Spitzentreffen zwischen Trump und Erdoğan : Präsidenten tauschen Komplimente aus


Trotz der Span­nun­gen zwi­schen Washing­ton und Anka­ra hat US-Prä­si­dent Donald Trump sei­nen tür­ki­schen Kol­le­gen Recep Tayy­ip Erdoğan bei des­sen Besuch im Wei­ßen Haus aus­drück­lich gelobt :

Ich bin ein gro­ßer Fan des Prä­si­den­ten”, sag­te Trump am Mitt­woch bei einer Pres­se­kon­fe­renz mit Erdoğan. “Wir haben eine groß­ar­ti­ge Bezie­hung.”

Das gel­te sowohl für ihr per­sön­li­ches Ver­hält­nis als auch für die Bezie­hun­gen bei­der Län­der. Erdoğan bezeich­ne­te Trump als “mei­nen geschätz­ten Freund”. Kon­kre­te Fort­schrit­te bei der lan­gen Lis­te der Streit­punk­te gab es aller­dings nicht.

Erdoğan muss­te sich bei der Pres­se­kon­fe­renz kei­ne wesent­li­che Kri­tik von Trump anhö­ren, obwohl der US-Prä­si­dent der Tür­kei noch vor gut einem Monat die wirt­schaft­li­che Ver­nich­tung ange­droht hat­te. Aus­lö­ser war der inter­na­tio­nal kri­ti­sier­te tür­ki­sche Ein­marsch im Nor­den Syri­ens am 9. Okto­ber, dem Trump selbst aller­dings durch den Abzug von US-Trup­pen aus dem Grenz­ge­biet den Weg berei­tet hat­te. Erdoğans Ziel ist es, die Kur­den­mi­liz YPG aus der Grenz­re­gi­on zu ver­trei­ben. Die YPG domi­nie­ren die Syri­schen Demo­kra­ti­schen Kräf­te (SDF), die wie­der­um enge Ver­bün­de­te der USA im Kampf gegen die Ter­ror­mi­liz IS waren. Im Zuge der gemein­sa­men Ope­ra­tio­nen gegen den IS betra­ten US-Streit­kräf­te das syri­sche Hoheits­ge­biet ohne Geneh­mi­gung der Regie­rung in Damas­kus – also völ­ker­rechts­wid­rig.

Trump sag­te, der von sei­nem Stell­ver­tre­ter Mike Pence aus­ge­han­del­te Waf­fen­still­stand zwi­schen der Tür­kei und der YPG hal­te. SDF-Kom­man­deur Mas­lum Abdi schrieb dage­gen auf Twit­ter, wäh­rend des Tref­fens Erdoğans und Trumps hät­ten tür­ki­sche Kräf­te den mehr­heit­lich christ­li­chen Ort Til Temir ange­grif­fen, zahl­rei­che Bewoh­ner sei­en geflo­hen. Es han­de­le sich um einen “kla­ren Ver­stoß gegen das Waf­fen­still­stands­ab­kom­men”. Erdoğan warf wie­der­um der YPG vor, tür­ki­sche Sol­da­ten anzu­grei­fen, um das Abkom­men zu tor­pe­die­ren.

Kei­nen Fort­schritt gab es in dem seit lan­gem schwe­len­den Streit um den Kauf des rus­si­schen S‑400-Rake­ten­ab­wehr­sys­tems durch die Tür­kei. Trump sprach von “sehr erns­ten Her­aus­for­de­run­gen”. Er äußer­te aber zugleich die Hoff­nung, “die Situa­ti­on zu lösen” – dar­um sol­len sich nun die Außen­mi­nis­ter und die Natio­na­len Sicher­heits­be­ra­ter bei­der Län­der küm­mern. Bis dahin bleibt die Tür­kei aus dem F‑35-Kampf­jet­pro­gramm aus­ge­schlos­sen. Auch US-Sank­tio­nen sind nicht vom Tisch. Trumps Bera­te­rin Kel­ly­an­ne Con­way wur­de am Don­ners­tag im Früh­stücks­fern­se­hen mit der Fra­ge kon­fron­tiert, ob die US-Regie­rung bei dem Tref­fen Fort­schrit­te erzielt habe. Die­se Fra­ge bejah­te sie zag­haft.

Das Reprä­sen­tan­ten­haus hat bereits har­te Straf­maß­nah­men gegen die Tür­kei beschlos­sen, die unter ande­rem den tür­ki­schen Ban­ken­sek­tor und Rüs­tungs­lie­fe­run­gen an den NATO-Part­ner betref­fen wür­den. Ein pikan­tes Detail aus der Reso­lu­ti­on : Aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist dort auch ein Bericht über die Ver­mö­gens­wer­te von Erdoğan. Der Senat muss der Reso­lu­ti­on noch zustim­men. Auch dort wächst schon seit lan­gem die Kri­tik an Erdoğan, auch unter Trumps Repu­bli­ka­nern. Zwar lud Trump am Mitt­woch fünf Sena­to­ren zu einem Tref­fen mit sei­nem tür­ki­schen Gast ein, dar­un­ter den Erdoğan-Kri­ti­ker Lind­sey Gra­ham. Einen ech­ten Stim­mungs­um­schwung im Senat dürf­te das aber kaum bewirkt haben.

Wir­kungs­los blieb Erdoğans erneu­te Kri­tik an der Reso­lu­ti­on des Reprä­sen­tan­ten­hau­ses, in der es heißt, die USA wür­den die Mas­sa­ker an den Arme­ni­ern im Osma­ni­schen Reich als Völ­ker­mord aner­ken­nen. Kei­nen Fort­schritt gab es auch bei einem ande­ren Dau­er-Streit­the­ma : der For­de­rung der Tür­kei nach einer Aus­lie­fe­rung des isla­mi­schen Pre­di­gers Fethul­lah Gülen, der in den USA lebt. Erdoğan nann­te Gülen am Mitt­woch einen Ter­ro­ris­ten­an­füh­rer und mach­te erneut den 78-Jäh­ri­gen für den Putsch­ver­such vom Juli 2016 in der Tür­kei ver­ant­wort­lich.

