gip­fel­tref­fen mit Moon Jae-in im Sep­tem­ber in Pjöng­jang vor­ge­schla­gen haben, die Hun­de als Geschenk zu schi­cken. Bei ihrem ers­ten Tref­fen im April hat­ten die bei­den Poli­ti­ker eine weg­wei­sen­de Erklä­rung über die Ver­bes­se­rung der inner­ko­rea­ni­schen Bezie­hun­gen und die Schaf­fung einer atom­waf­fen­frei­en korea­ni­schen Halb­in­sel ver­öf­fent­licht. (dpa)

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