Ecuadors Präsident verneint jeden Zusammenhang zwischen Assanges Verhaftung und IWF-Milliardenkredit


Mehr zum The­ma — War­um woll­te Ecua­dor Juli­an Assan­ge los­wer­den ?

Der umstrit­te­ne Prä­si­dent Ecua­dors leug­ne­te jeden Zusam­men­hang zwi­schen Aus­lie­fe­rung des Wiki­Leaks-Grün­ders und der signi­fi­kan­ten Aus­wei­tung der Kre­dit­sum­me. Statt­des­sen ver­lor sich in Ver­schwö­rungs­theo­ri­en und Schuld­zu­wei­sun­gen an sei­nen Amts­vor­gän­ger Rafa­el Cor­rea.

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USA : Türkei muss zwischen NATO und dem russischen S-400-Raketenabwehrsystem wählen


Wäh­rend des Tref­fens der NATO-Außen­mi­nis­ter vom 3. bis zum 4. April in Washing­ton, D.C. beant­wor­te­te die Stän­di­ge Ver­tre­te­rin der USA bei der NATO, Bot­schaf­te­rin Kay Bai­ley Hut­chi­son, zwar nicht direkt die Fra­ge, ob die Tür­kei im Fal­le des Kaufs rus­si­scher Flug­ab­wehr­ra­ke­ten­sys­te­me aus der NATO aus­ge­schlos­sen wür­de. Doch mach­te sie die Posi­ti­on Washing­tons klar.

Die Tür­kei ist ein sehr wich­ti­ger Ver­bün­de­ter. Sie trägt eine schwe­re Last in unse­ren NATO-Mis­sio­nen”, so Hut­chi­son.

Die Tür­kei habe an allen bedeu­ten­den Mis­sio­nen teil­ge­nom­men und spie­le auch in Afgha­ni­stan eine wich­ti­ge Rol­le.

Wir wol­len also, dass die Tür­kei im Bünd­nis bleibt.”

Aller­dings beton­te Hut­chi­son gleich­zei­tig, dass die Tür­kei kein rus­si­sches Rake­ten­ab­wehr­sys­tem haben soll­te.

Wir wol­len, dass die Tür­kei im Bünd­nis bleibt. Wir wol­len nicht, dass sie über ein rus­si­sches Rake­ten­ab­wehr­sys­tem in der Mit­te des Lan­des ver­fügt, das nicht mit der NATO ver­ein­bar sein kann.

Sie nann­te damit zusam­men­hän­gen­de Befürch­tun­gen, auch im Hin­blick auf das in den USA gebau­te Kampf­jet F-35 :

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten sind sehr besorgt dar­über, dass die Tür­kei unse­re F-35 in der Nähe eines rus­si­schen Sys­tems S-400 hat, weil es einen Trans­fer von Infor­ma­tio­nen, Kom­mu­ni­ka­ti­on oder sogar deren Unter­bre­chung geben könn­te.

Am Mitt­woch warn­te US-Vize­prä­si­dent Mike Pence die Tür­kei gar vor “rück­sichts­lo­sen Ent­schei­dun­gen” und bezog sich damit auf den Kauf des rus­si­schen Luft­ver­tei­di­gungs­sys­tems S-400.

Die Tür­kei muss sich ent­schei­den. Will sie ein ent­schei­den­der Part­ner in dem erfolg­reichs­ten Mili­tär­bünd­nis der Geschich­te blei­ben oder will sie die Sicher­heit die­ser Part­ner­schaft ris­kie­ren, indem sie sol­che rück­sichts­lo­sen Ent­schei­dun­gen trifft, die unser NATO-Bünd­nis unter­gra­ben”, twee­te Pence am Mitt­woch, nach­dem er ähn­li­che Bemer­kun­gen auf einem NATO-Gip­fel in Washing­ton gemacht hat­te.

Gene­ral Cur­tis Scapar­rot­ti, der­zeit noch Mili­tä­ri­scher Ober­kom­man­die­ren­der aller NATO-Streit­kräf­te in Euro­pa (SACEUR) sowie NATO-Befehls­ha­ber des US-Euro­pa-Kom­man­dos (USEUCOM) for­der­te die Tür­kei auf, die Mei­nung über das Abkom­men mit Mos­kau zu ändern.