(dpa/rt deutsch)

RT Deutsch


Sanktionen zeigen Wirkung : Handel zwischen USA und China geht um 67 Milliarden US-Dollar zurück


Der Han­del zwi­schen den bei­den größ­ten Volks­wirt­schaf­ten der Welt, den Ver­ei­nig­ten Staa­ten und Chi­na, ist in den ers­ten neun Mona­ten die­ses Jah­res auf­grund des anhal­ten­den Han­dels­krie­ges stark zurück­ge­gan­gen.

Die US-Impor­te aus Chi­na san­ken um 53 Mil­li­ar­den auf rund 342 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Im Sep­tem­ber impor­tier­ten die USA etwas mehr als 40 Mil­li­ar­den US-Dol­lar an Waren, gegen­über fast 48 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zur glei­chen Zeit im Vor­jahr.

Auch die Expor­te nach Chi­na san­ken auf rund 78,7 Mil­li­ar­den US-Dol­lar gegen­über 93,3 Mil­li­ar­den US-Dol­lar im Vor­jahr. Gleich­zei­tig sank das US-Han­dels­de­fi­zit mit Chi­na von fast 302 Mil­li­ar­den US-Dol­lar in den ers­ten neun Mona­ten des Jah­res 2018 auf 262 Mil­li­ar­den US-Dol­lar.

Ein neu­er Bericht der Ver­ein­ten Natio­nen weist dar­auf hin, dass der anhal­ten­de Han­dels­krieg bei­den Volks­wirt­schaf­ten scha­det. Die Lei­te­rin der inter­na­tio­na­len Han­dels- und Roh­stoff­ab­tei­lung der UN-Kon­fe­renz für Han­del und Ent­wick­lung (UNCTAD) Pame­la Coke Hamil­ton erklär­te :

Ein ver­lo­re­ner Han­dels­krieg scha­det nicht nur den Haupt­kon­kur­ren­ten, son­dern gefähr­det auch die Sta­bi­li­tät der Welt­wirt­schaft und das zukünf­ti­ge Wachs­tum.

Der Han­dels­streit zwi­schen den bei­den Natio­nen dau­ert bereits mehr als ein Jahr und führ­te zu meh­re­ren Run­den gegen­sei­ti­ger Zöl­le und Beschrän­kun­gen. US-Prä­si­dent Donald Trump und sein chi­ne­si­scher Amts­kol­le­ge Xi Jin­ping wer­den sich in naher Zukunft tref­fen, um über eine mög­li­che ers­te Pha­se eines Han­dels­ab­kom­mens zu bera­ten, das den Han­dels­krieg been­den soll.

Mehr zum The­ma — Wegen Han­dels­krieg mit USA : Chi­na ver­dop­pelt Aus­ga­ben für Infra­struk­tur­pro­jek­te

RT Deutsch


Russischer Botschafter nennt Fundament für Verständigung zwischen Washington und Moskau


Der rus­si­sche Bot­schaf­ter in den USA Ana­to­li Anto­now hat sich zu aktu­el­len Bezie­hun­gen zwi­schen Russ­land und den USA geäu­ßert. Unter ande­rem offen­bar­te er, wor­auf das Fun­da­ment der Ver­stän­di­gung der bei­den Völ­ker basiert.
Sput­nik Deutsch­land – Aktu­el­le Top-News und Ana­ly­sen : Fotos, Vide­os, Info­gra­fi­ken


Gefangen zwischen den Welten – Ein afghanischer Flüchtling berichtet aus Istanbul


Vor eini­ger Zeit hat­ten wir über Hadi (Name von der Redak­ti­on geän­dert) berich­tet – einen afgha­ni­schen Flücht­ling, der aus Schwe­den zurück nach Kabul abge­scho­ben wur­de. Hadi war in Schwe­den in Abschie­be­haft gera­ten, nach­dem er meh­re­re ableh­nen­de Asyl­be­schei­de erhal­ten hat­te. Nun ist er wie­der in Istan­bul und berich­tet von den Pro­ble­men und Gefah­ren, mit denen er kon­fron­tiert wird

Gemein­sam mit 14 ande­ren afgha­ni­schen jun­gen Män­nern lebt er in einer Woh­nung in Istan­bul. Dar­un­ter sind Freun­de aus sei­ner Zeit in Schwe­den, die das glei­che Schick­sal wie er tei­len und denen die schwe­di­sche Ein­wan­de­rungs­be­hör­de eine Absa­ge erteilt hat­te. Sobald sie ihre Unter­kunft ver­las­sen, haben sie Angst, von der Poli­zei auf­ge­grif­fen und nach Afgha­ni­stan abge­scho­ben zu wer­den oder in die Hän­de von Kri­mi­nel­len zu fal­len. Was ihn antreibt, ist der letz­te Fun­ken Hoff­nung auf “ein nor­ma­les Leben”. Alles erscheint bes­ser als die Höl­le Afgha­ni­stan. 

Seit wann sind Sie in Istan­bul ? 

Ich bin vor sechs bis sie­ben Mona­ten nach Istan­bul gekom­men. Wir sind mit einer Grup­pe bestehend aus ver­schie­de­nen Natio­na­li­tä­ten ange­reist. 

War­um haben Sie in Kabul kei­ne Per­spek­ti­ve mehr gese­hen ? 

