Zwischen „Lost in Translation“ und „Stranger in Moscow“: Auf zur Fußball-WM !


Der Kol­le­ge Mat­thi­as Wit­te hat Bam­mel. Am Sams­tag geht sein Flie­ger nach Mos­kau. Er wird von der Welt­meis­ter­schaft berich­ten. Doch statt sich auf die Rei­se zu freu­en, denkt er an John­ny Con­trol­let­ti, Micha­el Jack­son und Bill Mur­ray.
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Großer und kleiner Raketenmann in Singapur : Was die Einigung zwischen Trump und Kim bringen könnte


von Wil­ly Wim­mer

Die Bil­der aus Sin­ga­pur sind atem­be­rau­bend. Ges­tern wuss­te nie­mand nach Son­nen­un­ter­gang, wie die Welt heu­te nach dem Tref­fen zwi­schen dem US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Donald Trump und dem Staats­ober­haupt von Nord­ko­rea, Kim Jong-un aus­se­hen wür­de. Die­se Unge­wiss­heit hat sich heu­te gelegt und viel­leicht ver­flüch­tigt. Man hat fast den berühm­ten Song von Frank Sina­tra im Ohr, dem zufol­ge man es auf der Welt über­all schafft, wenn man es in New York geschafft hät­te. Spricht für Trump und sei­nen Wage­mut, den er sich als Per­son nicht nur in New York zuge­legt hat­te.

Der noch vor Mona­ten als “klei­ner Rake­ten­mann” geschol­te­ne Kim Jong-un ist dage­gen am Ziel sei­ner nord­ko­rea­ni­schen Träu­me, die er in die­ser qua­si-sozia­lis­ti­schen Erb­mon­ar­chie fami­li­en­sei­tig von sei­nem Groß­va­ter und Vater mit auf den Weg bekom­men hat­te, gleich­sam gene­tisch ver­erbt. Es besteht kein Zwei­fel mehr an der über Jahr­zehn­te hin­weg ange­streb­ten “glei­chen Augen­hö­he” zwi­schen den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Nord­ko­rea. Das “Modell Kim” dürf­te auf der Welt Schu­le machen und einen neu­en Hand­lungs­spiel­raum nicht nur für den US-ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten Donald Trump schaf­fen. Er hat den Rücken­wind der Geschich­te für sich und das im Gegen­satz zu vie­len ande­ren Staats­füh­rern, die sich in den Span­nun­gen zwi­schen unter­schied­li­chen Staa­ten gleich­sam ein­ge­gra­ben haben und nicht ande­res fer­tig­brin­gen als die Span­nun­gen nur zu ver­tie­fen.

Singapur als möglicher Ausgangspunkt eines neuen Asiens 

Alles das, was in Sin­ga­pur hin­ge­legt wur­de, wird jetzt einer Glo­bal­über­prü­fung unter­zo­gen. Selbst die heu­te vor­ge­leg­te Gip­fel­er­klä­rung muss erst unter Beweis stel­len, dass sie mehr ist als eine flüch­ti­ge Moment­auf­nah­me. Ein Indiz dafür dürf­te sein, ob und in wel­chem Umfang in den nord­ko­rea­ni­schen Medi­en alles so über­tra­gen wird, wie wir es in die­ser Nacht und am heu­ti­gen euro­päi­schen Mor­gen auch bei den gro­ßen inter­na­tio­na­len Medi­en­häu­sern gese­hen haben. Was wird unter Umstän­den dabei aus­ge­las­sen und was wird gege­be­nen­falls hin­zu­ge­fügt ? Dar­an wird man sich eben­so fest­hal­ten kön­nen wie an den aus der Ver­gan­gen­heit bei bei­den Part­nern fest­zu­stel­len­den Absetz­be­we­gun­gen von den angeb­lich erreich­ten Ver­ein­ba­run­gen.