Obwohl sogar [der tür­ki­sche Prä­si­dent Recep Tayy­ip] Erdoğan [hat es] gesagt, dass der S-400[-Kauf] ein abge­mach­ter Deal ist : Ich per­sön­lich glau­be nicht, dass es ein abge­mach­ter Deal ist”, zitier­te der Nach­rich­ten­sen­der ABC Scapar­rot­ti.

Der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter Mev­lüt Çavuşoğlu und sein US-Amts­kol­le­ge Mike Pom­peo tra­fen sich direkt auf dem Gip­fel, um das The­ma zu dis­ku­tie­ren. Der tür­ki­sche Außen­mi­nis­ter beton­te, dass der gleich­zei­ti­ge Betrieb der bei­den Waf­fen­sys­te­me “kei­ne Bedro­hung” für die F-35 oder ande­re NATO-Sys­te­me dar­stel­len wird. Außer­dem beton­te er, dass der Kauf des rus­si­schen S-400-Rake­ten­ab­wehr­sys­tems bereits beschlos­sen sei, es dafür eine Rei­he von Grün­den gebe und das Land daher nicht davon abwei­chen wer­de.

Mehr lesen — Tür­ki­scher Außen­mi­nis­ter Çavuşoğlu : “Wir wäh­len nicht zwi­schen Russ­land und ande­ren Ver­bün­de­ten”

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Spannungen zwischen Pakistan und Indien : Islamabad testet neue “intelligente Waffe”


Bei der Waf­fe han­delt es sich um eine Luft-Boden-Rake­te. Die­se wur­de von einem JF-17 Thun­der Kampf­flug­zeug aus abge­feu­ert. Die genau­en Merk­ma­le der neu­ar­ti­gen Rake­te sind nicht öffent­lich. Aus Islam­abad heißt es, es hand­le sich um eine “intel­li­gen­te Waf­fe” mit einer “erwei­ter­ten” Reich­wei­te. 

In einem kürz­lich erschie­ne­nen Video wird die Zer­stö­rungs­kraft des Flug­kör­pers vor­ge­führt. Es zeigt, wie die von einem Kampf­flug­zeug abge­feu­er­te Rake­te in einen vor­ge­ge­be­nen Ziel­be­reich ein­schlägt. Das Video­ma­te­ri­al endet mit einem Stand­bild, wel­ches den durch den Ein­schlag ent­stan­de­nen Kra­ter zeigt.

Der Chef des paki­sta­ni­schen Luft­stabs, Muja­hid Anwar Khan lob­te die Ent­wick­lung und den erfolg­rei­chen Test der neu­en Waf­fe : 

Paki­stan ist eine fried­lie­ben­de Nati­on, aber wenn wir von einem Geg­ner ange­grif­fen wer­den, wer­den wir mit vol­ler Stär­ke reagie­ren. 

Ein töd­li­cher Selbst­mord­an­schlag in der umkämpf­ten Regi­on Kasch­mir hat­te den lan­gen Kon­flikt zwi­schen Paki­stan und Indi­en wie­der auf­flam­men las­sen. Rund 40 para­mi­li­tä­ri­sche indi­sche Poli­zis­ten kamen durch den Anschlag Ende Febru­ar ums Leben. 

Die Ver­ant­wor­tung für den Angriff über­nahm Jaish-e Moham­med (JeM), eine in Paki­stan ansäs­si­ge mili­tan­te Grup­pe. Dar­auf­hin flog Indi­en Angrif­fe auf deren Trai­nings­la­ger auf paki­sta­ni­schem Gebiet. Über den Erfolg die­ses Luft­an­griffs machen Neu-Delhi und Islam­abad wider­sprüch­li­che Anga­ben. Für Indi­en war die­ser Angriff ein Erfolg, vie­le Ter­ro­ris­ten sei­en getö­tet wor­den. Paki­stan wider­sprach und reagier­te mit Angrif­fen auf indi­schem Gebiet. Ein paki­sta­ni­sches Kampf­flug­zeug wur­de abge­schos­sen und der Pilot kurz­zei­tig fest­ge­nom­men. Er wur­de nach zwei Tagen frei­ge­las­sen und nach Indi­en abge­scho­ben. Paki­stan habe damit sei­nen guten Wil­len Indi­en gegen­über demons­trie­ren wol­len, hieß es.