Die Situa­ti­on dort war nicht gut. In Kabul wohn­te ich drei Mona­te lang in einem Haus für Abge­scho­be­ne. Dar­un­ter waren eini­ge Men­schen, die ich bereits aus Schwe­den kann­te, und eini­ge, die ich erst ken­nen­lern­te und die eben­falls in Schwe­den waren. Schwe­di­sche Akti­vis­ten schick­ten Geld und mie­te­ten das Haus. In Kabul wand­te ich mich an die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on ERIN. Es pas­sier­ten vie­le schlim­me Din­ge in Kabul. Stän­dig gab es Explo­sio­nen. Es war für mich unmög­lich, mei­ne Fami­lie zu sehen, die in einem ande­ren Gebiet lebt. Mei­ne Mut­ter kam ein­mal nach Kabul, um mei­nen Pass vor­bei­zu­brin­gen. Dann ging ich in den Iran. Für den Iran hat­te ich nur ein 30-Tage-Visum. Daher bin ich wei­ter in die Tür­kei gereist. Dies war die ein­zi­ge Opti­on. 

Gefangen zwischen den Welten – Ein afghanischer Flüchtling berichtet aus Istanbul
Hadi und sei­ne Flücht­lings­grup­pe im Iran, vor der Über­que­rung der Gren­ze in die Tür­kei.
Gefangen zwischen den Welten – Ein afghanischer Flüchtling berichtet aus Istanbul
Hadi und sei­ne Flücht­lings­grup­pe im Iran, vor der Über­que­rung der Gren­ze in die Tür­kei.

Und wo woh­nen Sie jetzt in Istan­bul ? 

Eini­ge afgha­ni­sche Freun­de haben ein Haus gemie­tet, in dem wir unter­ge­kom­men sind. Wir zah­len 200 tür­ki­sche Lira pro Monat (cir­ca 31 Euro) und müs­sen zudem für Essen auf­kom­men. Es ist äußerst schwie­rig, eine schwie­ri­ge Situa­ti­on. In der Woh­nung sind fast 15 Leu­te unter­ge­kom­men – alles Män­ner –, und das auf zwei Zim­mer ver­teilt. Es ist kein Luxus­le­ben. In der Tür­kei sind die Men­schen sehr reli­gi­ös. Wenn sie sehen, dass Frau­en mit frem­den Män­nern zusam­men­le­ben, gehen sie zur Poli­zei. Die Poli­zei wür­de dann kom­men und uns ver­haf­ten. Dies­be­züg­lich sind die Zustän­de weit­aus schlim­mer als in Afgha­ni­stan. 

Wie muss man sich Ihren Tages­ab­lauf vor­stel­len ? 

Mei­ne Tage sind sehr depri­mie­rend. Ich wache auf und wünsch­te, es wäre schon wie­der Nacht. Den Groß­teil ver­brin­gen wir mit Schla­fen. Meist kön­nen wir nicht raus­ge­hen. Ich mei­ne, wir könn­ten schon, haben aber Angst vor der Poli­zei. Bei Kon­trol­len fragt sie nach dem Aus­weis, einer Auf­ent­halts­er­laub­nis. Hat man sie, ist man frei, wenn nicht, geht es in Abschie­be­haft. So ist es Freun­den von mir ergan­gen. In der Haft muss man min­des­tens sechs Mona­te lang aus­har­ren. Es sei denn, man ver­fügt über das nöti­ge Geld für ein Flug­ti­cket zurück nach Afgha­ni­stan ; in dem Fall muss man nicht dar­auf war­ten, bis die tür­ki­sche Regie­rung für die Flug­rei­se auf­kommt. Das Ticket kos­tet jedoch fast 400 Dol­lar. 

Freun­de von mir wur­den außer­dem auf offe­ner Stra­ße aus­ge­raubt. Ihre Mobil­te­le­fo­ne und ihr Geld wur­den gestoh­len. Man bedroh­te sie mit Mes­sern. 

Gefangen zwischen den Welten – Ein afghanischer Flüchtling berichtet aus Istanbul
Hadi berei­tet sich in sei­ner tür­ki­schen Unter­kunft eine Mahl­zeit zu

Haben Sie Kon­takt zu Ihren Freun­den in Abschie­be­haft ? 

Mei­ne Freun­de rufen von unbe­kann­ten Num­mern an. Sie sagen nur, dass es ihnen gut geht. Wir ste­hen aller­dings nicht wirk­lich in Kon­takt, da ich sie so nicht zurück­ru­fen kann.

Der Bür­ger­meis­ter Istan­buls, die tür­ki­sche Regie­rung, sie machen Stim­mung gegen Flücht­lin­ge. Bekom­men Sie das zu spü­ren ? 

Es gibt cir­ca 35.000 ille­ga­le Flücht­lin­ge ohne Auf­ent­halts­ti­tel in Istan­bul. Und es wer­den jeden Tag mehr. Ich kann mir die Grün­de dafür nicht erklä­ren. Es kom­men so vie­le Men­schen aus Paki­stan, wor­über ich mich wun­de­re. Eben­so aus Ban­gla­desch.

Haben Sie Kon­takt zu tür­ki­schen Bür­gern ? 

Nie­mals ! Die spre­chen nicht mit uns. Wir kön­nen kein Tür­kisch. Das Ein­kau­fen gestal­tet sich sehr schwie­rig. Ich spre­che meist Eng­lisch, aber sie wis­sen nicht, wie sie mit uns kom­mu­ni­zie­ren sol­len. Dies ist kein euro­päi­sches Land. Zwi­schen uns und den Bür­gern besteht kein Kon­takt. Sie wol­len auch kei­ne Bezie­hun­gen zu den Flücht­lin­gen. Die Poli­zei ver­haf­tet vie­le Flücht­lin­ge und schiebt sie ab. 

Ange­sichts der Situa­ti­on für Flücht­lin­ge auf dem Bal­kan, in Grie­chen­land – ist das die Rou­te, die Sie und Ihre Freun­de neh­men wol­len ? Schreckt Sie das nicht ab ? 