In der Luft lie­gen jedoch auch ande­re Umstän­de, die auf­hor­chen las­sen. Das gilt zunächst ein­mal für Sin­ga­pur selbst. Die­ser Nach­weis asia­ti­scher Effi­zi­enz fin­det sich mitt­ler­wei­le gleich­sam in zwei Wel­ten wie­der. Schon der ehe­ma­li­ge star­ke Mann Sin­ga­purs, Lee Kuan Yew, hat immer wie­der deut­lich gemacht, wie eng Sin­ga­pur dem chi­ne­si­schen Kos­mos ver­bun­den ist. Bei einer gemein­sa­men Rei­se mit Lee Kuan Yew und dem ehe­ma­li­gen deut­schen Bun­des­kanz­ler, Dr. Hel­mut Kohl, zu den “Glo­bal-Uni­ver­si­tä­ten” im Süden Chi­nas konn­te ich das mit­er­le­ben. Auf der ande­ren Sei­te befand sich der US-ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Trump in Sin­ga­pur gera­de­zu auf hei­mi­schem Boden. Die ame­ri­ka­ni­sche Pazi­fik­flot­te hat in Sin­ga­pur fast einen Hei­mat­ha­fen zur Ver­fü­gung und bei allen Riva­li­tä­ten im Süd­chi­ne­si­schen Meer mit Chi­na ist die­ser Umstand eben­so bemer­kens­wert wie der Ver­bleib ame­ri­ka­ni­scher Nukle­ar­waf­fen an Bord ame­ri­ka­ni­scher Kriegs­schif­fe, wenn die­se im Hafen von Hong­kong vor Anker gehen.

Japan nimmt Ergebnis eher zähneknirschend hin

Atmo­sphä­risch hat der Gip­fel in Sin­ga­pur die asia­ti­sche Welt ver­än­dert. Dazu reicht es, sich die letz­ten Mona­te vor Augen zu füh­ren. Trump droh­te mit der Ver­nich­tung eines gan­zen Vol­kes. Kim ließ sich nicht lum­pen, was eine nicht hin­nehm­ba­re Bedro­hung des ame­ri­ka­ni­schen Staats­ge­bie­tes anbe­traf. Eine Fort­set­zung des Korea-Krie­ges und ein dar­aus resul­tie­ren­der Welt­krieg schie­nen nicht aus­ge­schlos­sen zu sein. Das wird in jedem Jahr bis zum dafür nöti­gen vor­letz­ten Schuss bei süd­ko­rea­nisch-ame­ri­ka­ni­schen Groß­ma­nö­vern auch so ein­ge­übt. Jetzt aber steht eine Ein­la­dung von Kim Jong-un ins Wei­ße Haus nach Washing­ton an. Dra­ma­ti­scher kann eine Wand­lung nicht sein.

Dabei darf man fast davon aus­ge­hen, dass die Erzie­hung von Kim Jong-un in der Schweiz so nach­hal­ti­ge Spu­ren hin­ter­las­sen hat, dass in der Kom­bi­na­ti­on mit asia­ti­scher Höf­lich­keit kei­ne exzen­tri­schen Aus­schlä­ge zu erwar­ten sein dürf­ten.

Aber eines ist in Sin­ga­pur klar­ge­wor­den. Der süd­ko­rea­ni­sche Prä­si­dent Moon Jae-in hat in den letz­ten Mona­ten und damit unmit­tel­bar nach sei­ner Wahl eine atem­be­rau­ben­de Dyna­mik ent­wi­ckelt. Das kann man nur, wenn es nicht nötig ist, sich in eine bedeu­ten­de Mate­rie erst ein­ar­bei­ten zu müs­sen. Die macht­vol­le Anwe­sen­heit ame­ri­ka­ni­scher Trup­pen in Süd­ko­rea und die auf­ge­zwun­ge­ne Sta­tio­nie­rung ame­ri­ka­ni­scher Abfang­sys­te­me haben auch ihn nicht hin­dern kön­nen, welt­pol­ti­sche Umstän­de zu nut­zen. Im Zwei­fel galt für ihn “Korea zuerst”, im Zwei­fel auch ohne Abstim­mung mit Tokio.