Indi­en warn­te Paki­stan erneut, dass es alles tun wer­de, um Land und Bevöl­ke­rung zu ver­tei­di­gen. Neu-Delhi wirft Paki­stan wei­ter­hin vor, Ter­ro­ris­ten Unter­schlupf zu gewäh­ren und kei­ne rich­ti­gen Maß­nah­men zu ergrei­fen, um das Pro­blem zu lösen. 

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Nach Streit zwischen Frankreich und Italien : Macron ruft zur Aussöhnung auf


Im Febru­ar rief die fran­zö­si­sche Regie­rung vor­über­ge­hend ihren Bot­schaf­ter in Rom, Chris­ti­an Mas­set, zurück. Aus­lö­ser war der unan­ge­mel­de­te Besuch des ita­lie­ni­schen Vize­re­gie­rungs­chefs Lui­gi Di Maio bei den Gelb­wes­ten in Frank­reich. Die Rück­be­ru­fung soll­te ein mah­nen­des Zei­chen an Rom sein. 

Am Sonn­tag erklär­te der fran­zö­si­sche Prä­si­dent Emma­nu­el Macron im ita­lie­ni­schen Fern­se­hen : 

Es gab unan­ge­mes­se­ne Gesprä­che. Es gab ver­schie­de­ne Wen­dun­gen, und ich den­ke, wir sind es unse­ren Bür­gern, unse­rer Geschich­te und Euro­pa schul­dig, dies zu über­win­den. 

Bei dem Tref­fen Di Mai­os mit den Gelb­wes­ten beton­te der ita­lie­ni­sche Poli­ti­ker sei­ner­zeit “die gemein­sa­men Inter­es­sen” zwi­schen der ita­lie­ni­schen Regie­rung und der Bewe­gung. Dabei ging es auch um die anste­hen­de Euro­pa­wahl. 

Die Gelb­wes­ten-Bewe­gung for­mier­te sich Ende Novem­ber in Frank­reich. Zunächst ging es den Demons­tran­ten um die zu hohen Krafstoff­steu­ern. For­de­run­gen nach höhe­rem Min­dest­lohn und einer Min­dest­ren­te kamen hin­zu. Zwar sind die Teil­neh­mer­zah­len an den Gelb­wes­ten-Pro­tes­ten gerin­ger als zu Beginn, aber die Demons­tra­tio­nen gehen den­noch wei­ter. Die Anhän­ger der Bewe­gung for­dern den Rück­tritt des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten, der bei ihnen als “Prä­si­dent der Rei­chen” ver­ru­fen ist. 

Zur erneu­ten Annä­he­rung zwi­schen Frank­reich und Ita­li­en kün­dig­te Macron an, er wer­de sei­nen Amts­kol­le­gen Ser­gio Mattarel­la nach Frank­reich ein­la­den, um mit ihm am 2. Mai das 500-Jäh­ri­ge Jubi­lä­um des Todes von Renais­sance-Künst­ler Leo­nar­do da Vin­ci zu fei­ern.

Bei den Fei­er­lich­kei­ten wer­den Jugend­li­che Frank­reichs und Ita­li­ens anwe­send sein : 

Wir wer­den über die Zukunft und Euro­pa spre­chen. (…) Es gibt so vie­le Fran­zo­sen, die Ita­li­en lie­ben und Ita­lie­ner, die Frank­reich und die Fran­zo­sen lie­ben. Aber plötz­lich haben wir fast ver­ges­sen, dass wir immer wie­der ler­nen müs­sen ein­an­der zu ver­ste­hen. 

Miss­ver­ständ­nis­se, so Macron, gäbe es ab und an in der Poli­tik. 