Die Situa­ti­on in Afgha­ni­stan war für mich schlim­mer. Jeder Schritt, den ich nun gehe, ist auch nicht opti­mal, gleich­zei­tig habe ich aber einen Fun­ken Hoff­nung. Ich wer­de mein Ziel errei­chen. Wenn ich es schaf­fe, einen Ort zu fin­den, an dem ich mich nie­der­las­sen kann, ist ein nor­ma­les Leben viel­leicht mög­lich. Ich sage mir selbst, dass ich ein Ziel vor Augen habe, das ich ver­fol­ge. Es gibt so vie­le Flücht­lin­ge in Grie­chen­land. Doch mit jedem Schritt kom­me ich mei­nem Ziel ein Stück näher. 

Aber der Weg nach Schwe­den ist Ihnen ver­sperrt. Von dort wur­den Sie abge­scho­ben. 

Das ist rich­tig. Ja, das ist ein Pro­blem. Aber wenn mich Grie­chen­land abschiebt, dann nur in die Tür­kei, nicht nach Afgha­ni­stan. Und das geschieht nicht oft. Ich will nie wie­der nach Afgha­ni­stan zurück. Ich will ein­fach nur nach Grie­chen­land. Nach Schwe­den gehe ich nicht wie­der. Wenn ich es über die Gren­ze schaf­fe, dann in irgend­ein ande­res euro­päi­sches Land, aber nicht Schwe­den. Ich brau­che kein per­fek­tes Leben, nur ein nor­ma­les. Das ist alles. 

Wie sieht denn ein nor­ma­les Leben aus ? 

Ein Leben ohne Angst füh­ren zu kön­nen. Ich will defi­ni­tiv nicht zurück in die Höl­le Afgha­ni­stan. Mei­ne Fami­lie führt dort ein so schlech­tes Leben. Sie lebt in einem Kon­flikt­ge­biet, einer Kampf­zo­ne. 

Wie kom­men Sie denn nach Grie­chen­land ? 

Wir zah­len den Schmugg­lern viel Geld und über­que­ren die See. Wir rei­sen nachts, damit wir die Lich­ter auf der grie­chi­schen Sei­te sehen. Das kos­tet pro Per­son zwi­schen 700 und 1.500 Dol­lar. Es gibt ver­schie­de­ne Arten von Boo­ten. Momen­tan habe ich nicht genug Geld, denn ich hat­te einem Schmugg­ler bereits 750 Dol­lar gezahlt. Er hat ver­sucht, uns zu betrü­gen. Jeden Tag sag­te er : “Mor­gen, mor­gen wer­det ihr rei­sen.” Aber nichts pas­sier­te. Als ich sag­te, ich wol­le nicht mehr mit ihm fah­ren, und mein Geld zurück­ver­lang­te, gab er mir nur 250 Dol­lar.

Haben Sie von dem Brand in dem grie­chi­schen Flücht­lings­la­ger Moria gehört ? 

Ja, das habe ich auf Face­book gese­hen. Mei­ne Freun­de sind da. Die hat­ten fast 20-mal ver­sucht, nach Grie­chen­land zu kom­men. Immer wie­der griff sie die Poli­zei auf. Vor ein paar Wochen dann haben sie es geschafft. Sie erzähl­ten mir, dass die Situa­ti­on nicht gut sei, aber sie sei­en glück­lich. Es gibt jetzt so vie­le Flücht­lin­ge auf den grie­chi­schen Inseln. 

Glau­ben Sie nicht, dass es zu vie­le sind ?

Es gibt für alles eine Lösung. Ich weiß nicht, wie ich das erklä­ren soll. Euro­pa wird nicht alle auf­neh­men. Die meis­ten wer­den zurück­ge­schickt. Da bin ich mir sicher.

Woher bekom­men Sie das Geld zum Über­le­ben ? 

Von Freun­den aus Schwe­den. Andern­falls wür­de ich ster­ben.

Auch Geld für die Schmugg­ler ? 

Nein, nur für das All­täg­li­che. Mie­te und Essen. Sie haben auch ver­sucht, eine Stel­le für uns in Schwe­den zu fin­den, damit wir eine Arbeits­er­laub­nis erhal­ten. Aber da sehe ich kaum Chan­cen. Uns fehlt die Arbeits­er­fah­rung für jeg­li­che Beru­fe. In einem sol­chen Fall gestal­tet es sich schwer, Arbeit zu fin­den. 

Ich wün­sche Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft. 

Dan­ke für die guten Wün­sche. 

Das Inter­view führ­te RT Deutsch-Redak­teu­rin Olga Banach. 

RT Deutsch


Israelische Botschaften weltweit geschlossen — Streit zwischen Finanzministerium und Diplomaten


Auf Twit­ter mel­de­ten die diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen Isra­els als Grund für ihren Ent­schluss, am heu­ti­gen Mitt­woch die Arbeit nie­der­zu­le­gen, einen Dis­put zwi­schen dem Finanz­mi­nis­te­ri­um und den Diplo­ma­ten und Mili­tär­at­ta­chés. Die­ser Streit schwel­te schon eine Wei­le. Die Diplo­ma­ten kla­gen ihrer­seits über zu gerin­ge Gehäl­ter. Und nun sol­len sie zudem noch Rück­zah­lun­gen leis­ten. Die­ser Streik wur­de zuvor in Isra­el mit dem Außen­mi­nis­te­ri­um, dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um und dem Hist­ad­rut Arbei­ter­bünd­nis koor­di­niert.

Das israe­li­sche Finanz­mi­nis­te­ri­um dage­gen will die Rück­zah­lung von Tau­sen­den von Dol­lar sei­tens der Diplo­ma­ten erwir­ken, womit die­se diver­se Aus­la­gen bezahlt hat­ten. Der Vor­wurf der Diplo­ma­ten und Mili­tär­at­ta­chés lau­tet, damit habe das Finanz­mi­nis­te­ri­um nun­mehr eine Über­ein­kunft vom 21. Juli gebro­chen.