Tokio scheint ohne­hin am Stra­ßen­rand zu ste­hen und mehr oder weni­ger unge­fragt den Ereig­nis­sen in Sin­ga­pur zuschau­en zu dür­fen. Selbst japa­ni­sche Beob­ach­ter der Sze­nen von Sin­ga­pur waren nicht in der Lage, ande­re Argu­men­te als sol­che zu fin­den, die Sand ins Getrie­be hät­ten streu­en kön­nen. So ganz anders als das für Chi­na und die Rus­si­sche Föde­ra­ti­on gesagt wer­den kann. Kim Jong-un war in Peking sicht­bar genug, Prä­si­dent Putin fährt dem­nächst nach Nord­ko­rea. Ein mög­li­cher Nukle­ar­krieg auf der Korea­ni­schen Halb­in­sel und die dar­aus resul­tie­ren­de poten­zi­el­le Betrof­fen­heit von Rus­sisch-Fern­ost haben die Kon­flikt­la­ge für alle Betei­lig­ten deut­lich gemacht. Recht­zei­tig zum Gip­fel Kim/Trump kam auch die War­nung von Putin/Xi, kei­ne völ­ker­rechts­wid­ri­gen Krie­ge der USA und ihrer Hin­ter­sas­sen als Ver­stoß gegen die Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen mehr hin­neh­men zu wol­len. Deut­li­cher konn­te man es nicht sagen.

Wird der Singapur-Gipfel eine jahrzehntelange US-Strategie wandeln ?

In tro­cke­nen Tüchern ist nach der Gip­fel­er­klä­rung, die Trump und Kim der Welt prä­sen­tie­ren konn­ten, zunächst nichts. Die Fall­stri­cke kom­men erst jetzt. Sie bemes­sen sich in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten danach, wie die Neben­re­gie­rung im Kon­gress ihre Mög­lich­kei­ten bewer­tet, das bis­he­ri­ge Kon­zept der “Ame­ri­ka­ni­sie­rung des Glo­bus” umset­zen und fort­füh­ren zu kön­nen. Ände­run­gen der Mili­tär­prä­senz in Süd­ko­rea ver­schär­fen die Nei­gung, sich zum “MacAr­thur” gegen­über dem eige­nen Prä­si­den­ten auf­zu­schwin­gen. Gera­de wegen des ame­ri­ka­ni­schen Ver­hal­tens in Asi­en hat der ehe­ma­li­ge ame­ri­ka­ni­sche Ober­be­fehls­ha­ber, Gene­ral Dou­glas MacAr­thur, sich auf der Pazi­fik­in­sel Guam in bemer­kens­wer­ter Wei­se sei­nem Prä­si­den­ten Tru­man gegen­über auf­ge­spielt, von der For­de­rung nach einem Ein­satz von Nukle­ar­waf­fen in Korea und gegen Chi­na ganz zu schwei­gen.

Das Modell “Gene­ral Pat­ton” ist in den USA hof­fä­hig gewor­den und wird von der auf­merk­sa­men Welt­ge­mein­schaft unter die Lupe genom­men wer­den. Kim Jong-un wird beden­ken, wo der Nie­der­gang Nord­ko­reas als ers­tem Opfer der welt­wei­ten Kli­ma­ver­än­de­rung über das Wet­ter­phä­no­men “El Niño” und eines nuklea­ren Ver­nich­tungs­schla­ges der USA hät­te enden kön­nen und sol­len. Bei Prä­si­dent Trump wird man sehen kön­nen, ob der Weg der Ver­ei­nig­ten Staa­ten, seit der Grün­dung des Deut­schen Rei­ches 1871 auf Krieg gegen ande­re Staa­ten zu set­zen, in Korea ein Ende fin­det. Dann wird auch die Fra­ge danach zu beant­wor­ten sein, ob der­je­ni­ge, der es in Sin­ga­pur geschafft hat, Ähn­li­ches auch mit Blick auf den Iran und Isra­el zustan­de brin­gen wird. Die­je­ni­gen, die noch nicht ein­mal die eige­nen Gren­zen schüt­zen kön­nen oder ein Flug­ha­fen bau­en kön­nen, ste­hen hin­ge­gen da, wo sie hin­ge­hö­ren : in der Schmoll-Ecke.