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Kaschmir : Details des Luftkampfes zwischen Su-30 und F-16 gelüftet


Ein Su-30M­KI-Kampf­flug­zeug der indi­schen Luft­streit­kräf­te hat laut dem Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um Indi­ens eine von der paki­sta­ni­schen F-16 abge­feu­er­te Rake­te AIM-120 AMRAAM (Advan­ced Medi­um-Ran­ge Air-to-Air Mis­si­le) eli­mi­niert. Damit bestrei­tet die Behör­de die Infor­ma­ti­on über die Ver­nich­tung einer indi­schen Su-30M­KI durch die Luft­waf­fe Paki­stans.
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Streit zwischen Iran und den Niederlanden : Botschafter der Niederlande aus Teheran abberufen


Nach Ansicht der Regie­rung in Tehe­ran war die Aus­wei­sung von zwei nie­der­län­di­schen Bot­schafts­mit­ar­bei­tern eine Reak­ti­on auf die Aus­wei­sung von ira­ni­schen Bot­schafts­an­ge­hö­ri­gen im Juni 2018. Aus­lö­ser sind zwei Mor­de in den Jah­ren 2015 und 2017 in Alme­re und Den Haag. Es gibt, nach Ansicht des nie­der­län­di­schen Geheim­diens­tes AIVD, “star­ke Hin­wei­se”, dass der Iran in die Ermor­dung der bei­den Nie­der­län­der mit ira­ni­schem Ursprung invol­viert war. 

Der Streit zwi­schen den Nie­der­lan­den und dem Iran setzt sich fort. Nun wur­de der nie­der­län­di­sche Bot­schaf­ter zurück­be­ru­fen. Der Außen­mi­nis­ter Stef Blok zu der Ent­schei­dung :

Die Regie­rung hat beschlos­sen, den nie­der­län­di­schen Bot­schaf­ter in Tehe­ran zu Kon­sul­ta­tio­nen zurück­zu­ru­fen. Die­se Ent­schei­dung folgt auf die Ankün­di­gung des ira­ni­schen Außen­mi­nis­te­ri­ums, zwei nie­der­län­di­sche Diplo­ma­ten in der Bot­schaft Tehe­ran zur per­so­na non gra­ta zu erklä­ren (…). 

Am 20. Febru­ar infor­mier­te das ira­ni­sche Außen­mi­nis­te­ri­um die Nie­der­lan­de, es habe zwei Bot­schafts­mit­ar­bei­ter zur per­so­na non gra­ta erklärt. 

Die EU ver­häng­te im Febru­ar Sank­tio­nen gegen zwei ira­ni­sche Staats­bür­ger, Assa­dol­lah Asa­di und Saeid Hash­e­mi Mogha­dam. In Frank­reich und Däne­mark soll der Iran ver­sucht haben, Oppo­si­tio­nel­le zu ermor­den. Asa­di war ein Diplo­mat an der ira­ni­schen Bot­schaft in Wien. Mogha­dam ist der stell­ver­tre­ten­de Lei­ter des ira­ni­schen Minis­te­ri­ums für Nach­rich­ten­we­sen und Sicher­heit. 

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Chemie zwischen Politikern : „Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben“ heute


Che­mie. Bei man­chen Men­schen gibt es sie, bei ande­ren nicht. Bei Poli­ti­kern lässt sie sich zwar zum Mani­pu­lie­ren nut­zen, jedoch kann ein wah­res Gefühl nicht vor­ge­täuscht wer­den. Trump und Kim Jong-un, Mer­kel und Macron, Putin und Blu­men­strauß-Aktio­nen. Was steckt dahin­ter ? Sput­nik wagt einen Ein­blick ins Intims­te.
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Showdown zwischen Indien und Pakistan : Was Ihnen keiner erzählen wird


von Dari­us Shaht­ah­mase­bi

Am 14. Febru­ar wur­de Indi­en von einem Selbst­mord-Bom­ben­an­schlag erschüt­tert, der in Jam­mu und Kasch­mir statt­fand. Der Angriff rich­te­te sich gegen einen Kon­voi von Fahr­zeu­gen des Sicher­heits­per­so­nals und töte­te min­des­tens 42 Offi­zie­re der Cen­tral Reser­ve Poli­ce Force (CRPF) (sowie den Selbst­mord­at­ten­tä­ter auch).