In Atlan­ta hieß es zur Schlie­ßung :

Nach dem seit meh­re­ren Jahr­zehn­ten gel­ten­den Pro­to­koll sind wir gezwun­gen, die diplo­ma­ti­sche Mis­si­on vor­über­ge­hend zu schlie­ßen, bis der Arbeits­kampf bei­gelegt ist. Wäh­rend die­ser Zeit wer­den kei­ne kon­su­la­ri­schen Diens­te ange­bo­ten.

Um 1 Uhr mor­gens nach israe­li­scher Zeit trat der Streik in Kraft. Wäh­rend des Streiks ist kein Kon­su­lar­ser­vice mög­lich. Nie­mand erhält Zutritt zu den diplo­ma­ti­schen Ver­tre­tun­gen. Israe­lis, die ihren Pass ver­lo­ren haben oder drin­gen­de medi­zi­ni­sche Hil­fe im Aus­land benö­ti­gen, kön­nen in die­ser Zeit nicht mit einer Unter­stüt­zung rech­nen. Bereits im Jahr 2014 hat­te es eine ähn­lich Nie­der­le­gung der Arbeit aller israe­li­schen Kon­su­lar­diens­te im Aus­land gege­ben.

RT Deutsch


Geheimpakt zwischen Putin und Trump – Prankster Wowan und Lexus warnen Gouverneur von Alaska


Die rus­si­schen Kult-Pranks­ter Wowan und Lexus gaben sich in einem Tele­fo­nat mit dem Gou­ver­neur des US-Bun­des­staa­tes Alas­ka Mike Dun­lea­vy als dama­li­ger Pre­mier­mi­nis­ter der Ukrai­ne Wla­di­mir Grois­man und Bot­schaf­ter der Ukrai­ne in den USA Wale­ri Tscha­ly aus. Der Streich wur­de bereits im Früh­jahr gespielt, aber erst jetzt ver­öf­fent­licht.

Die Pranks­ter war­nen den Gou­ver­neur vor einer angeb­lich dro­hen­den rus­si­schen Macht­über­nah­me in sei­nem Bun­des­staat und Bestechung der Bevöl­ke­rung : Russ­lands Prä­si­dent Wla­di­mir Putin und US-Prä­si­dent Donald Trump sol­len an einem streng gehei­men Abkom­men arbei­ten – dem soge­nann­ten “Rast­or­gu­jew-Pakt” –, dem gemäß das ursprüng­lich von Russ­land für 99 Jah­re an die USA ver­pach­te­te Alas­ka wie­der an Russ­land über­ge­ben wer­den soll. Da zwi­schen Russ­land und Alas­ka eine Ver­bin­dung in Form einer Vor­lie­be für “Sau­na, Schnaps, Zieh­har­mo­ni­ka und Lachs” besteht, ent­behrt der “Pakt” immer­hin nicht einer gewis­sen Logik.

Der Gou­ver­neur ver­sprach den bei­den Spitz­bu­ben außer­dem einen beson­de­ren Alas­ka-Besuch für ihren “Chef” – den dama­li­gen ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten Petro Poro­schen­ko. Bis­her blei­ben aller­dings fol­gen­de Fra­gen unbe­ant­wor­tet : Darf Poro­schen­ko nun immer noch nach Alas­ka rei­sen, oder geht das Ange­bot an sei­nen Amts­nach­fol­ger Wla­di­mir Selens­kij über – und wer­den dabei Schlit­ten­hun­de ein­ge­setzt ? Wird sich Xeni­ja Sobt­schak auf der US-Sank­ti­ons­lis­te wie­der­fin­den – neben Niko­lai Rast­or­gu­jew ? Und wer darf den Gold­nug­get aus den Klon­di­ke-Fel­dern behal­ten ?

RT zeigt den Tele­fon­streich in deut­scher Spra­che.

Autor : Wowan & Lexus

Mehr zum The­ma – Von ent­lar­ven­den Lügen : Die Tele­fon­pranks­ter Wowan und Lexus im Gespräch (Video)

RT Deutsch


Versöhnung zwischen Deutschen und Russen – Hommage an den Schriftsteller Daniil Granin in Berlin


von Wla­dis­law San­kin 

40 Minu­ten dau­er­te die Rede des damals 95-jäh­ri­gen Schrift­stel­lers am 27. Janu­ar 2014 vor den Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Der Saal war still, vie­le der Anwe­sen­den kämpf­ten mit den Trä­nen, am Ende zoll­ten die Zuhö­rer dem Red­ner ste­hen­den Applaus. Daniil Gra­nin erzähl­te vom Schre­cken der Lenin­gra­der Blo­cka­de, deren Ende am 27. Janu­ar 1944 sich an die­sem Tag zum 70. Mal jähr­te.

Als Ehrer­wei­sung vor einer Mil­li­on Ver­stor­be­nen in Lenin­grad hielt der grei­se Schrift­stel­ler und gebür­ti­ger Lenin­gra­der sei­ne Rede im Ste­hen. Sie ging als Mei­len­stein in die Geschich­te des deut­schen Par­la­ments ein. Auch in der deut­schen und rus­si­schen Öffent­lich­keit fand sie star­ken Wider­hall. Neben dem dama­li­gen Bun­des­prä­si­den­ten Joa­chim Gauck und Regie­rungs­ver­tre­tern war auch der deut­sche Alt­kanz­ler Hel­mut Schmidt bei der Ver­an­stal­tung anwe­send. Er war nur neun Tagen älter als Gra­nin.

Genau wie Gra­nin kämpf­te er bei Lenin­grad – auf der Sei­te der Angrei­fer, genau wie Gra­nin war Schmidt Pan­zer­of­fi­zier. Nach dem Auf­tritt lern­ten sich die bei­den ken­nen. Ein Jahr spä­ter, als im April Gra­nins letz­tes auto­bio­gra­phi­sches Buch “Mein Leut­nant” auf Deutsch erschien, schrieb Schmidt das Vor­wort. Der in Deutsch­land als Staats­mann und mora­li­sche Auto­ri­tät gefei­er­te Schmidt stell­te fest :

Gra­nin und ich, wir sind bei­de heu­te 96 Jah­re alt und haben die schlim­men Erfah­run­gen des Zwei­ten Welt­krie­ges hin­ter uns. (…) Heu­te tref­fen wir uns als Freun­de, nicht als Fein­de. Das ist ein wun­der­ba­res Geschenk der Geschich­te.