RT Deutsch bemüht sich um ein brei­tes Mei­nungs­spek­trum. Gast­bei­trä­ge und Mei­nungs­ar­ti­kel müs­sen nicht die Sicht­wei­se der Redak­ti­on wider­spie­geln.

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Tod palästinensischer Krankenschwester befeuert den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern


Die 21-Jäh­ri­ge Razan al-Najjar soll das 119. Todes­op­fer im Zuge der Gewalt zwi­schen Demons­tran­ten aus dem Gaza­strei­fen und israe­li­schen Sicher­heits­kräf­ten seit dem 30. März gewe­sen sein. Das israe­li­sche Mili­tär unter­sucht den Fall. Das paläs­ti­nen­si­sche Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um bezeich­ne­te Al-Najjar als Mär­ty­re­rin.

In ihrem letz­ten Face­book-Ein­trag schrieb sie :

Ich kom­me wie­der und zie­he mich nicht zurück. Trefft mich mit Kugeln. Ich habe kei­ne Angst.

Tau­sen­de Ein­woh­ner Gaza-Stadts kamen, um am Begräb­nis der jun­gen Paläs­ti­nen­se­rin teil­zu­neh­men. Wäh­rend der Pro­tes­te “Gre­at March of Return” war sie am 1. Juni frei­wil­lig als Ret­tungs­as­sis­ten­tin im Ein­satz, um Ver­wun­de­ten zu hel­fen. Die Demons­tran­ten for­dern, in die 1948 ver­lo­re­nen Gebie­te zurück­keh­ren zu kön­nen.

Nach Anga­ben der Israe­lis grif­fen Mili­tan­te die Trup­pen mit Schuss­waf­fen und Gra­na­ten an. Das israe­li­sche Mili­tär ver­wies dar­auf, dass die Hamas “lei­der immer wie­der — mit Metho­de — jun­ge Kin­der und Frau­en an der Front­li­nie gewalt­tä­ti­ger stö­ren­der Aktio­nen als mensch­li­che Schutz­schil­de plat­ziert, um ihre Zie­le zu rea­li­sie­ren.”

Als sie sich dem Grenz­zaun näher­te, um einem Ver­wun­de­ten zu hel­fen, tra­fen sie die Kugeln. Ein Augen­zeu­ge berich­tet gegen­über Reu­ters :

Sie hob ihre Hän­de deut­lich sicht­bar hoch, aber israe­li­sche Sol­da­ten feu­er­ten, und sie wur­de in die Brust getrof­fen.

Das Gesund­heits­mi­nis­te­ri­um von Gaza sag­te, dass sie in den Bauch getrof­fen wur­de. James Henn­an, Lei­ter des Büros des Hohen Kom­mis­sars der Ver­ein­ten Natio­nen für Men­schen­rech­te im besetz­ten paläs­ti­nen­si­schen Ter­ri­to­ri­um, kom­men­tier­te : 

Berich­te las­sen dar­auf schlie­ßen, dass Razan ver­wun­de­ten Demons­tran­ten half und ihre Erst­hil­fe-Ein­satz­klei­dung trug, wel­che sie deut­lich, auch aus der Fer­ne, als Gesund­heits­ar­bei­te­rin aus­wies.