Die Ver­ant­wor­tung für den Angriff wur­de von einer in Paki­stan ansäs­si­gen isla­mis­ti­schen Grup­pe namens Jaish-e-Moham­med (JeM) über­nom­men. JeMs Haupt­ziel ist es, Kasch­mir aus Indi­en her­aus­zu­lö­sen und mit Paki­stan zu ver­ei­nen. Und auch noch sicher­zu­stel­len, dass Paki­stan unter dem Scha­ria-Gesetz steht und die west­li­chen Streit­kräf­te aus Afgha­ni­stan ver­trie­ben wer­den. Wei­te­re Prio­ri­tät hat die Ver­trei­bung aller Hin­dus und Nicht-Mus­li­me vom (gan­zen?) indi­schen Sub­kon­ti­nent.

Der Anschlag sorg­te der­art für nega­ti­ve Publi­ci­ty, dass der Sicher­heits­rat der Ver­ein­ten Natio­nen (UNSC), der sich end­lich ein­mal auf etwas einig­te, Indi­en als Opfer des Ter­ro­ris­mus bezeich­ne­te und die Mit­glied­staa­ten auf­for­der­te, aktiv mit Neu-Delhi zusam­men­zu­ar­bei­ten, um die­se Angrei­fer vor Gericht zu brin­gen.

Nach­dem Indi­en eine “Jaw brea­king respon­se” (“kie­fer­bre­chen­de Ant­wort”) auf den Angriff ange­kün­digt hat­te, ermäch­tig­te der paki­sta­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter Imran Khan sein Mili­tär, “ent­schlos­sen und umfas­send auf jede Aggres­si­on oder jede Fahr­läs­sig­keit Indi­ens zu reagie­ren”. Für alle, denen es noch nicht klar war : Die bei­den vola­ti­len Staa­ten, die der­zeit an der Schwel­le zum Krieg ste­hen, besit­zen Atom­waf­fen.

Anschei­nend dach­te irgend­je­mand, dass es trotz die­ser unter­schwel­lig dro­hen­den Atom­ka­ta­stro­phe eine gute Idee sei, dass indi­sche Kampf­flug­zeu­ge erst heu­te mit Luft­schlä­gen auf paki­sta­ni­schem Ter­ri­to­ri­ums begin­nen, dar­an teil­zu­neh­men, was das indi­sche Außen­mi­nis­te­ri­um als eine “nicht­mi­li­tä­ri­sche Prä­ven­tiv­maß­nah­me” gegen JeM bezeich­net hat­te. Das jüngs­te Ein­drin­gen in den paki­sta­ni­schen Luft­raum legi­ti­mier­te die paki­sta­ni­sche Luft­waf­fe zu reagie­ren, was wie­der­um dazu führ­te, dass die indi­schen Jets “ihre Nutz­last in Eile auf der Flucht abwar­fen”.

Dabei behaup­te­te Indi­en, eine “sehr gro­ße Zahl” von Ter­ro­ris­ten, Aus­bil­dern, Ober­kom­man­deu­ren und Dschi­ha­dis getö­tet zu haben. Fai­rer­wei­se hat­te Indi­en sei­ner­seits gewarnt, dass es bereit sei, mit Paki­stan Krieg zu füh­ren. Es dräng­te auch dar­auf, dass Paki­stan auf eine schwar­ze Ter­ror-Watch-Lis­te gesetzt wird, wäh­rend es gleich­zei­tig damit droh­te, den Was­ser­fluss nach Paki­stan als Druck­mit­tel, qua­si wie eine kon­ven­tio­nel­le mili­tä­ri­sche Waf­fe, zu nut­zen.