Gra­nin trat in sei­nem Leben sehr oft vor der deut­schen Öffent­lich­keit auf. Der ers­te Auf­tritt war im Jahr 1956, als er in der dama­li­gen DDR sei­ne ers­ten Begeg­nun­gen mit den Deut­schen erlebt hat. Der damals jun­ge Schrift­stel­ler kam nach Deutsch­land, um den Men­schen, die im Krieg auf ihn schos­sen und deren Schüs­se ihn ver­fehl­ten, in die Augen zu schau­en.

Begeg­nun­gen mit Gra­nin, die Bedeu­tung sei­nes Erbes für Deut­sche und Rus­sen und des­sen Zukunft waren am 15. Okto­ber The­ma der ganz­tä­gi­gen Kon­fe­renz “Gra­nin und Deutsch­land : Ein schwie­ri­ger Weg der Ver­söh­nung”. Sie fand zwei Jah­re nach sei­nem Tod und anläss­lich sei­nes 100. Geburts­jah­res in jenem Raum des Deutsch-Rus­si­schen Muse­ums in Ber­lin-Karl­horst statt, in dem am 8. Mai 1945 die Kapi­tu­la­ti­ons­er­klä­rung unter­zeich­net wur­de. Es kamen zahl­rei­che deut­sche und rus­si­sche His­to­ri­ker, Schrift­stel­ler und Über­set­zer zusam­men.

War­um ist aus­ge­rech­net die­ser Schrift­stel­ler für die deutsch-rus­si­schen Bezie­hun­gen so bedeu­tend ? Gra­nin hat­te die Gabe, von den schreck­lichs­ten nazis­ti­schen Ver­bre­chen direkt und schnör­kel­los zu erzäh­len und die Gefüh­le der Opfer und Hin­ter­blie­be­nen ehr­lich anzu­spre­chen. Er ver­mied es dabei aber, Vor­wür­fe zu erhe­ben, und konn­te damit die ehe­ma­li­gen Fein­de auf sei­ne Sei­te zie­hen.

Eines der ein­drucks­volls­ten Bei­spie­le dafür erzähl­te die Lite­ra­tur­for­sche­rin Fran­zis­ka Thun-Hohen­stein, die den Schrift­stel­ler per­sön­lich gut kann­te. So soll­te er auf einer Gedenk­ver­an­stal­tung zum 40. Jah­res­tag des Kriegs­en­des am 8. Mai 1985 in Nürn­berg über das Bom­bar­de­ment Kölns durch die Alli­ier­ten spre­chen. Die Rede fand in Rah­men der “Nürn­ber­ger Frie­dens­ge­sprä­che” der SPD mit Reprä­sen­tan­ten beson­ders zer­stör­ter Städ­te in Ost und West statt, und es waren Tau­sen­de Men­schen anwe­send.

Es war schwer, Gra­nin von der Teil­nah­me zu über­zeu­gen, denn er muss­te nicht von der sys­te­ma­ti­schen Bom­bar­die­rung Lenin­grads erzäh­len, son­dern vom Lei­den der Bevöl­ke­rung in Köln. Am Ende der Rede erzähl­te er auch von sei­ner Wahr­neh­mung als Leut­nant, der bei Lenin­grad in Schüt­zen­grä­ben saß und die Jun­kers Rich­tung Lenin­grad vor­bei­flie­gen sah. Die deut­schen Bom­ber lie­ßen jedes Mal Rauch­wol­ken über sei­ner Stadt auf­stei­gen – und zwar tag­täg­lich, mona­te­lang.

Als ich nach Ende des Kriegs von den Bom­bar­de­ments deut­scher Städ­te erfuhr, emp­fand ich gro­ße Freu­de”, sag­te Gra­nin. Nach anfäng­li­chem Zögern folg­te die­sen Wor­ten dann Applaus, erzähl­te er spä­ter in einer rus­si­schen Zei­tung.

In Deutsch­land ist Gra­nin vor allem als Co-Autor des “Blo­cka­den­bu­ches” bekannt – einer auf Tage­bü­chern und Inter­views mit Zeit­zeu­gen basie­ren­den ergrei­fen­den Erzäh­lung über das Leid und den Über­le­bens­kampf der ein­ge­schlos­se­nen Ein­woh­ner Lenin­grads.

Das Buch erschien im Jahr 1977 in der UdSSR zum ers­ten Mal – nicht ohne Wider­stand der Behör­den, die das Blo­cka­de­bild des Buches für dama­li­ge Ver­hält­nis­se zu ver­stö­rend fan­den. Die ers­te deut­sche DDR-Aus­ga­be ist aus dem Jahr 1981. Die neue, unzen­sier­te Fas­sung brach­te Ende 2018 der Auf­bau-Ver­lag her­aus. In der Deut­schen Aka­de­mie der Küns­te, deren Mit­glied Gra­nin war, wur­de die­ses Ereig­nis mit der Lesung des Buches durch sechs deut­sche Aka­de­mie­mit­glie­der am Pari­ser Platz gefei­ert. 

Jörg Feß­mann von der Aka­de­mie der Küns­te sag­te auf der Kon­fe­renz, es sei “schwer begreif­lich”, dass ein der­ar­ti­ges Ver­bre­chen bibli­schen Aus­ma­ßes wie die Hun­ger­blo­cka­de Lenin­grads, die zwei­ein­halb Jah­re andau­er­te, im Kriegs­ge­den­ken hier­zu­lan­de eine Neben­rol­le spielt. Im Gespräch mit RT sag­te er, dass der unmit­tel­ba­re Bezug zum Krieg in der Gesell­schaft mit dem Genera­ti­ons­wech­sel ver­lo­ren geht. Dies lie­ge aber in der Natur der Sache.