Henn­an berich­te­te wei­ter, dass auf sie aus 100 Meter Ent­fer­nung geschos­sen wor­den sei. Dies ver­let­ze inter­na­tio­na­les Recht, wonach töd­li­che Gewalt nur als letz­te Mög­lich­keit bei unmit­tel­ba­rer Gefahr ange­wandt wer­den kann.“Es ist sehr schwer zu ver­ste­hen, wie Razan solch eine Bedro­hung für schwer bewaff­ne­te, gut geschütz­te israe­li­sche Streit­kräf­te in defen­si­ver Posi­ti­on an der ande­ren Sei­te des Zau­nes dar­stell­te.”

Am 1. Juni wur­den min­des­tens 100 Paläs­ti­nen­ser ver­letzt. Israe­li­sche Ver­wun­de­te gab es nicht. Die Anbau­ge­bie­te der Bau­ern wur­den durch mit Feu­er­bom­ben aus­ge­stat­te­te Dra­chen, die von Gaza aus star­te­ten, geschä­digt. Der Tod der jun­gen Frau heizt die Stim­mung wie­der an. Für den kom­men­den Frei­tag wer­den wie­der mehr Demons­tran­ten erwar­tet. Der 8. Juni mar­kiert zugleich den Jah­res­tag der israe­li­schen Besat­zung des Gaza­strei­fens, des West­jor­dan­lands und Ost-Jeru­sa­lems im Zuge des Sechs­ta­ge­krie­ges von 1967. 

RT Deutsch


Putin kommentiert Absage von Treffen zwischen Kim und Trump


Das mit Span­nung erwar­te­te Tref­fen zwi­schen US-Prä­si­dent Donald Trump und Nord­ko­reas Macht­ha­ber Kim Jong-un ist ins Was­ser gefal­len. Der rus­si­sche Prä­si­dent Wla­di­mir Putin kom­men­tier­te am Don­ners­tag bei einer Pres­se­kon­fe­renz in Strel­na bei St. Peters­burg, wie er die Nach­richt auf­ge­nom­men hat.
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Streit zwischen Israel und Türkei : Netanjahus Sohn teilt gegen Erdoğan auf Instagram aus


Von der israe­li­schen Regie­rung hieß es zu dem Pos­ting lapi­dar : “Yair Netan­ja­hu ist eine Pri­vat­per­son, es ist sein Insta­gram-Kon­to.” 

Am Mitt­woch wur­de der ein­zig noch ver­blie­be­ne diplo­ma­ti­sche Ver­tre­ter der Tür­kei in Isra­el ein­be­stellt. An ihn rich­te­te sich Kri­tik am nach israe­li­scher Ein­schät­zung bewusst schi­ka­nös voll­zo­ge­nen Sicher­heits­check, dem sich der israe­li­sche Bot­schaf­ter vor sei­ner Aus­wei­sung aus der Tür­kei unter­zie­hen muss­te. Der israe­li­sche Bot­schaf­ter in Anka­ra muss­te die Tür­kei auf unbe­stimm­te Zeit ver­las­sen. Damit pro­tes­tier­te Anka­ra gegen den Tod von 60 Paläs­ti­nen­sern beim Ver­such tau­sen­der Per­so­nen, auf Initia­ti­ve der in Gaza regie­ren­den Hamas die Gren­ze zu Isra­el zu stür­men. Der Mon­tag war der blu­tigs­te Tag der seit sechs Wochen andau­ern­den Pro­tes­te im Gaza­strei­fen. 

Das Pos­ting von Yair Netan­ja­hu auf Insta­gram : 

Es ist nicht das ers­te Mal, dass Yair Netan­ja­hu in die Schlag­zei­len gelangt. Im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber ver­är­ger­te er libe­ra­le Juden mit einem Car­toon. Das Bild, das Yair pos­te­te, füg­te einem klas­sisch anti­se­mi­ti­schen Motiv mit Ech­sen-ähn­li­chen Figu­ren und Juden, die von Geld fas­zi­niert sei­en, eine Abbil­dung des bekann­ten US-ame­ri­ka­ni­schen Mil­li­ar­därs und Phil­an­thro­pen Geor­ge Soros hin­zu :

Mehr zum The­ma — Netan­ja­hu juni­or ver­är­gert libe­ra­le Juden mit anti­se­mi­ti­schen Car­toon-Moti­ven

Der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tay­y­ip Erdoğan beschimpf­te Ben­ja­min Netan­ja­hu am Diens­tag als den “Pre­mier­mi­nis­ter eines Apart­heid-Staa­tes”. Die­ser habe “das Blut der Paläs­ti­nen­ser an sei­ner Hand” und kön­ne “Ver­bre­chen nicht durch Angrif­fe gegen die Tür­kei ver­tu­schen”.