Nach den Luft­schlä­gen hat Paki­stan ver­ständ­li­cher­wei­se sein Recht auf Selbst­ver­tei­di­gung gel­tend gemacht. Aber Selbst­ver­tei­di­gung wovon — Paki­stans Sou­ve­rä­ni­tät oder Selbst­ver­tei­di­gung der JeM ? (Wenn über­haupt, dann ziel­te Indi­en auf JeM-Kämp­fer). Tat­säch­lich war es genau das, was das indi­sche Außen­mi­nis­te­ri­um als Begrün­dung für die Luft­schlä­ge angab — Paki­stans Untä­tig­keit bei der Bekämp­fung sei­ner eige­nen ein­hei­mi­schen Ter­ro­ris­ten. Und hier kann das Völ­ker­recht noch düs­te­rer wer­den, wenn es um “Unwil­len und Unfä­hig­keit” als Recht­fer­ti­gung für die Anwen­dung von Gewalt auf einen sou­ve­rä­nen Staat geht. Aus indi­scher Sicht ist Islam­abad ent­we­der nicht bereit oder nicht in der Lage, die ter­ro­ris­ti­sche Bedro­hung inner­halb sei­ner Gren­zen zu bekämp­fen (oder viel­leicht ist dies nur ein PR-Trick, der auf den wach­sen­den Ein­fluss Chi­nas auf Paki­stan abzielt).

Fol­ge dem Geld

Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten und ihre Ver­bün­de­ten haben seit Jah­ren ein selt­sa­mes Ver­hält­nis zu Paki­stan und zum Ter­ro­ris­mus, wie jeder weiß, der ihre Geschich­te kennt. Wor­an Sie sich viel­leicht nicht mehr erin­nern, ist jedoch, dass der dama­li­ge Vize­prä­si­dent Dick Che­ney im Febru­ar 2007 eine Rei­se nach Paki­stan unter­nahm, um sich mit dem Prä­si­den­ten Per­vez Mus­har­raf zu tref­fen. Laut dem Public Broad­cas­ting Ser­vice (PBS) stand die von den USA unter­stütz­te gehei­me Kam­pa­gne der Ter­ror­grup­pe Jun­dul­lah gegen den Iran ganz oben auf Che­neys Agen­da.

Eini­ge Mona­te spä­ter berich­te­te ABC News, dass Jund­al­lah, das “für eine Rei­he von töd­li­chen Gue­ril­la­an­grif­fen im Iran ver­ant­wort­lich ist, seit 2005 heim­lich von ame­ri­ka­ni­schen Beam­ten unter­stützt und bera­ten wird”. Der Bericht erwähnt, dass “die Bezie­hun­gen der USA zu Jun­dul­lah so gestal­tet sind, dass die USA der Grup­pe kei­ne Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, was eine offi­zi­el­le Anord­nung des Prä­si­den­ten oder einen “Befund” sowie eine Kon­gress­auf­sicht erfor­dern wür­de”. Ganz zu schwei­gen davon, dass der ehe­ma­li­ge paki­sta­ni­sche Armee­chef, der pen­sio­nier­te Gene­ral Mir­za Aslam Baig, wei­ter erklär­te, dass “die USA die Ter­ror­grup­pe Jun­dul­lah unter­stüt­zen und sie zur Desta­bi­li­sie­rung des Iran nut­zen”.

Okay, also haben die USA die Jun­dul­lah-Grup­pe in Paki­stan gegen den Iran unter­stützt, aber was hat das mit der aktu­el­len Situa­ti­on zu tun ? Nun, es scheint, dass JeM und ande­re ter­ro­ris­ti­sche Orga­ni­sa­tio­nen in Paki­stan direk­te Unter­stüt­zung von wich­ti­gen US-Ver­bün­de­ten erhal­ten, ein­schließ­lich und vor allem von Sau­di-Ara­bi­en. In einem von Wiki­Leaks archi­vier­ten Action Request Cable, das die ille­ga­len Finanz­ak­ti­vi­tä­ten in Afgha­ni­stan und Paki­stan doku­men­tiert, heißt es bei­spiels­wei­se : “Es war eine stän­di­ge Her­aus­for­de­rung, sau­di­sche Beam­te davon zu über­zeu­gen, die aus Sau­di-Ara­bi­en stam­men­de Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung als stra­te­gi­sche Prio­ri­tät zu betrach­ten”.