Aber in sei­ner Lite­ra­tur­sek­ti­on kön­ne er reges Inter­es­se an der Kriegs­the­ma­tik auch bei der jün­ge­ren Genera­ti­on fest­stel­len. Es sei wich­tig, dafür einen “Hal­len­raum” in der Gesell­schaft zu schaf­fen, der bei­spiels­wei­se durch Dia­log zwi­schen den Län­dern funk­tio­nie­ren kön­ne.

Die Kon­fe­renz zeig­te : Die The­ma­ti­sie­rung des Krie­ges und des Lei­dens im Krieg ist auch in Russ­land kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit. Schul­pro­jek­te spe­zi­ell zum “Blo­cka­den­buch” fin­den aber statt, und es sei ange­dacht, sol­che auch in Deutsch­land zu orga­ni­sie­ren.

Man stellt sich die Fra­ge : Hät­te die­ses Geden­ken so auch ohne Gra­nin funk­tio­nie­ren kön­nen ? Sei­ne Per­sön­lich­keit kann man als Glücks­fall betrach­ten – nicht nur, weil er als einer der Weni­gen von der frei­wil­li­gen Volks­wehr der ers­ten Stun­de den Krieg unver­sehrt über­lebt hat. Gra­nin gilt in Deutsch­land als unab­hän­gi­ger Geist, der der Macht in jeder Peri­ode sei­nes Lebens kri­tisch gegen­über­ste­hen konn­te.

Er ver­glich Deutsch­land und Russ­land ger­ne als Län­der, in denen die schlimms­ten tota­li­tä­ren Régime sich eta­blie­ren konn­ten. “Ich schaue auf Deutsch­land wie in einen Spie­gel”, schrieb er ein­mal. Eine sol­che Sicht­wei­se, kri­tisch gegen­über dem Kom­mu­nis­mus, aber auch distan­ziert genug gegen­über der heu­ti­gen rus­si­schen Regie­rung, mach­te Gra­nin nach der Wen­de auch im ver­ei­nig­ten Deutsch­land zur ideo­lo­gisch ver­tret­ba­ren Kom­pro­miss­fi­gur. “Die Figur Gra­nin ist über alle Zwei­fel erha­ben. (…) Allen war offen­sicht­lich, dass man kei­ne bes­se­re Figur fin­den könn­te”, erklär­te der Pres­se­dienst des Bun­des­ta­ges die Wahl Gra­nins als Red­ner für die Rede am 27. Janu­ar 2014.

In Russ­land ist sei­ne Per­son jedoch nicht unum­strit­ten. Er dämo­ni­sie­re die Sowjet­uni­on und stel­le Kom­mu­nis­mus mit Nazis­mus gleich, so der Vor­wurf. Aber sein Ein­satz für die Sache der Auf­klä­rung über Ver­bre­chen des Nazis­mus und die Rol­le der Roten Armee bei der Befrei­ung Euro­pas vom Faschis­mus war unent­behr­lich. Dies ver­deut­licht eine sei­ner Aus­sa­gen in einem Inter­view :

Man klau­te uns den Sieg. (…) Und jetzt ist das im Wes­ten alles damit durch­zo­gen, dass die Ame­ri­ka­ner den Krieg gewon­nen haben, bis auf die Schul­bü­cher. Aber das ist unge­recht und unan­stän­dig. Uns ver­dankt die Mensch­heit die­sen Sieg, die Zer­schla­gung des Faschis­mus. Natür­lich wird die Geschich­te es wie­der­gut­ma­chen, aber viel spä­ter. Aber meh­re­re Genera­tio­nen leben bereits mit die­ser Geschich­te und wer­den noch damit leben.

RT Deutsch


Live : Schwere Krawalle in Barcelona zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften


Mehr als eine hal­be Mil­li­on Men­schen ver­sam­mel­ten sich am Frei­tag­abend nach Schät­zung der Stadt­po­li­zei im Zen­trum der Regio­nal­haupt­stadt Bar­ce­lo­na, um gegen Haft­stra­fen für neun soge­nann­te Sepa­ra­tis­ten­füh­rer zu pro­tes­tie­ren. Es wird befürch­tet, dass die Situa­ti­on im Ver­lauf des Abends wei­ter eska­lie­ren könn­te.

RT Deutsch


Nordsyrien : Russische Truppen patrouillieren zwischen türkischem und syrischem Militär


Mit der tür­ki­schen Mili­tär­of­fen­si­ve in Syri­en will Anka­ra kur­di­sche Ein­hei­ten mit Ver­bin­dun­gen zu kur­di­schen Mili­tan­ten in der Tür­kei von der Gren­ze zurück­drän­gen und eine Schutz­zo­ne in Syri­en errich­ten.

In die­ser könn­ten dann auch die­je­ni­gen syri­schen Flücht­lin­ge ange­sie­delt wer­den, die sich bis­lang in der Tür­kei auf­ge­hal­ten haben. Kri­ti­ker wer­fen dem tür­ki­schen Prä­si­den­ten Recep Tayy­ip Erdoğan eth­ni­sche Säu­be­rung vor.

Nach UN-Anga­ben sind bereits 160.000 Men­schen in dem umkämpf­ten Gebiet auf der Flucht, dar­un­ter 70.000 Kin­der. Laut kur­di­schen Behör­den liegt die Zahl der Ver­trie­be­nen sogar bei 275.000. Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen haben ihre inter­na­tio­na­le Beleg­schaft aus Flücht­lings­la­gern im Nord­os­ten abge­zo­gen. 