Netan­ja­hu kon­ter­te :

Ein Mann, der Tau­sen­de tür­ki­scher Sol­da­ten ent­sen­det, um die Beset­zung des Nor­dens Zyperns bei­zu­be­hal­ten und der in Syri­en ein­fällt, wird uns bezüg­lich unse­rer Ver­tei­di­gung gegen die Hamas kei­ne Vor­schrif­ten machen. 

Zu ethi­schen Fra­gen kön­ne Erdoğan Isra­el jeden­falls nicht beleh­ren. 

RT Deutsch


Zwischen Zeilen gelesen : „Der Kampf um die Arktis steht uns bevor“ – Experten


Die Ark­tis könn­te zu einer wei­te­ren Kri­sen­re­gi­on auf der Erde wer­den. Davor warnt der US-Kon­gress in einem Bericht. Auch unab­hän­gi­ge Exper­ten mah­nen, dass die Span­nun­gen in der res­sour­cen­rei­chen Regi­on sich ver­schär­fen wer­den – auch wenn Mos­kau bereits heu­te zur fried­li­chen Regu­lie­rung künf­ti­ger Kon­flik­te auf­ruft.
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Konflikt zwischen Iran und Israel : Erste Runde vorbei — weitere Zusammenstöße erwartet


Es wer­de lan­ge dau­ern, bis sich der Iran von den Angrif­fen auf Stel­lun­gen der Al-Quds Bri­ga­den in Syri­en erho­len wer­de, hieß es von den IDF. Mit 60 Rake­ten grif­fen die Israe­lis in der Nacht von Mitt­woch auf Don­ners­tag an. Die­se soll­ten nach mut­maß­li­chen Angrif­fen der Ira­ner auf die Golan­hö­hen ein Ver­gel­tungs­schlag sein. Wäh­rend in Syri­en Opfer zu bekla­gen waren, ver­fehl­ten die Rake­ten auf Isra­el alle­samt ihr Ziel, und nie­mand kam zu Scha­den. Die Ver­ant­wor­tung für den Vor­fall auf den Golan­hö­hen über­nahm der Iran nicht.

Es waren die größ­ten Angrif­fe, die Isra­el seit dem Jom-Kip­pur-Krieg 1974 unter­nom­men hat. Das erklär­te Ziel der Regie­rung Netan­ja­hus ist es, den Iran davon abzu­hal­ten, in Syri­en Fuß zu fas­sen.

Gegen­über RT äußer­te der Mili­tär­ex­per­te Leo­nid Iwa­schow, Prä­si­dent der Aka­de­mie für geo­po­li­ti­sche Pro­ble­me und pen­sio­nier­ter Gene­ral­oberst des rus­si­schen Mili­tär­ge­heim­diens­tes GRU sei­ne Zwei­fel an den ira­ni­schen Angrif­fen : 

Jedes Mal, wenn man zu den Waf­fen greift, ver­sucht man, bestimm­te Zie­le zu tref­fen, und muss die mög­li­chen Fol­gen (des Angriffs) ana­ly­sie­ren. Es wäre ein­fach unge­heu­er albern, eine Rake­te auf die Golan­hö­hen abzu­feu­ern, da dies sicher­lich eine mili­tä­ri­sche Reak­ti­on aus­lö­sen wür­de. 