Den­noch”, so die Nach­richt wei­ter, “stel­len Geber in Sau­di-Ara­bi­en die wich­tigs­te Finan­zie­rungs­quel­le für sun­ni­ti­sche Ter­ror­grup­pen welt­weit dar.” Es über­rascht nicht, dass Sau­di-Ara­bi­en “nach wie vor eine kri­ti­sche finan­zi­el­le Unter­stüt­zungs­ba­sis” für “Al-Qai­da, die Tali­ban, LeT[Lashkar-e-Taiba] und ande­re ter­ro­ris­ti­sche Grup­pen” ist. Die LeT ist eine in Paki­stan ansäs­si­ge Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on, die sich auch stark auf Jam­mu und Kasch­mir kon­zen­triert, wo der jüngs­te Ter­ror­an­schlag (und Indi­ens ers­te Reak­ti­on) statt­fand.

Sowohl LeT als auch JeM haben seit Anfang der 1990er Jah­re über­wäl­ti­gen­de Unter­stüt­zung vom paki­sta­ni­schen Inter-Ser­vices Intel­li­gence (ISI) erhal­ten. Tat­säch­lich wur­de LeT 1993 Teil des United Jihad Coun­cil, einer Dach­or­ga­ni­sa­ti­on für mili­tan­te Isla­mis­ten, die in Kasch­mir tätig ist, und schloss dabei eine direk­te Alli­anz mit JeM. Was das US-Außen­mi­nis­te­ri­um betrifft, so sind die bei­den Grup­pen fast in allem gleich­be­deu­tend. Das ISI selbst war ein Haupt­emp­fän­ger von Mil­li­ar­den von “US-Hil­fen”, ins­be­son­de­re unter der Prä­si­dent­schaft von Geor­ge W. Bush. Die Wiki­Leaks-Ent­hül­lung zeigt deut­lich, dass die USA sich bewusst waren, dass Ele­men­te inner­halb des ISI die Ver­bin­dung zum LeT auf­recht­erhal­ten.

Die Ent­hül­lung stell­te auch fest, dass Katar, Kuwait und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te (VAE) LeT und ande­re in der Regi­on täti­ge Ter­ror­grup­pen eben­falls unter­stützt haben. Alle die­se Län­der sind US-Ver­bün­de­te. Dar­über hin­aus bestä­tig­te eine sepa­ra­te Wiki­Leaks-Ent­hül­lung, dass Sau­di-Ara­bi­en und die VAE nicht nur Geld an LeT, son­dern auch an JeM direkt wei­ter­ge­lei­tet haben :

Die Ein­hei­mi­schen glaub­ten, dass wohl­tä­ti­ge Akti­vi­tä­ten von Deo­ban­di und Ahl-e-Hadith-Orga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter Jamaat-ud-Dawa, die Al-Khi­d­mat-Stif­tung und Jaish-e-Moham­med, die Abhän­gig­keit von extre­mis­ti­schen Grup­pen wei­ter stär­ken und die Bedeu­tung tra­di­tio­nell mode­ra­ter reli­giö­ser Füh­rer der Sufi in die­sen Gemein­schaf­ten mini­mie­ren. Regie­run­gen und nicht­staat­li­che Quel­len behaup­te­ten, dass die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung, die auf fast 100 Mil­lio­nen US-Dol­lar pro Jahr geschätzt wird, den Deo­ban­di- und Ahl-e-Hadith-Kle­ri­kern in der Regi­on von “mis­sio­na­ri­schen” und “isla­mi­schen kari­ta­ti­ven” Orga­ni­sa­tio­nen in Sau­di-Ara­bi­en und den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten, angeb­lich mit direk­ter Unter­stüt­zung die­ser Regie­run­gen, zugu­te­kommt.

Sau­di­sche Atom­bom­ben auf Bestel­lung ?