Am Diens­tag gab Russ­land bekannt, dass sei­ne Trup­pen zwi­schen dem tür­ki­schen und dem syri­schen Mili­tär nahe der nord­sy­ri­schen Stadt Man­bidsch patrouil­lie­ren. Aus der Erklä­rung des rus­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums geht her­vor : 

Die Mili­tär­po­li­zei patrouil­liert wei­ter die nord­west­li­chen Gren­zen des Bezirks Man­bidsch ent­lang der Berüh­rungs­li­nie der Streit­kräf­te Syri­ens und der Tür­kei.

In den sozia­len Medi­en zir­ku­lie­ren bereits Video­auf­nah­men vom rus­si­schen Mili­tär in der Regi­on :

Die Kur­den hat­ten nach Abzug des US-Mili­tärs eine Über­ein­kunft mit den syri­schen Streit­kräf­ten getrof­fen, damit die­se an der Gren­ze zur Tür­kei für Sicher­heit sor­gen. 

Die USA ver­häng­ten Sank­tio­nen gegen die tür­ki­schen Ver­tei­di­gungs- und Ener­gie­mi­nis­te­ri­en sowie gegen drei hohe Regie­rungs­be­am­te. US-Prä­si­dent Donald Trump droht damit, wei­te­re Sank­tio­nen zu ver­hän­gen, soll­te es kei­nen Waf­fen­still­stand geben. Erdoğan jedoch denkt nicht dar­an, sei­ne Plä­ne auf­zu­ge­ben. Bald, so kün­dig­te er an, wer­de man das Gebiet von Man­bidsch bis zur Gren­ze des Irak gesi­chert haben. US-Mili­tär­spre­cher Oberst Myles B. Caggins III woll­te am Diens­tag nicht dar­über Aus­kunft ertei­len, ob syri­sche Trup­pen in Man­bidsch ein­mar­schiert sei­en. 

Mehr zum The­ma — Nord­sy­ri­en : Russ­land for­dert Anstren­gun­gen zur Ver­hin­de­rung einer huma­ni­tä­ren Kata­stro­phe

RT Deutsch


Mexiko und Vietnam größte Gewinner im Handelskrieg zwischen China und USA


Die Impor­te der USA von sei­nem größ­ten Lie­fe­ran­ten Chi­na sind auf­grund des anhal­ten­den Han­dels­krie­ges um 12,5 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Mexi­ko und Viet­nam fül­len ver­stärkt die­se Lücke.

Laut dem jüngs­ten Bericht der US-ame­ri­ka­ni­schen Sta­tis­tik­be­hör­de ver­zeich­ne­ten die US-Ein­käu­fe aus Mexi­ko in den letz­ten Mona­ten den größ­ten Anstieg. Das US-Han­dels­vo­lu­men mit Mexi­ko ver­grö­ßer­te sich um 5,5 Pro­zent oder 12,4 Mil­li­ar­den US-Dol­lar gegen­über dem Vor­jahr. Unter­des­sen gin­gen die Impor­te aus Chi­na gegen­über dem glei­chen Zeit­raum um 43,25 Mil­li­ar­den US-Dol­lar zurück.

Ein wei­te­rer uner­war­te­ter Gewin­ner des Han­dels- und Zoll­strei­tes zwi­schen den USA und Chi­na ist Viet­nam. Das süd­ost­asia­ti­sche Land ver­zeich­ne­te einen Anstieg sei­ner Expor­te in die USA von fast 34 Pro­zent oder 10,9 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Dies brach­te Viet­nam auf der Lis­te der größ­ten Lie­fe­ran­ten der USA von Rang zwölf auf Rang sie­ben. Dies mag dar­an lie­gen, dass eine Rei­he chi­ne­si­scher Her­stel­ler ihre Pro­duk­ti­on in den Nach­bar­staat ver­la­gert haben, um die neu­en US-Zöl­le zu umge­hen. Ins­ge­samt wur­de Chi­nas Pro­duk­ti­ons­ak­ti­vi­tät durch den Han­dels­krieg mit Washing­ton stark beein­träch­tigt und schrumpf­te in den letz­ten fünf auf­ein­an­der­fol­gen­den Mona­ten, so Daten von der South Chi­na Morning Post.

Hoch­ran­gi­ge Gesprä­che zur Rege­lung der Han­dels­be­zie­hun­gen zwi­schen den USA und Chi­na sol­len die­se Woche in Washing­ton wie­der auf­ge­nom­men wer­den. US-Prä­si­dent Donald Trump sag­te, dass eine Abspra­che zu erwar­ten sei. Chi­ne­si­sche Beam­te zöger­ten jedoch, der­art muti­ge Vor­her­sa­gen zu tref­fen, und sei­en nicht bereit, einen brei­ten Han­dels­de­al abzu­schlie­ßen, heißt es in den Medi­en.

Der lang­wie­ri­ge Han­dels- und Zoll­streit zwi­schen den USA und Chi­na hat einen Schat­ten auf die gesam­te Welt­wirt­schaft gewor­fen. Letz­te Woche ver­öf­fent­lich­te die Welt­han­dels­or­ga­ni­sa­ti­on (WTO) eine düs­te­re Pro­gno­se für das glo­ba­le Han­dels­wachs­tum zum Jah­res­en­de und senk­te damit ihre Pro­gno­se vom April von 2,6 Pro­zent auf 1,2 Pro­zent. WTO-Gene­ral­di­rek­tor Rober­to Aze­ve­do erklär­te :

Die sich ver­schlech­tern­den Aus­sich­ten für den Han­del sind ent­mu­ti­gend, aber nicht uner­war­tet.

Über ihre direk­ten Aus­wir­kun­gen hin­aus erhö­hen Han­dels­kon­flik­te die Unsi­cher­heit, was eini­ge Unter­neh­men dazu ver­an­lasst, pro­duk­ti­vi­täts­stei­gern­de Inves­ti­tio­nen, die für die Erhö­hung des Lebens­stan­dards uner­läss­lich sind, zu ver­zö­gern.

Mehr zum The­ma — Viet­nam gerät im Han­dels­krieg zwi­schen die Fron­ten und zieht Trumps Zorn auf sich

RT Deutsch