Der Iran habe kein Motiv für einen Angriff. Obgleich die erz­kon­ser­va­ti­ven ira­ni­schen Kle­ri­ker immer wie­der ver­lau­ten las­sen, dass sie Isra­el zer­stö­ren wol­len, beton­te der ira­ni­sche Außen­mi­nis­ter vor dem Aus­tritt der Ame­ri­ka­ner aus dem Nukle­arab­kom­men, dass der Iran kein Land angrei­fen wol­le. In Tehe­ran kam es zu Pro­tes­ten gegen Donald Trump. Auf Pla­ka­ten war zu lesen : “Trump, Sie reden Unfug”, ame­ri­ka­ni­sche Flag­gen wur­den ver­brannt. 

Den­noch ver­bes­sert die israe­li­sche Regie­rung den Schutz ihrer diplo­ma­ti­scher Ver­tre­tun­gen im Aus­land, und im Nor­den Isra­els bleibt das Mili­tär in höchs­ter Alarm­be­reit­schaft. Aus israe­li­schen Geheim­dienst­krei­sen sei zu ver­neh­men, so die Zei­tung Haa­retzdass es sich ledig­lich die um die ers­te Run­de einer Eska­la­ti­on gehan­delt habe. Wei­te­re wür­den fol­gen. 

RT Deutsch


Ein Toter bei Zusammenstößen zwischen Migranten in Patras


Die Zusam­men­stö­ße bra­chen am Frei­tag aus und dau­er­ten bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den des Sams­tags. Dabei sei es allen Anzei­chen nach um die Kon­trol­le von ver­las­se­nen Lager­hal­len rund um den Hafen gegan­gen, hieß es aus Poli­zei­krei­sen. Aus wel­chem Land das Opfer stamm­te, wur­de zunächst nicht bekannt.

Die Hafen­stadt Patras gilt seit Jah­ren als Dreh­schei­be der Migra­ti­on von Grie­chen­land nach Ita­li­en. Zahl­rei­che über­wie­gend aus Afgha­ni­stan und Paki­stan stam­men­de Migran­ten ver­su­chen immer wie­der, sich in Last­wa­gen und ande­ren grö­ße­ren Fahr­zeu­gen zu ver­ste­cken, um auf eine der Fäh­ren zu kom­men, die täg­lich zu den ita­lie­ni­schen Häfen Bari, Anco­na, Tri­est und Brin­di­si aus­lau­fen. (dpa)

Mehr zum The­ma - Grie­chen­land : Rechts­ex­tre­mis­ten grei­fen Flücht­lings-Pro­test­camp an

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Kollegah und Farid Bang : Zwischen Strafanzeige und Einladung in die KZ-Gedenkstätte Auschwitz


Die Echo-Preis­ver­lei­hung an Kol­le­gah und Farid Bang erhitzt wei­ter­hin die Gemü­ter : Am 2. Mai ist bei der Düs­sel­dor­fer Staats­an­walt­schaft offen­bar eine Anzei­ge gegen Felix Blu­me ali­as Kol­le­gah und Farid Hamed El Abdel­laoui ali­as Farid Bang wegen des Ver­dachts auf Volks­ver­het­zung (§130 STGB) ein­ge­gan­gen.

Wie das Online­ma­ga­zin Tele­po­lis berich­tet, wur­de die Anzei­ge von 51 Ein­zel­per­so­nen und zwei Initia­ti­ven unter­zeich­net. Die Düs­sel­dor­fer Staats­an­walt­schaft sei aus­ge­wählt wor­den, weil dort die von den Rap­pern betrie­be­nen Plat­ten­fir­men Alpha Music Empi­re und Ban­ger Musik ihren Sitz haben. In der Begrün­dung der Anzei­ge wur­de nicht nur auf die Song­tex­te ein­ge­gan­gen, in denen KZ-Insas­sen ver­höhnt wer­den. In der Begrün­dung der Anzei­ge, die Tele­po­lis vor­liegt, schrei­ben die Klä­ger :