Sau­di-Ara­bi­en selbst wur­de als ein siche­rer Hafen für Dschi­ha­dis­ten, ein­schließ­lich und vor allem des LeT, ange­se­hen, die sich auf Indi­en kon­zen­trie­ren. Eine Unter­su­chung ergab auch, dass Sau­di-Ara­bi­en Gel­der an anti­in­di­sche Ter­ror­grup­pen durch Hajj-Pil­ger wei­ter­ge­lei­tet hat, und der Diplo­mat beklag­te, dass JeM jedes Jahr unter den 150.000 from­men Indern, die Mek­ka besu­chen, nach poten­zi­el­len Rekru­ten sucht.

Zusam­men­fas­send lässt sich sagen : Die USA haben eine lan­ge und doku­men­tier­te Geschich­te der Unter­stüt­zung antiira­ni­scher sun­ni­ti­scher paki­sta­ni­scher Ter­ror­grup­pen. Sau­di-Ara­bi­en und sei­ne Golf­ver­bün­de­ten haben die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung des LeT, der eine direk­te Alli­anz hat und im sel­ben Gebiet wie der JeM (der auch direk­te Mit­tel aus Sau­di-Ara­bi­en erhält) tätig ist, der kürz­lich die Ver­ant­wor­tung für einen Angriff über­nom­men hat, bei dem min­des­tens 40 indi­sche Poli­zis­ten getö­tet wur­den.

Das alles ist kei­ne Hexe­rei. Nen­nen Sie mich ein wenig miss­trau­isch, aber viel­leicht war Sau­di-Ara­bi­en des­halb in sei­nen Zusi­che­run­gen an Islam­abad recht offen, dass es JeM, deren Füh­rung wei­ter­hin bequem in Paki­stan lebt, nicht direkt ver­fol­gen muss. Und was nie­mand wirk­lich zu erwäh­nen scheint, sind die Aus­wir­kun­gen die­ses brei­te­ren geo­stra­te­gi­schen Kamp­fes auf die Regi­on. Sau­di-Ara­bi­en will Paki­stan für sich gewin­nen, und ver­pflich­tet sich zum Bau einer Ölraf­fi­ne­rie im Hafen­pro­jekt Gwa­dar, das ein gro­ßes sau­di­sches Pro­jekt direkt an der ira­ni­schen Gren­ze plat­ziert.

Am beun­ru­hi­gends­ten ist die Ent­hül­lung über Gerüch­te, dass Sau­di-Ara­bi­en Atom­waf­fen “auf Bestel­lung” aus Paki­stan bekom­men kön­ne. Wenn es nicht schon schlimm genug ist, dass Indi­en und Paki­stan Atom­waf­fen besit­zen und jetzt mög­li­cher­wei­se Luft­an­grif­fe auf das Ter­ri­to­ri­um des jeweils Ande­ren star­ten, dann ist die Idee selbst­mör­de­risch, dass die­se apo­ka­lyp­ti­schen Waf­fen eines Tages in der Hand des König­reichs Sau­di-Ara­bi­en lan­den könn­ten. Jenes Lan­des, das der­zeit einen Völ­ker­mord­krieg im Jemen aus­löst und bekann­te Dschi­ha­dis­ten in der gesam­ten Regi­on unter­stützt, wäh­rend es gleich­zei­tig stän­dig den Krieg mit Tehe­ran androht.

Laut israe­li­schen Medi­en hat der jüngs­te Besuch des sau­di­schen Kron­prin­zen Moham­med bin Sal­man (MBS) in Paki­stan die Auf­nah­me Paki­stans in die “antiira­ni­sche ara­bi­sche NATO” wesent­lich gefes­tigt. Wer­den die­se Län­der Paki­stan zu Hil­fe eilen, wenn es von indi­schen Kampf­flug­zeu­gen ange­grif­fen wird ? Oder wer­den sich Diplo­ma­tie und küh­le­re Köp­fe durch­set­zen ?

Glück­li­cher­wei­se kön­nen wir dar­auf ver­trau­en, dass die Medi­en die­se wich­ti­gen Fra­gen stel­len und nicht ihre gan­ze Ener­gie auf eine wei­te­re Régime-Chan­ge-Ope­ra­ti­on in einem wei­te­ren ölrei­chen Land kon­zen­trie­ren, oder ?

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