Dis­ku­tiert wird seit­dem vor allem der Anti­se­mi­tis­mus, nicht nur in den Tex­ten, son­dern auch in Vide­os und Inter­views der bei­den Rap­per. In die­ser öffent­li­chen Debat­te wird völ­lig ver­nach­läs­sigt, dass die Tex­te nicht nur men­schen­ver­ach­tend im Hin­blick auf die Ver­höh­nung von Ausch­witz-Insas­sen sind, son­dern auch im Hin­blick auf die dar­in zum Aus­druck kom­men­de Homo­pho­bie, den dump­fen Ras­sis­mus und — das ist unser The­ma — den abgrund­tie­fen Frau­en­hass und die Gewalt­phan­ta­si­en.

Den Klä­ger geht es vor­dring­lich um die per­sön­li­che Haft­bar­ma­chung der Musi­ker. Sie schrei­ben :

Wir möch­ten, dass Felix Blu­me und Farid Hamed El Abdel­laoui per­sön­lich juris­tisch zur Rechen­schaft gezo­gen wer­den. Für die Ver­höh­nung von KZ-Inhaf­tier­ten, wegen ihrer vor Ras­sis­mus und Homo­pho­bie trie­fen­den Tex­te und vor allem wegen des abgrund­tie­fen Frau­en­has­ses und der Gewalt­phan­ta­si­en, die sie in die Köp­fe (männ­li­cher) Jugend­li­cher häm­mern.

Die bei­den Musi­ker haben sich bis jetzt noch nicht zu der Straf­an­zei­ge geäu­ßert. Am Mitt­woch hat­te das Inter­na­tio­na­le Ausch­witz-Komi­tee die umstrit­te­nen Rap­per zu einem Besuch in der KZ-Gedenk­stät­te Ausch­witz ein­ge­la­den. Nach Aus­sa­gen des Komi­tees soll es jedoch kei­ne “Show-Ver­an­stal­tung” wer­den.

Es soll eine Ehr­er­bie­tung gegen­über den Opfern und den Über­le­ben­den sein”, sag­te der geschäfts­füh­ren­de Vize­prä­si­dent des Komi­tees, Chris­toph Heub­ner, am Don­ners­tag der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. Die bei­den Rap­per, die wegen Anti­se­mi­tis­mus­vor­wür­fen in der Kri­tik ste­hen, hät­ten über ihr jewei­li­ges Manage­ment mit­ge­teilt, dass sie die Ein­la­dung des Komi­tees anneh­men. Über die Moda­li­tä­ten und den Ter­min müs­se noch gespro­chen wer­den.

Mehr lesen :  “Es wird zuneh­mend unan­ge­nehm für Juden in Ber­lin” — 2.000 Men­schen tra­gen aus Pro­test Kip­pa

Zuvor hat­te die Bild über den geplan­ten Besuch berich­tet. Heub­ner hat­te dabei den 3. Juni ins Gespräch gebracht. An die­sem Datum wer­den deut­sche und pol­ni­sche Jugend­li­che vor Ort sein, um den Mit­ar­bei­tern der Gedenk­stät­te auf dem Gelän­de zu hel­fen. “Der Besuch soll ein Fort­bil­dungs­kurs in Sachen Mensch­lich­keit sein”, sag­te Heub­ner. Die Anre­gung dazu war vom Musi­ker Mari­us Mül­ler-Wes­tern­ha­gen gekom­men.

Farid Bang und Kol­le­gah waren trotz Anti­se­mi­tis­mus­vor­wür­fen vor kur­zem mit dem Echo aus­ge­zeich­net wor­den. Beson­ders kri­ti­siert wur­de die Lied­zei­le “Mein Kör­per defi­nier­ter als von Ausch­witz-Insas­sen”. Etli­che Musi­ker gaben ihre eige­nen Echo-Prei­se aus Pro­test zurück, die Aus­zeich­nung selbst wur­de dar­auf­hin abge­schafft.

(rt deutsch/dpa)

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